Ein­lei­tung

V Im Namen des Vaters und des Soh­nes und des Hei­li­gen Gei­stes.

A Amen.

V Herr Jesus Chri­stus, wir ver­sam­meln uns unter Dei­nem Kreuz. Dein Kreuz ist Zei­chen Dei­nes Lei­dens und das Zei­chen unse­res Heils.

A Du hast Dich mit uns soli­da­ri­siert, hast nicht vor dem Leid, dem Dun­kel, der Angst Halt gemacht. Du, der Sohn Got­tes, wur­dest Mensch mit allen Kon­se­quen­zen. Mit Dir wol­len wir uns auf den Weg machen. Du nimmst uns mit.

V Wir gehen den Weg mit den älte­ren und den jun­gen Men­schen, wir gehen ihn mit den Män­nern und Frau­en. Wir gehen den Kreuz­weg für alle, die zu uns gehö­ren, beson­ders für die Unge­bo­re­nen und die Kin­der.

A Jesus, wir ver­bin­den unser Lebens­kreuz mit dei­nem Kreuz. Dein Kreuz ver­bin­det Him­mel und Erde. Es weist uns den Weg zum Vater.

Kreuz­weg

V Dein Lei­den und Ster­ben hat uns den Him­mel geöff­net. Du hast das Kreuz auf Dich genom­men, damit wir leben kön­nen. Nimm unser Gebet an für alle, die es schwer haben im Leben. Schen­ke uns Leben in Fül­le. Amen.

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1. Sta­di­on:
Jesus wird zum Tode ver­ur­teilt

V Wir beten Dich an, Herr Jesus Chri­stus, und prei­sen Dich.

A Denn durch Dein hei­li­ges Kreuz hast Du die Welt erlöst.

V Jesus, Du, der gewalt­lo­se Mensch, wirst vor­ge­führt wie ein Ver­bre­cher. Schutz­los, schein­bar macht­los stehst Du da. Du wirst ver­ur­teilt. Dei­ne Lie­be wird ver­kannt. Dei­ne Macht ist nicht von die­ser Welt. Es ist die Macht der Lie­be. Der maß­lo­sen Gewalt setzt Du die Lie­be ent­ge­gen. Dein Leben ist Auf­ruf zur Lie­be.

A Auch heu­te bist Du da. Dein Auf­ruf zu lie­ben steht, wie damals. Oft gehen wir nicht dar­auf ein. Wir ver­ur­tei­len Dich, wenn wir uns gegen die Lie­be ent­schei­den. Wenn unser Tun und unser Den­ken den ande­ren klein macht. Wir ver­ur­tei­len und wer­den ver­ur­teilt. Das geschieht häu­fig, ohne daß wir die Kon­se­quenz beden­ken.

S Schutz­los, macht­los, aus­ge­lie­fert sind auch die unge­bo­re­nen Kin­der. Unschul­dig. Unfä­hig zum Bösen. Ange­wie­sen auf Lie­be. Und doch ver­ur­teilt – zum Tode ver­ur­teilt.
Wel­che Not, wel­che Angst treibt einen Men­schen zu solch einem Tun?

A Jesus, du ver­ur­teilst nicht. Selbst am Kreuz betest du für uns: „Vater, ver­gib ihnen, denn sie wis­sen nicht, was sie tun.“

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2. Sta­ti­on:
Jesus nimmt das schwe­re Kreuz auf sich

V Wir beten Dich an, Herr Jesus Chri­stus, und prei­sen Dich.

A Denn durch Dein hei­li­ges Kreuz hast Du die Welt erlöst.

V Jesus, Du wehrst Dich nicht! Du nimmst das schwe­re Kreuz, das Dir auf­er­legt wird an, ohne Zögern an. Du trägst das Kreuz. Du bist mit ihm ver­bun­den. Du ver­bin­dest Dich auch mit uns. Du ver­bin­dest Dich mit unse­rem Kreuz, mit unse­rer Schuld.

A Es fällt mir schwer, mein Kreuz anzu­neh­men. Es fällt mir schwer, Leid und Schmerz zu tra­gen. Ich möch­te dem Kreuz aus dem Weg gehen. Und doch holt es mich ein. Du hast Dich mit mir durch das Kreuz ver­bun­den. Es ist der Weg zu Dir. Es ist das Zei­chen Dei­ner Lie­be. Einer Lie­be, die mich wach­sen und leben läßt.

