Papst Franziskus: Das Rätsel des leeren Sessels — Popularität um den Preis des Schweigens?

Das Rätsel des leeren Sessels - Popularität um den Preis des Schweigens zu den "heißen Eisen"(Rom) Der Vati­ka­nist San­dro Magi­ster hält den lee­ren Stuhl von Papst Fran­zis­kus in der Aula Pao­lo VI. am ver­gan­ge­nen Sams­tag für emble­ma­tisch. Der Papst hat­te kurz­fri­stig sei­ne Teil­nah­me an der Auf­füh­rung der 9. Sym­pho­nie von Beet­ho­ven abge­sagt. Die Absa­ge, so Magi­ster, sei „schwer zu ent­zif­fern“. Anders sei das, was den „Medi­en­erfolg“, den der neue Papst seit sei­ner Wahl genießt: die­ser habe „einen Grund und einen Preis“, so Magi­ster, „sein Schwei­gen zu den ent­schei­den­den poli­ti­schen Fra­gen der Abtrei­bung, der Eutha­na­sie, der Homo-Ehe“.

Die ersten 100 Tage der päpst­li­chen Amts­zeit haben vie­le Kom­men­ta­to­ren zu einer ersten Zwi­schen­bi­lanz ver­an­laßt. Allein die anhal­ten­de, enor­me Popu­la­ri­tät des vor­mals fak­tisch unbe­kann­ten Kar­di­nals Jor­ge Mario Ber­go­glio ist dabei ein zen­tra­les Ele­ment. „Was am mei­sten dar­an ver­blüfft, ist das Wohl­wol­len, mit dem die lai­zi­sti­sche Öffent­lich­keit auf ihn schaut, die wäh­rend des Pon­ti­fi­kats von Bene­dikt XVI. beson­ders aggres­siv gegen die Kir­che und gegen das Papst­tum auf­trat.“

„Die Statistik macht Gott“ — „Gleichzeitig will er und versteht er es, populär zu sein“

Papst Fran­zis­kus, so Magi­ster, glau­be aller­dings nicht an sta­ti­sti­sche Erfolgs­er­he­bun­gen. „Die Sta­ti­stik, die macht Gott“, sag­te er „bei der wahr­schein­lich reprä­sen­ta­tiv­sten Anspra­che um Ein­blick in sei­ne Sicht­wei­se zu erhal­ten“, wie Magi­ster meint. Es war eine halb­stün­di­ge, frei gehal­te­ne Rede an Tau­sen­de von Gläu­bi­gen der Diö­ze­se Rom, die am 17. Juni die Audi­enz­hal­le füll­ten.

„Gleich­zei­tig will er und ver­steht er es, popu­lär zu sein“, so Magi­ster. „Wäh­rend Papst Woj­ty­la mit außer­ge­wöhn­li­cher Bra­vour mit den Mas­sen zu kom­mu­ni­zie­ren ver­stand, ver­steht es Papst Ber­go­glio die ein­zel­nen Indi­vi­du­en zu erobern. Wäh­rend er den Men­schen­mas­sen begeg­net, schaut er nicht auf das Gan­ze, son­dern sucht immer den Kon­takt zu Ein­zel­nen: ein Blick, eine Geste mit dem einen oder ande­ren Men­schen, dem er auf sei­nem Weg begeg­net. Und wenn das auch für weni­ge zutrifft, wis­sen aber alle, daß ihnen das auch pas­sie­ren könn­te. Papst Fran­zis­kus hat die Fähig­keit, sich jedem zum Näch­sten zu machen.“

Noch „populärer“ sind die Predigten — „Doch was Improvisation scheint, ist akkurat einstudiert“

Noch „popu­lä­rer“, so Magi­ster, sei­en jedoch sei­ne Pre­dig­ten. „Sie bestehen aus weni­gen Grund­wahr­hei­ten, die sich unun­ter­bro­chen in sei­nem Mund wie­der­ho­len und die sich letzt­lich zusam­men­fas­sen las­sen — wie er es selbst in sei­ner Anspra­che vom 17. Juni tat – in einem trö­sten­den ‚alles ist Gna­de‘. Die Gna­de Chri­sti der unun­ter­bro­chen ver­gibt, obwohl wir alle wei­ter­hin Sün­der sind, und damit ver­wirk­licht er ‚die größ­te Revo­lu­ti­on der Mensch­heits­ge­schich­te‘.

Der Pre­digt­stil von Papst Fran­zis­kus ist in der Form ori­gi­nell, weil das spon­ta­ne Spre­chen deut­lich gegen­über dem geschrie­be­nen Wort über­wiegt. Was aber das Ergeb­nis von Impro­vi­sa­ti­on scheint, ist in Wirk­lich­keit jedoch genau ein­stu­diert, wie man bereits bei sei­nem ersten Erschei­nen auf der Log­gia des Peters­doms am Abend sei­ner Wahl erah­nen konn­te.

„Ist das, was er nicht sagt, Grund für Wohlwollen in partibus infidelium?“

Die Inhal­te sei­ner Reden, wie auch sei­ne Gesten sind alle abge­wo­gen, auch was das Schwei­gen und die Aus­las­sun­gen betrifft, das, was er nicht sagt. Und viel­leicht liegt gera­de dar­in der Grund für das Wohl­wol­len, das Fran­zis­kus auch in par­ti­bus infi­de­li­um genießt, sprich in den Mas­sen­me­di­en und in der öffent­li­chen Mei­nung.

