Kath.net, Gloria.tv, Katholisches.info — Der Umbruch katholischer Nachrichtenseiten unter Papst Franziskus

Kath.net Gloria.tv Katholisches.info: Papst Franziskus und der Umbruch bei den unabhängigen katholischen NachrichtenseitenGast­kom­men­tar von Klaus Vogt

(Köln/Wien) Im Bereich der unab­hän­gi­gen katho­li­schen Nach­rich­ten­sei­ten des deut­schen Sprach­rau­mes ist ein Umbruch im Gan­ge. Drei­zehn Jah­re lang war die öster­rei­chi­sche Nach­rich­ten­sei­te Kath.net als meist­be­such­te Sei­te der Platz­füh­rer. Das hat sich geän­dert. Seit eini­gen Tagen hat die Inter­net­platt­form Gloria.tv den ersten Platz ein­ge­nom­men. Sie ver­öf­fent­licht eine täg­li­che Nach­rich­ten­sen­dung. Das ist die erste Neu­ig­keit. Dicht gefolgt wer­den bei­de an drit­ter Stel­le von Katholisches.info und das ist die zwei­te Neu­ig­keit.

Gloria.tv überrundet Kath.net

Die­sem Umbruch liegt eine Ver­än­de­rung im Lese­ver­hal­ten zugrun­de, die in direk­tem Zusam­men­hang mit der Wahl von Papst Fran­zis­kus und den damit ver­bun­de­nen Akzent­ver­schie­bun­gen steht. Die Anga­ben von Ale­xa sind nicht unum­strit­ten. Sie erlau­ben jedoch einen direk­ten Ver­gleich für die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land und Öster­reich. Mit Stand vom 1. Novem­ber liegt Gloria.tv in Deutsch­land im Ale­xa Ran­king auf Platz Eins der katho­li­schen Nach­rich­ten­sei­ten (Rank 7.791). Nur mehr auf Platz Zwei liegt hin­ge­gen Kath.net (Rank 8.661), dicht gefolgt auf Platz Drei von Katholisches.info (Rank 10.349).

Katholisches.info schließt zur Spitze auf

In Öster­reich hält Kath.net mit Rank 381 wei­ter­hin den ersten Platz. Dort belegt inzwi­schen bereits Katholisches.info Platz Zwei mit Rank 623, wäh­rend Gloria.tv in Öster­reich mit Rank 1.434 den drit­ten Platz ein­nimmt. Für die Schweiz lie­gen kei­ne Ver­gleichs­zah­len vor. Katholisches.info ver­vier­fach­te im ver­gan­ge­nen Jahr die Durch­schnitts­zu­grif­fe und konn­te damit zu den bei­den ande­ren Sei­ten auf­schlie­ßen.

Die Ver­än­de­run­gen im Leser­zu­spruch sind Aus­druck grund­le­gen­de­rer Akzen­tän­de­run­gen, die mit der Wahl von Papst Fran­zis­kus ein­setz­ten und seit­her statt­fin­den. Sie wider­spre­chen dem all­ge­mein behaup­te­ten Jubel und Zuspruch für den neu­en Papst.

Pontifikat von Papst Franziskus verändert katholische Medienlandschaft im Internet

Als Kath.net Ende 1999 den Betrieb auf­nahm, han­del­te es sich um eine inno­va­ti­ve Initia­ti­ve, die eine kir­chen- und rom­treue Alter­na­ti­ve zu den offi­zi­el­len, pro­gres­siv ange­krän­kel­ten und um Distanz zu Rom bemüh­ten Kir­chen­me­di­en dar­stell­te. Im Lau­fe der Jah­re ent­stan­den wei­te­re Initia­ti­ven, 2005 Gloria.tv und 2006 Katholisches.info und damit die drei heu­te im deut­schen Sprach­raum füh­ren­den unab­hän­gi­gen katho­li­schen Nach­rich­ten­sei­ten. Alle drei hat­ten von Anfang unter­schied­li­che Akzent­set­zun­gen, wes­halb sie kom­ple­men­tär wirk­ten und was ihren lan­gen Bestand erklärt. Trotz deut­li­cher Unter­schie­de der katho­li­schen Sen­si­bi­li­tät war allen drei Sei­ten eine wohl­wol­len­de Nähe zum Pon­ti­fi­kat von Papst Bene­dikt XVI. gemein­sam.

Mit der Wahl von Papst Fran­zis­kus hat sich dies geän­dert. Das neue Pon­ti­fi­kat von Papst Fran­zis­kus ist Aus­lö­ser einer tie­fen Ver­un­si­che­rung unter kir­chen­treu­en Katho­li­ken. Die drei Sei­ten haben unter­schied­lich dar­auf reagiert. Der Zuspruch ist ein sen­si­bler Indi­ka­tor dafür, wer dabei den katho­li­schen Nerv trifft. Ergeb­nis die­ser Ach­sen­ver­schie­bung ist, daß Gloria.tv nach sechs Mona­ten Pon­ti­fi­kat von Papst Fran­zis­kus Kath.net als größ­te katho­li­sche Nach­rich­ten­sei­te im deut­schen Sprach­raum ablö­ste und Katholisches.info, vor einem Jahr noch weit von den bei­den ande­ren Sei­ten ent­fernt, die deut­lich­ste Stei­ge­rung von allen drei Sei­ten auf­weist und direkt zu ihnen auf­schlie­ßen konn­te.

Frage der katholischen Sensibilität aber auch der Unabhängigkeit

Die­se Ent­wick­lung hat nicht nur mit einer unter­schied­li­chen katho­li­schen „Sen­si­bi­li­tät“ der drei Sei­ten zu tun, son­dern auch mit Unab­hän­gig­keit. Kath.net gehört zwar nicht zu den offi­zi­el­len Kir­chen­me­di­en, wes­halb es sich unab­hän­gig nen­nen kann, wird jedoch zum Teil von offi­zi­el­ler Sei­te finan­ziert. Man könn­te auch von einer wohl­wol­len­den Dul­dung durch einen Teil des öster­rei­chi­schen Epi­sko­pats, vor allem Chri­stoph Kar­di­nal Schön­born spre­chen. Das sichert Kath.net neben direk­ter Finan­zie­rung jene Wer­be­kun­den, die Gloria.tv im Zusam­men­hang mit Kri­tik an der Pil­le-danach-Ent­schei­dung von Joa­chim Kar­di­nal Meis­ner und der Deut­schen Bischofs­kon­fe­renz über Nacht ver­lo­ren­gin­gen. Die Fol­gen die­ser Abhän­gig­kei­ten haben sich bei Kath.net seit der Wahl von Papst Fran­zis­kus deut­lich aus­ge­wirkt.

