Drei Kardinäle, zwei Erzbischöfe und Vatikansprecher für Kompromiß mit Homosexuellen — Was macht Papst Franziskus?

Karl Lwanga und Gefährten: 1886 ermordet, weil sie sich wegen ihres Glaubens den homosexuellen Gelüsten ihres Königs widersetzten(Rom) Seit Papst Bene­dikt XVI. sei­nen Rück­tritt bekannt­gab, häu­fen sich die Stim­men kirch­li­cher Wür­den­trä­ger, die zum The­ma Homo­se­xua­li­tät ein Arran­ge­ment mit einer star­ken Strö­mung in der öffent­li­chen Mei­nung sucht. Poli­ti­sche Par­tei­en, Regie­run­gen, füh­ren­de Medi­en rei­ten das rosa-lila Pferd. Sie för­dern die Homo­se­xua­li­sie­rung der Gesell­schaft, ein­schließ­lich der Gesetz­ge­bung. Ent­schei­den­de Knack­punk­te sind die recht­li­che Aner­ken­nung einer „Homo-Ehe“ und das Adop­ti­ons­recht für Homo­se­xu­el­le. Zumin­dest der­zeit. Am Hori­zont wer­den schon die näch­sten For­de­run­gen sicht­bar, wie Abschaf­fung des Geschlechts in öffent­li­chen Doku­men­ten und Erzie­hung zu einer geschlechts­lo­sen Gesell­schaft an den Schu­len. Der Phan­ta­sie sind kei­ne Gren­zen gesetzt.

Der Druck ist groß, weil jene Kräf­te der Lin­ken und der Neo­li­be­ra­len (ein­schließ­lich der soge­nann­ten Neo­kon­ser­va­ti­ven, die viel waren aber kei­ne Kon­ser­va­ti­ven), die nach dem Zusam­men­bruch des Ost­blocks einen Burg­frie­den schlos­sen und seit­her die tra­gen­de poli­ti­sche Groß­al­li­anz bil­den, sich die Homo-Agen­da zu eigen gemacht haben. Zu einer grund­sätz­li­chen Distanz stellt die Homo-Fra­ge einen zusätz­li­chen Rei­be­punkt mit der katho­li­schen Kir­che dar. Einem Dau­er­kon­flikt, dem sich man­che Kir­chen­ver­tre­ter ent­zie­hen wol­len. Die Grün­de dafür sind viel­fäl­tig: weil sie den Kon­flikt scheu­en, aus Nai­vi­tät, weil sie den Kon­flikt und des­sen Trag­wei­te nicht rich­tig erfas­sen, aber man­che auch, weil sie mit den Homo-Ideo­lo­gen inhalt­lich über­ein­stim­men.

Homophile Position während des Pontifikats Benedikts XVI. verschwiegen

Zunächst ist die Fest­stel­lung inter­es­sant, daß es wäh­rend des Pon­ti­fi­kats von Papst Bene­dikt XVI. kaum dis­so­nan­te Stim­men gab. Die sich nun häu­fen­den anders­lau­ten­den Wort­mel­dun­gen zele­brie­ren gewis­ser­ma­ßen die Freu­de über das Ende des Pon­ti­fi­kats von Bene­dikt XVI. und nicht den Beginn des Pon­ti­fi­kats von Papst Fran­zis­kus. Ein klei­nes, aber wich­ti­ges Detail.

Die Posi­ti­on der katho­li­schen Kir­che wur­de zuletzt vor zehn Jah­ren ein­deu­tig defi­niert in einem Doku­ment der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on. Die Erwä­gun­gen zu den Ent­wür­fen einer recht­li­chen Aner­ken­nung der Lebens­ge­mein­schaf­ten zwi­schen homo­se­xu­el­len Per­so­nen wur­den von Papst Johan­nes Paul II. appro­biert und vom dama­li­gen Prä­fek­ten der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on Joseph Kar­di­nal Ratz­in­ger und dem dama­li­gen Sekre­tär der Glau­bens­kon­grea­ti­on Ange­lo Amato, heu­te Kar­di­nal und Prä­fekt der Hei­lig­spre­chungs­kon­gre­ga­ti­on unter­zeich­net und ver­öf­fent­licht. Die Schluß­fol­ge­run­gen fas­sen den Inhalt zusam­men:

„Nach der Leh­re der Kir­che kann die Ach­tung gegen­über homo­se­xu­el­len Per­so­nen in kei­ner Wei­se zur Bil­li­gung des homo­se­xu­el­len Ver­hal­tens oder zur recht­li­chen Aner­ken­nung der homo­se­xu­el­len Lebens­ge­mein­schaf­ten füh­ren. Das Gemein­wohl ver­langt, daß die Geset­ze die ehe­li­che Gemein­schaft als Fun­da­ment der Fami­lie, der Grund­zel­le der Gesell­schaft, aner­ken­nen, för­dern und schüt­zen. Die recht­li­che Aner­ken­nung homo­se­xu­el­ler Lebens­ge­mein­schaf­ten oder deren Gleich­set­zung mit der Ehe wür­de bedeu­ten, nicht nur ein abwe­gi­ges Ver­hal­ten zu bil­li­gen und zu einem Modell in der gegen­wär­ti­gen Gesell­schaft zu machen, son­dern auch grund­le­gen­de Wer­te zu ver­dun­keln, die zum gemein­sa­men Erbe der Mensch­heit gehö­ren. Die Kir­che kann nicht anders, als die­se Wer­te zu ver­tei­di­gen, für das Wohl der Men­schen und der gan­zen Gesell­schaft.“

Der heilige Karl Lwanga und Gefährten von Katholiken, Anglikanern und Lutheraner geehrt — Weiß man noch warum?

Die Ver­öf­fent­li­chung des Doku­ments erfolg­te am 3. Juni 2003, dem Gedenk­tag des hei­li­gen Karl Lwan­ga und Gefähr­ten, die in Ugan­da das Mar­ty­ri­um erlit­ten. Der Tag war nicht zufäl­lig gewählt. Die drei­zehn ugan­di­schen Mär­ty­rer waren zwi­schen 14 und 30 Jah­ren alt und gehör­ten dem könig­li­chen Hof­staat an, die einen aus dem jun­gen  Adel als Pagen, die ande­ren der Leib­wa­che von König Mwan­ga II. Alle waren katho­li­schen Glau­bens. Sie star­ben auf Anord­nung von Kabaka Mwan­ga zer­stückelt durch das Schwert und als Göt­zen­op­fer oder wur­den auf dem Hügel von Namu­go­n­go bei leben­di­gem Leib ver­brannt. Der König hat­te von ihnen ver­langt, dem christ­li­chen Glau­ben abzu­schwö­ren. Hin­ter­grund waren dabei auch die homo­se­xu­el­len For­de­run­gen des Königs, die in offe­nem Wider­spruch zur christ­li­chen Leh­re stan­den, die damals nicht nur von der katho­li­schen, son­dern auch noch von der angli­ka­ni­schen und evan­ge­lisch-luthe­ri­schen Kir­che ver­tre­ten wur­de.

Seit der Ver­öf­fent­li­chung des Doku­ments zur Homo­se­xua­li­tät und den heu­te erho­be­nen gesell­schafts­po­li­ti­schen For­de­run­gen sind zehn Jah­re ver­gan­gen. 1920 wur­den Karl Lwan­ga und sei­ne Gefähr­ten von Bene­dikt XV. selig­ge­spro­chen. 1964 folg­te die Hei­lig­spre­chung durch Papst Paul VI. Jedes Jahr wird in der katho­li­schen Kir­che, aber auch in der angli­ka­ni­schen und der evan­ge­lisch-luthe­ri­schen Kir­che am 3. Juni der Mär­ty­rer von Ugan­da gedacht. „Es wäre frei­lich inter­es­sant zu wis­sen, wie vie­le die Grün­de für ihr gro­ßes Opfer ken­nen“, wie der Vati­ka­nist San­dro Magi­ster mein­te.

Göttliche Offenbarung zu Homosexualität nur mehr zu entledigender Ballast?

Die Angli­ka­ner und Luthe­ra­ner haben sich offi­zi­ell bereits weit­ge­hend von der christ­li­chen Leh­re zur Homo­se­xua­li­tät ver­ab­schie­det, deu­ten sie um oder ver­stecken sie ver­schämt in der Abstell­kam­mer. Auch in der katho­li­schen Kir­che gibt es Kräf­te, die den „Bal­last“ der gött­li­chen Offen­ba­rung lie­ber heu­te als mor­gen ent­sor­gen wür­den, um sich in Ein­klang mit der domi­nan­ten ver­öf­fent­li­chen Mei­nung brin­gen zu kön­nen.

Das jüng­ste Bei­spiel die­ser „neu­en Linie“ lie­fer­te God­fried Kar­di­nal Dan­neels, der eme­ri­tier­te Erz­bi­schof von Mecheln-Brüs­sel pünkt­lich zu sei­nem 80. Geburts­tag, den er am Tag nach dem Gedenk­tag der ugan­di­schen Mär­ty­rer beging.

Der bel­gi­sche Pur­pur­trä­ger war bereits, wie sein Vor­gän­ger Kar­di­nal Sue­n­ens, wegen sei­ner pro­gres­si­ven Posi­tio­nen bekannt. Offen bekann­te er 2005 sei­nen Miß­mut über die Wahl von Papst Bene­dikt XVI. und war 2010 alles ande­re als glück­lich über die Ernen­nung von Msgr. And­re-Joseph Leo­nard zu sei­nem Nach­fol­ger als Erz­bi­schof von Brüs­sel. Eben­so ist es kein Geheim­nis, daß er in die­sem Jahr zu den Wer­be­tromm­lern für die Wahl von Papst Fran­zis­kus gehör­te.

