Wiederverheiratet-Geschiedene: was auf dem Spiel steht Teil II: Zu einer alternativen Sicht des Problemhintergrunds

von Klaus Obenau­er

Vorwort

Mei­ne jüngst hier ver­öf­fent­lich­ten theo­lo­gi­schen Ein­las­sun­gen zum The­ma sind, für sich genom­men, doch sehr geeig­net, den Ein­druck einer kal­ten, wenn nicht zyni­schen Sach­lich­keit zu hin­ter­las­sen. Es ist dies einer­seits die Kehr­sei­te des Bemü­hens, auf dem Boden der gel­ten­den Dok­trin, der ich mich ver­pflich­tet weiß (um sie als irre­forma­bel ein­zu­stu­fen), in argu­men­ta­ti­ver Strin­genz (so gut es frei­lich ad hoc geht) der geg­ne­ri­schen Posi­ti­on nach­zu­wei­sen, daß sie auf töner­nen Füßen steht. Aber das soll nicht alles sein. Es wäre fatal, wenn der Ein­druck ent­stün­de, es wür­de ver­sucht, ein gan­zes Arse­nal von Argu­men­ten auf­zu­bie­ten, nur um recht zu behal­ten, mit dem Preis oder gar Ziel, daß eine bestimm­te Per­so­nen­grup­pe in der Kir­che in der Mar­gi­na­li­sie­rung blei­ben muß. Des­halb nach­ste­hend ein Ver­such, sich dem The­ma noch etwas ver­tief­ter, sozu­sa­gen geist­li­cher anzu­nä­hern.

Hintergrund I: Allgemeine Umkehrbedürftigkeit

Der Ein­druck eines Zynis­mus hat damit zu tun, daß man die Dis­kus­si­on um die Sakra­men­ten­pa­sto­ral in bezug auf Wie­der­ver­hei­ra­tet-Geschie­de­ne ent­kon­tex­tua­li­siert. Und so muß der­je­ni­ge, der den For­de­run­gen nach „Reform“ ent­ge­gen­hal­ten will, fast zwangs­läu­fig als jener wahr­ge­nom­men wer­den, der zynisch dafür plä­diert, daß für eine Per­so­nen­grup­pe, die unter ihrer Mar­gi­na­li­sie­rung lei­det, alles beim Alten bleibt. – Dabei ist jedoch eine Hin­ter­grund­fra­ge viru­lent, die uns alle betrifft, näm­lich die nach der Umkehr, nach dem Preis kon­se­quen­ter Umkehr. Die Wie­der­ver­hei­ra­te­ten haben sozu­sa­gen nur das Pech, daß der Preis ihrer Umkehr, der die erneu­te Zulas­sung zu den Sakra­men­ten erlau­ben wür­de wie nach sich zie­hen müß­te, öffent­lich greif­bar gewor­den ist: von der Zweit­ehe wäre zu las­sen, zumin­dest als geleb­ter Geschlechts­ge­mein­schaft.

Umkehr, Buße hat jedoch immer, je ein­schnei­den­der sie sein muß (und sie muß es nicht immer in glei­chem Maße), um so mehr damit zu tun, daß von etwas zu las­sen ist. Und bis­wei­len kann dies sehr in die Lebens­füh­rung ein­grei­fen; auch wenn das Ver­ge­hen, das Beschrei­ten des fal­schen Weges nie öffent­lich gewor­den ist. Kon­kre­tes Bei­spiel: Was macht ein Leh­rer, der, obwohl anschei­nend im Recht, aus einer Ani­mo­si­tät her­aus mit einer gra­vie­ren­den Fehl­be­ur­tei­lung einem Schü­ler den gan­zen Lebens­weg „ver­saut“ hat (um durch sei­nen Beruf eine Fami­lie zu ernäh­ren)? Oder: Ein Jour­na­list wird für sei­ne gründ­li­che Recher­che gelobt – und dabei hat er in Wahr­heit fahr­läs­sig inve­sti­giert und in Fol­ge davon eine Exi­stenz kaputt­ge­schrie­ben. Hier ist das berühm­te Pro­blem der Resti­tu­ti­on berührt. Als kon­kret rea­li­sier­te Reue (ohne wel­che Rea­li­sie­rung die Reue kei­ne ist) ist sie wie jedes ein­schnei­den­de Las­sen vom Bösen das viel­leicht Schwie­rig­ste am Buß­sa­kra­ment (zu dem ja kon­sti­tu­tiv die Reue als „Qua­si-Mate­rie“ gehört). Von daher könn­te die Beicht­kri­se viel­leicht doch zutiefst eine Kri­se der Reue sein; denn die Insti­tu­ti­on der Beich­te hat es an sich, daß man, wenn man ehr­lich sein will, sehr kon­kret wer­den muß; ent­spre­chend hat man sich auch den Anfor­de­run­gen kon­kre­ter Reue zu stel­len. Und da die „moder­nen Lebens­ver­hält­nis­se“ es sehr nahe­le­gen, sog. Kom­pro­mis­se ein­zu­ge­hen, fau­le Kom­pro­mis­se, die auf dem Gewis­sen lasten, …

Also, mehr oder weni­ger inten­siv und weit­tra­gend: das Pro­blem betrifft uns alle; wohl nicht all­zu vie­le von uns haben noch kei­nen grö­ße­ren Scha­den ange­rich­tet. Wie gesagt: Das ein­zi­ge Pech der Wie­der­ver­hei­ra­tet-Geschie­den ist, daß der Scha­den ihres Treue­bruchs öffent­lich und regel­recht insti­tu­tio­na­li­siert ist (so daß auch der Rück­zug ent­schie­den schwe­rer fällt). Von daher hat ein auf­rich­ti­ger Umgang mit dem Pro­blem anzu­set­zen bei der all­ge­mei­nen Umkehr­be­dürf­tig­keit, die ins Bewußt­sein zu rufen ist und über die der je ein­zel­ne sich Rechen­schaft zu geben hat. Und sie muß gera­de als dring­lich und indis­pensa­bel begrif­fen wer­den (nicht: „wir sind ja sowie­so alle“; „und wenn wir sowie­so alle …“). – Es sind zwei Sor­ten von Pha­ri­sä­er­tum, die dabei zu mei­den, ja zu fürch­ten sind:

