Die ununterbrochene Papstreihe in Sankt Paul vor den Mauern ist kulturhistorisch einzigartig. Demnächst wird das 267. Medaillon, jenes von Leo XIV., angebracht werden.
Leo XIV.

Die Päpste im Bild – Systematische Papstgalerien

Als die Vati­ka­ni­sche Mosa­ik­werk­statt (Stu­dio del Mosai­co Vati­ca­no) dem amtie­ren­den Papst Leo XIV. gestern das neu voll­ende­te Mosa­ik mit sei­nem Por­trät prä­sen­tier­te, wur­de eine Tra­di­ti­on fort­ge­führt, die zum älte­sten, kon­ti­nu­ier­lich gepfleg­ten und zugleich pro­gram­ma­tisch­sten Bild­zy­klus der Mensch­heits­ge­schich­te gehört. Mit der vor­ge­se­he­nen Anbrin­gung die­ses Por­trät­me­dail­lons in der Patri­ar­chal­ba­si­li­ka Sankt Paul vor den Mau­ern tritt ein wei­te­rer
Leo XIV. ließ einerseits zu, die Liturgiefrage demokratisch von der Konsistoriums-Tagesordnung zu streichen. Er ließ aber andererseits auch zu, daß Kardinal Roche allen Purpurträgern seine Überlegungen zur Liturgiefrage vorlegen konnte. Zwei Bewegungen in die falsche Richtung.
Leo XIV.

Arthur Roche und sein Dokument der liturgischen Amnesie

Von Giu­sep­pe Nar­di Der vom Prä­fek­ten des Dik­aste­ri­ums für den Got­tes­dienst und die Sakra­men­ten­ord­nung, Kar­di­nal Arthur Roche, vor­ge­leg­te Text zur Lit­ur­gie anläß­lich des außer­or­dent­li­chen Kon­si­sto­ri­ums im Janu­ar 2026 ist kein bloß theo­lo­gi­scher Impuls, son­dern ein pro­gram­ma­ti­sches Doku­ment. Er bean­sprucht, die lit­ur­gi­sche Fra­ge im Hori­zont der „orga­ni­schen Ent­wick­lung“ der Kir­che zu deu­ten, und erhebt zugleich den Anspruch,
Papst Leo XIV. nahm den altersbedingten Rücktritt von Msgr. Rifan, dem formal einzigen traditionell römischen Ortsbischof der Kirche, an. Im Bild Msgr. Rifan mit Papst Leo im November 2025
Leo XIV.

Rücktritt von Msgr. Rifan angenommen

Die Apo­sto­li­sche Per­so­nal­ad­mi­ni­stra­ti­on St. Johan­nes Maria Vian­ney in Cam­pos (Bra­si­li­en) bleibt vor­erst unter der Lei­tung ihres bis­he­ri­gen Ober­hir­ten. Wie aus nun ver­öf­fent­lich­ten offi­zi­el­len Doku­men­ten her­vor­geht, hat Papst Leo XIV. den alters­be­ding­ten Rück­tritt von Bischof Fer­nan­do Arêas Rifan zwar ange­nom­men, ihn jedoch zugleich gebe­ten, das Amt für wei­te­re 18 Mona­te wei­ter­zu­füh­ren. Die Apo­sto­li­sche Per­so­nal­ad­mi­ni­stra­ti­on St. Johan­nes
Msgr. Marco Agostini (Mitte), der von Papst Leo XIV. entlassene, traditionsverbundene Päpstliche Zeremoniar, im Bild zusammen mit dem Generaloberen des Instituts Christus König und Hohepriester Msgr. Gilles Wach (links) und Kanonikus Guitard.
Leo XIV.

Papst Leo XIV. entläßt Zeremoniar – Maßnahme mit Schlagseite

Mon­si­gno­re Mar­co Ago­sti­ni, einer der lang­jäh­rig­sten Zere­mo­nia­re des Hei­li­gen Stuhls, wur­de von Papst Leo XIV. sei­nes Amtes ent­ho­ben. Als Grund wird eine unan­ge­mes­sen nega­ti­ve Bemer­kung über angeb­lich homo­se­xu­el­le Kuri­en­mit­glie­der genannt, die öffent­lich wurde.
Arthur Roche, Präfekt des Gottesdienstdikasteriums und erklärter Gegner des überlieferten Römischen Ritus, mit Papst Franziskus, der ihn auf diesen Posten setzte und zum Kardinal kreierte
Leo XIV.

