„Homo-App“ im Priesterseminar? Erzbischof ergreift drastische Maßnahmen

St. Patrick's College in Maynooth
St. Patrick's College in Maynooth

(Dub­lin) Die Erz­diö­ze­se Dub­lin bestä­tig­te am Mitt­woch, daß Erz­bi­schof Diar­muid Mar­tin „vor­über­ge­hend“ die Auf­nah­me neu­er Stu­den­ten in das größ­te Prie­ster­se­mi­nar Irlands unter­sagt hat. Grund für den Auf­nah­me­stopp ist der Ver­dacht des Erz­bi­schofs, daß sich am Prie­ster­se­mi­nar eine „Homo-Kul­tur“ ein­ge­ni­stet habe. Der Auf­nah­me­stopp ist nur eine Maß­nah­me, um gegen die Homo­se­xua­li­sie­rung des Prie­ster­se­mi­nars vor­zu­ge­hen.

Am Diens­tag sag­te Erz­bi­schof Mar­tin gegen­über dem staat­li­chen Rund­funk­sen­der RTE, er sei „unan­ge­nehm“ berührt wegen anony­mer Anschul­di­gun­gen gegen eine nen­nens­wer­te Zahl von Semi­na­ri­sten des Sankt-Patrick-Kol­legs von Mayn­ooth, die schrift­lich und im Inter­net ver­brei­tet wur­den.

Wie der Erz­bi­schof bestä­tig­te, behaup­ten die Anschul­di­gun­gen, daß am Prie­ster­se­mi­nar ein „homo­se­xu­el­les Milieu“ bestehe und Stu­den­ten ein „Homo-App“ namens „Grin­dr“ ver­wen­den wür­den, über das, so der Erz­bi­schof, „Homo-Datings“ ange­bahnt wer­den.

Der Erz­bi­schof nimmt die Anschul­di­gun­gen ernst und will rei­nen Tisch machen. „Die Anschul­di­gun­gen sind schwer­wie­gend“, sag­te er am Diens­tag der Pres­se, „noch schwer­wie­gen­der wäre jedoch, wenn sie den Tat­sa­chen ent­spre­chen.“ Das wol­le und wer­de er klä­ren.

„Der Gebrauch eines sol­chen Apps wäre nicht nur unan­ge­mes­sen für jemand, der sich dar­auf vor­be­rei­tet, ein zöli­ba­tä­rer Prie­ster zu wer­den, son­dern auch, weil ein sol­ches App eine sexu­el­le Pro­mis­kui­tät för­dert, die in kei­ner Wei­se einer rei­fen Hal­tung ent­spricht, die man sich von einem künf­ti­gen Prie­ster erwar­ten darf“, so Erz­bi­schof Mar­tin.

Der Ein­tritts­jahr­gang 2016 wird, so die Ent­schei­dung des Erz­bi­schofs, nicht in Mayn­ooth das Stu­di­um auf­neh­men, son­dern am Päpst­li­chen Iri­schen Kol­leg in Rom. Die Maß­nah­me blei­be solan­ge auf­recht, bis die Vor­wür­fe in Mayn­ooth geklärt sei­en. Ent­spre­chen­de Unter­su­chun­gen hät­ten bereits begon­nen, so der Erz­bi­schof. Es gebe aber vor­erst kei­ne Ankla­ge­er­he­bung, weil im Augen­blick nur anony­mes Mate­ri­al vor­liegt, das erst auf sei­ne Echt­heit geprüft wer­de.

Das Sankt-Patrick-Kol­leg von Mayn­ooth, etwa 25 Kilo­me­ter von Dub­lin ent­fernt, wur­de 1795 gegrün­det und ent­wickel­te sich zum größ­ten Prie­ster­se­mi­nar der Insel mit bis zu 500 Prie­ster­amtskan­di­da­ten. Seit den 60er Jah­ren sind die Zah­len auf­grund der anhal­ten­den Beru­fungs­kri­se rück­läu­fig.