Dan­neels behaup­te­te in einem Inter­view mit der nie­der­län­di­schen Tages­zei­tung De Tijd, die katho­li­sche Kir­che habe sich nie der Tat­sa­che wider­setzt, daß es eine Art von „Ehe“ zwi­schen Homo­se­xu­el­len gebe, wich­tig sei nur, daß man von einer „Art von Ehe“ spre­che, nicht aber von der wirk­li­chen Ehe zwi­schen Mann und Frau. Es sei not­wen­dig, ein neu­es Wort dafür zu prä­gen. Zur Fra­ge einer Lega­li­sie­rung durch den Staat habe die Kir­che nichts zu sagen.

Die bel­gi­sche Tages­zei­tung Le Soir füg­te in ihrem Bericht über die Dan­neels-Aus­sa­ge den amtie­ren­den Erz­bi­schof von Mecheln-Brüs­sel, Msgr. And­re-Joseph Leo­nard hin­zu, mit der Behaup­tung, auch die­ser wür­de die Posi­ti­on des Kar­di­nals tei­len. Einen Beleg für die Behaup­tung lie­fer­te die Tages­zei­tung nicht. Statt des­sen wur­de eine sol­che Behaup­tung vom Pres­se­spre­cher des Erz­bi­schofs umge­hend demen­tiert.

Die neue Formel: „Homo-Ehe Ja, Hauptsache man nennt sie nicht Ehe“

Was im Fal­le von Erz­bi­schof Leo­nard nicht gilt, gilt aber für ande­re hohe kirch­li­che Wür­den­trä­ger. Seit der Rück­tritts­an­kün­di­gung Bene­dikts XVI. konn­ten die Medi­en plötz­lich eine Rei­he von Wort­mel­dun­gen ver­neh­men. Sie fol­gen mehr oder weni­ger der­sel­ben Linie: Homo-Ehe ja, Haupt­sa­che man nennt sie nicht Ehe. Die vier wich­tig­sten Ver­tre­ter die­ser Linie sind, laut San­dro Magi­ster, neben Kar­di­nal Dan­neels:

  • Kuri­en­erz­bi­schof Pie­ro Mari­ni, der ehe­ma­li­ge päpst­li­che Zere­mo­ni­en­mei­ster Johan­nes Pauls II. und nun­meh­ri­ge Prä­si­dent der Päpst­li­chen Kom­mis­si­on für die Eucha­ri­sti­schen Kon­gres­se;
  • Kuri­en­erz­bi­schof Vin­cen­zo Paglia, Prä­si­dent des Päpst­li­chen Rats für die Fami­lie, der sich nach hef­ti­ger Kri­tik kor­ri­gier­te;
  • Kar­di­nal Chri­stoph Schön­born, Erz­bi­schof von Wien;
  • Kar­di­nal Ruben Sala­zar Gomez, Erz­bi­schof von Bogo­ta in Kolum­bi­en, der die­se Posi­ti­on im Herbst 2012 äußer­te, aller­dings sofort einen schnel­len Rück­zie­her mach­te, bevor er zum Kar­di­nal erho­ben wur­de, um inzwi­schen wie­der sei­ne alte Posi­ti­on zu ver­tre­ten. Der Kar­di­nal dürf­te ein Para­de­bei­spiel für das sein, was Papst Fran­zis­kus als Kar­rie­ris­mus in der Kir­che kri­ti­siert.

Die deut­li­che Ant­wort des Schwei­zer Theo­lo­gen Mar­tin Rhon­hei­mer vom Opus Dei auf die Aus­sa­gen der Kuri­en­erz­bi­schö­fe Pie­ro Mari­ni und Paglia wur­de von Catho­lic News Agen­cy ver­öf­fent­licht (und kann hier nach­ge­le­sen wer­den).

Vatikansprecher Lombardi: „Es ist der Papst, der Stellung nehmen muß“

Am ver­gan­ge­nen 24. April nahm auch der Lei­ter des Pres­se­am­tes des Hei­li­gen Stuhls, Pater Fede­r­i­co Lom­bar­di SJ zum The­ma Stel­lung. Auf eine Jour­na­li­sten­fra­ge zur Lega­li­sie­rung der „Homo-Ehe“ durch das fran­zö­si­sche Par­la­ment sag­te er: man müs­se „mit Deut­lich­keit beto­nen, daß die Ehe zwi­schen einem Mann und einer Frau eine spe­zi­fi­sche und fun­da­men­ta­le Insti­tu­ti­on in der Geschich­te der Mensch­heit ist. Dies bedeu­tet aber nicht, daß auf irgend­ei­ne Wei­se nicht auch ande­re For­men der Ver­bin­dung zwi­schen zwei Per­so­nen aner­kannt wer­den könn­ten“.

Auf die Nach­fra­ge, wie eine even­tu­el­le Reak­ti­on des Pap­stes auf die Ent­schei­dung von Paris aus­fal­len könn­te, sag­te Pater Lom­bar­di nur: „Es ist der Papst, der Stel­lung neh­men muß, ich las­se ihn spre­chen.“

Papst Franziskus hat zum Thema Homosexualität und zu Konflikt in Frankreich geschwiegen

Papst Fran­zis­kus hat bis­her nichts zur fran­zö­si­schen Ent­schei­dung gesagt und auch nichts zum seit Herbst 2012 in Frank­reich toben­den poli­ti­schen Kampf, der Mil­lio­nen von Men­schen gegen die Ein­füh­rung der „Homo-Ehe“ auf die Stra­ße brach­te. Die Pari­ser Ent­schei­dung ist von Bedeu­tung, weil in Frank­reich „gleich­ge­schlecht­li­che Part­ner­schaf­ten“ als Pac­te Civi­le de Soli­da­ri­té (PACS) bereits seit zwei Jah­ren aner­kannt waren. In der Hoch­stu­fung zur „Ehe“ geht es nicht um eine inhalt­li­che, son­dern um eine ideo­lo­gi­sche Fra­ge und damit um eine geziel­te Pro­vo­ka­ti­on nicht zuletzt des Chri­sten­tums und der katho­li­schen Kir­che im beson­de­ren. Das „Schwei­gen“ des Pap­stes zum The­ma, zu dem Papst Bene­dikt XVI. kla­re Wor­te gefun­den hat­te (zuletzt in sei­ner Bot­schaft zum Welt­frie­dens­tag 2013), ist erst noch zu ent­zif­fern. Am 23. Mai äußer­te er sich dazu eben­so­we­nig, als er erst­mals die ita­lie­ni­schen Bischö­fe emp­fing, deren Pri­mas und Vor­sit­zen­der er fak­tisch „ex offi­cio“ ist.

Die feh­len­de Stel­lung­nah­me des Kir­chen­ober­haupts beflü­gelt jeden­falls jene in der Kir­che, die wie Kar­di­nal Dan­neels weni­ger Beden­ken haben, einen Teil der christ­li­chen Leh­re, die gera­de beson­ders ange­fein­det und abge­lehnt wird, „zurück­zu­stel­len“.

Der Vor­sit­zen­de der ita­lie­ni­schen Bischofs­kon­fe­renz, Kar­di­nal Ange­lo Bag­nas­co nahm­hin­ge­gen zur Fra­ge Stel­lung und das sehr deut­lich: „Die Fami­lie darf nicht gede­mü­tigt und geschwächt wer­den durch ihr ähn­li­che Erschei­nun­gen, die ledig­lich ein getarn­tes, pro­gres­si­ves ‚vul­nus‘ gegen ihre spe­zi­fi­sche Iden­ti­tät dar­stel­len und die nicht not­wen­dig sind, um die indi­vi­du­el­len Rech­te zu schüt­zen, die bereits durch die Rechts­ord­nung garan­tiert wer­den“.

Schwerpunkt des Papstes zu „himmelschreienden Sünden“ liegt auf sozialen Aspekten

Nimmt man als Maß­stab, was die kate­che­ti­sche Tra­di­ti­on der katho­li­schen Kir­che als pec­ca­ta cla­man­tia bezeich­net, als Sün­den, die zum Him­mel schrei­en, wie sie sowohl im Kate­chis­mus von Pius X. als auch im Kate­chis­mus von Johan­nes Paul II. genannt wer­den, hat Papst Fran­zis­kus bis­her einen ein­deu­ti­gen Schwer­punkt gesetzt. Das gilt sowohl für sei­ne Pre­dig­ten als auch für sei­ne Anspra­che an die neu­en beim Hei­li­gen Stuhl akkre­di­tie­ren Diplo­ma­ten. Mit dem Fin­ger zeigt er auf die sozia­len Aspek­te der bei­den im Kate­chis­mus zuletzt genann­ten him­mel­schrei­en­den Sün­den: auf die Unter­drückung der Armen (Kla­ge der Frem­den, der Wit­wen und Wai­sen) und den gerech­ten Lohn, der den Arbei­tern vor­ent­hal­ten wird. Bis­her nahm er noch nicht zur Sün­de der Sodo­mi­ten Stel­lung, also der Homo­se­xu­el­len, die im Kate­chis­mus an zwei­ter Stel­le genannt wird und eben­falls als him­mel­schrei­end gilt (KKK 1867).