Nur am Ran­de: Von den offi­zi­el­len kirch­li­chen Inter­net­nach­rich­ten­sei­ten spielt im deut­schen Sprach­raum ledig­lich Radio Vati­kan wirk­lich eine Rol­le. Das seit Sep­tem­ber 2012 in neu­er Auf­ma­chung erschei­nen­de kir­chen­of­fi­zi­el­le Online­por­tal Katholisch.de wird mit mehr als zwei Mil­lio­nen Euro aus dem Medi­en­etat der deut­schen Bischö­fe finan­ziert (sie­he eige­nen Bericht). Das ent­spricht dem Hun­dert­fa­chen der Mit­tel, die zum Bei­spiel Katholisches.info berech­net. Der Zuspruch steht jedoch in pro­por­tio­nal umge­kehr­tem Ver­hält­nis zum Geld­ein­satz. Im Ale­xa Ran­king weist Katholisch.de zudem selt­sa­me Schwan­kun­gen auf, die auf den Ein­satz von Hilfs­mit­teln hin­wei­sen, die künst­lich den Zuspruch erhö­hen sol­len. Eine Vor­gangs­wei­se, wie sie im Inter­net häu­fig anzu­tref­fen ist. Unlau­te­re Anbie­ter offe­rie­ren eige­ne Soft­ware zur Schaf­fung künst­li­cher Klick­zah­len. Katho­li­sche Sei­ten soll­ten davon eigent­lich die Fin­ger las­sen.

Bild: Screen­shot Mon­ta­ge

35 Kommentare

  1. Gra­tu­la­tio­nen an Katholisches.info und Gloria.tv!

    „Kom­ple­men­tär“ ist tref­fend for­mu­liert: Die­se sehr geschätz­te Sei­te ist fast wis­sen­schaft­lich, jeden­falls durch die aus dem Ita­lie­ni­schen über­setz­ten Arti­kel von ech­ten Intel­lek­tu­el­len sehr anspruchs­voll, wäh­rend Gloria.tv stär­ker auf Vide­os mit zwangs­läu­fig kür­zer for­mu­lier­ten Bot­schaf­ten bzw. Nach­rich­ten sowie auf eine gewis­se Form der Unter­hal­tung setzt. Bei­des hat sei­ne Berech­ti­gung.

    Der Arti­kel bestä­tigt mei­nen schon län­ger bestehen­den Ein­druck, daß sich das famo­se KATH.NET voll­kom­men ver­ga­lop­piert hat:
    — Gefühl­te zwei Drit­tel der Arti­kel sind von den offi­zi­el­len (und somit lang­wei­li­gen und unkri­ti­schen) Agen­tu­ren kath­press und KNA über­nom­men, kri­ti­sche Anmer­kun­gen wer­den kon­se­quent weg­zen­siert.
    — Neu­er­dings distan­ziert man sich gera­de­zu panisch von allem und jedem, was irgend­wie poli­tisch unkor­rekt erschei­nen könn­te.
    — Mei­ne eige­nen gründ­lich recher­chier­ten und aus­ge­wo­ge­nen Gast­kom­men­ta­re sind auch mitt­ler­wei­le ver­schwun­den, sogar ein Arti­kel, den man aus der VISION 2000 über­nom­men hat­te.
    — Die Hof­be­richt­erstat­tung ist pein­lich: Vor kur­zem noch „Benedetto“-Rufe, heu­te — bei erheb­li­cher Ver­än­de­rung der inhalt­li­chen und for­mel­len Aus­rich­tung — die „Fran­zis­kus-Per­len“ (vor­mals übri­gens „-pil­len“).

    Nun, das gläu­bi­ge Volk ent­schei­det ohne­hin selbst, was es liest, schätzt und unter­stützt.

    In die­sem Zusam­men­hang ein Appell an die Bischö­fe des deut­schen Sprach­raums und an die Orden (Fran­zis­ka­ner, Kapu­zi­ner, Sal­va­to­ria­ner, Jesui­ten u. a.):

    Eure Medi­en sind schlecht, lang­wei­lig, weit­ge­hend inhalts­leer, irre­al-fana­tisch bezüg­lich „Das Kon­zil“ und häu­fig häre­tisch. Machen Sie es bes­ser oder ver­scho­nen Sie die Katho­li­ken und Nicht-Katho­li­ken mit die­sem Zeug!

    • Habe soeben auf Kath.net in freund­li­chem Ton zwei sach­li­che kri­ti­schen Kom­men­ta­re zu dem dor­ti­gen Arti­kel „(K)ein Papst auf Knien?“ ver­fasst, in dem die dor­ti­ge Ver­fas­se­rin etwas undif­fe­ren­ziert Papst Fran­zis­kus gegen sprung­be­rei­te Feind­se­lig­keit aus dem kon­ser­va­ti­ven Lager in Schutz nimmt. Bin gespannt, ob er ver­öf­fent­licht wird. Wäre nicht das erste mal, dass ich weg­zen­siert wer­de.

      • Bei Kath.net wird gründ­lich zen­siert. Wer Fran­zis­kus in höch­sten Tönen lobt, wird gebracht. Selt­sa­me Vor­ge­hens­wei­se. Die Lob­hu­de­lei der Frau L. war direkt pein­lich. Selt­sam, dass ein Papst hoch­ge­ju­belt wer­den muss.

      • Bin natür­lich mit mei­nem ent­schei­den­den Bei­trag weg­zen­siert wor­den. Nur der zwei­te weni­ger sub­stan­ti­el­le ist von Kath.net zuge­las­sen wor­den. Mög­li­cher­wei­se lag es ja dar­an, dass ich dar­in u. a. posi­tiv über katholisches.info geäu­ßert habe. Gleich­wohl: bin von Kath.net sehr ent­täuscht. Mein Bei­trag war abso­lut sach­lich und in kei­ner Wei­se belei­di­gend. Wenn sie so wei­ter­ma­chen, wer­den sie noch mehr Leser ver­lie­ren.

      • Habe den erwähn­ten Arti­kel eben­falls soeben zur Kennt­nis genom­men. Da kann man eigent­lich nur kon­sta­tie­ren: Typisch kath.net. Da die Redak­ti­on die­ses tra­gi­ko­mi­schen Inter­net­auf­tritts offen­bar eher unbe­darf­ter Gei­stes­art ist, ist sie nicht in der Lage, die not­wen­di­gen Unter­schei­dun­gen zwi­schen dem Papst als Amts­trä­ger, dem Stil sei­nes öffent­li­chen Auf­tre­tens sowie dem Pri­vat­mann Ber­go­glio vor­zu­neh­men. All dies fällt für kath.net in eins, und dar­um muß alles, was „vom Papst kommt“, um jeden Preis ver­tei­digt bzw. als der Weis­heit letz­ter Schluß in die Welt hin­aus­ge­ju­belt wer­den, und sei es noch so offen­sicht­li­cher Unfug. So empör­te sich kath.net anläß­lich des unsäg­li­chen Repu­blic­ca-Inter­views dar­über, der Text sei von einem 89jährigen Greis „aus dem Gedächt­nis“ nie­der­ge­schrie­ben und ohne vor­he­ri­ge Kon­trol­le ver­öf­fent­licht wor­den. „Unglaub­lich“, hieß es dazu in einer Über­schrift von kath.net — und man mein­te wohl , damit dem Papst einen Dienst erwie­sen zu haben. Daß aller­dings der Hl. Vater der Ver­öf­fent­li­chung des Inter­view­tex­tes in genau die­ser Form zuge­stimmt hat­te, wur­de geflis­sent­lich igno­riert. So geriet die „Ver­tei­di­gung“ des Pap­stes durch die wacke­ren Strei­ter von kath.net wie­der ein­mal zu einer Lach­num­mer, die des­we­gen beson­ders pein­lich war, weil das Ver­dikt „unglaub­lich“ natür­lich auf den Letzt­ver­an­wort­li­chen zurück­fiel, näm­lich den Papst.

