Das neue „Gotteslob“ – erste Durchsicht

Umschlagvon Ulrich Ter­lin­den

Das neue Got­tes­lob ist gedruckt und wird gera­de an die Gemein­den aus­ge­lie­fert. Nach eini­gen Tagen des Stu­di­ums ist mein Ein­druck durch­aus gemischt.

Lieder

Der Lied­teil hat gegen­über dem Vor­gän­ger­buch sehr gewon­nen: Vie­le schö­ne neue Lie­der sind hin­zu­ge­kom­men, nicht weni­ge qua­li­tät­vol­le aus der pro­te­stan­ti­schen und angli­ka­ni­schen Tra­di­ti­on. Ich freue mich über die deut­sche Fas­sung von Veni, veni, Emma­nu­el (nGL 222, lei­der mit dem poli­tisch kor­rek­ten „Imma­nu­el“, der ja doch über das latei­ni­sche „Emma­nu­el“ zu uns gefun­den hat). Man­che Hym­nen aus dem Stun­den­buch haben mit schö­nen Melo­dien Ein­zug gehal­ten.

Weni­ge lieb­ge­won­ne­ne Lie­der sind ent­fal­len. War­um dazu auch das belieb­te Zieh an die Macht, du Arm des Herrn (aGL 304) gehört, ent­zieht sich mei­ner Kennt­nis. Waren die „Macht“ Got­tes und der „Kampf“ der Gläu­bi­gen Stein des Ansto­ßes?<
Man­che Lie­der haben ihren alten Text wie­der­be­kom­men (so kommt inSagt an, wer ist doch die­se „die Braut“ wie­der „aus Naza­ret“ – immer noch ohne „h“). Schön ist auch, daß Herz Jesu, Got­tes Opfer­brand undHerr, ich bin dein Eigen­tum Auf­nah­me gefun­den haben. Scha­de ist, daß die unpo­pu­lä­re Melo­die von Alle Tage sing und sage nicht durch die soge­nann­te alte ersetzt oder wenig­stens ergänzt wur­de. Glei­ches gilt fürMaria, breit den Man­tel aus. Bedau­er­lich auch, daß die drit­te Stro­phe von Beim letz­ten Abend­mah­le bei der dün­ne­ren jün­ge­ren Fas­sung „aus lie­be­vol­lem Sinn“ bleibt, statt zu „am blut­gen Kreuz­al­tar“ zurück­zu­keh­ren. Bei Christ ist erstan­den hat man die „Zwitter“-Melodie des alten Got­tes­lob bei­be­hal­ten, die ein Kom­pro­miß zwi­schen katho­li­scher und pro­te­stan­ti­scher Fas­sung sein woll­te. Das Evan­ge­li­sche Gesang­buch von 1996 (EG 99) hat die Fas­sung des alten Got­tes­lobs über­nom­men, aber die ver­än­der­te, jubeln­de Melo­die der Hal­le­lu­ja-Stro­phe bei­be­hal­ten. Das neue Got­tes­lob igno­riert die­ses Ent­ge­gen­kom­men der Pro­te­stan­ten und bleibt bei der 1970er-Jah­re-Fas­sung. Aber sei’s drum. Ins­ge­samt ist der Lied­teil des neu­en Got­tes­lobs ein Gewinn!

Liturgischer Teil

Auch der lit­ur­gi­sche Teil kann sich sehen las­sen: Mes­se, Lau­des und Ves­pern sind mit Lesun­gen und Ora­tio­nen ver­se­hen, so daß man im Not­fall kei­ne lit­ur­gi­schen Bücher braucht. Schön, daß es nun eine Toten­ves­per gibt. Auf die Stun­den­buch-Hym­nen hat­te ich schon hin­ge­wie­sen. Die Respons­o­ri­en enden auf „Ehre sein dem Vater…“ und nicht mehr auf „Singt das Lob des Vaters…“, wie man auch bei den Psal­men, deren Ton und Sprach­fluß es ver­lan­gen, den Mut zum Dativ‑E hat­te („Ehre sein dem Vater und dem Soh­ne…“). 68 Psal­men haben Auf­nah­me gefun­den; im alten Got­tes­lob waren es (je nach Zähl­wei­se) 76. Zum Teil sind sie jetzt unge­kürzt (etwa Ps 121/122, aGL 692, nGL 68), aber eben nur zum Teil: In Ps 136/137 (nGL 74) oder Ps 138/139 (nGL 657) feh­len nach wie vor die von Papst Paul VI. als unchrist­lich ver­damm­ten Ver­se – und zwar ohne daß das ange­merkt wäre. Die­se Unter­las­sung hat dann doch einen merk­wür­di­gen Bei­geschmack.

Die latei­ni­schen Ordi­na­ri­ums­ge­sän­ge (Cho­ral ist unschön immer noch im 5‑Li­ni­en-System wie­der­ge­ge­ben) sind um das wun­der­ba­re Kyrie der 11. Mes­se (für Sonn­ta­ge) erwei­tert. Lei­der ist im Meß­teil nur der II. Kanon abge­druckt – aller­dings in der revi­dier­ten Text­fas­sung, die ja nun, wie man hört, doch nicht erschei­nen soll.

Litaneien

Die Lita­nei vom Hei­lig­sten Sakra­ment im alten Got­tes­lob (767) war geist­lich tief und auch gut für eucha­ri­sti­sche Bet­stun­den mit lese­schwa­chen Kin­dern und Jugend­li­chen geeig­net; sie ist nun ersetzt durch die Lita­nei von der Anbe­tung Chri­sti (nGL 562), die auch schön ist, aber mit einem ein­zi­gen, recht lan­gen Kehr­vers und ohne Bit­ten aus­kommt.

Hausandachten

Eine häus­li­che Advents­fei­er ist sicher eine gute Idee. Eine eige­ne für den Hei­li­gen Abend, die ja nur ein­mal im Jahr zu gebrau­chen ist, ist viel­leicht – von der Ver­ga­be des zur Ver­fü­gung ste­hen­den Plat­zes her – ein wenig „opu­lent“.

