Die diözesanen Neupriester in den USA: weiß und 35 Jahre alt

Priesterweihen USA Neupriester 2013(Washing­ton) Der Neu­prie­ster des Wei­he­jahr­gangs 2013 in den USA ist mit größ­ter Wahr­schein­lich­keit 32 Jah­re alt, ist in einer Fami­lie mit meh­re­ren Geschwi­stern auf­ge­wach­sen, hat min­de­stens eine Berufs­er­fah­rung hin­ter sich und jeder drit­te wur­de im Aus­land gebo­ren. So läßt sich im Durch­schnitt der typi­sche Wei­he­kan­di­dat beschrei­ben, der 2013 in den USA zum Prie­ster geweiht wird, wie eine Stu­die des Cen­ter for App­lied Rese­arch in the Apo­sto­la­te (CARA) der George­town Uni­ver­si­tät von Washing­ton ergab.

Die empi­ri­sche Erhe­bung wird seit 17 Jah­ren durch­ge­führt und bie­tet auf­schluß­rei­che Infor­ma­tio­nen und Ent­wick­lungs­ten­den­zen zu den diö­ze­sa­nen Wei­he­jahr­gän­gen in den USA. 2013 wer­den für die US-Diö­ze­sen 497 Neu­prie­ster geweiht. Ihr Durch­schnitts­al­ter liegt bei 35,5 Jah­ren. Der hohe Alters­durch­schnitt erklärt sich durch die Neu­prie­ster, ein Vier­tel, die bereits älter als 40 sind. Betrach­tet man die Jahr­gän­ge ein­zeln, sind die 32jährigen Kan­di­da­ten am stärk­sten ver­tre­ten.

67 Pro­zent der Kan­di­da­ten sind Wei­ße. Das ent­spricht deren Anteil an der US-Gesamt­be­völ­ke­rung ist aber für die katho­li­sche Kir­che über­re­prä­sen­tiert. Das hängt vor allem damit zusam­men, daß die His­pa­nics, die Kan­di­da­ten latein­ame­ri­ka­ni­scher Her­kunft nur 15 Pro­zent der Wei­he­kan­di­da­ten aus­ma­chen. Die His­pa­nics stel­len aber rund 30 Pro­zent der Katho­li­ken in den USA. Im Gegen­satz zu den Latein­ame­ri­ka­nern sind die Prie­ster­be­ru­fun­gen unter katho­li­schen Asia­ten und Ozea­ni­ern über­durch­schnitt­lich hoch. Nur knapp fünf Pro­zent der US-Katho­li­ken stam­men aus Asi­en oder von den Pazi­fik­in­seln, doch zehn Pro­zent der Neu­prie­ster.

Sie­ben von zehn Wei­he­kan­di­da­ten sind in den USA gebo­ren, drei in einem ande­ren Land. Die mei­sten der im Aus­land gebo­re­nen Neu­prie­ster kom­men in fol­gen­der Rei­hung aus Mexi­ko, Viet­nam, Kolum­bi­en, Polen, den Phil­ip­pi­nen und Nige­ria. Im Durch­schnitt leben die ein­ge­wan­der­ten Kan­di­da­ten bereits seit 14 Jah­ren in den USA.

23 Pro­zent der Neu­prie­ster ver­füg­ten bereits beim Ein­tritt in das Prie­ster­se­mi­nar über ein abge­schlos­se­nes Uni­ver­si­täts­stu­di­um. Rund ein Vier­tel von die­sen hat­te an einer phi­lo­so­phi­schen oder theo­lo­gi­schen Fakul­tät einen Abschluß erwor­ben, 17 Pro­zent in Wirt­schafts­wis­sen­schaf­ten, 16 Pro­zent in Rechts­wis­sen­schaf­ten.

62 Pro­zent der Kan­di­da­ten stand vor dem Ein­tritt in das Semi­nar bereits mit einer Voll­zeit­ar­beit im Berufs­le­ben. Vier Pro­zent waren bei den US-Streit­kräf­ten.

Auf­fal­lend ist, daß unter den Neu­prie­stern Ein­zel­kin­der mit drei Pro­zent eine abso­lu­te Aus­nah­me dar­stel­len. 45 Pro­zent haben einen Bru­der oder eine Schwe­ster. Die gro­ße Mehr­heit ist in einer viel­köp­fi­gen Fami­lie auf­ge­wach­sen. 52 Pro­zent haben zwei und mehr Geschwi­ster. In 40 Pro­zent aller Fäl­le ist es der älte­ste Sohn, der eine Beru­fung zum Prie­ster­tum erfah­ren hat.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Rome of the West

27 Kommentare

  1. War­um wün­sche ich mir gera­de, wir hät­ten hier in Deutsch­land ame­ri­ka­ni­sche Ver­hält­nis­se? 😉

    • Mögen nicht nur die nega­ti­ven Ent­wick­lun­gen der USA zu uns her­über­schwap­pen, son­dern auch sol­che, die HOFFNUNG und ERMUTIGUNG ver­spre­chen.
      Bei­des hat die katho­li­sche Kir­che, haben wir, drin­gend nötig!

