Marienstatue bei katholischem Meeting verhüllt, „um andere Religionen nicht zu beleidigen“

Die verhüllte Marienstatue am Stand des Shalom-Verlags beim CL-Meeting in Rimini
Die verhüllte Marienstatue am Stand des Shalom-Verlags beim CL-Meeting in Rimini

(Rimi­ni) „Ein Bei­spiel der zuneh­men­den gei­sti­gen Unter­wer­fung unter Rela­ti­vis­mus und Islam“, Info­va­ti­ca­na, ereig­ne­te sich beim jähr­li­chen Mee­ting der katho­li­schen Gemein­schaft Com­u­nio­ne e Libe­ra­zio­ne (CL) in Rimi­ni (sie­he auch Mon­si­gno­ri und Muf­tis beim Mee­ting von Rimi­ni – Die Höf­lin­ge und der Ver­rat am hei­li­gen Franz von Assi­si). Der katho­li­sche Ver­lag Shalom wur­de von den Mee­ting-Ver­an­stal­tern gezwun­gen, auf sei­nem Stand eine Sta­tue der Got­tes­mut­ter Maria zu ver­hül­len, „um Pro­vo­ka­tio­nen zu ver­mei­den“.

Das Mee­ting, eine Groß­ver­an­stal­tung, die eine Woche dau­ert, besteht aus einer Viel­zahl von Ver­an­stal­tun­gen, Vor­trä­gen, Podi­ums­dis­kus­sio­nen, Arbeits­krei­sen, Auf­füh­run­gen und Dar­bie­tun­gen. Hin­zu kom­men zahl­rei­che Orga­ni­sa­tio­nen, Grup­pen und Ver­la­ge, die sich im Rah­men des katho­li­schen Mee­tings mit eige­nem Stand vor­stel­len und Ange­bot zei­gen. Mit einem eige­nen Stand ist seit Jah­ren auch der Ver­lag Shalom aus den Mar­ken, etwa 25 Kilo­me­ter nörd­lich des Mari­en­wall­fahrts­or­tes Lore­to, ver­tre­ten.

Der „unglaub­li­che Vor­fall“, so Info­Va­ti­ca­na, ereig­ne­te sich am ver­gan­ge­nen 19. Juli, dem Eröff­nungs­tag des Mee­tings. Der 1995 gegrün­de­te, maria­ni­sche Ver­lag Shalom bau­te den ihm zuge­wie­se­nen Stand auf und leg­te dort Bücher und Schrif­ten sei­nes Ver­lags­pro­gramms auf.

Am ver­gan­ge­nen Frei­tag war jedoch alles anders. Ver­ant­wort­li­che der Mee­ting-Lei­tung ent­fern­ten gro­ße Mari­en­dar­stel­lun­gen und for­der­ten von den Stand­be­trei­bern auch die Ent­fer­nung eines Mari­en­sta­tue, „um nicht ande­re Reli­gio­nen zu belei­di­gen“.

Maria eine „Beleidigung“ bei einer katholischen Veranstaltung?

Die Tages­zei­tung La Repub­bli­ca ver­öf­fent­lich­te ein Video. Dar­in schil­dert die Stand­be­trei­be­rin den Vor­fall: „Wir wur­den gezwun­gen, die Sta­tue der Got­tes­mut­ter zu ver­hül­len, um nicht ande­re Reli­gio­nen zu belei­di­gen.“

Reaktion auf Verfüllung: Meeting-Besucher trägt sichtbar Marienstatue mit sich
Reak­ti­on auf Ver­fül­lung: Mee­ting-Besu­cher trägt sicht­bar Mari­en­sta­tue mit sich

Die  Frau, die für das Video die Mari­en­sta­tue wie­der ent­hüll­te, erklärt empört, daß es wegen der „Angrif­fe“ sei, die statt­fin­den. Es herr­sche „so viel Haß gegen die Got­tes­mut­ter“.

„Es gibt so vie­le Reli­gio­nen, und wir müs­sen die Got­tes­mut­ter zudecken, um Zwie­tracht und Pro­vo­ka­tio­nen zu ver­mei­den“, so die Ver­lags­mit­ar­bei­tern. Der Ver­lag hat­te auch gro­ße Bil­der der Got­tes­mut­ter Maria an der Wand hin­ter dem Stand ange­bracht. Die Mee­ting-Ver­ant­wort­li­chen hät­ten die­se eigen­hän­dig ent­fernt, so die Stand­be­treue­rin.

Um nicht in Kon­flikt mit den Gast­ge­bern zu kom­men, recht­fer­tigt die Ver­lags­mit­ar­bei­te­rin das Vor­ge­hen der Ver­an­stal­ter: „Sie trifft kei­ne Schuld. Sie ver­su­chen Pro­vo­ka­tio­nen zu ver­mei­den wegen der zahl­rei­chen Angrif­fe der letz­ten Zeit. Denn viel­leicht bringt sonst ein Übel­ge­sinn­ter noch ande­re in Gefahr.“

Die Ver­an­stal­ter hat­ten die völ­li­ge Ent­fer­nung der Mari­en­sta­tue gefor­dert. Das habe sich der Ver­lag gewei­gert und daher die Sta­tue ver­hüllt. „Die Got­tes­mut­ter befin­det sich im Straf­win­kel“, berich­tet die ent­täusch­te Ver­lags­mit­ar­bei­te­rin und wie­der­holt: „Im Straf­win­kel. Ich gehe zwi­schen­durch immer wie­der zu ihr, um sie ein biß­chen zu trö­sten. Ich war zunächst sehr zor­nig.“

„Was für eine Art von Christentum bezeugen und leben wir dann?“

Die Tages­zei­tung Il Giorna­le befrag­te den Bischof von Pale­stri­na, Msgr. Dome­ni­co Siga­li­ni zum Vor­fall, daß eine Mari­en­sta­tue bei einer katho­li­schen Ver­an­stal­tung „untrag­bar“ ist.

