Gespräch mit dem ersten anglikanischen Bischof, der zur katholischen Kirche zurückkehrt

(Lon­don) Der bri­ti­sche Rund­funk­sen­der BBC4 sen­de­te ein inter­view mit dem angli­ka­ni­schen Bischof John Broad­hurst von Ful­ham (Lon­don), dem Vor­sit­zen­den der anglo­ka­tho­li­schen Ver­ei­ni­gung For­ward in Faith. Der Bischof gab öffent­lich sei­ne Kon­ver­si­on zur katho­li­schen Kir­che und den Ein­tritt in das im Auf­bau begrif­fe­nen katho­li­sche Ordi­na­ri­at für die angli­ka­ni­schen Gläu­bi­gen bekannt, die in die Ein­heit mit Rom zurück­keh­ren wol­len. Das Inter­view bringt zum Aus­druck, war­um die Rück­kehr zur katho­li­schen Kir­che für vie­le Prie­ster und Bischö­fe aus einer Viel­zahl von Grün­den sehr schwie­rig ist.

Was geschieht mit Ihnen nun kon­kret? Wer­den Sie sie als Bischof von Ful­ham zurück­tre­ten? Und dann? Wer­den Sie zum Prie­ster der katho­li­schen Kir­che geweiht? Ist das beab­sich­tigt?

Das hängt dann von der katho­li­schen Kir­che ab. Das steht nicht mir zu. Alles was ich sagen kann ist, daß es mei­ne Absicht ist, Ende des Jah­res mei­nen Rück­tritt bekannt­zu­ge­ben. Ich wäh­le mei­ne Wor­te mit Bedacht. Ich beab­sich­ti­ge und hof­fe. Ich hof­fe, in das Ordi­na­ri­at [für die Angli­ka­ner, die in die Ein­heit mit Rom zurück­keh­ren] ein­zu­tre­ten.

Zum bes­se­ren Ver­ständ­nis zu dem, was das bedeu­ten könn­te: Sie wer­den wahr­schein­lich in der katho­li­schen Kir­che nicht mehr Bischof sein, weil sie ver­hei­ra­tet sind?

Nein, nein.

Sie hof­fen aber Prie­ster zu sein?

Ja, ich wün­sche mir, Prie­ster zu sein, aber selbst wenn ich ein Lai­en sein soll­te, wäre das nicht das Ende. Ein Punkt in der Dis­kus­si­on über weib­li­che Bischö­fe ist gera­de: Das Wei­he­amt ist nicht eine Kar­rie­re. Es ist in Wirk­lich­keit eine Beru­fung. So mußt du tun, was die Kir­che von dir ver­langt, nicht das, was Du von der Kir­che ver­langst.

Wir ste­hen ja am Anfang einer Ent­wick­lung: Wie­vie­le Per­so­nen wer­den lang­fri­stig Ihnen fol­gen?

Sie fol­gen nicht mir, son­dern dem Ange­bot des Papst. Anfangs wer­den es eher weni­ge sein. Ich ken­ne ande­re Prie­ster und Bischö­fe, die die Absicht haben, das päpst­li­che Ange­bot anzu­neh­men. Es wer­den anfangs nur weni­ge sein, weil es für vie­le Prie­ster, wenn sie eine Frau und eine Fami­lie haben und in einem Pfarr­haus woh­nen, sehr schwer ist, alles auf­zu­ge­ben für eine unsi­che­re Zukunft. Ich habe aber vie­le Zuschrif­ten von Lai­en erhal­ten, die mir schrei­ben: „Was müs­sen wir tun, um auch auf­ge­nom­men zu wer­den?“ Bis das neue Ordi­na­ri­at nicht errich­tet ist, kann nie­mand wirk­lich sagen, wie­vie­le ihm ange­hö­ren wer­den.

Der Klar­heit hal­ber: Sie sind jeden­falls abso­lut sicher, den rich­ti­gen Schritt zu set­zen. Sie haben sich viel Zeit für Ihre Ent­schei­dung genom­men. Haben sie kei­ne Zwei­fel?

Ich bin abso­lut sicher. Ich habe öffent­lich gesagt, wo ich hin­ge­he und das mache ich, und ich wer­de es mit gro­ßer Hoff­nung tun.

( The Anglo-Catho­li­c/­Giu­sep­pe Nar­di, Bild: The Anglo-Catho­lic)