Karatschi: Christ wegen „Blasphemie“ gegen den Islam zum Tode verurteilt

(Karat­schi) Der Christ Qamar David wur­de in Paki­stan unter Blas­phe­mie­an­kla­ge zum Tode ver­ur­teilt. Das Urteil wur­de am 25. Febru­ar ver­hängt. Dem Mann wird vor­ge­wor­fen, „die Gefüh­le der Mos­lems belei­digt“ zu haben. Ein mit­an­ge­klag­ter Mos­lem wur­de aus Man­gel an Bewei­sen frei­ge­spro­chen. David war 2006 von der Poli­zei ver­haf­tet wor­den, obwohl kei­ne kon­kre­ten Bewei­se gegen ihn vor­ge­legt wer­den konn­ten.

Das Bezirks­ge­richt von Kar­chi sprach den Chri­sten schul­dig, weil er „blas­phe­mi­sche Aus­drücke“ über den Pro­phe­ten Moha­med und den Koran geäu­ßert habe. Wie die paki­sta­ni­sche Tages­zei­tung Dawn berich­tet, habe Qamar David eine Sim-Card für Mobil­te­le­fo­ne beses­sen, von der aus den Islam belei­di­gen­de SMS-Nach­rich­ten ver­schickt wor­den sei­en.

Laut Anga­ben von Asia­news sei die Sach­la­ge zugun­sten des Ange­klag­ten gewe­sen. Die Ankla­ge habe ledig­lich auf Gere­de beruht. Ein Mit­an­ge­klag­ter isla­mi­schen Glau­bens sei ent­spre­chend frei­ge­spro­chen wor­den. Chri­sti­an Soli­da­ri­ty World­wi­de (CSW) berich­tet, daß das Todes­ur­teil das Ergeb­nis von „Ein­fluß­nah­me und Vor­ur­tei­len“ sei. „Druck von außen“ auf das Gericht habe im Ver­fah­ren und beim Zustan­de­kom­men des Urteils eine „ent­schei­den­de Rol­le“ gespielt, so CSW.

Das Todes­ur­teil habe „tief­grei­fen­de Besorg­nis“ unter den christ­li­chen Gemein­schaf­ten Paki­stans aus­ge­löst, so CSW. Qamar David aus Laho­re arbei­te­te bis zu sei­ner Ver­haf­tung in einer Kran­ken­haus­men­sa in Karat­schi. Die SMS-Nach­rich­ten sei­en eine „spon­ta­ne Reak­ti­on“ auf Angrif­fe auf christ­li­che Kir­chen durch isla­mi­sche Fun­da­men­ta­li­sten gewe­sen. Sowohl er als auch sein Anwalt Par­vez Chou­dry waren mehr­fach Opfer von Mord­an­schlä­gen und Mord­dro­hun­gen durch Isla­mi­sten.

Stuart Wind­sor, Direk­tor von CSW-Paki­stan erklär­te: „Das alar­mie­ren­de Urteil macht eine Abschaf­fung der Blas­phe­mie­ge­set­ze um so not­wen­di­ger. Sie sind ein gefähr­li­ches Mit­tel in den Hän­den jenen, die die reli­giö­sen Min­der­hei­ten ver­fol­gen und dis­kri­mi­nie­ren wol­len.“

(Asianews/GN, Bild: Asia­news)