Bischof Siga­li­ni: „Lei­der wer­de ich mir bewußt, daß wir wirk­lich jeden Mut und jede Scham ver­lie­ren, aber zum Teu­fel: Ich ver­ste­he, daß man dort von Dia­log und Freund­schaft zwi­schen den Völ­kern spricht, aber ein hei­li­ges Sym­bol wie die Got­tes­mut­ter ver­hül­len, das ist eine Belei­di­gung gegen alle Chri­sten und gegen alle unse­re Sym­bo­le.

Il Giorna­le: Die Pole­mik ergibt sich vor allem, weil sich der Vor­fall beim Mee­ting von Com­u­nio­ne e Libe­ra­zio­ne ereig­ne­te.

Bischof Siga­li­ni: Ich hof­fe, daß CL die Decke von der Got­tes­mut­ter ent­fernt hat. Ich den­ke aber schon. Sie gel­ten ja als mutig, wenn also nicht hier, wo dann.

Il Giorna­le: Man­che spre­chen vom Pro­be­lauf für die Unter­wer­fung unter den Islam.

Bischof Siga­li­ni: Ich den­ke nicht, daß das eine Unter­wer­fung ist. Das kann nicht sein. Wenn wir aller­dings so etwas machen, bedeu­tet das nicht irgend­wo, daß wir uns sogar ver­die­nen, was die Ter­ro­ri­sten tun?
Wenn wir nicht ein­mal die­sen Mut auf­brin­gen, was für eine Art von Chri­sten­tum bezeu­gen und leben wir dann?
Die Got­tes­mut­ter zuzu­decken ist eine abso­lut dum­me Hal­tung. Wir kön­nen unse­re Sym­bo­le nicht ver­hül­len, um ande­re nicht zu belei­di­gen. So etwas gibt es nicht, das macht kei­nen Sinn.

Reaktion: Meeting-Besucher mit Marienstatue unterwegs

Die Ver­hül­lungs­an­wei­sung der CL-Orga­ni­sa­to­ren führ­te zu einer spon­ta­nen Reak­ti­on eines Mee­ting-Besu­chers, der in sei­nem Ruck­sack für alle sicht­bar eine gro­ße Mari­en­sta­tue her­um­trug, wie Nuo­va Bus­so­la Quo­ti­dia­na mit einem Bild doku­men­tier­te. Bei dem Mee­ting-Besu­cher han­delt es sich um einen Prie­ster, der mit sei­ner spon­ta­nen Reak­ti­on der Got­tes­mut­ter wie­der Sicht­bar­keit ver­schaff­te.

Das seit 1980 all­jähr­lich statt­fin­den­de Mee­ting wur­de ins Leben geru­fen, um „der katho­li­sche Welt in allen Berei­chen und auf allen Ebe­nen Sicht­bar­keit zu ver­schaf­fen“, so aus einem Text der 80er Jah­re. Das Mee­ting wur­de in den ver­gan­ge­nen Jah­ren von durch­schnitt­lich 250.000 Men­schen besucht. Die 1054 von Don Lui­gi Giu­s­sa­ni gegrün­de­te Gemein­schaft ist heu­te in rund 100 Staa­ten der Erde prä­sent und zählt rund 100.000 Mit­glie­der. Gelei­tet wird sie seit 2005 vom spa­ni­schen Prie­ster Juli­an Car­ron.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: la Repubblica/editriceshalom/NBQ (Screen­shots)

3 Kommentare

  1. Die Feig­heit der Guten bewirkt die Macht der Bösen: Alle Katho­li­ken hät­ten sich das Vor­bild des muti­gen Prie­sters zu Her­zen neh­men und es ihm gleich tun sol­len; nur so hät­te man der Got­tes­mut­ter die ihr gebüh­ren­de Ehre erwie­sen!
    Die mei­sten Mus­li­me haben übri­gens kein Pro­blem mit einem Bild oder einer Sta­tue der Got­tes­mut­ter — im Gegen­teil; vie­le Mus­li­me ver­eh­ren sie als die Mut­ter des Pro­phe­ten Isa und haben auch kei­ne Pro­ble­me mit der Jung­frau­en­geburt, im Gegen­satz zu den mei­sten Katho­len!

  2. Erin­nern wir uns!
    Erstes Tref­fen in Assi­si im Jah­re 1986:
    Eine Bud­dha-Figur stand dort auf dem Altar, sogar in unmit­tel­ba­rer Nähe zum Taber­na­kel.
    Das hat­te man uns Chri­sten zuge­mu­tet.
    Nicht zumut­bar für Nicht­chri­sten ist es aber, bei einem CL-Tref­fen ein paar Jah­re spä­ter eine Madon­nen-Sta­tue auf­zu­stel­len.
    Abge­se­hen davon, dass mei­nem Emp­fin­den nach die Ver­hül­lung einer Belei­di­gung der Got­tes­mut­ter gleich­kommt, ist die­se Feig­heit der Orga­ni­sa­to­ren des Tref­fens schier unglaub­lich.
    Wenn das so wei­ter­geht, ist der Zusam­men­bruch der christ­li­chen Iden­ti­tät kaum mehr auf­zu­hal­ten.

Kommentare sind deaktiviert.