Da ist vor allem die Anru­fung einer ‚armen‘ Kir­che und einer Kir­che ‚für die Armen‘, die zu einer Art Erken­nungs­mar­ke für Fran­zis­kus gewor­den ist und durch sei­nen ein­fa­chen Lebens­stil noch stär­ker betont wird. Und vor allem sind alle gera­de­zu zwangs­läu­fig geneigt, dies zu schät­zen, wenn auch aus ganz unter­schied­li­chen Grün­den.

Eben­so unmög­lich zu kri­ti­sie­ren sind die häu­fi­gen Angrif­fe des Pap­stes gegen die Mäch­ti­gen der Welt­fi­nanz. Solan­ge die Kri­tik ganz all­ge­mein und vage bleibt, wird sich nie­mand von die­sen tat­säch­li­chen oder ver­meint­li­chen ‚Mäch­ten‘ wirk­lich betrof­fen und zu einer Reak­ti­on her­aus­ge­for­dert füh­len.

Dann sind da noch die mit Nach­druck vor­ge­tra­ge­nen Ermah­nun­gen von Fran­zis­kus gegen den Kar­rie­ris­mus – wenn nicht sogar gegen die Kor­rup­ti­on – in der Kir­che. Zuletzt wie­der­hol­te er dies am 21. Juni beim Emp­fang für die Nun­tien, die er zum größt­mög­li­chen Ernst bei der Aus­wahl der Kan­di­da­ten für das Bischofs­amt ermahn­te.“

Bischöfe sollen keine Fürsten sein? — „Man sieht, daß der Papst aus einem Land kommt, wo es keine Fürsten gibt“

Magi­ster zitiert an die­ser Stel­le die ent­spre­chen­de, län­ge­re Stel­le aus der Anspra­che des Pap­stes an die Nun­tien. Hier sei statt des­sen der Kom­men­tar des spa­ni­schen Kir­chen­hi­sto­ri­kers Fran­cis­co de al Cigo­ña erwähnt. Die­ser mein­te zur Stel­le, wo der Papst ermahn­te, daß die Bischö­fe kei­ne „Für­sten“ sein sol­len:

„Viel­leicht ist es der argen­ti­ni­schen Her­kunft des Pap­stes geschul­det, einem Land, in dem es kei­ne Für­sten gibt, daß der Papst kei­ne kla­re Vor­stel­lung davon hat, wer und was Für­sten sind und deren Men­ta­li­tät nicht kennt. Die Schwä­chen unse­rer Bischö­fe sind näm­lich ande­re: Des­po­tis­mus, Zag­haf­tig­keit, Lau­heit, zu erlau­ben, was nicht erlaubt wer­den soll­te, nach­zu­se­hen, was nicht nach­ge­se­hen wer­den soll­te, die Ver­nach­läs­si­gung ihrer Diö­ze­sen, die Büro­kra­ti­sie­rung, sich mit fal­schen Per­so­nen zu umge­ben, denen sie die Macht über­las­sen, nur um sie still­zu­hal­ten, sich vom Kle­rus und den Gläu­bi­gen zu ent­fer­nen. Das alles aber hat nichts mit den Für­sten zu tun, son­dern wenn schon mit Cau­dil­los aus Bana­nen­re­pu­bli­ken.“

Aber zurück zur Ana­ly­se von San­dro Magi­ster, der meint, daß der Papst auch mit sei­ner Beschrei­bung des idea­len Bischofs, wie er sie am 23. Mai aus­führ­te, mit all­ge­mei­nem Zuspruch rech­nen kann. Die „Reform der römi­schen Kurie“ sei ohne­hin seit Jahr­zehn­ten, die schon vor die Zeit des Kon­zils zurück­rei­chen, eine Ober­chif­fre für das Unbe­ha­gen jeder Cou­leur mit Rom.

„Die Kurie ist stumm, kein Bischof pro­te­stiert. Ber­go­glio hat noch nicht gesagt, wie und wen er mit sei­ner Reform tref­fen will. Die bei­den beun­ru­hig­te­sten Rea­li­tä­ten im Vati­kan sind jene, auf die er ein­mal aus­drück­lich anspiel­te: die ‚Homo-Lob­by‘ und die Vati­kan­bank IOR, bei der er bereits am 15. Juni sei­nen ‚Prä­la­ten‘, Msgr. Bat­ti­sta Ric­ca, mit allen Voll­mach­ten ein­ge­setzt hat. Die­ser genießt das Ver­trau­en des Pap­stes gera­de wegen sei­nes Rufs, unbe­stech­lich zu sein, den er sich wäh­rend sei­ner Dienst­zeit in der zwei­ten Sek­ti­on des Staats­se­kre­ta­ri­ats erwarb, als er streng gegen­über ver­schwen­de­ri­schen und eit­len Nun­tien war, die zudem noch Urteils­ver­mö­gen bei der Aus­wahl der neu­en Bischö­fe ver­mis­sen lie­ßen. Einer von ihnen, der Papst Ber­go­glio gar nicht zu Gesicht steht, ist Titu­lar­erz­bi­schof Adria­no Ber­nar­di­ni, der von 2003 bis 2011 Apo­sto­li­scher Nun­ti­us in Argen­ti­ni­en war.“ Papst Fran­zis­kus, der ger­ne „argen­ti­ni­schen“ Besuch emp­fan­ge, habe es bis­her ver­mie­den, Msgr. Ber­nar­di­ni zu tref­fen, obwohl die­ser heu­te Nun­ti­us in Ita­li­en ist.