        Von ähn­lich dürf­ti­ger Qua­li­tät ist der neue­ste Arti­kel „(K)Ein Papst auf den Knien.“ Die­je­ni­gen Meinug­s­äu­ße­run­gen, die bestimm­te Ver­hal­tens­wei­sen des Pap­stes aus guten Grün­den als befremd­lich kenn­zeich­nen, wer­den dort dem „ultra­rech­ten“ Lager zuge­ord­net. Soweit hier­mit nicht tat­säch­lich inak­zep­ta­ble ordi­nä­re Haß­ti­ra­den gemeint sind, ist ein der­ar­ti­ger Vor­wurf nach­ge­ra­de unver­schämt. Um nur ein Bei­spiel zu nen­nen: Es hilft alles nichts, die Art des öffent­li­chen Auf­tre­tens des Pap­stes ist kei­nes­wegs bedeu­t­ung­los. Und doch wur­de der Stil Papst Bene­dikts XVI. von kath.net eben­so ver­herr­licht, wie jetzt der die­sem Stil in mehr als einem Punkt dia­me­tral ent­ge­gen­ge­setz­te des regie­ren­den Pap­stes geprie­sen wird. Dies zeigt: Für kath.net kommt es nicht dar­auf an, was ein Papst tut, son­dern daß es ein Papst tut. Dies weckt fata­le Asso­zia­tio­nen zu Devi­sen wie „Die Par­tei hat immer recht“ oder „Füh­rer befiehl, wir fol­gen dir“. Und wer nicht bereit ist, sei­nen Ver­stand an der Gar­de­ro­be der kath.net- Redak­ti­on abzu­ge­ben, ist eben „sprung­be­reit feind­se­lig“ oder „ultra­rechts“. So ein­fach ist das. Daß übri­gens die kir­chen­feind­li­chen Medi­en gera­de die Ver­än­de­run­gen im äuße­ren Auf­tre­ten des Pap­stes mit so gro­ßem Bei­fall auf­ge­nom­men haben, ist für kath.net ver­mut­lich ein rei­ner Zufall.

        Es wäre zu wün­schen, daß kath.net end­lich damit auf­hört, sei­nen gro­tes­ken Papa­lis­mus, der Papst­treue mit einem infan­ti­len Star- oder gar „Führer“-Kult gleich­zu­set­zen scheint, auf­gibt. Solan­ge dies nicht geschieht, ist zu wün­schen, daß die Zahl der Leser noch wei­ter zurück­geht, da so etwas eigent­lich gar kei­ne Leser ver­dient.

        • Sie tref­fen es ganz genau. — F. ist durch sei­ne Inkon­si­stenz Anwär­ter für einen Füh­rer­kult bzw. Ido­li­sie­rung. Das lässt sich ganz leicht ana­ly­sie­ren. Auch wenn kath.net Bene­dikt genau­so beju­belt hat, hat Bene­dikt nicht zum Star oder Füh­rer getaugt — intel­lek­tu­ell zu anspruchs­voll, zu red­lich (wenn auch in der Sache angreif­bar).

      • Auch ich kann berich­ten, dass kath.net mich seit Mona­ten weg­zen­siert, wenn ich auch nur ein klein wenig am Lack des Pap­stes krat­ze.

        Aber die Sei­te ist ohne­hin pro­ble­ma­tisch — nicht nur wegen der Ver­blen­dung bzgl. des F.

        Ich per­sön­lich fin­de das Niveau teil­wei­se erschreckend seicht und sogar pri­mi­tiv. Dazu gehört lei­der auch vie­les, was von Frau­en für die Frau­lich­keit fabri­ziert wird. Ich ste­he damit viel­leicht allei­ne auf wei­ter Flur, aber Frau Kel­le mit die­sem „Mach doch die Blu­se zu!“ oder Arti­kel, die katho­li­schen Frau­en ein frag­wür­di­ges „Ech­te Frau­en müs­sen sich hübsch machen!“ auf­zwin­gen wol­len — das ist nicht nur unka­tho­lisch, son­dern ein­fach schon mensch­lich dane­ben und irgend­wie in einer der unter­sten Schub­la­den.
        Das geht mir als Frau gegen den Strich. Zumal schon im NT aus­drück­lich gesagt wird, der Schmuck einer Frau sei nicht äußer­lich, son­dern gei­stig. Immer wie­der wird das aus­ge­sagt — das Frau­en­bild des NT ist gera­de nicht „kon­ser­va­tiv“ (Mar­tha, die ihre Auf­ga­be allein im Haus­halt sieht, hat das weni­ger Gute erwählt! — Und der Schmuck sei inwen­dig etc.). Alles, was man Frau­en kon­ser­va­ti­ver­wei­se so ger­ne zuschreibt in der gefal­le­nen Welt, mag zwar aus prag­ma­ti­schen Grün­den dazu­ge­hö­ren — aber das sind den­noch Neben­sa­chen. Das Leit­bild ist und bleibt die Got­tes­mut­ter, von der nicht über ihre Koch­kün­ste oder ihre auf­ge­putz­te Schön­heit erzählt wird, son­dern ihre Rein­heit, ihr Glau­be, ihre Hin­ga­be und ihre hohe gei­sti­ge Akti­vi­tät.

        Es ist ein Pro­blem, wenn wir Kon­ser­va­ti­vis­mus mit Katho­lisch­sein ver­wech­seln.
        Katho­lisch­sein bedeu­tet ledig­lich eine Bin­dung an die objek­ti­ve und offen­bar­te Wahr­heit. Es bedeu­tet kei­ne Bin­dung an die Kon­ven­tio­nen aus der Vor­zeit. Das Cha­ris­ma der Frau­en ist zwar die Mut­ter­schaft, aber als geist­li­ches und gei­sti­ges Cha­ris­ma — nicht im Sin­ne der heid­nisch inspi­rier­ten Welt, die in der Mut­ter­schaft etwas Erd­ver­bun­de­nes sieht. Was in der Welt kon­ser­va­tiv ist, ist nicht deckungs­gleich mit dem wah­ren Glau­ben.

