Der „Verrat“ der Katholiken — Warum Kampf gegen Abtreibung und „Homo-Ehe“ verloren ist, aber doch noch gewonnen werden kann

Karinal Raymond Leo Burke: Der Verrat der Katholiken - Warum der Kampf gegen Abtreibung, "Homo-Ehe" und Euthanasie schon verloren ist, aber doch noch gewonnen werden kann(Rom) Kar­di­nal Ray­mond Leo Bur­ke ging am Wochen­en­de in einer Rede, die als eine der bedeu­tend­sten betrach­tet wer­den kann, die von einem Kar­di­nal in den ver­gan­ge­nen Jah­ren gehal­ten wur­de, der Fra­ge nach, war­um die Abtrei­bungs- und Homo-Lob­by so erfolg­reich ist. In die­sem Zusam­men­hang stell­te er eini­ge grund­sätz­li­che Über­le­gun­gen an, die vom katho­li­schen Juri­sten und Sozio­lo­gen Mas­si­mo Intro­vi­g­ne auf­ge­grif­fen und wei­ter­ent­wickelt wur­den.
Von Frei­tag bis Sonn­tag fan­den in Rom zum Tag von
Evan­ge­li­um vitae eine Rei­he von Ver­an­stal­tun­gen zum Lebens­recht statt. Den Höhe­punkt bil­de­te das Pon­ti­fi­kal­amt von Papst Fran­zis­kus am Sonn­tag. Der Sams­tag stand im Zei­chen von Gebet und Buße, „denn für die Sün­den gegen das Leben braucht es vor allem Buße“, so Intro­vi­g­ne, der ehe­ma­li­ge OSZE-Reprä­sen­tant gegen die Ver­fol­gung und Dis­kri­mi­nie­rung von Chri­sten.
Bereits am Frei­tag begann eine inter­na­tio­na­le Tagung zum Schutz des Lebens an der Päpst­li­chen Uni­ver­si­tät Urba­nia­na, die vom ame­ri­ka­ni­schen Kar­di­nal Bur­ke aus­ge­rich­tet wur­de.

von Mas­si­mo Intro­vi­g­ne

Per­sön­lich habe ich die Tagung an der Urba­nia­na ver­folgt und von der schö­nen Rede von Kar­di­nal Bur­ke habe ich vor allem einen Teil geschätzt, der im übri­gen mit der Kate­che­se von Kar­di­nal Rui­ni ((ehe­ma­li­ger Vor­sit­zen­der der ita­lie­ni­schen Bischofs­kon­fe­renz)) über­ein­stimm­te. Bur­ke beklag­te die mil­li­ar­den­schwe­re Lob­by, die ihren Kampf für die „Kul­tur der Ver­hü­tung“ , für die Abtrei­bung und gegen die Fami­lie mit einer uner­hör­ten Feu­er­kraft führt. Er nann­te Bill und Melin­da Gates, die größ­ten Finan­ziers die­ses Kamp­fes gegen das Leben nicht nament­lich, aber es war so, als hät­te er es getan. Und es ist wahr: Es ist dank die­ses immensen Geld­flus­ses, daß die Verhütungs‑, Abtrei­bungs- und Homo-Pro­pa­gan­da uns jeden Tag behäm­mert, auch durch Film, Fern­se­hen und Roma­ne, wie Infer­no von Dan Brown, der ein Mani­fest für die Gebur­ten­kon­trol­le mit allen Mit­teln ist.

Kar­di­nal Bur­ke ging aber noch dar­über hin­aus, indem er die Fra­ge stell­te: War­um sind die­se Kam­pa­gnen erfolg­reich? Mag auch noch soviel Geld dafür aus­ge­ge­ben wer­den, im Grun­de geht es dar­um, den Tod zu ver­kau­fen, was letzt­lich doch nicht so leicht sein soll­te. Indem er den seli­gen Johan­nes Paul II. (1920–2005) zitier­te, beant­wor­te­te der ame­ri­ka­ni­sche Pur­pur­trä­ger die Fra­ge damit, daß die Kul­tur des Todes nicht nur wegen der Aggres­si­vi­tät der Fein­de der natür­li­chen und christ­li­chen Wahr­heit erfolg­reich ist, son­dern auch wegen der Glau­bens­ver­wir­rung, die in den Rei­hen der Katho­li­ken herrscht. La nuo­va Bus­so­la Quo­ti­dia­na ((katho­li­sche Online-Nach­rich­ten­sei­te, deren Her­aus­ge­ber Intro­vi­g­ne, Erz­bi­schof Lui­gi Negri und Radio Maria sind)) doku­men­tiert die­se Kon­fu­si­on jeden Tag. Der Kar­di­nal hat recht: es gibt vie­le Katho­li­ken — ein­schließ­lich eini­ger Bischö­fe -, die den Kate­chis­mus und das Lehr­amt durch befremd­li­che Öff­nun­gen zu Ver­hü­tungs­mit­teln, Abtrei­bung, Eutha­na­sie und Homo-Part­ner­schaf­ten ver­ra­ten. Und Bur­ke hat gut dar­an getan, dar­an zu erin­nern, daß alles 1968 begon­nen hat, als vie­le Theo­lo­gen die Enzy­kli­ka Huma­nae vitae des Die­ners Got­tes Pauls VI. (1897–1978) ablehn­ten. Die Fra­ge der Ver­hü­tungs­mit­tel ist kei­ne neben­säch­li­che Fra­ge, sag­te Bur­ke: der Katho­lik, der bei den Ver­hü­tungs­mit­teln nach­gibt, ist schon bereit, auch in allen ande­ren Fra­gen nach­zu­ge­ben.

In der Rede Bur­kes nur kurz ange­spro­chen wur­de ein wei­te­rer Punkt, der mir ent­schei­dend erscheint. Die Kul­tur des Todes gewinnt nicht nur, weil ein Teil der Katho­li­ken die Wahr­heit auf dem Gebiet der Moral ver­rät. Sie gewinnt, weil Mil­lio­nen von Katho­li­ken, die auf dem Gebiet der Glau­bens­leh­re dem Kate­chis­mus treu sind, auf dem Gebiet der Theo­lo­gie und der Geschichts­in­ter­pre­ta­ti­on, und damit auf der psy­cho­lo­gi­schen Ebe­ne, zu Gefan­ge­nen der Dik­ta­tur des Rela­ti­vis­mus gemacht wur­den. Das Pro­blem, über das wir viel nach­den­ken müs­sen, ist, daß sehr vie­le Katho­li­ken still­schwei­gend die The­se akzep­tie­ren, daß die revo­lu­tio­nä­ren „Errun­gen­schaf­ten“ angeb­lich nicht mehr rück­gän­gig zu machen sei­en. Sie den­ken, daß es „kein Zurück mehr gibt“, weil gewis­se Ver­än­de­run­gen „irrever­si­bel“ sei­en. Die Vor­stel­lung von der Irrever­si­bi­li­tät hat nicht nur pro­gres­si­ve Theo­lo­gen und Bischö­fe über­zeugt, son­dern auch vie­le kon­ser­va­ti­ve, vie­le katho­li­sche Füh­rungs­kräf­te und Prie­ster, die die Wahr­heit des Kate­chis­mus in Moral­fra­gen nicht leug­nen.

Sie sind der Mei­nung, die Geschich­te wür­de sich line­ar fort­ent­wickeln und daß daher die Revo­lu­ti­on gegen die Keusch­heit, die Abtrei­bung, die Homo-Ehe, die Eutha­na­sie — mor­gen gegen die „post-nata­le Abtrei­bung“, das heißt den Infan­ti­zid, die Tötung von kran­ken und unge­woll­ten gebo­re­nen Kin­dern, dem näch­sten Ziel der Kul­tur des Todes, über deren fin­stren Vor­marsch der Phi­lo­soph Fran­cis Beck­with an der Urba­nia­na berich­te­te — das Ergeb­nis „irrever­si­bler“ Pro­zes­se sei. Man denkt, daß der Zug abge­fah­ren ist und sich unauf­halt­sam line­ar fort­be­wegt. Der Zug kön­ne höch­stens, wie in den ver­gan­ge­nen Jah­re in Ita­li­en zum The­ma Homo-Part­ner­schaf­ten, für kur­ze Zeit im Bahn­hof  zurück­ge­hal­ten wer­den, aber dann setzt er sei­ne Fahrt uner­bitt­lich fort.

