Bischof Algermissen führt den Vatikan vor und setzt Papst Benedikt XVI. in der Presse weiter unter Druck

(Ful­da) Nach der Not­wei­he einer Kapel­le durch die Pius­bru­der­schaft St. Pius X. am ver­gan­ge­nen Sonn­tag ver­langt Bischof Alger­mis­sen der Vati­kan soll ein kla­res Wort spre­chen. Dar­auf hof­fen nun die deut­schen Bischö­fe, meint Alger­mis­sen. So wäre es dem Ful­da­er Bischof sehr wich­tig, daß der Papst sehe, wie die Grup­pe auf sein groß­zü­gi­ges Ent­ge­gen­kom­men reagie­re. Der Ful­da­er Bischof wies in einer breit ange­leg­ten Medi­en­kam­pa­gne dar­auf hin, daß er den Nun­ti­us in Deutsch­land, Erz­bi­schof Jean-Clau­de Péris­set, und den Vor­sit­zen­den der Bischofs­kon­fe­renz, Erz­bi­schof Robert Zollitsch, per Brief aus­führ­lich über das Vor­ge­hen der Bru­der­schaft und deren „Bruch des Kir­chen­rechts“ infor­miert habe. Gegen­über Radio Vati­kan erklär­te Bischof Alger­mis­sen:

„Die Pius­bru­der­schaft muß ohne Wenn und Aber das gan­ze Zwei­te Vati­ka­ni­sche Kon­zil rund­um anneh­men sowie die Leh­re der Päp­ste von Johan­nes XXIII. bis Bene­dikt XVI. Wenn das nicht der Fall ist, gibt es schlicht kei­ne Ein­heit. Ich habe in den ver­gan­ge­nen Tagen mehr­mals gesagt, daß es für mich das Schlimm­ste ist, wenn ich ein­se­hen muß, daß die Pius­brü­der die Ein­heit gar nicht wün­schen und die­se Wun­de in der Kir­che wei­ter ent­zün­det bleibt und wei­ter schwärt.“

Mit die­ser Aus­sa­ge ver­deut­licht der Bischof, daß für ihn die kirch­li­che Leh­re vor dem Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zil und die der Päp­ste vor Johan­nes XXII. schlicht­weg nicht exi­stiert.

Die Pius­brü­der sei­en über­heb­lich, so Alger­mis­sen wei­ter gegen­über Radio Vati­kan. „Das ist bei der Pre­digt am letz­ten Sonn­tag zu hören gewe­sen. So hat Pater Franz Schmid­ber­ger – wie man mir refe­riert hat – gesagt, daß die katho­li­sche Kir­che, also unse­re Kir­che, sich zu ihnen bekeh­ren müs­se. Das ist für mich der Gip­fel der Arro­ganz und Igno­ranz. Es zeigt auch, daß sie im Kon­kre­ten nicht demü­tig sind oder einen Weg der Auf­ar­bei­tung gehen.“

Der deut­sche Distrik­t­o­be­rer hat Alger­mis­sen ein­ge­la­den, bei ihnen eine Hei­li­ge Mes­se zu besu­chen. Der Bischof dazu: „Ich brau­che nicht von ihnen ein­ge­la­den zu wer­den. Ich kann näm­lich die latei­ni­sche Mes­se jeden Mor­gen in mei­ner Pri­vat­ka­pel­le zele­brie­ren. Abge­se­hen davon ist an jedem Sonn­tag in einer Pfarr­kir­che in Ful­da um 11.15 Uhr eine sol­che Mes­se im außer­or­dent­li­chen Ritus, und das seit Jah­ren. Des­halb neh­me ich die Ein­la­dung von Pater Schmid­ber­ger nicht an, die mei­ner Mei­nung nach von Süf­fi­sanz strotzt.“

Im Brief Sei­ner Hei­lig­keit, Papst Bene­dikt XVI., an die Bischö­fe der katho­li­schen Kir­che in Sachen Auf­he­bung der Exkom­mu­ni­ka­ti­on der vier von Erz­bi­schof Lef­eb­v­re geweih­ten Bischö­fe schreibt der Papst:

„Manch­mal hat man den Ein­druck, daß unse­re Gesell­schaft wenig­stens eine Grup­pe benö­tigt, der gegen­über es kei­ne Tole­ranz zu geben braucht; auf die man ruhig mit Haß los­ge­hen darf. Und wer sie anzu­rüh­ren wag­te – in die­sem Fall der Papst –, ging auch sel­ber des Rechts auf Tole­ranz ver­lu­stig und durf­te ohne Scheu und Zurück­hal­tung eben­falls mit Haß bedacht wer­den.“

Bischof Alger­mis­sen gehört nun ver­mut­lich jener Gesell­schaft an, die gegen­über einer Grup­pe in der Kir­che jeg­li­che Tole­ranz ablehnt und mit Haß begeg­net.

(Jens Falk)