Die katholischen Anglikaner und das Kardinalskonsistorium – Erzbischof Wuerl beauftragt für Episkopalisten

(Vatikan/Washington) Die Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on beauf­trag­te den Erz­bi­schof von Washing­ton, Msgr. Donald Wil­liam Wuerl, jene angli­ka­ni­schen Gemein­schaf­ten und Grup­pen in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka zu betreu­en, die in die Ein­heit mit Rom und damit in die katho­li­sche Kir­che zurück­keh­ren wol­len, wie es Papst Bene­dikt XVI. mit sei­ner Apo­sto­li­schen Kon­sti­tu­ti­on Angli­cano­rum coe­ti­bus im Novem­ber 2009 ermög­lich­te. Die Ernen­nung wur­de von der ame­ri­ka­ni­schen Bischofs­kon­fe­renz bekannt­ge­ge­ben.

Für die angli­ka­ni­schen Gemein­schaf­ten, in den USA Epi­skopa­li­sten genannt, wird ein Per­so­nal­or­di­na­ri­at errich­tet, das kir­chen­recht­lich einer Diö­ze­se ähn­lich ist und das Gebiet der Bischofs­kon­fe­renz umfaßt. Die Ein­heit mit Rom ist auch Fol­ge von seit den 70er Jah­ren in der Epi­skopal­kir­che auf­ge­stau­ten inter­nen Kon­flik­ten, die 1974 in Phil­adel­phia mit der ungül­ti­gen Ernen­nung von elf Frau­en zu „Prie­ste­rin­nen“ aus­bra­chen. In den ver­gan­ge­nen Jah­ren kamen neue Streit­punk­te rund um die Zulas­sung von prak­ti­zie­ren­den Homo­se­xu­el­len zum Prie­ster- und Bischofs­amt und die Seg­nung homo­se­xu­el­ler Paa­re hin­zu, die zu einer tie­fen Spal­tung zwi­schen libe­ra­len und ortho­do­xen Gläu­bi­gen führ­te.

Die Beauf­tra­gung von Erz­bi­schof Wuerl signa­li­siert die Wert­schät­zung, die er in Rom genießt. Der Vati­ka­nist Pao­lo Roda­ri zählt den Erz­bi­schof von Washing­ton zu den Kan­di­da­ten, die beim wahr­schein­lich im Novem­ber statt­fin­den­den Kon­si­sto­ri­um zu Kar­di­nä­len kre­iert wer­den.

Msgr. Wuerl (Jahr­gang 1940), der in Rom stu­dier­te, wur­de 1966 zum Prie­ster geweiht und emp­fing 1986 im Peters­dom in Rom von Kar­di­nal­staats­se­kre­tär Casa­ro­li die Bischofs­wei­he. Nach einer Zeit als Weih­bi­schof von Seat­tle wur­de er 1988 Bischof der Diö­ze­se Pitts­burgh und 2006 von Papst Bene­dikt XVI. zum Erz­bi­schof von Washing­ton DC ernannt. Erz­bi­schof Wuerl enga­giert sich stark für den Schutz des Lebens und unter­zeich­ne­te 2009 die Man­hat­tan Decla­ra­ti­on von Katho­li­ken, Evan­ge­li­ka­len und Ortho­do­xen gegen die gesetz­li­che Lega­li­sie­rung von Abtrei­bung und Homo-„Ehe“.

Tra­di­tio­na­li­sten kri­ti­sie­ren sei­ne restrik­ti­ve Aus­le­gung des Motu pro­prio Summorum Pon­ti­fi­cum.

(Giu­sep­pe Nar­di, Bild: Roman­ca­tho­li­c­blog)