US-Intervention in Syrien — Schaffen USA und EU weitere christenfreie Zone im Nahen Osten?

Syrien: USA liefern Waffen an islamistische Rebellen - Schaffen USA und EU weitere christenfreie Zone im Nahen Osten? (Damaskus/Washington) Die USA „ver­stär­ken“ ihr „mili­tä­ri­sche Unter­stüt­zung“ für die syri­schen Rebel­len. Begrün­det wird die Ent­schei­dung mit einem angeb­li­chen Ein­satz „che­mi­scher Waf­fen“ durch die Trup­pen von Staats­prä­si­dent  Baschar al-Assad (im Amt seit 2000).

Die Ent­schei­dung erfolgt, nach­dem sich in den ver­gan­ge­nen Wochen ein mili­tä­ri­scher Erfolg von Ass­sad abzeich­ne­te. Washing­ton reagier­te mit sicht­li­cher Ner­vo­si­tät auf die­se Ent­wick­lung. Immer lau­ter for­dern Poli­ti­ker von Bill Clin­ton bis John McCain eine „drin­gen­de Ver­stär­kung“ des ame­ri­ka­ni­schen Mili­tär­en­ga­ge­ments oder sogar eine direk­te Mili­tär­in­ter­ven­ti­on.

In Washing­ton heißt es, der Ein­satz che­mi­scher Waf­fen „gegen die Bevöl­ke­rung“ sei zwar „mini­mal“, aber damit sei eine „rote Linie“ über­schrit­ten, die ein stär­ke­res Mili­tär­en­ga­ge­ment der USA erfor­de­re. Zudem wer­de Assad vom Iran unter­stützt, einem erklär­ten Feind der USA. Das Eska­la­ti­ons­sze­na­rio erin­nert an den Irak. Die Aus­sa­gen füh­ren­der Poli­ti­ker sol­len die US-Bevöl­ke­rung auf einen neu­en Waf­fen­gang der USA vor­be­rei­ten. Die Pro­pa­gan­da­ma­schi­ne­rie wur­de ent­spre­chend ver­stärkt.

Es wird damit gerech­net, daß der „ver­stärk­te Ein­satz“ der USA neben Waf­fen­lie­fe­run­gen an die Rebel­len die Ver­hän­gung einer No-Fly-Zone über Syri­en vor­sieht, wie dies in Liby­en der Fall war. Die USA sol­len bereits an einer inter­na­tio­na­len Alli­anz gegen Syri­en schmie­den.

Mit ame­ri­ka­ni­scher Dul­dung wer­den die Rebel­len schon seit lan­gem von Sau­di-Ara­bi­en, den Ver­ei­nig­ten Ara­bi­schen Emi­ra­ten und Katar unter­stützt. Die­se Staa­ten zah­len den Rebel­len­kämp­fern ein Gehalt. Unter die­sen befin­den sich zahl­rei­che Isla­mi­sten, die sich aus den ver­schie­den­sten Län­dern rekru­tie­ren.  Die drei ara­bi­schen Staa­ten kauf­ten wegen des gegen die Bür­ger­kriegs­par­tei­en ver­häng­ten  inter­na­tio­na­len Waf­fen­em­bar­gos in Euro­pa und den USA gro­ße Men­gen an Waf­fen, die sie dann an die Rebel­len wei­ter­ga­ben. Die Euro­päi­sche Uni­on hat die­ses Ver­bot vor eini­gen Wochen ein­sei­tig zugun­sten der Rebel­len auf­ge­ho­ben, wäh­rend Ruß­land im Gegen­zug für die Unter­stüt­zung der Rebel­len durch USA und EU Waf­fen an die Regie­rung Assad lie­fert.

Von kirch­li­chen Krei­sen wird mit Besorg­nis beob­ach­te­te, daß im Wind­schat­ten der west­li­chen Anti-Assad-Alli­anz, von den USA und der EU gedul­det und von den ara­bi­schen Staa­ten finan­ziert, isla­mi­sti­schen Mili­zen für die Umwand­lung Syri­ens in einen Isla­mi­sten­staat kämp­fen.

König Abdul­lah von Sau­di-Ara­bi­en been­de­te gestern vor­zei­tig sei­nen Urlaub in Marok­ko, um nach Riad zurück­zu­keh­ren, wo das sau­di­sche Mili­tär regu­lä­re und irre­gu­lä­re Trup­pen­ver­bän­de zusam­men­zieht.

Der Vati­kan warnt vor einer Eska­la­ti­on. Der Stän­di­ge Beob­ach­ter des Hei­li­gen Stuhls bei der UNO, Msgr. Toma­si ver­ur­teil­te in Genf den Waf­fen­ver­kauf an die Bür­ger­kriegs­par­tei­en und for­der­te die Ein­be­ru­fung einer Frie­dens­kon­fe­renz.

Die UNO ist wegen der Unei­nig­keit der Stän­di­gen Mit­glie­der des Welt­si­cher­heits­rats hand­lungs­un­fä­hig. Sie aktua­li­sier­te gestern, zeit­gleich mit der Bekannt­ga­be der US-Waf­fen­lie­fe­run­gen an die Rebel­len, die Opfer­zah­len im syri­schen Kon­flikt auf 93.000 Tote. 80 Pro­zent der Toten sind Män­ner. Die UN-Men­schen­rechts­kom­mis­si­on spricht aber auch von min­de­stens 1700 Kin­dern unter 10 Jah­ren, die dem Kon­flikt zum Opfer gefal­len sei­en.

1920 stell­ten die Chri­sten noch 30 Pro­zent der Bevöl­ke­rung Syri­ens. Heu­te sind es durch Aus­wan­de­rung und eine höhe­re Gebur­ten­ra­te der Mos­lems nur mehr zehn Pro­zent oder sogar etwas weni­ger. Unter der Regie­rung der ala­wi­ti­schen Fami­lie Assad ging es ihnen ver­hält­nis­mä­ßig gut. Nun herrscht unter ihnen die gro­ße Sor­ge, daß auch sie zu Opfern der west­li­chen Poli­tik im Nahen Osten wer­den und die sieg­rei­chen Rebel­len ver­su­chen wer­den, aus Syri­en wie im Irak eine „chri­sten­freie“ Zone zu machen: west­li­che Nah­ost-Poli­tik als Aus­lö­schung der letz­ten christ­li­chen Reste in der Regi­on.

Text: Asianews/Giuseppe Nar­di
Bild: Asia­news

2 Kommentare

  1. Ja weil Isra­el es so möch­te, wenn das Ass­ad­re­gime fällt, fällt auch die effi­zi­en­te Luft­raum­ver­tei­di­gung von Syri­en und man kann Iran leich­ter angrei­fen, Irak hat kei­ne Ver­tei­di­gung es ist von Usra­el und ande­en Län­dern in Schutt und Asche gebombt

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