        Die­se fun­da­men­ta­le und tra­gi­sche Ver­wechs­lung ist wohl der tief­ste Grund für die Wider­stand­schwä­che der „Kon­ser­va­ti­ven“ gegen­über dem Moder­nis­mus schon seit 100 Jah­ren.
        Mit einem ver­bür­ger­lich­ten Kon­ser­va­tis­vis­mus kann man den wah­ren Glau­ben aller Zei­ten nicht begrün­den und begrei­fen. Beim ersten Wind fällt man um — und ein Papst, der nicht glau­bens­treu ist, ist ein ganz star­ker Wind…

  2. katho­li­sches. info und Glo­ria tv sind DIE inter­sei­ten der katho­li­schen trad­ti­on im Internet.kath net zeigt eine star­ke nähe zu Schönborn,medjugorje und dem evangelikalismus.aber die­se Arti­kel muss man ja nicht lesen.

  3. Es liegt ein gro­ßer Segen dar­in, die Ent­schei­dung der Bischö­fe für die Danach-Pil­le kri­ti­siert zu haben und zu kri­ti­sie­ren. Man darf ja nicht ver­ges­sen, daß ein unge­heu­rer Druck von den welt­li­chen Macht­ha­bern auf das Epi­sko­pat aus­ge­übt wur­de. Da schul­den wir ein­fa­chen Gläu­bi­gen es unse­ren Bischö­fen schon, min­de­stens ein Gegen­ge­wicht zu sein. Und in der Sache darf es ohne­hin kei­nen Zwei­fel geben, daß die Kir­che für die unbe­ding­te Wei­ter­ga­be des Lebens steht. Das schul­den wir unser allem Herrn und sei­ner Schöp­fung.

  4. Den Moder­ni­sten wäre es natür­lich am lieb­sten, wenn nur sie rele­van­te Sei­ten im Netz hät­ten. Es ist bezeich­nend für den Zustand der nach­kon­zi­lia­ren Kir­che: Sehr gro­ße Etats ste­hen für die Öffent­lich­keits­ar­beit zur Ver­fü­gung, doch die Rela­ti­on Geldeinsatz/erreichte Leser ist um Stu­fen weni­ger effek­tiv als hier.

  5. Ich bin wohl das typi­sche Bei­spiel für die­se Ent­wick­lung. Ich habe die­ses Sei­te ent­deckt, da ich — als prak­ti­zie­ren­der Katho­lik — durch die Wahl von Papst Fran­zis­kus das Inter­es­se an den Vor­gän­gen in der Welt­kir­che wie­der­ge­fun­den habe. Seit­dem lese ich hier fast täg­lich mit einer gewis­sen Erhei­te­rung die fru­strier­ten Arti­kel und Kom­men­ta­re derer, die sich ihren eige­nen Glau­ben schaf­fen und vom Hl. Geist (und plötz­lich auch vom Hl. Vater) nichts mehr wis­sen wol­len. Je fru­strier­ter und absur­der („Cari­tas abschaf­fen…“) die­se Tex­te wer­den, desto mehr spü­re ich, dass die Kir­che Got­tes nun end­lich wie­der auf einem guten Weg ist. Ich bete für sie und gehe den Weg mit Freu­de und Zuver­sicht gemein­sam mit mei­nem — mit unse­rem — Papst Fran­zis­kus!

    • Die, die „freu­dig und zuver­sicht­lich“ glau­ben, den Hl. Geist gepach­tet zu haben, ver­wech­seln all­zu­oft den Hl. Geist mit dem Zeit­geist. Und eben­so all­zu­oft sind „Freu­de und Zuver­sicht“ nicht demü­ti­ger Aus­druck davon, daß dem eige­nen sün­di­gen Leben die ver­zei­hen­de Gna­de Got­tes begeg­net, als viel­mehr davon, daß das eige­ne sün­di­ge Leben nicht mehr als sün­dig benannt wird. End­lich, so die „befrei­en­de“ „Freu­de und Zuver­sicht“, ist man von der Sün­de befreit. Was man nicht mehr hört ist nicht mehr da, so der Wahn. Rea­li­stisch ist das nicht — und es bleibt zu hof­fen und ernst und innig­lichst zu beten, daß alle die­se irre­ge­lei­te­ten Scha­fe noch recht­zei­tig zur Ein­sicht geführt wer­den.

    • Hier ist nie­mand fru­striert — eher besorgt.
      Dass aber jemand „vom Hei­li­gen Geist nichts mehr wis­sen will? Da wis­sen Sie offen­bar mehr als die Betrof­fe­nen selbst.
      Wann will man denn vom Hl. Geist nichts mehr wis­sen? Wenn man das, was Glau­bens­gut ist, fest­hält, oder wenn man sich freut, wenn das Glau­bens­gut ver­schleu­dert und auf­ge­ge­ben wird? (nota bene: das depo­si­tum fidei ist nichts „Wan­del­ba­res“ oder ewig neu zu Erfin­den­des. Es ist nie­der­ge­legt und unver­än­der­lich (immu­ta­bi­lis)).
      Wenn Sie letz­te­res ankreu­zen wür­den, müs­sen Sie aber dazu erklä­ren, was Sie unter dem Hl. Geist ver­ste­hen. Es kann dann wohl schwer­lich die bekann­te eine Per­son der Tri­ni­tät sein. Sie mei­nen wohl eher den Zeit­geist oder ein­fach Ihren Eigen­wil­len oder sogar den Geist, der Sie dar­an gehin­dert hat, vor­her auf den Hl. Geist in der Kir­che zu hören — Sie hören erst dann wie­der hin, wenn einer Ihnen das sagt, was Sie ger­ne hören wol­len, nicht das, was nun mal katho­li­sche Leh­re ist und bleibt — trotz die­ses Pap­stes.

    • Die Kir­che soll­te man nicht auf Cari­tas beschrän­ken. Natür­lich geht auch nichts ohne. Das ist ein ganz alter Hut. Dafür brau­chen wir doch nicht Fran­zis­kus als Neue­rer.