Auch vie­le „Gute“, die sich der Homo-Ehe und ande­ren bit­te­ren Früch­ten der Kul­tur des Todes wider­set­zen, sind über­zeugt, nur mehr ein Rück­zugs­ge­fecht zu kämp­fen, sich noch für die Ehre des eige­nen Anlie­gens zu schla­gen, aber ohne Aus­sicht auf Erfolg, weil der „Sinn der Geschich­te“ ein ande­rer ist. Alle sind wir — in gewis­ser Wei­se wir alle —  Opfer des Fort­schritts­my­thos und der Idee der Auf­klä­rung von der linea­ren Geschichts­ent­wick­lung, die tra­gen­de Säu­len der rela­ti­vi­sti­schen Welt­sicht sind, wes­halb die Wahr­heit nie abso­lut ist, son­dern immer nur ein Kind ihrer Zeit. Ent­we­der wir befrei­en uns von die­sem Aber­glau­ben, den uns die Dik­ta­tur des Rela­ti­vis­mus tag­ein tag­aus jeden Tag des Jah­res in den Kopf und in das Herz häm­mert, oder der Kampf für das Leben und die Fami­lie ist bereits zu Ende und wir haben ihn ver­lo­ren und die Homo-Ehe, die Eutha­na­sie und am Ende auch die „Abtrei­bung“ gebo­re­ner Kin­der wird sich über­all durch­set­zen.

Wir müs­sen auf­zei­gen, daß das, was „Fort­schritt“ ist, nicht von sich aus offen­kun­dig ist, und anpran­gern, daß der „Fort­schritt“ viel­mehr von Mäch­ti­gen ent­schie­den wird, die dann ihre Ent­schei­dun­gen allen auf­zwin­gen. Gegen die Idee „unum­kehr­ba­rer“ Ent­wick­lun­gen die Ober­hand zu gewin­nen, ist schwie­rig, weil sich zu vie­le ver­lo­re­ne Schlach­ten ange­häuft haben. Den­noch gilt es fest­zu­hal­ten, daß die Geschich­te kei­nen mensch­lich vor­her­be­stimm­ten und not­wen­di­gen Gang hat. Die Schlach­ten wer­den von Men­schen gewon­nen und ver­lo­ren und für den Chri­sten ist kein Sieg des Bösen „irrever­si­bel“. Auch der Natio­nal­so­zia­lis­mus und der Sowjet­kom­mu­nis­mus schie­nen unbe­sieg­bar und „unum­kehr­bar“ und den­noch sind sie gefal­len.

Zu glau­ben, daß das Böse irrever­si­bel und unbe­sieg­bar sei, ist letzt­lich Teil jener histo­ri­schen Ver­zweif­lung, die, wie uns Papst Fran­zis­kus fast jeden Tag lehrt, vom Teu­fel kommt. Aber auch der Teu­fel ist nicht unbe­sieg­bar, im Gegen­teil, er ist bereits durch unse­ren Herrn Jesus besiegt. Mehr noch: streng­ge­nom­men gibt es kei­nen ande­ren Sinn der Geschich­te außer dem Sieg des Herrn über das Böse, über den Tod und über den Teu­fel. Damit wir Anteil an die­sem ein­zi­gen wah­ren Sinn der Geschich­te haben, an die­sem alten und immer neu­en Sieg des Herrn, müs­sen wir uns vom Aber­glau­ben des Fort­schritts­my­thos befrei­en. Eine Befrei­ung, die wir uns nur durch das Stu­di­um, durch die Medi­ta­ti­on und das Gebet erobern kön­nen.

Über­set­zung: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Nuo­va Bus­so­la Quo­ti­dia­na

30 Kommentare

  1. Ich wür­de sogar noch wei­ter gehen und sagen: wir erlie­gen dem Frortschritts­my­thos, weil wir von der Wahr­heit des Glau­bens nicht mehr wirk­lich über­zeugt sind, ja wir kämp­fen besten­falls Rück­zugs­ge­fech­te um der Leh­re noch die Ehre zu geben, um die Kir­che zu ver­tei­di­gen, aber im Inner­sten nagt auch an uns der Zwei­fel, des­halb ist die­ser Kampf kraft­los und ohne Mut. Dem Natio­nal­so­zia­lis­mus und Kom­mu­nis­mus konn­te man erfolg­rei­cher wider­ste­hen, weil die­se Ideo­lo­gien offen­kun­dig falsch und pri­mi­tiv waren, der Hedo­nis­mus aber, die Kul­tur des Todes, ver­brei­tet Lügen im Gewand des Fort­schritts und des Huma­nis­mus, und es bedarf größ­ter intel­lek­tu­el­ler und see­li­scher Kraft, um die­se schein­ba­ren Ver­nunfts­grün­de als Lüge zu ent­lar­ven und die Leh­re des Glau­bens in ihrer befrei­en­den und beglücken­den Wahr­heit zu erken­nen und zu ver­kün­den! Des­halb kann ich den letz­ten Satz die­ses Arti­kels nur unter­strei­chen.

    • „daß das Böse irrever­si­bel und unbe­sieg­bar sei“

      Ja, aber hier auf Erden ist es das doch!

      Jesus Chri­stus hat uns kein irdi­sches Para­dies ver­spro­chen, son­dern das neue Jeru­sa­lem ist ein himm­li­sches Jeru­sa­lem. Er sag­te ja selbst: „Wird der Men­schen­sohn noch Glau­ben fin­den?“

      Folg­lich fin­det ein irrever­si­bler Pro­zess statt, es wird ALLES immer schlim­mer, es fin­den höch­stens kur­ze Unter­bre­chun­gen statt.

      • Aber das wäre ja ein schreck­li­cher, unchrist­li­cher Fata­lis­mus; Umden­ken und Umkehr sind immer mög­lich, zunächst beim Ein­zel­nen — sonst wür­den ja die Auf­for­de­rung Chri­sti, „denkt um!“, die Bekeh­rung, die Reue und das Buß­sa­kra­ment kei­nen Sinn machen. Und wenn vie­len Ein­zel­nen die­ses Umden­ken, die Umkehr gelingt (und sie sich dabei gegen­sei­tig anspor­nen und stüt­zen), dann kön­nen sie auch bei ande­ren viel bewir­ken. Wir sind zur Hoff­nung beru­fen, nicht zur fata­li­sti­schen Ver­zweif­lung — Garant der Hoff­nung ist Chri­stus selbst, der bereits gesiegt HAT. Wie hicest­ho­die schon sagt, engüt­li­ge Hoff­nungs­lo­sig­keit, auch eine ‚Flucht aus der Welt — und vor dem Kampf‘ ist letzt­lich ein Man­gel an Glau­ben …

        • … die­se Fra­ge Chri­sti soll­te doch eher Auf­for­de­rung und Ansporn sein, es doch immer wie­der zu ver­su­chen und nie­mals auf­zu­ge­ben; feste zu glau­ben und zu hof­fen — auch wider alle (rein-mensch­li­che) Hoff­nung, denk ich.

    • Hier könnt Ihr kämp­fen:
      http://pius.info/streitende-kirche/956-moderne-gottlosigkeit/7997-carolin-kebekus-verspottet-katholische-kirche

      Hab schon Anzei­ge erstat­tet. Da kann man mal gegen unsitt­li­ches Han­deln vor­ge­hen. Und zwar abends vom Schreib­tisch aus. Man muß sich nicht mal erhe­ben (vom Schreib­tisch)!

      Die Hl. Hil­de­gard nennt unse­re Zeit die des schwar­zen Schwei­nes. Danach käme die des Wol­fes. Mal sehen, wie das wird.

