Papst Benedikt XVI. zeichnet Altötting aus

(Vatikan/Altötting) Papst Bene­dikt XVI. ver­leiht dem im Bis­tum Pas­sau gele­ge­nen Mari­en­hei­lig­tum in Alt­öt­ting die „Gol­de­ne Rose“. Am Frei­tag, 15. August, Fest­tag „Mariä Auf­nah­me in den Him­mel“ über­bringt der Köl­ner Erz­bi­schof, Joa­chim Kar­di­nal Meis­ner, als Päpst­li­cher Legat, die „Gol­de­ne Rose“. Mit der Papstro­se wird zum ersten Mal ein deut­sches Mari­en­hei­lig­tum beson­ders geehrt.

Alt­öt­ting erhält als erstes deut­sches Mari­en­hei­lig­tum die­se päpst­li­che Aus­zeich­nung. Papst Johan­nes Paul II. hat­te sie bereits an die Mari­en­hei­lig­tü­mer Tschen­sto­chau, Lore­to, Knock in Irland und an Lour­des ver­lie­hen. Papst Bene­dikt XVI. ver­gab sie bis­her nur an Maria­zell in Öster­reich und an Apa­re­ci­da in Bra­si­li­en. Wie welt­weit kein ande­rer Wall­fahrts­ort ist nun Alt­öt­ting, auch „Herz Bay­erns“ genannt, von Papst Bene­dikt XVI. per­sön­lich aus­ge­zeich­net. Denn bereits bei sei­nem Besuch im Sep­tem­ber 2006 hat­te er den Bischofs­ring, den er bis zu sei­ner Papst­wahl trug, vor dem Alt­öt­tin­ger Gna­den­bild nie­der­ge­legt. Heu­te ist die­ser Ring am Zep­ter der Mut­ter­got­tes-Sta­tue ange­bracht. Zudem hat Bene­dikt XVI. die Anbe­tung vor dem Aller­hei­lig­sten in der „Alten Schatz­kam­mer“ und der Anbe­tungs­ka­pel­le am Kapell­platz als erster Beter auf­ge­nom­men. Vor weni­gen Wochen hat der Papst per­sön­lich zuge­stimmt, daß die „Neue Schatz­kam­mer“ in dem ab Mai 2009 das Wall­fahrts­ge­sche­hen muse­al auf­be­rei­tet wird, den Namen „Haus Papst Bene­dikt XVI.“ tra­gen darf.

Das Brauch­tum, daß der Papst eine Rose ver­leiht, geht zurück auf eine mit­tel­al­ter­li­che Pro­zes­si­on in Rom am 4. Fasten­sonn­tag, „Laeta­re“ genannt. An die­sem Sonn­tag in der Mit­te der Fasten­zeit — der Höhe­punkt des Fastens war über­schrit­ten, der Blick rich­te­te sich hoff­nungs­voll auf das Oster­fest — trug der Papst zunächst eine natür­li­che, spä­ter eine gol­de­ne Rose zur Kir­che San­ta Cro­ce. Die Rose erhielt der Stadt­prä­fekt Roms. Die Rose sym­bo­li­siert Chri­stus. Das Gold steht für Auf­er­ste­hung, die Dor­nen für die Pas­si­on. Die kunst­vol­le Blü­te unter­streicht den Glanz der Auf­er­ste­hung und soll die Trau­er über das Lei­den Chri­sti mil­dern.

Im Lauf der Jahr­hun­der­te wur­de die­ses Zei­chen päpst­li­chen Wohl­wol­lens, nicht nur an Per­so­nen, son­dern auch an Klö­ster oder Städ­te ver­lie­hen. Für alle Emp­fän­ger war und ist die Rose immer auch Mah­nung und Ver­pflich­tung. Die Päp­ste im 20. Jahr­hun­dert haben nur bedeu­ten­de Got­tes­häu­sern, über­wie­gend Hei­lig­tü­mer der Mut­ter Got­tes aus­ge­zeich­net. Papst Bene­dikt XVI. führt die­se Tra­di­ti­on fort.

(PM/ JF)