Gebete und Andachten

Der Gebets­teil des neu­en Got­tes­lobs ruft Beklem­mung her­vor. Gegen­über dem Vor­gän­ger­buch ist bei Andach­ten wie „pri­va­ten“ Gebe­ten ein fast voll­stän­di­ger Kahl­schlag erfolgt. Sicher stand nicht alles, was im alten Got­tes­lob zu fin­den war, auf der Höhe der abend­län­di­schen Spi­ri­tua­li­täts­ge­schich­te. Aber es gab eben doch das All­ge­mei­ne Gebet (aGL 790, 2) des hei­li­gen Petrus Cani­si­us (frü­her Bestand­teil jedes katho­li­schen Gebet­buchs in deut­scher Spra­che), es gab das Gebet zum Hei­lig­sten Her­zen Jesu von Mar­ga­ri­ta Maria Ala­co­que, auf die die Herz-Jesu-Ver­eh­rung zurück­geht (aGL 780, 6, fehlt in der neu­en Herz-Jesu-Andacht nGL 676, 3), es gab eine Fül­le von kur­zen Gebe­ten, die für die per­sön­li­che Andacht, als Buß­ge­bet nach der Beich­te oder auch als Kom­mu­ni­onge­bet gut geeig­net waren. Ich ver­mis­se das Gebet Papst Cle­mens XI., (aGL 8, 1), das schö­ne Gebet um Humor (aGL 8, 3) und ande­re. Merk­wür­dig gekürzt ist das Gebet Ich kom­me wie ein Kran­ker zum Arzt des Lebens vom hei­li­gen Tho­mas von Aquin, aGL 374, 5 vgl. nGL 8, 4).<
Im neu­en Got­tes­lob sind zwar durch­aus gute und auch klas­si­sche Gebe­te zu fin­den. Doch an die Stel­le vie­ler alter Gebe­te sind sol­che von noch leben­den, bekann­ten und unbe­kann­ten Per­so­nen getre­ten. Sie sind meist „zeit­ge­mäß“, also in leicht ver­ständ­li­cher Spra­che und ohne sper­ri­ge Begrif­fe ver­faßt. Man merkt ihnen beim ersten Lesen an, daß sie sich schnell abnut­zen wer­den. Man­ches ist modisch („Du Gott des Auf­bruchs…“ nGL 13, 5, „Maria, ich nen­ne dich Schwe­ster“ nGL 10, 2) und atmet eher den Geist der 1970er als den der Ewig­keit.

Warum?

Die Her­aus­ge­ber mei­den offen­kun­dig Gebe­te der Tra­di­ti­on, z. B. das des hei­li­gen Tho­mas (aGL 7, 6), in dem es heißt: „Laß mich gehor­sam sein ohne Wider­spruch, arm im Gei­ste ohne Nied­rig­keit der Gesin­nung, rein ohne Flecken, gedul­dig ohne Kla­ge … wahr­haft ohne Trug.“ Nun begeg­nen wir eher For­mu­lie­run­gen wie „ich sehe in dei­nem Gesicht die Wür­de und Hoff­nung der Frau­en, wir trau­en gemein­sam dem Licht, wir sin­gen gemein­sam das Lied der Befrei­ung, wir tra­gen es in die Welt“ (nGL 10, 2). War­um?

Ja, man­che alte Gebe­te sind sper­rig. Man muß sich eben dar­an abar­bei­ten, sie sich mühe­voll zu eigen machen, sie begrei­fen, so wie man den Genuß guten Wei­nes in all sei­nen Nuan­cen ler­nen kann. Dann aber sind sie zu einem per­sön­li­chen Schatz gewor­den. Die oft seich­ten neu­en Gebe­te erhe­ben die­sen Anspruch nicht. Sie sind leich­te Kost, schnell lang­wei­lig, fad, wenig nahr­haft.

Ein Freund, vor eini­gen Jah­ren kon­ver­tiert, betet mit Inbrunst das Gebet „Hei­li­ger Micha­el, ver­tei­di­ge uns im Kamp­fe“. Sicher, das „schockt“, ist „poli­tisch unkor­rekt“, aber es ist ker­nig und drückt für ihn etwas von der Situa­ti­on der Gläu­bi­gen in einer gott­ver­ges­se­nen Zeit aus, das übri­gens unser Herr Jesus Chri­stus selbst in aller Klar­heit gekannt und gesagt hat (Mt 10, 34). Der Freund wird im Gebets­teil des neu­en Got­tes­lobs wenig Anre­gung für sein Beten fin­den. So erstaunt es auch nicht mehr, daß das St. Micha­els­lied Unüber­wind­lich star­ker Held(aGL 606) fehlt – um so bedau­er­li­cher, als der Engels­fürst doch Patron Deutsch­lands ist.

Steht hin­ter einem sol­chen Kon­zept die Angst anzu­ecken? Traut man den Gläu­bi­gen die Tie­fe und Fül­le des klas­si­schen christ­li­chen Gebets­schat­zes nicht mehr zu, fürch­tend, daß sie dar­an Anstoß neh­men? Sor­gen die Her­aus­ge­ber sich, daß Niveau die (ungläu­bi­gen, suchen­den) Men­schen ver­schrecken könn­te? „Das neue Got­tes­lob kommt zehn Jah­re zu früh“, pro­phe­zei­te vor Jah­ren ein Freund – und hat recht behal­ten. Die über­all, auch im Lied­teil des neu­en Got­tes­lobs beob­acht­ba­re Wie­der­ent­deckung der Tra­di­ti­on, der Reiz des Alten, das uns heu­te kost­bar erscheint, Neu­es sagen, uns berei­chern und stär­ken kann, hat im Gebets­teil wenig Beach­tung gefun­den. Er ist lei­der noch geprägt von einer anbie­dern­den Hal­tung („Wir sind gar nicht so schlimm, komm, ich erklär’s dir“). Es hat über wei­te Strecken weni­ger Gott und des­sen heil­sa­me Ver­eh­rung als den Men­schen im Blick, dem man wenig Ver­ständ­nis­fä­hig­keit und Aus­ein­an­der­set­zungs­be­reit­schaft zutraut, und offen­bart dar­in eine unter­schwel­li­ge Arro­ganz. Und selbst wenn vie­le Zeit­ge­nos­sen nicht bereit sein soll­ten, sich mit Sper­ri­gem aus­ein­an­der­zu­set­zen, wer­den sie sich auch durch das neue Got­tes­lob nicht über­zeu­gen las­sen. Das haben die nied­rig­schwel­li­gen und erklä­rungs­durch­setz­ten Lit­ur­gie­ver­su­che der letz­ten Jahr­zehn­te gezeigt.