    • Also die­ser Hoff­nung schlie­ße ich mich nicht an — in einem kul­tu­rell ganz unter­schied­lich gepräg­ten Land die Wei­ßen über­re­prä­sen­tiert zu sehen, ist kein gutes Zei­chen. Aller­dings ist das Alter sehr gut. Die Wei­he von 25jährigen ist viel zu früh.

      • Über­re­prä­sen­tiert sind die Wei­ßen nur im Blick auf die US Katholiken,der Anteil der Wei­ßen ins­ge­samt liegt in den USA über 65 %,nach dem Zen­sus 2010 bei 72%. mit­hin im Semi­nar „unter­re­prä­sen­tiert“.

        Wenn die gleich­mä­ßi­ge Ver­tei­lung der Eth­ni­en für Sie ein Maß­stab ist, müs­sen Sie wohl Zwangs­re­kru­tie­run­gen ins Auge fas­sen oder die Ableh­nung von Kan­di­da­ten die die fal­sche Haut­far­be haben.

        Sind Sie auch beun­ru­higt, wenn Viet­na­me­sen in den Semi­na­ren „über­re­prä­sen­tiert“ sind, oder haben Sie nur ein Pro­blem mit wei­ßen Ame­ri­ka­nern unter­schied­lich­sten eth­ni­schen kul­tu­rel­len Hin­ter­grun­des?

        Falls Sie aber zum Rück­gang des katho­li­schen Glau­bens unter ame­ri­ka­ni­schen His­pa­nics Ihre Sor­ge aus­drücken woll­ten, ihr Anteil schrumpf­te von 54 auf 52%, so gebe ich Ihnen Recht! Das ist eine trau­ri­ge Ent­wick­lung, die aller­dings auch damit zu tun hat, dass die heu­ti­gen Ein­wan­de­rer aus Mexi­ko ganz ande­re Wert­vor­stel­lun­gen mit­brin­gen als ihre Vor­gän­ger und auch im Bil­dungs­be­reich den mit Ame­ri­ka­nern euro­päi­scher Her­kunft nicht mit­hal­ten kön­nen,. 41 % der His­pa­nics schaf­fen den Schul­ab­schluss nicht,was eine anspruchs­vol­le Aus­bil­dung zum Prie­ster schwie­rig macht..

        Grund­sätz­lich soll­te aber gel­ten, dass jeder, der Got­tes Ruf folgt, uns will­kom­men sein soll­te, egal wel­cher Haut­far­be!

  2. Jetzt muss nur noch der Zöli­bat abge­schafft wer­den. Dann las­sen sich ev. noch mehr jun­ge Män­ner zum Prie­ster wei­hen. 😉

    • Ich bin nicht dafür den Zöli­bat abzu­schaf­fen, er kann ja durch­aus eine sinn­voll geleb­te Form geist­li­chen Daseins sein. Er soll­te eben nur kei­ne Pflicht­vor­aus­set­zung zum Amt in der Kir­che sein. Dafür gibt es kei­ne Not­wen­dig­keit.

    • @ Sara,

      wol­len sie nicht die Fak­ten akzep­tie­ren, daß es nicht in unse­rem Ermes­sen steht, wen sich Gott als Prie­ster wünscht, und, daß die Pro­te­stan­ten kei­nes­falls bes­ser daste­hen, als wir Katho­li­ken.

      • Rich­tig, und weil es nicht in unse­rem Ermes­sen steht, wen Gott beruft, wol­len wir ihm auch kei­ne rein mensch­li­chen Hür­den wie den Zöli­bat auf­er­le­gen. Die Ortho­do­xen haben auch eine schö­ne Lit­ur­gie und ken­nen eben­falls kei­nen Zöli­bat.

        • „Die Ortho­do­xen haben auch eine schö­ne Lit­ur­gie und ken­nen eben­falls kei­nen Zöli­bat“

          Sie sehen dar­an, es besteht bereits Wahl­mög­lich­keit.

          • Wahl­mög­lich­keit? Sie mei­nen, als Katho­lik könn­te man wäh­len und dann ver­hei­ra­tet bei den Ortho­do­xen Pope wer­den? Das emp­fin­de ich jetzt als ziem­lich hef­ti­ge Auf­for­de­rung zur Apost­asie.

