Note mit pastoralen Hinweisen zum Jahr des Glaubens

KONGREGATION FÜR DIE GLAUBENSLEHRE

Ein­füh­rung

Mit dem Apo­sto­li­schen Schrei­ben Por­ta fidei vom 11. Okto­ber 2011 hat der Hei­li­ge Vater Bene­dikt XVI. ein Jahr des Glau­bens aus­ge­ru­fen, das am 11. Okto­ber 2012, dem fünf­zig­sten Jah­res­tag der Eröff­nung des Öku­me­ni­schen II. Vati­ka­ni­schen Kon­zils, begin­nen und bis zum 24. Novem­ber 2013, dem Hoch­fest Christ­kö­nig, dau­ern wird.

Die­ses Jahr bie­tet für alle Gläu­bi­gen eine gute Gele­gen­heit, tie­fer zu erfas­sen, dass das Fun­da­ment des christ­li­chen Glau­bens „die Begeg­nung mit einem Ereig­nis, mit einer Per­son ist, die unse­rem Leben einen neu­en Hori­zont und damit sei­ne ent­schei­den­de Rich­tung gibt“ ((BENEDIKT XVI., Enzy­kli­ka Deus cari­tas est (25. Dezem­ber 2005), Nr. 1.)). Gegrün­det auf der Begeg­nung mit dem auf­er­stan­de­nen Jesus Chri­stus, kann der Glau­be in sei­ner Ganz­heit und in sei­ner vol­len Strahl­kraft neu ent­deckt wer­den. „Auch in unse­ren Tagen ist der Glau­be ein Geschenk, das es wie­der­zu­ent­decken, zu pfle­gen und zu bezeu­gen gilt“, damit „der Herr einem jeden von uns gebe, die Schön­heit und Freu­de des Christ­seins zu leben“ ((DERS., Pre­digt am Fest der Tau­fe des Herrn (10. Janu­ar 2010).))

Der Beginn des Jah­res des Glau­bens fällt mit der dank­ba­ren Erin­ne­rung an zwei bedeu­ten­de Ereig­nis­se zusam­men, die das Ange­sicht der Kir­che in unse­ren Tagen geprägt haben: der fünf­zig­ste Jah­res­tag der Eröff­nung des II. Vati­ka­ni­schen Kon­zils, das der seli­ge Johan­nes XXIII. ein­be­ru­fen hat (11. Okto­ber 1962), und der zwan­zig­ste Jah­res­tag der Ver­öf­fent­li­chung des Kate­chis­mus der katho­li­schen Kir­che, den der seli­ge Johan­nes Paul II. der Kir­che geschenkt hat (11. Okto­ber 1992).

Nach den Wor­ten von Papst Johan­nes XXIII. woll­te das Kon­zil „die katho­li­sche Leh­re unver­fälscht und voll­stän­dig wei­ter­ge­ben, ohne sie abzu­schwä­chen oder zu ent­stel­len“, und sich dafür ein­set­zen, dass „die­se siche­re und unwan­del­ba­re Leh­re, wel­cher der Gehor­sam des Glau­bens gebührt, in einer Wei­se erforscht und dar­ge­legt wer­de, die unse­rer Zeit ent­spricht“ ((JOHANNES XXIII., Anspra­che zur fei­er­li­chen Eröff­nung des II. Vati­ka­ni­schen Kon­zils (11. Okto­ber 1962).)). In die­sem Zusam­men­hang blei­ben die ein­lei­ten­den Wor­te der Dog­ma­ti­schen Kon­sti­tu­ti­on Lumen gen­ti­um von ent­schei­den­der Bedeu­tung: „Chri­stus ist das Licht der Völ­ker. Dar­um ist es der drin­gen­de Wunsch die­ser im Hei­li­gen Geist ver­sam­mel­ten Hei­li­gen Syn­ode, alle Men­schen durch sei­ne Herr­lich­keit, die auf dem Ant­litz der Kir­che wider­scheint, zu erleuch­ten, indem sie das Evan­ge­li­um allen Geschöp­fen ver­kün­det (vgl. Mk 16,15)“ ((ÖKUM. II. VAT. KONZIL, Dog­ma­ti­sche Kon­sti­tu­ti­on Lumen gen­ti­um, Nr. 1.)). Aus­ge­hend vom Licht Chri­sti, der in der Fei­er der hei­li­gen Lit­ur­gie (vgl. Kon­sti­tu­ti­on Sacro­sanc­tum Con­ci­li­um) und mit sei­nem gött­li­chen Wort (vgl. Dog­ma­ti­sche Kon­sti­tu­ti­on Dei Ver­bum) rei­nigt, erleuch­tet und hei­ligt, woll­te das Kon­zil das inne­re Wesen der Kir­che (vgl. Dog­ma­ti­sche Kon­sti­tu­ti­on Lumen gen­ti­um) und ihre Bezie­hung zur Welt von heu­te (vgl. Pasto­ral­kon­sti­tu­ti­on Gau­di­um et spes) ver­tie­fen. Die­se vier Kon­sti­tu­tio­nen sind die wah­ren Säu­len des Kon­zils, um die her­um sich die Erklä­run­gen und Dekre­te grup­pie­ren, die eini­ge der wich­ti­ge­ren Her­aus­for­de­run­gen der Zeit behan­deln.

