[Update] Evangelii Gaudium — Deutliche Worte zum Lebensrecht (von Johannes Paul II.)

Denkmal getötetes ungeborenes Kind mit MutterAPOSTOLISCHES SCHREIBEN EVANGELII GAUDIUM
DES HEILIGEN VATERS
PAPST FRANZISKUS
AN DIE BISCHÖFE, AN DIE PRIESTER UND DIAKONE,
ANDIE PERSONEN GEWEIHTEN LEBENS UND AN DIE CHRISTGLÄUBIGEN LAIEN
ÜBER
DIE VERKÜNDIGUNG DES EVANGELIUMS IN DER WELT VON HEUTE

 (Vati­kan) Am 24. Novem­ber pro­mul­gier­te Papst Fran­zis­kus die Exhor­ta­tio Apo­sto­li­ca Evan­ge­lii Gau­di­um. Das Doku­ment ist kein Rechts­akt und ist unter einer Enzy­kli­ka als for­ma­lem Lehr­schrei­ben. Es umfaßt 185 Sei­ten und eine Fül­le von The­men, die sich einer schnel­len Zusam­men­fas­sung ent­zie­hen. Die Annä­he­rung an das Doku­ment muß daher schritt­wei­se erfol­gen. Wir wol­len mit dem ver­nach­läs­sig­ten Schrei der unge­bo­re­nen Kin­der begin­nen, denen in zahl­rei­chen Län­dern das Lebens­recht abge­spro­chen wur­de. Der Kin­der­mord der Hero­dia­ner ist ein Holo­caust, der täg­lich fast gleich viel Opfer kostet wie welt­weit alle natür­li­chen Todes­fäl­le zusam­men. Papst Fran­zis­kus zeig­te bis­her eine gewis­se Reni­tenz, das The­ma Abtrei­bung anzu­spre­chen, das die vor­herr­schen­de links­li­be­ra­le Mei­nung am lieb­sten tabui­sie­ren wür­de. Im Inter­view mit der Civi­li­tà  Cat­to­li­ca kri­ti­sier­te der Papst sogar akti­ve Lebens­schüt­zer und mein­te, es sei schon „zu viel“ dar­über gere­det wor­den. In Evan­ge­lii Gau­di­um sind den „Schutz­lo­ste­sten“ und „Unschul­dig­sten“ die Num­mern 213 und 214 gewid­met.

Zunächst zur Num­mer 213: Das Wort Abtrei­bung mei­det der Papst zwar auch in die­sem Doku­ment, erst recht ist nicht die Rede von Kin­der­tö­tung oder Kin­der­mord. Er spricht aber davon, daß man „ihnen das Leben nimmt“. Das Lebens­recht der Unge­bo­re­nen wird in den grö­ße­ren Kon­text gestellt und die Hei­lig­keit und Unan­tast­bar­keit des Lebens ver­tei­digt. Die deut­lich­ste Aus­sa­ge ist ein Zitat von Papst Johan­nes Paul II. aus dem Apo­sto­li­schen Schrei­ben Chri­sti­fi­de­les lai­ci von 1988, wonach die Abtrei­bung eine Ver­let­zung der Men­schen­wür­de ist, die nach Rache schreit und eine Belei­di­gung des Schöp­fers ist. Es han­delt sich damit um die bis­her deut­lich­ste Aus­sa­ge von Papst Fran­zis­kus zum him­mel­schrei­en­den Unrecht des Kin­der­mor­des.

In der Num­mer 214 ver­wirft Papst Fran­zis­kus zunächst jede For­de­rung, die katho­li­sche Posi­ti­on zum The­ma Lebens­recht zu ändern. Eine ent­schei­den­de Pas­sa­ge, nach­dem unge­len­ke, zwei­deu­ti­ge Aus­sa­gen, wie jene im genann­ten Inter­view Abtrei­bungs­be­für­wor­ter bereits zum Jubel ver­an­laßt hat­ten. Der zwei­te Teil ist weni­ger glück­voll gelun­gen. Bei allem Ver­ständ­nis für den pasto­ra­len Aspekt gegen­über der betrof­fe­nen Frau: wür­de man Mör­dern und Tot­schlä­gern, die auf­grund einer schwie­ri­gen Situa­ti­on oder gro­ßer Armut mor­den, mit eben­sol­chem „Ver­ständ­nis“ begeg­nen? Mit gutem Grund nicht. Eine Situa­ti­on mag ein Phä­no­men erklä­ren, Ver­ständ­nis ist dann aber doch etwas ande­res.

Was fehlt ist der dra­ma­ti­sche Auf­schrei des Ober­sten Prie­sters vor Gott und die For­de­rung nach einem Ende der Abtrei­bung, nach einem gesetz­li­chen Abtrei­bungs­ver­bot und einer gesetz­li­chen Ver­an­ke­rung des Lebens­rechts für unge­bo­re­ne Kin­der. Die Vor­stel­lung, daß alle abtrei­ben­den Frau­en  aus purer Ver­zweif­lung han­deln wür­den, kommt einer roman­ti­sie­ren­den Ver­klä­rung gleich, ent­spricht aber kei­nes­wegs immer der har­ten Rea­li­tät. Die Frau als „Auf­trags­ge­be­rin“ für die Kin­destö­tung wird aus pasto­ra­len Grün­den geschont. Das mag ein ange­mes­se­ner Ansatz für Frau­en sein, die abge­trie­ben haben. Die abschrecken­de Mah­nung an Frau­en, die von einem sol­chen fata­len Schritt noch abge­hal­ten wer­den könn­ten, fehlt jedoch. Eben­so fehlt jedes Wort der Ver­ur­tei­lung an die Exe­ku­to­ren der Kin­destö­tun­gen, die Abtrei­bungs­pro­fi­teu­re, die Abtrei­bungs­lob­by­isten, Mord­pro­pa­gan­di­sten, die mor­den­den Ärz­te und Kran­ken­pfle­ger, die sich mit Blut­geld berei­chern. Wie gesagt, die stärk­ste Aus­sa­ge die­ses Kapi­tels stammt von Papst Johan­nes Paul II.

[Update] Ein Nach­trag zum Wort Schwan­ger­schafts­ab­bruch: Im ita­lie­ni­schen Ori­gi­nal­do­ku­ment wird das Wort „Abtrei­bung“ gebraucht, erst­mals in einer Aus­sa­ge von Papst Fran­zis­kus. Die Stel­le wird auch in den ande­ren Spra­chen kor­rekt so wie­der­ge­ge­ben (ita­lie­nisch abor­to, eng­lisch abor­ti­on, spa­nisch abor­to). Nur in der deut­schen Über­set­zung wird das Wort Abtrei­bung gemie­den und statt des­sen „Schwan­ger­schafts­ab­bruch“ gebraucht. Damit macht sich die deut­sche Über­set­zung eine Sprach­re­ge­lung der Abtrei­bungs­be­für­wor­ter zu eigen, denn der Aus­druck Schwan­ger­schafts­ab­bruch lenkt die Auf­merk­sam­keit auf den Zustand der Frau, wäh­rend der Begriff Abtrei­bung die Auf­merk­sam­keit auf das Kind lenkt, das getö­tet wird.

213. Unter die­sen Schwa­chen, deren sich die Kir­che mit Vor­lie­be anneh­men will, sind auch die unge­bo­re­nen Kin­der. Sie sind die Schutz­lo­se­sten und Unschul­dig­sten von allen, denen man heu­te die Men­schen­wür­de abspre­chen will, um mit ihnen machen zu kön­nen, was man will, indem man ihnen das Leben nimmt und Gesetz­ge­bun­gen för­dert, die errei­chen, dass nie­mand das ver­bie­ten kann. Um die Ver­tei­di­gung des Lebens der Unge­bo­re­nen, die die Kir­che unter­nimmt, leicht­hin ins Lächer­li­che zu zie­hen, stellt man ihre Posi­ti­on häu­fig als etwas Ideo­lo­gi­sches, Rück­schritt­li­ches, Kon­ser­va­ti­ves dar. Und doch ist die­se Ver­tei­di­gung des unge­bo­re­nen Lebens eng mit der Ver­tei­di­gung jedes belie­bi­gen Men­schen­rech­tes ver­bun­den. Sie setzt die Über­zeu­gung vor­aus, dass ein mensch­li­ches Wesen immer etwas Hei­li­ges und Unan­tast­ba­res ist, in jeder Situa­ti­on und jeder Pha­se sei­ner Ent­wick­lung. Es trägt sei­ne Daseins­be­rech­ti­gung in sich selbst und ist nie ein Mit­tel, um ande­re Schwie­rig­kei­ten zu lösen. Wenn die­se Über­zeu­gung hin­fäl­lig wird, blei­ben kei­ne festen und dau­er­haf­ten Grund­la­gen für die Ver­tei­di­gung der Men­schen­rech­te; die­se wären dann immer den zufäl­li­gen Nütz­lich­kei­ten der jewei­li­gen Macht­ha­ber unter­wor­fen. Die­ser Grund allein genügt, um den unan­tast­ba­ren Wert eines jeden Men­schen­le­bens anzu­er­ken­nen. Wenn wir es aber auch vom Glau­ben her betrach­ten, dann „schreit jede Ver­let­zung der Men­schen­wür­de vor dem Ange­sicht Got­tes nach Rache und ist Belei­di­gung des Schöp­fers des Men­schen“. (JOHANNES PAUL II., Nach­syn­oda­les Apo­sto­li­sches Schrei­ben Chri­sti­fi­de­les lai­ci (30. Dezem­ber 1988), 37: AAS 81 (1989), 461.)

214. Gera­de weil es eine Fra­ge ist, die mit der inne­ren Kohä­renz unse­rer Bot­schaft vom Wert der mensch­li­chen Per­son zu tun hat, darf man nicht erwar­ten, dass die Kir­che ihre Posi­ti­on zu die­ser Fra­ge ändert. Ich möch­te dies­be­züg­lich ganz ehr­lich sein. Dies ist kein Argu­ment, das mut­maß­li­chen Refor­men oder „Moder­ni­sie­run­gen“ unter­wor­fen ist. Es ist nicht fort­schritt­lich, sich ein­zu­bil­den, die Pro­ble­me zu lösen, indem man ein mensch­li­ches Leben ver­nich­tet. Doch es trifft auch zu, dass wir wenig getan haben, um die Frau­en ange­mes­sen zu beglei­ten, die sich in sehr schwe­ren Situa­tio­nen befin­den, wo der Schwan­ger­schafts­ab­bruch ihnen als eine schnel­le Lösung ihrer tie­fen Äng­ste erscheint, beson­ders, wenn das Leben, das in ihnen wächst, als Fol­ge einer Gewalt oder im Kon­text extre­mer Armut ent­stan­den ist. Wer hät­te kein Ver­ständ­nis für die­se so schmerz­li­chen Situa­tio­nen?

