Malaysia: Angriffe gegen christliche Kirchen halten an – Erzbischof fürchtet weitere Eskalation und ruft Christen auch „sich nicht provozieren zu lassen“

Malayia-Angriffe-gegen-Kirchen
Poli­zi­sten bei der Beweis­auf­nah­me
Bild: Asia­news

(Kua­la Lum­pur) Die Gewalt gegen christ­li­che Kir­chen und Ein­rich­tun­gen in Malay­sia geht wei­ter. Mit dem heu­ti­gen Anschlag, erhöht sich die Zahl der Atten­ta­te bereit auf neun inner­halb von vier Tagen. Heu­te explo­dier­te eine Brand­bom­be den Bor­neo Sidang Injil im zen­tra­len Bun­des­staat Negrio Sem­bi­lan. Gestern waren vier christ­li­che Kir­chen und Ein­rich­tun­gen Ziel der Atten­ta­te.

Die seit Frei­tag der Vor­wo­che anhal­ten­de anti-christ­li­che Gewalt­wel­le hat, geht auf ein Urteil des Ober­sten Gerichts­hofs zurück, der es auch Chri­sten erlaubt, das Wort „Allah“ für Gott zu gebrau­chen. Dage­gen for­dert die isla­mi­sche Bevöl­ke­rungs­mehr­heit, daß aus­schließ­lich Mos­lems der Gebrauch zuste­he.

Die heu­te in Joro eröff­ne­te Voll­ver­samm­lung der katho­li­schen Bischofs­kon­fe­renz von Malay­sia, Sin­ga­pur und Bru­nei zeigt sich „besorgt“. Man habe, so die Bischö­fe, nicht mit einer „sol­chen Reak­ti­on“ auf das Gerichts­ur­teil gerech­net „mit Angrif­fen gegen Kir­chen und christ­li­chen Ein­rich­tun­gen“. Es bedür­fe einer drin­gen­den Arbeit für „mehr Dia­log und sozia­le Har­mo­nie“, um die Span­nun­gen zu ent­schär­fen, die „fun­da­men­ta­li­sti­sche Grup­pen in unse­rer Nati­on ent­zün­den wol­len“.

Die Bischö­fe füh­ren bereits in die­sen Tagen einen inten­si­ven Dia­log sowohl mit der Regie­rung als auch mit den mus­li­mi­schen Füh­rern, um wie­der ein „fried­li­ches Kli­ma in der malai­ischen Gesell­schaft her­zu­stel­len“. Dies sei auch nötig, weil die­se „Ereig­nis­se“ den Ruf des malai­ischen Islam „beschmut­zen“, der für sei­ne „mode­ra­te“ Hal­tung und das „fried­li­che Zusam­men­le­ben der ver­schie­de­nen Reli­gio­nen“ bekannt sei. Gemä­ßig­te Mus­li­me hät­ten in der Zwi­schen­zeit Wach­dien­ste zum Schutz der Kir­chen gebil­det, um wei­te­re Gewalt­ta­ten zu ver­hin­dern.

An der Bischofs­kon­fe­renz nimmt auch der apo­sto­li­sche Dele­gier­te für Malay­sia, Sin­ga­pur und Bru­nei, Msgr. Sal­va­to­re Pen­n­ac­chio teil. Er brach­te der Kir­che in Malay­sia die Soli­da­ri­tät des Hei­li­gen Stuhls und teil­te den Katho­li­ken des Lan­des mit, daß ihnen der Papst in die­sen schwie­ri­gen Situa­ti­on nahe sei.

Der Vor­sit­zen­de der Bischofs­kon­fe­renz, der Erz­bi­schof von Kua­la Lum­pur, Msgr. Mur­phy Paki­am, erklär­te gegen­über der Pres­se­agen­tur Fides, daß er für Sonn­tag wei­te­re Atten­ta­te befürch­te, wenn die Kir­chen des Lan­des voll mit Gläu­bi­gen sei­en. Gleich­zei­tig rief er die Chri­sten des Lan­des auf, sich „nichts pro­vo­zie­ren zu las­sen“ und „nicht auf die Angrif­fe zu reagie­ren und strik­ten Gewalt­ver­zicht zu üben.“

(Asianews/GN)