  • die sozu­sa­gen klas­si­sche Vari­an­te; das wäre hier die mora­li­sche Selbst­sta­bi­li­sie­rung durch das Bewußt­sein, daß man sel­ber ja kein öffent­li­cher Sün­der ist;
  • die raf­fi­niert-moder­ne, die etwa so denkt: wenn ich libe­ral über die ein­schlä­gi­gen Fall­grup­pen den­ke, dann darf ich auch zu mir sel­ber etwas groß­zü­gi­ger sein (ich „zah­le“, indem ich mei­ne Selbst­dis­pens groß­zü­gig auf die ande­ren aus­wei­te); und zugleich ent­schä­digt man sich noch ein­mal für sei­ne Groß­zü­gig­keit damit, daß man sich erha­ben dünkt über die schein­hei­li­gen Rigo­ri­sten, denen ja schon unser Herr und Hei­land ordent­lich die Levi­ten gele­sen hat. Und viel­leicht hät­te ja auch so man­cher als libe­ral beleu­mun­de­te Pfarr­herr Grund zur Rechen­schaft dar­über, was ihn war­um mit die­ser Kate­go­rie nume­ro zwo ver­bin­det.

Es soll hier nicht her­um­ge­pre­digt sein; viel­mehr bin ich der festen Über­zeu­gung, daß die Sache einen ganz ande­ren Anstrich bekommt, wenn die­se Hin­ter­grün­de auf­ge­deckt wer­den und wir uns ihnen stel­len. Und viel­leicht wird da auch so man­ches heh­re Motiv zugun­sten einer groß­zü­gi­ge­ren Pra­xis frag­wür­dig.

Hintergrund II: Privatisierung des Geistlichen

Ein wei­te­res Hin­ter­grund­pro­blem, des­sen Fokus­sie­rung einen Schlüs­sel zur Ent­schär­fung in die Hand geben mag, ist die Pri­va­ti­sie­rung des Geist­li­chen. Die christ­li­che Gemein­de und der ein­zel­ne in ihr haben inzwi­schen so gut wie kei­nen Sen­sus, kein geist­li­ches Gespür mehr dafür, daß die­se Pri­va­ti­sie­rung ein Unding ist, daß es halt nicht „jeder­manns Sache“ ist, wie er oder sie es damit hält, ob er oder sie in den Lebens­ver­hält­nis­sen mit Got­tes Gebot und den Wei­sun­gen der Kir­che im rei­nen ist oder nicht. „Wenn ein Glied lei­det, lei­den alle Glie­der mit“ (1 Kor 12,26): die­ser Satz des hei­li­gen Pau­lus hat so gut wie kei­nen Sitz im Leben bei uns. Und er gilt gera­de auch vom geist­li­chen Gebre­chen der Glie­der. Natür­lich kann dies nicht hei­ßen, daß wir die bür­ger­li­che Dis­kre­ti­on auf­ge­ben, ein schie­res Unding. Aber es heißt: es reicht nicht, daß ich mit mir im rei­nen bin; daß die ande­ren es nicht sind, soll­te auch je mir unter den Nägeln bren­nen, und zwar um so mehr, als sich jemand dem Her­zen der Gemein­de zuge­hö­rig weiß. Zu äußern hat sich dies z.B. im Gebets­le­ben, auch im öffent­li­chen (gemein­schaft­li­cher Rosen­kranz etc.). Und es muß, auf der Ebe­ne der Pfar­rei und wohl noch mehr dar­über hin­aus (Deka­nat, Diö­ze­se), ein ent­spre­chen­des Ange­bot kon­kret greif­bar wer­den; ein Ange­bot, dabei unter­stützt zu wer­den, den Aus­weg zu fin­den: „Sie sind in einer kirch­lich-irre­gu­lä­ren Lebens­si­tua­ti­on und wol­len den Aus­stieg? – Wir unter­stüt­zen Sie dabei.“ Natür­lich ist das, ein­fach so dahin­ge­schrie­ben, Bla-bla, wenn man so will. Der Ein­druck wohl­fei­len Postu­lie­rens ver­flüch­tigt sich aber doch rasch, wenn man in Gedan­ken das Sze­na­rio durch­spielt, man woll­te so etwas auf einer Diö­ze­san­ver­samm­lung o.ä. vor­schla­gen. Und da drängt sich als­bald die Fra­ge auf: Was ist der Grund, daß man sol­che oder ähn­li­che Vor­schlä­ge für ent­le­gen erach­tet und statt des­sen für die offe­ne Kir­che plä­diert, in der auch die „gebro­che­nen Bio­gra­phien“ auf­ge­ho­ben sind? – Jeden­falls scheint hier so eine Art geist­li­cher Bour­geoi­sis­mus am Werk, der, ganz par­al­lel zum oben ange­spro­che­nen Pha­ri­säis­mus, in zwei Vari­an­ten auf­tritt: in der kon­ser­va­tiv-bür­ger­li­chen, wonach man sich damit begnügt, den­je­ni­gen, die sich in eine irre­gu­lä­re Situa­ti­on gebracht haben, zu atte­stie­ren, daß sie ja „selbst schuld“ sind; und in der des Neo-Bür­ger­tums, wel­ches das Inte­ri­eur der eige­nen Gewis­sens­ent­schei­dung und des eige­nen Lebens­ent­wurfs regel­recht feti­schi­siert: die Kir­che hat da kei­ne Vor­schrif­ten zu machen. – Natür­lich: Die Betrof­fe­nen müß­ten sich auf solch kon­kre­te Hilfs­an­ge­bo­te, die nolens-volens auf eine ein­schnei­den­de Ände­rung der Lebens­ver­hält­nis­se samt Selbst­be­schrän­kung abstel­len, ein­las­sen. Und frei­lich den­ken sehr vie­le gar nicht dar­an. Trotz­dem: Daß der Weg der kon­kre­ten Umkehr ange­peilt wird, dies wird um so rea­li­sti­scher, je rea­li­sti­scher eine aus­ge­streck­te Hand zu kon­kre­ter Hil­fe die­se Alter­na­ti­ve auch vor Augen führt.