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: eve­nif­mi­ni­stries

JOHANNES PAUL II., Nach­syn­oda­les Apo­sto­li­sches Schrei­ben Chri­sti­fi­de­les lai­ci (30. Dezem­ber 1988), 37: AAS 81 (1989), 461.

58 Kommentare

  1. Mit dem „ange­mes­se­nen Ansatz“ für Frau­en, die abge­trie­ben haben, kann ich mich nicht ein­ver­stan­den erklä­ren. In der Tat hät­te der Papst deut­li­che­re Wor­te fin­den müs­sen und For­de­run­gen aus­spre­chen müs­sen. So bleibt es bei Wor­ten und nichts wird bes­ser. Resi­gna­ti­on dringt durch, das sich Abfin­den mit den Zustän­den als roter Faden.

    • Nun, genau­ge­nom­men spricht er hier von Ver­ständ­nis für die „so schmerz­li­chen S i t u a t i o n e n“, nicht von Ver­ständ­nis für die Frau­en. Das Schmerz­lich­ste frei­lich ist die Ermor­dung der unge­bo­re­nen Babys, für die es am wenig­sten Ver­ständ­nis gibt. War­um ver­passt Fran­zis­kus, der sonst um dra­sti­sche For­mu­lie­run­gen nicht ver­le­gen ist (beson­ders wenn er „rückwärts„gewandte Grup­pen von Katho­li­ken gei­ßelt), hier die Gele­gen­heit, den Baby­mord ein­mal wahr­heits­ge­mäß zu benen­nen als Ver­hun­gern, Weg­scha­ben, In-Stücke-Rei­ßen, Zer­schnei­den, Ver­ät­zen, Ver­gif­ten, …? (Sie­he http://www.aktion-leben.de/abtreibung/abtreibungsmethoden/ u.a.)
      Sie haben völ­lig recht: Fran­zis­kus mei­det deut­li­che Wor­te.

  2. Ich lach mich krank. Da wirft er die Tage ein paar Nebelkerzen,lobt Tri­ent, strei­chelt Brand­mül­ler und Mar­chet­to, um dann ein Schrei­ben auf den Tisch zu packen, das, sei­nem Inhalt nach, für die Kir­che noch schlim­mer und dramti­scher ist, als die­ses furcht­ba­re Scal­fa­ro-Inter­view. Die­ser Mann macht sich zum Toten­grä­ber der Katho­li­schen Kir­che. Man kann nur hof­fen, dass die­ses Schrei­ben dem letz­ten „kon­ser­va­ti­ven“ Papo­la­treu­ten die Augen dar­über öff­net, wohin die Rei­se unter die­sem Träu­mer und sei­nen Visio­nen von einer ver­beul­ten, ver­letz­ten und beschmutz­ten Kir­che und ein von allen Scha­blo­nen befrei­ten Jesus geht.

    • Zumin­dest die inter­na­tio­na­len „kon­ser­va­ti­ven“ Papo­la­tri­sten sind immer noch nicht auf­ge­wacht, Prie­ster­blog­ger inklu­si­ve. Die rosa­ro­te Bril­le scheint ange­wach­sen.
      Wohin­ge­gen die lin­ken „Katho­li­ken“ voll ver­stan­den haben, was abgeht,

      • Von die­sem amt­li­chen Schrei­ben aus, das mehr ist als unver­bind­li­che Pre­dig­ten und Inter­views, dürf­te die Schei­dung der Gei­ster anfan­gen. Nur ein Träu­mer kann noch hof­fen, Fran­zis­kus könn­te eine Kurs­än­de­rung und Kehrt­wen­dung machen. Ich schät­ze, 2014 wird das Unver­meid­li­che gesche­hen.

  3. Damit hat Papst Fran­zis­kus sei­ne Hal­tung als die immer­wäh­ren­de Hal­tung der Kir­che klar­ge­stellt: Abtrei­bung ist Mord. Gleich­zei­tig hat er auf­ge­zeigt, dass man — wie bei jedem Ver­bre­chen — die Moti­ve des Täters beach­ten muss. Die Psy­cho­lo­gie zeigt uns, das Schuld nicht Schuld ist, son­dern dass man bei der Beur­tei­lung der per­sön­li­chen Schuld eine dif­fe­ren­zier­te Betrach­tungs­wei­se anwen­den muss. Letzt­lich weiß nur Gott um die per­sön­li­che Schuld jedes Täters.
    Aber eines ist bezeich­nend für die­se Web­site: Was wird als erstes aus dem neu­en Lehr­schrei­ben kom­men­tiert? Etwa die mas­si­ve Kri­tik des Pap­stes am über­bor­den­den Kapi­ta­lis­mus mit sei­nen him­mel­schrei­en­den Unge­rech­tig­kei­ten, mit Mil­lio­nen Toten als Fol­ge von ego­isti­schem kon­sum­ori­en­tier­ten Ver­hal­ten? Nein, die Abtrei­bung ist es! Kein Zwei­fel, sie ist him­mel­schrei­en­des Unrecht an den Unge­bo­re­nen, denen die Chan­ce auf ein Leben von vorn­her­ein genom­men wird. Aber die­se Rei­hen­fol­ge der Kom­men­tie­rung hier wird der Inten­ti­on des Lehr­schrei­bens über­haupt nicht gerecht, es ver­fälscht es sogar ganz mas­siv.

    • Der Baby­caust ist das größ­te Ver­bre­chen der heu­ti­gen Mensch­heit, und das seit Jahr­zehn­ten. Eine Mut­ter Tere­sa hat­te noch die Ehr­lich­keit und den Mut, das mit kla­ren Wor­ten vor einem inter­na­tio­na­len Publi­kum aus­zu­spre­chen (Nobel­preis­re­de). Mit Recht schau­en Katho­li­ken bei einem so umfang­rei­chen Doku­ment, das uns hier gewiss noch län­ger beschäf­ti­gen wird, auf die­sen Punkt. Und tat­säch­lich, an der Art, wie Fran­zis­kus ihn behan­delt, lässt sich man­ches able­sen.
      Dass der Inha­ber des Apo­sto­li­schen Stuh­les es nicht fer­tig­bringt, die­ses Ver­bre­chen „wenn wir es (…) vom Glau­ben her betrach­ten“, als eine Über­tre­tung des G e b o t e s G o t t e s zu benen­nen, und es in erster Linie anthro­po­zen­trisch als Men­schen­rechts­ver­let­zung cha­rak­te­ri­siert, das aller­dings ist bezeich­nend für Fran­zis­kus wie für die zweit­va­ti­ka­ni­sche Neu­kir­che über­haupt.
      Und schaut aus 213 nicht der Bocks­fuß her­aus? Dort behaup­tet Fran­zis­kus, dass die „Ver­tei­di­gung des unge­bo­re­nen Lebens eng mit der Ver­tei­di­gung jedes belie­bi­gen Men­schen­rech­tes ver­bun­den“ sei, wohl­ge­merkt: jedes b e l i e b i g e n Men­schen­rech­tes. Wir wis­sen jedoch, dass von der UNO mitt­ler­wei­le auch sol­ches zu Men­schen­recht dekla­riert wird, was gegen das Gebot Got­tes ver­stößt. Wei­ter behaup­tet Fran­zis­kus, dass die­ser Gesichts­punkt der Men­schen­rech­te allein schon Grund genug sei, um den unan­tast­ba­ren Wert eines jeden Men­schen­le­bens anzu­er­ken­nen. Die­se Posi­ti­on wider­spricht m.E. dem christ­li­chen Glau­ben, weil sie näm­lich die am Sinai von Gott geof­fen­bar­ten Gebo­te auf eine Men­schen­rechts­an­ge­le­gen­heit redu­ziert. Der Deka­log als Teil der gött­li­chen Offen­ba­rung wird damit mar­gi­na­li­siert, in sei­ner stren­gen, zeit­lo­sen Ver­bind­lich­keit nicht für erwäh­nens­wert gehal­ten.
      Die glei­che anthro­po­zen­tri­sche Ein­stel­lung fin­den wir schon bei Ber­go­gli­os halb­her­zi­ger Ver­ur­tei­lung der Homosex-„Ehen“ in sei­nem Inter­view­buch, und sie dürf­te maß­ge­bend für die gan­ze Exhor­ta­tio sein.
      Ich hof­fe, dass glau­bens­treue Theo­lo­gen die­ses Doku­ment sehr genau lesen und dabei gera­de auch auf Fein­hei­ten ach­ten wer­den, auf den Zun­gen­schlag, auf den Ton, der die Musik macht, und beson­ders auch auf das, was dar­in n i c h t gesagt und vor­sätz­lich umgan­gen wird.

    • Hübsch ver­pack­ter Mar­xis­mus (oder ist es etwa die Befrei­ungs­theo­lo­gie, die da wie­der her­vor­kriecht) kommt immer gut an, nicht wahr, ver­ehr­ter Herr Schöllauf. Und wo fin­det man in der Bibel Psy­cho­lo­gie??? Ich habe nur was von Sün­de, Reue, Umkehr und sol­chen Din­gen gele­sen, mei­ne Ver­si­on muß ja voll­kom­men ver­al­tet sein.

    • Da dürf­ten Sie wohl Recht haben, Herr Schöllauf, die Abtrei­bungs­fra­ge ist in die­sem Schrei­ben eher ein neben­säch­li­ches The­ma und wirkt ledig­lich wie eine Pflicht­übung gegen­über den Lebens­schüt­zern. Und dann wird sie ja auch noch rela­ti­viert, weil man, wie es heißt, die Situa­ti­on der Frau­en berück­sich­ti­gen muss. Und es wird völ­lig über­se­hen, wie viel von über­zeug­ten Lai­en zur Hil­fe für die schwan­ge­ren Frau­en unter­nom­men wird, wäh­rend aller­dings die­se Lebens­schüt­zer von unse­ren Bischö­fen und den wort­füh­ren­den Lai­en allei­ne gelas­sen wer­den.