Preis für das Wohlwollen der Massenmedien ist das Schweigen zu den „heißen Eisen“

Damit lei­tet Magi­ster zum Kern sei­ner Zwi­schen­bi­lanz über. „Das Ele­ment, das jedoch mehr als alles ande­re das Wohl­wol­len der ver­öf­fent­lich­ten Mei­nung für Papst Fran­zis­kus erklärt, ist sein Schwei­gen zu poli­ti­schen Fra­gen, vor allem zu den Minen­fel­dern, zu den ‚hei­ßen Eisen‘, bei denen die katho­li­sche Kir­che im größ­ten Kon­trast zur vor­herr­schen­den Kul­tur steht.

Abtrei­bung, Eutha­na­sie, Homo-Ehe sind Wor­te, die aus­zu­spre­chen Fran­zis­kus in sei­nen Pre­dig­ten und Anspra­chen bis­her bewußt ver­mie­den hat.“

Am 16. Juni, dem von Papst Bene­dikt XVI. ein­ge­führ­ten Tag von Evan­ge­li­um vitae, „der kraft­vol­len Enzy­kli­ka von Johan­nes Paul II. gegen Abtrei­bung und Eutha­na­sie“, sprach Papst Ber­go­glio im Ver­gleich „zum Kampf auf glo­ba­ler Ebe­ne, den Papst Woj­ty­la in jenem Jahr 1995 und dem Jahr zuvor mit dem Epi­zen­trum der UNO-Welt­be­völ­ke­rungs­kon­fe­renz in Kai­ro kämpf­te, nur kurz und all­ge­mein.

Vorgänger wandten immense Energien auf, um sich Kultur des Todes zu widersetzen

Johan­nes Paul II. und Bene­dikt XVI. haben immense Ener­gien auf­ge­wandt, um sich der epo­cha­len Her­aus­for­de­rung der heu­ti­gen Ideo­lo­gie zu Geburt und Tod ent­ge­gen­zu­stem­men, eben­so wie gegen die Auf­lö­sung der erschaf­fe­nen Dua­li­tät zwi­schen Mann und Frau.

Die­ser Fra­ge wid­me­te Papst Ratz­in­ger noch sei­ne letz­te gro­ße Weih­nachts­an­spra­che an die Römi­sche Kurie im ver­gan­ge­nen Jahr.

Und bei­de Päp­ste fühl­ten sich gera­de noch mehr in die Pflicht genom­men, die Katho­li­ken zu die­sen zen­tra­len Fra­gen zu füh­ren und in ihrem ‚Glau­ben zu stär­ken‘, weil sie sich der Ori­en­tie­rungs­lo­sig­keit vie­ler Gläu­bi­ger bewußt waren und der Lau­heit vie­ler Bischofs­kon­fe­ren­zen, mit weni­gen Aus­nah­men wie der ita­lie­ni­schen und der ame­ri­ka­ni­schen und nicht zuletzt neu­er­dings auch der fran­zö­si­schen.

Zum aktu­el­len Fall Frank­reich mit sei­nem außer­ge­wöhn­li­chen Auf­bäu­men der Intel­lek­tu­el­len und des Vol­kes, der Katho­li­ken, aber nicht nur, gegen die Lega­li­sie­rung der Homo-Ehe, wur­de am mei­sten auf eine Stel­lung­nah­me des Pap­stes gewar­tet.

Frankreich bäumt sich für das Naturrecht auf — doch vom Papst kommt kein direktes Wort der Ermutigung

Von ihm kam jedoch nicht ein Wort der Unter­stüt­zung für den fran­zö­si­schen Wider­stand und für den Ein­satz der katho­li­schen Kir­che in Frank­reich, nicht ein­mal am 15. Juni als er die fran­zö­si­schen Par­la­ments­ab­ge­ord­ne­ten der ‚Freund­schafts­grup­pe Frank­reich-Hei­li­ger Stuhl‘ emp­fing.“ Die Wor­te des Pap­stes waren so ange­legt, daß sie alle als Ermu­ti­gung und gegen das „Homo-Ehe“-Gesetz ver­stan­den wer­den konn­ten, aber er nann­te nichts beim Namen, wes­halb alles auch anders aus­ge­legt wer­den kann. Der Papst wähl­te sei­ne Wor­te so, daß er weder in die eine noch in die ande­re Rich­tung fest­ge­na­gelt wer­den könn­te.

„Es ist vor­her­seh­bar“, so Magi­ster, „daß Fran­zis­kus auch in Zukunft die­se Zurück­hal­tung zu Fra­gen, die den poli­ti­schen Bereich berüh­ren, bei­be­hal­ten wird. Eine Zurück­hal­tung, die auch dem Staats­se­kre­ta­ri­at einen Maul­korb ver­pas­sen wird. Der Papst ist der Über­zeu­gung, daß sol­che Stel­lung­nah­men den Bischö­fen der ein­zel­nen Län­der zuste­hen. Den Ita­lie­nern hat er es klar gesagt: ‚Der Dia­log mit den poli­ti­schen Insti­tu­tio­nen ist eure Sache‘.

Papst Franzikus delegiert Schlüsselthemen unserer Zeit den Bischöfe, die delegieren sie…

Die­se Dele­gie­rung birgt vie­le Gefah­ren und erstaunt ange­sichts des pes­si­mi­sti­schen Urteils, das Ber­go­glio von der Durch­schnitts­qua­li­tät der Bischö­fe in der Welt hat. Zudem sind die­se ihrer­seits wie­der ver­sucht, die Ent­schei­dun­gen an die Lai­en wei­ter zu dele­gie­ren, die von noch gerin­ge­rer Ori­en­tie­rungs­si­cher­heit sind, und geben damit die Füh­rungs­rol­le auf, die ihnen durch die apo­sto­li­sche Suk­zes­si­on anver­traut ist.

