Ersatzreligionen: „Erschreckt nicht, wenn ein Priester Laster hat. Erschreckt, wenn er vom Glauben abfällt“

Obscura: Die Leere verlangt nach Ersatz - auch Ersatzreligionen
Obscura: Die Leere verlangt nach Ersatz - auch Ersatzreligionen

(Rom) Der Jour­na­list und Buch­au­tor Camil­lo Lan­go­ne (Il Foglio) gehört zu jenen, die das Mit­tel der Pro­vo­ka­ti­on ein­set­zen, um zum Nach­den­ken anzu­re­gen. Sät­ze wie „Nehmt den Frau­en die Bücher weg und sie wer­den wie­der Kin­der gebä­ren“ (2011) oder nach einem Brand in der Città  del­la Sci­en­za von Nea­pel (Stadt der Wis­sen­schaft), einem Muse­um und Tech­no­lo­gie­park, „Man hät­te sie schon frü­her nie­der­bren­nen sol­len, dort wur­de die Evo­lu­ti­ons­theo­rie pro­pa­giert“ (2013), wer­den ihm angekreidet.

In der Tages­zei­tung „Il Foglio“ schrieb er nach „Fiat lux“, der umstrit­te­nen Pro­jek­ti­on auf die Fas­sa­de des Peters­doms im Zusam­men­hang mit der Welt­kli­ma­kon­fe­renz in Paris, den Arti­kel „Kat­zen und Zebras statt Jesus Christus“.

Ersatzreligionen — Katzen und Zebras statt Jesus Christus

von Camil­lo Langone

Ich wun­de­re mich nicht, daß der Peters­platz halb­leer ist anstatt voll, wie erwar­tet. Das Gegen­teil wür­de mich wun­dern. Und ich den­ke nicht, daß das allein der Angst geschul­det ist, irgend­ei­nem spreng­stoff­be­gei­ster­ten Moham­me­da­ner in die Arme zu lau­fen. Tat­sa­che ist, daß die katho­li­schen Bewe­gun­gen — aus­ge­nom­men die Neo­ka­techu­me­na­len — , die imstan­de sind, die Jugend auf die Stra­ßen zu brin­gen, sich ver­flüch­tigt haben und sich nur mehr auf zu belä­cheln­de Som­mer­ri­tua­le (ja, ich den­ke vor allem an Com­u­nio­ne e Libe­ra­zio­ne) beschrän­ken. Wahr ist auch, daß der Pfarr­ka­tho­li­zis­mus ein seni­ler und daher zitt­ri­ger Katho­li­zis­mus ist (die Alten fürch­ten den Tod eben weit mehr als die Jun­gen, weil er für sie eine kon­kre­te Rea­li­tät ist und nicht nur eine fer­ne Idee). Es ist aber nicht nur das. Es geht vor allem dar­um, daß das Herz des Men­schen, wie in der Natur, die Lee­re verabscheut.

Wenn das Zen­trum der Chri­sten­heit als ver­las­sen emp­fun­den wird, hört es auf, attrak­tiv zu sein. Und die Unbe­stän­di­gen wen­den sich schein­bar neu­en Kul­ten zu, die in Wirk­lich­keit archa­isch sind wie der Natur- und der Tier­kult, die heid­ni­sche Varia­tio­nen sind.

Der Mensch ist ein reli­giö­ses Wesen und das weiß auch Papst Fran­zis­kus, der in sei­ner Pre­digt vom 14. März 2013 eini­ger­ma­ßen über­ra­schend und bis­her das ein­zi­ge Mal den Apo­ka­lyp­ti­ker Léon Bloy zitier­te: „Wer nicht zum Herrn betet, betet zum Teufel.“

Affen auf Sankt Peter: Rückfall in archaische Natur- und Tierkulte
Affen auf Sankt Peter: Rück­fall in archai­sche Natur- und Tierkulte?

