6. Marsch für das Leben in Rom — „Kein Schweigen zu einem Genozid“

6. Marsch für das Leben durch die Straßen Roms: "Nicht zu einem Genozid schweigen"
6. Marsch für das Leben durch die Straßen Roms: "Nicht zu einem Genozid schweigen"

(Rom) Am gest­ri­gen Sonn­tag, Mut­ter­tag, fand in Rom der 6. Marsch für das Leben statt und wur­de zu einem gro­ßen Erfolg. Von Jahr zu Jahr neh­men mehr Men­schen an der noch jun­gen, erst­mals 2011 aus­ge­tra­ge­nen Ver­an­stal­tung teil. Seit 2012 fin­det der Marsch in Rom statt. „Der Marsch für das Leben in Rom war vor weni­gen Jah­ren etwas ganz Neu­es. Heu­te ist er zu einer festen Grö­ße gewor­den, zu einer unüber­hör­ba­ren Stim­me für das Leben der unge­bo­re­nen Kin­der, ein Mahn­ruf gegen die Gleich­gül­tig­keit, ein Mahn­ruf für die Müt­ter und die Kin­der, ein Mahn­ruf gegen einen Geno­zid“, so Vir­gi­nia Coda Nun­zi­an­te, die Spre­che­rin des ita­lie­ni­schen Mar­sches für das Leben.

Erstmals offiziell ein italienischer Bischof dabei

Der Cha­rak­ter der Ver­an­stal­tung wur­de auch in die­sem Jahr durch die vie­len Fami­li­en mit Kin­dern geprägt und allein dadurch bereits ein freu­di­ges und bun­tes Zeug­nis für das Leben. Mit Erz­bi­schof Lui­gi Negri von Fer­ra­ra nahm erst­mals offi­zi­ell ein ita­lie­ni­scher Bischof am Marsch teil. Wie­der mit dabei war Kar­di­nal Ray­mond Bur­ke. Der US-ame­ri­ka­ni­sche Kar­di­nal nimmt seit 2012 jedes Jahr am Marsch für das Leben in Rom teil. An sei­ner Sei­te zog Bischof Atha­na­si­us Schnei­der aus Kasach­stan durch Roms Stra­ßen. Alle drei Wür­den­trä­ger gehö­ren zu den pro­fi­lier­te­sten Kir­chen­ver­tre­tern der Weltkirche.

Zahl­reich ver­tre­ten waren auch ver­schie­de­ne Ordens­ge­mein­schaf­ten, dar­un­ter waren auf­fal­lend stark Gemein­schaf­ten der Tra­di­ti­on ver­tre­ten (Insti­tut Chri­stus König und Hohe­prie­ster, Petrus­bru­der­schaft, Pius­bru­der­schaft, Insti­tut vom Guten Hir­ten). Dazu kamen noch zahl­rei­che Ange­hö­ri­ge der Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta, auch vie­le ehe­ma­li­ge Seminaristen.

Wäh­rend die Medi­en von 30.000 Teil­neh­mer berich­te­ten, gehen die Ver­an­stal­ter von mehr als 50.000 aus. Unter ihnen befan­den sich auch aus­län­di­sche Dele­ga­tio­nen aus 29 Län­der, vor allem aus den USA, Frank­reich und Spa­ni­en. Ver­tre­ten waren aber auch Lebens­rechts­grup­pen aus dem deut­schen Sprachraum.

Zeugnisse gegen einen Genozid

Der Marsch sam­mel­te sich sym­bol­träch­tig am „Wahr­heits­mund“. Dort wur­den ver­schie­de­ne Zeug­nis­se für das Lebens­recht unge­bo­re­ner Kin­der vor­ge­tra­gen, und der Marsch wur­de unter den Schutz der hei­li­gen Katha­ri­na von Sie­na gestellt. Unter den Red­nern befand sich Car­lo Mocel­lin, der Ehe­mann von Cri­sti­na Mocel­lin, eine Mut­ter, die für das Leben ihres Kin­des ihr eige­nes Leben gege­ben hat.