Kunst

Ver­gleich­ba­res gilt für die „Kunst“, die das neue Werk ziert. Es sind – oft unmo­ti­viert pla­zier­te – Strich­zeich­nun­gen. Bereits auf dem grau­en Buch­um­schlag erscheint eine dem Ado­be-Logo ähneln­de Gra­fik. Um mit Luther zu fra­gen: Treibt das Chri­stum? Oder erin­nert sol­che Kunst nicht eher an des Kai­sers neue Klei­der oder an die fin­gier­te Kunst­lied­dar­bie­tung von H. P. Ker­ke­ling („Der Wolf, das Lamm – Hurz“), wie ich in einem Gespräch mit Stu­den­ten über das neue Got­tes­lob hör­te?

Wohin soll das führen?

Ange­nom­men, ein Reli­gi­ons­so­zio­lo­ge aus Fern­ost erforscht die katho­li­sche Kir­che in Deutsch­land. Er weiß aus Stu­di­en, daß vor 50 Jah­ren die katho­li­schen Prie­ster zum Beginn des Kul­tes mit den am Altar mit­wir­ken­den Lai­en fol­gen­des, aus der jüdi­schen Mut­ter­re­li­gi­on über­nom­me­nes Gebet gespro­chen haben: „… Sen­de dein Licht und dei­ne Wahr­heit, damit sie mich lei­ten; sie sol­len mich füh­ren zu dei­nem hei­li­gen Berg und zu dei­ner Woh­nung. So will ich zum Altar Got­tes tre­ten, zu Gott, der mei­ne Jugend erfreut. Jauch­zend will ich dich auf der Har­fe loben, Gott, mein Gott. …“ – und das in latei­ni­scher Spra­che. Nun stu­diert der For­scher das neue Got­tes­lob, in dem als Gebet „zur Vor­be­rei­tung auf den Got­tes­dienst“ fol­gen­des vor­ge­se­hen ist: „Gott, du lädst mich ein zum Got­tes­dienst. Ich bin gekom­men und ste­he jetzt vor dir. Ich darf dir die­nen. Du bist ganz nahe in dei­nem Wort und im Hei­li­gen Brot (sic!!). Dafür dan­ke ich dir. Amen.“ (nGL Bis­tum Mün­ster 705, 4) Wel­che Schlüs­se in Bezug auf den Zustand der Reli­gi­ons­ge­mein­schaft (Niveau, Selbst­be­wußt­sein und ‑anspruch, Vita­li­tät) wird der For­scher aus sei­ner Beob­ach­tung zie­hen?

Fund­ort: Allo­tria Catho­li­ca

30 Kommentare

    • Gute Fra­ge — das ist jetzt Mode, sol­che selt­sa­men Hul­la­hupp-Sym­bo­le zu neh­men (unse­re Seel­sor­ge­ein­heit hat sich ein sol­ches auch gera­de gegönnt, ein sehr swin­gen­des Dop­pel­kreuz im Stil zwei­er tan­zen­der Men­schen, eng umschlun­gen). Mot­to: wir sind so inspi­riert und so locker, nicht mehr so steif wie frü­her.

      Über die ästhe­ti­sche Qua­li­tät kann man nur — sagen wir: unter­schied­li­cher Mei­nung sein!

      • Das ist kein Hul­la­hupp-Sym­bol. Das ist das Neue Sym­bol der Ein-Welt-
        Reli­gi­on, wel­ches das Kreuz mit Kor­pus in der katho­li­schen Kir­che erset­zen wird.
        Jesus wird auf krea­ti­ve Wei­se ent­fernt. Die wah­ren Gläu­bi­gen wer­den noch glau­ben kön­nen das Jesus wei­ter in dem Kreuz ent­hal­ten ist. Aber es ist es nicht.
        Hier ´tref­fen die 3 mono­the­isti­schen Reli­gio­nen gleich­be­rech­tigt auf­ein­an­der.
        Jeder Bogen steht für eine die­ser Reli­gio­nen- oder?

        • Sehr spe­ku­la­tiv… um das so zu behaup­ten bräuch­te ich ein­fach noch ein paar har­te Fak­ten.
          Man läuft sonst Gefahr, vor allem selbst sehr krea­tiv zu wer­den im Hell­se­hen, was ande­re gemi­ent, aber nicht gesagt haben.
          Haben Sie har­te Fak­ten?
          Wür­de mich inter­es­sie­ren.

