Polizeieinsatz gegen vietnamesische Katholiken — Friedliche Proteste weiten sich aus

(Hanoi) Der Pro­test viet­na­me­si­scher Katho­li­ken, mit dem sie vom kom­mu­ni­sti­schen Regime die Rück­ga­be von Kir­chen­ei­gen­tum for­dern, wei­tet sich aus.

Ange­hö­ri­ge der Pfar­rei von Thai Ha im Nor­den Viet­nams gin­gen am 6. Janu­ar auf die Stra­ße, um die Rück­ga­be jener Tei­le des Pfarr­grund­stückes zu for­dern, die im Lau­fe der Jah­re von staat­li­chen Behör­den wider­recht­lich besetzt wur­den. Damit wei­ten sich die fried­li­chen Pro­te­ste der Katho­li­ken Viet­nams aus.

Bereits am Hei­li­gen Abend waren meh­re­re tau­send Katho­li­ken mit Ker­zen in der Hand auf die Stra­ße gegan­gen, um in der ersten katho­li­schen Kund­ge­bung in der Geschich­te des kom­mu­ni­sti­schen Viet­nam, vom Staat die Rück­ga­be eines Gebäu­des in Hanoi zu for­dern, in dem einst die diplo­ma­ti­sche Ver­tre­tung des Hei­li­gen Stuhls unter­ge­bracht war.

Mit einem Poli­zei­ein­satz wur­de der Pro­test von Thai Ha in der Nacht auf den 7. Janu­ar auf­ge­löst. Das kom­mu­ni­sti­sche Regime zeigt sich nicht bereit, auf die katho­li­schen For­de­run­gen ein­zu­ge­hen. Neue Ent­eig­nungs­ver­su­che schei­nen durch den Pro­test jedoch vor­erst gestoppt wor­den zu sein.

Die Pfar­rei Thai Ha im Bezirk Dong war 1928 von Redemp­to­ri­sten gegrün­det wor­den, die ein sechs Hekt­ar gro­ßes Grund­stück erwar­ben und dar­auf 1929 ein Klo­ster und 1941 eine Kir­che errich­te­ten. Damals zähl­te die Nie­der­las­sung 66 Ordens­an­ge­hö­ri­ge. Als 1954 die Kom­mu­ni­sten in Nord­viet­nam die Macht über­nah­men, blie­ben drei Patres und zwei Brü­der zurück, die vom Regime bru­tal ver­folgt wur­den. Bru­der Mar­cel Nguy­en starb 1959 im Gefäng­nis, P. Denis Pas­quet­te und P. Tho­mas Cà´té wur­den depor­tiert, 1970 kam Bru­der Cle­ment Pham Van Dat im Ker­ker ums Leben. Ein­zig P. Joseph Vu Ngoc Bich blieb zurück und setz­te unter Drang­sa­len die Seel­sor­ge fort.

Trotz der Pro­te­ste von P. Joseph besetz­ten staat­li­che Behör­den Schritt um Schritt das Pfarr- und Klo­ster­ge­län­de. Das Klo­ster wur­de vom Regime in ein Kran­ken­haus umge­wan­delt, der Grund ille­gal an staat­li­che Ein­rich­tun­gen und Par­tei­funk­tio­nä­re wei­ter­ge­reicht oder ver­kauft.

Viet­nams Katho­li­ken beru­fen sich in ihren For­de­run­gen auf ein­schlä­gi­ge Geset­ze und Bestim­mun­gen zum Schutz reli­giö­sen Eigen­tums. Den­noch ver­such­ten die Bezirks­be­hör­den von Dong sich wei­te­ren Kir­chen­be­sitz unrecht­mä­ßig anzu­eig­nen, wodurch der öffent­li­che Pro­test der Katho­li­ken von Thai Ha aus­ge­löst wur­de.

(Asianews/RP)