Die nicht mehr von Gläu­bi­gen gefüll­ten Kir­chen wer­den frü­her oder spä­ter zu Moscheen oder im besten aller Fäl­le zu Muse­en. Dar­über zu jam­mern, ist sinn­los. Sinn­vol­ler wäre es in die Kir­che zu gehen und die Mes­se zu besu­chen. Und es nicht wie jene Freun­din von mir zu machen, die am Sonn­tag die hei­li­ge Katha­ri­na liest, statt an der Eucha­ri­stie teil­zu­neh­men, und sich ein­bil­det, damit in Ord­nung zu sein, in Wirk­lich­keit aber am Kol­laps einer Reli­gi­on mit­wirkt, die Stück für Stück spi­ri­tua­li­siert und auf Sub­jek­ti­vis­mus und intel­lek­tu­el­le Ona­nie redu­ziert wird.

Wer nicht zum Herrn betet, wie der Herr uns gelehrt hat („Tut dies zu mei­nem Gedächt­nis…“) betet auch nicht zur Hei­li­gen Katha­ri­na. Ohne es zu wol­len, betet er/sie zu etwas anderem.

Eine ande­re Freun­din wur­de Muse­ums­di­rek­to­rin und hat mich ein­ge­la­den, sie in ihrem Büro zu besu­chen. Ich lehn­te ab, weil ich vom Gebäu­de nega­ti­ve Schwin­gun­gen emp­fing oder wie immer man das nen­nen will. Sie schau­te mich ungläu­big an und wuß­te nicht recht, ob sie mich nun für ver­rückt hal­ten müs­se. In der Tat mag es über­zo­gen wir­ken, ange­sichts des ver­welt­lich­ten Kle­rus, den wir haben, auf das Hei­li­ge zu behar­ren, wie ich es tue, aber ich kann nicht anders: „Eines jeden Sen­si­bi­li­tät ist sein Genie“, sag­te Bau­de­lai­re, und mein Genie ist das Emp­fin­den für das Haus Gottes.

Das sehr moder­ne Muse­um, das von mei­ner Freun­din gelei­tet wird, befin­det sich in einer alten Abtei, die von Napo­le­on auf­ge­ho­ben und ent­leert wur­de, was für mich mit  Ver­nich­tung zu tun hat.

Jean Clair schrieb gan­ze Bän­de über das Muse­um als Sur­ro­gat der Zeit. Ich muß sie nicht auf­schla­gen, um zu wis­sen, wie wahr das ist. Daß die Lee­re immer dazu neigt, sich zu fül­len, ist ein Gesetz der Psy­cho­lo­gie. Die Frau­en, die kein Kind zum Umar­men haben, legen sich ger­ne einen Schoß­hund zu, mit dem sie reden, den sie bemut­tern und ihm ein beson­de­res Fres­si kaufen.

Pater Rosa­rio Stro­scio ist ein 97 Jah­re alter Sale­sia­ner, der im Alter von 17 Jah­ren als Mis­sio­nar nach Indi­en kam („wir waren bet­tel­arm, aber von sol­cher Freu­de erfüllt“) und 50 Jah­re der Beicht­va­ter von Mut­ter Tere­sa war. Er war erschüt­tert, als er nach vie­len Jah­ren, 2003 zu deren Selig­spre­chung, nach Ita­li­en zurück­kehr­te und „so vie­le Frau­en mit einer Kat­ze oder einem Hund im Arm“ sah, „als wären es Kin­der“. „Ein Land, das die Kin­der durch Kat­zen und Hun­de ersetzt hat, ist ein Land ohne Zukunft“, sag­te er im ver­gan­ge­nen Okto­ber in einem Inter­view mit dem Cor­rie­re del­la Sera. Nach Ita­li­en wer­de er nicht mehr zurück­keh­ren, da gebe es zu wenig Moral und füg­te hin­zu: „Alle die­se Moham­me­da­ner auf­zu­neh­men, scheint mir wenig weit­sich­tig. Es wird der Tag kom­men, an dem sie ihre Pfer­de im Peters­dom trän­ken werden.“

Daß Lee­re Ersatz for­dert, zeigt sich sogar als Gesetz­mä­ßig­keit des Städ­te­baus: an die Stel­le der Kirch­tür­me, an die nicht ein­mal mehr die Erz­bi­schö­fe glaub­ten (wie die turm­lo­sen neu­en Kir­chen zei­gen), sind die Wol­ken­krat­zer getre­ten. Wer erin­nert sich nicht an man­che Bei­spie­le ver­gan­ge­ner Kon­kur­renz welt­li­cher Herr­scher zur Kir­che durch Geschlech­ter- und Rathaustürme.