S Eine unge­woll­te Schwan­ger­schaft kann die eige­nen Lebens­plä­ne durch­kreu­zen. Ein Kind kann die Exi­stenz bedro­hen, alle Plä­ne der Zukunft ver­wer­fen. Das Kind wird zum Kreuz, das ange­nom­men wer­den will. Wer ein sol­ches Kind auf­nimmt, nimmt Dich auf. In der Annah­me die­ses Kin­des wird Dei­ne Lie­be sicht­bar.

A Jesus, Du ver­ur­teilst nicht die Men­schen, die ihre Lebens­plä­ne durch­kreuzt sehen. Du bist ihnen zur Sei­te. Du schenkst denen Mut, die auf Dich ver­trau­en. Und Du ver­gibst allen, die schul­dig gewor­den sind. Du betest am Kreuz: „Vater, ver­gib ihnen, denn sie wis­sen nicht, was sie tun.“

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3. Sta­ti­on:
Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz

V Wir beten Dich an, Herr Jesus Chri­stus, und prei­sen Dich.

A Denn durch Dein hei­li­ges Kreuz hast Du die Welt erlöst.

V Jesus, die Bru­ta­li­tät der Men­schen trifft Dich mit der vol­len Wucht. Du fällst, weil Men­schen Dich nie­der­zwin­gen. Du liegst am Boden. Du brichst zusam­men, aber Dei­ne Lie­be zu mir rich­tet Dich wie­der auf.

A Am Boden zu lie­gen beschämt. Fal­len und wie­der neu anfan­gen. Auf­ste­hen und sich in der eige­nen Schwach­heit anneh­men, das fällt schwer. Oft wer­de ich mir dabei zur Last. Schwach­heit drückt mich nie­der. Sie wird mir zum Kreuz.

S Es gibt Lasten, die nur schwer zu tra­gen sind. Die Ent­schei­dung gegen ein Kind ist eine sol­che Last. Sie hat schwer­wie­gen­de Fol­gen.

A Jesus, Men­schen haben Dich ernied­rigt. Doch Du liebst uns. Du liebst auch die, die Dich fal­len lie­ßen. Und Du betest heu­te wie damals: „Vater, ver­gib ihnen, denn sie wis­sen nicht, was sie tun.“
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4. Sta­ti­on:
Jesus begeg­net Maria, sei­ner Mut­ter

V Wir beten Dich an, Herr Jesus Chri­stus, und prei­sen Dich.

A Denn durch Dein hei­li­ges Kreuz hast Du die Welt erlöst.

V Jesus, Du begeg­nest Dei­ner Mut­ter. Sie, die Dich getra­gen hat, trägt mit an Dei­nem Leid. Ihre Lie­be beglei­tet Dich. Sie schrei­tet nicht ein. Sie gibt Dich ganz in die Hän­de des Vaters.

A Jesus, mein Mit­ge­fühl für das Leid der ande­ren ist oft abge­stumpft. Anstatt das Leid des Näch­sten zu tei­len, begeg­ne ich ihm mit Unver­ständ­nis. Nicht­ver­ste­hen macht Leid uner­träg­lich. Es macht ein­sam und hart. In der Begeg­nung mit Dir und Dei­ner Mut­ter schenkst Du Trost in jedem Leid.

S Wie ein­sam ist eine unge­wollt schwan­ge­re Frau? Wie allein ist ein unge­woll­tes Kind? Wie schwer ist es für eine Frau, die sich gegen ihr Kind ent­schie­den hat. Wir alle brau­chen die Hil­fe und den Bei­stand unse­rer Mit­men­schen. Wir brau­chen Men­schen, die ver­ste­hen und hel­fen.

A Jesus, wir brau­chen Dein Wort der Erbar­mung. Wir brau­chen dei­nen Trost und Dein Gebet: „Vater, ver­gib ihnen, denn sie wis­sen nicht, was sie tun.“

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5. Sta­ti­on:
Simon von Zyre­ne hilft Jesus das Kreuz tra­gen

V Wir beten Dich an, Herr Jesus Chri­stus, und prei­sen Dich.

A Denn durch Dein hei­li­ges Kreuz hast Du die Welt erlöst.

