Piusbruderschaft eine Geschichte der Verabschiedungen

(Wien) Der Moral­theo­lo­ge der Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. und Pri­or von Wien Pater Wal­de­mar Schulz ver­öf­fent­lich­te im Pfarr­ge­mein­de-Blatt sei­ner Kir­che einen Auf­satz, indem er die der­zei­ti­ge Situa­ti­on der Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. und des „Wider­stan­des“ tref­fend beschreibt und ins­be­son­de­re her­aus­ar­bei­tet, daß die Geschich­te der Pius­bru­der­schaft eine „Geschich­te der Ver­ab­schie­dun­gen“ ist. In dem Auf­satz der voll­stän­dig auf pius.info zu fin­den ist, beschreibt er auch die Gefahr von Kri­tik­sucht, Zorn und Fana­tis­mus:

„Da naht dann wirk­lich das Risi­ko, daß Gna­de, Gerech­tig­keit und Klug­heit über Bord gehen und die Lie­be zur Wahr­heit, zur Kir­che und zu den See­len dazu. Es gibt aber Anzei­chen, an denen man die Gefahr erken­nen könn­te – fata­ler­wei­se hin­dert aber sehr oft das bereits vor­an­ge­schrit­te­ne Ver­ren­nen in die­se Ideen ein Inne­hal­ten — wenn näm­lich der tie­fe Frie­den in der See­le ver­lo­ren zu gehen droht, wenn über­mä­ßi­ge Lei­den­schaft­lich­keit, star­ke Kri­tik­sucht bis hin zu gro­ßem Zorn, ja ein gewis­ser Fana­tis­mus die See­le erfasst und das Herz erfüllt, so dass man unauf­hör­lich nur mit die­sen Pro­ble­men beschäf­tigt ist und sie begin­nen, mehr und mehr alles Den­ken, alles Medi­tie­ren, alle Kräf­te des Men­schen zu absor­bie­ren, der stän­dig um die­se Pro­ble­me kreist.“

Text: Linus Schnei­der

13 Kommentare

  1. Kein ver­nünf­ti­ger Mensch, ins­be­son­de­re Katho­lik, wird Herrn P. Schulz wider­spre­chen kön­nen oder wol­len, was die inne­ren Ein­stel­lun­gen anbe­trifft.
    Doch lei­der geht die­ser Auf­satz über­haupt nicht auf die inhalt­li­chen Dif­fe­ren­zen inner­halb der FSSPX ein.
    Wor­um geht es inhalt­lich? Um die Gesprä­che mit Rom, all­ge­mein gesagt. Wie ist der offi­zi­el­le Stand? Ist die FSSPX bereit, das II. Vati­ca­num im „Licht der Tra­di­ti­on“ zu sehen, wie es von Papst Bene­dikt gefor­dert wur­de?
    Auch wenn sein Nach­fol­ger bis­her an die­ser Fra­ge kein Inter­es­se zeigt, sie soll­te schon von der Lei­tung der FSSPX beant­wor­tet wer­den.
    Ist es über­haupt sinn­voll, eine kir­chen­recht­li­che Aner­ken­nung anzu­stre­ben, wenn nach wie vor dok­tri­nel­le Dif­fe­ren­zen mit Rom bestehen? Wie wür­de man mit die­sen Dif­fe­ren­zen umge­hen? Sie ver­schwei­gen, um nicht gleich wie­der mit Rom im Kon­flikt zu sein?
    Die Dif­fe­ren­zen wer­den ja jetzt schon ver­schwie­gen, die Gesprä­che der vati­ka­ni­schen Theo­lo­gen und der Theo­lo­gen unter Lei­tung von Bischof de Galar­re­ta sind bis­her nicht ver­öf­fent­licht.
    Ein Ver­schwei­gen der Dif­fe­ren­zen dient nur dem „kon­zi­lia­ren Rom“, für den Glau­ben kann es gefähr­lich sein.
    Und wenn mir jetzt jemand vor­wirft, Unru­he zu stif­ten, obwohl mich die­se Fra­gen bewe­gen, weil ich die Beant­wor­tung not­wen­dig fin­de, dann ver­wei­se ich auf den Redak­teur Linus Schnei­der. Er hat das ‚The­ma zur Dis­kus­si­on gestellt, im Kom­men­tar­be­reich darf man sei­ne Mei­nung äußern und Fra­gen stel­len. Mei­ne ich jeden­falls.

