Fatwa gegen katholische Schulen — Für Moslems „verboten“

Fatwa gegen katholische Schulen in Indonesien(Jakar­ta) Der ein­fluß­rei­che Rat der Ula­ma von Tegal, der Maje­lis Ula­ma Indo­ne­sia (MUI) hat eine Fat­wa erlas­sen, die es Eltern unter­sagt, ihre mos­le­mi­schen Kin­der auf eine katho­li­sche Schu­le zu schicken. Die isla­mi­schen Reli­gi­ons­ge­lehr­ten haben die katho­li­schen Schu­len als „Haram“ erklärt, als „in mora­li­scher Hin­sicht nicht gut“ für jun­ge mos­le­mi­sche Stu­den­ten. Indo­ne­si­en ist der bevöl­ke­rungs­reich­ste isla­mi­sche Staat der Welt. Die Chri­sten bil­den dort eine ver­schwin­dend klei­ne Min­der­heit. Die katho­li­schen Schu­len sind bei mos­le­mi­schen Eltern jedoch sehr beliebt, wegen ihres guten Rufs als füh­ren­de Bil­dungs­ein­rich­tun­gen.

Die Fat­wa, in der aus­drück­lich die katho­li­schen Schu­len von Zen­tral-Java genannt wer­den, trifft die Schu­len hart. Sie sind seit Mona­ten im Visier von Isla­mi­sten, aber auch der ört­li­chen Behör­den. Die­se droh­ten bereits mit ihrer Schlie­ßung, weil sich die Schu­len dem Dekret wider­set­zen, mit dem zur Ertei­lung von Islam­un­ter­richt gezwun­gen wer­den sol­len.

In der Pro­vinz Zen­tral-Java leben mehr als 32 Mil­lio­nen Men­schen.

Harun Abdi Man­af, der Vor­sit­zen­de des MUI von Tegal erklär­te, daß der Rat „lan­ge dis­ku­tiert und dann ent­schie­den hat, indem er den Eltern sagt, ihre Kin­der nicht an katho­li­sche Schu­len zu schicken“. Bischof Julia­nus Sunar­ko von Pur­wo­ker­to ver­tei­digt die Schu­len. Aber nicht nur er. Auch zahl­rei­che mos­le­mi­sche Fami­li­en ver­tei­di­gen ihr Recht auf eine gute Aus­bil­dung für ihre Kin­der. In Indo­ne­si­en gel­ten die von katho­li­schen Ordens­leu­ten und Prie­stern getra­ge­nen Schu­len auch unter Nicht-Chri­sten einen her­vor­ra­gen­den Ruf. Regie­rung und ört­li­che Behör­den ver­su­chen daher mit allen Mit­teln die Schu­len irgend­wie unter ihre Kon­trol­le zu brin­gen. In die­sem Zusam­men­hang ist auch der Ver­such zu sehen, die katho­li­schen Schu­len zur Ertei­lung von Islam­un­ter­richt zwin­gen zu wol­len. Die Poli­tik hat die katho­li­schen Schu­len als Wahl­kampf­the­ma ent­deckt, um isla­mi­sti­sche Stim­men zu gewin­nen.

In den ver­gan­ge­nen Jah­ren haben Regie­rung und Behör­den mehr­fach dem Druck des MUI gebeugt.

Text: Asianews/Giuseppe Nar­di
Bild: Asia­news

2 Kommentare

  1. „Die­se droh­ten bereits mit ihrer Schlie­ßung, weil sich die Schu­len dem Dekret wider­set­zen, mit dem [sie] zur Ertei­lung von Islam­un­ter­richt gezwun­gen wer­den sol­len.“

    Und bei uns ertei­len vie­le „katho­li­sche“ Ein­rich­tun­gen prak­tisch frei­wil­lig Islam­un­ter­richt …

    • Man soll­te eine Fat­wa nicht über­schät­zen. Eine Fat­wa ist schlicht und ein­fach ein Rechts­gut­ach­ten. So etwas wird auch oft von Pri­va­ten in Auf­trag gege­ben. Wenn jeman­dem eine Fat­wa nicht passt, kann er (sofern er Mos­lem ist natür­lich) bei einem ande­ren Rechts­ge­lehr­ten eine „Gegen­f­at­wa“ anfor­dern. Und es ist schon sehr oft pas­siert, dass er die gekriegt hat. Dann ist Fat­wa gegen Fat­wa gestan­den.
      Also bit­te nicht for­dern, die bos­ni­schen Mos­lems (die gehen hier­zu­lan­de recht oft in katho­li­sche Schu­len) für ein Gut­ach­ten von irgend­ei­ner Grup­pe in Indo­ne­si­en zu bestra­fen.

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