Nach dem Kon­zil bemüh­te sich die Kir­che in Kon­ti­nui­tät zur Tra­di­ti­on und unter der siche­ren Lei­tung des Lehr­amts um die Annah­me und Umset­zung sei­ner reich­hal­ti­gen Leh­re. Um die rech­te Rezep­ti­on des Kon­zils zu för­dern, haben die Päp­ste immer wie­der die Bischofs­syn­ode ein­be­ru­fen ((Die Ordent­li­chen Ver­samm­lun­gen der Bischofs­syn­ode haben fol­gen­de The­men behan­delt: Die Bewah­rung und Stär­kung des katho­li­schen Glau­bens, sei­ne Inte­gri­tät, sei­ne Kraft, sei­ne Ent­wick­lung, sei­ne dok­tri­nä­re und geschicht­li­che Kohä­renz (1967), Der prie­ster­li­che Dienst und die Gerech­tig­keit in der Welt (1971), Die Evan­ge­li­sie­rung in der Welt von heu­te (1974), Die Kate­che­se in unse­rer Zeit (1977), Die christ­li­che Fami­lie (1980), Ver­söh­nung und Buße in der Sen­dung der Kir­che von heu­te (1983), Beru­fung und Sen­dung der Lai­en in Kir­che und Welt (1987), Die Prie­ster­bil­dung im Kon­text der Gegen­wart (1991), Das geweih­te Leben und sei­ne Sen­dung in Kir­che und Welt (1994), Der Bischof als Die­ner des Evan­ge­li­ums Jesu Chri­sti für die Hoff­nung der Welt (2001), Die Eucha­ri­stie, Quel­le und Höhe­punkt des Lebens und der Sen­dung der Kir­che (2005), Das Wort Got­tes im Leben und in der Sen­dung der Kir­che (2008).)), die vom Die­ner Got­tes Paul VI. 1965 ein­ge­rich­tet wor­den war; durch die ver­schie­de­nen nach­syn­oda­len Apo­sto­li­schen Schrei­ben haben sie der Kir­che kla­re Ori­en­tie­run­gen vor­ge­legt. Die näch­ste Voll­ver­samm­lung der Bischofs­syn­ode im Okto­ber 2012 wird das The­ma Die neue Evan­ge­li­sie­rung für die Wei­ter­ga­be des christ­li­chen Glau­bens behan­deln.

Von Beginn sei­nes Pon­ti­fi­kats an hat sich Papst Bene­dikt XVI. ent­schie­den für das rech­te Ver­ständ­nis des II. Vati­ka­ni­schen Kon­zils ein­ge­setzt. Er wies die so genann­te „Her­me­neu­tik der Dis­kon­ti­nui­tät und des Bruchs“ als irrig zurück und för­der­te die von ihm so bezeich­ne­te „‚Her­me­neu­tik der Reform’, der Erneue­rung des einen Sub­jekts Kir­che, die der Herr uns geschenkt hat, unter Wah­rung der Kon­ti­nui­tät; die Kir­che ist ein Sub­jekt, das mit der Zeit wächst und sich wei­ter­ent­wickelt, dabei aber immer sie selbst bleibt, das Got­tes­volk als das eine Sub­jekt auf sei­nem Weg“ ((BENEDIKT XVI., Anspra­che an das Kar­di­nals­kol­le­gi­um und die Mit­glie­der der römi­schen Kurie (22. Dezem­ber 2005).)).

Auf die­ser Linie ist der Kate­chis­mus der katho­li­schen Kir­che einer­seits „eine authen­ti­sche Frucht des Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zils“ ((DERS., Apo­sto­li­sches Schrei­ben Por­ta fidei, Nr. 4.)), ande­rer­seits will er des­sen Annah­me för­dern. Die Außer­or­dent­li­che Bischofs­syn­ode von 1985, die zum 25. Jah­res­tag des Abschlus­ses des II. Vati­ka­ni­schen Kon­zils ein­be­ru­fen wor­den war, um eine Bilanz über des­sen Annah­me zu zie­hen, mach­te den Vor­schlag, einen sol­chen Kate­chis­mus zu erar­bei­ten, damit das Volk Got­tes ein Kom­pen­di­um der gan­zen katho­li­schen Leh­re und einen siche­ren Bezugs­punkt für die loka­len Kate­chis­men habe. Papst Johan­nes Paul II. hat die­sen Vor­schlag auf­ge­nom­men als Wunsch, „der voll einem wirk­li­chen Bedürf­nis der Gesamt­kir­che und der Teil­kir­chen ent­sprach“. ((JOHANNES PAUL II., Anspra­che am Ende der II. Außer­or­dent­li­chen Ver­samm­lung der Bischofs­syn­ode (7. Dezem­ber 1985), Nr. 6. Beim Ange­lus am 24. Novem­ber 1985 zu Beginn die­ser Ver­samm­lung sag­te Papst Johan­nes Paul II.: „Der Glau­be ist das Grund­prin­zip, der Angel­punkt, das wesent­li­che Kri­te­ri­um der vom Kon­zil gewoll­ten Erneue­rung. Aus dem Glau­ben kom­men die Norm, der Lebens­stil und die prak­ti­sche Ori­en­tie­rung in jeder Lage“.)) Der Kate­chis­mus wur­de in Zusam­men­ar­beit mit dem gan­zen Epi­sko­pat der katho­li­schen Kir­che erar­bei­tet und drückt wirk­lich das aus, „was man die ‚Sym­pho­nie’ des Glau­bens nen­nen kann“ ((DERS., Apo­sto­li­sche Kon­sti­tu­ti­on Fidei depo­si­tum (11. Okto­ber 1992), Nr. 2.)).

Der Kate­chis­mus ent­hält „Neu­es und Altes (Mt 13,52) (…), weil der Glau­be immer der­sel­be und zugleich Quel­le für immer neu­es Licht ist. Um die­ser dop­pel­ten Not­wen­dig­keit zu ent­spre­chen, greift der Kate­chis­mus der katho­li­schen Kir­che einer­seits die ‚alte’, über­lie­fer­te Ord­nung auf, der schon der Kate­chis­mus des hl. Pius V. folg­te, und glie­dert den Inhalt in vier Tei­le: das Cre­do; die hei­li­ge Lit­ur­gie mit den Sakra­men­ten an erster Stel­le; das christ­li­che Han­deln, das von den Gebo­ten aus­ge­hend dar­ge­legt wird; und zuletzt das christ­li­che Gebet. Doch zugleich wird der Inhalt oft in ‚neu­er’ Wei­se dar­ge­legt, um auf Fra­gen unse­rer Zeit zu ant­wor­ten“ ((Ebd., Nr. 3.)). Die­ser Kate­chis­mus ist ein „gül­ti­ges und legi­ti­mes Werk­zeug im Dienst der kirch­li­chen Gemein­schaft“ und eine „siche­re Norm für die Leh­re des Glau­bens“ ((Ebd., Nr. 4.)). In ihm sind die Glau­bens­in­hal­te „syste­ma­tisch und orga­nisch zusam­men­ge­fasst (…). Dort leuch­tet näm­lich der Reich­tum der Leh­re auf, die die Kir­che in den zwei­tau­send Jah­ren ihrer Geschich­te emp­fan­gen, gehü­tet und dar­ge­bo­ten hat. Von der Hei­li­gen Schrift zu den Kir­chen­vä­tern, von den Leh­rern der Theo­lo­gie zu den Hei­li­gen über die Jahr­hun­der­te hin bie­tet der Kate­chis­mus eine blei­ben­de Erin­ne­rung an die vie­len Wei­sen, in denen die Kir­che über den Glau­ben medi­tiert und Fort­schrit­te in der Leh­re her­vor­ge­bracht hat, um den Gläu­bi­gen in ihrem Glau­bens­le­ben Sicher­heit zu geben“ ((BENEDIKT XVI., Apo­sto­li­sches Schrei­ben Por­ta fidei, Nr. 11.)).