    • Ich bin ganz bei Ihnen lie­be ‑cup­pa-
      FSSPX ist das letz­te wahr­zu­neh­men­de Boll­werk gegen die Kir­chen­zer­stö­rung von innen. Ich gehe sogar soweit zu sagen das der hl. Geist die Bru­der­schaft för­dert und ihr hilft.
      Ich den­ke das die inne­ren Span­nun­gen, die bestimmt wie in jeder mensch­li­chen Gemein­schaft bestehen, vor allem von äuße­ren Kräf­ten genüß­lich gepflegt wer­den um die­sen letz­ten Dorn im Fleisch des Moder­nis­mus end­lich her­aus­zu­rei­ßen.
      Aber es wird nicht gelin­gen, des­sen bin ich mir sicher.
      Ich kom­me viel her­um und kann inzwi­schen die Arbeit der FSSPX an der „Basis“ beur­tei­len und sage, das die Moti­va­ti­on und der Glau­bens­ei­fer sei­nes­glei­chen suchen.
      Mag man oben um irgend­wel­che Prä­am­beln strei­ten, die Men­schen gehen zu Pius weil sie genau das Gegen­mo­dell zu einer fast völ­lig ero­dier­ten Kir­che suchen.
      Wenn ich allein das hilf­lo­se Gestam­mel der Bischö­fe aktu­ell beim Kon­gress in Köln höre, wird mir um FSSPX nie­mals ban­ge.
      Sel­ten hat man Kon­zep­ti­ons­lo­se­res gehört ob nun der gute Kar­di­nal Meiss­ner wie­der ein­mal Unge­schik­tes von sich gibt, der Häre­ti­ker Leh­mann nichts Bes­se­res zu tun hat als die alte Mes­se zu ver­dam­men und die Zer­stö­rung der Lit­ur­gie durch Paul 6. in den Him­mel zu loben oder ein „Hans­wurst­bi­schof“ wie Zollitsch das Chri­sten­tum eines Fuß­bal­lers über alle Maßen lobt, nein die­sen Kon­greß „Eucha­ri­stisch“ zu nen­nen ist der Witz des Jahr­hun­derts, es gibt kei­ne gemein­sa­me Eucha­ri­stie mehr (außer mehr oder weni­ger lieb­los zele­brier­ten Wand­lun­gen) !
      Die Belie­big­keit in der Form­lo­sig­keit regiert und schreckt wahr­haft Suchen­de nur noch ab.
      Nein, die Zeit der FSSPX ist noch nicht da, aber das Ende des „Kon­zils­roms“ rückt immer näher und dann gehen Katho­li­ken ent­we­der zur FSSPX, oder eben in den moder­ni­sti­schen Athe­is­mus, der ver­schie­de­nen Reli­gion­an­bie­ter über.
      Chri­stus läßt sich sei­ne Kir­che nicht ewig von den Miet­lin­gen ver­un­stal­ten, das ist sicher !
      „Ora pro nobis mater deus !“

      • Mut­ter Gott — das gefällt mir von einem Tra­dio­na­li­sten zu hören — oder sind Sie des Latei­ni­schen gar nicht mäch­tig?

        • Offen­kun­dig nicht. Auch theo­lo­gisch ist da noch viel Luft nach oben: (Mut­ter) Gott soll „für uns beten“…?!?

      • Ich kann Ihrer Ana­ly­se im Grun­de nur zustim­men. Was ich nicht ver­ste­he, ist die Kon­se­quenz, die dar­aus gezo­gen wird. Das „Kon­zilsrom“ ist trotz aller Makel immer noch das Ewi­ge Rom, der Sitz des Apo­stels Petrus. Die FSSPX muss DIESES Rom ret­ten und von sata­ni­schen Ein­flüs­sen befrei­en hel­fen. Wenn die FSSPX beginnt, sich selbst für das ein­zi­ge wah­re Rom zu hal­ten, ist ihr Ende vor Gott besie­gelt, denn dann macht sich der Die­ner zum Her­ren über die Braut Chri­sti, nach allem, was man in der Bibel liest, ein Greu­el in den Augen Got­tes!

