In der ganzen Kirche sollte Kommunion kniend und in den Mund empfangen werden

(Vati­kan) Kar­di­nal Anto­nio Cañi­za­res Llove­ra ist in der katho­li­schen Kir­che ver­ant­wort­lich für die Umset­zung der lit­ur­gi­schen Vor­ga­ben Bene­dikts XVI. Der Spa­ni­er wur­de 2008 vom regie­ren­den Papst nach Rom geru­fen und zum Prä­fek­ten der Kon­gre­ga­ti­on für den Got­tes­dienst und die Sakra­men­ten­ord­nung ernannt.

In einem Inter­view mit der spa­nisch­spra­chi­gen Nach­rich­ten­agen­tur ACI Pren­sa nahm der Kuri­en­kar­di­nal zur Fra­ge des Kom­mu­nion­emp­fangs Stel­lung. Dar­in legt er den Katho­li­ken nahe, die Hei­li­ge Kom­mu­ni­on kniend in den Mund zu emp­fan­gen.

Die von ihm gelei­te­te Kon­gre­ga­ti­on berei­te ein Doku­ment vor, das die knien­de Mund­kom­mu­ni­on als wür­di­ge und ange­mes­se­ne Form des Kom­mu­nion­emp­fangs vor­sieht, wie sie Papst Bene­dikt XVI. wie­der bei den päpst­li­chen Lit­ur­gien ein­ge­führt hat. Dies berich­tet die Inter­net­sei­te Mes­sa in Lati­no.

Auf die Fra­ge, was er zur Fra­ge sage, ob die Gläu­bi­gen die Kom­mu­ni­on auf die Hand oder in den Mund emp­fan­gen soll­ten, war die Ant­wort des Kar­di­nals kurz und ein­deu­tig: „es ist emp­feh­lens­wert, daß die Gläu­bi­gen in den Mund und auf den Knien die Kom­mu­ni­on emp­fan­gen“.

Auf Nach­fra­ge erklär­te der Kar­di­nal, war­um Papst Bene­dikt XVI. allen, die bei ihm die Hei­li­ge Kom­mu­ni­on emp­fan­gen, die Hei­li­ge Eucha­ri­stie in den Mund spen­det und sich die­se dazu nie­der­knien. Die­se Hal­tung sei der ange­mes­se­ne Aus­druck, weil „der Kom­mu­nion­emp­fang eine ganz beson­de­re Form der Anbe­tung und Aner­ken­nung Got­tes ist. Es geht um das Wis­sen, daß wir uns in der direk­ten Gegen­wart Got­tes selbst befin­den, daß Er zu uns gekom­men ist und wir nicht wür­dig sind“, so Kar­di­nal Cañi­za­res.

Der Prä­fekt beton­te, daß der Kom­mu­nion­emp­fang in die­ser Form “das Zei­chen der Anbe­tung ist, das es wie­der­zu­ge­win­nen gilt. Ich den­ke, es ist not­wen­dig, daß in der gan­zen Kir­che die Hei­li­ge Kom­mu­ni­on kniend emp­fan­gen wird“.

Zur seit den 70er Jah­ren weit­ver­brei­te­ten Pra­xis des ste­hen­den Kom­mu­nion­emp­fangs mein­te der Kar­di­nal: “Wer im Ste­hen die Hei­li­ge Kom­mu­ni­on emp­fängt, muß eine Knie­beu­ge machen oder sich tief ver­nei­gen, was aber nicht gemacht wird.“

Der päpst­li­che “Mini­ster“ sag­te wei­ter: “Wenn wir den Kom­mu­nion­emp­fang bana­li­sie­ren, bana­li­sie­ren wir alles. Wir kön­nen aber nicht einen so bedeut­sa­men Augen­blick wie den Kom­mu­nion­emp­fang, die Real­prä­senz Chri­sti, des Got­tes, der Lie­be ist, wie wir in einem spa­ni­schen Lied sin­gen, ver­lie­ren.“

ACI Pren­sa frag­te den Kar­di­nal auch nach den „lit­ur­gi­schen Miß­bräu­chen“, die von eini­gen betrie­ben wer­den. Kar­di­nal Cañi­za­res ant­wor­te­te, daß es not­wen­dig sei „sie zu kor­ri­gie­ren, vor allem durch eine gute Aus­bil­dung: Aus­bil­dung der Semi­na­ri­sten, Aus­bil­dung der Prie­ster, Aus­bil­dung der Kate­che­ten, Aus­bil­dung aller christ­li­chen Gläu­bi­gen“.

Die Aus­bil­dung muß sicher­stel­len, daß “gut und wür­dig zele­briert wer­de im Ein­klang mit den Vor­schrif­ten der Kir­che, denn das ist die ein­zi­ge Form, um die Eucha­ri­stie authen­tisch zu zele­brie­ren.“

Abschlie­ßend erklär­te der Prä­fekt der Kon­gre­ga­ti­on für den Got­tes­dienst und die Sakra­men­ten­ord­nung, daß in den zusam­men­hän­gen­den Fra­gen der Aus­bil­dung, der rich­ti­gen und wür­di­gen Zele­bra­ti­on der Lit­ur­gie und der Kor­rek­tur von Miß­bräu­chen „wir Bischö­fe eine sehr kla­re Ver­ant­wor­tung tra­gen und die­se nicht ver­nach­läs­si­gen dür­fen, denn alle was wir für tun, damit die Eucha­ri­stie wür­dig zele­briert wird, dient einer wür­di­gen und guten Teil­nah­me an der Eucha­ri­stie“.

Text: ACI/Messa in Latino/Giuseppe Nar­di
Bild: Wiki­me­dia