Das Jahr des Glau­bens will zu einer neu­en Bekeh­rung zum Herrn Jesus und zur Wie­der­ent­deckung des Glau­bens bei­tra­gen, damit alle Glie­der der Kir­che glaub­wür­di­ge und fro­he Zeu­gen des auf­er­stan­de­nen Herrn in der Welt von heu­te sei­en und die Fähig­keit erlan­gen, den vie­len Suchen­den die „Tür des Glau­bens“ zu zei­gen. Die­se „Tür“ öff­net den Blick des Men­schen auf Jesus Chri­stus, der unter uns ist „alle Tage, bis zum Ende der Welt“ (Mt 28,20). Er zeigt uns, wie wir die „Kunst zu leben“ in „inni­ge® Bezie­hung zu ihm“ erler­nen ((DERS., Anspra­che an die Teil­neh­mer der Stu­di­en­ta­gung des Päpst­li­chen Rats zur För­de­rung der Neue­van­ge­li­sie­rung (15. Okto­ber 2011).)). „Mit sei­ner Lie­be zieht Jesus Chri­stus die Men­schen aller Genera­tio­nen an sich: Zu allen Zei­ten ruft er die Kir­che zusam­men und ver­traut ihr die Ver­kün­di­gung des Evan­ge­li­ums mit einem Auf­trag an, der immer neu ist. Dar­um ist auch heu­te ein über­zeug­te­rer kirch­li­cher Ein­satz für eine neue Evan­ge­li­sie­rung not­wen­dig, um wie­der die Freu­de am Glau­ben zu ent­decken und die Begei­ste­rung in der Wei­ter­ga­be des Glau­bens wie­der­zu­fin­den“  ((DERS., Apo­sto­li­sches Schrei­ben Por­ta fidei, Nr. 7.)).

Im Auf­trag von Papst Bene­dikt XVI. ((Vgl. ebd., Nr. 12.)) hat die Kon­gre­ga­ti­on für die Glau­bens­leh­re in Abspra­che mit den zustän­di­gen Dikaste­ri­en des Hei­li­gen Stuhls und mit Unter­stüt­zung des Komi­tees für die Vor­be­rei­tung des Jah­res des Glau­bens ((Die­ses im Auf­trag von Papst Bene­dikt XVI. bei der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on ein­ge­rich­te­te Komi­tee besteht aus fol­gen­den Mit­glie­dern: die Kar­di­nä­le Wil­liam Leva­da, Fran­cis Arin­ze, Ange­lo Bag­nas­co, Ivan Dias, Fran­cis E. Geor­ge, Zen­on Gro­cho­lew­ski, Marc Ouel­let, Mau­ro Pia­cen­za, Jean-Pierre Ricard, StanisÅ‚aw RyÅ‚ko und Chri­stoph Schön­born; die Erz­bi­schö­fe Luis F. Ladar­ia und Sal­va­to­re Fisi­chel­la; die Bischö­fe Mario Del Val­le Moron­ta Rodrà­guez, Ger­hard Lud­wig Mül­ler und Raf­fa­el­lo Mar­ti­nel­li.)) die vor­lie­gen­de Note mit eini­gen Hin­wei­sen für die­se Zeit der Gna­de erar­bei­tet, ohne dabei ande­re Vor­schlä­ge aus­schlie­ßen, die der Hei­li­ge Geist unter den Hir­ten und den Gläu­bi­gen in den ver­schie­de­nen Tei­len der Welt erwecken will.

Hin­wei­se

„Ich weiß, wem ich Glau­ben geschenkt habe“ (2 Tim 1,12); die­ses Wort des hei­li­gen Pau­lus hilft uns ver­ste­hen: „Der Glau­be ist eine per­sön­li­che Bin­dung des Men­schen an Gott und zugleich, untrenn­bar davon, freie Zustim­mung zu der gan­zen von Gott geof­fen­bar­ten Wahr­heit“ ((Kate­chis­mus der katho­li­schen Kir­che, Nr. 150.)). Der Glau­be als per­sön­li­ches Ver­trau­en auf den Herrn und der Glau­be, den wir im Cre­do beken­nen, sind untrenn­bar, sie bedin­gen und erfor­dern sich gegen­sei­tig. Es gibt eine tie­fe Ver­bin­dung zwi­schen dem geleb­ten Glau­ben und sei­nen Inhal­ten: der Glau­be der Zeu­gen und Beken­ner ist auch der Glau­be der Apo­stel und Kir­chen­leh­rer.

In die­sem Sinn wol­len die fol­gen­den Hin­wei­se zum Jahr des Glau­bens die Begeg­nung mit Chri­stus durch authen­ti­sche Glau­bens­zeu­gen sowie eine immer bes­se­re Kennt­nis der Glau­bens­in­hal­te för­dern. Es han­delt sich dabei um Vor­schlä­ge mit Bei­spiel­cha­rak­ter und dem Ziel, eine bereit­wil­li­ge Ant­wort der Kir­che auf die Ein­la­dung des Hei­li­gen Vaters zu för­dern, die­ses Jahr wirk­lich als eine „Zeit der Gna­de“ ((BENEDIKT XVI., Apo­sto­li­sches Schrei­ben Por­ta fidei, Nr. 15.)) zu leben. Die freu­di­ge Wie­der­ent­deckung des Glau­bens kann auch dazu bei­tra­gen, zwi­schen den ver­schie­de­nen Grup­pen, aus denen die gro­ße Fami­lie der Kir­che besteht, die Ein­heit und die Gemein­schaft zu festi­gen.