„In der Wüste sei­ner Ver­las­sen­heit, gibt sich das Volk hin, sich gol­de­ne Käl­ber zu machen“, schrieb der Theo­lo­ge Pier­an­ge­lo Seque­ri. Oder eben grü­ne Idole.

Wenn man nicht mehr an die Mut­ter­got­tes, die immer­wäh­ren­de Jung­frau und Got­tes­ge­bä­re­rin glaubt, erliegt man eben dem Zau­ber der Erd­göt­tin Gaia. Vom Kle­rus soll­te nicht erschrecken, daß auch er man­ches Laster hat, und man­che sich dem Luxus oder mensch­li­chen Sin­nen hin­ge­ben. Erschrecken soll­te viel­mehr die Apost­asie der Prie­ster. Erschrecken soll­ten jene Prei­s­ter, wie der Reli­gi­ons­phi­lo­soph Mar­co Van­ni­ni schreibt, die „den Glau­ben an die Gott­heit Chri­sti ver­lo­ren und damit die Neu­heit des Evan­ge­li­ums annul­liert haben, und sich ver­bie­gen und die Welt und deren Fürst anbeten“.

Unend­lich gefähr­li­cher als Fran­ce­s­ca Chaou­qui ist die Obscu­ra (sic), das Unter­neh­men aus San Fran­cis­co, das genau am Hoch­fest der ohne Erb­sün­de emp­fan­ge­nen Jung­frau und Got­tes­mut­ter Maria die Tie­re auf die Fas­sa­de des Peters­doms pro­ji­zier­te. Das Papst­tum wur­de in eine Zweig­stel­le von Green­peace und UNO ver­wan­delt. Nur dumm, daß das Mut­ter­haus die­se Ange­le­gen­hei­ten viel glaub­wür­di­ger ver­tritt und schon am näch­sten Tag damit fort­setz­te, die Agen­da zu dik­tie­ren, indem sie auf Mai­län­der Monu­men­te Bil­der gegen den Thun­fisch­fang pro­ji­zier­te, und in Paris am Nach­fol­ge­ver­trag für das Kyo­to-Pro­to­koll geba­stelt wurde.

Einleitung/Übersetzung: Giu­sep­pe Nardi
Bild: Obscu­ra (Screen­shot)

30 Kommentare

  1. Ist mir alles zu vul­gär und degra­diert Din­ge, die nach dem NT und der Leh­re vom Hmmel aus­schlie­ßen, zu Kava­liers­de­lik­ten und tut so, als sei es ein Unter­schied, ob man wegen sinn­li­cher Tod­sün­den oder Apost­asie in der Höl­le landet.

    Das ist nicht nicht theo­lo­gi­scher Unsinn, son­dern auch fahrlässig.

    Der Autor begreift nicht, dass auschwei­fen­de Prie­ster bereits vom Glau­ben abge­fal­len SIND!
    Das jeden­falls steht in den Johan­nes­brie­fen, im Jako­bus­brief und und und.

    Es heißt ein­deu­tig im NT, dass einer der sich Bru­der nen­nen lässt und die Gebo­te nicht hält, ein Anti­christ ist.

    Auch die ande­ren „Pro­vo­ka­tio­nen“ sind erschreckend dumpf — wenn man den Frau­en die Bücher weg­nimmt, wer­den sie sich heim­lich bil­den und die Män­ner wer­den ver­blö­den. Das war schon immer so. Seht euch den Islam an. Der hat Frau­en zu Gebär­ma­schi­nen und Sex­ma­schi­nen degradiert.
    Das Chri­sten­tum hat von Anfang an der Frau emp­foh­len, über­haupt ganz auf Ehe und Fami­lie zu ver­zich­ten (s. Pau­lus etc.) und lie­ber ein kon­tem­pla­ti­ves Leben zu leben — mit Büchern selbstverständlich…
    Der christ­li­che Adel des Früh- und Hoch­mit­tel­al­ters hat jedoch eher die Töch­ter als die Söh­ne im Lesen und Schrei­ben gebil­det, weil die Män­ner fürs Kämp­fen aus­ge­bil­det wer­den sollten.
    Das war wohl letzt­end­lich sogar die klüg­ste Einteilung.

