„Liberales Christentum wird nicht lange überleben“ – Klare Worte aus Moskau

(Moskau/Genf) Einen har­ten Angriff gegen ein „libe­ra­les Chri­sten­tum“ trug der Ver­tre­ter des rus­sisch-ortho­do­xen Patri­ar­chen von Mos­kau, Bischof Hil­ari­on Alfe­yev auf der Win­ter­ta­gung des Zen­tral­ko­mi­tees des Welt­kir­chen­ra­tes in Genf vor. „Das libe­ra­le Chri­sten­tum wird nicht lan­ge über­le­ben“, erklär­te der rus­si­sche Ver­tre­ter. Es sei zwar „poli­tisch kor­rekt“, doch im christ­li­chen Bereich „ist es zum Ster­ben bestimmt“.


Das Zen­tral­ko­mi­tee des Welt­kir­chen­ra­tes tagt vom 13. bis 20. Febru­ar in Genf. Vor den dort ver­sam­mel­ten 349 ortho­do­xen Kir­chen und pro­te­stan­ti­schen und angli­ka­ni­schen Kon­fes­sio­nen warn­te Alfe­yev vor einem libe­ra­len Chri­sten­tum. Die­ses spal­te seit Jahr­zehn­ten die Chri­sten­heit, so kön­ne man heu­te nicht mehr von einer christ­li­chen Moral spre­chen, weil „tra­di­tio­nel­le“ und „libe­ra­le“ Chri­sten gänz­lich ver­schie­de­ne Din­ge dar­un­ter ver­stün­den. „Und die­ser Abgrund zwi­schen den bei­den Flü­geln der heu­ti­gen Chri­sten­heit wächst rapi­de“, erklär­te der Ver­tre­ter des Mos­kau­er Patri­ar­chen und führ­te zahl­rei­che Bei­spie­le an. „Wir hören von eini­gen christ­li­chen Füh­rern“, so Alfe­yev, „daß eine Ehe zwi­schen einem Mann und einer Frau nicht mehr die ein­zi­ge Opti­on zur Grün­dung einer christ­li­chen Fami­lie sei, daß es ande­re Paa­re geben kön­ne, und daß die Kir­che die­se alter­na­ti­ven Lebens­for­men aner­ken­nen und ihnen ihren Segen geben müs­se.“ Bischof Hil­ari­on ging in sei­ner Rede auch auf den Lebens­schutz ein. „Wir haben gehört, daß das mensch­li­che Leben ein ver­han­del­ba­rer Wert ist, so daß es im Mut­ter­leib abge­trie­ben wer­den kann“, so Alfe­yev. Der ortho­do­xe Bischof führ­te auch die jüng­ste Wort­mel­dung des angli­ka­ni­schen Erz­bi­schofs von Can­ter­bu­ry an, der mein­te, man könn­te Tei­le der Scha­ria in das bri­ti­sche Rechts­sy­stem auf­neh­men. Nach Alfe­yev ist es zu einer „para­do­xen Situa­ti­on“ gekom­men, denn es ist nicht unse­re Auf­ga­be, „die Scha­ria zu ver­tei­di­gen, alter­na­ti­ve Lebens­sti­le und säku­la­re Wer­te zu för­dern“.

Ange­sichts sol­cher Posi­tio­nen frag­te der Bischof: „Wo bleibt das Chri­sten­tum? Wo bleibt die pro­phe­ti­sche Stim­me der Chri­sten in einer kon­fu­sen und des­ori­en­tier­ten Welt?“ Im Namen des Mos­kau­er Patri­ar­chen bekräf­tig­te er: „Unse­re Mis­si­on ist es, zu ver­kün­den, was Chri­stus ver­kün­digt hat, zu leh­ren, was uns die Apo­stel gelehrt haben und wei­ter­zu­ge­ben, was unse­re Kir­chen­vä­ter uns wei­ter­ge­ge­ben haben. Das ist das ist das Zeug­nis, das die Men­schen von uns erwar­ten“.

(SIR/JF)