  2. Geld regiert die Welt. Dies ist nun ein­mal eine Bin­sen­weis­heit.

    Wer das Geld hat, kann wirk­lich ALLES durch­set­zen, denn er hat (fast) unum­schränk­te Macht.

    Und das jetzt­zi­ge System — Schein­de­mo­kra­tie, Zen­tral­ban­ken und Bil­der­ber­ger nebst Glo­ba­li­sie­rung — führt letz­lich dazu, dass die Kon­zen­tra­ti­on von Geld und Macht immer stär­ker wird. Und wer sei­ne Fami­lie ernäh­ren will, muss sich anpas­sen.

    Inzwi­schen gibt es immer häu­fi­ger Gesinnungs„terror“, und die (auch katho­li­schen, sie­he z.B. Opus Dei) „kon­ser­va­ti­ven“ Law and Order-Anhän­ger hel­fen den Opfern nicht, son­dern lachen über sie:

    „Immer schön gehor­sam gegen­über der Auto­ri­tät sein… Dann lösen sich die Pro­ble­me von selbst.“

    Übri­gens ist die Über­schrift „Der „Ver­rat“ der Katho­li­ken“ unsin­nig. Ging der Ver­rat wirk­lich von ALLEN Katho­li­ken aus? Wohl kaum.

  3. Nur ein wirk­lich gro­ßes Ereig­nis wird die Ent­wick­lung umkeh­ren kön­nen. Man muß hof­fen, daß es ein fried­li­ches, gewalt­lo­ses Umden­ken ist — kein Zwei­fel, Gott kann das bewir­ken, wenn er genü­gend Men­schen mit berei­tem Her­zen fin­det. Wenn aber nicht — dann kann Gott, der All­mäch­ti­ge, den­noch eine Umkehr bewir­ken, aber nicht gewalt­los und fried­lich.
    Mei­ne gro­ße Befürch­tung ist, daß die­se Kul­tur vor die Wand fah­ren wird, und dann — dann wird die Kir­che, wie sie es schon ein­mal getan hat, die Trüm­mer die­ser Kul­tur auf­sam­meln und aus ihr etwas Neu­es for­men. Es wird scha­de um die­se Kul­tur sein — aber wir haben es selbst über uns gebracht.
    „Am Ende wird mein unbe­fleck­tes Herz tri­um­phie­ren.“

  4. Als natio­na­le Bischofs­kon­fe­ren­zen, auch die DBK, öffent­lich gegen Huma­nae vitae Stel­lung bezo­gen, das Gewis­sen der Ehe­leu­te als ober­ste Instanz erklär­ten, ist der Damm­bruch erfolgt. Die mei­sten Bischö­fe waren — wie wäh­rend des Kon­zils — in den Fra­gen der Moral nicht in der Lage, sich gegen die Theo­lo­gen durch­zu­set­zen, sich durch­set­zen zu wol­len.
    Das II. Vati­ka­num hat sich öffent­lich in sei­nen Doku­men­ten dem Gedan­ken des sich line­ar ent­wickeln­den Fort­schritts gera­de­zu hin­ge­ge­ben, gegen die Tra­di­ti­on, gegen die Hl Schrift, gegen jede geof­fen­bar­te Wahr­heit.
    Katho­li­ken, die dies erken­nen, dür­fen sich natür­lich nicht auf den Papst und die Bischö­fe her­aus­re­den und die eige­ne Ver­ant­wor­tung leug­nen. Doch ich wei­ge­re mich, grund­sätz­lich den Lai­en die Ver­ant­wor­tung für die­se Ent­wick­lung auf­zu­la­den.
    Das Lehr­amt der katho­li­schen Kir­che hat mit und nach dem Kon­zil auf der gan­zen Linie ver­sagt, und es ver­sagt wei­ter. Wenn Kar­di­nal Bur­ke den Mut gehabt hät­te, die­se offen­sicht­li­che Tat­sa­che öffent­lich zuzu­ge­ben, hät­te er eine gro­ße Rede gehal­ten.

    • Es ist ja lei­der so, dass die Bischö­fe den Lai­en auch schon ein­mal in den Rücke fal­len — und beson­ders eif­ri­ge Lai­en dann „Pha­ri­sä­er“ nen­nen.

  5. Wenn man sich mit der Vor­stel­lung des Irrever­si­blen in der Geschich­te adäquat aus­ein­an­der­set­zen will, so kommt man um eine inten­si­ve Beschäf­ti­gung mit Hegel und sei­ne Geschichts­phi­lo­so­phie nicht umhin. Das Geschichts­bild der Moder­ne ist maß­geb­lich geprägt von der hegel­schen Dia­lek­tik. Hegel hat die Geschich­te teleo­lo­gisch inter­pre­tiert, wobei The­se, Anti­the­se und Syn­the­se im geschicht­li­chen Wer­den den zivi­li­sa­to­ri­schen Pro­zess vor­an­trei­ben. Damit hat Hegel die Geschich­te ein­sei­tig in einen dyna­mi­schen Pro­zeß umin­ter­pre­tiert, der sich zwangs­läu­fig voll­zie­he, weil sich dar­in ein höhe­rer Wil­le, der Got­tes, voll­zie­he. Wer sich also gegen die­sen geschicht­li­chen Pro­zeß stel­le, ihn nicht aktiv mit ver­wirk­li­che, steht außer­halb der histo­ri­schen Wahr­heit, die nur dyna­misch ver­stan­den wer­den kann. Das hegel­sche Geschichts­ver­ständ­nis ist also prä­de­sti­na­to­risch. Der Mensch muss den vvon Gott vor­ge­ge­ben geschicht­li­chen Pro­zeß voll­zie­hen. Marx hat die­ses Geschichst­ver­ständ­nis auf­ge­grif­fen und wei­ter­ent­wickelt, indem er es auf eine neue Stu­fe hob, wo sich Geschich­te im Revo­lu­tio­nä­ren auf­löst, die dann in der Theo­rie zur tota­len Befrei­ung des Men­schen in der Welt führt.

    Bis heu­te ist der Pro­te­stan­tis­mus tief vom hegel­schen Den­ken geprägt, bzw. Hegel war vom Pro­te­stan­tis­mus, ins­be­son­de­re dem Cal­vi­nis­mus, tief geprägt. Man soll­te nicht über­se­hen, dass gera­de die­se Ent­wick­lun­gen der von der Fran­zö­si­schen Revo­lu­ti­on gepräg­ten Auf­klä­rung zur Ver­ab­so­lu­tie­rung einer Geschichts­vor­stel­lung geführt hat, die auch in das Den­ken vie­ler Katho­li­ken ein­gan­gen gefun­den hat und uns heu­te den frei­en Blick auf Chri­stus ver­sperrt.

    Man wird also um eine Aus­ein­an­der­set­zung mit dem hegel­schen Geschichts­den­ken nicht umhin kön­nen, um den Schein der Irrever­si­bi­li­tät von Geschich­te ans Tages­licht zu brin­gen. Es ist und bleibt eine Aus­ein­an­der­set­zung dar­über, was unter dem Reich Got­tes zu ver­ste­hen ist und inwie­weit die­ses sich im Dies­seits ver­wirk­licht.