          • Sie haben doch schon die vie­len Ände­run­gen gese­hen.
            Sie sind von Ihnen selbst beklagt wor­den.
            Mit dem neu­en Got­tes­lob hal­ten sie eine neue Ände­rung in Ihren Hän­den.
            Ich habe heu­te noch ein­mal, ich habe heu­te noch ein­mal die Posi­ti­on der Frei­mau­rer zur Reli­gi­on gele­sen.
            Für sie gilt als Reli­gi­on die­je­ni­ge „in wel­cher alle Men­schen über­ein­stim­men“ Auf Basis des Sit­ten­ge­set­zes (!?)
            gilt die „abso­lu­te Gewis­sens­frei­heit“.
            Ich den­ke das kommt Ihnen bekannt vor, der Umgang mit ande­ren Reli­gio­nen und die Aus­sa­ge ´zur Gewis­sens­frei­heit.
            Die Fra­ge die sich stellt, was steht dem im Wege? Der Hei­land und sei­ne Leh­re!
            Folg­lich, das Kreuz mit dem Kor­pus wird ent­fernt und ersetzt. Mit dem Got­tes­lob haben wir eine Vari­an­te.
            Dabei ist die Vari­an­te an sich ist nicht ent­schei­dend son­dern die Tat­sa­che als sol­che.
            Übri­gens ist das Kreuz von wel­cher der drei Rich­tun­gen betrach­tet immer gleich.
            Ich bin sicher dass wir in Kür­ze wei­te­re Ereig­nis­se erle­ben wer­den wel­che die Ent­wick­lung in Rich­tung eine Welt­kir­che zuta­ge tre­ten las­sen. Jeder der die Fak­ten und Gege­ben­hei­ten der Ent­wick­lung im Vati­kan ernst­haft betrach­tet, die­sen Weg erken­nen kann.
            Wir wer­den die­se Tat­sa­chen, intel­lek­tu­ell nicht aus der Welt schaf­fen. Der Bischof von Rom wird kein Papst wer­den, er ist für ande­res vor­ge­se­hen.

  1. Fehlt die­ses herr­li­che Lied wirk­lich:

    1. Zieh an die Macht, du Arm des Herrn,
    wohl­auf und hilf uns strei­ten.
    Noch hilfst du dei­nem Vol­ke gern,
    wie du getan vor­zei­ten.
    Wir sind im Kamp­fe Tag und Nacht,
    o Herr, nimm gnä­dig uns in acht
    und steh uns an der Sei­ten.

    2. Mit dir, du star­ker Hei­land du,
    muß uns der Sieg gelin­gen;
    wohl gilt’s zu strei­ten immer­zu,
    bis einst wir dir lob­sin­gen.
    Nur Mut, die Stund ist nim­mer weit,
    da wir nach allem Kampf und Streit
    die Lebens­kron errin­gen.

    3. Drängt uns der Feind auch um und um,
    wir las­sen uns nicht grau­en;
    du wirst aus dei­nem Hei­lig­tum
    schon uns­re Not erschau­en.
    Fort strei­ten wir in dei­ner Hut
    und wider­ste­hen bis aufs Blut
    und wol­len dir nur trau­en.

    4. Herr, du bist Gott! In dei­ne Hand
    o laß getrost uns fal­len.
    Wie du gehol­fen unserm Land,
    so hilfst du fort noch allen,
    die dir ver­traun und dei­nem Bund
    und freu­dig dir von Her­zens­grund
    ihr Lob­lied las­sen schal­len

  2. Ein Prie­ster aus einem süd­deut­schen Bis­tum schrieb, dass im neu­en Got­tes­lob aus den Fron­leich­nams­ge­sän­gen des hl. Tho­mas von Aquin die­je­ni­gen Stro­phen eli­mi­niert sind, die deut­lich die Real­prä­senz aus­spre­chen.

  3. das Aus­las­sen der Bezü­ge zur Real­prä­senz im hoch­hei­li­gen Sakra­ment in den Hymen des hl. Tho­mas von Aquin ist und bleibt für mich satanisch!so hat der gro­sse Abfall zur Refor­ma­ti­ons­zeit psy­cho­lo­gisch begon­nen, den ein­ge­wur­zel­ten tie­fen Glau­ben an die wah­re Gegen­wart Chri­sti als Gott und Mensch beim ein­fa­chen Volk trop­fen­wei­se auszuhöhlen,zunächst durch klei­ne Zei­chen-die ele­va­tio wur­de unterlassen,ebenso der Kanon, die Knie­beu­gen und Kreuz­zei­chen, dann die Para­men­te, alle Zere­mo­nien etc.-so gehen die­se Din­ge ab
    wenn der fehl­ge­lei­te­te Ver­stand sich über dem Glau­ben wähnt. das liegt alles auf dem Weg zum Schis­ma, zum Unter­gang der Einheit.Kein Theo­lo­ge hat die Theo­lo­gie des Aller­hei­lig­sten Sakra­men­tes so auf den Punkt gebracht wie der Aquinate,ehrfürchtig, gläu­big und vol­ler Liebe!solche Din­ge habe ich dies­be­züg­lich noch bei kei­nem Rah­ner et sequaces ejus gefun­den.
    Die­sen Ten­den­zen muss strik­te Ein­halt gebo­ten werden.Ich fin­de das Ernst zu neh­men. Das sind kei­ne Baga­tel­len-princi­pi­is obsta! for­ti­ter in re sua­vi­ter in modo , cla­re et aper­te.

  4. Ado­be ? Asche­ra ? Muß­te mich erst infor­mie­ren. Braucht man das jetzt für das Got­tes­lob ? Nur kei­ne Flag­ge zei­gen, das könn­te jeman­den auf­re­gen und die Zahl der Auf­re­gungs­be­rech­tig­ten dünkt sich immer grö­ßer. Ich habe im Bücher­schrank nach­ge­se­hen. Selbst in einem älte­ren evan­ge­li­schen Gesang­buch ist ein Kreuz vor­ne­drauf und nicht so ein Desi­gner­ding. Ein schlich­tes Kreuz sagt mehr als man­ches Wort von die­sem oder jenem auch in der Kir­che. Das Ding da vor­ne­drauf im neu­en Buch ist Aus­druck der Aus­sa­ge­lo­sig­keit. Anson­sten fin­de ich die Bespre­chung recht wohl­wol­lend.

  5. Im letz­ten Abschnitt ist es gut beschrie­ben, der Unter­schied zwi­schen AO und NO:
    „Sen­de dein Licht und dei­ne Wahr­heit …“ ver­sus „Gott, du lädst mich ein …“

    Wenn sich die­je­ni­gen Bischö­fe und Prie­ster, die noch eine Spur prie­ster­li­cher Wür­de in sich füh­len, nicht gegen den zuneh­men­den Infan­ti­lis­mus der neu­en Mes­se zur Wehr set­zen, dann ist nichts mehr zu machen.