I. Auf welt­kirch­li­cher Ebe­ne

1. Das wich­tig­ste kirch­li­che Ereig­nis am Beginn des Jah­res des Glau­bens ist die XIII. Ordent­li­che Ver­samm­lung der Bischofs­syn­ode, die Papst Bene­dikt XVI. für Okto­ber 2012 zum The­ma Die neue Evan­ge­li­sie­rung für die Wei­ter­ga­be des christ­li­chen Glau­bens ein­be­ru­fen hat. Wäh­rend die­ser Syn­ode wird das Jahr des Glau­bens mit einer fei­er­li­chen Mes­se am 11. Okto­ber 2012, dem fünf­zig­sten Jah­res­tag der Eröff­nung des II. Vati­ka­ni­schen Kon­zils, eröff­net.

2. Im Jahr des Glau­bens sol­len die Gläu­bi­gen zu Pil­ger­fahr­ten zum Stuhl Petri ermun­tert wer­den, um dort den Glau­ben an Gott, den Vater, den Sohn und den Hei­li­gen Geist, zu beken­nen und sich mit dem zu ver­bin­den, der heu­te beru­fen ist, sei­ne Brü­der im Glau­ben zu stär­ken (vgl. Lk 22,32). Es ist wich­tig, auch Pil­ger­fahr­ten in das Hei­li­ge Land zu för­dern, weil die­ses Land zuerst die Gegen­wart Jesu, des Erlö­sers, und sei­ner Mut­ter Maria gekannt hat.

3. Im Lauf die­ses Jah­res sol­len die Gläu­bi­gen dazu ein­ge­la­den wer­den, sich mit beson­de­rer Hin­ga­be an Maria, das Urbild der Kir­che, zu wen­den, denn sie „ver­ei­nigt (…) die größ­ten Glau­bens­ge­heim­nis­se in sich und strahlt sie wider“ ((ÖKUM. II. VAT. KONZIL, Dog­ma­ti­sche Kon­sti­tu­ti­on Lumen gen­ti­um, Nr. 65.)). Daher ist jede Initia­ti­ve zu begrü­ßen, die den Gläu­bi­gen hilft, die beson­de­re Rol­le Mari­as im Geheim­nis der Erlö­sung zu begrei­fen, sie kind­lich zu lie­ben und ihr im Glau­ben und in den Tugen­den zu fol­gen. Zu die­sem Zweck eig­nen sich beson­ders Pil­ger­fahr­ten, Got­tes­dien­ste und Begeg­nun­gen an den grö­ße­ren Hei­lig­tü­mern.

4. Der näch­ste Welt­ju­gend­tag in Rio de Janei­ro im Juli 2013 bie­tet den Jugend­li­chen eine beson­de­re Gele­gen­heit, in der gro­ßen Fami­lie der Kir­che jene Freu­de zu erle­ben, die aus dem Glau­ben an den Herrn Jesus und aus der Gemein­schaft mit dem Hei­li­gen Vater kommt.

5. Wün­schens­wert sind Sym­po­si­en, Zusam­men­künf­te und Tref­fen im gro­ßen Stil, auch auf inter­na­tio­na­ler Ebe­ne, um die Begeg­nung mit authen­ti­schen Glau­bens­zeug­nis­sen und die Kennt­nis der Inhal­te der katho­li­schen Leh­re zu för­dern. Um dar­zu­stel­len, wie das Wort Got­tes auch heu­te wei­ter wächst und sich aus­brei­tet, ist das Zeug­nis wich­tig, dass in Jesus Chri­stus „alle Sor­ge und alles Seh­nen des mensch­li­chen Her­zens ihre Erfül­lung“ ((BENEDIKT XVI., Apo­sto­li­sches Schrei­ben Por­ta fidei, Nr. 13.)) fin­den und der Glau­be „zu einem neu­en Maß­stab für das Den­ken und Tun wird, der das gan­ze Leben des Men­schen ver­än­dert“ ((Ebd., Nr. 6.)). Eini­ge Zusam­men­künf­te sol­len vor allem der Wie­der­ent­deckung der Leh­ren des II. Vati­ka­ni­schen Kon­zils die­nen.

6. Für alle Glau­ben­den bie­tet das Jahr des Glau­bens eine gute Gele­gen­heit, die Kennt­nis der wich­tig­sten Doku­men­te des II. Vati­ka­ni­schen Kon­zils und das Stu­di­um des Kate­chis­mus der katho­li­schen Kir­che zu ver­tie­fen. Dies gilt beson­ders für die Prie­ster­amt­skan­di­da­ten, vor allem wäh­rend des pro­pä­deu­ti­schen Jah­res und in den ersten Jah­ren des Theo­lo­gie­stu­di­ums, für die Novi­zin­nen und Novi­zen der Insti­tu­te des geweih­ten Leben und der Gesell­schaf­ten des apo­sto­li­schen Lebens, wie auch für all jene, die sich auf die Mit­glied­schaft in einer kirch­li­chen Ver­ei­ni­gung oder Bewe­gung durch eine Zeit der Bewäh­rung vor­be­rei­ten.

7. Die­ses Jahr bie­tet eine gute Gele­gen­heit, die Homi­li­en, Kate­che­sen, Anspra­chen und ande­ren Äuße­run­gen des Hei­li­gen Vaters mit noch grö­ße­rer Bereit­schaft auf­zu­neh­men. Die Hir­ten, die Gott­ge­weih­ten und die christ­gläu­bi­gen Lai­en sind ein­ge­la­den, sich in wirk­li­cher und auf­rich­ti­ger Treue zur Leh­re des Nach­fol­gers Petri neu zu enga­gie­ren.