Fran­zis­kus scheint die­se Gefah­ren nicht zu fürch­ten, denn er ist ja über­zeugt, wie er sag­te, daß dann, wenn der Bischof unsi­cher über den ein­zu­schla­gen­den Weg ist, ‚die Her­de selbst den Rie­cher hat, den Weg zu fin­den‘.“

Man könn­te Magi­ster so zusam­men­fas­sen: Der Papst gibt lästi­ge, sei­ne Popu­la­ri­tät gefähr­den­de The­men, die aus­ge­rech­net die gro­ßen Aus­ein­an­der­set­zun­gen unse­rer Zeit betref­fen, an sei­ne unter­ge­be­nen Bischö­fe wei­ter, die wie­der­um rei­chen sie flugs an die ihnen unter­ge­be­nen Lai­en wei­ter. Die­se sind über soviel Auf­wer­tung wahr­schein­lich begei­stert, doch in ihrem Urteils­ver­mö­gen und ihrer Glau­bens­si­cher­heit nicht immer aus­rei­chend gefe­stigt. Was jedoch kein Pro­blem ist, denn wenn die Her­de ori­en­tie­rungs­los unter­wegs ist, wird sie schon einen guten Hir­ten fin­den, und wenn der Hir­te ori­en­tie­rungs­los unter­wegs ist, wird er schon eine gute Her­de haben. Na dann, möch­te man aus­ru­fen, sind wir für die gro­ßen Her­aus­for­de­run­gen unse­rer Zeit als Katho­li­ken ja bestens gerü­stet. Ein System, das vor allem sehr „ver­trau­ens­er­weckend“ ist.

Das Schweigen zum Zweiten Vatikanischen Konzil — Stimmen Demokratisierer berechtigt Loblieder an?

Aber hören wir Magi­ster wei­ter: „Schließ­lich gibt es noch ein Schwei­gen, das die ersten 100 Tage von Papst Fran­zis­kus gekenn­zeich­net hat.

Es ist das Schwei­gen über das Zwei­te Vati­ka­ni­sche Kon­zil, das er bis­her nur sehr sel­ten und wenn nur neben­bei erwähn­te. Wäh­rend es für Papst Bene­dikt XVI. bis zum Schluß ein zen­tra­les Ele­ment war: man den­ke nur an die Wor­te an die römi­schen Semi­na­ri­sten und Prie­ster weni­ge Tage vor sei­nem Amts­ver­zicht.

Das Wun­der auch in die­sem Punkt liegt dar­in, daß fast alle inner­kirch­li­chen Pole­mi­ken ver­stummt sind über die Inter­pre­ta­ti­on und die Umset­zung des Zwei­ten Vati­ka­nums, die sich unter Bene­dikt XVI. ganz beson­ders gegen ihn ent­zün­det hat­ten.

Mit Papst Fran­zis­kus ist das lef­eb­vria­ni­sche Schis­ma in einen Schlaf gefal­len und sei­ne Berei­ni­gung scheint in wei­te Fer­ne gerückt.

Umge­kehrt sin­gen die Wort­füh­rer einer Demo­kra­ti­sie­rung der Kir­che dem neu­en Papst ein Lob­lied nach dem ande­ren.

Ver­gleicht man jedoch die ersten 100 Tage von Papst Fran­zis­kus mit dem pro­gres­si­sti­schen „Pro­gramm der ersten 100 Tage“, das Giu­sep­pe Dos­set­ti, Giu­sep­pe Albe­ri­go und Alber­to Mel­lo­ni den Kar­di­nä­len der bei­den Kon­kla­ve des Jah­res 1978 über­reich­ten und das zu den Kon­kla­ve von 2005 und 2013 jeweils neu auf­ge­legt wur­de, dann fällt auf, daß der der­zei­ti­ge Papst mehr einem Gene­ral alten Schlags der Jesui­ten ähnelt.

Post Scriptum:

Knapp nach dem 100. Tag als Papst, hat Fran­zis­kus am 22. Juni eine Geste gesetzt, die auch eini­ge sei­ner über­zeug­te­sten Ver­eh­rer sprach­los mach­te.

Wegen einer nicht näher genann­ten ‚drin­gen­den und unauf­schieb­ba­ren Ver­pflich­tung‘, wie in letz­ter Minu­te bekannt­ge­ge­ben wur­de und ohne es dem Osser­va­to­re Roma­no mit­zu­tei­len, der zur sel­ben Zeit bereits in Druck ging – blieb der Stuhl des Pap­stes im Mit­tel­punkt der Audi­enz­hal­le leer, wo ihm zu Ehren zum Jahr des Glau­bens die 9. Sym­pho­nie von Beet­ho­ven auf­ge­führt wur­de.

„Ich bin kein Renais­sance­fürst, der Musik hört, statt zu arbei­ten“, das sind die Wor­te, die ihm von eini­gen ‚Papi­sten‘ der Kurie in den Mund gelegt wur­den, ohne zu begrei­fen, daß sie damit den Scha­den nur noch ver­grö­ßer­ten.“

Für den Pro­gres­si­sten Alber­to Mel­lo­ni hat die Geste „etwas von der Grö­ße ‚eines fei­er­li­chen, stren­gen Schla­ges‘, der nur den inno­va­ti­ven Stil von Fran­zis­kus bestä­tigt.