Am 19. März, sechs Tage nach der Wahl von Papst Fran­zis­kus, am Tag sei­ner Amts­ein­füh­rung in Rom schrieb die links­li­be­ra­le New York Times, daß Jor­ge Mario Ber­go­glio 2009/2010, als in Argen­ti­ni­en der Kon­flikt um die Ein­füh­rung der „Homo-Ehe“ ent­brann­te, sich für eine Kom­pro­miß­lö­sung durch staat­li­che Aner­ken­nung “gleich­ge­schlecht­li­cher Part­ner­schaf­ten“ aus­ge­spro­chen hät­te.

Wie ist Haltung Kardinal Bergoglios bei argentinischer Legalisierung der „Homo-Ehe“ zu interpretieren?

Seit­her ist umstrit­ten, was in Argen­ti­ni­en damals wirk­lich vor­ge­fal­len ist. Gemäß einer glaub­wür­di­gen Rekon­struk­ti­on der Ereig­nis­se durch John Allen den seri­ös arbei­ten­den Vati­ka­ni­sten des pro­gres­si­ven Natio­nal Catho­lic Repor­ter, dis­ku­tier­te die argen­ti­ni­sche Bischofs­kon­fe­renz über die Posi­ti­on, die die Kir­che gegen­über dem Gesetz­ent­wurf ein­neh­men soll­te. Am Ende setz­te sich nicht die Posi­ti­on der „Tau­ben“ durch, die von Kar­di­nal Ber­go­glio ange­führt wur­den, son­dern die der „Fal­ken“, deren Wort­füh­rer der Erz­bi­schof von La Pla­ta, Hec­tor Ruben Aguer war.

Der Kon­flikt in der argen­ti­ni­schen Bischofs­kon­fe­renz ist von beson­de­rer Bedeu­tung für die aktu­el­le Situa­ti­on. Es ging dabei näm­lich um die Fra­ge, ob ein Kom­pro­miß akzep­ta­bel sei oder nicht, der „zivi­le Part­ner­schaf­ten“ aner­kennt, ohne das Wort „Ehe“ zu gebrau­chen.

Um so bemer­kens­wer­ter ist ein Schrei­ben von Kar­di­nal Ber­go­glio eini­ge Zeit nach der Sit­zung der Bischofs­kon­fe­renz, aber weni­ge Wochen vor der Bil­li­gung der umstrit­te­nen „Homo-Ehe“ am 15. Juli 2010 durch das argen­ti­ni­sche Par­la­ment. Der Erz­bi­schof von Bue­nos Aires wand­te sich in dem Brief an die vier Kar­me­li­tin­nen­klö­ster sei­ner Erz­diö­ze­se (die eng­li­sche Über­set­zung des Brie­fes kann hier gele­sen wer­den). Dar­in leg­te er dar, daß es bei der Fra­ge nicht nur um einen Geset­zes­ent­wurf gehe, son­dern „um eine Akti­on des Vaters der Lüge der die Kin­der Got­tes zu ver­wir­ren und zu betrü­gen ver­sucht“. Der Kar­di­nal bat die Klö­ster, Gott anzu­ru­fen, damit er den hei­li­gen Geist auf die Sena­to­ren her­ab­sen­det, damit sie nicht vom Irr­tum getrie­ben abstim­men, son­dern gemäß dem Natur­recht und dem Gesetz Got­tes.

Bergoglio: Bei „Homo-Ehe“ ist der Teufel am Werk — Stilles Gebet statt öffentliche Kundgebungen?

Der dama­li­ge Kar­di­nal und heu­ti­ge Papst sah im neu­en Gesetz den „Teu­fel“ am Werk, „durch den die Sün­de in die Welt kam“ und der „arg­li­stig ver­sucht, das Ange­sicht Got­tes, das heißt von Mann und Frau zu zer­stö­ren, die das Gebot erhiel­ten, sich zu ver­meh­ren und sich die Welt unter­tan zu machen“.

Bereits 2005 hat­te Kar­di­nal Ber­go­glio in einem Vor­wort zu einem Buch über die Zukunft Latein­ame­ri­kas geschrie­ben, daß Geset­ze, wie jene zur Lega­li­sie­rung der „Homo-Ehe“ Aus­druck „einer impe­ria­li­sti­sche Auf­fas­sung von Glo­ba­li­sie­rung“ sei­en, die „den gefähr­lich­sten Tota­li­ta­ris­mus der Post­mo­der­ne dar­stellt“.

Um auf die Her­aus­for­de­rung zu reagie­ren, ver­trau­te der Kar­di­nal 2010 offen­sicht­lich mehr auf das Gebet der Klau­sur­schwe­stern als auf öffent­li­che Erklä­run­gen und Kund­ge­bun­gen. Es gibt bis­her kei­ne Anzei­chen, daß er als Papst sei­ne Linie dies­be­züg­lich geän­dert hat. Wel­che Aus­wir­kun­gen hat eine sol­che Hal­tung für die öffent­li­che Ver­ant­wor­tung der Kir­che?

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: san­ti­bea­ti

40 Kommentare

  1. … und man ver­ges­se nicht, dass Kar­di­nal Woel­ky sich ja eben­falls zum Ent­set­zen vie­ler nicht nur für einen locke­re­ren Umgang mit der Kom­mu­ni­on­zu­las­sung wie­der­ver­hei­ra­tet Geschie­de­ner aus­ge­spro­chen hat, son­dern auch für die Aner­ken­nung homo­se­xu­el­ler Ver­bin­dun­gen.…

    • Die Dul­dung eines Sakra­men­ten­emp­fangs von Wiedr­ver­hei­ra­te­ten ohne vor­he­ri­ge Annu­lie­rung der Vor­ehen ent­spricht in etwa der ortho­do­xen Pra­xis, die bis zu drei Ehe­nn zuläßt und von Rom nie ver­ur­teilt wur­de. Die Aner­ken­nung homo­sexel­ler Ver­bi­undun­gen ist aller­dings völ­lig unmög­lich.

      Die grund­sät­li­che For­de­rung, die Kir­che habe sich der Gesell­schaft anzu­pas­sen, geht völ­lig an dr Wirk­li­cnhkeit vor­bei. Hier wird der Gesell­schaft prak­tisch gött­li­chen Auto­ri­tät zuer­kannt.

      Rich­tig ist viel­mehr, daß die Gesell­schaft ledig­lich ethi­sche Min­dest­nor­men set­zen kann. Das hängt mit dem Recht auf freie Ent­fal­tung der Per­sön­lich­keit zusam­men, die vomm Grund­ge­setz garan­tiert auch eine recht­li­che Grund­la­ge ist.

      Auf­ga­be der Rel­gi­on im All­ge­mei­nen und der Kir­che ins­be­son­de­re ist hin­ge­gen das Set­zen von Höchst­nor­men, im Sin­ne des Stre­bens nach Voll­kom­men­heit, das wir frei­lich in die­sem Leben nie voll­enden. Aber rich­tig dosier­te Über­for­de­rung läßt uns ja gera­de rei­fen.

      Kir­che und Gesell­schaft ste­hen sich daher auf Augeh­hö­he gegen­über. Auf Augen­hö­he des­halb, weil nur so ernst­haf­te Ver­handlj­gen mög­lich sind. Andern­falls fühlt sich der von oben her­ab behan­del­te Ver­hand­lungs­part­ner dazu genö­tigt, sich erst ein­mal den not­wen­di­gen Respekt zu ver­schaf­fen und tor­pe­diert des­we­gen u. U. eine ver­nünf­ti­ge Ver­hand­lungs­lö­sung.

      • Ganz so ein­fach ist das mit der Dul­dung wie­der­ver­hei­ra­te­ter Geschie­de­ner in der Ost­kir­che nicht!
        Bene­dikt XVI. hat­te sich dazu so geäu­ßert — ich zitie­re aus http://gloria.tv/?media=221993: „Dem dama­li­gen Kar­di­nal ist zwar klar, dass die von Rom getrenn­ten Ost­kir­chen unter Beru­fung auf „einen Strang der patri­sti­schen Tra­di­ti­on … in gewis­sen Fäl­len eine Zweit- und auch eine Dritte­he erlau­ben“. Doch die­se Pra­xis ist für ihn „die Fol­ge eines kom­ple­xen histo­ri­schen Pro­zes­ses, einer immer libe­ra­le­ren – und sich mehr und mehr vom Her­ren­wort ent­fer­nen­den – Inter­pre­ta­ti­on eini­ger dunk­ler Väter­tex­te“. Sie kön­ne „von der katho­li­schen Kir­che aus lehr­mä­ßi­gen Grün­den nicht über­nom­men wer­den“. Zumal in die­ser Fra­ge die katho­li­sche Leh­re „die ursprüng­li­che Auf­fas­sung der Väter“ wie­der­gibt.“

        Im Klar­text: Die katho­li­sche Kir­che hat zwar nicht höchst­of­fi­zi­ell eine ortho­do­xe Pra­xis ver­ur­teilt, aber sie hat in ihren Äuße­run­gen bis zum heu­ti­gen Tag an der Auf­fas­sung, die auf Jesus selbst zurück­geht, fest­ge­hal­ten. Im übri­gen ist die Ortho­do­xie nicht der Auf­fas­sung, dass es sich bei den Zweit- und Dritte­hen tat­säch­lich um voll­gül­ti­ge sakra­men­ta­le Ehen han­delt. Die gan­ze Ange­le­gen­heit ist wachs­weich und ein Ein­knicken vor der Rea­li­tät des bösen mensch­li­chen Her­zens (wie Jesus es sag­te).
        Die Ehe ist ein Sakra­ment. Hier ist Chri­stus gegen­wär­tig. Die Ehe drückt die unver­brüch­li­che Treue Got­tes zur Welt aus. Wer einen zwei­ten Ehe­part­ner nimmt, ver­dun­kelt die­ses wich­ti­ge Zei­chen der Lie­be Got­tes. Nir­gends steht, dass Ehe­bruch weni­ger schlimm sei als homo­se­xu­el­le Hand­lun­gen. Lt. Kate­chis­mus kann nur die auto­ero­ti­sche Ent­glei­sung mil­der beur­teilt wer­den, weil sie tat­säch­lich eher Hilf­lo­sig­keit jun­ger Men­schen mit ihren Trie­ben als das „Benut­zen“ ande­rer Men­schen (oder gar Tie­re) für eige­ne Trieb­in­ter­es­sen ist.
        Im übri­gen geht es dar­um, der Sün­de abzu­sa­gen und so zu leben, wie es Gott gefällt. Aus Lie­be will der Glau­ben­de sich umfor­men las­sen. Das kann völ­lig kon­trär zu einer Gesell­schaft ste­hen!