8. Wäh­rend des Jah­res des Glau­bens sol­len in Zusam­men­ar­beit mit dem Päpst­li­chen Rat zur För­de­rung der Ein­heit der Chri­sten ver­schie­de­ne öku­me­ni­sche Initia­ti­ven ergrif­fen wer­den, um „für die Wie­der­her­stel­lung der Ein­heit aller Chri­sten“ zu beten und zu arbei­ten, was einem „der Haupt­an­lie­gen des Hei­li­gen Öku­me­ni­schen Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zils“ ((ÖKUM. II. VAT. KONZIL, Dekret Uni­ta­tis red­in­te­gra­tio, Nr. 1.)) ent­spricht. Ins­be­son­de­re wird ein fei­er­li­cher öku­me­ni­scher Got­tes­dienst statt­fin­den, um den Glau­ben aller Getauf­ten an Chri­stus zu bekräf­ti­gen.

9. Am Päpst­li­chen Rat zur För­de­rung der Neue­van­ge­li­sie­rung wird ein eige­nes Sekre­ta­ri­at ein­ge­rich­tet, um die ver­schie­de­nen Initia­ti­ven zum Jahr des Glau­bens zu koor­di­nie­ren, die von den Dikaste­ri­en des Hei­li­gen Stuhls aus­ge­hen oder jeden­falls für die uni­ver­sa­le Kir­che von Bedeu­tung sind. Die­ses Sekre­ta­ri­at soll recht­zei­tig über die wich­tig­sten Vor­ha­ben infor­miert wer­den und kann sei­ner­seits geeig­ne­te Initia­ti­ven vor­schla­gen. Das Sekre­ta­ri­at wird eine eige­ne Inter­net­sei­te eröff­nen, um alle Infor­ma­tio­nen zugäng­lich zu machen, die für ein wirk­sa­mes Mit­le­ben mit dem Jahr des Glau­bens nütz­lich sind.

10. Zum Abschluss die­ses Jah­res wird am Hoch­fest Christ­kö­nig eine Eucha­ri­stie­fei­er mit dem Hei­li­gen Vater statt­fin­den, bei der das Glau­bens­be­kennt­nis fei­er­lich erneu­ert wird.

II. Auf der Ebe­ne der Bischofs­kon­fe­ren­zen (( Die Hin­wei­se für die Bischofs­kon­fe­ren­zen gel­ten ana­log auch für die Bischofs­syn­oden der Patri­ar­chats- und Groß­erz­bis­tums­kir­chen sowie für den Hier­ar­chen­rat der Kir­chen sui iuris.))

1. Im Bewusst­sein der beson­de­ren Sen­dung der Bischö­fe als Leh­rer und „Boten des Glau­bens“ ((ÖKUM. II. VAT. KONZIL, Dog­ma­ti­sche Kon­sti­tu­ti­on Lumen gen­ti­um, Nr. 25.)) kön­nen die Bischofs­kon­fe­ren­zen einen Stu­di­en­tag zum The­ma des Glau­bens, des per­sön­li­chen Glau­bens­zeug­nis­ses und der Glau­bens­wei­ter­ga­be an die neu­en Genera­tio­nen abhal­ten.

2. Es ist nütz­lich, die Neu­ver­öf­fent­li­chung der Doku­men­te des II. Vati­ka­ni­schen Kon­zils, des Kate­chis­mus der katho­li­schen Kir­che und sei­nes Kom­pen­di­ums, auch in erschwing­li­chen Taschen­buch­aus­ga­ben, sowie deren bes­se­re Ver­brei­tung durch elek­tro­ni­sche Medi­en und moder­ne Tech­no­lo­gien zu för­dern.

3. Wün­schens­wert sind neue Anstren­gun­gen, die Doku­men­te des II. Vati­ka­ni­schen Kon­zils und den Kate­chis­mus der katho­li­schen Kir­che in die Spra­chen zu über­set­zen, in denen sie bis­her nicht vor­lie­gen. Über­set­zun­gen in die loka­len Spra­chen der Mis­si­ons­län­der sol­len durch kari­ta­ti­ve Initia­ti­ven unter­stützt wer­den, wenn die dor­ti­gen Teil­kir­chen die ent­ste­hen­den Kosten nicht tra­gen kön­nen. Dies soll unter Füh­rung der Kon­gre­ga­ti­on für die Evan­ge­li­sie­rung der Völ­ker gesche­hen.

4. Die Hir­ten sol­len auf die neu­en Mit­tel der Kom­mu­ni­ka­ti­on zurück­grei­fen und sich für die För­de­rung von Fern­seh- und Radio­sen­dun­gen, Fil­men und Ver­öf­fent­li­chun­gen über The­men des Glau­bens, sei­ner Grund­sät­ze und Inhal­te sowie der Bedeu­tung des II. Vati­ka­ni­schen Kon­zils für die Kir­che ein­set­zen, und zwar auch auf brei­ter Ebe­ne und für ein gro­ßes Publi­kum.

5. Die Hei­li­gen und Seli­gen sind die authen­ti­schen Zeu­gen des Glau­bens ((Vgl. BENEDIKT XVI., Apo­sto­li­sches Schrei­ben Por­ta fidei, Nr. 13.)). Daher ist es ange­mes­sen, wenn die Bischofs­kon­fe­ren­zen sich dafür ein­set­zen, die Hei­li­gen ihres Lan­des bekann­ter zu machen, auch mit Hil­fe der moder­nen sozia­len Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mit­tel.

6. Die Welt von heu­te ist sen­si­bel für das Ver­hält­nis von Glau­be und Kunst. In die­sem Sinn wird den Bischofs­kon­fe­ren­zen emp­foh­len, die Kunst­wer­ke an den Orten, die ihrer Hir­ten­sor­ge anver­traut sind, ange­mes­sen zu wür­di­gen, auch zum Zweck der Kate­che­se und gege­be­nen­falls in öku­me­ni­scher Zusam­men­ar­beit.

7. Die Leh­ren­den an den theo­lo­gi­schen Stu­di­en­zen­tren, Semi­na­ren und katho­li­schen Uni­ver­si­tä­ten wer­den ein­ge­la­den zu über­prü­fen, wel­che Rele­vanz die Inhal­te des Kate­chis­mus der katho­li­schen Kir­che und deren Impli­ka­tio­nen für die ver­schie­de­nen Fach­ge­bie­te in ihrem Unter­richt besit­zen.