  6. Da haben Sie ja in ein Wes­pen­nest gesto­chen. Kath­net hat umge­hend reagiert und mit einem Rund­um­schlag geant­wor­tet, der zeigt wie punkt­ge­nau der Stich bzgl. der ste­tig sin­ken­den Leser­zah­len geses­sen hat.
    Nach­dem die der­zeit regie­ren­de Admi­ni­stra­to­rin im Gou­ver­nan­ten­stil alle kri­ti­schen forums- user und alle Kom­men­ta­to­ren ver­trie­ben hat, die nicht in ihr Dau­er­ho­si­an­na ein­stim­men woll­ten, konn­te es ja nicht anders kom­men.
    Waren sie noch über die Kate­go­ri­sie­rung rom­treu­er Katho­li­ken zu Bene­det­to-Zei­ten als “ Pöbeln­de Dun­kel­ka­tho­li­ken“ ( Mer­tes) empört, so ord­nen sie nun alles, was nicht nach ihrer neu­en win­del­weich gespül­ten, lang­wei­li­gen Melo­die tan­zen will, das auch mal Kri­ti­sches über das neue Pon­ti­fi­kat ver­lau­ten läßt ( wozu ja doch nicht wenig Ursa­che besteht) als „Ultra­rechts­ka­tho­li­ken“ ein.
    So gewinnt man aber ver­lo­re­ne Leser nicht zurück- nur neue, aus der rot­grü­nen durch­i­deo­lo­gi­sier­ten Nost­al­gie­ecke, denen am Glau­ben nichts- aber an der sozia­li­sti­schen Ideo­lo­gie alles liegt, dazu.
    Das beweist unser prak­ti­zie­ren­der Sozi­al­christ­ka­tho­lik mit sei­nem eupho­ri­schen Outing.

    • Den Brief der Lucrecia R. aus Mexi­ko bringt kath.net nicht. Das ist doch auch eine Art von Zäsur. Die Lobes­hym­nen auf Fran­zis­kus mit Aus­schlä­gen gegen Mit­chri­sten, die ihn nicht so beson­ders fin­den, waren mit­un­ter ganz schön krass. Fran­zis­kus fühlt sich mehr als Schau­spie­ler, er will Applaus von allen Sei­ten. Er will geliebt wer­den, wie die Brief­schrei­be­rin schon sagt.

  7. kath.net ist seit ich es ken­ne eine Öku­me­nis­mus­sei­te. Dort gibt es fast mehr pro­te­stan­ti­sche Bei­trä­ge als katho­li­sche. Das sage ich als ehe­ma­li­ge Pro­te­stan­tin.
    Und was wirk­lich mit dem Islam los ist, wird dort auch nie the­ma­ti­siert. Ter­ror hat für kath.net meist „mit dem Islam nichts zu tun“.
    Katho­li­sche Dok­trin kennt man dort offen­sicht­lich auch nicht, denn jede noch so unglaub­li­che Aus­sa­ge des aktu­el­len Pap­stes wird von kath.net als „Per­le“ ver­kauft. Man scheint dort nicht zu wis­sen, dass kein Papst eine neue Leh­re neu erfin­den kann, son­dern das über­lie­fer­te Glau­bens­gut wei­ter­ge­ge­ben muss, näm­lich das, was schon immer von allen geglaubt wor­den ist (und nicht nur von sei­nen Leh­rern und Freun­den, den Befrei­ungs­theo­lo­gen in Argen­ti­ni­en und in Süd­ame­ri­ka).

    • @ und ande­re
      Ist das nicht schon fast Hass, was hier über „kath.net“ gepo­stet wird? In der Tat erscheint dort seit den März­ta­gen nicht wirk­lich was lesens­wer­tes mehr — den­noch gehen die hier gepo­ste­ten Aus­sa­gen viel­fach an der Sache vor­bei. Und wenn AS „Per­len“ refe­riert, so ist das nun mal dem Umstand geschul­det, dass der Vati­kan selbst zwei (durch­aus auch mal ver­schie­de­ne) Ver­sio­nen der ein und der­sel­ben mor­gend­li­chen „Anspra­che“ von F. her­aus­ge­ben lässt. Wenn Frau Lor­le­berg meint, zu ver­ba­lem Akro­ba­tis­mus grei­fen zu müs­sen um sich und ihre Sei­te zu recht­fer­ti­gen, zeugt dies doch nur davon, dass im Kern obi­ger Arti­kel beden­kens­wer­tes auf­zeigt.
      G.

  8. Die Macher von kath.net haben nie ver­stan­den katho­lisch zu glau­ben. Lei­der muss man sagen, dass bei ihnen Ideo­lo­gie durch Glau­be ersetzt wird. Dies zeigt sich nicht nur in der „Anbe­tung“ Papst Fran­zis­kus, wo sie ihn mit Gott ver­wech­seln, son­dern auch bei den kri­tik­lo­sen Hul­di­gun­gen von Med­jug­or­je und ande­ren nicht christ­li­chen Erschei­nun­gen sowie cha­ris­ma­ti­sche Irr­leh­rern. Ihre tie­fe Unchrist­lich­keit zeigt sich übri­gens auch in der schar­fen und anhal­ten­den Anti­pa­thie gegen­über jenen, die nicht ihrer Mei­nung sind: Pius­brü­der, der tra­di­tio­nel­le Gläu­bi­ge, jene die Med­jug­or­je katho­lisch hin­ter­fra­gen (z.Bsp. Man­fred Hau­ke).

    • Die kath.net-Macher dür­fen ja argu­men­tie­ren gegen­über den Genann­ten und kri­ti­sie­ren. Wie gesagt: ARGUMENTIEREN! Aber vie­les erscheint mir popu­li­stisch. Sie müss­ten immer­hin zuge­ste­hen, dass es eine Dis­kus­si­on gibt, dass das Fak­tum ist und nicht ein­fach alles tot­schwei­gen, was nicht in ihr Sche­ma passt. Die Schmä­hung des Gegeners ohne sach­li­che Argu­men­te ist ein Aus­weis für tie­fes Niveau, Stamm­tisch oder sogar Dem­ago­gie…

  9. Bei­de Sei­ten, katholisch.info und kath.net, besu­che ich gern und regel­mä­ßig.
    Ich erfah­re hier, was ich u.U. dort nicht erfah­re.
    In mei­nem gest­ri­gen Kom­men­tar auf kath.net habe ich geschrie­ben, dass ich gele­gent­lich hier kom­men­tie­re und auch nicht vor­ha­be, damit auf­zu­hö­ren.
    Was ich eben­falls geschrie­ben habe, ist, dass es mich bedrückt, wie uneins wir unter­ein­an­der sind.
    Wenn die bei­den Foren auch unter­schied­li­che Akzen­te haben, war­um kön­nen wir den­noch nicht fried­lich mit­ein­an­der umge­hen.
    Auf kath.net wird über katholisch.info gelä­stert und hier wie­der­um geschieht es umge­kehrt. Jede Sei­te spricht der ande­ren das Katho­lisch­sein ab.
    Dass wir man­ches ver­schie­den sehen und/oder uns Sor­gen machen um die Ent­wick­lung „unse­rer“ Kir­che, die in Wahr­heit Chri­sti Kir­che ist, darf doch sein.
    War­um ist es uns nicht mög­lich, bei aller Ver­schie­den­heit der Ansich­ten, ein geschlos­se­nes Bild nach aussen hin zu ver­mit­teln?
    Nicht um den Schein zu wah­ren, son­dern um der katho­li­schen Kir­che, der doch so ein hef­ti­ger Wind ent­ge­gen­weht, Glaub­wür­dig­keit zu ver­lei­hen.

