Christ in Bhutan zu drei Jahren Haft verurteilt – Religionsfreiheit nur auf dem Papier

(Tim­phu) Ein Gericht im Hima­la­ya-Staat Bhu­tan ver­ur­teil­te den pro­te­stan­ti­schen Chri­sten Prem Singh Gurung zu drei Jah­ren Gefäng­nis, weil er einen Film mit christ­li­chem Inhalt vor­führ­te. Der Christ wur­de wegen „ver­such­ter För­de­rung öffent­li­cher Unord­nung“ ver­ur­teilt. Das Urteil wur­de bereits am 6. Okto­ber gefällt, aber erst am 18. Okto­ber durch die Tages­zei­tung Kuen­sel bekannt­ge­macht.

Der aus Südbhu­tan stam­men­de Gurung war vor vier Mona­ten ver­haf­tet wor­den, nach­dem ihn eini­ge Bewoh­ner der Dör­fer von Gong­gaon und Smik­harkha im Bezirk Jig­me­cho­lin wegen Vor­füh­rung eines Films mit christ­li­chem Inhalt bei der Poli­zei ange­zeigt hat­ten.

Da Staats­an­walt­schaft und Rich­ter im Pro­zeß die „Stö­rung der öffent­li­chen Ord­nung“ nicht bewei­sen konn­ten, ver­ur­teil­ten sie den ange­klag­ten Chri­sten wegen „ver­such­ter Stö­rung“ der öffent­li­chen Ord­nung. Gurung habe gegen den Bhu­tan Infor­ma­ti­on, Com­mu­ni­ca­ti­on and Media Act von 2006 ver­sto­ßen, der eine behörd­li­che Prü­fung aller Fil­me vor deren öffent­li­cher Vor­füh­rung vor­sieht.

2006 begann die Regie­rung von Bhu­tan nach Jahr­hun­der­ten der abso­lu­ten Mon­ar­chie die Demo­kra­ti­sie­rung des Lan­des zu för­dern. Bis dahin war jede Reli­gi­ons­aus­übung ver­bo­ten, die nicht den Bud­dhis­mus betraf. Die gel­ten­de Ver­fas­sung von 2008 sieht die Reli­gi­ons­frei­heit vor. Wei­ter­hin ver­bo­ten sind Pro­se­ly­tis­mus, der Druck von Bibeln und der Bau von christ­li­chen Schu­len. Katho­li­schen Prie­ster und Ordens­leu­ten sowie pro­te­stan­ti­schen Mis­sio­na­ren ist die Ein­rei­se in das Hoch­ge­birgs­land unter­sagt. Die Chri­sten kön­nen ihren Glau­ben nach wie vor nur im pri­va­ten Bereich leben. Die Ver­ur­tei­lung des Chri­sten Gurung führ­te im Land zu einer hef­ti­gen anti­christ­li­chen Debat­te. Aus­landsbhu­ta­ner kri­ti­sier­ten hin­ge­gen die reli­giö­se Into­le­ranz im Land.

(Asianews/Giuseppe Nar­di, Bild: Asia­news)