8. Es ist nütz­lich, mit der Hil­fe von Theo­lo­gen und qua­li­fi­zier­ten Autoren leicht ver­ständ­li­che apo­lo­ge­ti­sche Hilfs­mit­tel vor­zu­be­rei­ten (vgl. 1 Petr 3,15). So kann jeder Gläu­bi­ge bes­ser auf die Fra­gen ant­wor­ten, die in den ver­schie­de­nen kul­tu­rel­len Lebens­be­rei­chen gestellt wer­den, sei es im Bezug auf die Her­aus­for­de­rung durch Sek­ten, sei es im Zusam­men­hang mit der Pro­ble­ma­tik des Säku­la­ris­mus und des Rela­ti­vis­mus, sei es im Blick auf „Fra­gen (…), die aus einer ver­än­der­ten Men­ta­li­tät her­rüh­ren, die beson­ders heu­te den Bereich der ratio­na­len Gewiss­hei­ten auf den der wis­sen­schaft­li­chen und tech­no­lo­gi­schen Errun­gen­schaf­ten redu­ziert“ ((Ebd., Nr. 12.)), sei es durch ande­re, beson­de­re Schwie­rig­kei­ten.

9. Wün­schens­wert ist eine Über­prü­fung der loka­len Kate­chis­men und der ver­schie­de­nen kate­che­ti­schen Hilfs­mit­tel, die in den Teil­kir­chen in Gebrauch sind, um ihre vol­le Über­ein­stim­mung mit dem Kate­chis­mus der katho­li­schen Kir­che zu gewähr­lei­sten ((Vgl. JOHANNES PAUL II., Apo­sto­li­sche Kon­sti­tu­ti­on Fidei depo­si­tum, Nr. 4)). Falls eini­ge Kate­chis­men oder kate­che­ti­sche Hilfs­mit­tel nicht in vol­lem Ein­klang mit dem Kate­chis­mus ste­hen oder Lücken auf­wei­sen, soll mit der Arbeit an neu­en Tex­ten begon­nen wer­den, gege­be­nen­falls nach dem Bei­spiel und mit der Hil­fe ande­rer Bischofs­kon­fe­ren­zen, die die­se Arbeit bereits gelei­stet haben.

10. In Zusam­men­ar­beit mit der zustän­di­gen Kon­gre­ga­ti­on für das Katho­li­sche Bil­dungs­we­sen soll über­prüft wer­den, wie die Inhal­te des Kate­chis­mus der Katho­li­schen Kir­che in der Rah­men­ord­nung für die Aus­bil­dung der zukünf­ti­gen Prie­ster und im Cur­ri­cu­lum der theo­lo­gi­schen Stu­di­en berück­sich­tigt wer­den.

III. Auf der Ebe­ne der Diö­ze­sen

1. Auf der Ebe­ne jeder Teil­kir­che ist ein Got­tes­dienst zur Eröff­nung und zum fei­er­li­chen Abschluss des Jah­res des Glau­bens wün­schens­wert, um „den Glau­ben an den auf­er­stan­de­nen Herrn in unse­ren Kathe­dra­len und in allen Kir­chen der Welt (…) zu beken­nen“ ((Bene­dikt XVI., Apo­sto­li­sches Schrei­ben Por­ta fidei, Nr. 8.)).

2. Es ist ange­bracht, in jeder Diö­ze­se der Welt einen Stu­di­en­tag zum Kate­chis­mus der katho­li­schen Kir­che zu orga­ni­sie­ren, zu dem beson­ders die Prie­ster, die gott­ge­weih­ten Per­so­nen und die Kate­che­ten ein­ge­la­den wer­den. Bei die­ser Gele­gen­heit kön­nen die Epar­chien der katho­li­schen Ost­kir­chen zum Bei­spiel eine Begeg­nung der Prie­ster pla­nen, um von ihrer beson­de­ren lit­ur­gi­schen Sen­si­bi­li­tät und Tra­di­ti­on inner­halb des einen Glau­bens an Chri­stus Zeug­nis zu geben. Eben­so kön­nen die jun­gen Teil­kir­chen der Mis­si­ons­ge­bie­te ein­ge­la­den wer­den, ein erneu­er­tes Zeug­nis von der Freu­de des Glau­bens abzu­le­gen, die sie so sehr aus­zeich­net.

3. Jeder Orts­bi­schof kann dem The­ma des Glau­bens einen Hir­ten­brief wid­men und dabei unter Berück­sich­ti­gung der beson­de­ren pasto­ra­len Umstän­de des ihm anver­trau­ten Teils der Gläu­bi­gen die Bedeu­tung des II. Vati­ka­ni­schen Kon­zils und des Kate­chis­mus der katho­li­schen Kir­che in Erin­ne­rung rufen.

4. Es ist wün­schens­wert, dass in jeder Diö­ze­se unter der Ver­ant­wor­tung des Bischofs Kate­che­sen orga­ni­siert und Begeg­nun­gen mit bekann­ten Glau­bens­zeu­gen geför­dert wer­den; auf die­se Wei­se soll den jun­gen Men­schen und jenen, die auf der Suche nach dem Sinn des Lebens sind, eine Hil­fe gebo­ten wer­den, um die Schön­heit des kirch­li­chen Glau­bens zu ent­decken.

5. Es ist ange­bracht, die Rezep­ti­on des II. Vati­ka­ni­schen Kon­zils und des Kate­chis­mus der katho­li­schen Kir­che im Leben und in der Sen­dung jeder ein­zel­nen Teil­kir­che zu über­prü­fen, beson­ders im Bereich der Kate­che­se. In die­sem Sinn ist ein erneu­er­ter Ein­satz auf Sei­ten der kate­che­ti­schen Ämter der Diö­ze­sen wün­schens­wert. Gestützt durch die kate­che­ti­schen Kom­mis­sio­nen der Bischofs­kon­fe­ren­zen haben die­se Ämter die Pflicht, für die Aus­bil­dung der Kate­che­ten in Bezug auf die Glau­bens­in­hal­te Sor­ge zu tra­gen.

