„Manifest von Madrid“: eine nie da gewesene Mobilisierung der Elite der biomedizinischen Forschung Spaniens gegen die Reform des Abtreibungsgesetzes

(Madrid) Es hieß zunächst „Mani­fest der Drei­hun­dert“ und wur­de in „Mani­fest von Madrid“ umbe­nannt, denn bereits vor der ersten Prä­sen­ta­ti­on hat­ten sich rund tau­send Uni­ver­si­täts­pro­fes­so­ren, Intel­lek­tu­el­le, Wis­sen­schaft­ler, Aka­de­mi­ker und Exper­ten aus dem Bereich der Gene­tik, der Embryo­lo­gie, der Medi­zin, der Anthro­po­lo­gie, der Phi­lo­so­phie, der Bio­lo­gie und der Histo­lo­gie der Initia­ti­ve angeschlossen.

Der Text, der am 17. März in Madrid vor­ge­stellt wur­de ver­ste­he sich als nie da gewe­se­ne Mobi­li­sie­rung, die mit bewie­se­nen wis­sen­schaft­li­chen Argu­men­ten eine Ant­wort geben will auf die von der Regie­rung geplan­te Ände­rung des Abtrei­bungs­ge­set­zes. Bei den Unter­zeich­nern han­delt es sich um die Eli­te der bio­me­di­zi­ni­schen For­schung Spa­ni­ens und der gan­zen Welt. Außer­dem steigt die Zahl der Unter­zeich­ner steig, womit alle Erwar­tun­gen der Initia­to­ren über­trof­fen werden.

Das Doku­ment „schützt das Men­schen­le­ben von der ersten embryo­na­len und föta­len Pha­se an und lehnt die Instru­men­ta­li­sie­rung im Dienst lukra­ti­ver Inter­es­sen der Wirt­schaft und der Ideo­lo­gie ab“. Wie der Gene­tik­do­zent Nico­las Jouve de la Bar­re­da bei der Prä­sen­ta­ti­on beton­te, möch­te man „das Unwis­sen der Gesell­schaft im Hin­blick auf die Ach­tung des Men­schen­le­bens über­win­den“ und zu des­sen Schutz füh­ren die Unter­zeich­ner rein wis­sen­schaft­lich Daten zum Prin­zip des Lebens an.

Ins­be­son­de­re erin­nern sie an die Exi­stenz einer umfas­sen­den wis­sen­schaft­li­chen Doku­men­ta­ti­on, die besagt, daß „das Men­schen­le­ben zum Zeit­punkt der Emp­fäng­nis beginnt“, wie dies Gene­tik, Zell­bio­lo­gie und Embryo­lo­gie beweisen.

In die­sem Zusam­men­hang wird „das bio­lo­gi­sche Wesen des Embry­os und des mensch­li­chen Fötus“ betont „unab­hän­gig davon, wie sie ent­stan­den sind, ob aus der natür­li­chen Fort­pflan­zung oder durch künst­li­che Befruch­tung“ und daß es sich bei einer Abtrei­bung nicht um „die ‚wil­lent­li­che Unter­bre­chung einer Schwan­ger­schaft’ han­delt, son­dern um den ein­fa­chen und grau­sa­men ‚Abbruch des mensch­li­chen Lebens’“.

In die­sem Sinn bekräf­tig­te Moni­ca Lopez Bara­ho­na, die das Stu­di­en­zen­trum „Biso­sa­ni­ta­ri­os“ lei­tet und als Bera­te­rin für bio­ethi­sche Fra­gen für die Ver­ein­ten Natio­nen Arbei­tet, daß die Zygo­te von Anfang an „Anspruch auf die­sel­ben Rech­te wie alle ande­ren Indi­vi­du­en der mensch­li­chen Spe­zi­es haben“. Und es kom­me bei der Bestim­mung der Zuge­hö­rig­keit zur mensch­li­chen Spe­zi­es nicht „auf die Zahl der Zel­len oder das Gewicht“ an.

Die Unter­zeich­ner des Mani­fests wei­sen außer­dem dar­auf hin, daß „die Abtrei­bung ein Dra­ma mit zwei Opfern ist: eines stirbt und ein ande­res lebt wei­ter, und lei­det unter den Fol­gen die­ser dra­ma­ti­schen und unwie­der­bring­li­chen Ent­schei­dung“, wes­halb sie die Frau­en, die eine Abtrei­bung beab­sich­ti­gen dazu auf­for­dern, sich mit den psy­cho­lo­gi­schen Fol­gen einer sol­chen Ent­schei­dung zu befassen.

Ange­sichts des Gesetz­ent­wurfs der sozia­li­sti­schen Par­la­ments­frak­ti­on, for­dern die Wis­sen­schaft­ler eine „Regu­lie­rung zur Ver­hin­de­rung des Miß­brauchs und des Geset­zes­ver­sto­ßes in Zen­tren, in denen Abtrei­bun­gen vor­ge­nom­men wer­den“ und sie wei­sen dar­auf hin, daß „die Frei­heit einer Gewis­sens­ent­schei­dung in die­sem Bereich respek­tiert wer­den muß, da man nie­man­den zwin­gen kann, gegen das eige­ne Gewis­sen zu handeln“.

Außer­dem bekräf­ti­gen sie, daß „eine Abtrei­bung vor allem für ein jun­ges Mäd­chen im Alter von 16 oder 17 Jah­ren beson­ders hart ist, das die Prä­senz, den Rat und die Unter­stüt­zung sei­ner Eltern ablehnt und selbst dar­über ent­schei­det, ob eine Schwan­ger­schaft fort­ge­setzt wird oder nicht“. Des­halb sei es unver­ant­wort­lich „wenn man ein jun­ges Mäd­chen in einem so frü­hen Alter dazu zwingt, eine sol­che Ent­schei­dung allei­ne zu treffen“.

(Fides)
Sie­he auch:
Voll­stän­di­ger Wort­laut des Mani­fests von Madrid