  6. Die­ses Lied ist hof­fent­lich drin:

    Katho­lisch bin und blei­be ich,/ Nichts soll von die­ser Kirch mich tren­nen. Sie ist mir Mut­ter, lie­bet mich,/ Froh bin ich, mich ihr Kind zu nen­nen; Hier ist der sich’­re Tugendpfad,/ Hier hof­fe ich durch Got­tes Gnad‘:/ Daß ich nicht werd‘ verderben./ Katho­lisch ist gut ster­ben.
    Wahr ist es, nach der Gege­ner Lehr‘ / kannst Du bequem­lich und frei leben; / freue Dich nur nicht zu sehr/ Und denk, was wird’s am Ende geben? / Drum stimm ich die­ser gar nicht bei, Ich weiß, nur Wahr­heit macht mich frei / Und ret­tet vom Verderben./ Katho­lisch ist gut ster­ben.
    Im Gegen­teil, wenn uns’­re Lehr/ Uns hier durch har­te Wege füh­ret, So ist es ein Beweis vielmehr,/ Daß sie von Jesus selbst her­rüh­ret. Ich weiß, es ist gar eng die Pfort‘/ Und schmal der Weg nach Got­tes Wort, Der ret­tet vom Verderben/ Katho­lisch ist gut ster­ben.
    Der wah­re Glaub‘ muß gött­lich sein, Weil die­ses Gott allein gebüh­ret; Das ist nur Trug und fal­scher Schein, Was eines Men­schen Namen füh­ret. Dein gött­lich Wort ver­laß ich nie; Hilf allen, Herr, bekeh­re sie,/ Damit sie nicht verderben,/ Katho­lisch ist gut ster­ben!
    Was ein­stens selbst aus Jesu Mund Der jün­ger treue Sdiai gebotet,/ Das taten sie den Vatern kund,/ Das hat die Kirch‘ auch stets gei­eh­ret: So ward der Glau­be rein und klar Auf uns gebracht von Jahr zu iaht. Kann ich wohl so verderben?/ Katho­lisch ist gut ster­ben!
    Die wah­re Lehr‘ ist all­ge­mein, Sich immer gleich an allen Orten; Bei andern heißt es: la und Nein! Nie ste­hen sie bei ihren Wor­ten. Wo Ände­rung ist, ist fal­sche Lehr‘: So ler­net man nur immer mehr Sich stür­zen ins Verderben./ Katho­lisch ist gut ster­ben!
    Gott wür­dig­te sich uns’­re Lehr‘ Durch vie­le Wun­der zu erhe­ben: Wir bit­ten unse­re Geg­ner sehr, Auch eines nur uns anzu­ge­ben. Die Wun­der sind ja Got­tes Sprach‘. Wodurch ein Jeder ein­sehn mag, Wo Heil ist, wo Verderben./ Katho­lisch ist gut ster­ben!
    Seht Franz Xaver, den Glau­bens­held, Den uns der Herr in Luthers Zei­ten Zum Schutz des Glau­bens auf­ge­stellt; Wie groß in Tat, wie groß in Lei­den! Zu Tau­sen­den, wie es bekannt, Tat Wun­der Gott durch sei­ne Hand. Kann ich mit ihm verderben?/ Katho­lisch ist gut ster­ben!
    Wie schön glänzt dort der Heil’­gen Schar! Katho­lisch waren sie im Leben; Nur die­se Kirch‘, die sie gebar, Kann Hei­li­ge dem Him­mel geben. Drum kann nur der, so treu erfüllt, Was die­se Kir­che ihm befiehlt, Das Him­mel­reich erwer­ben. Katho­lisch ist gut ster­ben!
    Die Bibel ist ein gött­lich Ruch,/ Erfüllt von hohen Weisheitslehren;/ Doch wenn den Sinn ich flei­ßig, such‘, Wer kann mir ihn getreu erklären?/ Dann glaub‘ ich fest, der Zwei­fel weicht, Wann spricht die Kirch‘ von Gott erleucht: Dann fürcht‘ ich kein Verderben./ Katho­lisch ist gut ster­ben!
    Gott, wie das Evan­ge­li­um sagt, Um sei­ne Kir­che fest zu grün­den Gab ihr ein Haupt mit vol­ler Macht; Nie soll die Höll‘ es über­win­den. An die­sen Fel­sen halt ich mich; Gott schützt ihn immer gnä­dig­lich, Auf daß wir nicht ver­der­ben. Katho­lisch ist gut ster­ben!
    Ich glau­be, wie’s die Kirch‘ bekennt, daß sie­ben Gna­den­quel­len flie­ßen, Die man auch Sakra­men­te nennt, Die sich in Gna­den stets ergie­ßen. So lehrt von alters her die Kirch‘, dafür ist Got­tes Wort uns Bürg‘. Kann man wohl so ver­der­ben? Katho­lisch ist gut ster­ben!
    Die Tau­fe tilgt des Adams Schuld, Die wir als Men­schen­kin­der tra­gen. Die Fir­mung stärkt uns zur Geduld, Gibt Mut im Streit, daß wir nicht zagen. Selbst Jesus wohnt im Sakra­ment, Und bleibt bei uns bis ans End‘, Wird man wohl so ver­der­ben? Katho­lisch ist gut ster­ben!
    Wie tröst­lich ist es dir, wie leicht, Wenn an dem End‘ mit heil’­gen Hän­den Der Prie­ster dir den Hei­land reicht! So kannst du froh die Lauf­bahn enden. In unse­rer Kir­che weiß der Christ, Daß dies ein wah­rer Prie­ster ist,/ So kann er nicht verderben./ Katho­lisch ist gut ster­ben!
    Dazu glaub‘ ich, daß ein Altar/ Von Jesus Christ­ss ward ver­ord­net, Wor­auf sich ofert immerdar/ Das Lamm, zu unse­rem Heil geord­net. / Das war gleich anfangs und wird sein, Solang der Glau­be blei­bet rein,/ Und der kann nicht ver­der­ben. Katho­lisch ist gut ster­ben!
    Wenn ich dem Prie­ster ins­ge­heim Die Sün­den alle frei beken­ne, Und nicht nur grad so ins­ge­mein Mich einen gro­ßen Sün­der nen­ne; Und wann der Prie­ster im Gericht Mir dann der Sün­den Fes­sel bricht, Kann ich wohl so ver­der­ben? Katho­lisch ist gut ster­ben!