    „Seht, wie sie ein­an­der lie­ben!“ — kön­nen wir das auf unse­ren Umgang mit­ein­an­der bezie­hen?

    Wenn wir „kon­ser­va­ti­ven“ oder bes­ser: glau­bens­treu­en (Zeit­schnur hat mich mal dan­kens­wer­ter­wei­se kor­ri­giert) Katho­li­ken nur mehr zusam­men­hal­ten und uns gegen­sei­tig respek­tie­ren, viel­leicht sogar unter­stüt­zen wür­den, hät­ten wir eine viel grö­ße­re Strahl­kraft nach aussen und wären sicher auch anzie­hen­der für Suchen­de.
    Noch ein­mal als Mah­nung: „Seht, wie sie ein­an­der lie­ben!“

    Zen­sur gibt es nicht nur bei kath.net.
    Zen­sur ist inzwi­schen vor­herr­schend, umfasst vie­le Berei­che, ist beson­ders auch bei poli­ti­schen The­men ein Mit­tel zur Ein­däm­mung kri­ti­scher Fra­gen, betrifft sämt­li­che Medi­en und nimmt erschreckend zu.
    Die­se Ent­wick­lung ist sehr beun­ru­hi­gend.

    • Sie fra­gen, war­um nicht die Glau­bens­treu­en zusam­men­hal­ten und war­um sie sich gegen­sei­tig das Katho­lisch­sein abspre­chen. Das liegt dar­an, dass hier tat­säch­lich mas­si­ve Dif­fe­ren­zen vor­lie­gen, die man schlecht ein­fach über­ge­hen kann.
      Das beste Bei­spiel ist die Hal­tung gegen­über dem Papst.
      Glau­bens­treue im kir­chen­recht­li­chen dog­ma­ti­schen Sinn ver­langt nur, dass wir die ex-cathe­dra-Urtei­le als unfehl­bar akzep­tie­ren und den Papst respek­tie­ren. Es ver­langt weder ab, dass man alles gut fin­det, was der Papst macht, noch dass man um eines man­geln­den Gutes beim Papst wil­len lügen oder die Tra­di­ti­on auf­ge­ben müss­te. Und vor allem bedeu­tet es nicht, dass man ihn nicht kri­ti­sie­ren darf.
      Nun den­ken aber Tei­le der „Kon­ser­va­ti­ven“ genau so: man darf gegen den Papst nichts sagen, als sei das Dog­ma.
      Wenn sol­che dog­ma­ti­schen, recht­li­chen Argu­men­te dann viel­leicht geklärt wur­den, kom­men dann aber die „Kon­ser­va­ti­ven“ mit rein stra­te­gi­schen Argu­men­ten, wie auch Sie sie hier äußern: Muss man nicht um der Geschlos­sen­heit nach außen hin gute Mie­ne zu man­chem bösen Spiel machen etc?
      Ich den­ke: nein, das ist schwie­rig, denn es geht zuerst um die Wahr­heit und nicht um ein poli­ti­sches Geschäft.
      Die Auf­ga­be für uns alle ist viel­mehr, uns immer zu fra­gen, ob das, was wir ver­tre­ten, wirk­lich katho­lisch ist. Damit mei­ne ich nicht „gefühlt katho­lisch“, son­dern objek­tiv katho­lisch. Die­se Fra­ge in der Gewis­sens­prü­fung, jeden Tag: habe ich poli­ti­siert, Strip­pen gezo­gen, mei­nen pri­va­ten Inter­es­sen im Gegen­satz zu SEINEM Anspruch gedient und ein Macht­kal­kül erson­nen? Oder habe ich das, was ich als wahr ver­mit­telt bekam von der Kir­che, wie sie immer war, reflek­tiert, respek­tiert und in Demut auf­recht gehal­ten?

      • Die Dif­fe­ren­zen sehe ich auch und man kann sie nicht ein­fach bei­sei­te wischen.
        Und vor allem, man soll sie auch klar benen­nen.
        Dar­um ging es mir nicht. Ich möch­te kei­nen gnä­di­gen Schlei­er über die Unter­schie­de legen und sie dadurch unsicht­bar machen.
        Es ging mir nur um die Ach­tung, die wir uns gegen­sei­tig schul­den.
        Ich hat­te bis­her den Ein­druck, wir hät­ten genug zu tun, uns der feind­li­chen Angrif­fe von aussen, von links, rot, grün zu erweh­ren.
        Wenn nun aber schon ‑um es noch­mal zu sagen- die „Kon­ser­va­ti­ven“ unter­ein­an­der nicht mehr „grün“ sind, wenn auch hier Ent­frem­dung ent­steht, ist das wirk­lich sehr tra­gisch.
        Das ist es, was ich aus­drücken woll­te!
        Ich füh­le mich den Kom­men­ta­to­ren von katholisch.info genau­so ver­bun­den wie denen von kath.net, weil ich glau­be, dass alle das sel­be Anlie­gen haben:
        Sie lie­ben die Kir­che, sie füh­len sich katho­lisch und sind froh dar­über.
        Das mag jetzt ein biss­chen kit­schig klin­gen, aber ich den­ke jetzt an das sprich­wört­li­che alte Müt­ter­lein in der Kir­che, das rein gar nichts von Theo­lo­gie ver­steht, innig betet, sich ganz dem Herrn über­lässt und viel­leicht katho­li­scher ist als wir alle von katholisch.info und kath.net zusam­men.
        Ich hof­fe, sol­che alten Müt­ter­lein gibt es noch und möch­te auch mal ein sol­ches wer­den.
        Lie­be zeit­schnur, ich habe aber schon ver­stan­den, was Sie mir sagen woll­ten und ver­ste­he auch Ihre Argu­men­te.
        Ich neh­me hier viel Trau­rig­keit und Ver­un­si­che­rung wahr und neh­me sie ernst.

        • @Marienzweig
          Ja, was mei­nen Sie, ist das alte Müt­ter­lein, das innig betet, vom Him­mel gefal­len oder wur­de es irgend­wann ein­mal — von den Eltern oder Leh­rern — im wah­ren Glau­ben unter­wie­sen?
          Dar­um geht es doch. Wäh­rend die Päp­ste bis einschl. Bene­dikt XVI nicht müde wur­den, den wah­ren Glau­ben zu erklä­ren, so macht es sich der neue Papst recht ein­fach damit. Sei­ne täg­li­chen Per­len stif­ten mehr Ver­wir­rung als Klar­heit, er redet ein­sei­tig, aus dem Zusam­men­hang — das ist das Fata­le.
          Mir wäre es auch lie­ber und beque­mer, sagen zu kön­nen, bra­vo Hl. Vater. Oder: wir Katho­li­ken müs­sen uns einig sein. Lei­der gehen die Auf­fas­sun­gen bzg. des­sen, was katho­lisch ist, aus­ein­an­der. Und dar­um muß man strei­ten. Strei­ten um der Wahr­heit wil­len.