        • @hicesthodie
          Zitat: „Die FSSPX muss DIESES Rom ret­ten und von sata­ni­schen Ein­flüs­sen befrei­en hel­fen“
          Ja, aber es muß in der Kir­che auch end­lich erkannt wer­den, das gra­vie­ren­de Feh­ler nach dem Vati­ka­ni­schen Kon­zil und auch durch die Lit­ur­gie­zer­stö­rung ein­ge­zo­gen sind.
          Wenn sogar Papst Bene­dikt, auf wel­chen Druck auch immer, sich wei­gert, eine Dis­kus­si­on zu begin­nen, steht die FSSPX auf ver­lo­re­nem Posten, denn noch gibt es zuwe­ni­ge, die eine ehr­li­che Bestands­auf­nah­me wol­len, man sonnt sich lie­ber in Zah­len über die ach so vie­len Chri­sten auf der Welt, oder wie hier­zu­lan­de ergötzt sich am Klin­geln der Kas­sen und bedankt sich bei der Öku­me­ne (Die es eigent­lich nur in eini­gen Theo­lo­gen­hir­nen gibt)
          Kurz­um, die FSSPX ist natür­lich NICHT das ein­zig wah­re Rom (das bean­sprucht man auch nicht), ABER die ein­zig ver­blie­be­ne Orga­ni­sa­ti­on, die voll umfäng­lich Katho­li­sches lehrt.
          Und inso­fern muß man war­ten, bis Rom das Schick­sal all derer ereilt, die sich dem sata­ni­schen Moder­nis­mus ver­schrie­ben haben.

        • Rom ist nicht „ewig“, son­dern ver­gäng­lich, wie jede Stadt in die­sem zum ver­ge­hen bestimm­ten Äon und über­haupt alles Geschaf­fe­ne. „Ewig“ ist laut der Hl. Schrift nur Jeru­sa­lem. Vom „himm­li­schen Rom“ ist in der Bibel nichts zu lesen.

  2. Aus dem wirk­lich sehr lesens­wer­ten Schrei­ben von Pater Schulz:

    „Natür­lich sol­len wir wach­sam sein, uns infor­mie­ren, aber dabei stets zuerst auf die Offen­ba­rung, auf die immer­wäh­ren­de Leh­re der Kir­che, auf die Klug­heit und Hei­lig­keit im Glau­ben bewähr­ter See­len ach­ten und nicht jedem Text, jeder Rede und Infor­ma­ti­on nach­lau­fen.

    Wer stän­dig und inten­siv alle mög­li­chen Infor­ma­tio­nen hört, liest und Auge und Ohr dafür weit offen­hält, wer jede neue Nach­richt in Inter­net und in den Medi­en ver­folgt und nicht gleich­zei­tig sehr viel mehr betet, opfert, an guten Wer­ken und in der Befol­gung der Gebo­te zunimmt, er kann nicht ohne Ver­wir­rung blei­ben; er ris­kiert, als­bald vom gera­den Weg abzu­kom­men, mah­nen­de Stim­men wahr­haft kirch­lich den­ken­der Gläu­bi­ger nicht mehr zu hören oder hören zu wol­len und im Grun­de sich selbst, sei­nen eige­nen Ideen oder jenen von befreun­de­ten oder bewun­der­ten Per­so­nen zu fol­gen.

    Man fängt auch an – und dies ver­dun­kelt die Sicht und bene­belt den Blick nach­hal­tig (gera­de auch für den Umgang mit der Bru­der­schaft ist das dann fast immer sehr bezeich­nend) – über­all und nur immer die Män­gel und Feh­ler zu sehen, die es natür­lich auch gibt wie all­ge­mein dort, wo Men­schen sind und han­deln; aber nun wird dies fast zur fixen Idee, zum Brenn­punkt, allent­hal­ben sieht man Irr­tum, Ver­rat, libe­ra­le Ten­den­zen, „Ein­ge­schleu­ste“, gefähr­li­che Wege und stellt plötz­lich fest, dass es davon wim­melt und sie schon seit Jah­ren wie Schlan­gen an der Brust genährt wür­den.“

  3. Fort­set­zung:

    „Da naht dann wirk­lich das Risi­ko, daß Gna­de, Gerech­tig­keit und Klug­heit über Bord gehen und die Lie­be zur Wahr­heit, zur Kir­che und zu den See­len dazu. Es gibt aber Anzei­chen, an denen man die Gefahr erken­nen könn­te – fata­ler­wei­se hin­dert aber sehr oft das bereits vor­an­ge­schrit­te­ne Ver­ren­nen in die­se Ideen ein Inne­hal­ten — wenn näm­lich der tie­fe Frie­den in der See­le ver­lo­ren zu gehen droht, wenn über­mä­ßi­ge Lei­den­schaft­lich­keit, star­ke Kri­tik­sucht bis hin zu gro­ßem Zorn, ja ein gewis­ser Fana­tis­mus die See­le erfasst und das Herz erfüllt, so dass man unauf­hör­lich nur mit die­sen Pro­ble­men beschäf­tigt ist und sie begin­nen, mehr und mehr alles Den­ken, alles Medi­tie­ren, alle Kräf­te des Men­schen zu absor­bie­ren, der stän­dig um die­se Pro­ble­me kreist.“

    Solan­ge kein „Abkom­men“ geschlos­sen wur­de, ist alles rei­ne Spe­ku­la­ti­on und Sto­chern im Nebel.