    Und die groß­ar­ti­ge Idee, die Wis­sen­schaft zu zer­stö­ren, weil sie auch auf Irr­tü­mer wie die Evo­lu­ti­ons­idee kam — das ist ein­fach nur puber­tär. Uni­ver­si­tä­ten sind eine urchrist­li­che Idee!

    Fürch­te mit solch geist­lo­sen und fahr­läs­si­gen Vor­schlä­gen machen wir uns in der Welt noch lächer­li­cher als wir es schon sind.

    • So geist­los ist er nicht wie Sie hier schrei­ben — im gegenteil.
      Sie soll­ten das Kind nicht mit dem Bade ausschütten.

    • Frau Zeit­schnur, jetzt haben Sie ganz ganz Recht. Wegen dum­mer Män­ner wie die­sen Camil­lo bin ich froh, dass ich nicht ver­hei­ra­tet bin! So dass ich mei­ne eige­ne Bücher und Tie­re haben kann…

  2. Man erregt heut­zu­ta­ge nur mit pro­vo­kan­ten The­sen die Aufmerksamkeit,das soll­ten doch gera­de Sie am besten wissen.
    Wobei man die Mehr­heit der Leu­te mit gar nichts mehr erreicht,die sind doch nur noch abgestumpft.
    Aber das Bild von den Frau­en mit Kat­zen und Hun­den statt Kin­dern auf dem Arm hat schon was für sich,es ist fast schon ein Mene­te­kel für unse­re Gesellschaft.

    • Ich behaup­te mal selbst­be­wusst, dass mei­ne pro­vo­kan­ten Ideen prin­zi­pi­ell auf einer ande­ren Ebe­ne ange­sie­delt sind.
      Und auf eine Paro­len-Recht­gläu­big­keit kann man mehr denn je verzichten!

      Denn die „Pfor­te“ war schon immer „eng“, wie Jesus es sagt. Und abge­stumpft war die Mensch­heit mehr oder weni­ger immer irgend­wie. Panem et cir­cen­ses — das galt auch den alten Römern als Stra­te­gie, und: Nichts Neu­es unter der Sonne.

      Es gibt aber nicht nur die Frau­en mit Hun­den und Kat­zen auf dem Arm — das gan­ze The­ma ist viel kom­ple­xer. Zuerst gab es Mil­lio­nen ledi­ge frau­en, weil man die jun­gen Män­ner im Krieg ver­heizt hat und die Über­le­ben­den schon im 19. Jh total sexua­li­siert hat. Wie vie­le Män­ner star­ben an der Syphil­lis und hol­ten sich harm­lo­se­re Geschlechts­krank­hei­ten, weil ein Mann auf kei­nen Fall jung­fräu­lich in die Ehe gehen soll­te. Die Frau dage­gen fast zwang­haft. So tick­te die bür­ger­li­che Gesell­schaft und dies kei­nes­wegs bei den Liberalen.

      Vie­le Frau­en ken­nen das Pro­blem, dass Män­ner zwar alles, aber nicht hei­ra­ten wol­len, weil für sie ein ande­res Recht galt als für die Frauen.
      So wur­de syste­ma­tisch die Moral aus­ge­höhlt. dass die Frau­en dann irgend­wann nach­zo­gen, war erst der Schlusstein die­ser unse­li­gen Entwicklung.

      Man muss in die Ver­hält­nis­se erst rein­schau­en, bevor man sie beur­teilt. Aber in aller Regel bleibt kei­ne Frau frei­wil­lig allei­ne oder kinderlos. 

      Die Fäl­le in mei­nem Umfeld sind ent­we­der ein­fach unfrucht­bar, oder sie haben erst gar kei­nen Mann gefun­den, der in der Lage wäre, eine Ehe zu füh­ren. Das ist die schnö­de Realität.

      Alle glück­lich ver­hei­ra­te­ten Frau­en mit guten und ver­nünf­ti­gen und treu­en Män­nern, die ich ken­ne, haben auch Kinder.

      Glau­ben Sie mir, da liegt viel, viel mehr im Argen — es sind nicht die Frau­en die Ursa­che des Pro­blems. Wie schwer das auch schon bei den heu­te 80Jährigen war, einen Mann zu fin­den, der gei­stig gesund UND bereit zur Treue war, erzählt mir älte­re Damen immer wieder.

