Lutheraner wählen in den USA ersten Homosexuellen zum Bischof — Rückschritt für Ökumene

Evangelisch-Lutherische Kirche in den USA wählte ersten Homosexuellen zum Bischof(New York) Die Syn­ode der Evan­ge­lisch-Luthe­ri­schen Kir­che der USA (ELCA) gab ein poli­tisch kor­rek­tes Bekennt­nis ab und wähl­te Guy Erwin zum neu­en Bischof von Sou­thwest Cali­for­nia. Erwin ist der erste beken­nen­de Homo­se­xu­el­le, der von den ame­ri­ka­ni­schen Luthe­ra­nern zum Bischof gewählt wur­de. Die Wahl erfolg­te am 31. Mai in Wood­land Hills, wie Vati­can Insi­der berich­tet.

Emi­ly East­wood, die Direk­to­rin von Recon­ci­ling Work teil­te in einer Pres­se­er­klä­rung mit, Guy Erwin sei gewählt wor­den, „weil er der beste Kan­di­dat war und nicht wegen sei­ner sexu­el­len Ori­en­tie­rung“. Anders sieht das Erwin selbst: „Vie­le sehen mei­ne Wahl als Mei­len­stein für alle schwu­len und les­bi­schen Men­schen.“ Die Pres­se­spre­che­rin der ELCA, Melis­sa Rami­rez Coo­per sag­te:  „Die Evan­ge­lisch-Luthe­ri­sche Kir­che von Ame­ri­ka gehört Chri­stus und in ihr ist Platz für alle. Die Ent­schei­dung für Erwin zeigt, was wir glau­ben.“  So „locker“ kann man es mit dem Glau­bens­gut neh­men. Homo­se­xu­el­len­ver­bän­de geben sich zufrie­den, die luthera­ni­sche Kir­che sei „in der Gegen­wart ange­kom­men“. Neo-Bischof Erwin sah zwei Tage nach der Wahl von Papst Fran­zis­kus die „Chan­ce“, daß die katho­li­sche Tra­di­ti­on „über­dacht“ wer­de. Die katho­li­sche Kir­che sieht in der Wahl Erwins einen Rück­schritt für die Öku­me­ne.

Erwin unter­rich­te­te bis­her Theo­lo­gie an der Cali­for­nia Lutheran Uni­ver­si­ty. In Tübin­gen und Leip­zig hat der india­nisch­stäm­mi­ge Erwin aus Okla­ho­ma als For­schungs­as­si­stent gear­bei­tet. Seit 2008 ver­tritt er die Evan­ge­lisch-Luthe­ri­sche Kir­che der USA im Luthe­ri­schen Welt­bund. Die ELCA zähl­te vier Mil­lio­nen Anhän­ger. 2009 hat­te sie nach einem lan­gen Tau­zie­hen die Kir­chen­ver­fas­sung dahin­ge­hend geän­dert, daß Schwu­le und Les­ben zu Pasto­ren ordi­niert wer­den kön­nen. Fast 10 Pro­zent der Kon­gre­ga­tio­nen (Gemein­den) ver­lie­ßen damals die ELCA, die der­zeit etwas weni­ger als 10.000 Kon­gre­ga­tio­nen und 16.000 Pasto­ren in den USA und der Kari­bik zählt. Mit wei­te­ren Abspal­tun­gen und Tren­nun­gen wird nach der Wahl Erwins gerech­net.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Vati­can Insi­der

4 Kommentare

  1. Der Pro­te­stan­tis­mus , mit Aus­nah­me von weni­gen evan­ge­li­ka­len Grup­pen,
    hat sich welt­weit inzwi­schen so weit „der Welt“ ange­passt, dass er in der
    spi­ri­tu­el­len Bedeu­tungs­lo­sig­keit ver­sinkt.
    Was gibt es da 2017 noch zu fei­ern ?

    • Dem ist nicht so. Es gibt bei­spiels­wei­se in eini­gen luthe­ri­schen Kir­chen in Skan­di­na­vi­en Bischö­fe, die sogar die apo­sto­li­sche Suk­zes­si­on nach­wei­sen kön­nen! Außer­dem: Wenn ande­re Kon­fes­sio­nen ihre Vor­ste­her Bischö­fe nen­nen, steht es uns nicht zu, Ihnen das abzu­spre­chen. Schließ­lich han­delt es sich bei die­ser Bezeich­nung um einen bibli­schen Begriff, auf den katho­li­sche Chri­sten kein allei­ni­ges Besitz­recht haben.

  2. Glau­ben Sie wirk­lich, die­ser Bischof sei der erste Homo­se­xu­el­le in einem sol­chen Amt? Das wäre blau­äu­gig. Er ist nur der erste, der es offen sagt. Mir sind ehr­li­che Men­schen lie­ber.

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