VR China gibt tausendfache Organentnahme an Gefangenen und Hingerichteten zu — Ab 2013 „neues System“

(Peking) In der Volks­re­pu­blik Chi­na sol­len ab dem Jahr 2013 Organ­ent­nah­men von Hin­ge­rich­te­ten ein­ge­stellt wer­den. Dies gab Wanh Hai­bo, ein Ver­tre­ter des chi­ne­si­schen Gesund­heits­mi­ni­ste­ri­ums bekannt. Ab dem kom­men­den Jahr wer­de die Volks­re­pu­blik ein neu­es lan­des­wei­tes System für Organ­spen­den und Organ­trans­plan­ta­ti­on haben, das von der Uni­ver­si­tät Hong Kong ent­wickelt wur­de und vom Roten Kreuz ver­wal­tet wer­den soll. Hai­bo, Direk­tor des vom Gesund­heits­mi­ni­ste­ri­um abhän­gi­gen Chi­na Organ Trans­plant Respon­se System Cent­re, gestand ein, daß „die der­zei­ti­ge Pra­xis unmo­ra­lisch und untrag­bar“ sei, wie die Novem­ber-Aus­ga­be der Zeit­schrift der Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on berich­te­te.

Wört­lich sag­te Hai­bo, der auch stell­ver­tre­ten­der Direk­tor des Chi­na Liver Trans­plant Regi­s­try ist: „Auch wenn wir den zum Tode Ver­ur­teil­ten nicht ver­bie­ten kön­nen, ihre Orga­ne zu spen­den, ist ein System, das sich aus­schließ­lich auf  ihre Organ­ent­nah­men stützt, unmo­ra­lisch und untrag­bar“.

Die Zahl der zum Tode Ver­ur­teil­ten, an denen in den ver­gan­ge­nen Jah­ren Organ­ent­nah­men vor­ge­nom­men wur­den, beläuft sich, laut Anga­ben des Arz­tes, auf 8000 bis 10.000 Gefan­ge­ne. Bei 35 Pro­zent aller Fäl­le sei die Organ­ent­nah­me an leben­den Per­so­nen durch­ge­führt wor­den, in 65 Pro­zent der Fäl­len an Hin­ge­rich­te­ten. Die genaue Zahl der Hin­ge­rich­te­ten sei­en ihm jedoch nicht bekannt, wie der Arzt erklär­te.

Das chi­ne­si­sche Gesund­heits­mi­ni­ste­ri­um  betrau­te das Rote Kreuz mit der Ver­wal­tung der neu­en Organ­bank, die von der Uni­ver­si­tät Hong Kong ent­wickelt wur­de. Der Aus­stieg aus dem men­schen­ver­ach­ten­den „System“ des Aus­schlach­tens von zum Tode Ver­ur­teil­ten und Hin­ge­rich­te­ten, wer­de, so Hai­bo, schritt­wei­se auf­ge­ge­ben.

Das kom­mu­ni­sti­sche Chi­na ist nach den USA das Land mit der zweit­größ­ten Zahl an Organ­trans­plan­ta­tio­nen. Peking wur­de wegen sei­nes Umgangs mit den Gefan­ge­nen mehr­fach von der inter­na­tio­na­len Staa­ten­ge­mein­schaft gerügt. 2009 ent­sand­ten die Ver­ein­ten Natio­nen einen Son­der­be­auf­trag­ten, um die chi­ne­si­schen Gefäng­nis­se zu besich­ti­gen. In sei­nem Bericht hielt er fest, daß die rot­chi­ne­si­sche Regie­rung „Druck auf die Gefan­ge­nen aus­übt, um ihre Bereit­schaft zur Organ­spen­de zu erzwin­gen“.

Text: Asianews/Giuseppe Nar­di
Bild: Asia­news