De Maria numquam satis

Kein Wort über Maria ist je genug


Mater Dolorosa
Mater Dolorosa

Von P. Ser­a­fi­no M. Lanzetta*

Die Mit­er­lö­sung Mari­ens läßt sich beson­ders gut im Licht zwei­er lit­ur­gi­scher Feste ver­ste­hen. Der 15. Sep­tem­ber ist ein gro­ßes maria­ni­sches Fest, das Unse­rer Lie­ben Frau von den Schmer­zen am Fuße des Kreu­zes gewid­met ist. Im über­lie­fer­ten Ritus wird die­ses Fest vor­be­rei­tet durch das Fest der Sie­ben Schmer­zen Mari­ens, das am Frei­tag der Pas­si­ons­wo­che vor der Kar­wo­che gefei­ert wird. Am 14. Sep­tem­ber hin­ge­gen bege­hen wir das Fest der Erhö­hung des Hei­li­gen Kreu­zes. Es han­delt sich um äußerst bedeu­ten­de Feste, die eng mit­ein­an­der ver­knüpft sind: eines chri­sto­lo­gi­scher, das ande­re maria­ni­scher Natur. Dies macht deut­lich, daß es stets not­wen­dig ist, das Geheim­nis der Mit­erlö­se­rin im Licht der Erlö­sung zu ver­tie­fen: Jesus und Maria sind untrenn­bar ver­eint, stets mit­ein­an­der ver­bun­den. Es gilt, Kreuz und Mit­erlö­se­rin gemein­sam zu betrachten.

In die­ser Betrach­tung, die ich in drei Tei­le glie­dern wer­de, erschien es mir ange­bracht, die Bedeu­tung der Mit­er­lö­sung für unser christ­li­ches Leben in einer prak­ti­sche­ren – pasto­ra­len – Wei­se dar­zu­stel­len und zugleich ihre eben­so prak­ti­sche Ver­an­ke­rung in der durch Chri­stus gewirk­ten Erlö­sung aufzuzeigen.

Wir spre­chen sehr häu­fig vom Geheim­nis der Mit­er­lö­sung Mari­ens, und gewiß ist dies etwas zutiefst Wun­der­ba­res. Doch mei­ne ich, daß wir Gefahr lau­fen, ihre kon­kre­te Bedeu­tung für unser christ­li­ches Leben zu ver­feh­len, wenn wir zu sehr auf einer rein theo­re­ti­schen Ebe­ne ver­har­ren. Ich wer­de daher ver­su­chen, die Fra­ge zunächst von einer kla­ren lehr­mä­ßi­gen Grund­la­ge her zu beleuch­ten, um dann zu etwas Kon­kre­te­rem über­zu­ge­hen: näm­lich die Mit­er­lö­sung in ihrem Wir­ken zu betrach­ten, und zwar vom Ursprung unse­rer Erlö­sung an, von der Voll­endung unse­res Heils, das durch Jesus und Maria gewirkt wur­de. Von dort aus wer­den wir erken­nen kön­nen, wie grund­le­gend es ist, mit Gott zu koope­rie­ren – genau so, wie es die Got­tes­mut­ter getan hat. Maria hat das voll­kom­me­ne Modell der Zusam­men­ar­beit mit Gott vor­ge­zeich­net. Die­ses maria­ni­sche Vor­bild wie­der­um ist zugleich der voll­kom­men­ste Beweis dafür, daß die katho­li­sche Reli­gi­on die ein­zig wah­re Reli­gi­on ist. Dies ist mein Anlie­gen: die „Wer­ke“ der Mit­er­lö­sung sicht­bar zu machen. Dabei wer­den wir erken­nen, wie die­ses Geheim­nis die heils­ge­schicht­li­che Ein­zig­ar­tig­keit der Katho­li­zi­tät offenbart.

