Vier Bischöfe entführt – Erzwingt Regime Teilnahme an unrechtmäßiger Bischofsweihe?

(Peking) Vier chi­ne­si­sche Bischö­fe, die sich in der Ein­heit mit Rom befin­den, sind in den ver­gan­ge­nen Tagen ver­schwun­den. Sie wur­den von der Poli­zei weg­ge­bracht, um die unrecht­mä­ßi­ge Bischofs­wei­he von Huang Bing­zhang vor­zu­be­rei­ten, die vom kom­mu­ni­sti­schen Regime für den 14. Juli in Shan­tou geplant ist.

Nie­mand weiß, wo die vier Bischö­fe von Guang­dong gefan­gen­ge­hal­ten wer­den. In Shen­yang wird Msgr. Pei Jun­min, der vom Regime aus­er­ko­ren wur­de, Haupt­ze­le­brant der ille­ga­len Bischofs­wei­he zu sein, seit Tagen von sei­nen Prie­stern und Gläu­bi­gen rund um die Uhr in der Kathe­dra­le abge­schirmt, um einen Zugriff der Poli­zei zu ver­hin­dern. Die regi­me­hö­ri­ge Patrio­ti­sche Ver­ei­ni­gung wirft dem Vati­kan vor, „die Kir­che in Chi­na zu spal­ten und immer mehr Kon­flik­te zu ent­fa­chen“.

Gläu­bi­ge der ent­führ­ten Bischö­fe beten, daß die Bischö­fe „der Kir­che treu blei­ben“

Die Bischö­fe Liang Jian­sen von Jiang­men, Liao Hong­qing von Meiz­hou und Su Yong­da von Zhan­jiang wur­den gestern von der Poli­zei weg­ge­bracht. Bischof Joseph Gan Jun­qiu von Guang­zhou ist bereits seit Tagen ver­schwun­den. Zahl­rei­che Gläu­bi­ge sei­ner Diö­ze­se beten seit­her „ohne Unter­bre­chung“ für ihn und eini­ge sei­ner Prie­ster, „damit sie der Kir­che in die­sem schwie­ri­gen Augen­blick treu blei­ben“.

Neben den vier Bischö­fen von Guang­dong sol­len laut Regie­rungs­ab­sicht wei­te­re vier Bischö­fe, die in Ein­heit mit Rom ste­hen, an der ille­ga­len Wei­he teil­neh­men. Der Vati­kan stell­te im Juni klar, daß jede frei­wil­li­ge Teil­nah­me an einer unrecht­mä­ßi­gen Bischofs­wei­he auto­ma­tisch die Exkom­mu­ni­ka­ti­on zur Fol­ge hat.

Prie­ster und Gläu­bi­ge schir­men Bischof in Kathe­dra­le gegen Poli­zei­zu­griff ab

In der Kathe­dra­le von Shen­yang har­ren die Prie­ster der Diö­ze­se mit ihrem Bischof aus, um sei­ne Teil­nah­me an der unrecht­mä­ßi­gen Wei­he eines vom Regime gegen den Wil­len des Pap­stes ein­ge­setz­ten Bischofs zu ver­hin­dern. Gestern fei­er­ten sie gemein­sam eine Hei­li­ge Mes­se „für die Ein­heit der Diö­ze­se“. Der Bischof dank­te den Gläu­bi­gen für ihre Soli­da­ri­tät. Im Novem­ber 2010 war Bischof Pei bereits zur Teil­nah­me an einer ille­ga­len Bischofs­wei­he in Chendge gezwun­gen wor­den.

Die Kathe­dra­le ist von Poli­zi­sten in Uni­form und Zivil umstellt. In einer gestern ver­brei­te­ten Erklä­rung, sag­ten die Prie­ster, daß sie in der Kathe­dra­le ver­sam­melt sind, um „den Glau­ben zu ver­tei­di­gen“. Sie wol­len so lan­ge aus­har­ren „bis sich die­ser Sturm ver­zo­gen hat“.

Flug­blät­ter gegen Regie­rungs­po­li­tik

Seit heu­te mor­gen haben Gläu­bi­ge mit der Ewi­gen Anbe­tung begon­nen, „um die Kir­che zu schüt­zen“. Der Ärger und Zorn der Katho­li­ken über die bru­ta­le Ein­mi­schung des Regimes in kirch­li­che Ange­le­gen­hei­ten, kommt in Flug­blät­tern zum Aus­druck, das in den letz­ten Tagen auf­ge­taucht sind. Dar­auf ist eine Kari­ka­tur dar­ge­stellt, die einen jun­gen Mann zeigt, auf des­sen T‑Shirt geschrie­ben steht: „Wenn ihr die Exkom­mu­ni­ka­ti­on ver­mei­den wollt, sagt die ille­ga­len Wei­hen ab!“

Seit Herbst 2010 pro­vo­ziert die Pekin­ger Regie­rung und die ihr höri­ge Patrio­ti­sche Ver­ei­ni­gung durch eine Rei­he von staat­li­chen Bischofs­er­nen­nun­gen, die von Rom als schwer­wie­gen­der Ein­griff in die Reli­gi­ons­frei­heit abge­lehnt wer­den, immer neue Kon­flik­te mit der katho­li­schen Kir­che.

Regime will Kon­trol­le über Kir­che aus­üben

Die vom kom­mu­ni­sti­schen Regime kon­trol­lier­te Patrio­ti­sche Ver­ei­ni­gung griff unter­des­sen den Vati­kan an und beschul­dig­te ihn, die Kir­che in Chi­na zu spal­ten, wo wich­ti­ge Auf­ga­ben „der Evan­ge­li­sie­rung“ war­ten wür­den. Hin­ter der rhe­to­ri­schen Fas­sa­de steckt die Absicht der KP Chi­nas, durch die Ein­set­zung ihr gefü­gi­ger Bischö­fe, die katho­li­sche Kir­che des Lan­des zu kon­trol­lie­ren. Die Ernen­nun­gen betref­fen zudem meist Diö­ze­sen, die bereits über einen katho­li­schen Bischof der katho­li­schen Unter­grund­kir­che ver­fü­gen, die in Treue zum Papst aus­harrt.

Text: Asianews/Giuseppe Nar­di
Bild: Asia­news