  4. Das ist kein Lehr­schrei­ben, das ist ein apo­sto­li­sche Exho­ra­ti­on, so ne Art super­lan­ger Pre­digt.
    Im übri­gen mein lie­ber Inge­nieur zei­gen die anti­ka­pi­ta­li­sti­chen Expe­ri­men­te, der Ver­gan­gen­heit, (Osten und Latein­ame­ri­ka) dass es ohne Kapi­ta­lis­mus auch nicht bes­ser wird, eher schlech­ter.
    Und was die abge­trie­be­nen Kin­der angeht, so gilt da wohl im Umwand­lung Brecht’s „Die sieht man ja nicht!“
    Ich fin­de das ja immer put­zig mit der Gei­ße­lung des Kon­sums, fast 95% aller Arbeit beschäf­tigt sich doch mit Dienst­lei­stun­gen, Pro­duk­ti­on und Ver­kauf von lau­ter im Grun­de über­flüs­si­gem Kram, wie Autos (sowie was dazu gehört von Ben­zin über Stra­ßen bis zu Radar­fal­len) und Fer­tig­piz­za.
    Manch­mal wün­sche ich, die anti­ka­pi­ta­li­sti­schen For­de­run­gen nach Umbau der Öko­no­mie wür­den Rea­li­tät, nur um die Gesich­ter dann zu sehen!

  5. Sehr geehr­ter Herr Schöllauf,

    „Aber eines ist bezeich­nend für die­se Web­site: Was wird als erstes aus dem neu­en Lehr­schrei­ben kom­men­tiert? Etwa die mas­si­ve Kri­tik des Pap­stes am über­bor­den­den Kapi­ta­lis­mus mit sei­nen him­mel­schrei­en­den Unge­rech­tig­kei­ten, mit Mil­lio­nen Toten als Fol­ge von ego­isti­schem kon­sum­ori­en­tier­ten Ver­hal­ten? Nein, die Abtrei­bung ist es! Kein Zwei­fel, sie ist him­mel­schrei­en­des Unrecht an den Unge­bo­re­nen, denen die Chan­ce auf ein Leben von vorn­her­ein genom­men wird. Aber die­se Rei­hen­fol­ge der Kom­men­tie­rung hier wird der Inten­ti­on des Lehr­schrei­bens über­haupt nicht gerecht, es ver­fälscht es sogar ganz mas­siv.“

    Haben Sie das Apo­sto­li­sche Schrei­ben denn gele­sen? Oder nur die Rezen­sio­nen ande­rer?

    Las­sen Sie mich Ihnen ein Bei­spiel geben, war­um ich Ihren Vor­wurf, gera­de in dem von Ihnen beschrie­ben Kon­text für falsch hal­te: Das Schrei­ben beginnt gera­de nicht mit der von Ihnen zitier­ten Kapi­ta­lis­mus­kri­tik (Zwei­ter Teil, ab Zif­fer 50.), son­dern mit der „mis­sio­na­ri­schen Umge­stal­tung der Kir­che“ (Erster Teil, ab Zif­fer 19.). Ab der Zif­fer 36. wird es aus mei­ner Sicht sehr span­nend, ins­be­son­de­re, was der Papst unter der „Hier­ar­chie der Wahr­hei­ten“ (36) sowie der „Hier­ar­chie der Moral“ (37) ver­steht. Inter­es­sant wird es auch, wie der Auf­ruf des Pap­stes in der Zif­fer 43. zu ver­ste­hen ist, kei­ne Angst dabei zu haben, „tief in der Geschich­te ver­wur­zel­te Bräu­che“ zu revi­die­ren, die „nicht den­sel­ben Dienst im Hin­blick auf die Wei­ter­ga­be des Evan­ge­li­ums“ lei­ten.

    Auf wei­te­re Aus­füh­run­gen ver­zich­tet das Schrei­ben, so dass nun ein jeder sich das­je­ni­ge her­aus­su­chen kann, was in der Hier­achie der Wahr­heit sowie der Moral nicht auf der höch­sten Prio­ri­täts­stu­fe steht bzw. jedig­lich als Brauch­tum anzu­se­hen ist, wel­ches man nach Auf­for­de­rung durch den Papst mutig ändern soll­te.

    Was will ich also sagen: eine nicht wohl­wol­len­de Inter­pre­ta­ti­on des Schrei­ben hät­te sich auf den ersten Teil des Apost­loi­schen Schrei­bens gestürzt, und nicht auf die Zif­fer 214. Inso­weit ist Ihr Vor­wurf an die­se Web­sei­te, jeden­falls in die­sem Punkt, halt­los.

    • Lie­ber Herr Nas­sau­er,
      ich habe mit Absicht die Kapi­ta­lis­mus­kri­tik her­vor­ge­ho­ben, weil ich gedacht habe, dass die mei­sten Leser die­ser Web­site genau den ersten Teil des Schrei­bens über die mis­sio­na­ri­sche Umge­stal­tung der Kir­che als beson­ders pro­vo­kant emp­fin­den wer­den. Ich bin wahr­lich kein Mar­xist, wie mir „Sumsum“ unter­stellt. Wirt­schaft ohne Markt funk­tio­niert nicht. Aber nie­mand wird doch leug­nen kön­nen, dass das momen­ta­ne Wirt­schafts­sy­stem die sozia­le Kom­po­nen­te und den Gemein­nut­zen, den die katho­li­sche Sozi­al­leh­re vor­gibt, wei­test­ge­hend miss­ach­tet.
      Bezeich­nend ist auch, dass die angeb­li­che „Rom­treue“ und beson­de­re Katho­li­zi­tät, der sich hier vie­le ver­pflich­tet sehen, off­eb­sicht­lich ein Ende hat, wenn der Papst Din­ge sagt, die nicht in den eige­nen Kram pas­sen!

      • Die Kapi­ta­lis­mus­kri­tik ist ja noch das ein­zig posi­ti­ve und ver­nünf­ti­ge an die­sem anson­sten hor­ri­blen Schrei­ben, das jedem klar den­ken­den Men­schen auf­zeigt, dass hier einer auf dem Stuh­le Petri Platz genom­men hat, der im Begriff ist, die­sen Stuhl ein für alle mal aus dem Weg zu räu­men. Des­halb fühlt er offen­bar auch zu Athe­isten und Frei­mau­rern wie Scal­fa­ro eine so über­aus zärt­li­che Nähe.

        • „Die Kapi­ta­lis­mus­kri­tik ist ja noch das ein­zig posi­ti­ve und ver­nünf­ti­ge an die­sem anson­sten hor­ri­blen Schrei­ben“, aber auch das nicht ohne Dem­ago­gie. Ame­ri­ka ist am Ende, das kom­mu­ni­sti­sche Chi­na, und Russ­land, wo der Kom­mu­nis­mus nur schein­tod ist, ste­hen bereit, um die Welt­herr­schaft anzu­tre­ten. Nicht zufäl­lig taucht in der Apo­ka­lyp­se der rote Dra­che auf. Ber­go­glio-Fran­zis­kus ist m.E. der gro­ße ideo­lo­gi­sche Weg­be­rei­ter des anti­christ­li­chen Welt­ein­heits­staats, der ein tota­li­tär-kom­mu­ni­sti­sches System sein wird. Die­se Exhor­ta­ti­on von Fran­zis­kus ist tat­säch­lich ein Pro­gramm für den, der Augen hat zum Sehen. Was nicht lan­ge auf sich war­ten las­sen wird, sind die prak­ti­schen Maß­nah­men.

        • Die Kapi­ta­lis­mus­kri­tik ist völ­lig dane­ben. Dem Papst feh­len schlicht die Kennt­nis­se über Natio­nal­öko­no­mie. Offen­bar ist er im pero­ni­sti­schen den­ken sei­nes Her­kunfts­lan­des gefan­gen. War­um wol­len z.B. alle in die EU, die doch aner­kann­ter­ma­ßen kapi­ta­li­stisch ist ? Auch da ist der Papst auf dem Holz­weg. Im Übri­gen wäre Weni­ger hier auch mehr gewe­sen. Was sol­len die ellen­lan­gen Aus­füh­run­gen, wenn man dele­gie­ren will ? Das steht doch im Wider­spruch zuein­an­der.

  6. Was aber das eigent­lich wirk­lich Revo­lu­tio­nä­re an die­ser Exhor­ta­ti­on ist, sind die Pas­sa­gen über das Petrus­amt , die Kurie und die Kir­che Got­tes. Der Papst benutzt sei­ne Amts­au­to­ri­tät um sie abzu­schaf­fen und mit ihr das Papst­tum, wie wir es bis­her kann­ten, und zu dele­gie­ren, per Dezen­tra­li­sie­rung- an die Bischofs­kon­fe­ren­zen, denen jetzt auch die Voll­macht gege­ben wer­den soll, Ent­schei­dun­gen zu Dok­trin und Leh­re zu fas­sen. Unkon­tro­liert von einer aller Kom­pe­ten­zen beraub­ten und damit über­flüs­sig und lächer­lich gemach­ten Kurie. ( Wir erin­nern uns „Lepra“)
    Und wir kön­nen nicht sagen, er habe das nicht von Stun­de 1 sei­nes Pon­ti­fi­ka­tes an ange­kün­digt, durch sym­bol­träch­ti­ge Gestik.
    Daß der Peters­dom- über den Gebei­nen des Hl.Petrus erbaut- als Zen­tra­le einer Slum­kir­che oder eines Welt-Feld­la­za­retts zu groß und zu präch­tig ist, kann jeder ein­se­hen, daß ihr Chef weder Mozet­ta noch rote Schu­he und kei­ne üppi­gen oder zu fest­li­chen Para­men­te tra­gen soll­te, kei­nen Mer­ce­des fah­ren und nicht renais­sance-fürst­lich im Apar­ta­men­to woh­nen soll­te, eben­falls.
    Und so ganz neben­bei erklärt sich auch, wie­so die deut­schen Bischö­fe, vom Dio­zös­an­ad­mi­ni­stra­tor Zollitsch über Acker­mann und Marx et al sich kei­nen Deut um die For­de­run­gen der Glau­bens­kon­greg­sti­on sche­ren und der Kurie breit ihr “ mir san mir“ ent­ge­gen­grin­sen. Sie wuß­ten schon, was kommt.
    Dass ein Feld­la­za­rett nicht mis­sio­nie­ren soll-ver­steht sich auch von selbst. Wen denn auch — hat doch der Bischof von Rom aus­drück­lich Juden, Mus­li­me, Anhän­ger aller ande­ren Reli­gio­nen und Athe­isten aus­ge­nom­men, blei­ben eh nur Extra­ter­re­stri­sche.
    Spä­te­stens nach die­seer Exhor­ta­ti­on sieht man den Blitz­ein­schlag in den Peters­dom am Tage der Demis­si­on Bene­det­tos mit ande­ren Augen.

