„Schleichende Apostasie unter Christen“ — Kardinal Sarah kritisiert „finanziell mächtige Gruppen“

Robert Kardinal Sarah, ehemaliger Erzbischof von Conakry in Guinea, seit 2010 Präsident des Päpstlichen Rats Cor Unum(Tri­est) Kuri­en­kar­di­nal Robert Sarah schlägt Alarm. Unter den Gläu­bi­gen sei eine „schlei­chen­de Apost­asie“ im Gan­ge. Der Weck­ruf kommt vom Prä­si­den­ten des Päpst­li­chen Rats Cor Unum bei einer Tagung der Euro­päi­schen Bischofs­kon­fe­ren­zen COMECE in Tri­est.

„Sogar unter den Getauf­ten und den Jün­gern Chri­sti gibt es heu­te eine Art von ‚schlei­chen­der Aposta­stie‘, eine Ableh­nung Got­tes und des christ­li­chen Glau­bens in der Poli­tik, in der Wirt­schaft, im ethi­schen und mora­li­schen Bereich und in der post­mo­der­nen west­li­chen Kul­tur.“ Die­se Wor­te stam­men von Robert Kar­di­nal Sarah, dem Prä­si­den­ten des Päpst­li­chen Rates Cor Unum, der am Diens­tag bei einer Tagung der Kom­mis­si­on der Bischofs­kon­fe­ren­zen der Euro­päi­schen Gemein­schaft in Tri­est über die Näch­sten­lie­be sprach.

„Unfrei­wil­lig atmen wir mit vol­len Zügen Leh­ren ein, die sich gegen den Men­schen wen­den und eine neue Poli­tik her­vor­brin­gen, die eine Wir­kung der Ero­si­on, der Ver­nich­tung, der Zer­stö­rung und der schwer­wie­gen­den Aggres­si­on hat, lang­sam aber kon­stant, vor allem auf den Men­schen, sein Leben, sei­ne Fami­lie, sei­ne Arbeit und sei­ne zwi­schen­mensch­li­chen Bezie­hun­gen. Wir haben nicht ein­mal mehr die Zeit zu leben, zu lie­ben und anzu­be­ten. Das ist eine außer­or­dent­li­che Her­aus­for­de­rung für die Kir­che und die Seel­sor­ge der Näch­sten­lie­be. Die Kir­che klagt auch die ver­schie­de­nen For­men des Lei­dens an, deren Opfer der Mensch ist“, so der Kar­di­nal.

„Ein Huma­nis­mus ohne Gott gekop­pelt mit einem ver­schärf­ten Sub­jek­ti­vis­mus, das sind Ideo­lo­gien, die heu­te von den Medi­en und extrem ein­fluß­rei­chen und finan­zi­ell mäch­ti­gen Grup­pen geför­dert wer­den, sich hin­ter dem Schein inter­na­tio­na­ler Hil­fe ver­stecken und auch im kirch­li­chen Bereich und in unse­ren kari­ta­ti­ven Orga­ni­sa­tio­nen ope­rie­ren“, so der Kar­di­nal.

Für die Kir­che, so der Prä­si­dent von Cor Unum, „sind die christ­li­chen Wer­te, die sie lei­ten, und die kirch­li­che Iden­ti­tät der kari­ta­ti­ven Tätig­keit nicht ver­han­del­bar. Jede Ideo­lo­gie, die der gött­li­chen Leh­re wider­spricht, ist zurück­zu­wei­sen, jede wirt­schaft­li­che oder kul­tu­rel­le Unter­stüt­zung, die an ideo­lo­gi­sche Auf­la­gen gekop­pelt ist, die dem christ­li­chen Men­schen­bild wider­spricht, ist abzu­leh­nen“, so der Kar­di­nal mit Blick auf inter­na­tio­na­le Orga­ni­sa­tio­nen wie die Ver­ein­ten Natio­nen und Unter­or­ga­ni­sa­tio­nen, den Welt­wäh­rungs­fonds, aber auch die EU, ein­zel­ne Regie­rung und regie­rungs­na­he huma­ni­tä­re Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen.

Im ver­gan­ge­nen Juni hielt bereits mit Ray­mond Leo Bur­ke ein ande­rer Kar­di­nal eine bemer­kens­wer­te Rede, in der er auf die Dik­ta­tur des Rela­ti­vis­mus ein­ging und des­sen Vor­drin­gen auch inner­halb der Katho­li­schen Kir­che und katho­li­scher Orga­ni­sa­tio­nen kri­ti­sier­te (sie­he eige­nen Bei­trag Der „Ver­rat“ der Katho­li­ken – War­um Kampf gegen Abtrei­bung und „Homo-Ehe“ ver­lo­ren ist, aber doch noch gewon­nen wer­den kann).