          • Nee, nicht ablen­ken: Ihre Dik­ti­on ist anma­ßend — Sie haben kei­ner­lei Man­dat als „Spre­cher von uns Katho­li­ken“ ‚wir wol­len‘ zu schrei­ben; zudem ist das ‚wir wol­len‘, wenn damit ‚die Katho­li­ken — ALLE‘ gemeint sind, eine fal­sche Aus­sa­ge; nie­mand kann Gott irgend­wel­che ‚Hür­den‘ ent­ge­gen­set­zen, das ist bil­lig; Sie bezeich­nen aber den Zöli­bat als ‚rein mensch­li­che Hür­de‘, die ihm ‚auf­er­legt‘ sei — da kann und will ich nicht zustim­men, und wohl vie­le ande­re eben­falls nicht, so wenig wie das Lehr­amt der Jahr­hun­der­te seit Ein­füh­rung des Zöli­bats — ein­ge­führt sicher­lich nicht in der Inten­ti­on, Gott irgend­wel­che „Hür­den“ auf­zu­er­le­gen; somit ist das ‚wir wol­len‘ in die­sem Satz FALSCH. Ihre Dik­ti­on ist hoch­gra­dig sug­ge­stiv — Sie ver­bin­den eine impli­zi­te, sehr frag­wür­di­ge Aus­sa­ge in sol­cher Wei­se mit einem Gemein­platz, daß man ver­führt ist, zuzu­stim­men — und hat dann „hin­ten­rum“ nicht nur dem selbst­ver­ständ­li­chen Gemein­platz zuge­stimmt. Üble Masche, pseu­do-raf­fi­nier­te Rhe­to­rik …! Habe gera­de des­halb nicht die gering­ste Lust, wei­ter dar­auf ein­zu­ge­hen.

          • Naja, von gut 20 katho­li­schen Kir­chen gibt es nur in einer EINZIGEN das Gesetz, das ver­ur­sacht, dass geweih­te Prie­stern kei­ne gül­ti­ge Ehe ein­ge­hen kön­nen. Dann kann der Zöli­bat als alle Prie­ster ver­pflich­ten­des Gesetz doch nur mensch­li­chen Ursprungs sein. Sonst wür­de sich ja ein ukrai­nisch Unier­ter ver­sün­di­gen…
            Scha­de, dass Sie nicht gegen­ar­gu­men­tie­ren wol­len, son­dern auf die Anschul­di­gung aus­wei­chen, mei­ne Argu­men­te sei­en blo­ße Rhe­to­rik.

          • Die Fra­ge ist wohl eher umge­kehrt auf­zu­zäu­men. Die im Lau­fe der Geschich­te zustan­de­ge­kom­me­nen Uni­on mit Ost­kir­chen sind in einem histo­ri­schen Kon­text zu lesen. Sie katho­li­sche Kir­che akzep­tier­te die­se Glie­der, ohne daß sich dar­aus jedoch Rück­wir­kun­gen auf sie selbst und ihre Ver­faßt­heit erga­ben.
            Die Fra­ge des ver­hei­ra­te­ten Prie­sters der Ost­kir­chen (ob uniert oder nicht) ist ver­gleich­bar mit der dort mög­li­chen Wie­der­ver­hei­ra­tung. War­um soll­te die katho­li­sche Kir­che, die offen­sicht­lich als ein­zi­ge durch die Geschich­te das Glau­bens­gut rein bewahrt hat, trotz des stän­di­gen mensch­li­chen Drän­gens auf beque­me­re Lösun­gen, die­se auf­ge­ben. Ganz im Gegen­teil: dar­in und gera­de auch dar­in kommt ihr Anspruch zum Aus­druck wirk­lich (und trotz aller mensch­li­cher Gebre­chen, die auch sie stän­dig pla­gen) die Kir­che Got­tes zu sein. Ein Anspruch, der gra­du­ell in Rich­tung ande­re Kir­chen abnimmt.
            Wenn die katho­li­sche Kir­che auch die Wie­der­ver­hei­ra­tung zulie­ße (die Ortho­do­xen wis­sen, daß sie damit nicht wirk­lich Got­tes Anspruch gerecht wer­den, wes­halb jeder WIe­der­ver­hei­ra­tung weni­ger fei­er­lich erfolgt und die Kir­che weni­ger erhellt ist, was — zu Ende gedacht — sinn­fäl­lig nach mehr­ma­li­ger Wie­der­ver­hei­ra­tung a là ame­ri­ka­ni­sche Film­stars in einer dunk­len Kir­che erfol­gen wür­de), wenn also auch die katho­li­sche Kir­che dies zulie­ße, wer wür­de dann Got­tes Anspruch ver­tre­ten, da alle ande­ren Deno­mi­na­tio­nen dem mensch­li­chen Druck nach­ga­ben? Und vor allem: War­um soll­te sie dies tun? Aus wel­cher Not her­aus? Die mensch­li­chen Wün­sche nach beque­me­ren Lösun­gen vari­ie­ren von Genera­ti­on zu Genera­ti­on (der­zeit sind es z.B. Lebens­ab­schnitts­part­ner­schaf­ten), ihnen hat die Kir­che zu wider­ste­hen und die wah­re, voll­stän­di­ge und unver­kürz­te Leh­re zu ver­kün­den, auch wenn es uns Men­schen nicht so in den Kram paßt.