    • Auf einem ARD Kom­men­tar­fo­rum mit 98% begei­ster­ten Kom­men­ta­to­ren hat ein gewis­ser Der­Bel­ga­rath folg. geschrie­ben:

      Die­ser Papst ist gefähr­lich für die Kir­che

      denn er ist erschreckend naiv.
      Die Kir­che exi­stiert nur des­halb seit 2000 Jah­ren, weil ihre Füh­rer stets auch macht­po­li­tisch dach­ten.
      Nur wer die Struk­tu­ren der Kir­che erhält, kann die Kir­che dau­er­haft zum Nut­zen der Men­schen ein­set­zen.
      Bei die­sem Papst besteht gro­ße Gefahr, daß er das Instru­ment Kir­che bin­nen kur­zer Zeit zugrun­de rich­tet — und was ein­mal zer­schla­gen ist, wird in die­ser schnelllebi­gen Gesell­schaft nicht wie­der zu errich­ten sein.
      Wo sich ein Macht­va­ku­um zeigt, wird es sofort von ande­ren Orga­ni­sa­tio­nen und Insti­tu­tio­nen gefüllt.
      Es bleibt zu hof­fen, daß das Estab­lish­ment der Kir­che die­sen über­eif­ri­gen Men­schen stoppt, bevor er nicht­wie­der­gut­zu­ma­chen­de Schä­den ange­rich­tet hat.

      • „Die­ser Papst ist gefähr­lich für die Kir­che“
        Ja das ist er auch.
        „denn er ist erschreckend naiv.“
        Da bin ich mir nicht so ganz sicher.
        Fakt ist, er bekommt Bei­fall von allen Fron­ten die­ser Welt. Das bekom­men alle Pro­phe­ten die den Scha­fen das Para­dies auf Erden ver­spre­chen, selbst wenn es am Ende in der Skla­ve­rei endet.
        Per Mari­am ad Chri­stum.

        • Ein Mann von fast 77 Jah­ren, ein Jesu­it, der die Stu­fen der Hier­ar­chie hin­auf­ge­stie­gen ist bis nach ganz oben, wie soll der naiv sein? Jor­ge Ber­go­glio weiß genau, was er tut.

          • Sie haben wahr­schein­lich recht, nai­ve Jesui­ten sind wohl eher sel­ten. Was mich nervt, ist die Ein­fluß­nah­me über eine recht pri­mi­ti­ve Bil­der­spra­che. Ich mei­ne das insze­nier­te Essen mit Erz­bi­schof Mül­ler. Wie­ner Schnit­zel mit Kar­tof­fel­sa­lat.
            Das kam an: „ein Zei­chen, daß der Papst hin­ter Mül­ler steht“ oder „Jetzt wer­den eini­ge in Deutsch­land wohl trau­rig sein“ . Ja, viel­leicht, viel­leicht auch nicht. Kommt ganz dar­uf an, was er mit Kar­di­nal Marx geges­sen hat. Viel­leicht argen­ti­ni­sche Steaks, zart rosa. Oder mit Erz­bi­schof Zollitsch.
            Die­se Bild­post Manier ist eines Pap­stes unwür­dig bzw. irgend­wie kryp­tisch. Aber das haben schon vie­le hier fest­ge­stellt.

        • @Shuca, Leo Lämm­lein
          Ob der Papst naiv ist oder bos­haft oder sonst was, weiß Gott allein. Das inter­es­san­te an dem Post schien mir der Satz:

          „Wo sich ein Macht­va­ku­um zeigt, wird es sofort von ande­ren Orga­ni­sa­tio­nen und Insti­tu­tio­nen gefüllt.“

          Das soll­ten die Bischö­fe mal beden­ken, denn ob sie dann macht­po­li­tisch zum Zuge kom­men wie sie sich das wün­schen, ist die gro­ße Fra­ge. Die­ses Vaku­um kön­nen bzw. wer­den ganz ande­re Kräf­te ergrei­fen.
          Dazu fällt mir der Satz ein von Dosto­jew­ski(?), sinn­ge­mäß: Dort wo man Gott vom Altar her­un­ter­stößt, las­sen sich die Dämo­nen dar­auf nie­der. Einen lee­ren Altar gibt es nicht.

    • Dan­ke, Savo­ne­ro­la, Sie brin­gen das auf den Punkt, wozu mir ange­sichts die­ses unge­heu­er­li­chen Schrei­bens ein­fach der Nerv fehlt. Auch mir war von Anfang an klar, dass die­ser Mann gewählt wur­de und ange­tre­ten ist, um die Kir­che in ihrer 2000jährigen Ver­fasst­heit end­gül­tig zu zer­stö­ren. Dass er dies mit einer sol­chen Bru­ta­li­tät tut, steht ihm zwar ins Gesicht geschrie­ben, aber man hoff­te doch immer, dass es nicht so schlimm kom­men möge, wie man es selbst befürch­te­te. Nun kann man die­se Hoff­nung begra­ben. Der Mann tritt der Kurie in den Bauch und die­se wer­den ihm dafür noch sei­ne schwar­zen Schu­he küs­sen. Durch sei­ne Dezen­tra­li­sie­rungs­plä­ne wird die Kir­che in ein tota­les Cha­os und in Zer­split­te­rung ver­sin­ken, denn die eine Bischof­kon­fe­renz lehrt und tut dann, was eine ande­re (noch) nicht lehrt und tut. Die logi­sche Kon­se­quenz aus die­ser Zer­split­te­rung ist die voll­stän­di­ge Bedeu­tungs­lo­sig­keit der Kir­che. Es geschieht eben dann gera­de nicht, was Ber­go­glio angeb­lich am Her­zen liegt: die Mis­si­on, denn zu einer Glau­bens­ge­mein­schaft, bei der die lin­ke Hand nicht weiss, was die rech­te tut, we rmöch­te sich dazu bekeh­ren? Und die, die sich dazu bekeh­ren, ja zu wen oder was bekeh­ren sie sich dann, zur römisch-katho­li­schen, zur zweit­va­ti­ka­ni­schen, zur ber­go­glo­ni­schen oder homo-katho­li­schen Kir­che?????

  7. Lie­ber Herr Schöllauf,

    um ein Miss­ver­ständ­nis vor­zu­beu­gen: Ich stim­me mit dem Papst über­ein. Ich sage auch „Nein zu einer Wirt­schaft der Aus­schlie­ßung“ (Zif­fer 53. und 54.), „Nein zu einer Ver­göt­te­rung des Gel­des“ (Zif­fern 55. und 56.), „Nein zu einem Geld das regiert, statt zu die­nen“ (Zif­fern 57. und 58.), „Nein zur sozia­len Ungleich­heit, die Gewalt her­vor­bringt“ (Zif­fern 59. und 60.). Die­se Pas­sa­gen des Schrei­bens sind sehr lesens­wert, erfreu­lich knapp und prä­gnant geschrie­ben.

    Inso­weit fin­de ích die Kri­tik ande­rer als über­zo­gen; das hat mit Mar­xis­mus nichts zu tun.

    Aller­dings, die­se Aus­füh­run­gen stel­len nur einen klei­ner Teil die­ses Schrei­bens dar. Es scheint ein Cha­rak­ter­zug des Hl. Vaters bzw. der­je­ni­gen zu sein, die sol­che Tex­te ver­fas­sen, sich im Sprach­stil der 70er und 80er „offen“ aus­zu­drücken, For­mu­lie­run­gen so zu wäh­len, die „so oder so“ aus­ge­legt wer­den kön­nen. Ist dies nicht für einen Papst eher unge­eig­net?

  8. Viel­leicht noch eine Kost­pro­be aus ARD. Der Kom­men­ta­tor Vara­na sagt:

    „Hal­ber Luther

    Wow.
    Hab erst etwa ein Drit­tel der gut 180 Sei­ten gele­sen, aber was da stand, hät­te zur Hälf­te von Luther sein kön­nen. Schon das mit der Dezen­tra­li­sie­rung, und dass der Papst nicht alle Fra­gen klä­ren will. Oder dass Gott und Gläu­bi­ge auf tau­send­fa­che Wei­se ohne Mitt­ler kom­mu­ni­zie­ren (ziem­lich nah an Luthers Prie­ster­tum aller Gläu­bi­gen). Oder sein Grund­kurs für Prie­ster, wie man eine Pre­digt vor­be­rei­tet. Auch dass Lai­en Teil der Kir­che sind, klingt sehr wie die Orga­ni­sa­ti­on „Wir sind Kir­che“.

    Und dass das Wirt­schafts­sy­stem in der Wur­zel unge­recht sei, ist auch eine muti­ge Aus­sa­ge — und wur­de z.B. im Han­dels­blatt bereits zur Kennt­nis genom­men.