Der leere Stuhl: Effizienz gegen Kuktur?

In Wirk­lich­keit macht sie den Beginn die­ses Pon­ti­fi­kats noch unent­zif­fer­ba­rer“, so Magi­ster.

„Waren Sakra­men­te zu spen­den? Wir hät­ten alle mit tie­fem Respekt gro­ßes Ver­ständ­nis. Woll­te er aber nur die Arbeit vor­zie­hen? Ein Zei­chen von Effi­zi­enz set­zen? In einer ohne­hin ’so effi­zi­en­ten‘ Welt!? Dann wäre sei­ne Geste Kul­tur­fein­dich­keit. Effi­zi­enz ist kei­ne katho­li­sche Kate­go­rie, Kul­tur aber schon“, schrief Raf­fae­la Bol­di zum lee­ren Stuhl in der Audi­enz­hal­le am ver­gan­ge­nen Sams­tag.

„Der evan­ge­li­sti­sche Schwung von Papst Fran­zis­kus, sein Errei­chen­wol­len der ‚exi­sten­ti­el­len Rän­der‘ der Mensch­heit, hät­te näm­lich gera­de in der Spra­che der Musik ein groß­ar­ti­ges Instru­ment zur Ver­fü­gung“, so Magi­ster.

„Mit der Neun­ten Beet­ho­vens erreicht die­se Spra­che groß­ar­ti­ge Höhen und macht sich ver­ständ­lich über alle Glau­bens­gren­zen hin­weg, sie wird mit kaum über­treff­ba­rer Wir­kung zu einer Art ‚Vor­hof der Hei­den‘.

Jedem öffent­li­chen Kon­zert, ließ Bene­dikt XVI. eini­ge Über­le­gun­gen fol­gen, die in der Tie­fe den Geist und das Herz anrühr­ten.

Vor einem Jahr, nach­dem er an der Sca­la in Mai­land genau die 9. Sym­pho­nie von Beet­ho­ven gehört hat­te, sag­te Papst Ratz­in­ger:

‚Nach die­sem Kon­zert wer­den vie­le zur eucha­ri­sti­schen Anbe­tung gehen, zu Gott der sich unse­rer Lei­den annahm und es wei­ter­hin tut. Zum Gott, der mit uns und für uns lei­det und so die Män­ner und die Frau­en fähig gemacht hat, das Lei­den des ande­ren zu tei­len und in Lie­be zu ver­wan­deln. Genau dazu füh­len wir uns durch die­ses Kon­zert geru­fen.‘ “

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Set­ti­mo Cie­lo

16 Kommentare

  1. Zum Abschnitt: „Papst Franz­i­kus dele­giert Schlüs­sel­the­men unse­rer Zeit den Bischö­fe, die dele­gie­ren sie…“

    Hier wird bereits in der Pra­xis umge­setzt, was als offi­zi­el­le Direk­ti­ve für die gan­ze Kir­che noch in Vor­be­rei­tung ist: die Ent­hier­ar­chi­sie­rung, Dezen­tra­li­sie­rung und Entsa­kra­li­sie­rung, das syn­oda­le Prin­zip, kurz: die Römi­sche Kir­che als Lai­en­kir­che nach pro­te­stan­ti­schem Vor­bild. Dies war und ist das gro­ße, gleich­wohl geheim­ge­hal­te­ne Ziel der Macher des II. Vati­ka­nums. Fran­zis­kus tritt an, um die­ses Ziel nun zu voll­enden. Es ist ein spä­ter Sieg des Febro­nia­nis­mus.

    • Ja, so isses; bzw. eigent­lich noch mehr, nicht nur ein — jedoch trü­ge­ri­scher, nicht end­gül­ti­ger — Sieg Luthers (und Cal­vins), jenes Febro­ni­us‘, der ‚Auf­klä­rung‘, des Voltaire’schen „Écrasez l’infâme!“, des Lai­zis­mus‘ & Moder­nis­mus‘, und jetzt eben der immer mehr um sich grei­fen­den Dik­ta­tur des Rela­ti­vis­mus‘ … — da kommt echt ALLES zusam­men, die vor Jahr­hun­der­ten gestreu­te Saat geht auf; das scheint jetzt wirk­lich dem Kul­mi­na­ti­ons- oder bes­ser Tiefst­punkt ent­ge­gen zu stre­ben, in gera­de­zu apo­ka­lyp­ti­schem Aus­maß, wie es Hil­de­gard von Bin­gen sah (oder mit anse­hen MUSZTE …):
      „Im Her­zen des Vaters war ich ver­bor­gen, bis der Men­schen­sohn, in Jung­fräu­lich­keit emp­fan­gen und gebo­ren, sein Blut ver­goß. Mit die­sem Blut, als sei­ner Mit­gift, hat er mich sich ver­mählt. Die Wund­ma­le mei­nes Bräu­ti­gams blei­ben frisch und offen, solan­ge die Sün­den­wun­den der Men­schen offen sind. Eben die­ses Offen­blei­ben der Wun­den Chri­sti ist die Schuld der Prie­ster. Mein Gewand zer­rei­ßen sie dadurch, daß sie Über­tre­ter des Geset­zes, des Evan­ge­li­ums und ihrer Prie­ster­pflicht sind. Mei­nem Man­tel neh­men sie den Glanz, da sie die ihnen auf­er­leg­ten Vor­schrif­ten in allem ver­nach­läs­si­gen. Sie beschmut­zen mei­ne Schu­he, da sie die gera­den, das heißt die har­ten und rau­hen Wege der Gerech­tig­keit nicht ein­hal­ten und auch ihren Unter­ge­be­nen kein gutes Bei­spiel geben. Den­noch fin­de ich bei eini­gen das Leuch­ten der Wahr­heit. Und ich hör­te eine Stim­me vom Him­mel, die sprach: ‚Die­ses Bild stellt die Kir­che dar.‘“
      Und doch — wenn, mal mathe­ma­tisch gespro­chen, die Funk­ti­on ihr Mini­mum erreicht hat, bleibt ihr (per def.) ja nichts ande­res mehr übrig, als wie­der „aus dem Tief her­aus­zu­kom­men“ — bis dahin muß sie, sozu­sa­gen, stark blei­ben & durch­hal­ten, denn, wie die Mut­ter­got­tes sagt:
      „Am Ende wird mein unbe­fleck­tes Herz tri­um­phie­ren!“

