Der seltsame Fall: die BBC deckte die Pädophilen, attackierte aber den Vatikan

(Lon­don) Groß­bri­tan­ni­en wird wei­ter­hin vom Savi­le-Skan­dal erschüt­tert. Der bekann­te Fern­seh­star der BBC, Jim­my Savi­le, der allein in den 80er Jah­ren mehr als 300 Kin­der, Buben und Mäd­chen miß­braucht hat. Der Skan­dal ohne abseh­ba­res Ende stellt eine heuch­le­ri­sche Sei­te der BBC bloß.

Das gro­ße Köp­fe­rol­len begann, als Savi­le bereits tot war. Vor weni­gen Tagen trat der BBC-Gene­ral­di­rek­tor Geor­ge Entwi­st­le zurück. Inzwi­schen gebe es Bewei­se, daß das bri­ti­sche Fern­se­hen den Pädo­phi­lies­kan­dal im eige­nen Haus und in füh­ren­den Krei­sen der bri­ti­schen Gesell­schaft ver­tusch­te. Dem Sen­der wird vor­ge­wor­fen, selbst jetzt in der Bericht­erstat­tung den sexu­el­len Miß­brauchs­skan­dal an Min­der­jäh­ri­gen wenig trans­pa­rent zu behan­deln und den Zuhö­rern und Zuschau­ern mehr zu ver­heim­li­chen als auf­zu­decken. Der Sen­der, so der Vor­wurf, habe in sei­nen Nach­rich­ten­sen­dun­gen gezielt die Auf­merk­sam­keit des Publi­kums vom Skan­dal um Jim­my Savi­le abzu­len­ken und auf ande­re Mel­dun­gen umzu­len­ken ver­sucht.

Wirft man einen Blick auf die Vor­wür­fe, die im Fall erho­ben wer­den, erscheint es tat­säch­lich wenig glaub­haft, daß man bei der BBC in all den vie­len Jah­ren nichts von den unaus­sprech­li­chen Taten bemerkt haben will. Und das trotz der krampf­haf­ten Fixie­rung auf das The­ma Pädo­phi­lie, das zu Recht, aber auch zu Unrecht ande­ren ange­hängt wur­de, nur nicht im eige­nen Haus.

Wer könn­te den berühmt-berüch­tig­ten BBC-Doku­men­tar­film ver­ges­sen, der unter dem Titel Sex Cri­mes and the Vati­can, in exakt lan­gen 38 Minu­ten und 57 Sekun­den den Vati­kan beschul­dig­te, unbe­wie­sen, aber wen küm­mer­te das damals schon, pädo­phi­le Prie­ster in Scha­ren gedeckt zu haben und daher ein Pädo­phi­lensumpf zu sein. Die­se Filman­kla­ge wur­de von ande­ren Sen­dern über­nom­men. Betrach­tet man, wel­che Jour­na­li­sten die Sen­dung hol­ten und wei­ter­ver­brei­te­ten, erhär­tet sich ein­mal mehr der Ver­dacht, daß hin­ter dem Pädo­phi­lie­vor­wurf gegen die Kir­che kir­chen­feind­li­che Trieb­kräf­te wirk­ten und das The­ma nur ein will­kom­me­ner Auf­hän­ger war.

Ob die BBC nun einen Doku­men­tar­film über ihre eige­nen Ange­stell­ten und haus­in­ter­nen Machen­schaf­ten dreht?

Die ten­den­zi­el­le Aus­rich­tung der BBC ist unschwer als anti-katho­lisch und Anti-Lebens­recht iden­ti­fi­zier­bar. In die­ser Kate­go­rie fin­den sich füh­ren­de Medi­en in den mei­sten Län­dern. Es genügt, an die gro­ße Unter­stüt­zung zu erin­nern, die die BBC der Ver­brei­tung der The­se vom angeb­lich ent­deck­ten „Grab von Jesus“ gewähr­te, nach dem unaus­ge­spro­che­nen Mot­to: „Kei­ne Auf­er­ste­hung, kei­ne Reli­gi­on, kei­ne Kir­che, kein mensch­ge­wor­de­ner Gott, nur ein Mensch“. Eben­so die geplan­te Direkt­über­tra­gung einer Abtrei­bung, um den Beweis zu erbrin­gen, daß die Tötung eines unge­bo­re­nen Kin­des etwas völ­lig „Unge­fähr­li­ches“ sei und gleich­zei­tig Wer­bung für eine Abtrei­bungs­kli­nik zu machen. Oder die Direkt­über­tra­gung einer Eutha­na­sie, um den Schwei­zer Tötungs­ver­ein Digni­tas zu bewer­ben. Die gesell­schafts­po­li­ti­sche Posi­tio­nie­rung ist damit unüber­seh­bar.

Die aus­ge­präg­te anti-christ­li­che Aus­rich­tung wur­de auch durch eine Befra­gung deut­lich, die von der BBC selbst unter 4500 Per­so­nen, dar­un­ter auch BBC-Mit­ar­bei­tern durch­ge­führt wur­de. Nicht von unge­fähr muß­te der dama­li­ge BBC-Gene­ral­di­rek­tor Mark Thomp­son im ver­gan­ge­nen Febru­ar in einem Inter­view ein­ge­ste­hen, daß der Sen­der dem Chri­sten­tum gegen­über weni­ger sen­si­bel war als gegen­über ande­ren Reli­gio­nen. Thomp­son, heu­te geschäfts­füh­ren­der Vor­stand­vor­sit­zen­der der links­li­be­ra­len New York Times, droht selbst vom Skan­dal mit­ge­ris­sen zu wer­den. Er sei es gewe­sen, der die Ermitt­lun­gen ver­san­den ließ, die vom Sen­der anfangs zur Ent­la­stung sei­nes pädo­phi­len Star­mo­de­ra­tors ein­ge­lei­tet wor­den waren. Der ehe­ma­li­ge Chef­re­dak­teur der New York Times, Bill Kel­ler, frag­te sich am 17. Okto­ber in einem Leit­ar­ti­kel: „Wie war es mög­lich, daß das Gere­de über Savi­le igno­riert wur­de?“ Thomp­son wird nicht genannt. Er ist aber einer der Ersten, dem die­se Fra­ge gestellt wer­den muß.

Die Tages­zei­tung Il Foglio von Giu­lia­na Fer­ra­ra titel­te des­halb: Der selt­sa­me Fall der BBC, die sich um sich selbst küm­mern soll­te, aber den Vati­kan angriff.

Text: UCCR/Giuseppe Nar­di
Bild: UCCR