Hintergrund III: Geistliche Trägheit

Daß man sich ern­ste Gedan­ken über eine sol­che Ent­pri­va­ti­sie­rung macht und in eins damit dar­über, wie mit Hil­fe tat­kräf­ti­ger Soli­da­ri­tät mit denen, die unter ihrer irre­gu­lä­ren Situa­ti­on lei­den, Abhil­fe geschaf­fen wer­den könn­te, setzt natür­lich geist­li­che Sen­si­bi­li­tät vor­aus. Die Sen­si­bi­li­tät für den Anruf, der von der Unheils­si­tua­ti­on des ande­ren aus­geht. „Unheils­si­tua­ti­on“ im stren­gen Sin­ne des Glau­bens: hier ist ein Leben vor Gott nicht in Ord­nung und wird, nach mensch­li­chem Ermes­sen, gege­be­nen­falls so vor Gott nicht bestehen kön­nen. Und da erneut ein (wohl bes­ser: das) Hin­ter­grund­pro­blem: War­um bren­nen die letz­ten Din­ge so wenig bis gar nicht unter den Nägeln? Got­tes Ehre in der Ret­tung des ver­lo­re­nen Men­schen: wahr­schein­lich ist hier ein wirk­lich fun­da­men­ta­les Ver­sa­gen zu bekla­gen, was sie geist­lich-asze­ti­sche For­mung des Prie­ster­nach­wuch­ses angeht. – Was hier um sich gegrif­fen hat, ist wohl eine schwer laster­haf­te Ver­fas­sung, näm­lich im ganz klas­si­schen Sin­ne der Aci­dia, der geist­li­chen Träg­heit: man kann sich gar nicht mehr dazu auf­raf­fen, das Leben von sei­nem letz­ten Ernst, dem Ernst Got­tes her zu sehen. Das Ent­schie­den-und-ganz-ernst-wol­len-Kön­nen: das ist das Pro­blem, und da muß wohl die Gna­de über­groß wer­den (cf. Röm 5,20).

„Wach­heit“ ist eine Schlüs­sel­vo­ka­bel in Oswald Speng­lers berühm­ter Kul­tur­mor­pho­lo­gie, gera­de unter reli­gi­ons­phä­no­me­no­lo­gi­schem Gesichts­punkt. Ich brau­che nicht zu erläu­tern, daß Speng­ler kein Ge-währs-Mann für uns sein kann. Aber sei­ne reli­gi­ons­phä­no­me­no­lo­gi­schen Beob­ach­tun­gen haben in ihrer gegen den Strich lesen­den Hin­ter­grün­dig­keit auch für uns noch enor­mes zeit­dia­gno­sti­sches Poten­ti­al. Die „Wach­heit“: Damit meint Speng­ler jene reli­giö­se Auf­ge­weckt­heit, die im Stan­de ist, alles unter dem unbe­ding­ten Ernst der letz­ten Wahr­hei­ten und Din­ge zu beur­tei­len; die damit ein­her­ge­hen­de radi­kal-lei­den­schaft­li­che Offen­heit für alle theo­re­ti­schen und prak­ti­schen Fra­gen, die sich dar­an hef­ten. – „Wach­heit“ ist auch eine Schlüs­sel­vo­ka­bel des Neu­en Testa­ments: Mt 25,13parall.: „Wachet also, denn ihr habt kei­ne Kennt­nis des Tages und der Stun­de.“ Oder man den­ke an die Ölbergs­sze­ne. Schließ­lich in der Brief­li­te­ra­tur des NT: „Seid nüch­tern und wacht (1 Petr 5,8).“ – Also: Gera­de gemes­sen am Anfor­de­rungs­pro­fil des NT, ist die Auf-ge-weckt-heit jene Grund­hal­tung, an der sich alles ent­schei­det. Es ist die Ergrif­fen­heit vom Bewußt­sein, daß der Bräu­ti­gam „bald“ kommt. Und daß es gilt, sich bereit zu hal­ten und mög­lichst vie­le mit­zu­neh­men. Und gar kei­ner wird „ein­fach so“ ein­ge­las­sen (vgl. Mt 22,11–14). „Ach­tet aber auf euch, daß nicht viel­leicht eure Her­zen beschwert wer­den in Rausch und Trun­ken­heit und von den Sor­gen die­ses Lebens und jener Tag urplötz­lich euch über­kom­me.“ (Lk 21,34) Die „Sor­gen die­ses Lebens“, die Sor­gen die­ser „Welt­zeit“ / „solli­ci­tu­do sae­cu­li (Mt 13,22). Die geist­lich wirk­sa­me Ent-Säku­la­ri­sie­rung, „Ent-Welt­li­chung“: Das inzwi­schen berühm­te Stich­wort von Papst Bene­dikt, der Kir­che in Deutsch­land auf den Weg gege­ben, ist pro­gram­ma­tisch treff­si­che­rer; zielt es doch mit Bestimmt­heit ab auf ein kon­kre­tes spi­ri­tu­ell-asze­ti­sches Anfor­de­rungs­pro­fil, das zwecks geist­li­cher Frucht­bar­keit wie­der­zu­ge­win­nen unum­gäng­lich ist. Treff­si­che­rer als „Arme Kir­che für die Armen“: Wie näm­lich jüng­ste Ent­wick­lun­gen gera­de in Deutsch­land zei­gen, birgt die­ses Stich­wort die Gefahr in sich, ein sozi­al­ro­man­ti­zi­sti­sches Flu­idum zu erzeu­gen, in dem sich revo­lu­tio­nä­re For­de­run­gen gut unter­brin­gen las­sen. Über die Schwe­ster­phra­se von der „Zuwen­dung zu denen am Ran­de“ etc. bringt man es fer­tig, das Was­ser die­ses „fran­zis­ka-nischen“ Wahl­spruchs auf die Müh­len der libe­ra­len Bür­ger­kir­che in Deutsch­land umzu­lei­ten: Will­kom­men in der Neo-Bour­geoi­sie! (Geschickt gemacht von den Schlau­ber­gern in Frei­burg, muß man schon sagen.)