          • Kommt bei den Unier­ten der Anspruch, Kir­che Got­tes zu sein, wegen des Feh­lens des Zöli­ba­tes nicht zum Aus­druck? Wohl kaum. Der Zöli­bat ist ein rein mensch­li­ches Gesetz. Er ist kein arti­cu­lus stan­tis et caden­tis eccle­siae.
            Natür­lich gibt es eine — sogar ganz ent­schei­den­de! — Rück­wir­kung der Auf­nah­me der Unier­ten: Die Katho­li­sche Kir­che zeigt Offen­heit und Plu­rifor­mi­tät in Fra­gen, die kei­ner ein­heit­li­chen Rege­lung bedür­fen.
            Glau­ben Sie im Ernst, dass ein ver­hei­ra­te­ter Prie­ster einen beque­me­ren Weg geht als ein zöli­ba­tä­rer? Eine Ehe ist etwas sehr, sehr anspruchs­vol­les!
            Sie schrie­ben: „War­um soll­te die katho­li­sche Kir­che, die offen­sicht­lich als ein­zi­ge durch die Geschich­te das Glau­bens­gut rein bewahrt hat, trotz des stän­di­gen mensch­li­chen Drän­gens auf beque­me­re Lösun­gen, die­se auf­ge­ben“. Beim Glau­bens­gut kann und darf die Kir­che kei­ne Son­der­er­laub­nis­se ein­räu­men — wäre der Zöli­bat ein Glau­bens­gut, müss­te man es von den ande­ren gut 20 Kir­chen eben­falls ein­for­dern.

            Ganz davon abge­se­hen: Ich möch­te nicht wis­sen, wie­vie­le Prie­ster in den letz­ten 200 Jah­ren, in denen aus dem Kir­chen­ge­setz auch eine Stan­des­mo­ral wur­de, den Zöli­bat ent­we­der durch Mastur­ba­ti­on oder Geschlechts­ver­kehr mit Mann und/oder Frau gebro­chen haben… Da hört es dann sehr schnell auf mit dem Zei­chen der Lau­ter­keit.

          • Na ja, über­spitzt gesagt, „Geset­ze sind dazu da, gebro­chen zu wer­den“, nein, Quatsch, aber: es ist sicher­lich ein sehr hohes, anspruchs­vol­les Ide­al, wel­chem immer treu zu blei­ben nicht immer „ganz leicht“ ist — aber das gilt ja nicht nur f.d. Zöli­bat, son­dern allei­ne schon etwa f.d. Geb. d. Näch­sten­lie­be; wohl jeder ein­zel­ne von uns genügt dem sicher­lich auch nicht immer so, wie … es „egtl. mal gedacht war“, und den­noch bleibt die­ser Anspruch, die­ses Gebot. — oK, jetzt sagen Sie bestimmt, dies sei ein indis­pen­si­bles Gebot des Herrn, im Ggs. zu jenem — geschenkt^^ — aber ande­rer­seits gibt’s wohl kein ein­zi­ges Gebot, wel­ches nicht gebro­chen wur­de & wird, und das Christ­sein ist nun mal eine hohe Her­aus­for­de­rung für jeden und wird es auch immer sein — egal, wie­vie­le Gebo­te & Anfor­de­run­gen man auf­weicht; die Bot­schaft wird der Welt (manch­mal auch uns Chri­sten selbst^^) IMMER ein Ärger­nis sein, ganz prin­zi­pi­ell, not­wen­dig — wie „modern“ man sie auch „ver­packen“ möge … — oder sie ist nicht mehr die Bot­schaft Chri­sti! [Aber dies jetzt nicht als ‚Gegen­ar­gu­ment‘, son­dern nur eine Anmer­kung, ein Gedan­ke dazu, mehr nicht …]