    Dass Prie­ster­tum für Frau­en „nicht zur Dis­kus­si­on steht“, ist geschickt for­mu­liert. Das ist kein „nein“, son­dern ein „ich hab erst­mal ande­res vor“. Sehr klug. .…“

  9. Eine Dezen­tra­li­sie­rung wür­de den Bischofs­kon­fe­ren­zen noch grö­ße­ren Ein­fluß geben. Gera­de in Län­dern, in denen deutsch gespro­chen wird, sind sie ein Hort des Rela­ti­vis­mus, die Ten­denz geht dann wohl in Rich­tung pro­te­stan­ti­sie­ren­den Lan­des­kir­chen, loka­le Neu­kir­chen der Häre­sie, die Got­tes Gebot zugun­sten der beque­men Mehr­hei­ten ver­fäl­schen und beschnei­den. Die wah­re Katho­li­zi­tät ist in der Amts­kir­che im frei­en Fall, das Ansin­nen des Pap­stes in Rich­tung einer Akzent­ver­schie­bung zu die­sen pro­te­stan­ti­sie­ren­den Gemein­schaf­ten wird die­sen teuf­li­schen Pro­zeß noch rapi­de beschleu­ni­gen. Beten wir für den Papst, daß er ein­sich­tig wird und ein­lenkt und gegen­lenkt. Eine Dezen­tra­li­sie­rung ver­setzt die Hei­li­ge Katho­li­sche Kir­che in mas­siv­ste Erup­tio­nen, die zer­stö­re­ri­sche Eigen­dy­na­mik ist gigan­tisch. Ver­har­ren wir im Gebet und in der Opfe­rung Hei­li­ger Mes­sen! War­ten wir betend, aber auch strei­tend ab! Beten wir für unse­re gelieb­te Hei­li­ge Katho­li­sche Kir­che, der es nun end­gül­tig an den Kra­gen geht.
    Ich bin wirk­lich ver­zwei­felt, aber in die­ser fin­ste­ren Nacht leuch­tet in nicht all­zu gro­ßer Fer­ne ein star­kes war­mes Licht der Gewiß­heit, daß am Ende unser Herr herr­schen wird und das rei­ne, unbe­fleck­te Herz Mari­ens tri­um­phie­ren wird.

  10. Die­ses Lehr­schrei­ben lässt erah­nen, wo Fran­zis­kus die Kir­che hin­führt. Es ist schein­bar der Beginn der Liqui­da­ti­on der hei­li­gen römi­schen- katho­li­schen Kir­che. Mit gro­ßen Wort­hül­sen räumt er die Bastio­nen unse­rer Kir­che.
    -> das Papst­tum wird dezen­tra­li­siert an die, wel­che bereits heu­te weder das Lehr­amt noch die Leh­re aner­ken­nen und die Blin­den wer­den in Zukunft die Blin­den füh­ren.
    -> die letz­ten mora­li­schen Bastio­nen der Welt — für die die bis­he­ri­gen Päp­ste ein­stan­den- wer­den geschlif­fen. Über die Kul­tur des Todes in der heu­ti­gen Welt wird nicht mehr gere­det. Und die­se ist mehr, als die Abtrei­bung der Frau in einer Not­si­tua­ti­on
    -> den Armen wird Brot ver­spro­chen (rich­tig so) aber wer­den die Meschen auch ihre Wür­de bekom­men. Das ist mehr als die Sät­ti­gung mit Mate­ri­el­lem.
    Trotz­dem glau­be ich an den Fel­sen Petri, auch wenn die Pfor­ten der Höl­le allen Unrat dar­über abla­den, damit wir ihn nicht mehr erken­nen kön­nen.

    • So ist es! Mir wird ganz schlecht, wenn ich an die Kon­se­quen­zen den­ke. Mit der Zer­stö­rung des Papst­tums und damit der römisch-katho­li­schen Kir­che voll­zieht sich vor unse­ren Augen der Schluss­ak­kord der Abschaf­fung des christ­li­chen Abend­lan­des. Unse­re Welt säuft ab wie die Tita­nic. Und uns bleibt nichts, als der nack­te Glau­be, mit dem wir uns wie die Jün­ger im See­sturm an Jesus kral­len: Mei­ster, küm­mert es Dich nicht, dass wir zugrun­de gehen?“

      • Und immer noch gibt es Mit­ka­tho­li­ken, die sich nicht den Moder­ni­sten zuord­nen, aber Fran­zis­kus ver­tei­di­gen wie zum Bei­spiel das FDK. Das ist für mich nicht nach­voll­zieh­bar.

  11. In hac exhor­ta­tio­ne EXHORRESCO …
    … lest mal Kap. 47 (Fra­ge: Eucha­ri­stie­ver­ständ­nis; Sakra­ment der Leben­den!??); hof­fent­lich ver­steh ich das nur nicht rich­tig, anson­sten krieg ich jetzt … ‚Zustän­de‘ [min­de­stens] …

    • aus der Nr. 47: „Die Eucha­ri­stie ist, obwohl sie die Fül­le des sakra­men­ta­len Lebens dar­stellt, nicht eine Beloh­nung für die Voll­kom­me­nen, son­dern ein groß­zü­gi­ges Heil­mit­tel und eine Nah­rung für die Schwa­chen. Die­se Über­zeu­gun­gen haben auch pasto­ra­le Kon­se­quen­zen, und wir sind beru­fen, sie mit Beson­nen­heit und Wage­mut in Betracht zu zie­hen.“

      In die­sem Zusam­men­hang stellt sich die Fra­ge, wel­che pasto­ra­le Kon­se­quen­zen soll­ten denn nach Ansicht von Papst Fran­zis­kus gezo­gen wer­den, die bis­lang noch nicht gezo­gen wur­den? Wie ist in die­sem Zusam­men­hang der „Wage­mut“ zu ver­ste­hen?

      Der Papst fährt in der Zif­fer 47. fort: „Häu­fig ver­hal­ten wir uns wie Kon­trol­leu­re der Gna­de und nicht wie ihre För­de­rer. Doch die Kir­che ist kei­ne Zoll­sta­ti­on, sie ist das Vater­haus, wo Platz ist für jeden mit sei­nem mühe­vol­len Leben.“

      Ich stel­le mir die Fra­ge, wie die­se Sät­ze mit dem Dog­ma, dass zum wür­di­gen Emp­fang der Eucha­ri­stie der Gna­den­stand und die rech­te und from­me Gesin­nung erfor­der­lich ist, de fide bezüg­lich des Gna­den­stan­des, in Ein­klang zu brin­gen sind. Klar, die Kir­che bzw. der Prie­ster ist kein Kon­trol­leur des jewei­li­gen Gna­den­stan­des eines jeden Gläu­bi­gen, er soll­te aller­dings dar­auf hin­wir­ken, dass mög­lichst Alle im Stand der Gna­de leben, um die Eucha­ri­stie zur Stär­kung für den Gna­den­stand zu emp­fan­gen.

      Durch die Kon­struk­ti­on die­ser Sät­ze wird jedoch durch den Papst was völ­lig ande­res sug­ge­riert, ins­be­son­de­re der Hin­weis auf „wage­mu­ti­ge“ pasto­ra­le Kon­se­quen­zen ist nun wahr­lich ein Wink mit dem Zaun­pfahl an die Diö­ze­sen in den deutsch­spra­chi­gen Lan­den.

      • Ja, dan­ke, genau das mein­te ich; und das ist ja nur ein win­zi­ger Aus­schnitt, man könn­te & müß­te soviel dazu schrei­ben (was nicht heißt, daß es, wie ich fin­de, nicht auch sehr schö­ne und gute Pas­sa­gen in der Exhor­ta­ti­on gibt; aber … genau das ist ja das Fata­le …) — bin gera­de „zu genervt“ bzw. muß sie noch­mal genau durch­le­sen und nach­den­ken …

        • F. scheint nicht zu wis­sen, was die Eucha­ri­stie ist. Da das aber nicht sein kann bei sei­nem Hin­ter­grund, muss man anneh­men, dass er die Leh­re der Kir­che mit vol­ler Absicht ver­fälscht.
          Sie ist doch nicht “Nah­rung für die Schwa­chen“!
          Weder steht das im Evan­ge­li­um, noch sonst im NT, noch hat das die Kir­che je gelehrt!
          Und über­haupt: wer sind eigent­lich die „Schwa­chen“?
          Woll­te man in der Meta­pho­rik Jesu blei­ben sind die „Star­ken“ die reli­gi­ös „Selbst­ge­rech­ten“, die Pha­ri­sä­er, die die Gebo­te hal­ten, die nicht glau­ben, dass sie Erlö­sung brau­chen.
          F. dreht nun hier offen­bar den Spieß um: die, die treu zur Tra­di­ti­on ste­hen und damit auch zu der Demut, die weiß, dass unse­re Stär­ke nur ER sein kann und wir immer schwach und hil­fe­ber­dürf­tig sind, die­je­ni­gen also, die die Gebo­te hal­ten aus Lie­be und Ehr­furcht IHM gegen­über aber auch aus Selbst­ach­tung und Lie­be zum Näch­sten, die ver­lä­stert die­ser Mensch als die­je­ni­gen, für die die Eucha­ri­stie offen­bar nicht gedacht ist — statt­des­sen ord­net F. sie den­je­ni­gen zu, die die Gebo­te nicht hal­ten, der Träg­heit ihrer Her­zen fol­gen und dar­über auch nicht belehrt wer­den wol­len. Ihre Schwä­che ist ja, dass sie sich nicht auf­rich­ten las­sen wol­len.
          F. spielt ein gefähr­li­ches Spiel: was ER ein­mal hei­lig­te, das ent­weiht er unter der Vor­spie­ge­lung, er hei­li­ge es. Und noch schlim­mer: was ER gehei­ligt hat, das nennt F. unterm Strich „böse“: näm­lich den gerecht­fer­tig­ten Sün­der, der aber alles dran­setzt, sei­nem Erlö­ser immer ähn­li­cher zu wer­den, schon zu Leb­zei­ten sich dem Pur­ga­to­ri­um zu stel­len.
          Nach F. ist der Getauf­te — wie bei Luther — ein für alle­mal und unab­hän­gig von sei­nem han­deln — auto­ma­tisch im Him­mel.
          Nur haben Luther und die Refor­ma­to­ren dann kon­se­qu­ne­ter­wei­se die Eucha­ri­stie in der Form, wie sie katho­lisch ist, abge­schafft. In letz­ter Kon­se­quenz braucht näm­lich der so beschrie­be­ne „Schwa­che“ kei­ne Eucha­ri­stie mehr.