Hintergrund IV: Progressismus und Leiden an der Endlichkeit

Die Wach­heit als Gegen­mit­tel zum geist­li­chen Schlaf der Aci­dia, der geist­li­chen Träg­heit. Damit ist mir noch ein letz­tes Stich­wort gege­ben. Die For­de­rung nach einer ande­ren Sakra­men­ten­pa­sto­ral für Wie­der­ver­hei­ra­tet-Geschie­de­ne ist ja nicht umsonst ein­ge­bet­tet in die per­ma­nen­te Beschwer­de von einem „Reform­stau“. Da ist der Frust dar­über, daß sich „nichts mehr bewegt“. Und der nächst­lie­gen­de Ansatz dafür, wie­der etwas in Bewe­gung zu brin­gen, wäre eben die Sache mit den Wie­der­ver­hei­ra­te­ten.

Es ist nicht ganz unbe­zeich­nend, daß man dadurch neu­en Fahrt­wind zu erha­schen hofft, daß man (neu­tral gespro­chen) Stan­dards auf­gibt, das Anfor­de­rungs­pro­fil ent­schärft. Schon in die­ser Para­do­xie liegt eine Indi­ka­ti­on für ein wei­te­res und letz­tes Hin­ter­grund­pro­blem, viel­leicht das Pro­blem der Kir­che heu­te. Und so geht sicher vom Erbe unse­rer gro­ßen Ver­gan­gen­heit, wie es sich arti­ku­liert in unzäh­li­gen Glau­bens­sät­zen, Nor­men, Riten, Fröm­mig­keits­for­men etc., der Ein­druck des Schwer­la­sti­gen aus. (Und schon von daher scheint ja der Schluß nahe­zu­lie­gen, es gäl­te „Bal­last abzu­wer­fen“.) Allein: Zum Kern ist man damit noch nicht vor­ge­drun­gen. Was dem Erbe den Anschein des Schwer­la­sti­gen gibt, ist, daß es aus eben end­li­chen Gestal­ten der Ver­mitt­lung besteht, in der die Wirk­lich­keit des sich mit­tei­len­den und offen­ba­ren­den Got­tes an uns her­an­ge­tra­gen ist; tra­gen wir unse­ren Schatz nun ein­mal „in irdi­schen Gefä­ßen“ (2 Kor 4,7). Wir lei­den an der End­lich­keit, wie sie auch für die insti­tu­tio­nel­len Ele­men­te der Kir­che kon­sti­tu­tiv ist, jene Ele­men­te, wie sie vom gött­li­chen Stif­ter für sei­ne Kir­che vor­ge­se­hen sind. Wir müs­sen die ewi­gen Wahr­hei­ten in begrenz­ten Wor­ten sagen; und mehr oder weni­ger sind es immer die­sel­ben end­li­chen Wor­te, kön­nen es nur immer die­sel­ben sein (wie jeder noch so klu­gen „Über­set­zung“ anzu­mer­ken ist). In der Wie­der­ho­lung des­sel­ben End­li­chen liegt jedoch die Gefahr des Über­drus­ses. „Gefahr“: Auf jeden Fall muß es zur Kri­se kom­men, wenn nach der anfäng­li­chen Begei­ste­rung die Dif­fe­renz ins Bewußt­sein tritt, die zwi­schen dem ver­mit­tel­ten Unend­li­chen und der end­li­chen Ver­mitt­lung auf­klafft. Im geist­li­chen Leben des ein­zel­nen ist dies etwa das, was der hl. Johan­nes vom Kreuz als die dunk­le Nacht beschrie­ben hat, die auf ver­schie­de­nen Ebe­nen durch­lebt wird: als Kri­se des Anschau­li­chen und Emo­tio­na­len („dunk­le Nacht der Sin­ne“); und als Kri­se der gei­sti­gen Bezug­nah­me auf Gott selbst (mit­tels von Begrif­fen etc.; „dunk­le Nacht der Gei­stes“). Was wir gegen­wär­tig und schon seit eini­ger Zeit zuneh­mend erle­ben, ist wohl das Erfah­ren solch einer Kri­se auf kol­lek­ti­ver Ebe­ne, wo sie frei­lich ungleich weni­ger das Ver­spre­chen bei sich hat, eben­so gene­rell bestan­den zu wer­den. – Geschichts­theo­lo­gisch ent­spricht dem das alte Pro­blem der Paru­sie­ver­zö­ge­rung (vgl. 2 Petr 3): der Bräu­ti­gam läßt auf sich war­ten (vgl. Mt 25,5). Von daher macht unse­re Kri­se jenes Her­ren­wort im Ohr klin­gen, das nicht umsonst eines der „skep­tisch­sten“ ist: „Aller­dings, des Men­schen Sohn, wenn er kommt: meinst du, er wird auf der Erde (noch) Glau­ben fin­den?“ (Lk 18,8). Klar: Wer als Theo­lo­ge etwas auf sei­ne Nüch­tern­heit hält, wird sich vor Ver­quickun­gen von zeit­dia­gno­sti­schen Erwä­gun­gen mit apo­ka­lyp­ti­schen Spe­ku­la­tio­nen hüten. Aber das zitier­te Her­ren­wort kann Anlaß sein, in der Kri­se der Gegen­wart erneut das Drän­gen wahr­zu­neh­men, das davon aus­geht, daß der Herr wie­der­kom­men muß, „bald“, weil aller­letz­te Zeit ist (gleich, wie lan­ge deren Erstreckung ist). Und dies um so mehr, als Lukas 18,8 gera­de ein Wort für unse­re Zeit ist.