        • Ganz so ein­fach ist die Sache auch wie­der nicht!

          Das Kon­zil von Tri­ent hat aus­drück­lich nicht die ortho­do­xe Pra­xis ver­ur­teilt, son­dern nur fest­ge­stellt, wer die römi­sche Pra­xis als falsch betrach­tet, der sei aus­ge­schlos­sen!

          Merk­wür­di­ger­wei­se wird in die­sem Zusam­men­hang nie auf Mar­kus 10, 3 ff. hin­ge­wie­sen. Hier­aus ergibt sich zwar ein­deu­tig der Wil­le des Herrn, wie Sie völ­lig rich­tig fest­stel­len, jede Wie­der­hei­rat Geschie­de­ner als Ehe­bruch zu betrach­ten. Aber ande­rer­seits hat er den Moses nicht ver­ur­teilt, son­dern ledig­lich auf die Hart­her­zig­keit der Antrag­stel­ler hin­ge­wie­sen, die dem Schei­dungs­dan­lie­gen zugrun­de­liegt. Und Hart­her­zig­keit ist einer der schlimm­sten, wenn nicht gar der schlimm­ste Vor­wurf schlecht­hin.

          Man wird die genann­te Schrift­stel­le aus Mar­kus so inter­pre­tie­ren dür­fen, daß unter Hin­weis auf den von Moses gestat­te­ten Schei­de­brief Jesus Chri­stus eine Wie­der­hei­rat Geschie­de­ner wider­wil­lig dul­det. Damit und mit dem Begleit­text bei Mar­kus über­ein­stimmt die römi­sche Pra­xis voll­um­fäng­lich mit dem Wil­len des Herrn.

          Prak­ti­zier­te Homo­se­xua­li­tät ist wegen ihrer Wider­na­tür­lich­keit und der damit ver­bun­de­nen Deka­denz deut­lich schlim­mer, als Ehe­bruch, was natür­lich kei­ne Ver­harmnlosng des Ehe­bruchs bedeu­tet.

          Aber auch die ortho­do­xe Pra­xis führt zu Här­ten: als dem ost­rö­mi­schen Kai­ser Leon VI (verst. 912) kurz hin­ter­ein­an­der 3 Ehe­frau­en gestor­ben sind ohnen einen Thron­fol­ger gebo­ren zu haben, hat der Kai­ser mit einer Jugend­ge­lieb­ten einen Sohn gezeugt. Patri­arch Niko­la­os Mysti­kos hat die 4. Hei­rat gemäß ost­rö­mi­schen Recht ver­wei­gert. Der Kai­ser wen­det sich dar­auf­hin nach Rom, und Papst Ser­gius III erlaubt die Wie­der­hei­rat gemäß wet­rö­mi­schen Recht, weil die vor­he­ri­gen Ehe­frau­en ver­stor­ben waren. Die Iro­nie der Geschich­te: Nach dem Tod des Kai­sers muß­te der Patriach für den mnder­jäh­ri­gen Sohn Kon­stan­tin, den er nicht als legi­tim aner­ken­nen konn­te, als Vor­sit­zen­der des Kron­ra­tes die Regie­rungs­ge­schäf­te füh­ren.

          • Fort­set­zung: der Trau­ri­tus der Ortho­do­xen Kir­che für Zweit- und Dritte­hen weicht deut­lich von dem der Erst­trau­ung ab. So gibt es kei­ne erneu­te Krö­nung, und zu Beginn der Fol­ge­trau­ung steht ein Buß­akt. Das gilt unab­hän­gig davon, ob die Erste­he durch Schei­dung oder Tod eines Ehe­part­ners geen­det hat.

            Selbst­ver­ständ­lich darf sich die Kir­che kei­nem gesell­schaft­li­chem Druck beu­gen!

          • Ver­zei­hen Sie, wenn ich noch ein­mal wider­spre­che: eben nicht Jesus (!) dul­det die Ehe­schei­dung wider­wil­lig, son­dern Mose (!) hat sie wider­wil­lig erlaubt — aber die Ver­sto­ßung des Ehe­gat­ten ist wider­na­tür­lich. In der von Ihnen benann­ten Mar­kus­stel­le bezieht sich Jesus auf das ursprüng­lich in die natür­li­che Schöp­fung Hin­ein­ge­ord­ne­te. Und dies schließt nicht nur Homo­se­xua­li­ät aus, son­dern eben vor allem die Auf­lö­sung einer Ehe.
            Begrif­fe wie „Deka­denz“ kann ich in der Hl. Schrift nicht fin­den. Auch das Ver­sto­ßen des Ehemannes/der Ehe­frau (was Jesus in der Mar­kus­stel­le aus­drück­lich bei­des nennt!) ist als Fol­ge der Her­zen­här­te, wenn Sie so wol­len, „deka­dent“, also ein „Nie­der­gang“ der ursprüng­lich gut geschaf­fe­nen Natur.
            Dass man den Ehe­bruch in Ver­bin­dung mit der Hete­ro­se­xua­li­tät leich­ter nach­voll­zie­hen kann als die homo­se­xu­el­le Ver­feh­lung, kann ich Ihnen wie­der­um rein gefühls­mä­ßig nach­voll­zie­hen — aber einen bibli­schen oder kir­chen­recht­li­chen Anhalts­punkt dafür kann ich nicht wirk­lich fin­den (die natur­rechtl. Argu­men­ta­ti­on trifft eben auch auf den „nor­ma­len“ Ehe­bruch zu).
            Wer der Sün­de auch nur einen Spalt­breit die Tür öff­net, han­delt sich oft ein über­mä­ßig schwe­res Joch ein. Dafür gibt Ihr Bei­spiel aus der Ortho­do­xie einen Beweis. Die häre­ti­sche Auf­fas­sung, man dür­fe nach einer Ver­wit­wung nicht mehr hei­ra­ten (vgl. den sog. „häre­ti­schen Ter­tul­li­an“), die die röm.-kath. Kir­che aus­drück­lich ver­wor­fen hat, wird ver­knö­chert durch­ge­zo­gen, aber schei­den las­sen und wie­der­heir­ta­ne darf man… Das sagt doch alles und offen­bart, dass die Ortho­do­xie hier eben nicht mehr recht­gläu­big ist!
            Man soll­te in der Fra­ge des Ehe­sa­kra­men­tes alle ande­ren Aus­sa­gen des NT hin­zu­le­sen — und die sind ein­deu­tig. Wer aller­dings eine Hin­ter­tür für die Sün­de fin­den will, wird nun anfan­gen, an eini­gen Stel­len schein­ba­re „Offen­hei­ten“ zu ent­decken. Es mutet merk­wür­dig an, dass man im Zuge des gesell­schaftl. Ver­falls nun plötz­lich ent­decken will, dass die­ser Ver­fall für Chri­sten recht­fer­tig­bar sei.

        • @zeitschnur: Glei­ches gilt übri­gens für die Prie­ster­ehe der Ortho­do­xen, die ja von inter­es­sier­ten Krei­sen gern als Reform­idee für die latei­ni­sche Kir­che dar­ge­stellt wird. In Wahr­heit aber ist die­se eine Kon­zes­si­on an die mensch­li­che Schwä­che, da sie vom Vor­bild Jesu und vom apo­sto­li­schen Ursprung des Zöli­bats abweicht. (Alfons Maria Stick­ler: „Der Kle­ri­ker­zö­li­bat: sei­ne Ent­wick­lungs­ge­schich­te und sei­ne theo­lo­gi­schen Grund­la­gen“)

          • Von apo­sto­li­schem Ursprung des Zöli­bats kann man gera­de nicht reden, weil doch Petrus sel­ber ver­hei­ra­tet war. Wohl aber ist er eine jesua­ni­sche Lebens­form — die er jedoch nie­man­dem auf­ge­zwun­gen hat. Und genau­so sah das auch Pau­lus. In den Pasto­ral­brie­fen wird übri­gens gefor­dert, dass die Bischö­fe ver­hei­ra­tet sein sol­len.