  3. an Vin­cen­ti­us:
    Ich schreib hier, sonst wird das unles­bar: Ihre Wort­spie­le in Ehren, doch damit ist letzt­lich nie­man­dem gedient. Sie ver­kör­pern, es mag Ihnen ein Kom­pli­ment sein, den per­fek­ten Ver­tre­ter des nach­kon­zi­lia­ren Gei­stes. Dia­lek­tik ersetzt Wahr­heit.
    Gemäß den gra­du­el­len Abschwä­chun­gen nimmt der Anteil an der Kir­che Chri­sti ab. Die Unier­ten haben den höch­sten Anteil, wenn­gleich sie aus kul­tu­rel­len Grün­den wegen ihrer Her­kunft von schis­ma­ti­schen Tren­nun­gen in man­chen Punk­ten hin­ter dem Stan­dard der Kir­che Chri­sti zurück­blei­ben. Zeu­gen Jeho­vas und Mor­mo­nen haben nur mehr einen blas­sen Schim­mer von der Kir­che. Das alles ganz unab­hän­gig von deren eige­ner, nicht rele­van­ter Posi­ti­on zur Kir­che.
    Noch­mals: Es ist dem See­len­heil kei­nes Men­schen gedient, wenn die Kir­che als Bewah­re­rin und Hüte­rin des Glau­bens­schat­zes und höch­ster Aus­druck der Kir­che Got­tes auf­grund mensch­li­cher Schwä­chen in ein­zel­nen Punk­ten abrücken wür­de. Ganz zu schwei­gen vom Ver­rat an Gott, den der ver­übt, der mehr von der Wah­heit erkannt und sie den­noch auf­ge­ge­ben hat.
    Homo­se­xua­li­tät war in der Anti­ke, wie heu­te, ein weit­ver­brei­te­tes Laster. Den­noch hat das Chri­sten­tum uner­schüt­ter­lich an der Offen­ba­rung Got­tes zum The­ma fest­ge­hal­ten und sich durch­ge­setzt. Der­zeit sieht es nicht danach aus, aber nichts spricht dage­gen, daß sich das Chri­sten­tum in abseh­ba­rer Zeit erneut auch zu die­sem The­ma durch­set­zen wird. Die Hom­se­xua­li­sie­rungs­wel­le bestä­tigt letzt­lich nur, wie ande­res aus, daß der Mensch immer und immer wie­der lie­ber den beque­men Weg geht. Die Sexua­li­tät, die nicht weni­ge über­for­dert, ist dabei natür­lich eine beson­de­re Ver­su­chung. Aller­dings bleibt sie nur ein Bereich, neben ande­ren Ver­su­chun­gen. Dar­um haben zu kei­ner Zeit jene der Kir­che gedient — wir fin­den sie auch nicht unter den Kir­chen­leh­rern und Hei­li­gen — die immer neue Kom­pro­mis­se vor­schla­gen, um sich mit der Welt, mit ande­ren Chri­sten, ande­ren Reli­gio­nen, ein­mal den Homos, wie­der ein ander­mal mit den leib­feind­li­chen Jan­se­ni­sten zu arran­gie­ren… Als ver­hei­ra­te­ter Mann erspa­re ich es mir, auf ihre ande­ren Gedan­ken ein­zu­ge­hen.

    • Ja, dem Gedan­ken (wenn mir das erlaubt ist, zu sagen^^) stim­me auch ich zu, in Ergän­zung zum Oben­ge­sag­ten: es wäre eine Illu­si­on, zu glau­ben, man kön­ne … „die Bot­schaft beque­mer, ‚heu­ti­ger‘, den ‚moder­nen Lebens­ver­hält­nis­sen‘ ange­paß­ter machen“; erst­mal geht’s ganz grund­sätz­lich nicht (bis auf reform­a­ble ‚Ein­zel­be­stim­mun­gen des kirch­li­chen Rechts‘ — aber auch unbe­dach­te Ände­run­gen dar­an kön­nen fata­ler­wei­se sug­ge­rie­ren, daß — zumal vie­len die­ser Unter­schied zw. gött­li­cher & „nur“ rein-kirch­li­cher Set­zung eh nicht (so) klar ist (wobei der Unter­schied sowie­so nicht miß­ver­stan­den bzw. über­be­wer­tet wer­den darf) — daß also ‚Recht grund­sätz­lich ver­än­der­bar sei‘; wenn man das Eine ‚ändern‘ kann, wie­so nicht auch das Ande­re? wo fängt’s an, wo hört’s auf? auch im Staa­te wird Recht ja ‚gesetzt‘, demo­kra­tisch legi­ti­miert — & wenn auch die Kir­che anfängt, vlt. unter gro­ßem öffent­li­chen Druck Bestimm­tes zu ‚refor­mie­ren‘, etwa die Lit­ur­gie, die nicht mehr als gege­ben, als uns geschenkt, son­dern als ‚mach­bar & gemacht‘ erscheint, & zwar durch die Legi­ti­ma­ti­on eines ‚demo­kra­ti­schen Organs‘ wie (allein) des letz­ten Kon­zils — dann erscheint auf ein­mal ALLES als ver­än­der­bar, mach­bar, reforma­bel, eben gemacht, & nicht mehr als gege­ben, gesetzt, uns geschenkt; und dann erschei­nen nicht mehr nur die Gebo­te als ‚gemacht‘, son­dern auch die Leh­re … irgend­wann mal in einer bestimm­ten Zeit von irgend­ei­nem Kon­zil mehr­heit­lich beschlos­sen, eben gemacht (das häu­fi­ge Miß­ver­ständ­nis im Bezug a.d. Begriff des Dog­mas — „bloß eine Kon­zils­ent­schei­dung“, nicht gege­ben, son­dern mehr­heit­lich ‚beschlos­sen); so wird schließ­lich die gan­ze Kir­che als rei­nes Men­schen­werk betrach­tet, bei wel­chem letzt­lich alles der Ver­än­de­rung und der Belie­big­keit unter­liegt — und der End­punkt wäre dann der, daß man das Gan­ze über­haupt nicht mehr ernst­zu­neh­men braucht, ja, auch gar nicht mehr ernst­neh­men kann & DARF; ein Zustand, der ja lei­der in wei­ten Tei­len der Kir­che (und der Welt) tat­säch­lich ein­ge­tre­ten IST …) …