Römische Machinationen in der Liturgiefrage

Das außer­or­dent­li­che Kon­si­sto­ri­um der ver­gan­ge­nen Woche warf ein Schlag­licht auf eine Ent­wick­lung, die vie­le Gläu­bi­ge seit Jah­ren mit Sor­ge beob­ach­ten. Wäh­rend sich die ver­sam­mel­ten Kar­di­nä­le in syn­oda­len Über­le­gun­gen ergin­gen, blie­ben Fra­gen außen vor, die das kon­kre­te kirch­li­che Leben unmit­tel­bar betref­fen. Dazu zählt vor allem die Lit­ur­gie – bemer­kens­wer­ter­wei­se ein The­ma, das ursprüng­lich auf der Tages­ord­nung
Papst Leo XIV. mit den zum Konsistorium versammelten Kardinälen am Cathedra-Altar
Leo XIV.

Konsistorium: Und wo blieb die Liturgie?

Edward Pen­tin berich­te­te in einem vom Natio­nal Catho­lic Regi­ster ver­öf­fent­lich­ten Arti­kel, daß eini­ge Kar­di­nä­le sowie Gläu­bi­ge, die dem über­lie­fer­ten römi­schen Ritus ver­bun­den sind, ihre Besorg­nis dar­über zum Aus­druck gebracht haben, daß die Lit­ur­gie bei dem am 7./8. Janu­ar im Vati­kan tagen­den außer­or­dent­li­chen Kon­si­sto­ri­um in den Hin­ter­grund gedrängt wur­de, nach­dem die Mehr­heit der Kar­di­nä­le dafür gestimmt
Leo XIV., Aufnahme bei den Arbeitsgruppen des Konsistoriums in der Aula Paolo VI
Leo XIV.

Macht und Bedeutung der Bilder

Aus den zahl­rei­chen Bil­dern, die vom Kon­si­sto­ri­um der ver­gan­ge­nen zwei Tage ver­öf­fent­licht wur­den, sei­en zwei her­aus­ge­grif­fen, weil sie auf jeweils eige­ne Wei­se emble­ma­tisch sind: eines, das uns sehr gefällt, und eines, das uns weni­ger gefällt.
Papst Leo XIV. bemühte sich, den Kardinälen zuzuhören, von denen allerdings erwartungsgemäß nur sehr wenige zu Wort kamen, und die Einheit zu betonen. Doch welche Akzente setzte er insgesamt?
Leo XIV.

Leo XIV. zum Abschluß des Konsistoriums „a braccio“

Eine Ana­ly­se von Giu­sep­pe Nar­di Wie gestern ange­kün­digt, ermög­licht erst die Ein­be­zie­hung der Schluß­wor­te von Papst Leo XIV. eine Gesamt­ana­ly­se sei­ner Akzent­set­zun­gen, da in sie auch schon das zwei­tä­gi­ge Kon­si­sto­ri­um ein­ge­flos­sen ist. Der Hei­li­ge Stuhl ver­öf­fent­lich­te die Schluß­wor­te, die vom Papst frei gespro­chen wur­den, wie aus­drück­lich betont wird. Wir haben bereits an ande­rer Stel­le Zwei­fel an
Leo XIV. beim Te Deum im Petersdom zum Abschluß des ersten außerordentlichen Konsistoriums seines Pontifikats
Leo XIV.

Das Konsistorium als Programm – Kollegialität statt Synodalität?

Ein Kom­men­tar von Giu­sep­pe Nar­di Das außer­or­dent­li­che Kar­di­nals­kon­si­sto­ri­um ist been­det, doch es mar­kiert offen­kun­dig kei­nen Abschluß, son­dern den Auf­takt eines neu­en For­mats. Papst Leo XIV. kün­dig­te ein wei­te­res Tref­fen für Ende Juni an, ver­bun­den mit der Absicht, künf­tig jähr­lich mehr­tä­gi­ge Kon­si­sto­ri­en abzu­hal­ten. Die vati­ka­ni­sche Pres­se­stel­le bestä­tig­te dies umge­hend. Was auf den ersten Blick wie ein orga­ni­sa­to­ri­sches
Leo XIV. zwischen Kardinälen heute morgen im Petersdom
Leo XIV.

Papst Leo XIV. und das konziliare Koordinatensystem

Eine erste Ana­ly­se von Giu­sep­pe Nar­di Die Anspra­che von Papst Leo XIV. an das außer­or­dent­li­che Kon­si­sto­ri­um vom 7. Janu­ar 2026 ist ein pro­gram­ma­ti­scher Text. Sie defi­niert nicht nur Stil und Selbst­ver­ständ­nis des neu­en Pon­ti­fi­kats, son­dern erlaubt auch eine prä­zi­se Ein­ord­nung sei­nes theo­lo­gi­schen und ekkle­sio­lo­gi­schen Stand­or­tes. Inhalt­lich wie metho­disch bewegt sich die Rede ein­deu­tig inner­halb des kirch­li­chen