Die Eucharistie ist wirklich Gegenwart des Herrn

Lie­be Brü­der und Schwe­stern!

Im Rah­men der Betrach­tun­gen über das Beten Jesu, die ich in die­sen Wochen anstel­le, möch­te ich heu­te über das Gebet beim Letz­ten Abend­mahl spre­chen. Es ist, wie wir wis­sen, ein Mahl des Abschieds Jesu von sei­nen Jün­gern. Vor sei­nem Lei­den und Ster­ben gibt der Herr in die­sem Mahl etwas Neu­es, er schenkt sich selbst als das wah­re Lamm und stif­tet so sein Pascha. Den Kern die­ses Mahls bil­den die Wor­te und Gesten Jesu: das Bre­chen und Aus­tei­len des Bro­tes sowie das Rei­chen des Kel­ches zusam­men mit dem Dank­ge­bet und Lob­preis. Die bei­den Begrif­fe, die uns das Neue Testa­ment dafür über­lie­fert – Dan­ken und Seg­nen –, ver­wei­sen auf das gro­ße jüdi­sche Dank- und Segens­ge­bet der Berakha. Dar­in kom­men zwei Rich­tun­gen zum Aus­druck: Es ist Dank für Got­tes Gabe, der sozu­sa­gen von uns auf­steigt, und unser Dank kehrt dann als Segen auf die Gabe von Gott her zurück. Die­sen Zusam­men­hang der bei­den Bewe­gun­gen – Dank und Segen – grei­fen die Ein­set­zungs­wor­te der Eucha­ri­stie auf: In ihnen wird Dank zu Segen und zu Ver­wand­lung. Wie aber kann der Herr sagen: »Das ist mein Leib, mein Blut«, und sich in Brot und Wein sel­ber schen­ken, weil er doch mit­ten unter sei­nen Jün­gern steht? In die­sen Gaben nimmt er sein Kreuz und sei­ne Auf­er­ste­hung vor­weg. Das Leben, das ihm am Kreuz ent­ris­sen wird, gibt er schon jetzt frei, von sich aus hin. Und so wan­delt er den gewalt­sa­men Tod in ein frei­es Opfer der Hin­ga­be um, der Hin­ga­be sei­ner selbst für Gott und für die ande­ren. Die Eucha­ri­stie ist wirk­lich Gegen­wart des Herrn, Sakra­ment der Lie­be, das uns zu sei­nem Gedächt­nis auf­ge­tra­gen ist. Der hl. Lukas hat uns noch eine spe­zi­fi­sche Über­lie­fe­rung über das Beten Jesu beim Letz­ten Abend­mahl hin­ter­las­sen. Er sagt uns, daß er zu Petrus gespro­chen hat, er wer­de für ihn beten, daß sein Glau­be nicht erlö­sche und daß er bekehrt die Brü­der stär­ken kön­ne (vgl. Lk 22,32). Das Beten Jesu stützt die Jün­ger, stützt uns in der Schwach­heit und im rech­ten Ver­ständ­nis von Kreuz und Auf­er­ste­hung. Die Eucha­ri­stie ist auch für uns Stüt­ze und mehr als Stüt­ze, sie ist Gemein­schaft mit dem leben­di­gen Herrn und so mit dem leben­di­gen Gott.

Ger­ne hei­ße ich alle Gäste und Pil­ger deut­scher Spra­che will­kom­men. Durch die Eucha­ri­stie sind wir hin­ein­ge­nom­men in das Beten Jesu, haben teil am Leib und Blut des neu­en Oster­lam­mes. Bit­ten wir Chri­stus, daß wir in Ver­bin­dung mit ihm auch unse­re Müh­sa­le, unser Lei­den, unser Sein umwan­deln dür­fen in einen Akt der Lie­be, der Hin­ga­be an Gott und an den Näch­sten. Der Herr beglei­te euch alle mit sei­nem Segen.