    Die Straf‘, die übrig bleibt, muß man Oft nach dem Tod im Feg­feu’r lei­den; Doch hat man hier genug getan, So wird man dort die Straf‘ ver­mei­den. Auf hilft die Kirch‘ dem lie­ben Schaf, Da sie durch Ablaß kürzt die Straf‘. Kann man wohl so ver­der­ben? Katho­lisch ist gut ster­ben!
    Die Lie­be folgt selbst nach dem Tod Der See­le, die von hin­nen schei­det, Und lin­dert lieb­reich ihre Not, Wenn sie im Feg­feu’r Stra­fen lei­det. Auch mir ist die­ser Trost bereit, Auch mir hilft einst die Selig­keit Der From­men Fleh´n erwer­ben. Katho­lisch ist gut ster­ben!
    Die Kirch‘ bleibt immer unser Hort. Heißt in das Grab der Tod mich stei­gen, So wird mir nach St. Jakobs Wort/ Der Prie­ster noch die Oelung rei­chen. Wie trö­stet mich dies Sakra­ment; Wie stärkt es mich an mei­nem Undl Werd ich wohl so ver­der­ben.? Katho­lisch ist gut ster­ben!
    Auch ist bei uns das Ehe­band Nicht wie bei Hei­den halb gebunden;/ Geknüpft ist es von Got­tes Hand,/ Mit Got­tes Segen ganz umwunden./ Führt Gott dich in den Eh’stand ein,/ So wird er auch dein Hel­fer sein, Um ja nicht zu ver­der­ben. Katho­lisch ist gut ster­ben!
    Doch hilft uns nicht der Glaub‘ allein; Stets Gutes tun‘ sei dein Bemü­hen. Der Kir­che mußt du folg­sam sein, Und was sie sagt, getreu voll­zie­hen; Denn, wer die Kirch nicht höret an, Wird wie ein Heid‘ und Publi­kan Nach Chri­sti Wort ver­der­ben. Katho­lisch ist gut ster­ben!
    Wie leicht ist mir’s, wenn ich mit Freud‘ Die zehn Gebot getreu erfül­le, Und alles, was die Kirch gebeut, Mit Lie­be tu nach Got­tes Wil­le! Nicht wie der Irr­tum, der mir lügt, Und mit dem Schein der Wahr­heit trügt:/ Er kann das Reich nicht erben. Katho­lisch ist gut ster­ben!
    Will ich nun zur gebot’nen Zeit Als Christ vom Flei­sche mich enthalten;/ Und zügeln mei­ne Sinnlichkeit/ Durch Fasten und Gebrauch der Alten, So hof­fe ich von mei­nem Gott, Er wird mir beisteh’n in der Not, Mich ret­ten vom Ver­der­ben. Katho­lisch ist gut ster­ben!
    Da Got­tes Freun­de nach dem Tod Mit uns in heil’­gem Bun­de ste­hen, So bitt‘ ich sie in jeder Not, Zu Gott mit mir um Hilf‘ zu flehn. Soll da die Hilf nicht sich’­rer sein Als wenn ich bete nur allein, Den Him­mel zu erwerben?/ Katho­lisch ist gut ster­ben!
    Der From­me kann auf Erden schon So man­che Gnad für mich erhal­ten; Wird, wenn er steht vor Got­tes Thron, Sein lie­bend Herz für mich erkal­ten? So fahr ich fort, wie ich getan, Und schließ‘ mich im Gebe­te an An jene Himmelserben./ Katho­lisch ist gut ster­ben!
    Die Kir­che, von Gott selbst belehrt, Will, daß wir Jesu Mut­ter lie­ben; Wer nicht die Mut­ter herz­lich ehrt, Der muß des Soh­nes Herz betrü­ben. Maria fleht für uns zu Gott,/ daß er uns helf‘ in Not und Tod, Daß wir den Him­mel erben./ Katho­lisch ist gut ster­ben!
    Kann ich nun auch als Katholik/ Der Toren Freu­den nicht genießen,/ So bringt mein Glaub‘ mir wah­res Glück, Den Tod selbst wird er mir ver­sü­ßen. Da bleib ich fest in Got­tes Gnad‘/ Und flie­he gern den brei­ten Pfad‘,/ Der füh­ret zum Verderben./ Katho­lisch ist gut ster­ben!
    Das Welt­glück ist ein lee­rer Schein Und alles, was wir hier genie­ßen. Der Tod raubt alles, groß und klein, Nur Tugend kann den Tod ver­sü­ßen. Auch fürcht‘ der treue Die­ner nicht, Wenn er muß ste­hen vor Gericht. Denn der wird nicht ver­der­ben. Katho­lisch ist gut ster­ben!
    Dann gilt kein Reu, kein Bit­ten mehr, Die hier sich wider Gott empö­ren Und sei­ner Kir­che heil’­ge Lehr‘, Die wer­den dort den Aus­spruch hören: Ver­p­fluch­ter, geh‘ zur Höl­len­pein, Dies soll Dein Los für ewig sein, Die Sünd‘ bringt nur ver­der­ben. Katho­lisch ist gut ster­ben!
    Hin­ge­gen wird der- from­me Christ Bei dem Gerich­te auf­recht ste­hen, Und weil er frei von Sün­den ist, Wird er mit Freud‘ den Rich­ter sehen. Hier wird es hei­ßen: Fürch­te nicht, Du folg­test treu dem Glau­bens­licht, Mein Reich sollst Du nun erben. Katho­lisch ist gut ster­ben!
    Gott Dank, daß ich katho­lisch bin Und stets geschützt vor fal­schen Leh­ren. Katho­lisch­sein ist mein Gewinn,/ Nie soll der Irr­tum mich betören./ Katho­lisch bin und nenn‘ ich mich, / Katho­lisch leb‘ und ster­be ich,/ So werd‘ ich nicht verderben./ Katho­lisch ist gut ster­ben!
    (aus: Paul Löer, Geschich­te der kath Kir­chen­ge­mein­de Iser­lohn 1745–1970, Nach­trag, S. 16–22, Iser­lohn 1981)