V Jesus, Du bist erschöpft. Das Kreuz ist zu schwer für Dich. Nie­mand hilft Dir, das Kreuz zu tra­gen. Du bist allein mit Dei­ner Last. Dei­ne Jün­ger haben sich aus dem Staub gemacht. Ein Frem­der wird gezwun­gen, das Kreuz mit Dir zu tra­gen. Wel­cher Schmerz ist grö­ßer? Der, den Dir die Sol­da­ten zufü­gen oder der see­li­sche Schmerz des Ver­las­sen­seins? Auch heu­te gilt: Im Leid zeigt sich ein wah­rer Freund.

A Jesus, Du gehst in Ein­sam­keit Dei­nen Weg. Ich möch­te Dich beglei­ten. Und doch schrecke ich vor dem Leid und der Schmach zurück.

S Das Kind, das unge­wollt her­an­wächst, trägt am Kreuz des Nicht-Geliebt-Seins. Auch die unge­wollt schwan­ge­re Frau kann allein die Last nicht tra­gen. Wer hört den stum­men Hil­fe­schrei der Müt­ter und Kin­der?

A Jesus, Du ver­nimmst die­sen Schrei und betest für uns alle: Vater, ver­gib ihnen, denn sie wis­sen manch­mal nicht, was sie tun kön­nen.

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6. Sta­ti­on:
Vero­ni­ka reicht Jesus das Schweiß­tuch

V Wir beten Dich an, Herr Jesus Chri­stus, und prei­sen Dich.

A Denn durch Dein hei­li­ges Kreuz hast Du die Welt erlöst.

V Dein Weg, Jesus, ist gesäumt von Men­schen. Vie­le sehen Dich lei­den. Vero­ni­ka sieht dich mit den Augen der Lie­be. Sie schreckt vor der Men­schen­men­ge nicht zurück. Sie läßt sich von ihrem Mit­ge­fühl lei­ten. Sie ach­tet nicht auf die Fol­gen ihres Tuns.

A Gött­li­cher Hei­land, auch ich möch­te aus dem Her­zen her­aus han­deln. Ich möch­te mei­nem Näch­sten ohne Vor­be­hal­te begeg­nen. Doch zwi­schen Wunsch und Wirk­lich­keit lie­gen oft Wel­ten. Mei­ne Angst um mein Anse­hen lähmt mei­ne Lie­be.

S Unge­bo­re­ne Kin­der kön­nen selbst nichts ein­for­dern. Sie sind ein­fach da und brau­chen Gebor­gen­heit. Wie schwer ist es für eine unge­wollt schwan­ge­re Frau, für ihr Kind da zu sein und sich nicht an den Pro­ble­men der Schwan­ger­schaft fest­zu­ma­chen. Ihr Leben und das des Kin­des ste­hen in einem tie­fen Zusam­men­hang.

A Jesus, schen­ke den unge­wollt schwan­ge­ren Frau­en in ihrer Not die Erfah­rung, gebor­gen zu sein. Gib ihnen Mut und Kraft zum Tra­gen. Laß sie durch uns Annah­me und Lie­be erfah­ren. Und wo sie an den Ver­hält­nis­sen und am eige­nen Unver­mö­gen schei­tern, betest du für sie: „Vater, ver­gib ihnen, denn sie wis­sen nicht, was sie tun.“

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7. Sta­ti­on:
Jesus fällt zum zwei­ten Mal unter dem Kreuz

V Wir beten Dich an, Herr Jesus Chri­stus, und prei­sen Dich.

A Denn durch Dein hei­li­ges Kreuz hast du die Welt erlöst.

V Jesus, unbarm­her­zig wirst Du auf dem Kreuz­weg getrie­ben. Mit roher Gewalt wirst du gezwun­gen. Aber Dei­ne Wür­de bleibt, auch wenn du am Boden liegst. Bei aller Schmach, die Men­schen Dir antun: Du bist und bleibst der Sohn des leben­di­gen Got­tes.

A Mei­ne Schwä­che, mei­ne Schuld las­sen mich immer wie­der fal­len. Und den­noch: Ich bin und blei­be Kind Got­tes. Wie tief ich auch fal­le, wel­che Schuld ich auch auf mich lade, Du, Jesus, hältst zu mir. Du ver­gibst mir immer wie­der.

S Wir sind von Anfang an mit gro­ßer Wür­de beschenkt. Alle Men­schen, auch die unge­bo­re­nen Kin­der, sind ein Geschenk Got­tes. Was auch geschieht, ihre Wür­de ist unan­tast­bar. Und wenn sie nie gebo­ren wer­den, Du, Jesus, birgst sie in Dei­ner Lie­be.