          • Die Ehe­lo­sig­keit als Lebens­form des Kle­rus wird begrün­det:

            1.) im Bsp. Jesu und des Apo­stels Pau­lus („Ich woll­te, alle Men­schen wären wie ich“ 1. Kor 7,6)
            2.) In der Leh­re vom Basi­leia-Geschlechts­ver­zicht (Mt 19, 10–12).
            3. Psy­cho­lo­gisch-seel­sor­ger­lich in dem völ­li­gen Frei­sein für Gott uns sei­ne König­herr­schaft.

          • Es wird auf das Geschlecht ver­zich­tet? Wie geht denn das?

            Davon abge­se­hen — Pau­lus sagt doch selbst in 1 Kor 7, dass jeder Mann eine Frau haben soll, auch wenn er sich für alle eine zoli­ba­tä­re Lebens­form wünscht. Bin­dend ist das wohl nicht. In 1 Tim 3, 2–4 wünscht Pau­lus übri­gens aus­drück­lich, dass ein Bischof ver­hei­ra­tet ist und Kin­der hat.

          • Die Ant­wort auf Ihre erste Bemer­kung spa­re ich mir. Wenn Sie nicht etwas mit­den­ken wol­len, so hat das Gan­ze kei­nen Sinn. Denn dann trol­len sie nur, habe ich den Ein­druck.

            Sie berück­sich­ti­gen die Zeit in dem der Pasto­ral­brief geschrie­ben wur­de nicht, eben­so­we­nig die Emp­fän­ger.

            Pau­lus ver­langt, daß der Bischof nur ein­mal ver­hei­ra­tet war; nach dem Tode sei­ner Frau darf er nicht einer zwei­te Ehe geschrit­ten sein. Pau­lus schätzt, wie beson­ders 1 Kor 7 zeigt, die Jung­fräu­lich­keit als eine hohe und erstre­bens­wer­te Tugend. Und dar­um kann es auch kei­nem Zwei­fel unter­lie­gen, daß für ihn das Ide­al dann gege­ben war, wenn der Bischof jung­fräu­lich leb­te. Allein an die­ser Stel­le spricht er nicht, wie schon gesagt, vom Stand­punk­te des höch­sten Ide­als, son­dern als nüch­ter­ner, mit den Ver­hält­nis­sen rech­nen­der Pasto­ral­leh­rer. Es wird damals nicht vie­le unver­hei­ra­te­te Män­ner gege­ben haben, die bereits die nöti­ge Erfah­rung im christ­li­chen Leben besa­ßen. Und an Kin­der christ­li­cher Eltern war über­haupt noch nicht zu den­ken. Da ver­langt der Apo­stel wenig­stens soviel : Der Bischof darf nur ein­mal hei­ra­ten. Es ist nicht zu bestrei­ten, daß die zwei­te Ehe nach dem Tode des einen Gat­ten im Urchri­sten­tum gestat­tet war; aber man emp­fand es doch als idea­ler, wenn die zwei­te Hei­rat unter­blieb.

  2. Typisch Kon­zils­kir­che,
    immer schön dem Zeit­geist hin­ter­her­he­cheln.
    Aber wenn es immer nur um Sozia­les geht, wird Gott und sei­ne Gebo­te schon mal ver­ges­sen.
    Pau­lus sagt : „Sie wer­den sich Leh­rer suchen die ihren Ohren schmei­cheln, Du aber hal­te dich an das Evan­ge­li­um“ !
    Wer das heu­te inner­halb der Kir­che anmahnt, wird kalt­ge­stellt bzw. mund­tot gemacht.
    FSSPX hal­te durch, lan­ge dau­ert es nicht mehr und die maro­de Kon­zils­hül­le bricht in sich zusam­men.
    Apo­ka­lyp­tisch !

  3. Das kommt davon wenn ein Prä­fekt der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on durch 20 Jah­re hin­durch nur ver­klau­su­lier­te Erklä­run­gen abgibt, die Kar­di­nä­le den­ken sich , zum Pri­vat­le­ben von Poli­ti­kern äuße­re ich mich nicht , so dumm war schon Johan­nes der Täu­fer, dem sein Ehe­bruch­sta­del gegen­über Hero­des den Kopf koste­te. Papst Fran­zis­kus sag­te ja auch zu Frau Mer­kel nur “ das näch­ste Mal gehen wir Piz­za essen“. Die­se heu­ti­ge Homo­flut ist ganz und gar auf die Mei­nungs­lo­sig­keit der Kon­zils­kir­che zurück­zu­füh­ren.

    • Jesus Chri­tus selbst hat den Hero­des nicht öffent­lich veur­teilt! Das wirft die Fra­ge auf, ob Johan­nes d. T. nicht über das Ziel­hin­aus­ge­schos­sen hat.

      • Offen­bar nicht, denn Jesus mein­te über ihn, dass Johan­nes der größ­te Mensch war, der auf Erden je gelebt hat.

      • Nein, das wirft die­se Fra­ge nicht auf, mit Ver­laub! Jesus hat sich aber ganz ein­deu­tig zum The­ma Ehe­bruch, Zweit‑, Dritt- und sonst­wie­vie­le Ehen geäu­ßert. Lesen Sie nach in Mt. 19, 8f zum Bei­spiel. Die Tat­sa­che, dass Jesus die Hal­tung des Johan­nes nicht extra bestä­tigt hat, sagt gar nichts aus — außer, dass von ihm kein Satz zu die­ser Ange­le­gen­heit über­lie­fert ist. Dar­aus kam man nichts schlie­ßen. Da sich Jesus aber an ande­rer Stel­le ein­deu­tig zu dem The­ma geäu­ßert hat, wis­sen wir doch, was sein Wil­le war und ist!

        • Das ist rich­tig, der Wil­le des Herrn ist ein­deu­tig! Es geht hier um die Frag, inwie­weit man sich durch per­sön­li­che Kri­tik an einer ein­zel­nen Per­son nicht zu weit aus dem Fen­stern lehnt. Des­we­gen mein Hin­weis auf die unter­schied­li­che Ver­hal­tens­wei­se von Jesus und Johan­nes in Sachen des Ehe­bruchs von Hero­des.

  4. Ich gebe jetzt offen zu, daß ich die­sen Arti­kel bis auf die Über­schrift gar nicht erst gele­sen habe, weil ich die­sen gan­zen Homo-Schrott ein­fach nicht mehr hören kann! Hat die Welt und die katho­li­sche Kir­che wirk­lich kei­ne drin­gen­de­ren Pro­ble­me?

  5. Was wird schon sei­ne Hei­lig­keit gegen die Homo­lob­by unter­neh­men? Ich ver­mu­te über­haupt nichts ernst­haf­tes, viel­leicht eini­ge beschwich­ti­gen­de Wör­ter in Rich­tung der wahr­lich katho­lisch zu nen­nen­den Katholiken/innen, aber ja nichts unter­neh­men, denn dann wür­den ja alle die die „Him­mel­schrei­en­de Sün­de der Sodo­mie“ und alle Sün­den im Namen das aller­nied­rig­sten in der Her­de Got­tes unse­res för­dern wol­len zum Gegen­an­griff bla­sen.

    Got­tes und Mari­ens Segen auf allen Wegen.

    • @ Armin, was soll­te denn der Hei­li­ge Vater Ihrer Ansicht nach „unter­neh­men“? Mei­nes Wis­sens hat er sich noch als Erz­bi­schof von Bue­nos Aires klipp und klar gegen die sog. „Homo-Ehe“ aus­ge­spro­chen und soll gesagt haben, sie sei „vom Teu­fel“.

      Gegen Men­schen, die nicht katho­lisch sind, was für die Mehr­zahl der Homo­lob­by­isten zutref­fen dürf­te, kann er nichts machen, außer deren For­de­run­gen als Sün­de benen­nen und zur Umkehr mah­nen.

      • Wirk­lich, der Papst weiß auch nicht , was er tun soll. Denn er gibt ja sel­ber zu, dafür zu unor­ga­ni­siert zu sein. Dazu hat er schon längst ein paar Kar­di­nä­le aus der Welt­kir­che bestellt, die aber wohl kaum genug Ein­blick in den Vati­kan haben. Doch wie es heißt, „der aus Mün­chen wird es schon rich­ten“.

        • Ich fürch­te, „der aus Mün­chen“ wird gar nichts „rich­ten“, denn der hat ja schon vor der Homo-Lob­by in Trier Reiß­aus genom­men.

  6. Es wäre nichts Neu­es, dass die Kir­che nach Kon­sul­ta­ti­on von Fach­leu­ten wie Psy­cho­lo­gen ihre Ein­stel­lung zu einem die Moral tan­gie­ren­den The­ma ändert. Das hat sie getan beim The­ma Zin­sen und Skla­ve­rei. Auch das ver­bot von Gabeln und Gas­la­ter­nen küm­mert heu­te nie­man­den mehr. Bis Paul VI. haben die Päp­ste auch die natür­li­che Fami­li­en­pla­nung (Knaus-Ogi­no, die Metho­de nach der Berech­nung der frucht­ba­ren Tage der Frau) ver­ur­teilt, Paul VI. hat sie zuge­las­sen.
    Wenn denn heu­te die Psy­cho­lo­gie nach allen Regeln ihrer Kunst für gesi­chert hält, dass Homo­se­xua­li­tät eine sel­te­ne, aber nor­ma­le Spiel­art der mensch­li­chen Sexua­li­tät ist, und die Lei­tung der Kir­che zur mora­li­schen Gewiss­heit gelangt, dass dies zutrifft, dann muss auch ein Papst sei­nem Gewis­sen fol­gen, mag es auch irren. Dass der Papst aller­dings in WESENTLICHEN Punk­ten des Glau­bens und der Moral nicht irren kann, ist Leh­re des Ersten Vati­ka­num. Wenn also der Papst die Ver­ur­tei­lung von Homo­se­xua­li­tät auf­he­ben soll­te und die Fra­ge nach der Homo­se­xua­li­tät wesent­lich sein soll­te, dann kön­nen wir gewiss sein, dass er die Ver­ur­tei­lung der Homo­se­xua­li­tät unter Bei­stand des Hei­li­gen Gei­stes auf­hebt.