        • Lie­ber Zeit­schnur,

          ich glau­be Sie irren sich. Die Kom­mu­ni­on ist sehr wohl „Nah­rung für die Schwa­chen“, ich fin­de, dies sogar ein sehr schö­nes Bild. Ich zitie­re mal aus dem Dekret Sacra triden­ti­na syn­odus vom 20.12.1905:

          „Wenn nun Chri­stus und die Kir­che wün­schen, dass alle Gläu­bi­gen täg­lich zum Tische des Herrn gehen, so ist es vor allem, damit sie dank der sakra­men­ta­len Ver­ei­ni­gung mit Gott die Kraft gewin­nen, um die Begier­lich­keit zu zäh­men, die läss­li­chen Sün­den des täg­li­chen Lebens zu til­gen und die schwe­ren Sün­den, denen die mensch­li­che Gebrech­lich­keit aus­ge­setzt ist, zu ver­hü­ten; nicht aber in erster Linie, um Gott Ehre und Anbe­tung zu zol­len, noch auch damit die Emp­fän­ger hier eine Art Beloh­nung oder Aner­ken­nung für ihre Tugen­den bekom­men. Daher bezeich­net das Kon­zil von Tri­ent die Eucha­ri­stie als „Gegen­mit­tel zur Befrei­ung von den täg­li­chen Ver­ge­hen und zur Bewah­rung vor Tod­sün­den“.

          Ange­sichts des­sen dürf­te die Fra­ge, wer Schwach im Sin­ne des Apo­sto­li­schen Schrei­bens von Papst Fran­zis­kus sein dürf­te, beant­wor­tet sein.

          Das Pro­blem ist aller­dings, wel­che pasto­ra­le Kon­se­quen­zen soll­ten nach Ansicht von Papst Fran­zis­kus aus die­ser bereits bekann­ten Tat­sa­che gezo­gen wer­den, die bis­lang noch nicht gezo­gen wur­den? Anders aus­ge­drückt: was ist denn an der bis­he­ri­gen Pra­xis der Kir­che zu kor­ri­gie­ren?

          Dies, läßt Papst Fran­zis­kus offen, wie er stets so vie­les offen lässt.

          • Lie­ber Naus­sau­er,

            ich habe nicht behaup­tet, dass nicht in dem Sin­ne, in dem jeder Mensch ein „Schwa­cher“ ist, wir alle der Eucha­ri­stie bedür­fen!

            In dem Zitat, das Sie dan­kens­wer­ter Wei­se hier anbrin­gen, wird ja, wenn Sie genau lesen, auch nicht von „Schwa­chen“ gespro­chen. Es geht klar her­vor, dass sich die­ses Ange­bot an alle rich­tet, die im Stand der Gna­de sind. Und dass es als lebens­wich­ti­ges Ange­bot an alle auch inso­fern steht, als jeder des Sakra­ments der Buße bedarf, um wie­der oder über­haupt erst Zugang dazu zu bekom­men.

            In mei­nem Posting habe ich daher die Pola­ri­sie­rung zwi­schen „Schwa­chen“ und — ja was eigent­lich — ja wohl eher den „Star­ken“ abge­lehnt, gene­rell und beson­ders auch hin­sicht­lich der Eucha­ri­stie, die für alle not­wen­dig ist.

            Viel­leicht habe ich mich zu kom­pli­ziert aus­ge­drückt, aber ich habe Ihre Fra­ge beant­wor­tet:
            Gera­de weil die Kir­che hier ja nichts schul­dig geblie­ben ist, kann sich F. nur auf aktu­el­le Debat­ten zum Sakra­men­ten­emp­fang bezie­hen. da er sich auf eine heu­ti­ge Pra­xis bezieht, kann ansich nur die Pra­xis und v.a. die Leh­re über den Sakra­men­ten­emp­fang gemeint sein, über die seit jahr­zehn­ten weid­lich gestrit­ten wird. Dafür spricht auch die Rede, die Sie zitie­ren oben: „Häu­fig ver­hal­ten wir uns wie Kon­trol­leu­re der Gna­de und nicht wie ihre För­de­rer. Doch die Kir­che ist kei­ne Zoll­sta­ti­on, sie ist das Vater­haus, wo Platz ist für jeden mit sei­nem mühe­vol­len Leben.“

            In der Tat ist vor­aus­set­zungs­los in der Kir­che durch­aus nicht Platz für jeden. Die Kir­che ist nicht das vater­haus für alle ein­fach so.
            Wie beim ver­lo­re­nen Sohn muss eine Umkehr zum Vater­haus statt­fin­den. Wer nicht umkehrt, kann auch nicht dort sein.

            Wem wird real die Kom­mu­ni­on ver­wei­gert? Wenn über­haupt, dann defi­ni­tiv Nicht­ka­tho­li­ken, Anders­gläu­bi­gen, Ungläu­bi­gen und Men­schen im Stand der Tod­sün­de — wobei das mil­lio­nen­fach gebro­chen wird!

            Für mich gibt es nur einen Grund für F., so zu reden: die­sen allen oder eini­gen von ihnen soll der Zugang zur Eucha­ri­stie geöff­net wer­den!

            Sie sind die nun so pola­ri­sie­redn abge­setz­ten „Schwa­chen“. Aus F.s gan­zer Rede geht her­vor, dass er die Treu­en, die immer da waren, für die „Star­ken“ hält, die nicht ein­mal rich­tig gläu­big, son­dern „ste­ril“ sind.

        • Was wäre schlim­mer — ein Lehr­amt, wel­ches fal­sche Leh­re bei so vie­len sug­ge­riert, die auf­grund des übli­chen, kata­stro­phal-defi­zi­tä­ren „Reli­gi­ons­un­ter­richts“ (incl. Pre­dig­ten, ‚Kom­mu­ni­on­un­ter­richt‘ usw.) fast gar nicht dar­um her­um­kom­men, das miß­zu­ver­ste­hen, was man bei hin­rei­chen­dem theo­log. Hin­ter­grund und eini­gem Nach­den­ken vlt. (so gera­de noch) im recht­gläu­bi­gen Sin­ne inter­pre­tie­ren kann; oder ein Lehr­amt, was ‚mani­fe­ste Häre­si­en‘ vor­legt, die so krass bzw. offen­sicht­lich sind, daß man sie nun wirk­lich nicht mehr „weg­dis­ku­tie­ren“ kann?

          • Ist mir schon so oft auf­ge­fal­len, dau­ernd unter­schlägt er die Vor­aus­set­zun­gen, die not­wen­di­gen Bedin­gun­gen, unter wel­chen ein ‚Satz‘ gilt. Seit VII nei­gen lehr­amt­li­che Tex­te dazu, äußerst schwam­mig, unklar und „gefühls­du­se­lig“ zu sein; in der Mathe­ma­tik ist ein Satz wert­los, wenn man nicht exakt die Vor­aus­set­zun­gen angibt, unter denen er gilt, bzw. gehö­ren die Vor­aus­set­zun­gen zu dem Satz DAZU. — Glau­be fast, man soll­te als Pro­pä­deu­ti­kum vor dem eigent­li­chen Theo­lo­gie-Stu­di­um drin­gendst so etwas wie eine ‚Ein­füh­rung in Aus­sa­gen­lo­gik und mathe­ma­tisch-exak­tes Den­ken‘ oder so ein­füh­ren; dar­an hapert’s (und nicht nur in der zeit­ge­nös­si­schen Theo­lo­gie …), scheint mir.

          • Aus­ge­zeich­net, GW, Sie sagen, was mir auf dem Her­zen liegt und woge­gen ich „wet­te­re“.
            Auch wenn mir vie­le unter­stel­len, ich woll­te den armen F. nicht ver­ste­hen und all den Unsinn — ich lese ein­fach nur, was er von sich gibt oder was ande­re von sich geben. Ent­ge­gen der Schulz-von-Thun-Irr­leh­re soll­te man stets erst mal den Sach­in­halt einer Bot­schaft lesen.

            Zu ihrer Fra­ge: der Papst wird einen Teu­fel tun und eine for­mel­le Häre­sie ver­kün­den — denn dann ist er in der Fal­le.
            Er wird sich im Grau­be­reich der mate­ri­el­len Häre­si­en bewe­gen, um damit den größ­ten Glau­bens­ab­fall aller Zeit von oben run­ter ein­zu­füh­ren. Das ist für mich das ABC der Kriegs­füh­rung, die das nahe­legt.
            Wenn ich die Kir­che zer­stö­ren woll­te, wür­de ich kaum hin­ge­hen und sagen: So lie­be Leu­te, ich will die Kir­che zer­stö­ren und fan­ge jetzt erst mal mit der Ver­kün­di­gung einer for­mel­len Häre­sie an…

          • @zeitschnur
            „Häu­fig ver­hal­ten wir uns wie Kon­trol­leu­re der Gna­de und nicht wie ihre För­de­rer. Doch die Kir­che ist kei­ne Zoll­sta­ti­on, sie ist das Vater­haus, wo Platz ist für jeden mit sei­nem mühe­vol­len Leben.“
            Wenn ein Beicht­va­ter nicht mehr unter­schei­den darf, da er ja kein Kon­trol­leur sein darf, son­dern jeden los­spre­chen muß, dann wird das Beichtsa­kra­ment ad absur­dum geführt. Wie wür­de der Papst dann über P.Pio oder den hl. Pfar­rer von Ars den­ken, die gele­gent­lich den Pöni­ten­ten weg­ge­schickt haben, wenn die Reue nicht echt war. Waren das Kon­trol­leu­re der Gna­de? Mit sol­chen nega­ti­ven Begrif­fen wer­den die Prie­ster heu­te ver­un­si­chert. Jeder, der die Los­spre­chung ver­wei­gert ein Kon­trol­leur der Gna­de???

  12. Ich schrei­be es noch ein­mal, macht euch kei­ne Sor­gen! Unser Papst hat alles im Griff. Er weiss genau, was er tut. Er will kei­ne Ober­be­fehls­ha­ber, wel­che mit dem Fin­ger auf die Sün­der zei­gen son­dern barm­her­zi­ge Prie­ster. Gott rich­tet und nicht die Kir­che! WIR brau­chen kei­ne Kir­che der Ein­schüch­te­rung mehr. Die Kir­chen sol­len für alle, wel­che Gott suchen offen ste­hen. M.S. hat das rich­tig inter­pre­tiert. Schluss­end­lich geht es um „WIR sind Kir­che“. D.h., in Zukunft wünscht sich der Papst eine GEMEINSAM (dezen­tra­li­sier­te) geführ­te Kir­che. Er will kei­ne Dik­ta­tur mehr! Die hat­ten wir für 2000 Jah­ren. Wer weiss, viel­leicht über­nimmt er etwas vom Schwei­zer­sy­stem mit den Kan­to­nen. Da hat es sicher auch Kom­po­nen­te von Luther drin. Wir hat­ten das Jahr des Glau­bens. Jetzt will er glau­be ich, das Jahr der Lie­be ein­be­ru­fen. Das ist nicht so ein­fach wie man sieht…

    • Was soll denn das Gere­de von der Kir­che der „Ein­schüch­te­rung“ ? Dik­ta­tur ? Das geht doch an den rea­li­tä­ten rest­los vor­bei. Die Kir­che steht im Begriff der feind­li­chen Über­nah­me, um es ein­mal wirt­schaft­lich aus­zu­drücken. Fran­zis­kus ist mei­nes Ermes­sens unfä­hig oder ein wis­sent­li­cher Zer­stö­rer.