Eine jun­ge Frau namens Tit­ti berich­te­te davon, wie sie durch den Ein­satz eines Prie­sters, Don Fran­ces­co Ciri­no, von einer Abtrei­bung abge­hal­ten wur­de, obwohl gro­ßer Druck auf sie aus­ge­übt wur­de, nach­dem bei ihrem unge­bo­re­nen Kind eine Nie­ren­fehl­funk­ti­on dia­gno­sti­ziert wor­den war. Heu­te sind Mut­ter und Kind wohl­auf und bei bester Gesund­heit. Ihr Sohn, der klei­ne Sal­va­to­re, stand mit sei­ner Mut­ter mit kind­li­cher Lebens­freu­de auf der Rednertribüne.

Schließ­lich ergrif­fen auch zwei Frau­en das Wort, die abge­trie­ben haben, und die Gele­gen­heit nütz­ten, um ein dra­ma­ti­sches Zeug­nis gegen die Abtrei­bung abzu­le­gen. Mit beben­der Stim­me erzähl­ten sie von ihren Kin­dern, wie sehr sie die­se ver­mis­sen und wie zer­stö­re­risch Abtrei­bung ist, wäh­rend sie viel­fach ver­harm­lost wird. Abtrei­bung tötet das Kind, zer­stört Bezie­hun­gen und wird zum Alb­traum für die Mut­ter. Vor der Abtrei­bung sei „zu war­nen“, um ande­re Frau­en vor „die­ser Tra­gö­die zu bewahren“.

Die Spre­che­rin des Mar­sches, Vir­gi­nia Coda Nun­zi­an­te, berich­te­te, daß in den 38 Jah­ren, seit der Lega­li­sie­rung der Abtrei­bung 1978, in Ita­li­en offi­zi­ell mehr als 5,7 Mil­lio­nen Kin­der getö­tet wur­den. Auch im Jahr 2016 wer­de allein in Ita­li­en alle fünf Minu­ten ein unge­bo­re­nes Kind im Mut­ter­leib umge­bracht. Die Dun­kel­zif­fer sei durch neue Prä­pa­ra­te deut­lich höher. „Das ist ein Geno­zid. Wie kön­nen wir zu einem sol­chen Geno­zid schwei­gen? Wie kön­nen wir so tun, als wür­de nichts gesche­hen, obwohl ein regel­rech­tes Mas­sa­ker an Unschul­di­gen stattfindet?“

Polen: Gegenmodell möglich — Papst grüßt Teilnehmer des Marsches

Damit wur­de das Wort an einen Ver­tre­ter der Ver­ei­ni­gung Ordo Iuris über­ge­ben, der über die Plä­ne der pol­ni­schen Regie­rung berich­te­te, den Mord an unge­bo­re­nen Kin­dern „ohne Kom­pro­mis­se“ zu been­den. Ein „Gegen­mo­dell“ zur „Unkul­tur des Todes“ sei möglich.

Im Vor­feld des Mar­sches hat­ten in Rom zwei hoch­ka­rä­tig besetz­te Tagun­gen zum The­ma Lebens­recht statt­ge­fun­den, eine orga­ni­siert von Human Life Ita­li­en und dem Komi­tee Veri­tà  e Vita (Wahr­heit und Leben), die ande­re vom Rome Life Forum. An der ersten nahm Erz­bi­schof Lui­gi Negri teil, an der ande­ren Kar­di­nal Bur­ke und Bischof Schneider.

Der Marsch zog dann durch Roms Alt­stadt und ende­te auf dem Peters­platz. Dort bete­ten die Teil­neh­mer mit Papst Fran­zis­kus das Regi­na Coeli. Im Anschluß grüß­te das katho­li­sche Kir­chen­ober­haupt die Teil­neh­mer des Marsches.

Am 17. September Marsch für das Leben in Berlin und Zürich

In die­sem Jahr fan­den bereits acht Mär­sche für das Leben statt, min­de­stens fünf sind geplant:
Otta­wa, 12. Mai
War­schau, 31. Mai
Dub­lin, 2. Juli
Ber­lin, 17. September
Zürich, 17. September

Der 7. Marsch für das Leben in Rom ist für den 13. Mai 2017 geplant.

Text: Giu­sep­pe Nardi
Bild: Cor­ris­pon­den­za Romana

1 Kommentar

  1. Mein Dank und Respekt gilt Kar­di­nal Ray­mond Bur­ke und Bischof Atha­na­si­us Schnei­der sowie Erz­bi­schof Lui­gi Negri. Got­tes Segen für Sie!

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