    • Ich ver­gaß den Gen­de­ris­mus … uvm.; das Schlim­me ist: „Tout se tient“ — es paßt alles zusam­men, ist eine nur folge-„richtige“, kon­se­quen­te Ent­wick­lung. — Das Hil­de­gard-Zitat stammt aus dem sehr inter­es­san­ten Arti­kel von Mas­si­mo Intro­vi­g­ne: https://www.katholisches.info/2013/02/14/rucktritt-des-papstes-ein-apokalyptisches-ereignis-massimo-introvigne-uber-fatima-und-visionen-hildegards-von-bingen/
      Dar­in auch das Fol­gen­de:
      ‚In der Rede an die Römi­sche Kurie vom 21. Dezem­ber 2012 zeigt der Papst auf, wie sehr die Krank­heit unse­rer Gesell­schaft mit der Gen­der-Ideo­lo­gie und der Theo­rie, daß wir kei­ne mensch­li­che Natur als Mann oder Frau hät­ten, son­dern uns unse­re Natur ein­fach erfin­den könn­ten, in einem wirk­li­chen End­sta­di­um ange­langt ist.
      „Die tie­fe Unwahr­heit die­ser Theo­rie und der in ihr lie­gen­den anthro­po­lo­gi­schen Revo­lu­ti­on ist offen­kun­dig. Der Mensch bestrei­tet, daß er eine von sei­ner Leib­haf­tig­keit vor­ge­ge­be­ne Natur hat, die für das Wesen Mensch kenn­zeich­nend ist. Er leug­net sei­ne Natur und ent­schei­det, daß sie ihm nicht vor­ge­ge­ben ist, son­dern daß er sel­ber sie macht. […] Wo die Frei­heit des Machens zur Frei­heit des Sich-selbst-Machens wird, wird not­wen­di­ger­wei­se der Schöp­fer selbst geleug­net und damit am Ende auch der Mensch als gött­li­che Schöp­fung, als Eben­bild Got­tes im Eigent­li­chen sei­nes Seins ent­wür­digt.“ Die Tat­sa­che, daß man nach vie­len ande­ren Revo­lu­tio­nen durch die „anthro­po­lo­gi­sche Revo­lu­ti­on“ so weit kom­men konn­te, Gott zu leug­nen und den Men­schen zu leug­nen, beweist das End­sta­di­um.‘
      In letz­ter Kon­se­quenz müß­te dann doch sogar zBsp das „Recht“ der Wei­he auch für Frau­en gericht­lich „ein­klag­bar“ wer­den (wenn das ’natür­li­che Geschlecht‘ nicht mehr … „exsi­stiert“, ein­fach „weg­de­fi­niert“ wird …), etwa vor dem Euro­päi­schen Gerichts­hof für Men­schen­rech­te; wenn die Kir­che dem NICHT folgt, dann … … …

      • Dank Ihres Zita­tes wird noch ein­mal über­deut­lich, war­um die­ser hell­sich­ti­ge Papst zurück­tre­ten und durch einen sol­chen wie den jet­zi­gen ersetzt wer­den muss­te.

  2. Beim besten Wil­len kann ich die­sem Bei­trag nicht wider­spre­chen. Er wirkt auf mich im Stil sach­lich und von den Argu­men­ten her gut begrün­det.
    Dann muss ich jedoch zu dem bit­te­ren Schluss kom­men: Wir befin­den uns in einer prak­ti­schen Sedis­va­kanz..
    Schlim­mer noch: In der geist­li­chen Ver­fas­sung, in der sich die Mehr­heit unse­rer Bischö­fe schon seit Jahr­zehn­ten befin­det, ist die Her­de weit­ge­hend ohne Hir­ten. Zumin­dest trifft das für den deutsch­spra­chi­gen Raum zu.
    In dem Bei­trag fin­det sich der Hin­weis auf das „lef­eb­vria­ni­sche Schis­ma“. Ist der Aus­druck wirk­lich gerecht­fer­tigt? Ich bezweif­le es nicht nur, ich bestrei­te es.