Für die prak­ti­sche Nutz­an­wen­dung: Die Kri­se wird nicht bestan­den, da dia­gno­stisch ver­fehlt, wenn man der Tra­die­rung des unver­äu­ßer­li­chen Erbes (und sei es nur par­ti­ell) untreu wer­den will, um statt des­sen, mehr oder weni­ger offen ein­ge­stan­den, das Alte durch Neu­es zu erset­zen. Man bleibt aber gera­de dar­in einem simp­len Denk­sche­ma der Pro­gres­si­on ver­haf­tet (viel­leicht nicht umsonst in einer gewis­sen Par­al­le­le zum öko­no­mi­schen Wachs­tums­pa­ra­dig­ma): linea­rer Fort­schritt in Theo­rie und Pra­xis – und wenn die­ser zum Ste­hen kommt, muß an den Inhal­ten mani­pu­liert wer­den, weil wir sonst „nicht vor­an­kom­men“. Daß dies sei­ner­seits kein lee­res Pathos eines kon­ser­va­ti­ven Kul­tur­pes­si­mi­sten ist, beweist, daß so gut wie alle Inno­va­ti­ons­ver­su­che in den letz­ten vier­zig bis fünf­zig Jah­ren, wel­che die Inhal­te selbst zur Dis­po­si­ti­on stell­ten, sich als frucht­los erwie­sen haben: teils han­delt es sich um eine Suk­zes­si­on von Ein­tags­flie­gen, teils hat sich die Pro­gres­si­on in Wahr­heit als Regres­si­on erwie­sen (die geist­li­che Spann­kraft hat abge­nom­men: das asze­tisch-mora­li­sche Niveau ist total ver­flacht, die Ver­kün­di­gung banal). – Ich will mir damit nicht anma­ßen, ein gül­ti­ges Sit­ten­ge­mäl­de des gan­zen kirch­li­chen Lebens des letz­ten hal­ben Jahr­hun­derts welt­weit zu skiz­zie­ren. Ich schrei­be nun ein­mal aus der Sicht des Mit­tel­eu­ro­pä­ers, in des­sen Kon­text ein­schlä­gi­ge Reform­for­de­run­gen laut­stark erho­ben wer­den. Und daß wir, schon sprich­wört­lich, mas­si­ve Dege­ne­rie­rungs­er­schei­nun­gen haben, kann nur der Blin­de bestrei­ten. – „Regres­si­on“: Die mei­sten For­de­run­gen, die zum „Kanon der Kri­tik“ (Joseph Ratz­in­ger) gehö­ren, wol­len ja der weit­hin emp­fun­de­nen sexu­el­len Bedürf­tig­keit ent­ge­gen­kom­men oder die sexu­el­le Prä­gung dort negie­ren, wo sie in kon­kre­te Rol­len ein­weist (und so beschnei­det). Mag sein, daß ein hier und dort ste­reo­typ vor­ge­tra­ge­nes Mora­li­sie­ren zusätz­li­chen Über­druß geschaf­fen hat und auch nur eine Sack­gas­se ist. (Aber viel­leicht wäre hier auch ein­mal mehr das Risi­ko eines Selbst­zeug­nis­ses von Geist­li­chen gefragt, die ihren Zöli­bat gelin­gend leben, um so auch ori­gi­när die geist­li­che Frucht­bar­keit der Keusch­heit ins Wort zu brin­gen, statt abge­stan­de­ne Phra­sen des kir­chen­of­fi­ziö­sen Jar­gons zu wie­der­ho­len.) Des­un­ge­ach­tet ist es aber befremd­lich, wenn man glaubt, durch Zuge­ständ­nis­se an den regres­si­ven Zeit­geist Fort­schrit­te erzie­len zu wol­len. Regres­siv: Es geht tat­säch­lich weit­hin nur noch um Unlust­ver­mei­dung und um die Orga­ni­sa­ti­on des klei­nen Glücks („man hat sein Gelüst­chen für den Tag …“). Dage­gen gehört zum ewig neu­en Wein in den neu­en Schläu­chen des NT (vgl. Lukas 5,37sq.) die Distanz zum Fleisch; das Mark des Chri­sten­tums ist hier betrof­fen: wir las­sen uns nicht mehr vom Flei­sche lei­ten, son­dern vom Geist (vgl. Röm 8,12–15; Gal 5,16–26). Hier steht ganz klar der Gegen­satz von alt und jung, von Tod und Leben auf dem Spiel. Die reif­sten Früch­te jenes Fort­schrit­tes, der in der Öff­nung für die „diver­se­sten Lebens­sti­le“ bestehen soll, wer­den zur Zeit in der Evan­ge­li­schen Kir­che Deutsch­lands geern­tet: die müs­sen sich nur noch ent­schei­den, wel­chen Opa oder wel­che Oma sie ins Ren­nen schicken wol­len. Dafür haben die ja auch ganz viel Syn­oda­li­tät!

Was die Alter­na­ti­ve angeht: Es liegt in der Natur der Sache, daß sie nur vage ange­deu­tet wer­den kann. Wenn also Ver­ab­schie­dung vom Pro­gres­si­ons­pa­ra­dig­ma, das ste­ti­ge Hebung des Niveaus sozu­sa­gen auf der­sel­ben Linie, in der­sel­ben Dimen­si­on postu­liert (um des­halb am Ende an die sub­stan­ti­el­len Inhal­te zu gehen), dann muß die „Lösung“ in einer „Keh­re“ gesucht wer­den. Ich grei­fe ger­ne die­se Hei­deg­ger­sche Voka­bel (!) auf, um damit jene pro­gram­ma­ti­sche „Kehrt­wen­de“ zu kon­no­tie­ren, die auf Pro­gres­si­on in einer ein­di­men­sio­nal gedach­ten Bewe­gungs­rich­tung ver­zich­tet. Ein wenig kon­kre­ter: Die Inno­va­ti­on muß in einem eigens ein­ge­üb­ten, wenn man so will: „schöp­fe­ri­schen“, Umgang mit der End­lich­keit bestehen. Wir müs­sen sozu­sa­gen mit der Span­nung des kost­ba­ren Schat­zes des Unend­li­chen in eben doch irdi­schen Gefä­ßen der End­lich­keit zu „jon­glie­ren“ ler­nen. Eine geist­li­che Kul­tur, die das Bewußt­sein pflegt, daß es das Un-aus-Sag­ba­re ist, das wir, und zwar den­noch gül­tig, ins Wort brin­gen (vg. DS 3001).