    • … was dann so weit gehen kann, daß man die Bot­schaft, die Offen­ba­rung selbst, nur noch als men­schen­ge­macht betrach­tet; sogar Chri­sti Auf­er­ste­hung und Him­mel­fahrt wird die Fak­ti­zi­tät (sagt man das so?) abge­spro­chen und statt­des­sen ins ‚Keryg­ma der Ur-Gemein­de‘ ver­legt — letzt­lich also zu einer nur-sub­jek­tiv ‚gemach­ten‘ Erfah­rung redu­ziert. -
      Und zum andern: es ent­steht der Ein­druck (egtl. ein fata­les Miß­ver­ständ­nis), man kön­ne die tat­säch­lich sehr hohen Ansprü­che (‚in Theo­rie & Pra­xis‘, in Leh­re & Moral) so weit her­un­ter­bre­chen und der Zeit anpas­sen, bis sie schließ­lich „mehr­heits­fä­hig“ und „jedem ver­steh- und leb­bar“ gewor­den sind; nur ver­kennt dies eben die Tat­sa­che, daß die Leh­re Chri­sti not­wen­di­ger­wei­se — und zu jeder Zeit — ein Ärger­nis, ein Stein des Ansto­ßes war & immer blei­ben wird („hoc vobis scan­da­lon“, Joh 6) — oder sie ist nicht mehr Leh­re Chri­sti! Auch die­je­ni­gen, die an die­se Bot­schaft glau­ben und es „heu­te noch“ wagen, sich unein­ge­schränkt dazu zu beken­nen, sind ‚anstö­ßig‘, sind ‚ein Ärger­nis‘ — und das wird IMMER so sein. „Wir wer­den vor der Welt zum Nar­ren“, oder wie Pau­lus schrieb![? — sinn­ge­mäß jeden­falls^^] — Des­halb bin ich auch so ent­täuscht über die Äuße­run­gen man­cher (nein, so vie­ler!) Bischö­fe, die doch tat­säch­lich ver­su­chen, die­sen (oben beschrie­be­nen) Ein­druck zu ver­mit­teln; das funk­tio­niert nicht nur nicht, son­dern das ist gegen die sehr kla­ren Wor­te Chri­sti: „sie wer­den euch has­sen, wie sie mich gehaßt haben; sie wer­den euch um mei­nes Namens wil­len has­sen — näm­lich genau dann, wenn ihr mei­ne Bot­schaft ver­kün­det“, oder: je mehr, je authen­ti­scher sie Sei­ne Leh­re ver­kün­den, desto mehr wer­den sie „gehasst“ bzw. abge­lehnt und für „lächer­lich“ gehal­ten wer­den! Das ist also gera­de­zu der Auf­trag, das ist das Kreuz — wel­ches zu tra­gen so vie­le scheint’s nicht mehr bereit sind, oder nicht mehr den Mut dazu haben. Dabei sag­te Er doch aus­drück­lich: „Wer nicht bereit ist, mir nach­zu­fol­gen & sein Kreuz zu tra­gen — ist mei­ner nicht wert!“

    • Anders­rum: Je weni­ger Anstoß eine Bot­schaft erregt, je „belieb­ter“ die Ver­kün­der die­ser Bot­schaft sich machen, desto weni­ger ist es noch die eine, gan­ze, immer gül­ti­ge Bot­schaft Chri­sti; dann läuft näm­lich ganz bestimmt irgend­was ziem­lich falsch. -