    • Die­ser „Vor­wurf“ das die Lef­eb­vria­ner im Schis­ma sind, ist doch nur die berühm­te „Schis­makeu­le“ die man immer schwingt, wenn man kei­ne ande­ren Argu­men­te gegen die FSSPX hat. Die Pius­bru­der­schaft kann nicht im Schis­ma sein, denn sie leug­net weder das Papst­amt noch den recht­mä­ßi­gen Papst als sol­chen. Sie weist jedoch auf Wider­sprü­che in den Aus­sa­gen der Päp­ste nach dem 2. Vati­ka­num hin, die im Wider­spruch zur über­lie­fer­ten Leh­re und dem Lehr­amt der Kir­che bis zum 2. Vati­ka­ni­schen Kon­zil ste­hen. Wenn schon von Schis­ma die Rede ist, müss­te man der Gerech­tig­keit hal­ber auch die Orts­kir­chen und Bischö­fe sowie die Prie­ster als schis­ma­tisch bezeich­nen, die sich nicht an die Anwei­sun­gen aus Rom hal­ten ( die Wei­ge­rung, Summorum Pon­ti­fi­cum in der Diö­ze­se oder der Pfar­rei umzu­set­zen, die Wand­lungs­wor­te „Mein Blut, das für VIELE ver­gos­sen wird“ sind nur ein paar Bei­spie­le von „schis­ma­ti­schen“ Hand­lun­gen oder die eigen­mäch­ti­ge Ände­rung bei der Mes­se, wenn nur noch der Bischof von Rom erwähnt wird ohne den Namen des Pap­ste zu erwäh­nen.…)!

  3. Dies ist eine sehr treff­li­che und aus­ge­wo­ge­ne Ana­ly­se, die auf das Unbe­ha­gen, das mich seit dem 13. März beschli­chen hat, wie ein Trost­pfla­ster wirkt.
    Dies ändert lei­der nichts an dem Scha­den, der so über­seh­bar dem Papst­amt bereits zuge­fügt wor­den ist und genau dies dürf­te die frei­den­ke­ri­schen Main­stream- Medi­en und aus­ge­spro­chen kir­chen­feind­li­chen Orga­ni­sa­tio­nen so jubeln las­sen, das Ziel Vol­taires vor Augen: Écrasez l’Infâme.
    Es scheint unaus­weich­lich, daß die mysti­sche Braut Jesu Chri­sti und des­sen Stell­ver­tre­ter Papst Bene­dikt (wie froh bin ich, daß er noch unter uns weilt) den Kreuz­weg bis auf Gol­ga­tha gehen muß. Wohin Papst Franz führt, wird sich zei­gen.
    Uns bleibt die Gewiss­heit: Hin­ter dem dunk­len Tun­nel erwar­tet uns die wah­re Son­ne mit aller Leucht­kraft.
    Gelobt sei Jesus Chri­stus

  4. Was braucht der Vati­kan eine 9. Sin­fo­nie, wer sie hören will soll in Rom in einen Kon­zert­saal gehen, ich fand die­se Auf­trit­te von Johan­nes Paul II. immer sehr pein­lich, etwa mit den wenig katho­li­schen Poli­ti­kern der Öster­rei­chi­schen Volks­par­tei und der Wie­ner Phil­har­mo­ni­ker.
    Die­ser lee­re Ses­sel gefällt mir, die­ser Papst scheint wich­ti­ge­res zu tun zu haben, ich hal­te ihn für kei­ne theo­lo­gi­sche Leuch­te, traue ihm aber zu , dass er Tei­le der von Paul VI. Johan­nes Paul II. und von Bene­dikt XVI. ange­rich­te­ten Miss­stän­de besei­tigt, kurz­um eine gewis­se Ord­nung in die Sache hin­ein­bringt. Bene­dikt XVI. hat sich mit der eili­gen Selig­spre­chung von Johan­nes Paul II. selbst halb selig gespro­chen.

    • Kunst ver­bin­det, Kunst regt an, Kunst gibt einen Ein­blick in das Gött­li­che, ech­te Kunst macht die Men­schen bes­ser. Künst­le­ri­sche Ver­an­stal­tun­gen sind unver­zicht­bar im Vati­kan.
      Ich will den Papst nun wirk­lich nicht stän­dig kri­ti­sie­ren, sei­ne Beto­nung einer gesun­den Ein­fach­heit z.B. ist über­aus posi­tiv, und ich fin­de es auch nicht ange­bracht zu sagen, er sei kei­ne „theo­lo­gi­sche Leuch­te“. Aber sein Ver­hal­ten in die­sem Fal­le ist ein Affront gegen­über den Künst­lern und den gela­de­nen Gästen. Fran­zis­kus setzt wie­der mal ein fal­sches Zei­chen. Ich ver­ste­he auch nicht, wie Sie zum Schluss kom­men, dass aus­ge­rech­net unter dem jet­zi­gen Pon­ti­fi­kat Miss­stän­de (die zum Teil auch hoch­ge­spielt wur­den, um Bene­dikt zu scha­den) besei­tigt wür­den. Ich glau­be, es wird genau so kom­men, wie hicest­ho­die im ersten Bei­trag oben beschrie­ben hat.

  5. Der lee­re Papst­thron scheint Ähn­li­ches zu sagen wie die abge­leg­te Mozet­ta oder die Dele­ga­ti­on der Ver­ant­wor­tung an die Bischö­fe: Fran­zis­kus will das Amt, das er hat, eigent­lich gar nicht. Und dar­um zer­stört er es bzw. stuft es her­ab auf das Amt irgend­ei­nes Pro­vinz­bi­schofs. Er sagt, man sol­le in die Peri­phe­rie zu den Armen gehen. Dabei macht er Rom, das ein­sti­ge caput mun­di, selbst zur Peri­phe­rie und lässt es gei­stig ver­ar­men.