Ausgangspunkt: die Erlösung

Wir müs­sen not­wen­di­ger­wei­se von der Erlö­sung aus­ge­hen und unser Gedächt­nis in die­ser Hin­sicht auf­fri­schen. Denn die Mit­er­lö­sung ist nur mög­lich, inso­fern sie untrenn­bar mit dem ver­bun­den ist, was Jesus getan hat – mit unse­rer Ret­tung. Dabei darf kei­ner­lei Zwei­deu­tig­keit bestehen: Nie­mals darf man den­ken, die Got­tes­mut­ter tre­te an die Stel­le Jesu oder wol­le uns anstel­le Jesu erlö­sen. Maria ist stets Jesus unter­ge­ord­net und mit Ihm ver­eint. Schon der Begriff „Mit­erlö­se­rin“ bedeu­tet „mit“ dem Erlö­ser, unter Ihm, aber mit der Ein­heit des Her­zens, mit der Ein­heit der See­le: voll­kom­men ver­eint mit ihrem Sohn. Der Aus­gangs­punkt bleibt die Erlö­sung und somit das Geheim­nis des Kreu­zes. Die lit­ur­gi­sche Erhö­hung des Hei­li­gen Kreu­zes ver­weist genau auf die­ses Myste­ri­um: auf die Erlö­sung Christi.

Im Kreuz fin­det sich in der Tat die voll­kom­me­ne Zusam­men­fas­sung die­ses Geheim­nis­ses: die Erlö­sung als Weg, als Akt tota­ler Lie­be Chri­sti, der sich an unse­rer Stel­le hin­ge­ge­ben hat, um uns zu ret­ten, um uns der ewi­gen Ver­damm­nis zu ent­rei­ßen. Erlö­sung bedeu­tet die Zah­lung eines Prei­ses, um aus der Knecht­schaft – der Knecht­schaft der Sün­de – zu befrei­en. Wört­lich han­delt es sich um den „Los­kauf“ eines Skla­ven, um den Preis, der zu zah­len ist, damit ein Mensch wie­der frei wer­de. Zugleich ist Erlö­sung aber auch Weg und Hil­fe. Sie kann ver­stan­den wer­den als über­na­tür­li­che Hil­fe des­sen, der gekom­men ist, um uns zu ret­ten. Wir waren tot, gleich­sam in einen Abgrund gestürzt, und Er, der Herr, ist von oben her­ab­ge­stie­gen, um uns aus die­sem Abgrund her­aus­zu­zie­hen. Er hat uns nach dem Sturz in den Abgrund der Sün­de wie­der auf­ge­rich­tet. Es han­delt sich also um eine wirk­li­che Ret­tungs­ak­ti­on. Erlö­sung ist als gött­li­cher Bei­stand zu begrei­fen: ein über­na­tür­li­ches Ein­grei­fen Chri­sti, der aus rei­ner, unent­gelt­li­cher Lie­be gekom­men ist, um uns zu ret­ten, indem Er selbst in die­ses Tal des Elends hin­ab­stieg, uns in Sicher­heit brach­te und uns wie­der empor­führ­te, dort­hin, wo wir vor dem Fall gewe­sen waren.

Kon­kret hat Er für uns getan, wozu wir selbst abso­lut unfä­hig waren. Wir waren tot, in einem Zustand völ­li­ger Hilf­lo­sig­keit: Wir konn­ten nichts tun, uns nicht ein­mal bewe­gen. Um das Bild zu ver­deut­li­chen: Wir waren voll­kom­men gelähmt. Wir konn­ten uns nicht selbst ret­ten. Wir befan­den uns in einem Zustand des Todes, der Ohn­macht, der Hand­lungs­un­fä­hig­keit. Chri­stus kam uns zu Hil­fe und sprach: „Was du auf­grund dei­nes Zustan­des nicht tun kannst, das tue Ich an dei­ner Stel­le.“ Dar­aus wird ersicht­lich, daß die Erlö­sung auch als „stell­ver­tre­ten­des Lei­den und stell­ver­tre­ten­de Süh­ne“ bezeich­net wer­den kann. Es han­delt sich hier­bei um eine tech­ni­sche Defi­ni­ti­on. „Stell­ver­tre­tend“ im ety­mo­lo­gi­schen Sinn: etwas anstel­le eines ande­ren zu tun. Ein stell­ver­tre­ten­des Werk bedeu­tet: „Ich voll­brin­ge an dei­ner Stel­le das, wozu du nicht fähig bist. Ich tue es für dich.“ Es ist ein stell­ver­tre­ten­des Werk, jedoch in einem tie­fe­ren Sinn: ein Werk, das für dich voll­bracht wird, gera­de weil du es nicht selbst voll­brin­gen kannst. Stell­ver­tre­ten­des Lei­den bedeu­tet also, daß Unser Herr an unse­rer Stel­le gelit­ten hat, für uns gelit­ten hat. Er hat unse­re Sün­de und all ihre Fol­gen auf sich genom­men, um sie voll­kom­men zu süh­nen. Er hat für uns getan, was wir nicht tun konn­ten. Dies ist rei­ne, unei­gen­nüt­zi­ge Liebe.