      [mor­gend­li­cher Schreib­ver­such, na ja^^ — um ein Miß­ver­ständ­nis gleich „zu anti­zi­pie­ren“: es ist völ­lig klar, daß die­se eine Leh­re in allen mög­li­chen Spra­chen ver­kün­det wer­den kann und muß; um 13oo wäre es ganz oppor­tun gewe­sen, etwa das Mit­tel­hoch­deut­sche zu ver­wen­den; d.h. es gibt durch­aus ver­schie­de­ne ‚Spra­chen & Mög­lich­kei­ten‘, eine und die­sel­be Wahr­heit kon­kret zu for­mu­lie­ren, sie auch ‚uns Heu­ti­gen‘ mög­lichst ver­ständ­lich in moder­ner Spra­che zu erklä­ren, ist ja bil­lig, klar. Ich wäre also nicht dafür, daß die Kir­che ein­fach — bis ins Détail & auf ewig — etwa in den For­men des 19. Jhds. „fest­friert“, dar­um geht’s natür­lich NICHT. — Ich fra­ge mich nur, ob nicht viel­leicht bei die­sem „Heu­tig­wer­den“ in Form & For­mu­lie­rung die eine, inva­ri­an­te Bot­schaft nicht doch mehr als nur „in die heu­ti­ge Zeit & Spra­che über­setzt & über­tra­gen“ wur­de … und wird; ob also die­se ‚Abbil­dung‘, mal mathe­ma­tisch gespro­chen, wirk­lich und in jeder Hin­sicht ‚iso­morph‘, ‚treu‘ ist; und ich fra­ge mich, ob es nicht z.T. sogar Absicht war, die Bot­schaft selbst eben nicht ‚inva­ri­ant‘ zu las­sen, ob also die durch­aus bestehen­de Not­wen­dig­keit, die­sel­be Leh­re in mög­lichst vie­len ver­ständ­li­cher Form (obwohl’s da auch eine prin­zi­pi­el­le Gren­ze des Ver­ste­hens gibt!) dar­zu­le­gen, nicht in Wirk­lich­keit … sozu­sa­gen ein will­kom­me­ner Anlaß war, „ganz behut­sam“ (oder auch „raf­fi­niert ver­schlei­ert“) die Bot­schaft selbst zu ver­än­dern — so daß (bei genaue­rem Hin­se­hen) sogar ech­te inne­re Wider­sprü­che ent­stan­den, in einer Leh­re, die — als gött­li­che — an sich abso­lut wahr, voll­stän­dig und in sich wider­spruchs­frei ist! soll­te dies tat­säch­lich der Fall sein, so wäre dies abso­lut ver­hee­rend — die Bot­schaft wäre dadurch völ­lig annul­liert, anni­hi­liert …

    • … denn „ex fal­so sequi­tur quod­li­bet“, man könn­te abs. logisch & strin­gent dar­aus fol­gern, daß der Mond in Wirk­lich­keit ein Rie­se-Camem­bert sei. — Und selbst wenn kei­ne sol­chen inne­ren Wider­sprü­che ent­stan­den, so besteht bei allen vor­schnel­len, unbe­dach­ten Ver­än­de­run­gen (zumal wenn egtl. fal­sche, unlau­te­re Moti­ve dahin­ter­ste­hen) immer noch die gro­ße Gefahr, daß sie weit über’s Ziel hin­aus­schie­ßen, zu wider­sprüch­li­chem Den­ken, zu Umdeu­tun­gen & zu Miß­ver­ständ­nis­sen (zumal bei theo­lo­gisch etwas weni­ger ‚Ver­sier­ten‘) zumin­dest (ver-)führen KÖNNTEN; ‚ganz gro­ße Kon­fu­si­on‘ (von eini­gen wohl sogar bewußt inten­diert, bewußt „schwam­mi­ge“ For­mu­lie­rung vie­ler Kon­zils­tex­te, Hin­ter­grün­de der „Lit­ur­gie-Reform“ & die­se selbst etc. etc.; ver­wei­se dazu nur kurz auf de Mattei, Gher­ar­di­ni, Ratz­in­ger uvv…vm.); auch das wäre (nee, IST!) fatal … hät­te Glau­bens­kri­se und sogar Glau­bens­ver­lust zur Fol­ge. Und ich befürch­te, genau dies IST BEREITS tat­säch­lich ein­ge­tre­ten …]

