Rußlands orthodoxe Kirche gedenkt der Zarenfamilie zum 90. Jahrestag der Hinrichtung

(Mos­kau) Mit Mes­sen wur­de heu­te am Mitt­woch in Ruß­land der Fami­lie des letz­ten rus­si­schen Zaren, Niko­laus II., gedacht, die vor genau 90 Jah­ren samt allen Haus­die­nern und dem Leib­arzt, dem berühm­ten Niko­lai Bot­kin, in Jeka­te­rin­burg (Uralge­biet) hin­ge­rich­tet wurde.

Zeit­gleich hat das Unter­su­chungs­ko­mi­tee der rus­si­schen Staats­an­walt­schaft die Ergeb­nis­se einer gene­ti­schen Exper­ti­se bekannt gege­ben, der zufol­ge die im Jah­re 2007 bei Jeka­te­rin­burg ent­deck­ten mensch­li­chen Über­re­ste von Prin­zes­sin Maria und von Thron­fol­ger Ale­xej stam­men. Am sel­ben Tag haben Wür­den­trä­ger der Rus­sisch-ortho­do­xen Kir­che die Ergeb­nis­se der Exper­ti­se in Zwei­fel gezo­gen. Dage­gen zei­gen die Nach­kom­men des Zaren­hau­ses mehr Ver­trau­en in die Erkennt­nis­se der gene­ti­schen Forschung.

Der letz­te rus­si­sche Zar, Niko­laus II., sei­ne Ange­hö­ri­gen und die Haus­die­ner wur­den in der Nacht zum 17. Juli 1918 im Kel­ler des ehe­ma­li­gen Hau­ses von Inge­nieur Ipat­jew in Jeka­te­rin­burg auf Befehl der bol­sche­wi­sti­schen Regie­rung erschos­sen. In der dar­auf­fol­gen­den Nacht wur­den in Ala­pa­jewsk Groß­für­stin Jeli­sa­we­ta Fjo­do­row­na und Groß­fürst Ser­gej Michailo­witsch, die Für­sten Ioann Kon­stan­ti­no­witsch, Kon­stan­tin Kon­stan­ti­no­witsch, Igor Kon­stan­ti­no­witsch und Fürst Wla­di­mir Palej getö­tet. Außer Ser­gej Michailo­witsch, der zuerst erschos­sen wor­den war, wur­den die ande­ren Roma­nows noch lebend in einen Schacht geworfen.

Die Erz­bi­schofs­ver­samm­lung der Rus­sisch-ortho­do­xen Kir­che hat im Jah­re 2000 Niko­laus II. und sei­ne Fami­li­en­mit­glie­der als Mär­ty­rer hei­lig gespro­chen. Seit dem Jahr 2005 bemüht sich Groß­für­stin Maria Wla­di­mi­row­na, das jet­zi­ge Ober­haupt des Hau­ses Roma­now, um die Reha­bi­li­tie­rung der Zaren­fa­mi­lie durch den Staat. Sie hat zu die­sem Zweck mehr als 200 doku­men­ta­ri­sche Bewei­se gesammelt.

(RIA Novo­sti)