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Vati­can Insi­der

3 Kommentare

  1. Sarah meint die Frei­mau­re­rei und die vie­len von ihr ver­blen­de­ten Men­schen. In christ­li­chen Gesell­schaf­ten kann die Frei­mau­re­rei gut anset­zen, da seit Bestehen der Kir­che die Sphä­re der Reli­gi­on von der der Poli­tik unter­schie­den wird. Die selbst­er­nann­ten Hohe­prie­ster der Huma­ni­tät haben die stren­ge Tren­nung von Staat und Glau­ben mit klar athe­isti­scher Stoß­rich­tung, den Lai­zis­mus, zum fal­schen Dog­ma erho­ben. Die Pro­te­stan­ten fol­gen in ihrer gro­ßen Mehr­zahl die­sem unge­schrie­be­nen Dog­ma. Moder­ni­stisch ver­an­lag­te Katho­li­ken sind für die­se Krank­heit eben­falls offen wie ein Scheu­nen­tor. Bloß an den Katho­li­ken der Tra­di­ti­on bei­ßen sich die Logen­brü­der die Zäh­ne aus.

  2. „Jede Ideo­lo­gie, die der gött­li­chen Leh­re wider­spricht, ist zurück­zu­wei­sen, jede wirt­schaft­li­che oder kul­tu­rel­le Unter­stüt­zung, die an ideo­lo­gi­sche Auf­la­gen gekop­pelt ist, die dem christ­li­chen Men­schen­bild wider­spricht, ist abzu­leh­nen“, so der Kar­di­nal mit Blick auf inter­na­tio­na­le Orga­ni­sa­tio­nen wie die Ver­ein­ten Natio­nen und Unter­or­ga­ni­sa­tio­nen, den Welt­wäh­rungs­fonds, aber auch die EU, ein­zel­ne Regie­rung und regie­rungs­na­he huma­ni­tä­re Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen.“

    Wohl wahr! Dumm nur, wenn sein Chef, Papst Fran­zis­kus, dem Gene­ral­se­kre­tär der Ver­ein­ten Natio­nen (UN) Ban Ki-Moon­Mit­hil­fe­bei den anti-christ­li­chen Mil­le­ni­ums­zie­len ver­spro­chen hat und die UN und deren „Arbeit“ außer­dem sehr schätzt.
    http://en.radiovaticana.va/storico/2013/04/09/ban_ki-moon:_pope_francis_a_man_of_peace_and_purpose/en1-681164

    Hin­ter die­sen den Mil­le­ni­ums­zie­len ver­stecken sich hin­ter schö­nen Wor­ten wie z.B. Armuts­be­kämp­fung und „Mut­ter­schutz“ in Wirk­lich­keit Pro­gram­me zur Abtrei­bung, Ste­ri­li­sa­ti­on, Emp­fäng­nis­ver­hü­tung usw. das gan­ze Pro­gramm der Bevöl­ke­rungs­kon­trol­le, die die UN seit Jahr­zehn­ten unbe­merkt von den mei­sten betreibt.
    Wenn man die UN-Zie­le gut kennt und außer­dem liest, was die bei­den noch bespro­chen haben, dann erkennt man sehr schnell, dass der Papst die gan­ze Zeit das UN-Pro­gramm abar­bei­tet.

    Das bis­he­ri­ge Schwei­gen des Pap­stes zu LGTB-The­men passt lei­der auch dazu.
    http://derkatholikunddiewelt.blogspot.de/2013/07/preist-der-vatikan-die-un-auch-fur-die.html

    Den Welt­bank-Chef hat der Papst eben­falls jüngst getrof­fen und ihm Zusam­men­ar­beit bei deren Orwell´scher „Armuts­be­kämp­fung“ ver­spro­chen
    http://vaticaninsider.lastampa.it/en/world-news/detail/articolo/papa-pope-el-papa-banca-mondiale-world-bak-29079/

  3. War die­ser Kar­di­nal nicht auch­ei­ner von denen, die als poten­zi­el­le Kan­di­da­ten für den Stuhl Petri
    im Vor­feld genannt wor­den waren. Er sprach jeden­falls nicht vom Rand her, son­dern er sprach die Mit­te der Not der Kir­che an. Scha­de, dass er nur als papa­bi­le genannt wur­de.

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