    • Ich den­ke, da lie­gen Sie falsch — denn auch ein Papst kann nicht etwas auf­he­ben, was bereits aus­drück­lich und mehr­fach in der Hl. Schrift und von allen Vätern ver­ur­teilt wur­de und bis in die jüng­ste Zeit auch durch alle Päp­ste.

      Sie kön­nen die mora­li­sche Bedeu­tung der Gas­la­ter­ne und die Gabel nicht mit der Fra­ge der Homo­se­xua­li­tät ver­glei­chen. Und die Fra­ge der Fami­li­en­pla­nung stel­len Sie wohl nicht ganz rich­tig dar. An die­ser Stel­le müss­te man sich die Tex­te, auch des Vat.II. genau anse­hen. Ein Papst, der die Ver­wer­fung eines homo­se­xu­el­len Lebens­wan­dels wie­der­um nach 2000 Jah­ren ver­wirft, muss als Häre­ti­ker ange­se­hen wer­den. Es geht nicht um die Ver­wer­fung der betrof­fe­nen Men­schen — falls Sie dar­um fürch­ten. Nein, das auf kei­nen Fall! Aber die Ein­ord­nung der Sexua­li­tät folgt einem bestimm­ten Men­schen­bild. Es wür­de zu weit für­hen, das in 2000 Zei­chen hier dar­zu­stel­len.

      Und noch etwas: nicht das Geschwätz irgend­wel­cher „Fach­leu­te“ zählt für die Kir­che, son­dern was der Hl. Geist uns auf der Grund­la­ge der Tra­di­ti­on lehrt. Gera­de heu­te sind die mei­sten „Fach­leu­te“ nichts wei­ter als Lob­by­isten oder bezahl­te Cla­queu­re. Die Wis­sen­schaft hat sich schon öfter geirrt als die Hl. Kir­che. Beden­ken Sie dies!

      Es geht am Ende um die See­len der Men­schen und ihr Heil — aus Sicht der Kir­che, nicht dar­um, dass man jeder sünd­haf­ten Regung mit gutem Gewis­sen und kirchl. Segen fol­gen dürf­te!

      Und zum Schluss: nie­mand muss katho­lisch sein. Wer meint, unbe­dingt homo­se­xu­ell leben zu müs­sen, hat doch alle Frei­heit, dies in der säku­la­ren Gesell­schaft zu tun. Auch für ihn ist Jesus gestor­ben. Aber er ver­stößt gegen das 6. Gebot. Wür­de er Jesus mehr lie­ben als sich selbst, müss­te es ihm zum Pro­blem wer­den, dass er IHN unab­läs­sig belei­digt.
      Aber wie gesagt: wir sind frei, und nie­mand muss katho­lisch sein… Katho­lisch­sein aber setzt sehr hoch an, for­dert eine enor­me Dis­zi­plin und Aske­se ab — aus Lie­be zu unse­rem Herrn. Nicht und auf gar kei­nen Fall (!) aus mora­li­sti­schen Grün­den.

      • In der Hei­li­gen Schrift steht nichts von Homo­se­xua­li­tät, son­dern, wenn Sie auf­merk­sam lesen, von homo­se­xu­el­len Kult­prak­ti­ken poly­the­isti­scher Göt­ter­ver­eh­rung. Die ver­ur­tei­len Bibel und Kir­che zurecht. Die Lie­be zwi­schen Men­schen glei­chen Geschlech­tes ist dem Alten Testa­ment nur eine Äuße­rung wert (und weil es nur eine ist, kann man mit ihr nicht argu­men­tie­ren): David betrau­ert sei­nen Freund Jona­tan mit den Wor­ten: „Mehr als Frau­en habe ich Dich geliebt).
        Sie schrei­ben: „nicht das Geschwätz irgend­wel­cher „Fach­leu­te“ zählt für die Kir­che, son­dern was der Hl. Geist uns auf der Grund­la­ge der Tra­di­ti­on lehrt. Gera­de heu­te sind die mei­sten „Fach­leu­te“ nichts wei­ter als Lob­by­isten oder bezahl­te Cla­queu­re. Die Wis­sen­schaft hat sich schon öfter geirrt als die Hl. Kir­che“.
        Mit Ver­laub, das ist Pole­mik. Selbst­ver­ständ­lich zählt die Mei­nung der Fach­leu­te emi­nent. Sie ist ein locus ali­e­nus der theo­lo­gi­schen Wahr­heits­fin­dung nach Mel­chi­or Cano (den übri­gens auch Bene­dikt XVI. schätzt). Genau das­sel­be Pro­ze­de­re hat sich lang­sam auch beim Über­gang vom geo- zum helio­zen­tri­schen Welt­bild voll­zo­gen. Die Kir­che war nicht aus theo­lo­gi­schen Grün­den dage­gen, son­dern aus phi­lo­so­phi­schen (weil das helio­zen­tri­sche Welt­bild nicht mit Ari­sto­te­les kom­pa­ti­bel war). Aber: sowohl Bibel also auch Ari­sto­te­les irren hier.
        Dar­um gilt nach wie vor:
        Dass der Papst in WESENTLICHEN Punk­ten des Glau­bens und der Moral nicht irren kann, ist Leh­re des Ersten Vati­ka­num. Wenn also der Papst die Ver­ur­tei­lung von Homo­se­xua­li­tät auf­he­ben soll­te und die Fra­ge nach der Homo­se­xua­li­tät einen WESENTLICHEN Punkt des katho­li­schen Glau­bens aus­ma­chen soll­te, dann kön­nen wir gewiss sein, dass er die Ver­ur­tei­lung der Homo­se­xua­li­tät unter Bei­stand des Hei­li­gen Gei­stes auf­hebt.
        Ich hof­fe, Sie zwei­feln wenig­stens nicht die erste Prä­mis­se (die Leh­re des Ersten Vati­ka­ni­schen Kon­zils an).

        • Die Sün­de der Unkeusch­heit besteht im frei­ge­woll­ten und bewuss­ten Ver­stoß gegen die gött­li­che Geschlechts­ord­nung. Dazu zäh­len ein­fa­che Unzucht, Ehe­bruch, Mastur­ba­ti­on und Ehemiss­brauch. Es zäh­len wei­ter die Pervser­sio­nen dazu wie: Homo­se­xua­li­tät, Bestia­li­tät, Sodo­mie, Sadis­mus, Maso­chis­mus und Exhi­bi­tio­nis­mus. Nur in der sakra­men­ta­len Ehe ist der Geschlechts­akt erlaubt.

          Das Wesen der Sün­de liegt nach dem NT (Mk 7,21 f.) nicht in kör­per­li­chen Regun­gen und Vor­gän­gen, son­dern in der inne­ren Gesin­nung und im bösen Wil­len der Per­son.

          Es geht bei der Betrach­tung der Sün­de der Unkeusch­heit nicht allein um die Homo­se­xua­li­tät, son­dern auch um die og. ein­fa­chen Unzuchts­hand­lun­gen (Ehe­bruch, usw.) und um die ande­ren Per­ver­sio­nen (Homo­se­xua­li­tät ist nur eine, sie­he Auf­zäh­lung.).

          Der Papst, der Homo­se­xua­li­tät nicht mehr als Per­ver­si­on und Sün­de bezeich­net, die­se sogar erlau­ben wür­de, müss­te dann auch ande­re Arten der Unkeusch­heit erlau­ben. Selbst­ver­ständ­lich auch ande­re For­men der Per­ver­si­on: Bestia­li­tät, Sodo­mie, Sadis­mus, Maso­chis­mus und Exhi­bi­tio­nis­mus.

          Er wür­de als Papst bewusst gegen die gött­li­che Geschlechts­ord­nung vor­ge­hen. Der lie­be Gott bewah­re uns davor.

          For­men der Homo­se­xua­li­tät sind auch: Kna­ben­lie­be, Pädo­phi­lie, Päd­era­stie.

          Nach Röm 1, 26 f ist der tie­fe sitt­li­che Fall in die Per­ver­si­on eine Fol­ge des Ver­las­sens der natür­li­chen Got­te­s­er­kennt­nis.

        • Ich fra­ge mich Vian­ney wie man aus der Bibel­stel­le (von wegen David und Jona­than) her­aus­le­sen kann, das David schwul gewe­sen ist.
          Aus­ge­rech­net David mit sei­nen aus­ufern­den Weibergeschichten,s einem Harem und sei­nen ewig vie­len Kin­dern!

          Für mich sagt die­se Stel­le nur, was wir auch bei Augu­sti­nus fin­den, dass es näm­lich Freund­schaft gibt und sel­bi­ge was kom­plett ande­res ist, als sexu­el­le Bezie­hun­gen.

