Jesus schenkt den Jüngern den Geist einer neuen Schöpfung, eines neuen Lebens

Lie­be Brü­der und Schwe­stern!

Heu­te haben wir uns trotz des trü­ben Wet­ters hier mit öster­li­cher Freu­de ein­ge­fun­den, die von der Gewiß­heit her­rührt, daß Chri­stus mit dem Tod und mit sei­ner Auf­er­ste­hung wirk­lich Sün­de und Tod besiegt hat. Über die­se Freu­de soll­ten wir ein wenig nach­den­ken. Betrach­ten wir, wie das Oster­ge­heim­nis die Jün­ger Jesu ver­wan­delt. Am Oster­abend hat­ten sie sich aus Furcht im Haus ein­ge­schlos­sen (vgl. Joh 20,19). Der Mei­ster ist nicht mehr da, und sie haben Angst. Doch Jesus hält das Ver­spre­chen vom Letz­ten Abend­mahl, wo er sag­te: »Ich wer­de euch nicht als Wai­sen zurück­las­sen, son­dern ich kom­me wie­der zu euch« (Joh 14,18). Jesus tritt durch die ver­schlos­se­nen Türen ein und ver­si­chert die Jün­ger: »Der Frie­de sei mit euch« (Joh 20,19b). Und Trau­rig­keit, Angst und Hoff­nungs­lo­sig­keit wer­den in der Begeg­nung mit Chri­stus in Freu­de ver­wan­delt: »Da freu­ten sich die Jün­ger, daß sie den Herrn sahen«, sagt Johan­nes (Joh 20,20b). Dann haucht Jesus sie an, damit sie den Hei­li­gen Geist emp­fan­gen, den Geist einer neu­en Schöp­fung, eines neu­en Lebens. Die Dor­nen der Sün­de, die das Herz des Men­schen ver­wun­det haben, geben nun dem Samen der Gna­de Raum, der Gegen­wart Got­tes und sei­ner Lie­be, die Sün­de und Tod besie­gen. Die Jün­ger sind voll Freu­de, daß Jesus lebt – und daß sie in ihm leben. Wir sind oft weit ent­fernt von die­ser Freu­de. Auch wir hal­ten unse­re Türen ver­schlos­sen gegen ihn. Aber er kann her­ein­tre­ten und wird her­ein­tre­ten, wenn in unse­rem Her­zen die Sehn­sucht nach ihm da ist. Und so bit­ten wir ihn, daß er auch zu uns her­ein­tritt, daß er uns durch die Erfah­rung der hei­li­gen Lit­ur­gie, durch den Umgang mit der Hei­li­gen Schrift, durch die Din­ge unse­res Lebens selbst, in denen er da ist, erken­nen läßt: Ja, er lebt, und er lebt auch mit mir und gibt mir Hoff­nung und Zuver­sicht.

Mit Freu­de grü­ße ich die deutsch­spra­chi­gen Pil­ger und Besu­cher, beson­ders die Semi­na­ri­sten aus Graz-Seckau und Gurk mit ihren Bischö­fen Egon Kapel­la­ri und Alo­is Schwarz. Heu­te will der auf­er­stan­de­ne Herr, wie ich sag­te, auch in unse­re Häu­ser und Her­zen ein­tre­ten, auch wenn sie durch Sor­ge, Angst oder Schuld ver­schlos­sen sind. Laden wir Jesus Chri­stus ein, zu uns zu kom­men, uns zu ver­wan­deln, damit er unser Leben und unse­re Freu­de sei. Die Freu­de des Auf­er­stan­de­nen beglei­te euch in die kom­men­den Wochen hin­ein!