    • Aller­dings weist auch die bibli­sche, apo­ka­lyp­ti­sche Pro­phe­tie einen teleo­lo­gi­schen Pro­zess auf — aber eben nicht hin zum immer Bes­se­ren, nach­dem man gewis­ser­ma­ßen die alten Häu­te nach einem dia­lek­ti­schen Pro­zess abwirft und „geläu­tert“ fort­schrei­tet. Einer sol­chen Phan­ta­sie steht schon jede mensch­li­che Erfah­rung, aber auch ein kennt­nis­rei­cher Blick in die Geschichts­wis­sen­schaft ent­ge­gen.
      Hier ver­lau­fen haar­schar­fe Tren­nungs­li­ni­en… Natür­lich gibt es auch in der heils­ge­schicht­li­chen Per­spek­ti­ve ein Fort­schrei­ten, einen Zuwachs an Erken­nen, einen Zuwachs an Ereig­nis­sen, die das Kom­men des Bräu­ti­gams ankün­di­gen. Zugleich aber fin­det der Absturz des Fein­des in die Zeit zuneh­mend statt. Zwar ist das schlim­me Ende, wie oben Frank Bell sagt, vor­her­ge­sagt, aber nicht zwin­gend, nicht, weil Gott das über uns ver­hängt hät­te, son­dern weil wir es über uns ver­hän­gen. Einer­seits ist die­ses Ende bereits in ewi­ger Blick­rich­tung erreicht, wie auch die Über­win­dung des Satans schon lan­ge in Chri­stus erreicht ist, aber wir erle­ben das alles in der Zeit, in der Gott mög­lichst vie­le noch zurück­ge­win­nen will. Wür­den wir ernst­haft nach im rufen und ihn wirk­lich in unse­re Mit­te bit­ten, käme er und wür­de alles anders machen als vor­her­ge­sagt.
      Aber genau das geschieht lei­der nicht — wir ver­sa­gen auf gan­zer Linie, wir, d.h. der gesam­te Kle­rus bis auf Aus­nah­men und genau­so, wie im Spie­gel, auch die Lai­en. Denn der Part der Lai­en ist so wich­tig wie der der Bischö­fe. Es bedingt sich gegen­sei­tig: der Unwil­le der vie­len Katho­li­ken, dem Herrn zu gehor­chen, und die Angst der Bischö­fe, sich dem ent­ge­gen­zu­stel­len. Wenn von Lai­en­sei­te noch hoch­tra­ben­de theo­lo­gi­sche Sprech­bla­sen abge­son­dert wer­den, ist dem ein gro­ßer Teil des Kle­rus samt der Lai­en intel­lek­tu­ell nicht mehr gewach­sen. Man­cher mag nun belei­digt sagen: wie­so wir haben schließ­lich auch stu­diert etc. Ja, schon mög­lich, aber Stu­di­um bedeu­tet heu­te in aller Regel eine Ver­bie­gung des Gei­stes. Nur weni­ge Prie­ster oder Lai­en hal­ten dem stand.

  6. Zeit­schnur, ich muss Ihnen, natür­lich nur teil­wei­se, wider­spre­chen.
    Die katho­li­sche Kir­che hat nach ihrem eige­nen Selbst­ver­ständ­nis ein Lehr­amt, das ver­bind­lich vor­schreibt, was Katho­li­ken glau­ben müs­sen, um zur sicht­ba­ren Kir­che zu gehö­ren, um Sakra­men­te emp­fan­gen zu dür­fen. Die­ses Lehr­amt besteht aus dem Papst und den Bischö­fen. Die Prie­ster der katho­li­schen Kir­che, die Pfar­rer, haben nicht krea­tiv ihren eige­nen Glau­ben, son­dern den der Kir­che, ver­tre­ten durch die Hier­ar­chie, zu ver­kün­den. Jesus Chri­stus, der Gute Hir­te, hat aus­drück­lich Hir­ten — durch die Län­ge der Zeit — bestellt.
    Es ist nicht pri­mär Auf­ga­be der Lai­en, sich selbst den Glau­ben bei­zu­brin­gen. Und zwar als Wis­sen, als abfrag­ba­res Wis­sen, füh­re ich zuge­spitzt hin­zu. Auf die­sem Fun­da­ment ruht oder steht das Leben des Glau­bens, das weit­aus mehr ist, als abfrag­ba­re Kate­chis­mus­wahr­hei­ten. Das wuss­ten Katho­li­ken — bis zum Kon­zil — zu allen Zei­ten. Das Fun­da­ment des Glau­bens aber hat die Kir­che zu legen, das ist die erste Auf­ga­be des Pap­stes, der Bischö­fe, der Prie­ster.
    @Francisco weist mit Recht auf Hegel hin, auf die phi­lo­so­phi­schen (Fehl-) Ent­wick­lun­gen der Neu­zeit.
    Bischof Tis­sier de Mal­lerais ist der ein­zi­ge Bischof, der mir bekannt, der hier kri­tisch ansetzt, bei der Phi­lo­so­phie, die von den Theo­lo­gen über­nom­men wor­den ist . Doch er ist sus­pen­diert, er ist ein FSSPX-Bischof.
    Natür­lich haben gläu­bi­ge Lai­en für ihr Glau­bens­le­ben die per­sön­li­che Ver­ant­wor­tung. Sie tra­gen aber kei­ne Ver­ant­wor­tung dafür, dass der katho­li­sche Glau­be seit Jahr­zehn­ten ver­zerrt, rudi­men­tär, wei­ter­ge­ge­ben wird. Das von Jesus Chri­stus ein­ge­setz­te Lehr­amt ist hier­für ver­ant­wort­lich. Alles ande­re ist Pro­te­stan­tis­mus, Sub­jek­ti­vis­mus.

    • O Cup­pa, Sie lesen in mei­ne Wor­te etwas rein, was ich gar nicht gesagt habe… ich habe an kei­ner Stel­le gesagt, dass es Auf­ga­be der Lai­en sei, sich „den Glau­ben sel­ber bei­zu­brin­gen“. Den­noch ist die Bezie­hung Hir­ten-Scha­fe viel­schich­tig. Sie haben völ­lig recht, dass der Kle­rus seit Jahr­zehn­ten zuneh­mend total ver­sagt. Aber eben nicht nur der Kle­rus, son­dern auch die Lai­en, v.a. die Uni­ver­si­täts­leh­rer, die theo­lo­gisch gegen das Lehr­amt kämp­fen. Ich kann nur sehen, dass die Bischö­fe total defen­siv auf all den Unsinn reagie­ren, der aka­de­misch ver­bro­chen wird. Und dass vie­le Prie­ster und „ein­fa­che“ Lai­en total über­for­dert sind.
      Sie ver­ges­sen auch, lie­be Cup­pa, dass das Lehr­amt zwar die Leh­re kor­rekt wei­ter­ge­ben und auch for­mu­lie­ren soll. Sie wer­den mir aber recht­ge­ben müs­sen dar­in, dass die Aus­ein­an­der­set­zun­gen um die Leh­re immer in der gan­zen Kir­che statt­ge­fun­den haben und nicht sel­ten wesent­li­che Impul­se gera­de nicht aus dem Kle­rus kamen, son­dern von Mysti­kern in den Orden oder aus der Lai­en­schaft bis hin zum Mar­ty­ri­um. Den­ken Sie an Tho­mas Morus, an Cate­ri­na von Sie­na, auch an Hil­de­gard, an Tere­sa… Die Ver­ant­wor­tung, dass die Wahr­heit tra­diert, for­mu­liert wird, trägt in der Tat dann schluss­end­lich das Lehr­amt, aber der gei­sti­ge Pro­zess, der die­se Tra­di­ti­on erkennt und auch wei­ter­gibt, geschieht eben in der gan­zen Kir­che. Es ist oft der Weg, den der Hl. Geist den ein­zel­nen führt, der wesent­li­che Aspek­te der Leh­re erst deut­lich mach­te. Und ich mein­te: hier ver­sa­gen heu­te auch wesent­lich die Nicht-Kle­ri­ker.
      Des­halb noch mal: es sind seit dem Kon­zil ganz mar­kant Theo­lo­gen, die kein geist­li­ches Amt inne­ha­ben oder nicht aktiv aus­üben, die den unsäg­li­chen Blöd­sinn arti­ku­lie­ren, der dann medi­al hofiert und hoch­ge­spült wird, das nor­ma­le Kir­chen­volk blen­den und trä­ge machen (und das Volk hat auch kein ande­res Inter­es­se, sei­en wir doch ehr­lich!) und die Bischö­fe kopf­scheu und völ­lig ver­dreht im Hirn reagie­ren las­sen.
      Ist kein Hir­te da, führt Jesus selbst das Schaf, oder?