A Mit Dir ver­bin­den wir unse­re Gebe­te für die unge­bo­re­nen Kin­der. Du betest für alle, die mensch­li­che Wür­de miß­ach­ten: „Vater, ver­gib ihnen, denn sie wis­sen nicht, was sie tun.“

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8. Sta­ti­on:
Jesus begeg­net den wei­nen­den Frau­en

V Wir beten Dich an, Herr Jesus Chri­stus, und prei­sen Dich.

A Denn durch Dein hei­li­ges Kreuz hast Du die Welt erlöst.

V Jesus, Du gehst Dei­nen Kreuz­weg nicht allein. Frau­en beglei­ten Dich und wei­nen über Dein Leid. Sie füh­len Dei­nen Schmerz mit. Sie fra­gen nach dem War­um.

A Auch ich fra­ge in mei­nem Leid: „War­um?“ Mir fällt es schwer, hin­ter mei­nem Leid die Lie­be des Vaters zu sehen. Jesus, Du weißt, wozu Du Dein Leid trägst. Du trägst es aus Lie­be.

S Die unge­bo­re­nen Kin­der sind nicht fähig, das Unrecht zu bewei­nen. Frau­en, die ein Kind erwar­ten, spü­ren den Anspruch des wer­den­den Lebens in sich. Man­che füh­len sich nicht in der Lage, das Kind aus­zu­tra­gen. Die Last ist schwer. Gewein­te Trä­nen erleich­tern, ändern aber nicht die Situa­ti­on.

A Schen­ke den Frau­en, die ein Kind abge­trie­ben haben Men­schen, die mit ihnen gehen. Laß mich solch ein Mensch sein. Durch mein Leben möch­te ich zei­gen, daß dein Wort auch für mich gilt: „… ver­gib ihnen, denn sie wis­sen nicht, was sie tun.“

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9. Sta­ti­on:
Jesus fällt zum drit­ten Mal unter dem Kreuz

V Wir beten Dich an, Herr Jesus Chri­stus, und prei­sen Dich.

A Denn durch Dein hei­li­ges Kreuz hast Du die Welt erlöst.

V Jesus, Du hast kei­ne Kraft mehr. Die Gewalt nimmt kein Ende. Aber auch Dei­ne Lie­be ist ohne Maß. Sie läßt Dich wie­der auf­ste­hen und den Weg bis ans Ende gehen.

A Jesus, wenn ich kraft­los bin, dann darf auch ich fal­len. Ich darf schwach sein. Du bist da, wenn ich am Boden lie­ge. Du rich­test mich auf. Wie oft ich auch fal­le, Du liebst mich gren­zen­los. Mei­ne Schuld kann zum Weg zu Dir wer­den. Du willst mei­ne Stär­ke in der Schwach­heit sein.

S Du nimmst Dich auch der Frau­en an, die sich gegen ihr Kind ent­schie­den haben. Du bist den Kin­dern nahe, die nie gebo­ren wur­den. Men­schen, deren eige­ne Schuld sie nie­der­drückt, läßt Du nicht am Boden lie­gen. Du bist da und rich­test sie wie­der auf. Nie­mand kann so tief fal­len, daß Du ihn nicht ber­gen kannst.

A Jesus, Du machst ernst mit dei­nem Wort: „Vater, ver­gib ihnen, denn sie wis­sen nicht, was sie tun.“

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10. Sta­ti­on:
Jesus wird sei­ner Klei­der beraubt

V Wir beten Dich an, Herr Jesus Chri­stus, und prei­sen Dich.

A Denn durch Dein hei­li­ges Kreuz hast Du die Welt erlöst.

V Jesus, Du läßt Dir Dei­ne Klei­der neh­men. Du klam­merst Dich nicht dar­an. Du läßt los, läßt alles, was Dir auf Erden gehört. Was bleibt, ist das Kreuz. Bloß­ge­stellt und nackt stehst Du da, den Men­schen aus­ge­lie­fert. Dei­ne Wun­den sind offen. Sie sind Zei­chen dafür, daß Du Dich nicht ver­schließt. Du bist offen für uns. Selbst in die­sem Moment der Ernied­ri­gung zeigst Du Dei­ne Lie­be.

A Der Gewalt, dem Ter­ror ande­rer aus­ge­lie­fert sein. Kei­nen Schutz­raum haben. Alles offen legen müs­sen. Jesus, der Gedan­ke, so bloß­ge­stellt zu sein wie Du, beschämt mich.

