Benedikt XVI. „versöhnt die Kirche mit sich“ – Bischofsernennungen in den USA „ausgezeichnet“

(Rom/San Fran­cis­co) „Die Bischofs­er­nen­nun­gen der letz­ten Zeit waren aus­ge­zeich­net“ in den USA. In einem Inter­view des Vati­can Maga­zin sprach Pater Joseph Fes­sio, der Grün­der des katho­li­schen Ver­la­ges Igna­ti­us Press, über Ver­än­de­run­gen in der katho­li­schen Kir­che der USA, über Oba­ma und Unter­schie­de zwi­schen Johan­nes Paul II. und Papst Bene­dikt XVI.

Bei Johan­nes Paul II. habe er den Ein­druck gehabt, daß er „einen guten und dann wie­der einen weni­ger guten Prie­ster zum Bischof ernann­te“. Unter Bene­dikt XVI. habe es hin­ge­gen „nur gute“ Bischofs­er­nen­nun­gen gege­ben. Es sei­en „wirk­lich nur sehr star­ke, gute katho­li­sche Per­sön­lich­kei­ten zum Bischof geweiht“ wor­den, so der Jesu­it Fes­sio.

Der post­kon­zi­lia­re Kahl­schlag habe in den USA auch das katho­li­sche Ver­lags­we­sen getrof­fen. Nach sei­ner Rück­kehr aus Euro­pa, wo er stu­dier­te und bei Joseph Ratz­in­ger pro­mo­vier­te, habe es in den USA „prak­tisch kei­nen ein­zi­gen guten ‚ortho­do­xen‘ katho­li­schen Ver­lag mehr gege­ben“. Dar­auf grün­de­te er 1979 Igna­ti­us Press. Der Ver­lag publi­ziert die Bücher des Pap­stes in eng­li­scher Spra­che.

Am Mor­gen nach dem Kon­kla­ve 2005 habe Bene­dikt XVI. eine kur­ze Anspra­che in latei­ni­scher Spra­che gehal­ten. „Eine Sym­pho­nie“, so Fes­sio. Dar­in habe der neue Papst sein Pro­gramm beschrie­ben, „daß nach dem Zwei­ten Vati­ka­num ein Weg gefun­den wer­den müs­se, um die Kon­ti­nui­tät der zwei­tau­send­jäh­ri­gen Tra­di­ti­on der Kir­che zu wah­ren“.

Papst Bene­dikt XVI. sehe die Zukunft der Kir­che „rea­li­sti­scher als sein Vor­gän­ger“. Johan­nes Paul II. „glaub­te an einen neu­en Früh­ling der Kir­che, an die Ver­ei­ni­gung der Ost- und West­kir­che“. Dies sei aber bis heu­te nicht ein­ge­tre­ten. „Bevor sich die Ost­kir­chen wie­der mit uns wer­den ver­ei­ni­gen kön­nen, muß zuerst die katho­li­sche Kir­che sel­ber wie­der zur Ein­heit wer­den“, so der Lei­ter von Igna­ti­us Press. Genau dar­an arbei­te Papst Bene­dikt gera­de. „Er ver­söhnt die katho­li­sche Kir­che mit sich.“ Als Bei­spiel nennt Pater Fes­sio die Gleich­stel­lung der alten und neu­en Lit­ur­gie.

Die Wahl Oba­mas zum US-Prä­si­den­ten bezeich­net der Jesu­it als „Kata­stro­phe“. In Euro­pa sei man zwar von ihm begei­stert, doch in Wirk­lich­keit sei Oba­ma „der größ­te Abtrei­bungs­be­für­wor­ter, den es jemals in der ame­ri­ka­ni­schen Regie­rung gab. Und das ist wirk­lich kata­stro­phal.“ Eine Ände­rung in Oba­mas Hal­tung hält er für „sehr unwahr­schein­lich“.

Im Gegen­satz dazu sei die katho­li­sche Kir­che in den USA im Kampf für den Schutz des Lebens an vor­der­ster Linie aktiv: „Solan­ge ich lebe, haben die katho­li­schen Bischö­fe noch nie in so gro­ßer Zahl, so ein­deu­tig und klar für das Leben gespro­chen wie in die­sen Tagen!“, so Pater Fes­sio. Die katho­li­schen Uni­ver­si­tä­ten der USA sei­en „nach wie vor theo­lo­gisch viel zu pro­gres­siv“, aber in den Prie­ster­se­mi­na­ri­en „hat sich vie­les zum Guten ver­än­dert“, so Pater Joseph Fes­sio in sei­nem Inter­view für das im Fe-Medi­en­ver­lag erschei­nen­den Vati­can Maga­zin.

(Vati­can Magazin/GN, Bild: roman­ca­tho­li­c­world)