6. Die Wei­ter­bil­dung des Kle­rus kann sich in die­sem Jahr des Glau­bens vor allem auf die Doku­men­te des II. Vati­ka­ni­schen Kon­zils und den Kate­chis­mus der katho­li­schen Kir­che kon­zen­trie­ren. Dabei kön­nen zum Bei­spiel fol­gen­de The­men behan­delt wer­den: „Die Ver­kün­di­gung des auf­er­stan­de­nen Chri­stus“, „Die Kir­che als Sakra­ment des Heils“, „Die Sen­dung zur Evan­ge­li­sie­rung in der Welt von heu­te“, „Glau­be und Unglau­be“, „Glau­be, Öku­me­ne und inter­re­li­giö­ser Dia­log“, „Glau­be und ewi­ges Leben“, „Die Her­me­neu­tik der Reform in der Kon­ti­nui­tät“, „Der Kate­chis­mus in der ordent­li­chen Seel­sor­ge“.

7. Die Bischö­fe wer­den ein­ge­la­den, beson­ders in der Fasten­zeit Buß­got­tes­dien­ste zu orga­ni­sie­ren, um Gott um Ver­ge­bung zu bit­ten, auch und beson­ders für die Sün­den gegen den Glau­ben. Das Jahr des Glau­bens ist dar­über hin­aus eine gün­sti­ge Zeit, mit feste­rem Glau­ben und grö­ße­rer Häu­fig­keit das Sakra­ment der Buße zu emp­fan­gen.

8. Es ist wün­schens­wert, die Welt der Wis­sen­schaft und der Kul­tur für einen krea­ti­ven Dia­log zwi­schen Glau­be und Ver­nunft neu mit ein­zu­be­zie­hen, und zwar durch Sym­po­si­en, Zusam­men­künf­te und Stu­di­en­ta­ge, ins­be­son­de­re an den katho­li­schen Uni­ver­si­tä­ten. Dabei ist zu zei­gen „dass zwi­schen Glau­ben und authen­ti­scher Wis­sen­schaft kein Kon­flikt bestehen kann, da bei­de – wenn auch auf ver­schie­de­nen Wegen – nach der Wahr­heit stre­ben“ ((Ebd., Nr. 12.)).

9. Es ist wich­tig, Begeg­nun­gen mit Men­schen zu för­dern, die „zwar die Gabe des Glau­bens selbst nicht ken­nen, doch ernst­lich auf der Suche nach dem letz­ten Sinn und der end­gül­ti­gen Wahr­heit über ihr Leben und über die Welt sind“ (( Ebd., Nr. 10.)). Dabei kann man sich auch von den Dia­lo­gen im Vor­hof der Völ­ker inspi­rie­ren las­sen, die unter Anlei­tung des Päpst­li­chen Rates für die Kul­tur ange­lau­fen sind.

10. Das Jahr des Glau­bens kann eine Gele­gen­heit sein, den katho­li­schen Schu­len grö­ße­re Auf­merk­sam­keit zu schen­ken. Denn die­se sind geeig­ne­te Stät­ten, um den Schü­lern ein leben­di­ges Zeug­nis für den Herrn zu bie­ten und ihren Glau­ben zu pfle­gen. Dafür soll man auf gute kate­che­ti­sche Hilfs­mit­tel zurück­grei­fen, wie zum Bei­spiel das Kom­pen­di­um des Kate­chis­mus der katho­li­schen Kir­che oder You­cat.

IV. Auf der Ebe­ne der Pfar­rei­en / Gemein­schaf­ten / Ver­ei­ni­gun­gen / Bewe­gun­gen

1. Zur Vor­be­rei­tung auf das Jahr des Glau­bens sind alle Gläu­bi­gen ein­ge­la­den, das Apo­sto­li­sche Schrei­ben Por­ta fidei des Hei­li­gen Vaters Bene­dikt XVI. zu lesen und sorg­fäl­tig zu beden­ken.

2. Das Jahr des Glau­bens „wird eine gün­sti­ge Gele­gen­heit sein, um auch die Fei­er des Glau­bens in der Lit­ur­gie zu ver­stär­ken, beson­ders in der Eucha­ri­stie“ ((Ebd., Nr. 9.)). In der Eucha­ri­stie, Geheim­nis des Glau­bens und Quel­le der Neue­van­ge­li­sie­rung, wird der Glau­be der Kir­che ver­kün­det, gefei­ert und gestärkt. Alle Gläu­bi­gen sind ein­ge­la­den, bewusst, tätig und frucht­bar an der Eucha­ri­stie teil­zu­neh­men, um authen­ti­sche Zeu­gen des Herrn zu sein.

3. Die Prie­ster kön­nen dem Stu­di­um der Doku­men­te des II. Vati­ka­ni­schen Kon­zils und des Kate­chis­mus der katho­li­schen Kir­che grö­ße­re Auf­merk­sam­keit schen­ken und dar­aus für die Pfarr­seel­sor­ge Gewinn schöp­fen: für die Kate­che­se, die Ver­kün­di­gung und die Vor­be­rei­tung auf die Sakra­men­te. Sie kön­nen auch Pre­digt­rei­hen über den Glau­ben oder über eini­ge beson­de­re Aspek­te anset­zen, etwa über „Die Begeg­nung mit Chri­stus“, „Die grund­le­gen­den Inhal­te des Glau­bens­be­kennt­nis­ses“ oder zum The­ma „Glau­be und Kir­che“ ((Vgl. BENEDIKT XVI., Nach­syn­oda­les Apo­sto­li­sches Schrei­ben Ver­bum Domi­ni (30. Sep­tem­ber 2010), Nr. 59–60 und 74.)).

4. Die Kate­che­ten kön­nen ver­stärkt auf den lehr­mä­ßi­gen Reich­tum des Kate­chis­mus der katho­li­schen Kir­che zurück­grei­fen und unter der Lei­tung der zustän­di­gen Pfar­rer Grup­pen von Gläu­bi­gen anlei­ten, den Kate­chis­mus zu lesen und gemein­sam zu ver­tie­fen, um klei­ne Gemein­schaf­ten des Glau­bens und des Zeug­nis­ses für den Herrn Jesus zu schaf­fen.