S Unge­bo­re­ne Kin­der sind in unse­rer Gesell­schaft unge­schützt. Der Preis dafür ist hoch. Vie­le bezah­len die Schutz­lo­sig­keit mit dem Leben.

A Jesus, wen­de unse­re Not. Zei­ge den Frau­en, die ein Kind erwar­ten, daß Du ihnen Halt und Stüt­ze bist. Gib denen, die in ihrer Ver­zweif­lung ein Kind abge­trie­ben haben, neue Hoff­nung. Laß sie bei Dir Annah­me fin­den, auch in Schuld und Ver­sa­gen. Und laß uns hel­fen, wo immer wir Men­schen in Not sehen. Sprich auch heu­te dein Wort des Erbar­mens: „Vater, ver­gib ihnen, denn sie wis­sen nicht, was sie tun.“

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11. Sta­ti­on:
Jesus wird ans Kreuz gena­gelt

V Wir beten Dich an, Herr Jesus Chri­stus, und prei­sen Dich.

A Denn durch Dein hei­li­ges Kreuz hast Du die Welt erlöst.

V Jesus, Dei­ne Hän­de haben geseg­net und geheilt. Dei­ne Füße haben Dich getra­gen. Nun sind sie durch­bohrt mit Nägeln. Dei­ne Lie­be ist fest­ge­macht am Kreuz. Das Kreuz ist Zei­chen mei­ner Erlö­sung.

A Herr, ich bin fest­ge­na­gelt in mei­ner Welt. Fest­ge­na­gelt in mei­nen Schwä­chen und in mei­nem Leid. Fest­ge­na­gelt in mei­ner Sün­de und Schuld. Hilf mir, mein Herz fest­zu­ma­chen an Dir.

S Jesus, eine unge­wollt schwan­ge­re Frau fühlt sich fest­ge­na­gelt. Sie lei­det an ihrem Zustand. Man­che sehen kei­nen Aus­weg. Sie glau­ben, daß der Tod des Kin­des sie befreit. Du allein kannst aus Angst und Not befrei­en. Sei Du uns Ret­ter und Erlö­ser.

A Hilf uns, Frau­en in Not Mög­lich­kei­ten zu einem neu­en Leben zu erschlie­ßen. Laß die Frau­en, die abge­trie­ben haben, Ver­ge­bung und Frie­den durch Dein Gebet erfah­ren: „Vater, ver­gib ihnen, denn sie wis­sen nicht, was sie tun.“

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12. Sta­ti­on:
Jesus stirbt am Kreuz

V Wir beten Dich an, Herr Jesus Chri­stus, und prei­sen Dich.

A Denn durch Dein hei­li­ges Kreuz hast Du die Welt erlöst.

V Gestor­ben bist Du am Kreuz durch die Lieb­lo­sig­keit der Men­schen. Dei­ne Lie­be hat alles ertra­gen. Dei­ne Lie­be ist unse­re Erlö­sung.

A Jesus, auch ich lei­de an der Lieb­lo­sig­keit mei­ner Mit­men­schen. Men­schen lei­den an mir und durch mich. Hilf mir zu ertra­gen, was ich ertra­gen soll. Leh­re mich zu lie­ben, damit Dei­ne Lie­be erfahr­bar bleibt in unse­rer Welt.

S Täg­lich ster­ben vie­le unge­bo­re­ne Kin­der. Das Ster­ben nimmt kein Ende. Sie ster­ben, weil die Lie­be erstor­ben ist.

A Jesus, auch für sie und ihre Eltern bist Du gestor­ben. Hilf den Vätern und Müt­tern, die Schuld auf sich gela­den haben. Rüh­re uns an, daß wir hel­fen, wo immer es geht. Nimm uns alle in Dein Beten hin­ein: „Vater, ver­gib ihnen, denn sie wis­sen nicht was sie tun.“

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13. Sta­ti­on:
Jesus wird in den Schoß sei­ner Mut­ter gelegt

V Wir beten Dich an, Herr Jesus Chri­stus, und prei­sen Dich.

A Denn durch Dein hei­li­ges Kreuz hast Du die Welt erlöst.