          Recht betrach­tet ver­hin­dern die Homo­se­xu­el­len die Freund­schaft, die jeder Mensch braucht.

          • Homo-sexu­ell ist ein Fach­be­griff, der schlicht gleich­ge­schlecht­lich heißt. Jedes Ver­hält­nis, auch ein „bloß“ freund­schaft­li­ches, das Sie als Frau zu einer Frau, als Mann zu einem Mann haben, ist des­we­gen auto­ma­tisch „homo-sexu­ell“. Ich bit­te doch auf genaue Wort­wahl zu ach­ten und genau zu zitie­ren, denn ich schrieb: „Die Lie­be zwi­schen Men­schen glei­chen Geschlech­tes ist dem Alten Testa­ment nur eine Äuße­rung wert“. Es geht um Lie­be (sagt David aus­drück­lich) zu jeman­dem glei­chen Geschlechts. Das ist an sich homo­se­xu­ell. Ob das dann als tie­fe Freund­schaft oder mög­li­cher­wei­se als qua­si ehe­ähn­li­che Bezie­hung zu deu­ten ist — das kann man eben wegen der Sin­gu­la­ri­tät NICHT sagen. Bit­te ver­brei­ten Sie daher kei­ne Unwahr­hei­ten über mei­ne Aus­sa­gen.
            Zu Gis­bert: Ich kann mich nur aber­mals wie­der­ho­len. Dass der Papst in WESENTLICHEN Punk­ten des Glau­bens und der Moral nicht irren kann, ist Leh­re des Ersten Vati­ka­num. Wenn also der Papst die Ver­ur­tei­lung von Homo­se­xua­li­tät auf­he­ben soll­te und die Fra­ge nach der Homo­se­xua­li­tät einen WESENTLICHEN Punkt des katho­li­schen Glau­bens aus­ma­chen soll­te, dann kön­nen wir gewiss sein, dass er die Ver­ur­tei­lung der Homo­se­xua­li­tät unter Bei­stand des Hei­li­gen Gei­stes auf­hebt.
            WIR haben dann zu ler­nen.

          • Ach so ein Unfug, Lie­be und Sex sind zwei ver­schie­de­ne Paar Schu­he, des­halb ist die Freund­schaft zu mei­ner Freun­din eben genau nicht homo­se­xu­ell, aller­höch­sten homo­phil.
            Nur wird im Deut­schen das Wort homo­phil oder homo­phob als homo­se­xu­ell­phil bzw homo­se­xu­ell­phob ver­stan­den. Im übri­gen lie­be ich kon­kre­te Per­so­nen und nicht eine bestimm­te Sor­te Per­son,

          • Das ist kein Unfug, das ist genau die Wort­be­deu­tung. sexus heißt Geschlecht, und homos gleich.

          • Lie­ber Vian­ney, WENN der Papst gegen eine Moral ver­stie­ße, die fest im Wort Got­tes ver­an­kert und unge­bro­chen fast zwei­tau­send Jah­re tra­diert ist, dann hät­te ER ein Pro­blem, weil er sein Amt miss­braucht, um Häre­si­en zu ver­kün­den. ICH hät­te dann auch ein Pro­blem, weil ich immer behaup­te, dass die Sedis­va­kan­ti­sten im Unrecht sind. Wenn Sie aber mei­nen, unter sol­chen Umstän­den von die­sem Papst „ler­nen“ zu müs­sen, hät­ten SIE ein Pro­blem, weil Sie nicht der blin­de Gehor­sam selig macht, son­dern der wah­re Glau­be. (Der Gehor­sam hat dem Glau­ben zu die­nen und nicht umge­kehrt!) Mit dem Hei­li­gen Geist hät­te die­se Hand­lung des Pap­stes aber rein gar nichts zu tun! — Ich hal­te mich da an Erz­bi­schof Lefébvre: Der hat ein­mal gesagt, dass er ger­ne bereit wäre, auch den ver­irr­ten Auto­ri­tä­ten der Kir­che Gehor­sam zu lei­sten, wenn er mehr als eine See­le hät­te. Da er aber lei­der nur eine hät­te, wür­de er die lie­ber nicht für sol­che unsi­che­ren Din­ge aufs Spiel set­zen…
            Über­le­gen Sie jetzt bit­te, was Sie sagen, bevor Sie sich bla­mie­ren. Ich gehe davon aus, dass Sie sich nicht bewusst sind, dass Sie da gera­de ganz knapp an der Got­tes­lä­ste­rung vor­bei­ge­rutscht sind: Dem Hei­li­gen Geist zu unter­stel­len, er hät­te sich sechs­tau­send Jah­re lang geirrt. Sie haben Pastor Aeter­nus wohl falsch ver­stan­den. Kein Wun­der, bei der nach­kon­zi­lia­ren Begriffs­ver­wir­rung, aber trotz­dem trau­rig.

        • Vian­ney: Ich weis ja wohl nicht wel­ches Buch sie lesen um auf den Satz zu kom­men „In der Bibel steht nichts von Homo­se­xua­li­tät, viel­leicht lesen sie eine spe­zi­el­le Bibel, viel­leicht die für Schwu­le und Les­ben, Häre­ti­ker, In gerech­ter Spra­che usw. Aber in einer wah­ren katho­li­schen Bibel, wird sehr wohl die Homo­se­xua­li­tät ver­ur­teilt, ja das Wort gab es frü­her nicht, aber es gibt vie­le Wör­ter in der Hei­li­gen Bibel nicht die es frü­her nicht gege­ben hat. Trans­se­xu­ell, Abtrei­bung, Gen­der Main­stream, Inter­net, Kom­mu­nis­mus, KZ, Abtrei­bungs­kli­nik, Gift­gas, Atom­bom­be, usw. Ich wür­de ihnen emp­feh­len kau­fen sich eine ordent­li­che katho­li­sche Hei­li­ge Bibel und lesen dar­in:

          Römer. 1, 21- 32

          Wenn sie die­se Text­stel­le in dem Buch das sie als Bibel anse­hen nicht fin­den soll­ten, so wer­de ich die­sen ger­ne hier ein­ge­ben.

          • In Röm 1,21ff. spielt Pau­lus nicht auf ein Phä­no­men an, das wir heu­te Homo­se­xua­li­tät nen­nen, son­dern auf das bedenk­li­che grie­chi­sche Phä­no­men der Päd­era­stie. Päd­era­stie und Homo­se­xua­li­tät sind mora­lisch wie kul­tur­ge­schicht­lich zwei ver­schie­de­ne Paar Schu­he. Und im AT steht dazu wie gesagt nichts. Nur Kult­pro­sti­tu­ti­on. Und die ist zurecht ver­ur­teilt. Für gewöhn­lich ver­su­che ich übri­gens — nur eine kur­ze Replik auf Ihre wenig sach­ge­rech­te Pole­mik — die Bibel nicht nur in der Ein­heits­über­set­zung, son­dern in ihrem hebräi­schen und grie­chi­schen Ori­gi­nal zu kon­sul­tie­ren.

          • Vian­ney: Könn­ten sie mir den Unter­scheid zwi­schen Päd­era­stie und Homo­se­xua­li­tät erklä­ren? Und im AT wur­den Men­schen die Homo­se­xu­ell aktiv also die Sodo­mi­sten mehr als nur aus der Gemein­de aus­ge­schlos­sen. Und hier der Text den sie nicht lesen wol­len oder kön­nen, war­um auch immer! Bit­te kau­fen sie sich ein kath. Bibel

            Römer. 1, 21- 32
            Denn sie haben Gott erkannt, ihn aber nicht als Gott ver­ehrt und ihm nicht gedankt. Sie ver­fie­len in ihrem Den­ken der Nich­tig­keit, und ihr unver­stän­di­ges Herz wur­de ver­fin­stert. Sie behaup­te­ten Wei­se zu sein, und wur­den zu Toren. Sie ver­tausch­ten die Herr­lich­keit des unver­gäng­li­chen Got­tes mit Bil­dern, die einen ver­gäng­li­chen Men­schen und flie­gen­de, vier­fü­ßi­ge und krie­chen­de Tie­re dar­stel­len. Dar­um lie­fer­te Gott sie durch die Begier­den ihres Her­zens der Unrein­heit aus, so dass sie ihren Leib durch ihr eige­nes Tun ent­eh­ren. Sie ver­tausch­ten die Wahr­heit Got­tes mit der Lüge, sie bete­ten das Geschöpf an und ver­ehr­ten es anstel­le des Schöp­fers – geprie­sen ist er in Ewig­keit. Amen. Dar­um lie­fer­te Gott sie ent­eh­ren­den Lei­den­schaf­ten aus: Ihre Frau­en ver­tausch­ten den natür­li­chen Ver­kehr mit dem wider­na­tür­li­chen; eben­so gaben die Män­ner den natür­li­chen Ver­kehr mit der Frau auf und ent­brann­ten in Begier­de zuein­an­der; Män­ner trie­ben mit Män­nern Unzucht und erhiel­ten den ihnen gebüh­ren­den Lohn für ihre Ver­ir­rung. Und da sie sich wei­ger­ten, Gott anzu­er­ken­nen, lie­fer­te Gott sie einen ver­wor­fe­nen Den­ken aus so dass sie tun, was sich nicht gehört: sie sind voll Unge­rech­tig­keit, Schlech­tig­keit, Hab­gier und Bos­heit, voll Neid, Mord, Streit, List und Tücke, sie ver­leum­den und trei­ben üble Nach­re­de, sie has­sen Gott , sind über­heb­lich, hoch­mü­tig und prah­le­risch, erfin­de­risch im Bösen und Unge­hor­sam gegen die Eltern, sie sind unver­stän­dig und halt­los, ohne Lie­be und Erbar­men. Sie erken­nen dass Got­tes Rechts­ord­nung bestimmt: wer so han­delt ver­dient den Tod. Trotz­dem tun sie es nicht nur sel­ber, son­dern stim­men bereit­wil­lig auch denen zu, die so han­deln.