    • Die Kir­che war weder eine Dik­ta­tur noch ein Ein­schüch­te­rungs­in­sti­tut oder Trup­pen­übungs­platz. Sie haben da was ver­wech­selt. Lesen Sie doch ein­fach mal die­ses mar­tia­li­sche Schrei­ben F.s! Kaum ein Gedan­ken­gang kommt ohne pola­ri­sie­ren­de Nega­tio­nen aus.
      Das Gericht ist der Kir­che aber von Jesus selbst anver­traut wor­den. Zu die­sem Behu­fe ein­fach mal Bibellesen: Was ihr bin­det ist gebun­den. Was ihr löst ist gelöst. Wem ihr ver­gebt, dem ist ver­ge­ben. Wem nicht, dem nicht.
      Des­halb ist die Beich­te ein „klei­nes Gericht“ mit Los­spre­chung.

      Sie soll­ten sich Sor­gen machen, der Füh­rer hat nicht alles im Griff… Mit sei­ner fast teuf­li­schen Pola­ri­sie­re­rei wird er es schaf­fen, die Kir­che zu spal­ten. War­ten wir es ab…

      Wie sag­te mein Bru­der bei sol­chen State­ments wie dem Ihren immer so ger­ne: „Dream on…“
      Das seit Jahr­zehn­ten zer­bre­chen­de Wahn­ge­bil­de, das F. nun zur Voll­endung füh­ren will, hat kei­ner­lei Zukunft wie damals der Tem­pel. In weni­gen Jah­ren wird auch hier kein Stein mehr auf dem ande­ren sein. Über­le­ben wird ledig­lich die katho­li­sche Kir­che, wie sie immer war.

      Ich bit­te Sie, die­ses Schrei­ben ein­fach mal zu lesen und dann eine Bibel zur Hand zu neh­men. Oder die Text­zeug­nis­se ver­schie­de­ner Hei­li­ger.

      Sie wer­den erken­nen müs­sen, dass das, was die­ser Mann macht, mit der katho­li­schen Reli­gi­on, wie sie fast 2000 Jah­re lang war, nichts zu tun hat. Andern­falls wären die ver­gan­ge­nen 1900 Jah­re Kir­che ein Irr­tum gewe­sen.
      Wenn man sich als Katho­lik zwi­schen dem Kon­zil und der Zeit bis F. und der Kir­che bis 1965 ent­schei­den muss: die Wahr­heit dürf­te allei­ne schon aus sta­ti­sti­scher Plau­si­bi­li­tät nicht in der kur­zen Wahn­pha­se seit 1965 lie­gen.
      Im übri­gen muss man ja nicht katho­lisch sein.
      Die Ener­gie, die hin­ein­ge­steckt wird, die Kir­che von innen zu zer­set­zen kann ich nur dem „myste­ri­um ini­qui­ta­tis“ zuschrei­ben.

      • Es gibt in dem ewig lan­gen Schrei­ben exakt einen Abschnitt der okay ist, das ist Nr 213 die Pas­sa­ge über die Abtrei­bung. Dann gibt es noch 5 Abschnit­te die teil­wei­se gut sind, z,.B der wo der Papst die Hexen­jagd die Gläu­bi­ge mit­ein­an­der ver­an­stal­ten gei­ßelt Nr 100.
        Davon abge­se­hen wider­spricht sich in der Exho­ra­ti­on der Papst bestän­dig sel­ber und man sucht ver­geb­lich den logisch strin­gen­ten roten Faden.
        Ich glau­be übri­gens nicht das es die Absicht des Pap­stes Fran­zis­kus ist die Kir­che zu zer­stö­ren, er hat nur kei­nen Zugang zu den Sakra­men­ten so wie Heer­scha­ren von Prie­stern und Gläu­bi­gen.
        Wahr­haf­tig da wo Petrus steht, da steht auch die Kir­che.
        Oder anders aus­ge­drückt, wir haben den Papst den wir ver­dient haben und das kann nur in der Kata­stro­phe enden!

        • Das glau­be ich aber doch… Viel­leicht nicht in dem Sin­ne, dass er sagen wür­de: ich will die wah­re Kir­che zer­stö­ren!
          Aber Sie ken­nen sicher auch in sich den Impuls, dass man das Wah­re erkennt und hef­tig abwehrt (jeder kennt das!).
          Muster: „Ich will nicht, dass die­ser (Jesus) Herr über mich ist.
          Das ist der natür­li­che Impuls im gefal­le­nen Men­schen.
          Dem ent­rinnt man nur durch immer wie­der erneu­er­te deut­li­che Absa­ge an den Dia­bo­lus, der die­sen Impuls in uns för­dern will. Nein ich will das nicht — ich will, dass Jesus ohne Abstri­che der Herr über mich sei! Die­sen Satz aus tief­ster See­le muss jeder spre­chen. Immer wie­der. Ich habe nicht den Ein­druck, dass F. das tut.
          F. reagiert unab­läs­sig aus sol­chen Abwehr-Impul­sen her­aus, und ich spü­re, wie sie sich schon so in ihm ver­fe­st­eigt haben, dass die Erin­ne­rung an die Wahr­heit auch in ihm nur noch müh­se­lig zu erken­nen ist, so ver­blasst ist sie.
          Es gibt ein Ver­stockt­sein im „Nicht­wol­len“ — aber das hat den­noch als Vor­lauf eine wil­lent­li­che und immer wie­der­hol­te Ent­schei­dung. F. wie­der­holt seit Jahr­zehn­ten den immer glei­chen Schrott und ver­fe­stigt sich dar­in immer mehr. Mir sind die Augen dar­über auf­ge­gan­gen, als ich sei­ne Bücher ange­fan­gen habe zu lesen aus der Zeit als Erz­bi­schof von Bue­nos Aires.
          Sie haben schon recht: ein Schwät­zer aller­er­ster Sah­ne. Kla­re Gedan­ken wird man bei ihm ver­geb­lich erwar­ten. Das ist kei­ne Fra­ge der Bil­dung, son­dern der Auf­rich­tig­keit.

          • Ich woll­te ein­fach dar­auf hin­aus, dass der Bischof von Rom sicher nicht die bewuss­te Absicht hat, die Kir­che zu zer­stö­ren.
            Bei from­men alten Leu­ten im Bis­tum Frei­burg kur­siert fol­gen­de Anek­do­te über den Bischof Her­mann Schäu­fe­le:
            Bischof Schäu­fe­le war von den nach­kon­zi­lia­ren Spe­renz­chen gar nicht ange­tan und hat das wohl oft ver­bal auch gesagt. Man ant­wor­te­tet ihm dann immer mit „Aber Emi­nenz, die mei­nen es doch gut“ und Schäu­fe­le muss dann im tief­sten schwarz­wäl­der Dia­lekt gesagt haben „Aber das wäre ja noch schlim­mer, wenn die es schlecht mei­nen wür­den“

            Es ist völ­lig klar, dass der Bischof von Rom sich ungern Gedan­ken macht und ein Welt­bild hat, dass so gar nicht zu sei­nem Image passt.

            Will hie­ßen, der Bischof von Rom wird ja gehan­delt als einer, der mit den Leu­ten kann, beson­ders mit den klei­nen Leu­ten, der kei­ne Berüh­rungs­äng­ste hat und weiß was Sache ist.
            Nichts von all dem lässt sich aus der Enzy­kli­ka spü­ren, die Rhe­to­rik über die macht­fi­xier­ten Prie­ster, der Beicht­stuhl als Fol­ter­kam­mer u.ä. , stammt aus nach­kon­zi­lia­rer Kampf­rhe­to­rik und trifft bestimmt nicht das Bedürf­nis armer Leu­te, die näm­lich ein­fach Trost zuge­spro­chen krie­gen wol­len und zwar exakt von jeman­dem, der eben dar­in auch glaub­wür­dig ist und nicht genau­so unsi­cher und gebeu­telt wie man sel­ber.
            Halt erwar­tet man von der Kir­che und nicht Blät­ter im Wind.

            Um es abzu­kür­zen, das gan­ze Schrei­ben atmet kei­ner­lei Tran­szen­denz, kei­ner­lei Wis­sen um Gott, son­dern plat­te Inner­welt­ich­keit.
            Rich­tig ist, dass die Kir­che Platz und Auf­ga­be in der Welt hat, aber eben immer unter der Prä­mis­se, dass die Gestalt die­ser Welt ver­geht und man sich abmü­hen soll um die Spei­se die nicht ver­geht, um die Schät­ze die nicht ver­ro­sten und, so man denn wel­ches hat, sich Freun­de machen soll mit dem unge­rech­ten Mam­mon.

            Um aber wie­der auf den Aus­gang zurück­zu­kom­men, ich den­ke wie, gesagt der Bischof von Rom gehört zu denen die es halt „gut mei­nen“. Die Fol­gen des rei­nen Guten Mei­nens, die sehen wir seit Jahr­zehn­ten.

            Von Chri­stus soll er erzäh­len und kei­ne Mär­chen aus der Mot­ten­ki­ste der Befrei­ungs­theo­lo­gie!

        • Fran­zis­kus ist schlicht über­for­dert. Er war ja auch die drit­te Wahl, wenn man den Berich­ten Glau­ben schen­ken darf. Ihm fehlt im gegen­satz zu sei­nen Vor­gän­gern die umfas­sen­de Glau­bens­kennt­nis und im Gegen­satz zu Johan­nes Pau­lus II die Kennt­nis vom Kom­mu­nis­mus. Er ist eine Man­gel­be­set­zung, die zur gei­sti­gen ver­ar­mung der Kir­che führt.