    Wenn Gehor­sam erst dort anfängt, wo man sel­ber „Nein“ sagt (und nur in sehr schwer­wie­gen­den Fäl­len ver­wei­gert wer­den darf), dann fängt Ver­trau­en dort an, wo man nicht dau­ernd Recht­fer­ti­gun­gen ver­langt wer­den.

    Also, Bach flach hal­ten.

  4. Zu die­sem Arti­kel ein pas­sen­des Zitat:

    „Ohne die Freu­de der Schön­heit wird die Wahr­heit kalt, sogar scho­nungs­los und stolz, wie wir es in der Aus­ein­an­der­set­zung mit vie­len ver­bit­ter­ten Fun­da­men­ta­li­sten erle­ben. Es scheint, dass sie Asche kau­en und nicht die Süßig­keit der Herr­lich­keit der Wahr­heit Chri­sti genie­ßen, wel­che alle Wirk­lich­keit mit einem sanf­ten Licht erleuch­tet.“ 

    Das Zitat stammt aus dem Jah­re 2011 von.…
    Jor­ge Mario Kar­di­nal Ber­go­glio.
    Jetzt Papst Fran­zis­kus !

  5. Seit Mona­ten bekämp­fen der Gene­ral­obe­re der Pius­bru­der­schaft und auch eini­ge Distrik­t­o­be­re, nicht zuletzt der Noch-Obe­re des deut­schen Distrikts, tra­di­ti­ons­treue Katho­li­ken, die mit dem (der­zei­ti­gen) Kurs des Gene­ral­obe­ren nicht ein­ver­stan­den sind.

    Nun ver­öf­fent­licht die Sei­te des deut­schen Distrikts sozu­sa­gen einen Gast­bei­trag aus Öster­reich, der zwar weit­ge­hend in sehr sal­bungs­vol­lem Tone geschrie­ben grund­sätz­lich bei den übli­chen Metho­den bleibt.

    Da wäre zunächst zu nen­nen, wie der öster­rei­chi­sche Pater den Aus­schluß Bischof Wil­liam­sons beschreibt: Die­sen Aus­schluß durch den Gene­ral­obe­ren bezeich­net Schulz als „Abgang“. Das ist nun eine gro­be Ent­stel­lung der Tat­sa­chen. Bischof Wil­liam­son ging nicht, er „wur­de gegan­gen“. Gott ist auch Gott der Wahr­heit, und christ­li­che Wahr­heits­lie­be gebie­tet daher Wahr­heits­treue. Ich kann ja ver­ste­hen, daß eini­gen Obe­ren und ihren Anhän­gern der Aus­schluß Bischof Wil­liam­sons eini­ges Kopf­zer­bre­chen und auch eini­ge Gewis­sens­bis­se ver­ur­sacht, aber man soll­te schon zu sei­nen Taten ste­hen, in die­sem Fal­le also einen Aus­schluß auch Aus­schluß nen­nen. Bes­ser aller­dings wäre es, erst gar kei­ne Taten zu bege­hen, zu denen man nicht ste­hen kann.

