„Häßliche Kirchen nur wegen begrenzter Geldmittel“. Stimmt das? — Kritische Anmerkungen eines Architekten

Stararchitekt Rudolf Meiers Kirche ohne Kreuz zum barmherzigen Vater in Rom(Rom) Der Archi­tekt Etto­re Maria Maz­zo­la greift die Kri­tik an „häß­li­chen“ Kir­chen­neu­bau­ten des Direk­tors der Vati­ka­ni­schen Muse­en auf und fragt sich: Muß moder­ner Kir­chen­bau wirk­lich häß­lich sein? Zudem geht er der Behaup­tung nach, moder­ne Kir­chen­neu­bau­ten sei­en so wie sie sind wegen begrenz­ter Geld­mit­tel. Eine Behaup­tung, die er durch eine Über­prü­fung der tat­säch­li­chen Kosten von zwei Kir­chen­neu­bau­ten, dar­un­ter die neue gro­ße Wall­fahrts­kir­che mit dem Grab von Pater Pio in San Gio­van­ni Roton­do wider­legt. Zu den Nega­tiv­bei­spie­len gehört auch die neue Kir­che von Zivi­do di San Giu­lia­no Mila­ne­se: Eine Mischung aus Dis­ney­land und Moschee?

von Etto­re Maria Maz­zo­la*

In der Bei­la­ge „Kunst“ ((der links­li­be­ra­len ita­lie­ni­schen Tages­zei­tung La Repub­bli­ca vom 16. Mai 2013)) wur­de ein Arti­kel von Ora­zio La Roc­ca ver­öf­fent­licht mit dem viel­sa­gen­den Titel: „Sie schau­en aus wie Lager­hal­len: Pole­mik im Vati­kan über die von Super­star-Archi­tek­ten geplan­ten Kir­chen“. Der Unter­ti­tel war noch aus­sa­ge­kräf­ti­ger: „Im Visier die 45 vom Vika­ri­at in Auf­trag gege­be­nen neu­en Pfarr­kir­chen der Haupt­stadt. Denk­mal­pfle­ger Pao­luc­ci: Sie laden nicht zum Gebet ein“.

Es scheint also, daß end­lich jemand im Vati­kan damit begon­nen hat, die Din­ge beim Namen zu nen­nen!

Die Ita­lie­ni­sche Bischofs­kon­fe­renz ist ver­ant­wort­lich für die För­de­rung und den Bau von unsin­ni­gen Struk­tu­ren in den ver­gan­ge­nen Jah­ren, die als Kir­chen aus­ge­ge­ben wer­den. Dabei wur­den jene igno­riert und ver­ur­teilt, die ver­such­ten die Tra­di­ti­on und die Sym­bo­lik mehr zu respek­tie­ren. Ich selbst fand beim Wett­be­werb für die Neue Kir­che von Pia­cen­za bestimm­te Ver­hal­tens­wei­sen bestä­tigt.

„Grauenvolle“ Kirchenneubauten von der Meier-Kirche in Rom bis zur Wallfahrtskirche von Pater Pio in San Giovanni Rotondo

Monestiroli - Kirche zum heiligen Karl BorromäusVon der Kir­che des Barm­her­zi­gen Vaters von Mei­er in Tor Tre Teste über die grau­en­vol­le Kir­che des hl. Apo­stels Pau­lus von Fuk­sas in Foli­gno zur Wall­fahrts­kir­che von Pater Pio in San Gio­van­ni Roton­do… aber die Liste wäre viel zu lan­ge, um sie hier anzu­füh­ren. Von den neu­en Kir­chen erweist sich die eine abstru­ser als die ande­re! Vie­le die­ser Kir­chen wur­den bei Star­ar­chi­tek­ten in Auf­trag gege­ben, die einem ande­ren oder kei­nem Glau­bens­be­kennt­nis anhän­gen, und sich des­halb sogar gewei­gert haben, ein Kreuz anzu­brin­gen, „um nicht die eige­ne archi­tek­to­ni­sche Kom­po­si­ti­on zu beschä­di­gen“.

Das ist kein Scherz, ich mei­ne das sehr ernst!

So äußer­ste sich zum Bei­spiel Richard Mei­er in Bezug auf die von ihm ent­wor­fe­nen Kir­che von Tor Tre Teste!