      • Als wenn nur die Frau­en das Pro­blem wären.
        Beim lesen des Berich­tes kam ich gar nicht auf den Gedan­ken, im kein­ster Wei­se. ich hät­te auch kein Pro­blem damit gehabt, wenn er ver­mehrt auf die Män­ner ein­ge­dro­schen hät­te. Da liegt nähm­lich genau­so­viel im argen.
        Es ist im übri­gen Inter­es­sant wie Sie im Gegen­zug auf die Män­ner ein­dre­schen. Haben Sie ein Pro­blem damit ?
        Ich gebe Ihnen gleich die Ant­wort. Sie haben da ein ganz gewal­ti­ges Problem !!!
        Noch ein­mal, ich weiß, dass es genug Män­ner gibt die nicht fähig zur Ehe sind.
        Es gibt aber auch genug Frau­en wo es genau gleich ist.

      • War­um han­deln Sie das auf der per­sön­li­chen-Anma­che-Ebe­ne ab? Muss das eigent­lich sein?

        Das sehe ich begrün­det nicht so. Die Frau­en sind von vorn­her­ein , was das The­ma Ehe betrifft, in einer angreif­ba­re­ren und vul­nerable­ren Situa­ti­on. Sie wer­den schwan­ger, sie müs­sen die Kon­se­quen­zen tra­gen und kön­nen kaum „abhau­en“, und sie sind in der Haupt­sa­che an der Front in der Kindererziehung.

        Jede Frau weiß das. Und jeder hat es in sei­ner Her­kunfts­fa­mi­lie erlebt, dass die Frau die gan­ze Fami­lie ver­bin­det und trägt. Die­se Rol­le kann kein mann erset­zen, aber der Mann muss alles, was er ist und hat, der Erfül­lung die­ser Rol­le der Frau hingeben.

        Und genau das tut er nicht, wenn er nicht sehr gut erzo­gen wur­de oder durch den Glau­ben gerei­nigt wird.

        Ich habe von der grund­sätz­li­chen Kon­stel­la­ti­on her argu­men­tiert, nicht von Ein­zel­fäl­len, die mal dies mal das tun können.

        Man hat in der Kir­che zwar die gerei­nig­te Auf­fas­sung der Ehe sehr wohl erkannt, aber ist in der Umset­zung all zu oft auf hal­bem Wege ste­hen geblie­ben. Das Los der Frau war auch hier ungleich här­ter und aus­ge­lie­fer­ter. Allei­ne durch die natür­li­che und durch die Sün­de geschwäch­te gro­ße Auf­ga­be zur Mutterschaft.

        Unse­re Mon­ar­chen sind zuneh­mend nicht mehr bereit gewe­sen, sich an die gebo­te zu hal­ten. Spä­ten­stens im Hoch­mit­tel­al­ter fing die alte ego­isti­sche Huren­wirt­schaft der Män­ner wie­der an, sobald sie es sich öko­no­misch erlau­ben konn­ten, oder auch nicht. Wie neu­lich dis­ku­tiert expol­dier­te das zur Zeit des Abso­lu­tis­mus. kein Fürst ohne zahl­rei­che ehe­bre­che­ri­sche Ver­hält­nis­se und offen­bar ohne Sün­den­be­wusst­sein. Die Revo­lu­ti­on lie­fer­te die Frau die­sem Trei­ben end­gül­tig recht­los aus — sie hat­te für den Mann jung­fräu­lich bereit­zu­ste­hen, wäh­rend er durch die Bor­del­le zog. Als sich dann so bald kei­ne Jung­frau­en mehr fan­den, trieb man die Frau syste­ma­tisch in eine immer grö­ße­re Sexua­li­sie­rung und ver­kauf­te das als „Frei­heit“.
        Damit war die christ­li­che abend­län­di­sche Ehe end­gül­tig besie­gelt. Man kann sagen, die christ­li­che Ehe war bereits im 18. Jahr­hun­dert zer­stört, auch wenn sie noch existierte.
        Aber die Mäch­ti­gen hiel­ten sie nicht mehr in Ehren und das Volk dann, „wie der Herr so’s Gescherr“ auch nicht mehr. Nie­mand will wis­sen, wie Män­ner syste­ma­tisch in die Hure­rei kom­pli­men­tiert wur­den in Krie­gen und in der zuneh­men­den Ent­frem­dung vom Haus­halt hin in Fabriken.