      • O ja, Zeit­schnur, es hat immer Aus­ein­an­der­set­zun­gen in der Kir­che um die Leh­re gege­ben. Wenn es um die Sub­stanz ging, griff das höch­ste Lehr­amt ein. Dann wur­den Häre­si­en nicht nur abge­wehrt, son­dern Dog­men for­mu­liert, ver­bind­lich zu glau­ben­de Leh­ren.
        Seit Johan­nes XXIII. glau­ben Päp­ste, Häre­si­en nicht mehr bekämp­fen zu müs­sen. Mit dem Ergeb­nis, dass der katho­li­sche Glau­be unter Häre­si­en erstickt.
        Lie­be Zeit­schnur, mir brau­chen Sie nicht Cate­ri­na von Sie­na, Tere­sa von Avi­la, ande­re gro­ße Hei­li­ge vor Augen zu füh­ren. Sie hat­ten nur das Glück, das uns lei­der ver­sagt ist, auf dem siche­ren Fun­da­ment des katho­li­schen Glau­bens zu ste­hen. Des­halb gab es die­ses frucht­ba­re Wech­sel­spiel: Sie konn­ten weit­rei­chen­de Impul­se geben, aber sie muss­ten sich nicht mit der Hier­ar­chie um die Grund­la­gen des Glau­bens strei­ten.
        Gro­ße Hei­li­ge, Män­ner und Frau­en, zeich­ne­ten sich zwei­fach aus: Ein­mal durch ihren prä­gen­den Ein­fluss auf das geist­li­che Leben der Kir­che, zum ande­ren durch ihre Treue zum Lehr­amt der Kir­che. Sie hat­ten das Glück, dass die­ses Lehr­amt noch funk­ti­ons­fä­hig war.
        Die­ses Glück haben wir nicht mehr.
        Eine katho­li­sche Kir­che ohne siche­res Fun­da­ment im Glau­ben wird kei­ner
        athe­istisch-hedo­ni­stisch-chri­sten­tums­feind­li­cher Her­aus­for­de­rung gewach­sen sein.
        Die Homo-Gen­der-Macht, die Abtrei­bungs­lob­by, haben mit die­ser Kir­che ein leich­tes Spiel. Mei­ne Hoch­ach­tung gilt jenen Lai­en, die sich in den Medi­en als Einzelkämpfer/innen für die katho­li­sche Moral ein­set­zen. Wäh­rend Kar­di­nal Woel­ki, Weih­bi­schof Jasch­ke, u.a. längst fröh­lich im Main­stream schwim­men und höch­stens lei­den, wenn sie zu wenig Strei­chel­ein­hei­ten von den Medi­en­bos­sen bekom­men.

        • In gewis­ser Wei­se sind Sie ja selbst ein Bei­spiel für einen Lai­en (ist doch so oder — jeden­falls kein Bischof, neh­me ich an…), der sich gezwun­ge­ner­ma­ßen auf­grund der tra­dier­ten Leh­re an die­sel­be hal­ten will und dafür strei­tet und dabei von den Hir­ten allei­ne gelas­sen wird.
          Ich bin mir nicht sicher, ob das in frü­he­ren Zei­ten immer ide­al war. Wenn ich an die Zeit der zwei oder drei Päp­ste den­ke, an das 4. Jahr­hun­dert und die Jahr­hun­der­te danach im ger­ma­nisch-spra­chi­gen Raum, an die Zeit nach der fran­zö­si­schen Revo­lu­ti­on in Frank­reich — immer gab es die­ses Pro­blem der Her­de ohne recht­gläu­bi­ge Hir­ten. Ich mei­ne, auch die Mut­ter des Jean-Marie Vian­ney ging stun­den­lang, um eine recht­gläu­bi­ge Mes­se zu besu­chen, war es nicht so?
          Die Lage ist heu­te des­halb so pre­kär, weil sie sich glo­bal aus­dehnt wie ein Öltep­pich. In frü­he­ren Zei­ten war das Ver­sa­gen der Hir­ten räum­lich ein­ge­grenz­ter. Manch­mal den­ke ich auch an die armen Katho­li­ken in Nord­ko­rea — sie haben kei­ne mensch­li­chen Hir­ten und müs­sen sich ganz auf den eigent­li­chen Hir­ten ver­las­sen.
          Im Zwei­fels­fall also muss jeder Laie sich tat­säch­lich — nicht selbst den Glau­ben bei­brin­gen, son­dern — von Jesus und Maria direkt füh­ren las­sen.
          Zum Glück haben wir ja die Leh­re in Schrift­form, und kön­nen lesen. Das ist kein pro­te­stan­ti­scher Sub­jek­ti­vis­mus, den ich hier zum Pro­gramm erhe­ben will, son­dern eine Not­lö­sung in schwe­rer Zeit. Ja, dann wird mich der Herr sel­ber eben wei­den!
          Denn wir haben ein Fun­da­ment, das Fun­da­ment, Cup­pa, das ist nicht weg, nur weil die Hir­ten es igno­rie­ren! Das Fun­da­ment ist leben­dig, auf­er­stan­den und heißt Jesus!

          • Wenn Sie mich so direkt fra­gen: Sicher bin ich kein Bischof. Ich habe mir den katho­li­schen Glau­ben zurück­er­ar­bei­tet, nach­dem ich vom „Kon­zils­glau­ben“ völ­lig durch­tränkt war. Es hat Zeit und auch Geld geko­stet, Bücher gibt es nicht umsonst.
            Das hat ganz sicher mit dem Fun­da­ment Jesus Chri­stus zu tun, mit nie­man­dem sonst!
            Aber ich den­ke nicht dar­an, dass kon­zi­lar-nach­kon­zi­lia­re Jesus ja — Kir­che nein — auch nur ansatz­wei­se zu über­neh­men. Sicher pro­pa­gie­ren Sie das nicht.
            Es war Sein Wil­le, die Kir­che zu grün­den, in der Er wei­ter fort­wirkt. Ich habe doch nicht das Lehr­amt erfun­den, Er hat es ein­ge­setzt!
            Weil ich den „Kon­zils­glau­ben“ als leer, als gefähr­lich emp­fun­den habe im Lau­fe der Zeit, habe ich nicht das Recht, dies von ande­ren Katho­li­ken zu for­dern.
            Katho­li­ken haben das Recht, den eige­nen Glau­ben unver­kürzt, unver­dreht, authen­tisch ver­kün­digt zu bekom­men. Als „ehe­ma­li­ge Ver­führ­te“ bestehe ich dar­auf!

          • Sie haben ja völ­lig recht! ich sag­te: Not­lö­sung, Zwei­fels­fall.
            Aber ich den­ke, wir sind auch heu­te nicht ohne Lehr­amt, inso­fern als eben das Lehr­amt ver­gan­ge­ner Zei­ten uns eini­ges lehrt. Also anders gesagt: Kon­zi­li­en oder Päp­ste der Geschich­te leh­ren immer noch.
            Natür­lich hat er das Lehr­amt ein­ge­setzt, aber wis­sen Sie, wenn er schon sagt „die Pfor­ten der Höl­le etc.“, dann muss man ein­fach damit rech­nen, dass die Höl­le alles ver­sucht… Dass der Fels Petri so eine Art Ver­schluss­stein auf der Höl­len­pfor­te sein könn­te, geht mir seit eini­ger Zeit, v.a. seit F., durch den Kopf. Will sagen: die­ser Ver­schluss­stein erscheint mir jetzt end­gül­tig bei­sei­te gerückt, ins Domus St. Marthae. Hof­fe, dass ich mich irre. Jeden­falls raucht es gewal­tig. Der Rauch treibt mir die Trä­nen in die Augen.