      • PS. Habe (zumin­dest schon­mal^^) in Pius‘ X. Enz. ‚Pas­cen­di domi­ni­ci gre­gis‘ rein­ge­le­sen — frap­pie­rend, wie aktu­ell die heu­te noch ist! — Ja, das Kon­zil ist vlt. nicht for­mal, den Wor­ten nach, in Wider­spruch zu die­ser ste­hen­den Leh­re & dem Kurs der Päp­ste bis Pius XII. gera­ten, wohl aber der Inten­ti­on[!] zumin­dest eini­ger „am Kon­zil Betei­lig­ter“ und auf jeden Fall in der Kon­se­quenz — bis heu­te! Mir scheint, die­ses Kon­zil geschah … viel zu früh, die­se ‚Krank­heit‘ war eben noch kei­nes­wegs aus­ge­heilt; viel­mehr hat­te das Kon­zil die­se noch beträcht­lich ‚exa­cer­biert‘, danach ging’s erst rich­tig los, sozu­sa­gen … und der Tiefst­punkt, der Moment der Peri­pe­tie, ist NOCH NICHT erreicht; eher scheint mir, wir bewe­gen uns beschleu­nigt dar­auf zu. — Und aus die­ser Lage her­aus bewer­te ich (als „kon­zils-mün­di­ger Christ“!^^) dann auch Signa­le und Äuße­run­gen „aus Rom“ und von (den Bischö­fen beson­ders) der DBK; etwa die Äuße­run­gen Z.s über das Süh­ne­op­fer — mag ja sein (müß­te es mir noch­mal anhö­ren, glaub auf yt gibt’s das noch!?), daß er ‚for­mal‘ nix Fal­sches gesagt hat, oder nur ‚etwas grenz­wer­tig & miß­ver­ständ­lich for­mu­liert‘ — aber genau das reicht schon völ­lig, ist in die­sem Kon­text abso­lut ver­hee­rend, stif­tet nur noch mehr Ver­wir­rung und Ver­un­si­che­rung … völ­lig fatal …; und so emp­fin­de ich auch Äuße­run­gen (und Hand­lun­gen!) unse­res Pap­stes als „wenig hilf­reich“ wenn nicht ziem­lich unklug, das ‚Fehl­den­ken unse­rer Zeit‘ nur noch mehr för­dernd (und z.T. sogar recht­fer­ti­gend!) und Erwar­tun­gen schü­rend, die letzt­lich doch nicht erfüllt wer­den — und dann wer­den der Ver­druß & die Kon­fu­si­on nur NOCH grö­ßer wer­den. Mag, abso­lut gese­hen, was er sagt & tut, ja nicht ‚falsch‘ (oder ‚besten­falls irrele­vant‘) sein, so ist es aber in DIESER Zeit abso­lut nicht hilf­reich, im Gegen­teil … — er soll­te vlt. eher (ganz im Sin­ne von BXVI) wie­der sehr deut­lich ver­mit­teln, daß eben NICHT ‚alles mach­bar‘ sei, ‚wenn man nur will‘, & könn­te dies dadurch zei­gen, daß er sagt, „seht, ich bin der …

      • … Papst, und selbst ich akzep­tie­re, was zwar ganz und gar nicht mei­nem per­sön­li­chen Stil, mei­ner per­sön­li­chen Vor­lie­be ent­spricht — und was ich als Papst ja auch ändern könn­te -, was mir aber (vor-) gege­ben ist!“ — in einer Zeit, wo die größ­te Gefahr für den Glau­ben eben die Belie­big­keit, der Rela­ti­vis­mus, der „Mach­bar­keits­wahn“, das immer und über­all in den Mit­tel­punkt Stel­len der eige­nen Per­son mit den eige­nen Wün­schen und Vor­lie­ben ist, und daß man unbe­dingt-immer-in jedem Fall & fast zwang­haft genau das auch tun MUSZ, wenn es über­haupt nur mög­lich ist und man ‚ein Recht‘ dar­auf hat … oder zu haben glaubt. Nicht nur not­wen­di­ge, son­dern sogar hin­rei­chen­de Bedin­gung, etwas zu tun oder zu ver­än­dern, ist bereits das blo­ße Kön­nen oder auch nur die Mög­lich­keit. Der Ver­zicht, das Hint­an­stel­len der eige­nen Per­son und der eige­nen Rech­te … wird scheint’s über­haupt nicht mehr in Betracht gezo­gen .….

    • [Anm. @ Herrn Albrecht von Prag: mer­ke gera­de, ich hät­te die­ses Getipp(t)e in ein „eige­nes Käst­chen“ schrei­ben sol­len, tut mir leid … — „hat sich beim Tip­pen & Sin­nie­ren so erge­ben“ 😉 und bezieht sich ja nur am Anfang auf Ihren Kom­men­tar; soll­te also nur „ein ganz per­sön­li­ches state­ment“ sein, nicht eine Ant­wort an jd. Bestimm­ten, nur ganz all­ge­mein; außer­dem paßt’s nicht mehr so ganz zu dem Arti­kel, na ja … — ich üb‘ halt noch^^]

Kommentare sind deaktiviert.