  6. Zu den „Abgän­gen“, in der letz­ten Zeit viel­mehr Aus­schlüs­sen, schreibt Schulz: „kaum war auf der einen Sei­te der Abgang in Rich­tung Rom und der moder­nen oder einer halb­kon­ser­va­ti­ven Rich­tung vor­läu­fig abge­schlos­sen, ging es auf der ande­ren als­bald in Rich­tung Sedis­va­kan­tis­mus oder auch nur „Selb­stän­dig­keit“ in der Form kle­ri­ka­ler Land­strei­cher wei­ter.“ Damit ver­leum­det Schulz, wie schon so oft von sei­nes­glei­chen gesche­hen, wie­der ein­mal Nicht­se­dis­va­kan­ti­sten als Sedis­va­kan­ti­sten. Was soll das eigent­lich? Kei­ner der Aus­schlüs­se in den letz­ten Mona­ten konn­te sich auf theo­lo­gi­sche Grün­de bezie­hen, immer nur ging es um die Bestra­fung von Vor­be­hal­ten gegen­über dem Kurs des Gene­ral­obe­ren. Auch hier gebie­tet die christ­li­che Wahr­heits­lie­be, bei der Wahr­heit zu blei­ben, also die wirk­li­chen Grün­de für die Aus­schlüs­se zu nen­nen. Aber auch hier ste­hen Schulz und sei­nes­glei­chen nicht zu ihren Taten, son­dern ver­bie­gen unchrist­lich die Wahr­heit. Und auch hier gilt, daß man bes­ser zu sei­nen Taten ste­hen soll­te, noch bes­ser aber erst gar kei­ne Taten bege­hen soll­te, zu denen man nicht ste­hen kann.

    Und dann das mit den „kle­ri­ka­len Land­strei­chern“ — damit ver­greift sich Schulz nun grob im Ton. Immer­hin bezeich­net er damit so ehe­ma­li­ge Mit­brü­der der Pius­bru­der­schaft. Von christ­li­cher Näch­sten­lie­be, die doch gera­de einem Prie­ster zuei­gen sein soll­te, kei­ne Spur.

  7. Schulz zitiert den Hebrä­er­brief: „Denn unmög­lich ist es, dass Men­schen, die ein­mal erleuch­tet wor­den waren, die himm­li­sche Gabe (Glau­be, Gna­de) geko­stet, die Mit­tei­lung des Hei­li­gen Gei­stes emp­fan­gen, das herr­li­che Got­tes­wort und die Kräf­te der künf­ti­gen Welt ver­spürt haben und den­noch abfie­len, noch­mals zu einer neu­en Umkehr gebracht wer­den.“ Wenn er da mal nicht ein Eigen­tor schoß — man könn­te die­se Stel­le auch so aus­le­gen, daß der Gene­ral­obe­re nach dem Schei­tern sei­nes Annä­he­rungs­ver­su­ches an Rom nicht mehr imstan­de ist, auf den Weg Erz­bi­schof Lef­eb­v­res zurück­zu­fin­den oder dem Beschluß des Gene­ral­ka­pi­tels von 2006, kei­ne Abkom­men mit Rom ohne dok­tri­nel­le Erklä­rung abzu­schlie­ßen, wie­der treu zu wer­den.

    „Man fängt auch an“, meint Schultz, „über­all und nur immer die Män­gel und Feh­ler zu sehen, die es natür­lich auch gibt wie all­ge­mein dort, wo Men­schen sind und han­deln; aber nun wird dies fast zur fixen Idee, zum Brenn­punkt, allent­hal­ben sieht man Irr­tum, Ver­rat, libe­ra­le Ten­den­zen, „Ein­ge­schleu­ste“, gefähr­li­che Wege und stellt plötz­lich fest, dass es davon wim­melt und sie schon seit Jah­ren wie Schlan­gen an der Brust genährt wür­den.“ Das ist nun etwas, was ich gera­de bei dem Gene­ral­obe­ren, jenen Distrik­t­o­be­ren und ihrem Anhang schmerz­lich ver­mis­se — die Ein­sicht, auch selbst fehl­ge­hen zu kön­nen. Von die­ser Sei­te habe ich immer noch kei­ne ein­zi­ge Bekun­dung began­ge­ner Feh­ler ver­nom­men. Hier scheint mir über­haupt ein grund­sätz­li­ches Pro­blem vor­zu­lie­gen: die man­geln­de Bereit­schaft jener Obe­ren und ihres Anhangs, ihr eige­nes Den­ken und Han­deln zu hin­ter­fra­gen und sich mit den Äuße­run­gen der Anders­den­ken­den GRÜNDLICH zu beschäf­ti­gen. Dabei ent­sprä­che doch gera­de ein Anhö­ren des Ande­ren guter abend­län­di­scher Tra­di­ti­on, nicht zuletzt auch der Leh­re Tho­mas von Aquins. Jene Anders­den­ken­de sind näm­lich kei­ne „Ver­wirr­ten“, kei­ne Spal­ter usw., sie sind viel­mehr in tie­fer Sor­ge um die auch in ihren Augen so wich­ti­ge Prie­ster­bru­der­schaft des hei­li­gen Pius X.

Kommentare sind deaktiviert.