Zum Tod von Robert Serrou, dem „Fatimisten“ unter den Vatikanisten — „Darin ist das Dritte Geheimnis von Fatima“

Tresor in der Privatwohnung von Papst Pius XII. 1957
Tresor in der Privatwohnung von Papst Pius XII. 1957

(Paris) Am ver­gan­ge­nen 10. Mai starb einer jener Men­schen, die der ehe­ma­li­ge Kar­di­nal­staats­se­kre­tär Tar­ci­sio Ber­to­ne als „Fati­mi­sten“ bezeich­ne­te. Die Anspie­lung gilt den Mari­en­er­schei­nun­gen von Fati­ma im Jahr 1917. Der fran­zö­si­sche Vati­ka­nist Robert Ser­rou ist im Alter von 92 Jah­ren gestor­ben.

Gebo­ren am 30. April 1924 in Mont­pel­lier arbei­te­te der Jour­na­list mehr als 50 Jah­re als Bericht­erstat­ter über die katho­li­sche Kir­che. Von 1949–1951 für die Tages­zei­tung La Croix, dann bis 2000 für Paris Match. Als sol­cher berich­te­te er über das Zwei­te Vati­ka­ni­sche Kon­zil. Von 1969–1972 war zudem Mit­ar­bei­ter des fran­zö­si­schen Fern­se­hens und von 1972–1979 von RTL.

Der Vati­ka­nist beglei­te­te die Pon­ti­fi­ka­te von fünf Päp­sten von Pius XII. bis Johan­nes Paul II.

Bekannt wur­de er 1952: Als erstem Repor­ter wur­de ihm, zusam­men mit dem Pho­to­gra­phen Pierre Vals, Zutritt zur Pri­vat­woh­nung des Pap­stes im Vati­kan gewährt.

Fatima und eine Photoreportage über die Privatwohnung von Papst Pius XII.

Mit Fati­ma ist Ser­rous Name vor allem wegen einer Pho­to­re­por­ta­ge ver­bun­den. Für Paris Match berich­te­te er über die päpst­li­che Woh­nung, zu der er erneut am 14. Mai 1957 zutritt erhielt. Sei­ne Repor­ta­ge erschien erst andert­halb Jah­re spä­ter. Dabei wur­de auch das abge­bil­de­te Pho­to ver­öf­fent­licht.

In der Pri­vat­woh­nung von Pius XII. wur­de Ser­rou von Mut­ter Pas­ca­li­na Leh­nert beglei­tet. Leh­nert gehör­te dem Orden der Schwe­stern vom Hei­li­gen Kreuz mit dem Mut­ter­haus im schwei­ze­ri­schen Men­zin­gen an. 1918 wur­de sie von ihrem Orden zum dama­li­gen Apo­sto­li­schen Nun­ti­us für Bay­ern, Erz­bi­schof Euge­nio Pacel­li, dem spä­te­ren Papst Pius XII. geschickt. Die­sem dien­te sie 40 Jah­re lang bis zu sei­nem Tod. Von 1939–1958 führ­te sie mit wei­te­ren Ordens­schwe­stern den päpst­li­chen Haus­halt.

Als Ser­rou Mut­ter Pas­ca­li­na frag­te, was in dem Tre­sor sei, der auf dem Pho­to zu sehen ist, ant­wor­te­te sie ihm:

„Da drin­nen ist das Drit­te Geheim­nis von Fati­ma“.

Das Gan­ze hat­te natür­lich eine Vor­ge­schich­te und auch eine Nach­ge­schich­te. Das klei­ne Detail soll jedoch als Refe­renz genü­gen.

Ser­rou war Autor zahl­rei­cher Bücher zu reli­giö­sen, kirch­li­chen und aktu­el­len The­men. Sei­ne beson­de­re Auf­merk­sam­keit galt dem Leben der Mön­che, das ihn fas­zi­nier­te. Ihnen wid­me­te er unter ande­ren sein erstes, 1955 erschie­ne­nes Buch „Au désert de Char­treu­se, la vie soli­taire des fils de saint Bru­no“ (Die Wüste der Kar­tau­se. Der ein­sa­me Weg der Söh­ne des hei­li­gen Bru­no). Sein letz­tes Buch erschien 2006: „Dieu, Jésus et les autres, petit dic­tion­n­aire de rat­tra­pa­ge pour savoir qui est qui, qui fait quoi et pour­quoi“ (Gott, Jesus und die ande­ren. Klei­nes Nach­schla­ge­werk, um zu wis­sen, wer wer ist. und wer was war­um macht).

Robert Ser­rou hat­te mit sei­ner Frau Marie vier Kin­der, neun Enkel und fünf Uren­kel. Das Requi­em wird in der Pari­ser Kir­che Saint Medard zele­briert.

Requie­scat in pace.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: MiL

3 Kommentare

    • anja­li jain,
      ver­öf­fent­licht ist es ja, aber voll­stän­dig?
      Ein wenig undurch­sich­tig, das gan­ze.

  1. Da sämt­li­che Päp­ste beim Lesen des III. Geheim­nis­ses ganz blass wur­den und die Ver­öf­fent­li­chung zum dama­li­gen Zeit­punkt nicht gut hie­ßen, kann es sich nur um den Abfall vom wah­ren Glau­ben in der Hier­ar­chie der Kir­che han­deln!
    Die­je­ni­gen, die eine gro­ße Mari­en­ver­eh­rung pfle­gen, wer­den nie einer Irr­leh­re anheim­fal­len; des­halb bit­tet die Got­tes­mut­ter an allen Erschei­nungs­or­ten um das treue Beten des Rosen­kran­zes. Das gilt beson­ders auch für die Hir­ten der Kir­che; hier aber schei­den sich im Moment die Gei­ster!

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