Achtfacher Familienvater in Erzwingungshaft, weil Kind in der Grundschule nicht an Sexualprojekt teilnimmt

(Gre­ven) Gestern wur­de ein Fami­li­en­va­ter von acht Kin­dern von zu Hau­se abge­holt und bereits zum zwei­ten Mal in Erzwin­gungs­haft genom­men. Der Grund: die Fami­lie wei­ger­te sich, ihr Kind an dem Sexu­al­pro­jekt „Mein Kör­per gehört mir“ teil­neh­men zu las­sen.

Eine katho­li­sche Grund­schu­le ((Die betrof­fe­ne Fami­lie wünscht nicht die Ver­öf­fent­li­chung ihres Namens. Die­sen Wunsch ent­spre­chen wir, indem weder Ort noch Namen genannt wer­den.)) im Bis­tum Pader­born beschloß in der Schul­kon­fe­renz, daß die Grund­schü­ler ver­pflich­tend an dem Thea­ter­pro­jekt „Mein Kör­per gehört mir“ teil­zu­neh­men haben.

Das Buch zum Stück ist bei Loewe erschie­nen. Autor des Buches ist Pro Fami­lia. Ein Ver­ein, der das ele­men­tar­ste Men­schen­recht: Das Recht auf Leben —  nicht jedem zuge­steht. Der Ver­ein beschäf­tigt sich seit Jahr­zehn­ten mit der Sexua­li­sie­rung von Kin­dern und Jugend­li­chen.

Kri­ti­ker des Pro­jekts „Mein Kör­per gehört mir“ wer­fen den Befür­wor­tern vor, daß den Kin­dern sug­ge­riert wird, die Ent­schei­dung zur Aus­übung der Sexua­li­tät sei ledig­lich von ihrem Kör­per­ge­fühl abhän­gig, aber nicht von Ver­nunft und Glau­ben.

Reak­tio­nen von katho­li­schen Bischö­fen zur Sexua­li­sie­rung von Min­der­jäh­ri­gen in katho­li­schen Ein­rich­tun­gen sind eher zöger­lich, sofern sie über­haupt erfol­gen.

Im Okto­ber 2007 ist letzt­ma­lig öffent­lich bekannt gewor­den, daß ein Diö­ze­san­bi­schof sich gegen die Sexua­li­sie­rung von Min­der­jäh­ri­gen wand­te. Damals unter­sag­te der Ful­da­er Bischof Heinz Josef Alger­mis­sen katho­li­schen Kin­der­gär­ten sei­nes Bis­tums, die Kin­der in das Büh­nen­stück „Nase, Bauch und Po“ der Bun­des­zen­tra­le für gesund­heit­li­che Auf­klä­rung zu schicken.

Das Stück wur­de auch von dem Ver­ein Donum Vitae bewor­ben und unter­stützt. Der Ver­ein steht heu­te weit außer­halb der Kir­che, weil vor allem in Lebens­rechts­fra­gen anti­ka­tho­li­sche und nicht­christ­li­che Posi­tio­nen vehe­ment ver­tre­ten und pro­pa­giert wer­den. Der der­zei­ti­ge ZDK Vor­sit­zen­de Alo­is Glück ist Grün­dungs­mit­glied des Ver­eins. Der­zeit läßt er sei­ne Mit­glied­schaft offi­zi­ell ruhen.

Die Sexu­al­auf­klä­rung der Kin­der habe ihren „ori­gi­nä­ren Platz im Eltern­haus“ und kön­ne nicht Auf­ga­be einer Thea­ter­trup­pe sein, ließ damals Bischof Alger­mis­sen ver­lau­ten. „Eltern, die ihre Kin­der unse­ren katho­li­schen Kin­der­ta­ges­stät­ten anver­trau­en, kön­nen sicher sein, daß die­se Form der Sexu­al­auf­klä­rung als Kin­der­spiel nicht Gegen­stand der päd­ago­gi­schen Arbeit mit den Klein­sten ist.“ Daß Donum Vitae sich für „die­se Form des Zugangs zur kör­per­li­chen Sexua­li­tät“ ein­set­ze, zei­ge, daß die Orga­ni­sa­ti­on kei­ne katho­li­sche Ver­ei­ni­gung sei, hieß es in der Erklä­rung des Bischofs wei­ter.

Daß Sexu­al­auf­klä­rung als Kin­der­spiel nicht Gegen­stand der päd­ago­gi­schen Arbeit mit den Klein­sten ist, gilt viel­leicht zum Teil für katho­li­sche Kin­der­gär­ten im Bis­tum Ful­da, aber offen­bar nicht für katho­li­sche Grund­schu­len in deut­schen Diö­ze­sen.

Der Staat ist für das fried­li­che Zusam­men­le­ben gott­ge­wollt. Aber man muß Gott mehr gehor­chen, wenn der Staat einen vor die Wahl stellt und wie in die­sem Fall von ihm ver­langt, gegen das sech­ste Gebot zu ver­sto­ßen. Das Bis­tum Pader­born schlug sich auf die Sei­te des Staa­tes. Ein Ver­bot des Sexu­al­pro­jekts „Mein Kör­per gehört mir“ in katho­li­schen Ein­rich­tun­gen wäre ange­brach­ter und wür­de christ­li­che Eltern in der Wahr­neh­mung ihrer Stan­des­pflich­ten unter­stüt­zen.

(Jens Falk)