Abtreibungsarzt verurteilt, weil er das „falsche“ Kind getötet hatte

(Madrid) Die unmensch­li­che Welt des tech­nisch Mach­ba­ren. Einer Mut­ter, die mit Zwil­lin­gen schwan­ger war, wur­de bei einem der unge­bo­re­nen Geschwi­ster ein schwe­res Herz­lei­den dia­gno­sti­ziert. Die ver­un­si­cher­te Frau ent­schied sich nach ent­spre­chen­der Emp­feh­lung für eine selek­ti­ve Abtrei­bung. Dabei soll­te das kran­ke Kind getö­tet wer­den, wäh­rend sie die Schwan­ger­schaft des gesun­den Kin­des zu Ende füh­ren woll­te.

Ein Gynä­ko­lo­ge der El Sur Ato­cha Cli­ni­ca Gine­co­lo­gi­ca von Sevil­la in Spa­ni­en wur­de nun ver­ur­teilt, weil er bei der Abtrei­bung ver­se­hent­lich das gesun­de Kind getö­tet hat­te, anstatt des­sen Geschwi­ster­chen, bei dem ein Herz­lei­den dia­gno­sti­ziert wor­den war.

Wie ABC berich­te­te, war die Frau durch künst­li­che Befruch­tung schwan­ger gewor­den. Die Ein­set­zung meh­re­rer in vitro gezeug­ter Embry­os führ­te zu einer Zwil­lings­schwan­ger­schaft. Die Ärz­te ver­si­cher­ten der Frau durch Prä­na­tal­dia­gno­stik, daß eines der bei­den Kin­der auf­grund eines Herz­feh­lers nicht lebens­fä­hig sein wer­de. Auf die künst­li­che Befruch­tung folg­te daher eine selek­ti­ve Abtrei­bung.

Die Schwan­ge­re wur­de an die El Sur Ato­cha Cli­ni­ca Gine­co­lo­gi­ca von Sevil­la ver­wie­sen, um die Tötung des kran­ken Kin­des durch­füh­ren zu las­sen. Wäh­rend der Abtrei­bung in der 20. Schwan­ger­schafts­wo­che erwisch­te der Abtrei­bungs­arzt jedoch den gesun­den Fötus und töte­te die­sen.

Die Fol­ge war ein Straf­ver­fah­ren gegen den Arzt. Die 9. Straf­kam­mer von Sevil­la ver­ur­teil­te den Abtrei­bungs­arzt zu vier Mona­ten beding­ter Gefäng­nis­stra­fe und zu einem drei­jäh­ri­gen Berufs­ver­bot, weil er schuld­haft den gesun­den Fötus durch Abtrei­bung getö­tet hat­te und nicht, wie vor­ge­se­hen, den kran­ken Fötus.

Das Gericht befand den Arzt für schul­dig, nicht weil er ein unge­bo­re­nes Kind getö­tet hat­te, son­dern weil er das „fal­sche“ Kind getö­tet hat­te. Das Lebens­recht bei­der Kin­der spiel­te im Gerichts­ver­fah­ren kei­ne Rol­le.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Info­va­ti­ca­na

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