  7. (1) Der katho­li­sche Ehe­be­griff ist klar und ein­deu­tig und die ent­spre­chen­de (Sexual-)Moral eben­falls: Die Ehe ist unauf­lös­bar solan­ge bei­de Ehe­leu­te leben, sie ist auf die Nach­kom­men­schaft aus­ge­rich­tet und zwar auf die nicht vom Ehe­paar bestimm­te Nach­kom­men­schaft. Die Sexua­li­tät hat ihren Platz in der Ehe und nur in der Ehe, wegen der Nach­kom­men­schaft; damit die­se auf opti­ma­le Bedin­gun­gen trifft. Aber in der nach­kon­zi­lia­ren Theo­lo­gie gibt es eine mehr oder weni­ger offe­ne Ten­denz, die­sen katho­li­schen Ehe­be­griff auf­zu­wei­chen und unter dem Druck der gesell­schaft­li­chen Umstän­de ist die­se Auf­wei­chung auch die kon­ser­va­tiv katho­li­schen Krei­se ein­ge­sickert: Da hat jüngst der Katho­lik Nor­bert Geis, den pro­te­stan­ti­schen Bun­des­prä­si­den­ten dafür gerügt, daß er mit sei­ner Gelieb­ten zusam­men­lebt, anstatt sich von sei­ner (pro­te­stan­tisch) legi­ti­men Frau schei­den zu las­sen, um sei­ne Gelieb­te zu hei­ra­ten. Als ob ein lega­li­sier­ter Ver­rat kei­ner mehr wäre! Dage­gen kam der „Vor­zei­ge­ka­tho­lik“ Wulff, der sei­nen Ehe­bruch vor dem Staat durch Schei­dung und Zweit­ehe „legi­ti­mier­te“ in die­sen Krei­sen unge­rügt durch. Jetzt stemmt sich in den Medi­en die durch­aus sym­pa­thi­sche Frau von Bever­fo­er­de im Namen der Katho­li­ken gegen das Ehe­gat­ten­split­ting für soge­nann­te „Homo“-Ehen mit der Begrün­dung „daß Unglei­ches nicht gleich behan­delt wer­den darf“. Völ­lig rich­tig, aber kaum zu ver­mit­teln! In der Hit­ze die­ser Debat­te um das gesell­schaft­li­ches Für und Wider der Homo-„Ehe“ wird oft ver­ges­sen, daß auch eine ehe­li­che Ver­bin­dung zwi­schen Mann und Frau vor schwe­rer Sün­de nicht gefeit ist, die­se eben kein Pri­vi­leg von Homo­se­xu­el­len ist.

  8. (2) Auf einer rein säku­la­ren Ebe­ne ist der Unter­schied zwi­schen (hete­ro­se­xu­el­len) „Ehen“ und homo­se­xu­el­len Ver­bin­dun­gen bei der der­zei­ti­gen gesell­schaft­li­chen Lage nicht zu hal­ten. Es ist eigent­lich nicht ein­zu­se­hen, wes­halb hedo­ni­stisch den­ken­de, frei­wil­lig eben­so dezi­diert unfrucht­ba­re Ehe­paa­re von einem Ehe­gat­ten­split­ting pro­fi­tie­ren sol­len, nur weil sie auf­grund ihrer see­li­schen Dis­po­si­ti­on ihren per­ver­tier­ten Sex zwi­schen Mann und Frau haben und kei­nen homo­se­xu­el­len. Wenn ein Pär­chen, daß bereits eini­ge Zeit zusam­men­lebt, der steu­er­li­chen Begün­sti­gun­gen wegen stan­des­amt­lich hei­ra­tet, sich alles im Leben gönnt, und nur bereit ist, das eine oder ande­re „Wunsch“-Kind in die Welt zu las­sen, wenn es der Selbst­ver­wirk­li­chung nicht ent­ge­gen­steht, pro­fi­tiert es vom „beson­de­ren Schutz“, der im Grund­ge­setz ver­an­kert ist, obwohl es die dort gemein­te Form von Ehe und Fami­lie kari­kiert. Ein homo­se­xu­el­les Paar, das die ledig­lich die glei­che hedo­ni­sti­sche Lebens­ein­stel­lung hat, soll aber nicht haben kön­nen, was für die hete­ro­se­xu­el­len Sün­der unhin­ter­fragt gilt? — Hier ist eben doch Unglei­ches „Glei­ches“ (gewor­den): Die vor einer Pflicht zur auch unge­le­gen kom­men­den Nach­kom­men­schaft unab­hän­gig gemach­te, rein selbst­be­zo­ge­ne Part­ner­schaft ist kein Pri­vi­leg der Homos. Und solch Glei­ches soll­te auch gleich behan­delt wer­den, wenn der Staat glaub­wür­dig blei­ben will.
    Das Pro­blem für uns Katho­li­ken ist eben nicht, daß die Homo­se­xu­el­len jetzt die glei­chen „Rech­te“ bekom­men. Das Pro­blem ist, daß der ursprüng­li­che Begriff der Ehe und Fami­lie, wegen der gesell­schaft­lich aner­kann­ten, auch von den Ver­tre­tern der Kir­che aus Bequem­lich­keit und Men­schen­furcht groß­zü­gig tole­rier­ten, sexu­el­len Frei­zü­gig­keit schon lan­ge nicht mehr greift. Solan­ge man das nicht radi­kal angeht, ist es ver­geb­li­cher Kraft­auf­wand die paar arm­se­li­gen Homo­se­xu­el­len als die angeb­li­chen Stö­ren­frie­de in Got­tes guter Ord­nung zu brand­mar­ken. WIR müs­sen umkeh­ren!

    • Ich kann Ihre Argu­men­ta­ti­on beim besten Wil­len nicht tei­len, ja sie ist mir Anlass zu gro­ßer Besorg­nis. Zeigt sie doch, dass selbst in gebil­de­ten gut katho­li­schen Krei­sen der beson­de­re Cha­rak­ter der Sün­de der Sodo­mie („him­mel­schrei­en­de Sün­de“) nicht mehr erkannt wird. Sicher müs­sen wir umkeh­ren von der sexu­el­len Frei­zü­gig­keit, zum katho­li­schen Ehe­be­griff, der die Lie­be zwi­schen Mann und Frau, und die Öff­nung zur Nach­kom­men­schaft in den Mit­tel­punkt stellt. Wenn aber geleb­te homo­se­xu­el­le nur eine sexu­el­le Sün­de wäre wie eine ande­re, dann gibt es für die säku­la­re Gesell­schaft, die den Begriff „Sün­de“ ja so nicht kennt, kei­nen Anlass die Homo-Ehe nicht anzuerkennen.Die Aner­ken­nung homo­se­xu­el­ler Part­ner­schaf­ten ist aber etwas fun­da­men­tal Ande­res, eine Revo­lu­ti­on, ein Auf-den-Kopf-Stel­len der gött­li­chen und der natür­li­chen (was für uns Chri­sten ja das Glei­che ist) Ord­nung. Es geht hier nicht um „ein paar arm­se­li­ge Homo­se­xu­el­le“, schon eher um die Kin­der, die man in eine sol­che Gemein­schaft hin­ein­stel­len will, aber es geht vor allem um das Prin­zip, für das immer­hin in Paris Hun­dert­tau­sen­de auf die Stra­ße gegan­gen sind. Unser Kampf ist über­haupt nicht ver­lo­ren, wenn wir uns für unse­re Prin­zi­pi­en kämp­fen und wenn wir von unse­ren Hir­ten dabei unter­stützt wer­den (was lei­der nicht immer der Fall ist, aber auch hier dür­fen wir nicht locker las­sen, sie zu über­zeu­gen).

      • Natür­lich ist die Sodo­mie etwas „fun­da­men­tal“ ande­res, kei­ne Fra­ge, weil sie ja auch nicht „bekehr­fä­hig“ ist. Eine Bezie­hung zwi­schen Mann und Frau kann im Prin­zip mora­lisch geheilt wer­den, die gleich­ge­schlecht­li­che nicht. Wenn die Schwu­len und Les­ben umge­keh­ren ist es immer aus mit der Bezie­hung! — Ich schrieb aber, dass „auf einer rein säku­la­ren Ebe­ne ider Unter­schied zwi­schen (hete­ro­se­xu­el­len) „Ehen“ und homo­se­xu­el­len Ver­bin­dun­gen bei der der­zei­ti­gen gesell­schaft­li­chen Lage nicht zu hal­ten ist“. Es geht um den Kon­sens in unse­rer nicht mehr christ­li­chen Gesell­schaft. Für die­se ist die­se Gren­ze auf­grund der Umdeu­tung der hete­ro­se­xu­el­len Ehe zur Part­ner­schaft auf gegen­sei­ti­ger Befrie­di­gungs­ba­sis eine rein künst­li­che. Wenn ich jeman­den über­zeu­gen will, muss ich ihn gedank­lich erst ein­mal dort abho­len, wo er steht.