        Vie­le hier unter­schät­zen die­sen lan­gen Vor­lauf total.

        Den­noch weiß ich als Frau, die mit Frau­en ver­trau­ter spricht, als das ver­mut­lich die­sel­ben Frau­en mit Män­nern je tun wür­den, dass in jeder Frau der Wunsch nach einem ver­läss­li­chen Mann und einer grö­ße­ren Fami­lie schlum­mert. Die Aus­nah­men bestä­ti­gen die Regel.

        Das gan­ze Elend mit Ver­hü­tung und Abtrei­bung kommt dem Wunsch der Frau­en nach einem ver­läss­li­chen Mann und einer Fami­lie nicht ent­ge­gen und hat sie voll­ends von sich selbst ent­frem­det. Auch hier ist die absur­de Beob­ach­tung zu machen, dass Frau­en in der Regel unter dem Druck der all­ge­mei­nen sozia­len Erwünschtheit sich auf die heu­te übli­che Früh­se­xua­li­sie­rung ein­las­sen. Brav machen sie, was man ihnen erzählt. In der Jugend­sze­ne wird jedes Mäd­chen ver­ach­tet oder für abnorm gehal­ten, das mit 20 noch Jung­frau ist. Die­ser Ungeist war ten­den­zi­ell auch schon in mei­ner Jugend vor­han­den und auf jeder Frau laste­te die­ser Druck, sie müs­se bewei­sen, dass sie „nor­mal“ ist. 

        Der sprin­gen­de Punkt ist aber dabei, dass die­ses Desa­ster ganz sicher nicht eine Erfin­dung der Frau­en war… sie machen nur, wie schon immer, devot alles mit, was man ihnen auf­er­legt. Fehl­ent­wick­lun­gen sind so vor­pro­gram­miert, inklu­si­ve Ver­bit­te­rung, wachs­ne­de Aggres­si­on und tie­fes Miss­trau­en und Selbstzweifel.

        Um dum­men Bemer­kun­gen hier zuvor­zu­kom­men: Ich habe das nicht erlebt und in jeder Hin­sicht Glück gehabt. Mir geht es gut und ich habe das geschenkt bekom­men, was sich jede Frau eigent­lich wünscht. Gott sei es ewig gedankt!
        Aber ich habe Geschwi­ster und Freun­de und jun­ge Schüler(innen) und sehe so unend­lich viel Elend!

  3. Das Wesen
    ECHTEN, RETTENDEN GLAUBENS

    “Prüft euch selbst, ob ihr im Glau­ben seid; stellt euch selbst auf die Pro­be! Oder erkennt ihr euch selbst nicht, dass Jesus Chri­stus in euch ist? Es sei denn, dass ihr unecht wärt!”
    2. Korin­ther 13,5

    1. Anzei­chen, die ech­ten Glau­ben weder bewei­sen noch widerlegen:
    A. Sicht­ba­re Sitt­lich­keit: Mt 19,16–21; 23,27
    B. Intel­lek­tu­el­le Erkennt­nis: Röm 1,21; 2,17ff
    C. Reli­giö­ses Enga­ge­ment: Mt 25,1–10
    D. Akti­ver Dienst: Mt 7,21–24
    E. Sün­den­er­kennt­nis: Apg 24,25
    F. Heils­ge­wiss­heit: Mt 23
    G. Getrof­fe­ne Ent­schei­dung: Lk 8,13.14

    2. Die Früch­te bzw. Bewei­se für ech­tes, wah­res Christsein:
    A. Lie­be zu Gott: Ps 42,1ff; 73,25; Lk 10,27; Röm 8,7
    B. Buße über Sün­de: Ps 32,5; Spr 28,13; Röm 7,14; 2Kor 7,10; 1Joh 1,8–10
    C. Ech­te Demut: Ps 51,17; Mt 5,1–12; Jak 4,6.9ff
    D. Gott ehren­de Hin­ga­be: Ps 105,3; 11,51; Jes 43,7; 48,10ff; Jer 9,23.34; 1Kor 10,31
    E. Bestän­di­ges Gebet: Lk 18,1; Eph 6,18ff; Phil 4,6ff; 1Tim 2,1–4; Jak 5,16–18
    F. Selbst­lo­se Lie­be: 1Joh 2,9ff; 3,14; 4,7ff
    G. Abson­de­rung von der Welt: 1Kor 2,12; Jak 4,4ff; 1Joh 2,15–17; 5,5
    H. Geist­li­ches Wachs­tum: Lk 8,15; Joh 15,1–6; Eph 4,12–16
    I. Gehor­sa­mes Leben: Mt 7,21; Joh 15,14ff; Röm 16,26; 1Pt 1,2.22; 1Joh 2,3–5