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    • „Katho­lisch bin und blei­be ich“ fand ich nicht in der Liste der Lie­der der Neu­af­ma­chung. Das Wort „katho­lisch“ kommt wohl in gar kei­nem Lied vor. Bekennt­nis­se sind beim Dialogismus/Relativismus nicht gefragt.

  7. Im übri­gen ist einer der mas­siv­sten Frust­aus­lö­ser in vie­len Sonn­tags­mes­sen, die ja nun „Fami­li­en­got­tes­dienst“ hei­ßen, obwohl sie­ben Ach­tel der Kirch­gän­ger ohne Kin­der kom­men, dass wir seit Jah­ren nicht mehr rich­tig aus dem Got­tes­lob sin­gen, son­dern aus einem neu­en Lie­der­buch namens „Kreu­zun­gen“, eine Scheuß­lich­keit aller­er­ster Sah­ne mit unzäh­li­gen „neu­en“ Lie­dern vol­ler theo­lo­gi­scher Feh­ler.
    Die­se „neu­en“ Lie­der sind die abge­schmack­ten Gas­sen­hau­er aus den 70er Jah­ren, also die damals modi­schen und wenig qua­li­täts­vol­len Songs der Klamp­fen-Kir­chen­ju­gend, die längst pas­sé ist.
    Das Mit­tel­maß hat sich sei­ne Heu­ler zurecht­ge­schnip­selt und zwingt sie nun zur Ehre des eige­nen gedrück­ten Selbst­be­wusst­seins dem Rest der Pfarr­ge­mein­den auf.
    Außer „Tan­tum ergo“ wur­de auch in from­men Werk­tags­mes­sen, die die ein­zig noch akzep­ta­be­len Hl. Mes­sen sind bei uns, nichts mehr im Gei­ste Thmas v. Aquins gesun­gen.
    Das neue Got­tes­lob kann jeden­falls nicht schlim­mer sein als das, was bei uns ohne­hin schon prak­ti­ziert wird.

    Und 99 von 100 Kirch­gän­gern sind der­ma­ßen unge­bil­det in Sachen Glau­ben und der­ma­ßen fixiert auf ihren pseu­do­from­men Well­ness-Anspruch, dass sie nichts mehr mer­ken KÖNNEN. Es waren Weih­bi­schö­fe und „Theo­lo­gen“ von den Unis, die ihnen seit Jahr­zehn­ten in Semi­na­ren die­se geist­li­che Unter­be­licht­et­heit aner­zo­gen haben. Und die ein­fa­chen Gläu­bi­gen haben aus dem alten Glau­ben nur eines bewahrt: den Respekt vor den Hir­ten und Theo­lo­gen. Den vor Gott haben sie auf­ge­ge­ben nach Anlei­tung der Hir­ten.

    Es ist uner­träg­lich: wenn man das auf­zei­gen will, auf der sach­li­chen, objek­ti­ven Ebe­ne auf­zei­gen will, springt einem das woh­lig betro­ge­ne Kir­chen­volk mit dem nack­ten Hin­tern ins Gesicht, denn krie­che­risch vor den irdi­schen „Obe­ren“ sind sie ja geblie­ben, wie von alters her.
    Sie wol­len und kön­nen die Sach­bot­schaf­ten nicht mehr als Sach­bot­schaf­ten erken­nen.
    Sie wer­den mit ihren dump­fen Hir­ten sofort per­sön­lich und eine inhalt­li­che Aus­ein­an­der­set­zung ist nicht mög­lich.

    Die Kir­che ist längst dege­ne­riert und am Boden, nur mek­ren vie­le es nicht, weil das Geld fließt und es den Anschein von Leben gibt. Jesus nann­te so etwas „weiß ange­tri­che­ne Grä­ber“.

    Erst wenn die Kir­che wie­der eine ech­te Erneue­rung in IHM erlebt, wird es auch wie­der ein ange­mes­se­nes Lie­der- und Gebet­buch geben.
    Bis dahin grei­fen die wirk­li­chen Gläu­bi­gen zurück auf das im Glau­bens­gut ver­sie­gel­te: die Hei­li­ge Schrift, das alte Stun­den­buch, die Schrif­ten der Väter, Leh­re­rin­nen, Leh­rer und Hei­li­gen und auf all das Gute, was uns doch wenig­stens von JPII udn Bene­dikt als Weg­zeh­rung mit­ge­ge­ben wor­den ist.

    • lei­der stimmt wie­der­mals alles, was Sie schrei­ben ganz genau auf den Punkt.Nur aller­dings spie­len die­se Din­ge beim heu­ti­gen mit poli­ti­cal cor­rect­ness abge­rich­te­ten Men­schen gar kei­ne Rolle.Dann kön­nen sie erheb­lich weni­ger schaden.Umso mehr ist es, die klei­ne Her­de-betend und lie­bend hof­fend auf den Herrn in Sei­ner Wie­der­kunft in den hei­li­gen Fei­ern, im Stundengebet,in jedem Menschen,der uns begegnet,der nicht Wischi waschi erwar­tet, son­dern ein wah­res Zeug­nis von unse­rer­seits-es ist eben die­se klei­ne Her­de, die leuch­tet, die mehr wirkt als gro­sse Debat­ten und hoch­ge­ju­bel­te Ergüs­se von höch­ster Ebene.Danke für Ihre muti­gen und ermu­ti­gen­den Wor­te.