Die Miterlösung als Liebeshingabe in Christus – Gesetz des christlichen Lebens

Die Erlö­sung ist also jener Akt tota­ler und aus­schließ­li­cher Lie­be Chri­sti, der unse­re Sün­den auf sich genom­men und an unse­rer Stel­le für alle unse­re Sün­den und deren ver­hee­ren­de Fol­gen Süh­ne gelei­stet hat. Im Licht des­sen wird deut­lich, daß das Geheim­nis der Mit­er­lö­sung – also die Teil­nah­me Mari­ens in Chri­stus an unse­rer Erlö­sung, eine gemein­sa­me Teil­nah­me – weder unlo­gisch noch unmög­lich ist. Im Gegen­teil: Sie ist gera­de auf­grund des stell­ver­tre­ten­den Lei­dens und Wir­kens Chri­sti voll­kom­men mög­lich und ange­mes­sen. Chri­stus hat an unse­rer Stel­le gehan­delt, ist uns zu Hil­fe gekom­men. Gera­de auf­grund die­ser tota­len Lie­be Chri­sti, der sich anstel­le von uns Sün­dern hin­gibt, kann die Got­tes­mut­ter dem Werk des Soh­nes nicht gleich­gül­tig oder fern­blei­ben. Lie­be brei­tet sich aus. Die makel­lo­se, sün­den­lo­se Lie­be dul­det kei­nen Ego­is­mus, son­dern schenkt sich hin und opfert sich anstel­le der Sün­der, um sie zu ret­ten. Maria wur­de vom Sohn, von der sanf­ten Stim­me Sei­ner Lie­be, dazu „geru­fen“, mit Ihm für uns zusam­men­zu­ar­bei­ten. Auch sie hat – wie Jesus – etwas für uns getan: das, wozu wir selbst nicht fähig waren.

Dies ist letzt­lich ein Gesetz unse­res christ­li­chen Lebens, das Gesetz des katho­li­schen Lebens: etwas für den ande­ren zu tun, für den Näch­sten. Wie könn­te man dar­an zwei­feln ange­sichts der Voll­kom­men­heit der Lie­be Jesu und Mari­ens? Dies ist es, was der Herr uns zu leben gelehrt hat, und genau dar­in besteht die Mög­lich­keit, den Mysti­schen Leib Chri­sti, die Kir­che, auf­zu­bau­en. Das Gesetz des Mysti­schen Lei­bes ist näm­lich die­ses: ein­an­der hel­fen, das Kreuz zu tra­gen; etwas für den ande­ren tun, der es allein viel­leicht nicht ver­mag. Wah­re Lie­be setzt ein sehen­des Herz vor­aus, das im Schwei­gen und im Ver­bor­ge­nen spricht: „Du kannst die­ses Kreuz nicht tra­gen; ich hel­fe dir. Ich bin für dich da. Es ist die Lie­be Chri­sti, die mich drängt.“ Dies ist die wah­re brü­der­li­che Lie­be, die unser geist­li­ches Leben stets lei­ten muß. Man ver­ges­se dabei nicht den Aus­gangs­punkt – wie es oft geschieht, wenn man Näch­sten­lie­be mit blo­ßer Sozi­al­hil­fe ver­mischt: Es ist das erlö­sen­de Werk Chri­sti, das die­se Koope­ra­ti­on her­vor­ruft. In geord­ne­ter Wei­se ruft Chri­stus zuerst die Mit­ar­beit Mari­ens her­vor, die voll­kom­men­ste von allen, und danach die Mit­ar­beit eines jeden von uns, die uns auf­grund der ursprüng­li­chen und struk­tu­rel­len Mit­ar­beit der Jung­frau Maria gewährt wird.