„Anony­me Anschul­di­gun­gen sind Gift“, so der Erz­bi­schof, des­halb zie­he er es vor, „mei­ne Stu­den­ten an einem ande­ren Ort stu­die­ren zu las­sen.“ Er habe den ande­ren Bischö­fen noch nicht emp­foh­len, sei­nem Bei­spiel zu fol­gen, wer­de sie aber infor­mie­ren.

Zugleich mit der Bekannt­ga­be der Maß­nah­men äußer­te der Erz­bi­schof die Hoff­nung, daß sich die Anschul­di­gun­gen als unzu­tref­fend erwei­sen. „Das wer­den wir klä­ren.“ Gleich­zei­tig beklag­te er eine exzes­si­ve „Bequem­lich­keit“, die Semi­na­ri­sten in Mayn­ooth genie­ßen wür­den, und for­der­te von der Semi­nar­lei­tung ent­spre­chen­de „Ände­run­gen“.

Homo­se­xu­el­le dür­fen in der katho­li­schen Kir­che nicht zu Prie­stern geweiht wer­den bzw. erst gar nicht in ein Prie­ster­se­mi­nar auf­ge­nom­men wer­den, wie Papst Bene­dikt XVI. mit der Instruk­ti­on über Kri­te­ri­en zur Beru­fungs­klä­rung von Per­so­nen mit homo­se­xu­el­len Ten­den­zen im Hin­blick auf ihre Zulas­sung für das Prie­ster­amt und zu den hei­li­gen Wei­hen ein­schärf­te. Die Maß­nah­me ent­spricht dem theo­lo­gi­schen Ver­ständ­nis des sakra­men­ta­len Prie­ster­tums und dem Natur­recht bezüg­lich Mann und Frau. Die Instruk­ti­on war auch Teil der päpst­li­chen Maß­nah­men gegen den Pädo­phi­lie-Skan­dal, da der weit­aus größ­te Teil der Kle­ri­ker, die sich sexu­el­len Miß­brauch Min­der­jäh­ri­ger zuschul­den kom­men haben las­sen, homo­se­xu­el­le Nei­gun­gen hat­ten. Damit stellt die Instruk­ti­on mit dem Wei­he- und Auf­nah­me­ver­bot auch einen Schutz­damm gegen den Ver­such einer „Homo-Lob­by“ in der Kir­che, von der Papst Fran­zis­kus sprach, mit Hil­fe des all­ge­mei­nen gesell­schaft­li­chen Kli­mas in der Kir­che eine Posi­ti­ons­än­de­rung in Sachen Homo­se­xua­li­tät her­bei­zu­füh­ren.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Wiki­com­mons




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4 Kommentare

  1. Die Homo­lob­by greift immer mehr um sich — und wer berich­tet nicht? kath.net. Dank katholisches.info!

  2. Neu sind sol­che Aus­wüch­se nicht. Mir erzähl­te schon in den frü­hen 80er Jah­ren ein Insi­der von völ­lig absur­den Zustän­den in Prie­ster­se­mi­na­ren.

  3. Schlimm ist, wenn dann — vor­geb­lich! — kon­ser­va­ti­ve es beson­ders wüst trei­ben.

    • Sol­che Vor­gän­ge sind immer kla­re Anzei­chen von Ver­falls­er­schei­nun­gen. Der Glau­be ero­diert eben zuneh­mend in der Katho­li­schen Kir­che, was auch damit zu tun hat, dass man lan­ge Zeit zer­set­zen­de Kräf­te in der Kir­che gedul­det hat, bzw. weg­schau­te, wo man hät­te genau­er hin­schau­en müs­sen. Die schreck­li­chen Ver­bre­chen des Miss­brauchs von Kin­dern — meist Jun­gen — wur­den in der Kir­che über lan­ge Zeit lei­der nicht so behan­delt, wie es not­wen­dig gewe­sen wäre. Erst Papst Bene­dikt hat die not­wen­di­gen Kon­se­quen­zen gezo­gen, wobei es lei­der star­ke Kräf­te in der Kir­che gibt, die die­se Maß­nah­men kon­ter­ka­rie­ren und wei­ter­hin nur ver­harm­lo­sen.

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