  8. Man muss hier auch mal die Pius­bru­der­schaft und deren Sar­to-Ver­lag kri­ti­sie­ren, dass da kein eige­nes Gesang­buch, sozu­sa­gen mit „Imprimatur„der FSSPX, erhält­lich ist. Oder gibt es so etwas?

    • In Deutsch­land gibt es — lei­der! — kein ein­heit­li­ches Gebet- und Gesang­buch.
      Es stört schon etwas, wenn man bei der Mes­se aus etli­chen Büchern erst das rich­ti­ge fin­den muss und manch­mal sind die­se ziem­lich abge­wetzt. Das müss­te schon her: ein glo­bal ein­heit­li­ches Gebet- und Gesang­buch mit den latei­ni­schen Hym­nen und auch Lie­dern in der Lan­des­spra­che.

      In Frank­reich gibt es so ein Buch, das von P. Ber­nard Lor­ber, einem Prie­ster der FSSPX, erstellt wur­de und sogar ein Vor­wort von Kar­di­nal Cañizares Llove­ra (Prä­fekt der Kon­gre­ga­ti­on für den Got­tes­dienst und die Sakra­men­ten­ord­nung) bekom­men hat (http://www.musique-liturgique.com/boutique/livres-de-chant/magnificat-dominum.html).

    • Es gibt bei Sar­to zumin­dest ein klei­nes ein Gebet- und Gesang­buch: „Adore­mus“ mit vie­len tra­di­tio­nel­len Mari­en- und Sakra­ments­lie­dern.

      http://www.sarto.de/advanced_search_result.php?XTCsid=f498e8b276bdc4d961316f86d9baefdc&keywords=Adoremus&x=0&y=0

      Aber es stimmt, so ein All­ge­mei­nes Gebet- und Gesang­buch der Tra­di­ti­on wäre wün­schens­wert. Viel­leicht auch ein loh­nen­des Pro­jekt für den nova et vete­ra — Ver­lag, der ja so schö­ne und edle lit­ur­gi­sche Dünn­druck­aus­ga­ben ediert? Und da wir schon beim Kla­gen sind: wann wird end­lich wie­der ein Schott mit Gold­schnitt und Leder­ein­band zu kau­fen sein? Die­ser Klotz, der aller­or­ten im Rot­schnitt ange­bo­ten wird, ist wirk­lich mehr als unhand­lich.

  9. Bei der Petrus­bru­der­schaft ist ein sehr schö­nes Büch­lein erhäl­tich kosten­los gegen Spen­de

    ORDO MISSAE mit Cho­ral- und Lied­an­hang.

    Sehr hand­lich, 256 Sei­ten

  10. So rich­tig ver­se­he ich die gan­ze Auf­re­gung nicht. Brau­chen wir denn das Got­tes­lob wirk­lich? Rei­chen uns nicht Meß­buch und Lau­da­te für die Fei­er der Hei­li­gen Mes­se?
    Für ande­re Gele­gen­hei­ten gibt es auch noch das Lie­der­buch der KJB — Katho­li­sche Jugend­be­we­gung -. Wir haben so schö­ne Lie­der, vor­al­lem auch Mari­en­lie­der, die fast kei­ner mehr kennt. Als ich erst­mals bei der Natio­nal­wall­fahrt in Ful­da dabei war, haben mich die­se, mir damals noch unbe­kann­ten Mari­en­lie­der ganz beson­ders berührt. Dar­auf soll­ten wir zurück­grei­fen und sie unse­re Kin­der bzw. Enkel leh­ren!

    • Wenn die schö­nen katho­li­schen Lie­der „fast kei­ner mehr kennt“, wäre es doch schön, sie im neu­en GL wie­der­zu­ent­decken. Die­se Chan­ce scheint ver­passt. Da darf man sich ein biss­chen auf­re­gen, oder?

      • Natür­lich darf man sich auf­re­gen. Wir soll­ten nur nicht erwar­ten, die­se Lie­der aus­ge­rech­net im GL zu fin­den. Dann wären wir doch eini­ger­ma­ßen mit Blind­heit geschla­gen.

  11. Es wur­de in den Lied­tex­ten wie­der ein­mal rum­ge­klit­tert.
    Cho­ral­no­ta­ti­on. Fehl­an­zei­ge!
    Das neue GL ist das Werk von Kom­mis­sio­nen und Exper­ten­zir­keln.
    So sieht es aus und so ist auch der Inhalt.

  12. Die erste Durch­sicht des Betrach­ters ist nach mei­ner wie­der­hol­ten Durch­sicht doch etwas wohl­wol­lend aus­ge­fal­len. Es ist das Pro­dukt von Kom­mis­sio­nen und Exper­ten­zir­keln, da hat Lau­ren­ti­us schon Recht. Das ist unbe­streit­bar. Es ver­kör­pert auch die Gene­ral­li­nie der hie­si­gen Aus­rich­tung.

  13. Super dass so vie­le davon begei­stert sind.
    Was hat man sich davon aber ver­spro­chen? Alles muss neu sein? Koste was es wol­le?
    Die­ser Schritt kostet um die 20–30 Mil­lio­nen Euro — es sind sämt­li­che Gemein­den mit den Neu­en Büchern aus­ge­stat­tet wor­den. Da hun­gern Men­schen auf der Welt, im Adve­ni­at wird um Spen­den förm­lich gebet­telt, wer soll das noch ver­ste­hen und nach­voll­zie­hen?
    Wird man bes­ser beten kön­nen, wenn über­haupt jemand noch betet? Mit dem „alten“ Got­tes­lob ging das anschei­nend nicht so gut. Um Lieb­lings­lie­der ein­zel­ner Bischö­fe zu erfas­sen brauch­te man die­ses Got­tes­lob sicher­lich nicht. Und lee­re Kir­chen wer­den dadurch auch nicht gefüllt.

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