Israelischer Minister protestiert gegen geplante Heiligsprechung von Papst Pius XII.

(Jeru­sa­lem) Der israe­li­sche Mini­ster Isaak Her­zog hat sich gegen die geplan­te Hei­lig­spre­chung Papst Pius XII. aus­ge­spro­chen.

„Die Absicht, Pius XII. hei­lig zu spre­chen ist inak­zep­ta­bel“, sag­te Her­zog. Er ist Mini­ster für Wohl­fahrt sowie für Dia­spo­ra, Kampf gegen Anti­se­mi­tis­mus und Bezie­hun­gen zu christ­li­chen Gemein­den.

„Wäh­rend des Holo­caust wuß­te der Vati­kan ganz genau, was in Euro­pa vor sich ging“, so Her­zog gegen­über der Tages­zei­tung Ha´aretz. Bis­her gebe es kei­ne Anhalts­punk­te dafür, daß der Papst irgend­wel­che Schrit­te gegen die Juden­ver­fol­gung unter­nom­men habe.

„Der Ver­such, ihn hei­lig zu spre­chen, ist eine Aus­beu­tung des Ver­ges­sens und ein Man­gel an Bewußt­sein.“

Pius XII. war von 1939 bis 1958 Papst. Sein Selig­spre­chungs­pro­zeß begann bereits in den 1960er Jah­ren, wur­de aber bis­her durch den Pro­test jüdi­scher Grup­pie­run­gen ver­zö­gert.

(Israelnetz/JF)