Und dabei dür­fen wir auf eine rei­che Ern­te zurück­blicken: Nach dem ersten üppi­gen Wuchs in der Väter­zeit hat­ten wir im Abend­land drei gro­ße Epo­chen metho­disch gedräng­ten Theo­lo­gie­trei­bens: die mit­tel­al­ter­li­che Scho­la­stik, die nach­triden­ti­ni­sche (jeweils mit einer Früh‑, Hoch- und Spät­pha­se), und schließ­lich – nicht umsonst zeit­lich knap­per – nach Napo­le­on bis ca. 1965 (plus oder minus). Und damit auch drei Blü­ten inten­si­ver Fröm­mig­keit; und gera­de die letz­te zeich­ne­te sich durch eine beson­de­re Brei­ten­prä­senz ins katho­li­sche Volk hin­ein aus. – Ich ver­brei­te mich dar­über eigent­lich nur, um zu erwäh­nen, daß es die Erfah­rung der Ver­geb­lich­keit, des Stro­her­nen in unse­ren Bemü­hun­gen, zumal den theo­lo­gi­schen, schon in frü­he­ren Zei­ten gab, die sich doch im Rück­blick als regel­rech­te Glanz­zei­ten dar­stel­len: Der hei­li­ge Bona­ven­tu­ra ver­glich die hoch­scho­la­sti­schen (!!) Anstren­gun­gen in Sachen Tri­ni­täts­theo­lo­gie in deren Ver­hält­nis zur Vor­ga­be des hei­li­gen Augu­sti­nus, also zum Zeit­al­ter der Kir­chen­vä­ter, mit der agre­sten Beschäf­ti­gung Ruths im Alten Testa­ment, die hin­ter den Abern­tern her­ging, um die ver­blie­be­nen Ähren ein­zu­sam­meln (Ruth 2,7): „Aber wir wol­len mit Ruth die [ver­blie­be­nen] Ähren den Abern­tern hin­ter­her ein­sam­meln nach Maß­ga­be unse­rer Leh­rer.“ (Col. In Hex. XI,4: Op omnia Quar­ra­chi V, 381a)

Ich wage einen Sprung zum amtie­ren­den Papst Fran­zis­kus: Ich neh­me, dank­bar, zur Kennt­nis, wenn sich vie­le Men­schen von ihm ehr­lich ange­rührt wis­sen: Es gibt offen­sicht­lich bei Zahl­rei­chen geist­li­che Früch­te, die echt sind (ver­mehr­ter Sakra­men­ten­emp­fang in man­chen Län­dern, ein­schließ­lich Beich­te!). Und ich akzep­tie­re, daß er vie­le Men­schen (nicht nur bei uns!) ungleich mehr anspricht, da er sozu­sa­gen für sie doku­men­tiert, daß die Kir­che eben auch kei­ne deut­sche Aka­de­mie ist. Dar­über hin­aus habe ich ja bereits in unmiß­ver­ständ­lich deut­li­cher Zuspit­zung eine kri­ti­sche Anfra­ge for­mu­liert, und zwar in einem sehr kon­kre­ten Punkt, um den ja auch die­ser Bei­trag kreist, so daß ich sonst nichts dazu sagen will. – Im Gegen­zug glau­be ich jedoch, daß Papst Bene­dikt das Cha­ris­ma hat­te, dem Kai­ros unse­rer Zeit beson­ders nahe zu sein. Wie viel­leicht kaum ein zwei­ter hat­te er Sinn für die Not­wen­dig­keit, das Erbe nicht zu ver­äu­ßern, son­dern zu behü­ten, um zugleich – jen­seits aller modi­schen Ein­tags­flie­gen etc. – den Sinn wach­zu­hal­ten dafür, daß es um die blei­ben­de Aktua­li­tät des neu­en Wei­nes in den neu­en Schläu­chen geht: Ihm ver­dan­ken wir eine eigens von ihm dazu geschaf­fe­ne Sprach­kul­tur, die etwas vom Can­ti­cum novum spü­ren ließ. In nicht weni­gen Details sicher auch frag-wür­dig (sub­jek­ti­ve Eigen­wil­lig­kei­ten, pro­ble­ma­ti­sche Ein­sei­tig­kei­ten und Ein­zel­aus­sa­gen etc.) – jedoch zukunfts­wei­send, was das Gesamt­kon­zept angeht: Tra­di­ti­ons­treue ohne Abstri­che jen­seits von Repe­ti­tio­nis­mus. Man soll­te dar­auf zurück­kom­men, gera­de auch bei uns und ziem­lich bald!

Das führ­te jetzt weit weg vom sehr kon­kre­ten The­ma „Wie­der­ver­hei­ra­te­te-Geschie­de­ne“. Aber ich woll­te das mit den Hin­ter­grün­den etwas ein­ge­hen­der aus­lo­ten, den Hin­ter­grün­den all die­ser For­de­run­gen nach „Reform“, weil dort wohl eigent­lich die Musik spielt. Und um zu einem geist­li­chen Abschluß zu kom­men, grei­fe ich noch ein­mal das The­ma „Wach­heit“ auf: Die Gestalt der klu­gen Jung­frau­en aus Mt 25,1–13 scheint mir weg­wei­send. Wie­der­um am Ende (Vers 13) die For­de­rung, wach­sam zu blei­ben; para­do­xer­wei­se schla­fen im Gleich­nis aber alle ein, auch die klu­gen. Will natür­lich sagen: Wir ent­rin­nen nicht dem Tod; und in freie­rer Anver­wand­lung: auch nicht der Kri­sis jener Zeit, deren Signa­tur die Ermü­dung ist. Das Ent­schei­den­de ist jedoch das Öl in den Krü­gen, das die klu­gen Jung­frau­en von den törich­ten unter­schei­det.