    • Ihre Posi­ti­on kann ich nur als Zuspit­zung akzep­tie­ren. Sie haben recht — auch die „hete­ro­se­xu­el­le Lie­be“ ist aus einer katho­li­schen Sicht voll­kom­men per­ver­tiert. Den­noch wür­de ich mit dem hei­li­gen Pau­lus mei­nen, dass dies eben doch der „natür­li­che Ver­kehr“ ist, auch wenn er von sei­ner eigent­li­chen Ziel­set­zung abge­kom­men ist. An die­ser Stel­le wür­de ich auch poli­tisch auf jeden Fall jeden Rest­be­stand an „natür­li­chem“ Ver­hal­ten unter­stüt­zen und för­dern.
      Die Ehe wur­de auch in frü­he­ren Zei­ten aus äußerst unhei­li­gen Moti­va­tio­nen für aller­hand miss­braucht, zu Geld­ma­che­rei, zu poli­ti­schen Schach­zü­gen, zur Bemäch­ti­gung ein­zel­ner Per­so­nen aus pri­va­ten Grün­den, um sich selbst Nach­kom­men zu schaf­fen, ohne den Part­ner zu wür­di­gen etc etc.
      Ins­ge­samt ist unser Pro­blem, dass die Sexua­li­tät total über­be­wer­tet und über­schätzt wird. Man kann das Leben offen­bar nur noch durch die Bril­le der Sexua­li­tät sehen. Ja, das von Gott so gut geschaf­fe­ne Leben flirrt zwi­schen den Geschlech­tern (was nicht gleich­zu­set­zen ist mit Begeh­ren oder Ent­glei­sun­gen sexu­el­ler Art!!!), tag­täg­lich immer und über­all ist die­se reiz­vol­le anthro­po­lo­gi­sche Struk­tur zu spü­ren, und ich genie­ße sie ehr­lich gesagt sehr, so wie ich alles in die­ser schö­nen Schöp­fung so unend­lich erfreu­lich fin­de trotz der Ver­dun­ke­lung durch die Sün­de.
      Die hom­se­xu­el­le Emp­fin­dung ist aber eine Kari­ka­tur die­ser natür­li­chen Beschaf­fen­heit des Men­schen. Wenn ich mir allein vor­stel­le, wie hier die fal­schen Orga­ne für die fal­schen Tätig­kei­ten ver­wen­det wer­den… es ist als wür­de einer sagen: ich habe kei­ne Lust, das Bier durch den Mund zu trin­ken und flößt es sich unter Mühen in die Nase ein. Klar, das geht auch, und wenn man eine ent­spre­chen­de Ill­sui­on auf­baut, wird es sicher tau­sen­de geben, die ihr Com­ing-Out als Nasen­trin­ker haben wer­den…

      • Sie haben recht. (sie­he auch mei­ne Ant­wort an Jean-Lou­is oben) Vor­stel­len will ich mir das mei­ste gar nicht so genau.

        • Will man beur­tei­len, ob gleich­ge­schlecht­li­che Sexua­li­tät wirk­lich eine nor­ma­le Spiel­art von Sex. ist, muss man sich tat­säch­lich ohne Scheu die Voll­zü­ge vor­stel­len! In der Evo­lu­ti­on hat sich die Zwei­ge­schlech­lich­keit ent­wickelt und ist mit der Fort­pflan­zung gekop­pelt wor­den. So endet der Orgas­mus beim Mann eben mit der Eja­ku­la­ti­on. Wohin eja­ku­liert der homo­se­xu­el­le Mann? Der gleich­ge­schlecht­lich lie­ben­de Mann öff­net sich nicht auf eine Gefähr­tin und die dazu pas­sen­den Orga­ne. Er kann und will sich abso­lut nicht der Kör­per­funk­ti­on der Abga­be von Samen­flüs­sig­keit auf eine even­tu­el­le Zeu­gung eines Kin­des hin öff­nen. Er gibt sich damit nicht im voll­sten Sin­ne einem ande­ren Men­schen in Lie­be hin. Das ist einer der Grün­de, war­um die Kir­che die gleich­ge­schlecht­li­che Sex. als eine defin­zi­tä­re Sexua­li­tät ansieht. dh.nicht, dass sol­che Men­schen dis­kri­mi­niert wer­den dür­fen. Den­noch ist gleich­ge­schlecht­li­che Sexua­li­tät kei­nes­falls die von der Schöp­fungs­ord­nung gewoll­te und dem Abild Got­tes ent­spre­chen­de Lie­be, die immer eine Offen­heit auf Zukunft und Wei­ter­ga­be von Leben (wie auch die Orga­ne in ihrer Funk­ti­on zei­gen!) aus­ge­rich­tet ist. Eine defin­zi­tä­re Sexua­li­tät kann nie­mals mit der ehe gleich­ge­setzt wer­den. Die kath. Kir­che sieht in der Lie­be von Mann und Frau und der unauf­lös­li­chen Ehe ein Abbild der inner­gött­li­chen Lie­be in der Drei­fal­tig­keit aus Vater Sohn und Geist, die in Frucht­bar­keit und tota­ler Hin­ga­be Vor­bild auch für die mensch­li­che Lie­be sein soll.

  9. Die­ser Fort­schritts­my­thos hat doch schon längst sei­nen Opti­mis­mus und sei­ne Kraft ver­lo­ren. Er wird getra­gen von dem säku­la­ren Milieu der Genera­ti­on, die man in Ame­ri­ka die Baby­boo­mer oder die gro­ße Genera­ti­on und bei uns die Acht­und­sech­zi­ger nennt. Der letz­ten gro­ßen Genera­ti­on vor der Pil­le und der lega­len Abtrei­bung. Die­ses Milieu die­ser demo­gra­phisch über­mäch­ti­gen Genera­ti­on besetzt heu­te alle Ebe­nen und Sphä­ren der Macht und des Ein­flus­ses. Die Jün­ge­ren, die heu­te anfan­gen Posi­tio­nen zu beset­zen, tun dies nur mit Erlaub­nis die­ser Genera­ti­on. Aber die­se Genera­ti­on bewegt sich auf das Grab zu; in 15 bis 20 Jah­ren ist sie gegan­gen. Und die Ideen, die sie getra­gen hat, wer­den mit ihr gehen. Ein­fach weil ihr wesent­li­ches Merk­mal die Unfrucht­bar­keit ist. Sie haben die­sen Geist des Todes zwar auch in die gesam­te Gesell­schaft getra­gen, nicht uner­folg­reich, aber am erfolg­reich­sten waren sie bei sich sel­ber. Bei der Bewe­gung gegen die Homo Ehe in Frank­reich ist die­se Ent­wick­lung das erste mal sicht­bar gewor­den. Wo kom­men denn alle die­se jun­gen und tat­säch­lich opti­mi­sti­schen Men­schen her, die dort für Vater und Mut­ter demon­strie­ren? Da wird eine Genera­ti­on sicht­bar, von der schein­bar nie­mand etwas geahnt hat und die in den näch­sten Jah­ren von sich reden machen wird. Man schaue sich den deut­schen Mikro­zen­sus von 2011 unter Mehr­kind Fami­li­en an. Es gibt sie. Und das sind nicht nur Mus­li­me. So gut wie jede Fami­lie, die in den letz­ten 40 Jah­ren mehr als zwei Kin­der bekom­men hat, hat das gegen den Zeit­geist getan. Wenn heu­te in Deutsch­land pro Fami­lie unter 1,8 Kin­der gebo­ren wer­den, klingt das erst ein­mal erschreckend. Aber die­se Zahl setzt sich zusam­men aus einem gro­ßen Milieu, wo pro Fami­lia weni­ger als ein Kind gebo­ren wird und einem klei­ne­ren Milieu mit mehr als zwei Kin­dern pro Fami­lie. Wenn die Eltern gegan­gen sind, gibt das eine demo­gra­phisch völ­lig ande­re Situa­ti­on. Die ver­kork­sten Kin­der der Acht­und­sech­zi­ger und vor allem deren Kin­der (weil der rich­ti­ge Bruch kam erst mit den Kin­dern der Baby Boo­mer, da ging es dann ent­schlos­sen in Rich­tung ein Hund Fami­lie), die­se gan­zen Gestal­ten, wer­den, wenn die Pro­tek­ti­on ihrer revo­lu­tio­nä­ren Eltern bzw. Groß­el­tern weg­fällt, ziem­lich ein­sam daste­hen.