    Wenn Liste 1. auf einen beken­nen­den Chri­sten zutrifft, aber Liste 2 nicht, besteht Anlass, die Echt­heit des Bekennt­nis­ses in Fra­ge zu stel­len. Doch auf wen Liste 2 zutrifft, für den wird auch Liste 1 gelten.

    3. Der Umgang mit dem Evangelium:
    A. Ver­kün­di­ge es: Mt 4,23
    B. Ver­tei­di­ge es: Jud 3
    C. Prä­sen­tie­re es: Phil 1,27
    D. Tei­le es mit: Phil 1,5
    E. Lei­de dafür: 2Tim 1,8
    F. Hin­de­re es nicht: 1Kor 9,16
    G. Schä­me dich sei­ner nicht: Röm 1,16
    H. Pre­di­ge es: 1Kor 9,16
    I. Stär­ke dich dadurch: 1Thes 1,5
    J. Behü­te es: Gal 1,6–8

    Nach:
    John F. MacAr­thur, Stu­di­en­bi­bel, CLV, Bie­le­feld 2002, S. 2150

    • Dan­ke für die­ses kom­pak­te Posting — ich lese es immer wie­der durch,
      dan­ke auch dem Autor Camil­lo Lan­go­ne für die­sen so tref­fen­den und auf­schluss­rei­chen Bei­trag. Hef­ti­ges Wüten dage­gen bestä­tigt des­sen Richtigkeit.

    • Die­se Stu­di­en­bi­bel ist pro­te­stan­tisch und MacAr­thur scheint auch Irr­tü­mer zu pro­pa­gie­ren — etwa, wenn er behaup­tet, das (kom­plet­te) Gesetz vom Sinai sei Lebens­re­gel des Christen.

      Er wur­de dafür auch fun­diert kri­ti­siert: http://www.martin-arhelger.de/macarthur.pdf Bit­te lesen Sie das mal durch — der MacAr­thur dürf­te selbst ein Irr­leh­rer sein.

      Man soll­te als Katho­lik auch bei wah­ren Aus­sa­gen den­noch etwas Distanz hal­ten und schon gar nicht katho­li­sche Kritk an die­sem pro­te­stan­ti­schen Ansatz womög­lich als „Wüten“ bezeichnen.

      Ins­ge­samt ist aber eines an der Auf­zäh­lung auch ver­ein­bar mit dem katho­li­schen Glauben:

      Wer laster­haft lebt, ist vom Glau­ben abgefallen.

      Der Gegen­satz, den der Autor des Auf­sat­zes hier kon­stru­iert, ist daher nach der Leh­re der Kiche antichristlich.

      Im „Hohe­lied der Lie­be“ wird uns doch gesagt, dass aller Glau­bens­ei­fer und alle Recht­gläu­big­keit nichts nützt, wenn ihr nicht die Wer­ke der Lie­be fol­gen. Und die schlie­ßen Laster­haf­tig­keit IMMER aus. Man mag fal­len und bereu­en und umkeh­ren, aber ein Laster ist das bewuss­te Fest­stecken in der Sünde.

  4. Sie kri­ti­sie­ren MacAr­thur. MacAr­thur ist ein ganz gewöhn­li­cher Christ, ein refor­miert (cal­vi­ni­stisch) und dis­pen­sa­tio­na­li­stisch gepräg­ter Bibel­theo­lo­ge. Er bean­sprucht kei­ne Unfehl­bar­keit für sich, die er allein dem drei­ei­n­i­gen Gott und sei­nem Wort zuer­kennt. Für Ihre Kri­tik beru­fen Sie sich auf Arhel­ger. Wie das? