Iran: Fast 50 Hinrichtungen seit Neujahr

(Frank­furt) Die Inter­na­tio­na­le Gesell­schaft für Men­schen­rech­te (IGFM) wies am heu­ti­gen Diens­tag dar­auf hin, daß im Iran die ohne­hin hohe Zahl der Hin­rich­tun­gen seit Jah­res­be­ginn dra­ma­tisch ange­stie­gen ist. Seit dem 1. Janu­ar sind die Hin­rich­tun­gen von 47 Men­schen in der Isla­mi­schen Repu­blik bekannt gewor­den. Die tat­säch­li­che Zahl kön­ne aller­dings höher sein, da ira­ni­sche Behör­den und staat­li­che Medi­en Hin­rich­tun­gen nicht immer offi­zi­ell bestä­tig­ten, so die IGFM. In meh­re­ren Fäl­len habe es sich bei den Opfern um Kur­den gehan­delt, die sich für Min­der­hei­ten­rech­te im Iran ein­ge­setzt hat­ten. Die IGFM for­der­te Außen­mi­ni­ster Wester­wel­le auf, umge­hend zu han­deln, da wei­te­ren poli­ti­schen Gefan­ge­nen die Hin­rich­tung dro­he.

Die IGFM kri­ti­sier­te in die­sem Zusam­men­hang die Untä­tig­keit der Mit­glie­der des UN-Sicher­heits­ra­tes und der Euro­päi­schen Kom­mis­si­on. Die IGFM for­der­te, der Focus dür­fe nicht allei­ne auf das Nukle­ar-Pro­gramm der Isla­mi­schen Repu­blik gerich­tet sein. Syste­ma­ti­sche Fol­ter, flä­chen­decken­de Ein­schüch­te­rung, Haft gegen Anders­den­ken­de und poli­ti­scher Mord dürf­ten nicht aus­ge­klam­mert und igno­riert wer­den.

Die zustän­di­gen Stel­len der Ver­ein­ten Natio­nen, unter ande­rem meh­re­re UN-Son­der­be­richt­erstat­ter, müß­ten regel­mä­ßig auf schwer­ste Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen in der Isla­mi­schen Repu­blik auf­merk­sam mach­ten. Es sei völ­lig unver­ständ­lich, war­um der UN-Sicher­heits­rat und die Euro­päi­sche Kom­mis­si­on den­noch in Men­schen­rechts­fra­gen zum Iran weit­ge­hend untä­tig blie­ben.

(PM)