  10. „Das Pro­blem, über das wir viel nach­den­ken müs­sen, ist, daß sehr vie­le Katho­li­ken still­schwei­gend die The­se akzep­tie­ren, daß die revo­lu­tio­nä­ren „Errun­gen­schaf­ten“ angeb­lich nicht mehr rück­gän­gig zu machen sei­en. … „

    Zu den „Errun­gen­schaf­ten“ gehört bei vie­len Katho­li­ken auch das 2. Vat. Kon­zil. Wie oft hört man: „Wir wol­len nicht hin­ter das Kon­zil zurück“. War­um? Weil neu mit bes­ser gleich­ge­setzt wird. Das Den­ken ist geprägt vom Evo­lu­tio­nis­mus, die Zeit davor gilt als über­wun­den ohne sagen zu kön­nen, was kon­kret jetzt bes­ser sein soll. Es wird gar nicht mehr dar­über nach­ge­dacht. Bei­nah zwang­haft ist die Hal­tung: nur nicht zurück, es muß immer vor­wärts gehen und es wird alles immer bes­ser.
    Die fau­len Früch­te der Lit­ur­gie­re­form sind evi­dent. Trotz­dem wird krampf­haft dar­an fest­ge­hal­ten.
    Die „Errun­gen­schaft“ der Lit­ur­gie­re­form ist angeb­lich nicht mehr rück­gän­gig zu machen.

    • Wie­so, in den Kon­zils­do­ku­men­ten steht dass die Spra­che der Lit­ur­gie Latein ist.

      Punkt.

      Also hat man mit der „Lit­ur­gie­re­form“ einen Schritt hin­ter das Kon­zil gesetzt..

      Tem­pla­rii

  11. Das Schlim­me ist, dass jede Dis­kus­si­on, z.B. über das Kon­zil, im Keim erstickt wird. Hier wird getan als ob der Hei­li­ge Geist höchst per­sön­lich die Kon­zils­de­kre­te ver­fasst hät­te. Die kata­stro­pha­len Fol­gen wer­den mit einer schon fast patho­lo­gi­schen Beharr­lich­keit geleug­net. Die Geschich­te ver­läuft eben nicht line­ar, nach dem Mot­to, immer vor­wärts, immmer bes­ser. Sie ist auch kein dia­lek­ti­scher Pro­zess, son­dern ein Hin­ge­hen auf Chri­stus. Was uns Chri­stus näher bringt, ist Fort­schritt, was uns von ihm und sei­nen Gebo­ten ent­fernt ist Rück­schritt. So gese­hen gab es beim letz­ten Kon­zil (ver­schlim­mert noch durch Feh­ler in des­sen Inter­pre­ta­ti­on) viel Rück­schritt. Wir dür­fen nicht auf­hö­ren die Debat­te um die Kon­zils­tex­te ein­zu­for­dern.

  12. Bah! Macht Kin­der. Macht Macht­po­li­tik. Grün­det Par­tei­en. Grün­det Bür­ger­weh­ren. Lernt euch zu weh­ren — Kampf­sport, Schuss­waf­fen, mora­li­schen und see­li­schen Kampf. Betet. Lernt über die Tak­ti­ken des Gei­sti­gen Geg­ners alles was nötig ist.

    Nicht um tat­säch­lich bewaff­net Kämp­fen zu müs­sen — son­dern um in WAHRHEIT fähig dazu zu sein dies zu tun. Hört auf mit dem Geschwa­fel von „Tren­nung von Kir­che und Staat“ — das gibt es nicht, die „Tren­nung“ ist nur eine Ver­göt­zung des Staa­tes wie es die Fran­zö­si­schen Revo­lu­tio­nä­re sofort bewie­sen..

    Wer­det eine Macht im Staa­te — so wie Kon­stan­tin es ver­hei­ssen bekom­men hat. Unter die­sem Zei­chen wird er Sie­gen. Und die Christ­li­chen Legio­nä­re bete­ten zu Gott um zu sie­gen — und sie sieg­ten. Auch vor Lepan­to und Mal­ta.

    Hört auf mit die­sem däm­li­chen „heal the world“ und „peace to ever­yo­ne“ MTV-Pazi­fis­mus Gela­be­re. Erwach­sen wer­den! Inter­es­sen ver­tre­ten. Inter­es­sen durch­set­zen!

    Ver­dient Geld (nicht nur Mat­thä­us­evan­ge­li­um über den Rei­chen Jüng­ling lesen — son­dern auch über Zachä­us lesen!), baut auf, ver­netzt euch. Macht Musik, Fil­me, Bil­der, Archi­tek­tur, BIblio­the­ken, Lebens­läu­fe vol­ler Glanz und Glo­rie — der Herr ist Fleisch gewor­den nicht Geist­we­sen!

    Der Kampf ist voll ent­brannt und wir sind beru­fen zum Feuer­herd hin­zu­lau­fen — in vol­ler Mon­tur und um den Sieg über­all hin zu tra­gen.

    Jesus ist bei uns! Er will Frie­den. Und durch FEIGHEIT schafft man kei­nen Frie­den! Ris­kiert es. Tut es. Fangt an, erobert und mis­sio­niert end­lich die Moder­ne! Es wird Zeit für die Christ­li­che-Moder­ne und die führt weit in die Zukunft. Was ist wenn die „Apo­ka­lyp­se“ erst in 4000 Jah­ren ein­tritt? .…

    Ich bin auch schon dran und mache es.

    Tem­pla­rii — recognoscere.wordpress.com

  13. Dan­ke Tem­pla­rii. Sie haben mich heu­te mor­gen wie­der auf­ge­rich­tet, nach­dem ich durch die Wor­te des Pap­stes in Bezug auf die Kri­se in Kir­che und Gesell­schaft „Wenn wir etwas wirk­lich nicht ändern kön­nen, sol­len wir es ertra­gen“ (eigent­lich hät­te ich nach dem ersten Halb­satz erwar­tet „sol­len wir beten“, aber nein, er sag­te „ertra­gen“) (gtv-Nach­rich­ten von heu­te), doch sehr nie­der­ge­schla­gen war. Viel­leicht könn­te man man­ches etwas weni­ger „mili­tä­risch“ aus­drücken , aber Ihre Grund­aus­sa­ge stimmt alle­mal. Chri­stus hat uns sehr wohl zum Kamp­fe auf­ge­for­dert, und uns zuge­si­chert, dass für Gott kein Ding unmög­lich ist (also eine kla­re Absa­ge an den Defai­tis­mus). Er sag­te auch „Bit­tet, und es wird euch gege­ben“, nicht „ertra­get, es wird schon bes­ser wer­den“. Packen wir’s an! Und ich habe den Ein­druck, dass der katho­li­sche Wider­stand sich lang­sam aber sicher zu for­mie­ren beginnt (z.B. Inter­net-Akti­vi­tä­ten, Mani­fe­sta­tio­nen, Publi­ka­tio­nen wie „Cre­do“, Autoren, die ver­su­chen das Kon­zil dif­fe­ren­ziert zu sehen, ..). Es gibt immer wie­der Rück­schlä­ge (Abdan­kung von Papst Bene­dikt, ..). Aber sol­che Rück­schlä­ge soll­ten uns noch kämp­fe­ri­scher machen.

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