Das Absur­de ist, daß damals, als ein Groß­teil der Römer sich über die Aus­sa­ge Mei­ers empör­te, der Theo­lo­ge Pie­tro Sigu­ra­ni auf die Fra­ge, war­um sich auf der Kir­che von Mei­er kein Kreuz befin­det, ant­wor­te­te: „Es ist eine Instru­men­ta­li­sie­rung, daß in der Pole­mik um die ‚Kir­che ohne Kreuz‘ nost­al­gi­sche und rück­stän­di­ge Lai­en, zu Unrecht den Katho­li­ken das Feh­len des Kreu­zes vor­hal­ten […]. Die­se Empö­rung ent­steht aus einer offen­kun­di­gen Unkennt­nis: Das gan­ze Gebäu­de ist evan­ge­lisch. Wer das Pro­jekt kri­ti­siert kennt die christ­li­che Sym­bo­lik nicht […]. Das Gebäu­de von Mei­er ist Aus­druck der Bezie­hung zwi­schen Geist und Mate­rie, ja noch mehr, es ist typisch christ­li­cher als die Basi­li­ka Sankt Paul vor den Mau­ern. Wir sind schon umla­gert von ent­weih­ten Kreu­zen am Hals von Schau­spie­le­rin­nen und Models. Das zen­tra­le Sym­bol ist nicht das Kreuz, son­dern die Gemein­schaft, die sich ver­sam­melt, um das Geheim­nis der Auf­er­ste­hung zu fei­ern. Es ändert nichts, ob das Sym­bol archi­tek­to­nisch vor­han­den ist oder nicht. Das Pro­jekt spie­gelt den Wil­len wider, mit den Indi­vi­du­en und dem Sozia­len in Dia­log zu tre­ten.“

Kardinal Ravasi: Kirchen wie „Kongreßsäle, Sportpaläste, häßlich und vulgär“ — Doch sein Anteil daran …

Man kann nur lächeln, wenn man hört, daß Kar­di­nal Rava­si, in sei­ner Funk­ti­on als Kul­tur­mi­ni­ster des Hei­li­gen Stuhls 2011 im Rah­men einer Lec­tio Magi­stra­lis beim Hei­li­gen Stuhl die neu­en Kir­chen, die die Bischofs­kon­fe­renz bau­en ließ, als „Kon­greß­sä­le mit einem Ambi­en­te klei­ner Sport­pa­lä­ste, häß­lich und vul­gär“ bezeich­ne­te. Der­sel­be, der die Nomi­nie­rung von Mario Bot­ta zum ordent­li­chen Mit­glied der Päpst­li­chen Aka­de­mie der schö­nen Kün­ste und der Lite­ra­tur beim Pan­the­on woll­te, und der Pro­mo­tor und Unter­stüt­zer nicht weni­ger Schänd­lich­kei­ten ist, die als sakra­le Kunst und Archi­tek­tur aus­ge­ge­ben wer­den.

Wen will man eigent­lich an der Nase her­um­füh­ren?

Der Arti­kel bezog sich auf die Vor­stel­lung des Buchs „Kir­chen am römi­schen Stadt­rand“ (erschie­nen im Elec­ta Ver­lag) am 14. Mai 2013. Her­aus­ge­ber sind Msgr. Liberio And­re­at­ta, Direk­tor des Römi­schen Werks für die Erhal­tung der Neu­en Kir­chen, und die Archi­tek­ten Mar­co Petre­schi, von der Fakul­tät für Archi­tek­tur „Val­le Giu­lia“ der Uni­ver­si­tät La Sapi­en­za, und Nil­da Valen­tin.

Kritik des Direktors der Vatikanischen Museen: „Situation ist besorgniserregend“

Sartogo - Kirche zum heiligen AntlitzIm Rah­men der Buch­vor­stel­lung kom­men­tier­te der Kunst­hi­sto­ri­ker und Direk­tor der Vati­ka­ni­schen Muse­en Pro­fes­sor Anto­nio Pao­luc­ci (ehe­ma­li­ger Lei­ter des Amtes für Denk­mal­pfle­ge in Vene­dig, dann Vero­na, 1995–1996 Mini­ster für die Kul­tur­gü­ter der ita­lie­ni­schen Regie­rung und schließ­lich bis 2006 Direk­tor der Muse­en von Flo­renz) auf unmiß­ver­ständ­li­che und scho­nungs­lo­se Wei­se, wenn auch ohne Nen­nung von Namen:

„Mehr als neue Kir­che schei­nen sie Muse­en oder Lager­hal­len. Orte die nicht zur Medi­ta­ti­on ein­la­den, denen jeder Sinn für das Sakra­le fehlt und die ohne irgend­ei­nen mystisch-reli­giö­sen Hauch sind.“

Pao­luc­ci gibt der Ent­wick­lung im Gegen­satz zu den Her­aus­ge­bern des Ban­des, die sie ermu­ti­gen, eine dra­ma­ti­sche Les­art:

Ich dage­gen, obwohl ich die­sen Band mehr­fach durch­ge­se­hen und ihn mehr­fach gele­sen habe, kann nicht anders als fest­zu­stel­len, wie­viel Durch­ein­an­der unter dem Him­mel von Rom in Sachen Kir­chen­neu­bau­ten herrscht. Und die­se Situa­ti­on kann nicht anders als Besorg­nis erre­gen. Kir­chen? Pfarr­kir­chen? Hier ste­hen wir im besten Fall musea­len Räu­men gegen­über, Räu­men, die weder zum Gebet noch zur Medi­ta­ti­on ein­la­den. […]
Sie haben nichts mit den Barock­kir­chen zu tun, die seit Jahr­hun­der­ten mit gut sicht­ba­ren Taber­na­keln, Kup­peln, Iko­nen und Bil­dern aus dem Leben der Kir­che über den christ­li­chen Glau­ben zu uns ‚spre­chen‘ und den Prie­stern bei ihren Kate­che­sen hel­fen. Sogar die ortho­do­xen Kir­chen Ruß­lands erfül­len voll­kom­men die­se Auf­ga­be der geist­li­chen For­mung und der Kate­che­se.“

Sind nur begrenzte Geldmittel „schuld“ an „schauderhaften“ Kirchenbauten?

Zivido in der Gemeinde San Giuliano MilaneseDie Sache hat den Ver­tre­tern der neu­en Kir­chen natür­lich nicht gepaßt und einer der Her­aus­ge­ber, Mar­co Petre­schi, Autor von zwei die­ser jüngst ent­stan­de­nen und kri­ti­sier­ten Kir­chen­neu­bau­ten – der Kir­che des hl. Apo­stel Tho­mas und der Kir­che der seli­gen Mut­ter Tere­sa von Kal­kut­ta – ver­such­te die Wor­te Pao­luc­cis her­un­ter­zu­spie­len oder jeden­falls zu ver­ste­hen geben, daß der Kunst­hi­sto­ri­ker viel­leicht, weil er nicht vom Fach ist, nicht ver­ste­hen kön­ne, daß man heu­te bestimm­te Ver­glei­che ein­fach nicht mehr zie­hen kön­ne. Petre­schi merk­te an:

„Es ist klar, daß der Pro­fes­sor es gewohnt ist, histo­ri­sche Ana­ly­sen anzu­stel­len über Kir­chen, die von gro­ßen Archi­tek­ten der Ver­gan­gen­heit geplant wur­den […] es ist leicht histo­ri­sche Gebäu­de zu ana­ly­sie­ren, für die enor­me Finanz­mit­tel zur Ver­fü­gung stan­den […] es ist nicht zweit­ran­gig dar­an zu erin­nern, daß die Archi­tek­ten heu­te mit begrenz­ten Bud­gets arbei­ten und wenn die Vier­tel an den Stadt­rän­dern heu­te 45 neue Kir­chen haben, dann grenzt das jen­seits ästhe­ti­scher und archi­tek­to­ni­scher Urtei­le gera­de­zu an ein Wun­der.“

Stimmt das aber?

Abge­se­hen davon, daß es die gläu­bi­gen Men­schen waren, die auch frü­her bei einem weit gerin­ge­ren Lebens­stan­dard der brei­ten Mas­se das Geld zusam­men­spar­ten, damit das Haus Got­tes, gemäß einer natür­li­chen Ord­nung das her­aus­ra­gend­ste Gebäu­de der Gemein­schaft ist, ver­su­chen wir ein paar Rech­nun­gen anzu­stel­len. Es gilt zu prü­fen, wer die Wahr­heit sagt. Wir machen das am Bei­spiel von zwei Kir­chen, die bei Star­ar­chi­tek­ten in Auf­trag gege­ben wur­den und von denen die Kosten bekannt sind. Dazu neh­men wir die Kosten­rech­nun­gen der Archi­tek­ten­kam­mer von Rom für Janu­ar 2013. Sie  legt für auf­wen­di­ge Gebäu­de von beson­de­rer Bedeu­tung einen Kosten­schlüs­sel von 1.224 Euro je Qua­drat­me­ter zugrun­de.