          • Ja, das will er ja auch: eine Kir­che der „Armen“, und die Welt jubelt und wird rei­cher und fet­ter. Gut, wenn dann v.a. der geist­li­che Reich­tum weg­schmilzt wie But­ter im Back­ofen.

        • Der Papst macht zu allem und jenem Aus­füh­run­gen, dann will er dele­gie­ren. Kommt mir vor, wie einst bei den Grü­nen, wo die Basis das Sagen hat­te, nach­dem in End­los­pa­pie­ren alles fest­ge­zupft war, was Fischer dann doch anders mach­te.

    • @Amen
      Wenn Leu­te den Papst als „hal­ben Luther“ wahr­neh­men, dann soll­ten bei uns die Alarm­glocken läu­ten. Wenn Sie sagen, wir hät­ten 2000 Jah­re Dik­ta­tur gehabt, dann wis­sen Sie nicht, was eine Dik­ta­tur ist. Waren Sie mal im Gebir­ge unter­wegs in einer Grup­pe? Wür­den Sie den Mann vor­ne­dran, der die Rich­tung vor­gibt und die Grup­pe zusam­men­hält, auch als Dik­ta­tor bezeich­nen? Den­ken Sie mal nach. Das Papst­tum hat über 2000 Jah­re die Kath. Kir­che zusam­men­ge­hal­ten, ohne den Papst fällt die Kir­che aus­ein­an­der in tau­send Tei­le. Oder was mei­nen Sie, war­um es bei den Pro­te­stan­ten, die kei­nen Papst aner­ken­nen, so vie­le Teil­kir­chen und Auf­split­te­run­gen gibt?

  13. Wer ist der Herr der Kir­che ? Da wir dies wis­sen, wis­sen wir auch, dass die Kir­che letzt­end­lich nicht zer­stört wer­den kann. Das darf uns aber nicht davon abhal­ten, das zu tun, was erfor­der­lich ist. Die­ser Papst tut der Kir­che nicht gut.

  14. Bis jetzt hat Fran­zis­kus noch nichts kon­kre­tes durch­ge­setzt, die mei­sten sei­ner Ankün­di­gun­gen sind nur gro­be Rich­tungs­an­ga­ben.
    Sei­ne Kapi­ta­lis­mus­kri­tik rich­tet sich nur gegen die schlech­te­sten Aus­wüch­se, bei der Beur­tei­lung sei­ner Aus­sa­ge ver­ges­sen die mei­sten das nicht auf der gan­zen Welt euro­päi­sche Ver­hält­nis­se herr­schen, als Stich­wort schrei­be ich nur Ban­gla­desch.

    Hier im Kom­men­tar­be­reich hat Ton und Auf­tre­ten schon hef­ti­ge Able­hung her­vor­ge­ru­fen, jetzt gibt er die Rich­tung sei­ne Pon­ti­fi­kats an und schon sehen vie­le die Zer­stö­rung der Kir­che ein­ge­läu­tet.
    Wenn Fran­zis­kus eine hand­fe­ste Ände­rung durch­führt, wie eine Ände­rung im Kir­chen­recht, bleibt für hef­ti­gen Kri­ti­ker eigent­lich nur noch eine Abspal­tung oder der Sturz des Pap­stes, weil noch hef­ti­ge­re Kri­tik, als den Vor­wurf der Zer­stö­rung der Kir­che ist gar nicht mög­lich.

    Ich bezweif­le aber das es so weit kommt, dazu dürf­te das Gott­ver­trau­en der hef­ti­gen Kri­ti­ker zu gering sein, sonst wür­den sie sich nicht immer bis zum Vor­wurf der Kir­chen­zer­stö­rung stei­gern.

    • In Ban­gla­desch spie­len vie­le Fak­to­ren eine Rol­le. Ein Bekann­ter, der von dort stammt, erzähl­te mir von dem stän­di­gen Regen mehr­mals am Tag, in der Nacht, Über­schwem­mun­gen usw. Übri­gens, Ban­gla­deschs Wirt­schaft war geprägt von zu vie­len Staats­be­trie­ben, neu­er­dings wird eine Pri­va­ti­sie­rung ver­sucht. Der böse Kapi­ta­lis­mus ist da ganz schön unschul­dig. Fran­zis­kus hängt wohl dem in Argen­ti­ni­en immer noch oder wie­der herr­schen­den Pero­nis­mus nach, der das Land vom staats­bank­rott aber nicht bewah­ren konn­te. die Markt­wirt­schaft hat vie­len Län­dern einen unge­ahn­ten auf­schwung gebracht, in Ost­eu­ro­pa zei­gen sich auch vie­le Ver­bes­se­run­gen gera­de im Land des Vor­vor­gän­gers Ber­dogli­os.

      • Kapi­ta­lis­mus und Markt­wirt­schaft sind zwei ver­schie­de­ne Din­ge. Das Ziel des Kapi­ta­li­sten ist es sein Kapi­tal zu ver­meh­ren, ob er nun Teil des Staa­tes ist oder nicht spielt kei­ne Rol­le.
        Die Prä­gung der Tex­til­wirt­schaft durch Staats­be­trie­be beschränkt sich auf die 70er Jah­re, schon 1982 wur­de der Groß­teil der Tex­til­un­ter­neh­men pri­vat­siert.
        Wie­so Regen bei einem bren­nen­den Gebäu­de ein Pro­blem sein soll­te ver­ste­he ich nicht, ins­be­son­de­re dann, wenn die Zahl der Opfer durch von innen ver­sperr­te Not­aus­gän­ge erhöht wur­de.
        Wie bei allen unge­ahn­ten Auf­schwün­gen, muss man beden­ken das sie nicht ewig dau­ern und das ein Abschwung im Kapi­ta­lis­mus zu Nor­ma­li­tät gehört. Ein kapi­ta­li­sti­sches Unter­neh­men in einer Regi­on ist nur zu hal­ten, wenn der Kapi­ta­list kei­ne Regi­on mit nied­ri­ge­ren Löh­nen fin­det.

    • So so, nach Ihrer Mei­nung soll man also war­ten, bis der Kuchen gebacken ist, auch wenn das Rezept selbst schon des­sen Gif­tig­keit ver­rät. Was ist das für eine Logik!? Mit sol­cher­lei Hin­hal­te- und Ver­trö­stungs­tak­tik hat man die Abbruch­ar­beit der ver­gan­ge­nen 50 Jah­re bereits erfolg­reich bemän­telt, deren bit­te­re Früch­te wir jetzt ern­ten. Nur ein Bei­spiel: Die For­de­rung nach Zulas­sung wie­der­ver­hei­ra­tet Geschie­de­ner zur Kom­mu­ni­on ist die logi­sche Kon­se­quenz aus der Ein­fü­hung der Steh-und Hand­kom­mu­ni­on. Wie­so? Weil durch die Steh-und Hand­kom­mu­ni­on das fal­sche Bewusst­sein geweckt wur­de, dass die­se Hostie etwas ist, was ich mir neh­men kann, etwas, was dem auf­recht vor Gott ste­hen­den Chri­sten zukommt, wor­auf er ein Anrecht hat. Gott wird zum Dienst­lei­ster und Wohl­fühl­fak­tor degra­diert und ent­hei­ligt. Der Mensch selbst setzt sich auf den Rich­ter­thron und ent­sün­digt sich. Mehr Blas­phe­mie hat es noch nicht gege­ben. Die­se zweit­va­ti­ka­ni­sche Kir­che ist voll­stän­dig vom Glau­ben abge­fal­len und Schuld dar­an haben auch die, die sich in den ver­gan­ge­nen 50 Jah­ren wie­der bes­se­ren Wis­sens mit die­ser Abbruch­ar­beit arran­giert haben. Der Weg kom­pro­miss­lo­ser Ver­wei­ge­rung, so wie ihn Mar­cel Lef­eb­v­re ein­ge­schla­gen hat, war der ein­zig rich­ti­ge, wie sich nun mehr tag­täg­lich neu her­aus­stellt. Er hat das fal­sche Rezept des Zwei­ten Vati­ka­nums recht­zei­tig erkannt, davor gewarnt und die not­wen­di­gen Kon­se­quen­zen mutig gezo­gen. Er ist uns heu­ti­gen so zum Fels in der Bran­dung gewor­den und er wird zum Stern, der uns den rech­ten Weg vor­gibt. Er leuch­tet umso hel­ler, je mehr die Ver­wir­rung zunimmt!

      • Das Rezept ist eben nicht bekannt, also kann man auch nicht beur­tei­len was für ein Kuchen gebacken wird. Aus der grob vor­ge­ge­be­nen Geschmacks­rich­tung kann man weder alle Zuta­ten noch deren Dosie­rung ablei­ten.

        Durch die Steh-und Hand­kom­mu­ni­on wird kein fal­sches Bewusst­sein geweckt, schließ­lich nimmt der Christ eine ihm direkt und per­sön­lich dar­ge­bo­te­ne Hostie an, dadurch wird aus einer Hostie nichts was man sich ein­fach so neh­men kann.

        Der kom­pro­miss­lo­se Weg von Lef­eb­v­re ist eine Mög­lich­keit, aber es geht mir nicht um Lef­eb­v­re, son­dern um die hef­ti­gen Kri­ti­ker hier, die bis jetzt nur lamen­tie­ren, ob sie auch so kom­pro­miss­los sein wer­den muss sich noch zei­gen.

        • Natür­lich wird nach der zweit­va­ti­ka­ni­schen Übung die Hoste genom­men und in den Mund getan. Die Über­ga­be erfolgt zumal auch häu­fig durch Lai­en, sog. Kom­mu­ni­on­hel­fer (mei­stens Damen).
          Nicht ein­mal die Gebets­rich­tung des Prie­sters stimmt.
          Miß­stän­de dür­fen doch wohl noch beklagt wer­den. Fran­zis­kus selbst ruft ja auch zur Kri­tik auf.

  15. Der im Ein­gang erwähn­te Begriff der PROMULGATION ist hier nicht anzu­wen­den. P. betrifft Geset­ze etc. Die­se Aus­füh­run­gen des Pap­stes sind kei­ne Geset­ze.
    Hin­weis im Übri­gen:
    Apo­sto­li­sche Kon­sti­tu­ti­on zur Pro­mul­ga­ti­on vom 1989.

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