„Es sei­en eure Len­den umgür­tet und eure Lam­pen bren­nend!“ (Lk 12,35)

Dr. theol. Klaus Obenau­er ist Pri­vat­do­zent an der Katho­lisch-theo­lo­gi­schen Fakul­tät der Uni­ver­si­tät Bonn.

7 Kommentare

  1. Die Sache ist ganz ein­fach. Die Zer­stö­rung des Sakra­men­tes der Ehe ist das Ziel der Trä­nen der wie­der­ver­hei­ra­te­nen Geschie­de­nen. Sie sel­ber haben eh kei­ne Ahnung was auf dem Spiel steht. Die Typen die den Vater, die Mut­ter und das Kind angrei­fen tun haben säcke­wei­se Krei­de gefres­sen und ein dickes Schafs­fell auf ihrem Wolfs­nacken. Sie wol­len das Chri­stus ihnen gehorcht und nach ihren Bedin­gun­gen. Sie wol­len ihm nicht gehor­chen weil er nicht mehr zeit­ge­mäß ist. Aber die­se Zeit ist eine gott­lo­se Zeit und sie haben nur einen Gesprächs­part­ner und der hat natür­lich viel Ver­ständ­nis für dem Ehe­bruch. Und er heißt Luzi­fer. Er haßt die Fami­lie die in Treue zu Chri­stus steht.
    Per Mari­am ad Chri­stum.

  2. Ach­so das wich­tig­ste hat­te ich natür­lich ver­ges­sen. Ich bin sel­ber geschie­den und weiß ganz genau wor­über ich rede.
    Per Mari­am ad Chri­stum.

  3. Und ich gehe noch wei­ter. Wo waren die Hir­ten in den 70ziger Jah­ren die mich schüt­zen soll­ten. Außer das ihr die Kom­mu­ni­onbän­ke abge­sägt habt bleibt mir nichts in Erin­ne­rung. Soll­te die­ses Kon­zil mei­ne See­le in Gefahr gebracht haben dann gna­de euch ihr Ver­füh­rer. Wie schrieb doch unser vor­letz­ter Papst in einem sei­ner Bücher. „Das Kon­zil hat die 68ziger befeu­ert“.
    Und er hat natür­lich recht.
    Per Mari­am ad Chri­stum.

  4. Guter Arti­kel aber er geht zumin­dest in mei­nen Augen lei­der völ­lig am Ist­zu­stand des Glau­bens im deutsch­spra­chi­gen Raum, und wie es zu dem gewal­ti­gen Glau­bens- Got­tes­ab­fall gekom­men ist vor­bei , es wur­de vom deutsch­spra­chi­gen Kle­rus und Epi­sko­pat ein klei­ner Ver­rat nach dem ande­ren an Gott dem Herrn und sei­ner Kir­che began­gen. Und alles begann mit der Maria­tro­ster — Königs­stei­ner Erklä­rung, der ste­hen­den Hand­kom­mu­ni­on mit fasst gleich­zei­ti­gen Ent­fer­nen der Knie­bän­ke und der Ein­füh­rung des Volks­al­ta­res, und die­se inner­kirch­li­che Unter­höl­lung wur­de im Jah­re 1995 für alle offen­sicht­lich, sie­he das Kir­chen­volks­be­geh­ren. Und zu all dem hat sich der Vati­kan (ver­mut­lich des Göt­zen Mam­mons Wil­len) Blind, Taub und Stumm gestellt. Denn nur so ist die fort­wäh­ren­de Dul­dung des Unge­hor­sam den der deutsch­spra­chi­ge Kle­rus und das Epi­sko­pat (Gott dem Herrn sei es gedankt nicht alle) lie­fern zu erklä­ren. Man wehr­te sich nicht gegen die Anfän­ge und steht nun vor dem Pro­blem einen Augi­as­stall aus­zu­mi­sten, der tag­täg­lich von neu­en Dreck gefüllt wird. Und daher gibt es zumin­dest in mei­nen Augen nur eine Chan­ce um den Glau­ben an Gott dem Herrn und das Ver­trau­en in sei­ne Eine, Hei­li­ge, Katho­li­sche und Apo­sto­li­sche Kir­che wie­der­her­zu­stel­len. Aus dem gei­sti­gen Schis­ma muss ein kör­per­li­ches wer­den, und die nicht sofort weg­ge­lau­fe­ne Lai­en, Theo­lo­gen, Religionslehrer/innen Kle­rus und Epi­sko­pat usw. müss­ten ein Treue­ge­lüb­de an Gott dem Herrn, sei­nen Hei­li­gen Wil­len, der Glau­bens­leh­re und der Hei­li­gen Tra­di­ti­on sei­ner Einen, Hei­li­gen, Katho­li­schen und Apo­sto­li­schen Kir­che able­gen. I

    Ich weis, hart, aber „LIEBER EINE ENDE IN SCHRECKEN; ALS EIN SCHRECKEN OHNE ENDE“

    Got­tes und Mari­ens Segen auf allen Wegen

  5. Es wäre eigent­lich ganz ein­fach, wie in Mat­thä­us 5,31–32 geschrie­ben steht:

    Von der Ehe­schei­dung
    „31 Fer­ner ist gesagt wor­den: Wer sei­ne Frau aus der Ehe ent­lässt, muss ihr eine Schei­dungs­ur­kun­de geben. 32 Ich aber sage euch: Wer sei­ne Frau ent­lässt, obwohl kein Fall von Unzucht vor­liegt, lie­fert sie dem Ehe­bruch aus; und wer eine Frau hei­ra­tet, die aus der Ehe ent­las­sen wor­den ist, begeht Ehe­bruch.“

    Beson­ders der letz­te Satz wird heu­te ger­ne igno­riert und dem Zeit­geist geop­fert. Man hat ja genug pro­gres­si­ven Rücken­wind heut­zu­ta­ge und wer die Wahr­heit sagt, kann schnell ein­mal dis­kre­di­tiert wer­den, als ob er damit Unrecht tun wür­de.