          • Die alten Müt­ter­lein, die es heu­te (noch) gibt, haben übri­gens ihre reli­giö­se Bil­dung im vor­kon­zi­lia­ren Reli­gi­ons­un­ter­richt bekom­men. Der war sehr gut. Sie sind geprägt durch den latei­ni­schen Ritus, den sie angeb­lich nicht ver­stan­den haben. Das Gegen­teil ist der Fall. Die wenig­sten Leu­te waren super Gebil­de­te, und doch haben sie mehr ver­stan­den als die Nach­kon­zi­lia­ren mit ihrem lau­ten Geplap­per. Die Hl. Mes­se ver­steht man viel­leicht mit dem Her­zen, aber nicht mit dem Kopf.

          • M.S.
            Ganz ehr­lich, mit Papst Fran­zis­kus bin ich auch nicht glück­lich.
            Es drängt mich nicht gera­de zum TV-Gerät, um sei­ne Mitt­wochs-Audi­en­zen zu ver­fol­gen und den Sonn­tags-Ange­lus mit­zu­be­ten.
            Papst Bene­dikt habe ich ver­ehrt, auch wenn er auf die­ser Sei­te oft­mals in Fra­ge gestellt wur­de. Er fehlt mir, sogar sehr!
            Noch ein­mal: Mit Papst Fran­zis­kus habe ich so mei­ne Pro­ble­me.
            Nur in einem, glau­be ich, unter­schei­de ich mich von eini­gen Kom­men­ta­to­ren hier: Ich hof­fe, dass er das, was er tut und sagt, in guter Absicht tut und sagt.
            Ich möch­te ihm wirk­lich guten Wil­len unter­stel­len, dass er es also im Grun­de gut meint.
            Aber ich weiß — gut mei­nen ist nicht immer gleich­be­deu­tend mit gut getan.
            Den­noch, über Papst Fran­zis­kus möch­te ich nicht schon jetzt vor­zei­tig ein Urteil fäl­len.
            Und unab­hän­gig davon, wie wir zu ihm und sei­nen Vor­gän­gern ste­hen:
            Wir dür­fen uns auf gar kei­nen Fall aus­ein­an­der­rei­ßen las­sen, wir müs­sen uns gegen­sei­tig stüt­zen und unter­stüt­zen im rau­en Wind der katho­lisch-feind­li­chen Welt!
            Bit­te!

  10. Kath­net ist eine Site auf der mas­siv die Leser­mei­nun­gen zen­su­riert wer­den, und gan­ze Leser­ac­counts ein­fach geschlos­sen wer­den durch Pass­wor­t­än­de­run­gen der Redak­ti­on ohne den Leser zu ver­stän­di­gen.

  11. Mein Senf:
    Ich habe nichts gegen Zen­sur, das ist das gute Recht jeden Weg­s­ide Betrei­bers.
    Mich nervt nur die­se bedin­gungs­lo­se Schön­re­den alle Akti­vi­tä­ten Papst Fran­zis­kus und das ein­fach pau­schal in die Ecke irgend­wel­cher Ultra­rech­ten, bzw. irgend­wel­cher dubiö­sen Pri­va­tof­fen­ba­run­gen stel­len, der­je­ni­gen, die nicht ver­ste­hen wol­len oder kön­nen, war­um man einer­seits Papst Bene­dikt lit­ur­gi­schen Bemü­hun­gen posi­tiv beglei­te­te und jetzt Papst Fran­zis­kus lit­ur­gi­sche Desa­ster genau­so wohl­wol­lend beglei­tet.
    Bei Fra­gen des per­sön­li­chen Stils Tac­cos oder Weiß­würsch­te (um es kar­ri­ka­tiv aus­zu­drücken) ver­stün­de ich das ja, jedoch geht es um Lit­ur­gie um die Begeg­nung mit Gott und da muss man die­ses Pon­ti­fi­kat kri­ti­sie­ren kön­nen dür­fen.
    Wir sind doch kei­ne Leu­te aus Orwells 1984!

  12. So — jetzt hab ich ihn auch gele­sen, den Ati­kel von Lor­le­berg auf kath.net
    Mei­ne Güte — das ist nicht satis­fak­ti­ons­fä­hig.
    Die­se Dame wür­de auch bewei­sen wol­len, dass sie der Zar von Russ­land ist, wenn es den Papst recht­fer­tigt.
    Ihre Argu­men­te sind haar­sträu­bend und faden­schei­nig. Was zieht sie nicht her­an, um zu bewei­sen, dass eine Wand­lungs­knie­beu­ge nicht nötig ist. Ja genau — wozu über­haupt all die­se lit­ur­gi­schen Zei­chen!? Man kann sie machen, muss aber nicht, ja jeder, wie es ihm gefällt. Nur vor Gericht — da müs­sen wir uns noch an eine Eti­ket­te hal­ten bei Andro­hung von Stra­fe. Schön — das ist die Welt, die wir immer haben woll­ten. Skla­ven der Justiz und des Gel­des, respekt­los vor IHM. Und der Papst ist ein schwer­kran­ker Mann? „Mut­maß­lich“, wie sie meint. Mut­maß­lich hat er noch nie Lust gehabt, die Wand­lungs­knie­beu­ge zu machen. Das geht auch aus dem offe­nen Brief der Mexi­ka­ne­rin neu­lich her­vor. Hat Lor­le­berg wahr­schein­lich gar nicht erst gele­sen — was nicht sein kann, das nicht sein darf. Mir steht eine 80jährige Gläu­bi­ge vor Augen bei uns hier, die kei­ne Knie­schei­ben mehr hat und den­noch aus Lie­be zu IHM immer wenig­stens eine kur­ze Knie­beu­ge bei der Kom­mu­ni­on andeu­tet.

    Wir zim­mern uns noch immer unse­re Ansich­ten selbst zurecht und müs­sen uns prü­fen, ob wir dabei wahr­haf­tig sind.

    Dass der arme Papst lei­der nicht weiß, was da täg­lich von ihm ver­öf­fent­licht wird, das ist wirk­lich die Krö­nung die­ses Geschreib­sels mit ein­deu­ti­gem, unver­schämt-hass­erfüll­tem Unter- und Ober­ton — klingt nach „wenn das der Füh­rer wüss­te“.

    Mich bestürzt die rasan­te Abwärts­be­we­gung in der katho­li­schen Kir­che seit F. wirk­lich immer mehr.