          • Hier wer­den offen­bar prie­ster­li­che Ehe­lo­sig­keit und Zöli­bat ver­wech­selt!

            Der Zöli­bat ist in 1 Tim. 3 begrün­det und besagt daß ein Wei­he­kan­di­dat nur ein­mal ver­hei­ra­tet sein darf. Das schließt selbst­ver­ständ­lich auch eine erneu­te Ehe nach Ver­wit­we­ung aus. Daß auh lediug Ger­weih­te nicht Hei­ra­ten dür­fen, ist eine Erwei­te­rung der Zöli­bats­ver­pflich­tung. Genau­so ist es im Osten: Dia­ko­ne und Prie­ster dür­fen eine vor der Dia­ko­nats­wei­he begon­ne­ne Ehe nach der Wei­he fort­set­zen, die Ehe ist kein Wei­he­hin­der­nis.

            Im Westenb kommt für Prie­ster und im Osten für Bischö­fe eine bestehen­de Ehe als Wei­he­hin­der­nis hin­zu.

            Wird ein zur katho­lischn Kir­che kon­ver­tiertr ver­hei­ra­te­ter evan­ge­li­scher Pfar­rer zum Prie­ster geweiht, wird ldig­lich vom Wei­he­hin­der­nisn durch die bestehen­de Ehe, nicht jedoch vom Zöli­bat dis­pen­siert: ver­wit­wet der Prie­ster, darf er nicht erneut hei­ra­ten.

        • „Dass der Papst in WESENTLICHEN Punk­ten des Glau­bens und der Moral nicht irren kann, ist Leh­re des Ersten Vati­ka­num.“ — Ja, sicher, aber wie ich in einer ande­ren Dis­kus­si­on bereits sag­te, man kann man wah­re Aus­sa­gen durch­aus Lügen stra­fen, wenn die not­wen­di­gen Dif­fe­ren­zie­run­gen unter­las­sen wur­den. — Es ist z.B. wahr, dass Jesus am Kreuz für ALLE Men­schen gestor­ben ist. Aber es ist nicht wahr, dass dadurch auto­ma­tisch alle Men­schen GERETTET wer­den. Es ist wahr, dass der Papst als Papst in den oben genann­ten Din­gen nicht irren kann, DENN wenn der jewei­li­ge Amts­in­ha­ber sei­ne irren­de Mei­nung als Leh­re der Kir­che behaup­ten wür­de, wür­de er sei­nes Amtes ver­lu­stig gehen, weil ein Häre­ti­ker nicht Papst sein kann. Tho­mas von Aquin, Robert Bel­l­ar­min waren sich die­ser Pro­ble­ma­tik wohl bewusst. Aber im Kir­chen­kampf des 19. Jahr­hun­derts war die Vor­stel­lung eines „papa hae­ri­ti­cus“ eine Gefahr, die soweit ent­fernt erschien, wie der Pla­net Plu­to von der Erde. Theo­re­tisch mög­lich, aber… Pius der IX. hat den besorg­ten Kon­zils­vä­tern auf dem I. Vati­ka­ni­schen Kon­zil, die ihn auf die­se Lücke in Pastor Aeter­nus auf­merk­sam gemacht hat­ten, und gefragt haben, was Katho­li­ken denn nun tun soll­ten, wenn ein Papst Din­ge ver­lan­gen wür­de, die dem Glau­ben wider­spre­chen, ein­fach geant­wor­tet: „Wenn das ein­mal pas­sie­ren soll­te, gehorcht ihm ein­fach nicht!“ — Wenn Sie Pastor Aeter­nus inte­gral gele­sen hät­te, wüss­ten Sie, dass das Kon­zil vor­aus­setzt, dass der Papst weiß, dass ihm der Glau­be zu Bewah­rung anver­traut wur­de und nicht zur Gestal­tung und auch bereit ist, sich ganz fest dar­an zu hal­ten. Das ist die Vor­aus­set­zung für sei­ne Unfehl­bar­keit. Wenn der Papst meint, er könn­te den Glau­ben nur im Min­de­sten ändern, dann kann er sich noch so viel auf sei­ne Unfehl­bar­keit beru­fen, dann ist ihm nie­mand mehr zu Gehor­sam ver­pflich­tet. Denn der Papst ist Die­ner des Glau­bens und nicht Sou­ve­rän.

    • Sie ver­glei­chen doch Äpfel mit Bir­nen: Das strik­te Zins­ver­bot war auf dem Hin­ter­grund einer ande­ren Wirt­schafts­struk­tur sinn­voll und wur­de dann mit der Geld­wirt­schaft kon­tra­pro­duk­tiv. Zu dem aber, was das Zins­ver­bot damals dar­stell­te, sind wir auch heu­te noch mora­lisch streng ver­pflich­tet: Näm­lich die Not des Näch­sten nicht zu unse­rer Berei­che­rung aus­zu­nut­zen. Sexua­li­tät hat aber unlös­lich etwas mit Schöp­fungs­ord­nung (Nach­kom­men­schaft) und der Wür­de des Men­schen zu tun. Die Bibel und die Kir­che haben kon­ti­nu­ier­lich gelehrt, dass der erste Zweck der Sexua­li­tät die Nach­kom­men­schaft ist, die ero­ti­sche Lie­be ist auf die­se ledig­lich hin­ge­ord­net und kann nicht von die­ser getrennt wer­den. Ergo ist alles sünd­haft, was nicht auf das geord­ne­te Auf­zie­hen der von Gott gewoll­ten Men­schen aus­ge­rich­tet ist. Unfrucht­ba­re Sexua­li­tät nur um des und wenn auch noch so heh­ren und mono­ga­men Genus­ses wil­len, ist immer Sün­de, weil Zweck­ent­frem­dung einer Gabe, die dem Men­schen dazu gege­ben wur­de, ande­re Men­schen mit einer ewi­gen See­le zu schaf­fen, die zum ewi­gen Heil bestimmt sind. Auch die natür­li­che Emp­fäng­nis­ver­hü­tung ist nicht erlaubt, wenn dadurch Kin­der ver­hin­dert wer­den, um z.B. den Lebens­stan­dard über das stan­des­ge­mä­ße Niveau zu heben. Die mora­li­sche „Frei­ga­be“ selbst­süch­ti­ger Sexua­li­tät kön­nen sie nicht mit der Auf­he­bung des Zins­ver­bots auf eine Ebe­ne stel­len. Das Zins­ver­bot war ein Mit­tel, der Zweck den Gott damit errei­chen woll­te, kann auch anders erreicht wer­den. Wenn sie Sexua­li­tät außer­halb der von Gott gebo­te­nen und geseg­ne­ten Ver­bin­dung zwi­schen Mann und Frau erlau­ben, die für die Gott gege­be­nen Nach­kom­men offen ist, dann ver­feh­len Sie den Zweck, den Gott mit der Sexua­li­tät errei­chen woll­ten. Das Pro­blem ist, dass das letz­te Kon­zil die Leh­re vom pri­mä­ren und sekun­dä­ren Ehe­zweck ver­un­klart hat, so dass selbst auf der Ebe­ne päpst­li­cher Enzy­kli­ken schließ­lich Unsinn über den sekun­dä­ren Ehe­zweck ver­brei­tet wur­de. Jetzt haben wir das Cha­os.

  7. @ Vian­ney, der mich so ekla­tant an den vor­ma­li­gen Vin­cen­ti­us und sein alter ego, den Dun­kel­ka­tho­li­ken erin­nert:
    Welch ein aus­ge­mach­ter Unfug! Das Chri­sten­tum ist die gro­ße Befrei­ung zu Lie­bens­be­zie­hun­gen, die nicht unter die Tyran­nei der Sexua­li­tät füh­ren. Es gibt den Wert der Freund­schaft. Wenn ein Mann und eine Frau sich lie­ben, ist damit nicht auto­ma­tisch eine sexu­el­le Lie­be gemeint, ja: in aller Regel nicht. Denn man kann nur eine Ehe füh­ren, oder auch gar kei­ne. Und doch liebt man meh­re­re Men­schen, viel­leicht sogar auch vie­le (hof­fe ich doch — welch armes Leben wäre das sonst!). Und wenn zwei glei­chen Geschlechts sich lie­ben, ist das ein­fach eine freund­schaft­li­che, mensch­li­che Lie­be. Es ist abwe­gig, dann von „Homo­se­xua­li­tät“ zu spre­chen.
    Es ist so schön, dass Jesus uns zu wirk­li­cher und auch rei­ner Lie­be befreit hat!
    Das per­ma­nen­te Sex-Gequa­ke kann einem wirk­lich auf die Ner­ven gehen!

  8. Die­se „Kar­di­nä­le“ haben end­gül­tig ihr Schick­sal ver­spielt. Nichts und nie­mand wird ihnen noch hel­fen. Gna­de ihnen Gott.

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