5. In den Pfar­rei­en ist ein neu­es Enga­ge­ment für die Ver­brei­tung und die Ver­tei­lung des Kate­chis­mus der katho­li­schen Kir­che oder ande­rer Hilfs­mit­tel wün­schens­wert, wel­che geeig­net sind für die Fami­li­en, die ech­te Haus­kir­chen und pri­mä­re Orte der Wei­ter­ga­be des Glau­bens sind. Dies kann etwa bei Haus­seg­nun­gen, Erwach­se­nen­tau­fen, Fir­mun­gen oder Trau­un­gen gesche­hen und wird dazu bei­tra­gen, die katho­li­sche Leh­re zu ver­tie­fen und „in unse­ren Häu­sern und bei unse­ren Fami­li­en zu beken­nen, damit jeder das star­ke Bedürf­nis ver­spürt, den unver­än­der­li­chen Glau­ben bes­ser zu ken­nen und an die zukünf­ti­gen Genera­tio­nen wei­ter­zu­ge­ben“ ((DERS., Apo­sto­li­sches Schrei­ben Por­ta fidei, Nr. 8.)).

6. Wün­schens­wert ist die Durch­füh­rung von Volks­mis­sio­nen und ande­ren Initia­ti­ven in den Pfar­rei­en und an den Arbeits­stät­ten, um den Gläu­bi­gen zu hel­fen, das Geschenk des Tauf­glau­bens und die Ver­ant­wor­tung, davon Zeug­nis zu geben, neu zu ent­decken. Dabei ist das Bewusst­sein zu wecken, dass „die christ­li­che Beru­fung (…) ihrer Natur nach auch Beru­fung zum Apo­sto­lat“ ((ÖKUM. II. VAT. KONZIL, Dekret Apo­sto­li­cam actuo­si­tatem, Nr. 2.)) ist.

7. In die­ser Zeit sind die Mit­glie­der der Insti­tu­te des geweih­ten Lebens und der Gesell­schaf­ten des apo­sto­li­schen Lebens auf­ge­ru­fen, sich durch eine erneu­er­te Hin­ga­be an den Herrn Jesus, auf der Grund­la­ge ihrer eige­nen Cha­ris­men und in Treue zum Hei­li­gen Vater und zur gesun­den Leh­re für die Neue­van­ge­li­sie­rung ein­zu­set­zen.

8. Die kon­tem­pla­ti­ven Gemein­schaf­ten wer­den wäh­rend des Jah­res des Glau­bens dem Gebet für die Erneue­rung des Glau­bens im Volk Got­tes und für einen neu­en Schwung in sei­ner Wei­ter­ga­be an die jun­gen Genera­tio­nen beson­de­re Auf­merk­sam­keit schen­ken.

9. Die kirch­li­chen Ver­ei­ni­gun­gen und Bewe­gun­gen sind auf­ge­ru­fen, beson­de­re Initia­ti­ven in Angriff zu neh­men, die sich durch den Bei­trag des jewei­li­gen Cha­ris­mas und in Zusam­men­ar­beit mit den ört­li­chen Hir­ten in das gro­ße Ereig­nis des Jah­res des Glau­bens ein­fü­gen. Die neue Gemein­schaf­ten und kirch­li­chen Bewe­gun­gen sol­len krea­tiv und groß­zü­gig die geeig­net­sten Wege fin­den, um ihr Glau­bens­zeug­nis in den Dienst der Kir­che zu stel­len.

10. Alle Gläu­bi­gen sind geru­fen, das Geschenk des Glau­bens neu zu ver­le­ben­di­gen. Sie sol­len ver­su­chen, die eige­ne Erfah­rung des Glau­bens und der Lie­be ((Vgl. BENEDIKT XVI., Apo­sto­li­sches Schrei­ben Por­ta fidei, Nr. 14.)) im Dia­log mit ihren Brü­dern und Schwe­stern, auch in den ande­ren christ­li­chen Kon­fes­sio­nen, mit den Anhän­gern ande­rer Reli­gio­nen und mit den Men­schen, die nicht glau­ben oder indif­fe­rent sind, zur Spra­che zu brin­gen. Auf die­se Wei­se soll das gan­ze christ­li­che Volk bei den Men­schen, mit denen es zusam­men­lebt und ‑arbei­tet, in eine Art Mis­si­on ein­tre­ten, und dabei vom Bewusst­sein erfüllt sein, „eine Heils­bot­schaft emp­fan­gen haben, die allen aus­zu­rich­ten ist“ ((ÖKUM. II. VAT. KONZIL, Pasto­ral­kon­sti­tu­ti­on Gau­di­um et spes, Nr. 1.)).

Abschluss

Der Glau­be „ist ein Gefähr­te unse­res Lebens, der es erlaubt, mit stets neu­em Blick die Wun­der wahr­zu­neh­men, die Gott für uns voll­bringt. Dar­auf bedacht, die Zei­chen der Zeit im Heu­te der Geschich­te zu erken­nen, ver­pflich­tet der Glau­be jeden von uns, ein leben­di­ges Zei­chen der Gegen­wart des Auf­er­stan­de­nen in der Welt zu wer­den“ ((BENEDIKT XVI., Apo­sto­li­sches Schrei­ben Por­ta fidei, Nr. 15.)). Der Glau­be ist ein per­sön­li­cher und zugleich ein gemein­schaft­li­cher Akt: Er ist ein Geschenk Got­tes, das in der gro­ßen Gemein­schaft der Kir­che gelebt wird und der Welt mit­ge­teilt wer­den muss. Jede Initia­ti­ve für das Jahr des Glau­bens will der freu­di­gen Wie­der­ent­deckung und dem erneu­er­ten Zeug­nis des Glau­bens die­nen. Die hier gege­be­nen Hin­wei­se haben das Ziel, den Ein­satz aller Glie­der der Kir­che zu för­dern, damit die­ses Jahr eine her­aus­ra­gen­de Gele­gen­heit wird, das mit ande­ren zu tei­len, was für den Chri­sten das Teu­er­ste ist: Jesus Chri­stus, den Erlö­ser des Men­schen, den König des Uni­ver­sums, „den Urhe­ber und Voll­ender des Glau­bens“ (Hebr 12,2).

Rom, am Sitz der Kon­gre­ga­ti­on für die Glau­bens­leh­re, am 6. Janu­ar 2012, dem Hoch­fest der Erschei­nung des Herrn.

Wil­liam Kard. Leva­da
Prä­fekt

Luis F. Ladar­ia, S.I.
Titu­lar­erz­bi­schof von Thi­bi­ca
Sekre­tär