Eine Kostenrechung am Beispiel von zwei Neubauten

Neh­men wir also die Kosten allein für den Man­tel der Kir­che zum Barm­her­zi­gen Vater von Tor Tre Teste von Richard Mei­ser und der Kir­che zum hl. Pater Pio in San Gio­van­ni Roton­do von Ren­zo Pia­ni, das heißt ohne jede Ein­rich­tung,

Der Kor­rekt­heit hal­ber wen­den wir den Koef­fi­zi­en­ten der Teue­rungs­ra­te des staat­li­chen Sta­ti­stik­am­tes an: für die Kir­che von Mei­er jenen von 2003 und für die Kir­che von Pia­no den von 2004. Damit erhal­ten wir fol­gen­de Kosten:

- Kir­chen zum barm­her­zi­gen Vater: € 25.000.000 (2003), € 30.200.000 (2013); Flä­che der Pfarr­kir­che: 830 m2, Flä­che des Pfarr­zen­trums: 1.671 m2; € 30.200.000/2.501 m2 = 12.075,16 €/m2 (!!!).

- Kir­che zum hl. Pater Pio: € 35.000.000 (2004), € 41.545.000 (2013); Flä­che der Wall­fahrts­kir­che: 6.000 m2; € 41.545.000,00/6.000 m2 = 6.924,16 €/m2 (!!!).

Die­se Über­prü­fung könn­te immer so wei­ter­ge­hen und wir wür­den immer neu fest­stel­len, daß die Finan­zen als Argu­ment für das Wie der Kir­chen­neu­bau­ten der Bischofs­kon­fe­renz völ­lig irrele­vant sind!

Können moderne Kirchenbauten auch würdig gestaltet sein?

Stel­len wir aber noch eine wei­te­re Über­le­gung zum Schlag­ab­tausch zwi­schen Pao­luc­ci und Petre­schi an: Stimmt es denn, daß die ein­zi­gen Kir­chen, die wür­dig sind einen Kult­ort zu reprä­sen­tie­ren nur jene des Barock sind?  Die Geschich­te sagt uns, daß es auch mit den schlich­ten, fast nack­ten früh­mit­tel­al­ter­li­chen Kir­chen mög­lich ist, dem Herrn respekt­voll die Ehre zu erwei­sen und nicht nur mit barockem Reich­tum! Zudem sind vie­le Kir­chen des frü­hen 20. Jahr­hun­derts, wie die Kir­che zum Guten Hir­ten von Bra­si­ni, obwohl sie äußer­lich barocke Ele­men­te auf­wei­sen, in ihrem Inne­ren kei­nes­wegs reich mit Mar­morin­tar­si­en deko­riert und den­noch wür­dig gestal­tet und ganz ihren Zweck erfül­lend, zu dem sie errich­tet sind.

Es wäre also an der Zeit mit dem An-der-Nase-Her­um­füh­ren auf­zu­hö­ren. Es wäre an der Zeit zu sagen, Schluß mit den Kir­chen­neu­bau­ten, die zum Hun­ger­streik ein­la­den. In die­sem Zusam­men­hang, wie ich schon mehr­fach beton­te, wäre es gut, wenn die Gläu­bi­gen bestimm­te jeder Per­sön­lich­keit berau­ben­de Kir­chen mei­den wür­den, denn wahr­schein­lich kann man bestimm­ten Ent­schei­dungs­trä­gern nur auf die­se Wei­se begreif­lich machen, daß sie ver­sagt haben!