  6. Ich wer­de den Arti­kel von San­dro Magi­ster aus­drucken. Er bestä­tigt mir alles, was ich seit Anfang des Pon­ti­fi­kats von Papst F. den­ke. Was ich aller­dings über­haupt nicht ver­ste­he ist, dass nir­gend­wo in ein­schlä­gi­gen Por­ta­len wie kath.net etc. auch nur ein Fünk­chen von Zwei­fel am Amts­ver­ständ­nis des jet­zi­gen Pap­stes zu fin­den ist. Er wird wie ein „Hei­li­ger“ (sie­he Pater Hage…, Radio Vatikan)gehandelt und beju­belt. Dabei emp­fin­de ich, wenn ich mal in sei­ne Mor­gen­pre­dig­ten rein­le­se, ihn wie ein „ein­fa­cher“ Wie­sen­pre­di­ger.
    Er ist ja sooo beschei­den, er ist ja sooo sehr MIT und bei den Armen, er will nichts Intel­lek­tu­el­les, er beklagt, man fal­le hin­ter das II Vati­ka­num zurück…Mein Gott, was kommt noch??? Was sagen die Bischö­fe und Kar­di­nä­le hier­zu??? Wo blei­ben die ersten Bücher zum Amts­ver­ständ­nis die­ses Pap­stes?? Wer trö­stet mich???

    • Tja … Chri­stus allein, Sein Wort, Sei­ne Ver­hei­ßung; der feste, unbe­irr­ba­re, unbe­ding­te Glau­be — und wenn es (zur Zeit) noch so sehr ein Glau­ben gegen ‚die Mehr­hei­ten‘ ist. Ich glau­be fest dar­an, daß sich der Trend wie­der keh­ren wird, aber befürch­te, daß das noch (lan­ge!?) dau­ern wird, daß der Tief­punkt, so wie’s aus­sieht, eben lei­der noch nicht erreicht ist … — und hof­fe TROTZDEM, daß ich mich gründ­lich irre 😉 — zumin­dest im Bezug auf Dau­er & Aus­maß; bei Gott ist nichts un-mög­lich, es hat ja auch in der Geschich­te immer wie­der über­ra­schen­de Wen­dun­gen gege­ben, womit kei­ner gerech­net hat, neue Impul­se, „Ret­tun­gen in letz­ter Sekun­de“ sozu­sa­gen …

      • … genau, zBsp die­se bemer­kens­wert deut­li­che & star­ke Pro­test­be­we­gung in Frank­reich — wer hät­te das gedacht?! — Die­se ‚mères veil­leu­ses‘ und ‚la manif pour tous‘ (dar­auf mach­te neu­lich auch hicest­ho­die auf­merk­sam — dan­ke!^^ dar­in auch über die Ver­haf­tung von Nico­las Ber­nard-Buss …):

        http://www.lamanifpourtous.fr/de/

        „WIR LASSEN NICHT NACH, NIE!

        Und: wir sind immer noch da!“

  7. Und da kommt es dem auf­merk­sa­men Betrach­ter wie­der in den Sinn-die­ses inter­res­san­te Wort:Schiffbruch erleiden…Das Zitat lau­tet so: Es gibt Leu­te die-kaum dass sie aus dem Wagen gestie­gen sind‑, alles und jedes kritisieren.Überall müs­sen sie ihre Mei­nung zum Besten geben,kritisieren und herabsetzen,was Ihnen gera­de passt.Beim jet­zi­gen Papst muss man lei­der feststellen,das dies alles auf Ihn zutrifft.Das ist es,was das gegen­wär­ti­ge Pon­ti­fi­kat so trau­rig macht.….Aber noch ist nicht aller Tage Abend.Lange wird ’s nicht mehr dau­ern.

  8. Hier in die­sem Forum wer­de ich wirk­lich getrö­stet, denn ich sehe, ich bin nicht allein mit mei­nem Den­ken und Füh­len. Hat­te Gele­gen­heit Papst Bene­dikt XVI. vor sei­nem über­ra­schen­den „frei­wil­li­gen Rück­tritt“ über KTV und EWTN inten­siv zu erle­ben und habe ihn dabei ken­nen- und lie­ben gelernt! Sei­ne Audi­en­zen, sein Inter­view vor vier Jour­na­li­sten, sei­ne Kate­che­sen vor den Semi­na­ri­sten, alles das nahm ich mit Bewun­de­rung für sei­nen Mut zum Glau­ben und zur Wahr­heit auf. Es war eine schein­bar gott­ge­woll­te Zeit, denn nur so konn­te ich den Unter­schied zwi­schen bei­den Päp­sten ganz deut­lich als Laie erken­nen.
    Ja, auch mich berüh­ren und erfül­len die immer wie­der­keh­ren­den Aus­sa­gen von Papst Franz nicht und wenn ich die Hal­tung beim Gebet beob­ach­te, da fehlt mir etwas ganz Ent­schei­den­des: Lie­be und Ehr­furcht vor dem Herrn…und unse­rer lie­ben Mut­ter Got­tes! Und: die wirk­li­chen The­men der kath. Kir­che wer­den nicht ange­spro­chen. So hof­fe und ver­traue ich auf Got­tes Unter­stüt­zung, dass er Sei­ne Kir­che und mit ihr die wah­ren kath. Prie­ster und die ihnen anver­trau­ten Gläu­bi­gen, die noch den Mut zum wah­ren kath. Glau­ben haben, durch die­se so schwie­ri­ge Zeit führt! Die­se Trau­er, die ich tief im Inne­ren emp­fin­de, die ist da und Rea­li­tät aber Sei­ne wah­re Kir­che wird letz­ten Endes mit Got­tes und Mari­ens Hil­fe den Sieg davon­tra­gen, dar­an glau­be und ver­traue ich ganz fest!

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