Deutschlands Kasperianer auf dem Weg nach Rom


Ein Bischof ein Gesicht
Kar­di­nal Marx: Ein Bischof ein Gesicht

(Bonn) Die Deut­sche Bischofs­kon­fe­renz hat die drei Syn­oda­len ernannt, die im kom­men­den Okto­ber an der ordent­li­chen Bischofs­syn­ode über die Fami­lie teil­neh­men wer­den. Die in Hil­des­heim tagen­de Bischofs­kon­fe­renz wähl­te am heu­ti­gen Diens­tag ihren Vor­sit­zen­den Erz­bi­schof Rein­hard Kar­di­nal Marx von Mün­chen-Frei­sing zum Syn­oden­va­ter. Eben­so gewählt wur­den Bischof Franz-Josef Bode von Osna­brück und Bischof Hei­ner Koch von Dres­den-Mei­ßen. Die Deut­sche Bischofs­kon­fe­renz zeigt Geschlos­sen­heit: alle drei Gewähl­ten gel­ten als Kasperianer.

Kar­di­nal Marx, Bischof Bode und Bischof Koch haben bereits 2014 in unter­schied­li­cher Form öffent­lich die Kom­mu­ni­on für „wie­der­ver­hei­ra­te­te Geschie­de­ne“ gefor­dert, wie neu­er­dings stän­di­ge Ehe­bre­cher genannt wer­den. Bischof Bode ist Vor­sit­zen­der der Pasto­ral­kom­mis­si­on der Deut­schen Bischofs­kon­fe­renz, wäh­rend Bischof Koch Deutsch­lands „Fami­li­en­bi­schof“ ist. Kar­di­nal Marx gab sich über­zeugt, daß die Syn­ode in Rom eine „gemein­sa­me Linie“ fin­den wer­de, die er mit „90 Pro­zent plus x“ quantifizierte.

„Homosexualität als Sünde bezeichnen, ist verletztend“

Bischof Koch scheint sein Flug­ticket nach Rom vor weni­gen Tagen mit der Aus­sa­ge gelöst zu haben: „Schwul­sein ist kei­ne Sün­de“. Skur­ri­le Wort­spie­le, die auf einen gesell­schaft­li­chen Brücken­schlag abzie­len, der einem Schuß nach hin­ten ähnelt. Neu­er­dings „ent­decken“ Bischö­fe der Rei­he nach „ganz pri­ma“ Homo­se­xu­el­le, die sie den Gläu­bi­gen als Vor­bild hin­stel­len. Kar­di­nal Schön­born macht Schule.

Der Wie­ner Erz­bi­schof hat­te wäh­rend der Bischofs­syn­ode 2014 dem Cor­rie­re del­la Sera von einem Homo-Paar vor­ge­schwärmt, das er ken­ne: „Es war wun­der­bar, mensch­lich wie christ­lich, wie der eine sich um den ande­ren küm­mer­te“, so der Kar­di­nal. Was das Aner­ken­nens­wer­te mit Homo­se­xua­li­tät zu tun hat, sag­te Schön­born nicht. Bischof Hei­ner Koch erklär­te nun vor drei Tagen: „Ich ken­ne homo­se­xu­el­le Paa­re, die Wer­te wie Ver­läss­lich­keit und Ver­bind­lich­keit in vor­bild­li­cher Wei­se leben.“

Zunächst wur­de von deut­schen Kir­chen­obe­ren gewarnt, die Sün­der nicht mehr zu „krän­ken“, indem man sie als Sün­der bezeich­net. Man sol­le statt­des­sen die Sün­de beim Namen nen­nen. Bischof Koch warnt nun davor, auch die Sün­de nicht mehr als sol­che zu bezeich­nen, weil das für die ehe­ma­li­gen Sün­der, die nun­mehr Betrof­fe­ne genannt wer­den, „ver­let­zend“ sei. Die Fahrt­rich­tung ist klar. Die Welt, ein­schließ­lich die Regie­ren­den, hal­ten Homo­se­xua­li­tät der­zeit für Klas­se. Die Kir­chen­obe­ren, der Macht immer dicht auf den Fer­sen, suchen nach der Exit-Stra­te­gie, um sich der „homo­pho­ben“ Bela­stung, die Gott sei­nem Boden­per­so­nal auf­ge­la­stet hat, mög­lichst schnell und schmerz­los zu entledigen.

Wird Kardinal Schönborn vom Papst zum Synodalen ernannt?

Apro­pos Öster­reich: Die Alpen­re­pu­blik schickt Bischof Ben­no Elbs von Feld­kirch nach Rom. Auch er kann sich einen Zugang zur Kom­mu­ni­on für wie­der­ver­hei­ra­te­te Geschie­de­ne „vor­stel­len“, wie er kurz vor Weih­nach­ten dem ORF sag­te. Die Schweiz wird durch Bischof Jean-Marie Lovey von Sit­ten ver­tre­ten wer­den, nach­dem im Okto­ber 2014 noch der offen pro­gres­si­sti­sche Bischof Mar­kus Büchel von Sankt Gal­len als Syn­oda­le in Rom war.

Wäh­rend Elbs von Papst Fran­zis­kus bereits bestä­tigt wur­de, müs­sen Lovey und die drei bun­des­deut­schen Syn­oda­len noch auf die Bestä­ti­gung war­ten. War im Herbst 2014 für jedes Land der Vor­sit­zen­de der Bischofs­kon­fe­renz Syn­oda­le, wer­den die Syn­oden­vä­ter für die Syn­ode 2015 von den Bischofs­kon­fe­ren­zen gewählt. In Öster­reich hegt man offen­bar die Hoff­nung, daß Wiens Erz­bi­schof, Kar­di­nal Schön­born, von Papst Fran­zis­kus per­sön­lich zum Syn­oda­len ernannt wer­den könnte.

Text: Giu­sep­pe Nardi
Bild: Wikicommons