Um Modernität zu beweisen, muß Kirche sich nicht einer modernistischen Sprache bedienen

Ich schlie­ße jedoch mit einer Hoff­nung ab, einer Hoff­nung, die durch eine Erklä­rung von Kar­di­nal Agosti­no Val­li­ni ((seit 2008 Kar­di­nal­vi­kar des Pap­stes für die Diö­ze­se Rom, zuvor Prä­fekt der Apo­sto­li­schen Signa­tur)) genährt wird, in der er ein­ge­steht: „wenn ich die­se Pfar­rei­en besu­chen, bin ich per­plex. Ich bin aller­dings erst seit fünf Jah­ren Vikar von Rom und habe in die­ser Zeit kein Pro­jekt geneh­migt“. Der Kar­di­nal kün­dig­te die Schaf­fung einer eige­nen Kom­mis­si­on an zur Wah­rung von Ästhe­tik und Sym­bo­lik neu­er Kir­chen­bau­ten!

Hof­fen wir also. Inzwi­schen fra­gen wir uns aller­dings, ob jene, die die­ser Kom­mis­si­on ange­hö­ren wer­den, auch die Bereit­schaft haben, ein­zu­se­hen, daß um die Moder­ni­tät der Kir­che zu bewei­sen, es nicht not­wen­dig ist, eine moder­ni­sti­sche Spra­che zu ver­wen­den, die zudem eine ideo­lo­gi­sche Visi­on wider­spie­gelt und das eine, wie wir gese­hen haben, auch noch sehr teu­re!

* Etto­re Maria Maz­zo­la, Archi­tekt, Urba­nist, Restau­ra­tor, zwölf Jah­re Lehr­tä­tig­keit an der Uni­ver­si­tät La Sapi­en­za in Rom, seit 2001 Pro­fes­sor für Archi­tek­tur und Urba­ni­stik an der Uni­ver­si­ty of Not­re Dame School of Archi­tec­tu­re und seit 2009 Pro­fes­sor für Archi­tek­tur und Urba­ni­stik an der Uni­ver­si­ty of Miami School of Archi­tec­tu­re.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bil­der: Fides et For­ma

5 Kommentare

  1. vie­le die­ser kir­che ‑meist betonbauten,sind zeit­bom­ben weil wir nicht in der wüste Neva­da leben,.sondern zuneh­mends kli­ma­ti­schen Über­ra­schun­gen aus­ge­setzt sind.man wird die Gel­der nicht mehr haben sie zu sanieren.gott seis gedankt.meist sind sie von leu­ten ohne glau­ben ohne sen­us Eccle­si­a­sti­cus kon­stru­iert wor­den( vergl.dazu in den 70jahren das erschüt­tern­de Zeug­nis Fritz Zorn„mars“,ein büch­lein einer scho­nungs­lo­sen Abrech­nung eines jun­gen todespatienten).ohne glau­ben ohne Kirch­lich­keit kann ich unmög­lich einen Sakral­bau errichten.zudem im zuge der zuver­kau­fen­den Kir­chen erüb­rigt sich die­ses Pro­blem von selbst.wir gläu­bi­ge müs­sen gar nicht schreien:esse delen­da-es kommt von selbst:„siehe ich ging vorüber,kam wieder,da sind sie nicht mehr.„der mensch ein­ge­spannt in der zei­ti­gen Kon­di­ti­on in zeit und raum hat das bedürft­nis in einem raum,der ihn beheimatet,beschützt zu leben bezw.ab und zu dort zuverweilen,rast zu machen.umgekehrt habe ich leu­te gekannt in see­len­lo­sen Kon­glo­me­ra­ten-mor­gens aus die­sen düste­ren Behau­sun­gen zur arbeit gefahren,bei nächt­li­chem nebel in die­se Beton­wü­ste heimgekehrt,tag ein tag aus-sie sind zei­chen­haft im ruin,im Sui­zid geendet.der raum ist etwas so wichtiges,ganz beson­ders der sakrale.im fer­nen Russland,der swa­ta­ja rus,dem land mei­ner geist­li­che Sehnsucht,welches mir mei­nen glau­ben zurück­ge­ge­ben hat,hat man zuerst in den zer­fal­le­nen rui­nen die hl.liturgie gesun­gen und par­al­lel dabei den wie­der­auf­bau getätigt.bei uns wer­den oft zuerst unver­schäm­te Geld­sum­men ein­ge­trie­ben, gott­lo­se oder nach eige­ner fas­son ver­quer­te Archi­tek­ten bestellt zur Dar­stel­lung ihres ego.
    ich habe dort oft das wort gehört:gehen sie ‚gehen sie in den Gottesdienst,kirchen wer­den wir einst genug haben aber Gottesdienst,das wird schwierig.ich glau­be für unse­re Län­gen­gra­de wird das hei­ssen gewis­se kir­chen­bau­ten haben wir übergenug,aber wir haben orte wo wir in hei­li­ger Freu­de in schönen,gottgefälligen Kir­chen zu hl.messe gehen dürfen.das sind ein par Gedan­ken einer ein­fn