Es han­delt sich um ein Han­deln, gewiß – um ein Tun, nicht um ein blo­ßes Zuschau­en. Doch bereits in Chri­stus selbst besteht eine Zusam­men­ar­beit zwi­schen sei­ner gött­li­chen und sei­ner mensch­li­chen Natur. Sei­ne Mensch­wer­dung und somit das Geheim­nis sei­nes erlö­sen­den Lei­dens und Ster­bens set­zen eine Tätig­keit der mensch­li­chen Natur des Soh­nes Got­tes vor­aus, frei und ver­dienst­lich, geord­net unter sei­ner gött­li­chen Natur in Gemein­schaft mit dem Vater und dem Hei­li­gen Geist. Da die mensch­li­che Natur Jesu zudem die voll­kom­men­ste ist, bringt ihre Zusam­men­ar­beit mit der gött­li­chen Natur des Soh­nes Got­tes ein voll­kom­me­nes Heils­werk her­vor, das der sün­di­gen Mensch­heit zugu­te­kommt. Ein stell­ver­tre­ten­des Werk, wie wir sag­ten. Daher ist die Zusam­men­ar­beit der Mensch­heit Jesu mit sei­ner Gott­heit ein uni­ver­sa­les Heils­mit­tel für die mensch­li­che Natur als sol­che. Hier zeigt sich die Not­wen­dig­keit der Mit­ar­beit des Men­schen mit Gott an sei­nem Heil; hier wird die feste Ver­an­ke­rung der Mit­ar­beit Mari­ens mit Chri­stus sicht­bar, die – im Unter­schied zu uns allen – nicht auf der Sei­te der Sün­der steht, da sie als Unbe­fleck­te Emp­fäng­nis vom Makel der Sün­de bewahrt wur­de, son­dern auf der Sei­te Chri­sti, der uns von der Sün­de erlöst. Sie wur­de im Hin­blick auf die Ver­dien­ste des Soh­nes bewahrt, um aktiv fähig zu sein, uns gemein­sam mit Jesus zu ret­ten. Das Heil ist immer Koope­ra­ti­on: zuerst die des mensch­ge­wor­de­nen Chri­stus mit sei­ner gött­li­chen Natur, dann die Mari­ens mit Chri­stus für uns, schließ­lich unse­re eige­ne in Jesus und Maria. So wird in Jesus durch Maria der Mysti­sche Leib Chri­sti begrün­det, des­sen Wesen die ret­ten­de Lie­be ist, die uns von Sün­de und Tod befreit.

War­um hat Jesus die Kir­che als sei­nen Mysti­schen Leib ein­ge­setzt? Gera­de um ein ein­zi­ger Leib zu sein, um in Ihm eins zu sein und uns in die­sem Geheim­nis der Lie­be gegen­sei­tig zu hel­fen, das end­gül­ti­ge Ziel zu errei­chen: das ewi­ge Heil. So sind wir erlöst, geret­tet aus dem rei­ßen­den Stru­del des Bösen. Von jeder Sün­de befreit, leben wir in der Gna­de. So wird die tie­fe Logik des christ­li­chen Lebens ver­ständ­lich: mit Chri­stus wie Maria an der Ret­tung mit­zu­wir­ken. Folg­lich mit jedem Men­schen guten Wil­lens zusam­men­zu­wir­ken, mit jedem Bru­der, mit mei­nem Näch­sten, damit auch er geret­tet wer­de. Mit­ar­bei­ten, damit jeder Bru­der in die­ser Gemein­schaft des Mysti­schen Lei­bes Chri­sti ver­blei­ben und für immer in Sicher­heit sein kann. Dies ist die Logik des Guten gegen­über unse­rem Näch­sten. „Wer ist mein Näch­ster?“ – erin­nern wir uns an das Gleich­nis vom barm­her­zi­gen Sama­ri­ter. Man stell­te Jesus die­se Fra­ge, um ihn auf die Pro­be zu stel­len. Jesus ant­wor­te­te mit dem Gleich­nis, das wir im Lukas­evan­ge­li­um fin­den (10,29–37). Mein Näch­ster, so sagt uns Jesus, ist jeder Mensch in Not, jeder Mensch, der die Lie­be Chri­sti braucht, um geheilt zu wer­den. Jener barm­her­zi­ge Sama­ri­ter war kein Frem­der mehr, son­dern ein Mensch, der sich eines ande­ren annahm, der völ­lig kraft­los, schwach und unfä­hig war, sich selbst aus sei­ner miß­li­chen Lage zu ret­ten. Die­ser barm­her­zi­ge Sama­ri­ter war Jesus selbst, der sich des Men­schen annahm, der unter die Räu­ber des Bösen gefal­len war. Jenes „Geh und hand­le eben­so“ wird zum Gesetz der Lie­be, die die Elen­dig­keit des ande­ren auf sich nimmt, sein Lei­den, sei­ne Not nach ewi­gem Heil. Dies ist die Logik des christ­li­chen Lebens, die Logik der Liebe.