V Jesus, Dein toter Leib wird vom Kreuz genom­men. In die­ser Toten­stil­le spre­chen Dei­ne Wun­den eine lau­te Spra­che. Maria, Dei­ne Mut­ter nimmt Dich in ihren Schoß. Sie sieht dich an, sie hält Dich. Noch ein­mal darf sie Dich tra­gen.

A Maria, Dei­ne Mut­ter hält auch mich. Sie nimmt mich an mit all mei­nen Wun­den. Sie sieht mich an. Bei ihr bekom­me ich Anse­hen. Bei ihr bin ich dir ganz nahe.

S Maria kann das Leid derer nach­emp­fin­den, die ein totes Kind bekla­gen. Eine Mut­ter stirbt immer mit. Mit jedem Kind, stirbt ein Teil ihrer selbst.

A Jesus, du liebst die Men­schen. Du hast gewollt, daß alle leben. Die Zärt­lich­keit Dei­ner Mut­ter trö­stet uns, wenn wir die Not der unge­bo­re­nen Kin­der und ihrer Müt­ter bewei­nen. Ver­gib uns, wo wir not­wen­di­ge Hil­fe unter­las­sen haben und schul­dig gewor­den sind.

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14. Sta­ti­on:
Jesus wird ins Grab gelegt

V Wir beten Dich an, Herr Jesus Chri­stus, und prei­sen Dich.

A Denn durch Dein hei­li­ges Kreuz hast Du die Welt erlöst.

V Jesus, Du wirst der Dun­kel­heit des Gra­bes über­ge­ben. Dein Grab, Ende dei­nes Kreuz­we­ges. Das dunk­le Grab ist nun im Licht. Mit Dir wird das Grab Ort des neu­en Anfangs. Auf­er­ste­hung! Dein Licht nimmt der Dun­kel­heit den Schrecken.

A Herr, die Grä­ber mei­nes Lebens wer­den hell durch Dein Licht. Mei­ne Schuld, mein Ver­sa­gen wer­den zum Tor des Lich­tes, wenn ich den Weg zu Dir fin­de. Du rich­test mich auf. Du öff­nest mei­ne Grä­ber. Dei­ne Lie­be deckt sie nicht zu, sie macht sie hell. Mit Dei­ner Lie­be kann ich neu begin­nen. Du schenkst Auf­er­ste­hung und Leben.

S Jesus, gro­ßer Schuld begeg­nest Du mit noch grö­ße­rer Barm­her­zig­keit und Lie­be. Nie­mand muß ver­za­gen. Alle, die zu Dir kom­men mit der Bit­te um Ver­ge­bung, fin­den einen neu­en Anfang.

A Hilf allen, die das Kind, das Gott ihnen schen­ken woll­te, nicht ange­nom­men haben. Zei­ge ihnen den Weg in Dei­ne barm­her­zi­ge Lie­be und laß auch mich barm­her­zig sein. Laß uns auf dein Wort hören: „Vater, ver­gib ihnen, denn sie wis­sen nicht, was sie tun.“

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Schluß­ge­bet
V Herr Jesus Chri­stus, Dei­ne Lie­be ist Licht für uns. Es ist Licht­zei­chen für alle, die im Dun­keln ste­hen.

S Wir sind mit Dir den Kreuz­weg gegan­gen. Wir haben das Leid und die Not schwan­ge­rer Frau­en und unge­bo­re­ner Kin­der mit­ge­nom­men.

Wir bit­ten Dich:
A Leh­re uns, das mensch­li­che Leben zu schüt­zen, beson­ders am Beginn. Laß uns die Kin­der lie­bend anneh­men. Gib den schwan­ge­ren Frau­en Men­schen zur Sei­te, die sie mit sor­gen­der Lie­be beglei­ten. Laß alle, die Schuld auf sich gela­den haben, Ver­ge­bung fin­den und hilf ihnen, sich selbst zu ver­ge­ben.

V Maria, Mut­ter Chri­sti und unse­re Mut­ter. Du gehst alle Wege unse­res Lebens mit. Wir ver­trau­en Dir unser Leben und das Leben aller schwan­ge­ren Frau­en, das Leben der unge­bo­re­nen Kin­der an.

S Du bist die Köni­gin der Lie­be, die Sie­ge­rin über das Böse, die Mut­ter unse­rer Her­zen.

Die­ser Kreuz­weg wur­de von Licht­zei­chen e.V. Hil­fe für schwan­ge­re Frau­en von der Schön­statt­be­we­gung zur Ver­fü­gung gestellt.

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