Bischof von Besancon: lieber Rabbinen oder Imame als Traditionalisten

(Bordeaux) Das 2006 von ehemaligen Angehörigen der Piusbruderschaft, die sich mit Rom ausgesöhnt haben, gegründete und vom Generaloberen Philippe Laguérie geleitete Institut du Bon Pasteur (Institut vom Guten Hirten) verfügt über ein Priesterseminar in Courtalain nahe bei Chartres. Wie auch andere Seminarien traditionsverbundener Gemeinschaften, erlebt es einen guten Zulauf, so daß die Räumlichkeiten zu klein geworden sind, um die 50 Studenten und Professoren zu beherbergen. Die Gesellschaft päpstlichen Rechts mit Hauptsitz in Bordeaux wandte sich bei der Suche nach einem geeigneten Ort für das Seminar an zahlreiche französische Diözesen mit der Bitte, sich niederlassen zu dürfen. Im besseren Fall erhielt das Institut eine Absage, im schlechteren Fall wurde es nicht einmal einer Antwort gewürdigt.

In Besancon steht ein ehemaliges katholisches Schulgebäude, die „Consolation“ leer und verfällt. Eine Folge der raschen Entchristlichung Frankreichs. Ehemalige Schüler und Freunde gründeten einen Verein zur Erhaltung des Gebäudes und seiner katholischen Ausrichtung. Auf der Suche nach einem katholischen Orden, der die „Consolation“ übernehmen könnte, wurden sich der Verein und das Institut vom Guten Hirten zur gegenseitigen Zufriedenheit schnell einig.

Völlig anderer Ansicht ist jedoch der Erzbischof von Besancon, Msgr. André Jean René Lacrampe. Bei der Chrisammesse vor dem versammelten Klerus seiner Diözese versicherte er, daß „niemals“ die Traditionalisten Eingang in seine Diözese bekommen werden. Da der Erzbischof von Rechtswegen Vorsitzender der Stiftung ist, die Eigentümer des aufgelassenen Schulgebäudes ist, legte er sein Veto gegen das Priesterseminar des Institut du Bon Pasteur ein. Gleichzeitig präsentierte er einen Alternativvorschlag für die Nutzung des Gebäudes. Es sollte auf 18 Jahre der Stiftung „Hommes de Parole“ mit Sitz in Genf überlassen werden, deren Ziel es ist, den Dialog zwischen Rabbinen und Imamen zu fördern. Die „Consolation“ von Besancon sollte ein Zentrum „für den Frieden und die Rückkehr zu den Quellen“ werden.

Der Freundeskreis der „Consolation“ ist verärgert und kritisiert den Vorschlag als „Verrat“ an der Katholizität des Ortes. Der Erzbischof von Besancon hält dennoch an seiner Entscheidung fest.

Offensichtlich sind Msgr. Lacrampe Imame und Rabbinen lieber als eine Ausbildungsstätte für katholische Priester und katholische Seminaristen.

(Giuseppe Nardi, Bild: www.institutdubonpasteur.org)

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