    • @ zeit­schnur
      Scha­de, Ihre Argu­men­ta­ti­on hat mir zuneh­mend gefal­len. Doch der „Ton“ die­ses Postes belegt doch nur, was Mari­en­zweig wei­ter oben geschrie­ben hat: hier wie dort wird über­ein­an­der her­ge­fal­len mit Wör­tern, die so gar nicht zu dem wahr­haf­ti­gen Anlie­gen pas­sen, das zu ver­tre­ten wir vor­ge­ben. „unver­schämt-hass­erfüll­tem Unter- und Ober­ton“ bei­spiels­wei­se steht im kras­sen Wider­spruch zu „Es ging mir nur um die Ach­tung, die wir uns gegen­sei­tig schul­den“, wobei ich per­sön­lich letz­te­re Sicht vor­zu­zie­hen mich bemü­he.
      Wenn hier wie da bei allen ‑not­wen­di­gen!- sach­li­chen Dif­fe­ren­zen zumin­dest ver­bal ein sach­li­ches ein­ge­hal­ten wür­de, dann… wür­de F zwar nicht ein bes­se­rer Nach­fol­ger, wohl hät­ten es die „Fern­ste­hen­den“ aber leich­ter, das jet­zi­ge Pon­ti­fi­kat zu ver­ste­hen, als das was es ist: pro­ble­ma­tisch bis nicht exi­stent.
      G.

      • @ Gri­go­ban,

        Ihre Frie­dens- und Ton­lie­be in Ehren, aber mei­ne Aus­sa­ge bezieht sich auf Sät­ze wie die­se:

        „Doch aktu­ell ärge­re ich mich über die Vor­wür­fe angeb­lich kir­chen­treu­er Ultra­rechts­ka­tho­li­ken gegen den amtie­ren­den Papst.“ — Ultra­rechts­ka­tho­li­ken?

        „Die bös­ar­ti­gen Vor­wür­fe gegen Papst Fran­zis­kus kom­men nicht zur Ruhe. Katho­li­ken, die sich recht­ha­be­risch und streit­süch­tig gebär­den, beob­ach­ten den Papst offen­bar „mit sprung­be­rei­ter Feind­se­lig­keit“. — Sprung­be­rei­te Feind­se­lig­keit?

        „Bei­na­he jede Akti­on des Pap­stes wird mit kri­ti­schen, ja sogar mit hämi­schen Bemer­kun­gen bedacht.“ — Hämisch?

        „Viel­leicht ist für eini­ge sol­cher Katho­li­ken, die mei­nen, sie dürf­ten den Papst be- und ver­ur­tei­len, die Zeit gekom­men, sich von eini­gen pseu­do­ka­tho­li­schen Schrift­wer­ken (bei­spiels­wei­se der „War­nung“) und von irre­lei­ten­den sek­tie­re­ri­schen Inter­net­sei­ten abzu­wen­den.“ — Irre­lei­ten­de sek­tie­re­ri­sche Inter­net­sei­ten? Die War­nung? pseu­do­ka­tho­li­sche Schrift­wer­ke? Was soll das? Ich lese täg­lich F. und ste­he Kopf — so ein­fach ist das!

        „Die erbar­mungs­lo­sen Papst­kri­ti­ker sind ein­ge­la­den, nicht nur die kör­per­li­chen Ein­schrän­kun­gen des Pap­stes zu bemän­geln, son­dern auch sei­ne Pre­dig­ten und Anspra­chen zu lesen.“
        — Ich zum Bei­spiel lese die F.-Aussagen täg­lich und kri­tisch und kann nicht anders, als die Undurch­sich­tig­keit und Inkon­si­stenz zu bemän­geln, ganz zu schwei­gen von man­cher offen häre­ti­schen Aus­sa­ge.

        Viel­leicht haben Sie ja den Text der Frau L. noch nicht gele­sen…
        Aber es gibt ein Text­ni­veau, das man nicht anders als „unver­schämt“ und „hass­erfüllt“ bezeich­nen kann. Frau L. hat es strecken­wei­se erreicht. Sie don­nert mit Schmä­hun­gen um sich und bringt lei­der kaum Argu­men­te.

        Vor allem unter­schlägt sie, dass vie­le Kri­tik an F. fun­diert ist und nicht dem lächer­li­chen Sche­ma ent­spricht, das sie den Kri­ti­kern unter­stellt. Ihr Ver­hält­nis zur Wahr­heit ist also…sagen wir…dürftig. Der lan­ge Pas­sus über das päpst­li­che Knien — was soll das? F. kann sehr wohl knien, wenn er Lust hat oder gera­de kann, wie auch immer — war­um aber nie an der wich­tig­sten Stel­le? Das ist schon eine Aus­sa­ge, dass er es nicht tut. Das lässt sich nun mal nicht ver­dre­hen oder schön­re­den.

        Ins­ge­samt hat man eher den Ein­druck, die Autorin spingt jedem ins Gesicht, der F. kri­tisch sieht. Und je kla­rer die Argu­men­te, desto wüten­der wird sie.

        Machen Sie mir einen Vor­schlag, wie Sie das nen­nen wür­den? So leid es mir tut, aber es gibt Din­ge, die sind so unschön, dass es dafür ein­fach kei­nen schö­nen Begriff gibt.

      • @ Gri­go­ban.…
        .….da ist mir doch tat­säch­lich auf­ge­fal­len, dass Sie oben ja selbst von „Hass“ gespro­chen haben.… es ist also schon lustig, dass Sie mir dann sol­che Wor­te vor­wer­fen…

        Ihre Wor­te: „Ist das nicht schon fast Hass, was hier über „kath.net“ gepo­stet wird?“

        Vor­sicht: kla­re Wor­te tref­fen natür­lich immer ins Mark — das hat aber mit Hass nichts zu tun. Aller­dings leben wir in einer Zeit, die mit kla­ren, schar­fen Wor­ten nicht mehr klar­kommt. Den­ken Sie an Jesus, aus des­sen Mund in der Offen­ba­rung des Johan­nes ein „schar­fes, zwei­schnei­di­ges Schwert“ kommt…

  13. Lei­der muss gesagt wer­den, dass auf gloria.tv in unchrist­li­cher Wei­se zen­siert wird. Ich erspa­re mir vie­le Ein­zel­hei­ten und erwäh­ne zum Beweis für mei­ne Behaup­tung nur, dass dort kei­ne Kom­men­ta­re gedul­det wer­den, in denen Franziskus-„Perlen“ mit Zita­ten der Hei­li­gen Schrift, der Kir­chen­leh­rer und frü­he­rer Päp­ste kon­fron­tiert wer­den…!
    katholisches.info ist zur Zeit das ein­zi­ge bedeu­ten­de Forum, auf dem man noch frei sei­ne respekt­voll und begrün­det vor­ge­tra­ge­ne katho­li­sche Mei­nung ver­öf­fent­li­chen kann.

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