    Da man die Kom­mu­ni­on nicht mit schwe­rer Sün­de emp­fan­gen darf und der Ehe­bruch eine sol­che ist und zu Leb­zei­ten lei­der nicht ver­ge­ben wer­den kann, bleibt all jenen die Kom­mu­ni­on ver­wehrt. Und wenn man in der ersten Ehe mit jeman­dem Wie­der­ver­hei­ra­te­ten ist gilt das solan­ge die­se Ehe andau­ert. Das ist im Kate­chis­mus nach­les­bar.
    Ich den­ke, man tut den­je­ni­gen für die Ewig­keit kei­nen Gefal­len, wenn man sie den­noch unwür­dig die Kom­mu­ni­on emp­fan­gen lässt.

    • Hin­zu­fü­gen möch­te ich, dass nie­mand Betrof­fe­ner das als Angriff auf sich selbst aus­le­gen soll, so ist es näm­lich kei­nes­wegs gedacht. Es sind ein­fach die Regeln des Kate­chis­mus, an die wir uns so gut wir es wis­sen und kön­nen, hal­ten soll­ten. Ich per­sön­lich fin­de es schon als nicht Ver­hei­ra­te­ter oft­mals schwie­rig genug, die Kom­mu­ni­on wür­dig zu emp­fan­gen. Es heißt in der Hei­li­gen Schrift(1. Korin­ther 11,27–30):

      27 Wer also unwür­dig von dem Brot isst und aus dem Kelch des Herrn trinkt, macht sich schul­dig am Leib und am Blut des Herrn. 28 Jeder soll sich selbst prü­fen; erst dann soll er von dem Brot essen und aus dem Kelch trin­ken. 29 Denn wer davon isst und trinkt, ohne zu beden­ken, dass es der Leib des Herrn ist, der zieht sich das Gericht zu, indem er isst und trinkt. 30 Des­we­gen sind unter euch vie­le schwach und krank und nicht weni­ge sind schon ent­schla­fen.

      Und eines möge man sich bit­te ins­be­son­de­re vor Augen hal­ten:
      Wenn Wie­der­ver­hei­ra­te­te zur Kom­mu­ni­on zuge­las­sen wer­den, gibt es doch kei­nen Grund mehr die Ehe über­haupt zu hal­ten. Man könn­te dann also 7 Mal hei­ra­ten und trotz­dem noch(unwürdig) den Leib des Herrn emp­fan­gen, was eine schwe­re Sün­de wäre. Die völ­li­ge gesell­schaft­li­che Zer­rüt­tung und Cha­os wäre die Fol­ge, weil die Fami­lie das Fun­da­ment einer funk­tio­nie­ren­den Gesell­schaft ist.

      Das Glei­che gilt für das Zöli­bat:
      Wenn Prie­ster hei­ra­ten dürf­ten, wären Schei­dun­gen eben­so vor­pro­gram­miert. Das wür­de deren Wir­ken als Prie­ster ad absur­dum füh­ren. Nur rei­ne, gott­ge­weih­te Hän­de sol­len ja den Leib des Herrn berüh­ren und die Kom­mu­ni­on spen­den.

  6. Am 1. Sep­tem­ber 1910 hat der hl. Papst Pius X.den Anti-Moder­ni­sten­eid gelei­stet.
    Wohl auch vor­aus­ah­nend, was an libe­ral moder­ni­sti­schen Unter­mi­nie­run­gen der Hei­li­gen Mut­ter Kir­che bevor­ste­hen wür­den.

    Heu­te ist die­ser ad acta geleg­te Eid viel­fach von einem „zeit­ge­mäss“ frei­gei­stig ange­hauch­ten pro­fa­nen „soli­da­risch brü­der­li­chen Gemein­schafts­den­ken“ gleich­sam ver­pul­ve­ri­siert wor­den.
    Hier ein kur­zer Aus­zug aus genann­ten dem Anti-Moder­ni­sten­eid, der gera­de auch heu­te mehr denn je ange­bracht wäre, um die Glau­bens­ver­kün­di­gung aus der Lethar­gie des glau­bens­ver­wäs­sern­den „Dau­er­diaol­ges“ her­aus­zu­füh­ren:

    —-

    [….]
    „So hal­te ich denn fest und bis zum letz­ten Hauch mei­nes Lebens
    wer­de ich fest­hal­ten den Glau­ben der Väter an die siche­re Gna­den­ga­be der Wahr­heit,
    die in der Nach­fol­ge des bischöf­li­chen Amtes seit den Apo­steln ist,
    war und immer sein wird,so dass nicht das Glau­bens­ge­gen­stand ist, was ent­spre­chend der Kul­tur eines jeden Zeit­ab­schnit­tes bes­ser und pas­sen­der schei­nen könn­te,
    son­dern
    daß nie­mals in ver­schie­de­ner Wei­se geglaubt,
    nie anders ver­stan­den wur­de
    die abso­lu­te, unab­än­der­li­che Wahr­heit,
    die seit Anfang von den Apo­steln gepre­digt wur­de.

    Ich gelo­be, daß ich das alles getreu, unver­sehrt
    und rein beob­ach­ten und unver­letzt bewah­ren,
    daß ich in der Leh­re oder in jeder Art von Wort und Schrift nie davon abwei­chen wer­de.
    So gelo­be ich, so schwö­re ich,
    so hel­fe mir Gott und die­ses hei­li­ge Evan­ge­li­um Got­tes.“
    -

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