Auf Golgotha mit Jesus und Maria

Wo fin­den wir nun das voll­kom­me­ne Vor­bild die­ser christ­li­chen Lie­be, die­ses Geset­zes des christ­li­chen Lebens? Auf Gol­go­tha. Denn dort voll­zieht sich das Heil, dort wird die Erlö­sung in ihrer Fül­le ver­wirk­licht. Dort sehen wir, was Jesus für uns getan hat, indem Er am Kreuz starb und sich an unse­rer Stel­le hin­gab: das stell­ver­tre­ten­de Lei­den schlecht­hin. Und eben dort sehen wir auch, was die Got­tes­mut­ter gemein­sam mit Chri­stus für uns getan hat, indem sie sein Bei­spiel voll­kom­men nach­ahm­te: den ande­ren, die gan­ze Mensch­heit aus heil­brin­gen­der Lie­be zu lie­ben und durch das süh­nen­de Lei­den das Gut der über­na­tür­li­chen Lie­be aus­zu­gie­ßen. Maria hat das Bei­spiel Chri­sti nach­ge­ahmt, indem sie mit Ihm koope­rier­te, sich selbst an unse­rer Stel­le dar­brach­te und Jesus für uns dar­bot. Wie Jesus nahm sie all unse­re Sün­den auf sich, um sie durch ihr müt­ter­li­ches Lei­den, durch ihre Trä­nen, durch das Opfer Jesu und ihrer selbst zusam­men mit Ihm zu süh­nen. Sie war eins mit Jesus. Gol­go­tha ist das Vor­bild, das uns die Bedin­gung lie­fert, Jün­ger Chri­sti zu sein. Wenn wir die­se Logik des Mysti­schen Lei­bes Chri­sti erfas­sen – näm­lich etwas für den ande­ren zu tun, mit Jesus und Maria für mein Heil und das mei­ner Brü­der mit­zu­wir­ken –, dann umar­men wir das wah­re christ­li­che Leben; andern­falls blei­ben wir außer­halb davon und begnü­gen uns mit blo­ßen guten Gefüh­len. Dies ist das Geheim­nis der Lie­be: Gott zu lie­ben, Chri­stus zu lie­ben, die Got­tes­mut­ter zu lie­ben und den Näch­sten zu lie­ben, das heißt jeden Men­schen, der sich in Not befin­det – in der Not des Heils. Die Mit­er­lö­sung ist somit das Modell des christ­li­chen Lebens, das wah­re Gesetz unse­rer Hei­li­gung. Es gibt kei­ne Hei­li­gung, das heißt kei­ne Teil­nah­me am eige­nen Heil, ohne die­se Nach­ah­mung des­sen, was der Herr zusam­men mit sei­ner Mut­ter für uns getan hat.

(Fort­set­zung folgt)

*P. Ser­a­fi­no M. Lan­zet­ta wirkt in der Diö­ze­se Ports­mouth (Eng­land), ist Pri­vat­do­zent für Dog­ma­ti­sche Theo­lo­gie an der Theo­lo­gi­schen Fakul­tät Luga­no und Chef­re­dak­teur der theo­lo­gi­schen Zeit­schrift Fides Catho­li­ca. Eine aktu­el­le Liste sei­ner Ver­öf­fent­li­chun­gen fin­det sich auf sei­nem Pro­fil auf der Web­site der Theo­lo­gi­schen Fakul­tät Lugano.

Über­set­zung: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Cor­ri­spon­den­za Romana

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