Erzbischof von Dublin: „In der Kirche gibt es einige Homophobe“


Erzbischof Diarmuid Martin von Dublin beim Weltwirtschaftsforum 2013: "In der Kirche gibt es einige Homophobe"(Dub­lin) Erz­bi­schof Diar­muid Mar­tin von Dub­lin übte sich in Locke­rungs­übun­gen für die katho­li­sche Moral­leh­re zur Homo­se­xua­li­tät. In einem Inter­view mit dem iri­schen Fern­seh­sen­der RTE behaup­te­te der Erz­bi­schof: „Es ist ein Tat­sa­che, daß es in der Kir­che eini­ge Men­schen gibt, die als homo­phob bezeich­net wer­den kön­nen“. Der Erz­bi­schof erkann­te damit die Wort­neu­schöp­fung „Homo­pho­bie“ und deren Ablei­tun­gen an. Sie dient in jüng­ster Zeit der Homo-Lob­by als maß­geb­li­ches Instru­ment im Kampf zur Durch­set­zung von Son­der­rech­ten. Dazu gehö­ren auch die soge­nann­ten „Anti-Homo­pho­bie-Geset­ze“ mit einer Beschnei­dung der Mei­nungs­frei­heit. Kri­tik an Homo­se­xua­li­tät und der Homo-Agen­da wird mit die­sen Son­der­ge­set­zen unter Stra­fe gestellt.

Im sel­ben Inter­view schloß Erz­bi­schof Mar­tin nicht aus, daß in bestimm­ten Fäl­len die katho­li­sche Leh­re von eini­gen „instru­men­ta­li­siert“ wer­den , um „gegen die Homo­se­xu­el­len“ vorzugehen.

Die Wort­mel­dung des Erz­bi­schofs hängt mit der iri­schen Debat­te über eine Ver­fas­sungs­än­de­rung zusam­men. Im ver­gan­ge­nen Herbst kün­dig­te Justiz­mi­ni­ster Alan Shat­ter an, er wer­de der Regie­rung vor­schla­gen, eine Ver­fas­sungs­än­de­rung dem Volk zur Abstim­mung vor­zu­le­gen, um Homo-Part­ner­schaf­ten recht­lich aner­ken­nen zu kön­nen, wie dies in Groß­bri­tan­ni­en durch die Regie­rung Came­ron bereits gesche­hen ist.

Der Erz­bi­schof von Dub­lin stell­te sich im Inter­view gegen Bischof Denis Nul­ty von Kil­da­re-Leigh­lin, der kurz zuvor die katho­li­sche Ehe­leh­re ver­tei­digt hat­te. Bischof Nul­ty beton­te, daß die „Katho­li­sche Kir­che dar­an fest­hält und wei­ter­hin dar­an fest­hal­ten wird, daß die Unter­schie­de zwi­schen Mann und Frau bei glei­cher Wür­de grund­le­gend sind“ und daß Kin­der ein „Natur­recht auf eine Mut­ter und einen Vater haben und dies das beste Umfeld für sie ist“.

Der Erz­bi­schof von Dub­lin voll­zog nun eine „Öff­nung“ gegen­über den ein­ge­tra­ge­nen Part­ner­schaf­ten. Die kirch­li­che Ehreleh­re zwi­schen Mann und Frau schlie­ße nicht prin­zi­pi­ell aus, daß Homo­se­xu­el­le ihre Ver­bin­dung mit einer ande­ren Art eines zivil­recht­li­chen Ver­trags schlie­ßen kön­nen. Besorgt zeig­te sich der Erz­bi­schof über den mög­li­chen Ver­lauf der Debat­te, die nicht auf die beste Wei­se begon­nen habe: „Dis­kus­sio­nen über sol­che The­men müs­sen auf eine rei­fe Wei­se statt­fin­de, so daß jeder sei­ne Mei­nung äußern kann, aber immer mit dem nöti­gen Respekt und immer ohne Beleidigungen.“

Als Beleg für „homo­pho­bes“ Den­ken nann­te der Erz­bi­schof die „vie­len Wit­ze, mit denen in einem inzwi­schen über­hol­ten kul­tu­rel­len Kli­ma die Homo-Gemein­schaft aufs Korn genom­men wur­de, aber es ist der Zeit­punkt gekom­men, ein neu­es Kapi­tel auf­zu­schla­gen, um uns davon zu lösen, wenn wir vor­wärts blicken und auf ande­re Art vor­wärts­ge­hen wollen.“

Die Volks­ab­stim­mung über die Homo-Part­ner­schaf­ten wird in den ersten Mona­ten 2015 stattfinden.

Text: Giu­sep­pe Nardi
Bild: Wikicommons