    • @ hedi züger
      Bin mit der Ortho­do­xie seit vie­len Jah­ren ver­traut und kann Sie ver­ste­hen.
      Seit Jahr­zehn­ten erle­ben wir den nicht enden wol­len­den Nie­der­gang der römisch-katho­li­schen Kir­che, der von ihrer Anpas­sung an den Geist der Welt, das heißt letzt­lich: an Satan, her­rührt.
      Jetzt heißt es durch­hal­ten, den Glau­ben, die Hoff­nung und die Lie­be bewah­ren.
      Nie­mand darf es wün­schen, aber das Ende der soge­nann­ten Amts­kir­che mit Schrecken wird kom­men.
      Die wah­re katho­li­sche Kir­che wird im Lei­den gerei­nigt wer­den und auf­er­ste­hen.

  2. Der Diö­ze­san­bau­mei­ster einer gro­ssen Erz­diö­ze­se hat mir im Jahr 2007 ein­mal per­sön­lich bestä­tigt, dass die moder­nen Beton­bau­ten schon jetzt einen Gross­teil der für Kir­chen­sa­nie­run­gen zur Ver­fü­gung ste­hen­den Geld­mit­tel ver­schlin­gen wür­den. Ten­denz deut­lich stei­gend.

    Auch das muss erwähnt wer­den. Nicht nur die Errich­tung die­ser scheuss­li­chen Neu­bau­ten ist finan­zi­ell sehr kost­spie­lig. Ihr Unter­halt erweist sich auf lan­ge Sicht finan­zi­ell als Fass ohne Boden.

  3. Sehe zwar ein, dass das Moder­ni­sti­sche Quatsch ist.

    Sehe aber nicht ein, war­um die Kir­che über­haupt Moder­ni­tät an den Tag legen müss­te.

    Freund­li­chen Gruss.

  4. Ger­ne wüss­te man ja wass die Bau­mei­ster roma­ni­scher Kir­chen oder goti­scher Dome zu barocken Kichen oder gar Roko­ko­kir­chen gesagt hät­ten. Natür­lich ist nicht alles gelun­gen was da in den let­zen Jah­ren so gebaut wur­de. Aber aus­ge­rech­net der Kiche von Mei­er in Rom oder von Furk­sas in Foli­gno als„Orte die nicht zur Medi­ta­ti­on ein­la­den, denen jeder Sinn für das Sakra­le fehlt und die ohne irgend­ei­nen mystisch-reli­giö­sen Hauch sind.“ zu bezeich­nen, ist in mei­nen Augen ein ziem­li­ches Fehl­ur­teil, gera­de weil die Archi­tek­tur von Mei­er etwa durch ihre Licht­füh­rung ein äusserst spi­ri­tu­el­ler Raum ist, der den Blick beim Ein­tritt in die Kir­che sofort auf das gro­ße Kreuz rich­ten lässt. ‚Im übri­gen Leben wir in einer Zeit in der es Bil­der im Über­fluss gibt, Kir­chen müs­sen damit nicht voll sein.
    Ein Wort noch zu den Kosten, das Muse­um für die Kunst des 21.Jahrhundertes (fer­tig­ge­stellt 2009) in Rom koste­te 5.000 Euro pro qm (30.000 qm Nutz­flä­che, 150 Mil­lio­nen Euro Bau­ko­sten) inso­fern dürf­ten die genann­te Bau­sum­me für öffent­li­che Bau­ten wohl eher für ein­fa­che öffent­li­che Bau­ten gel­ten. Um einen histo­ri­schen Ver­gleich zu brin­gen: die Fer­tig­stel­lung des Köl­ner Doms im 19.Jhübrigens ver­schlang ein Sum­me von umge­rech­net 1 Mil­li­ar­de Euro, das ent­spricht einem qm-Preis von ca 126.358 Euro, und da ist ja das gan­ze Geld was im Mit­tel­al­ter in den Bau der Kathe­dra­le floss noch gar nicht mit ein­ge­rech­net.

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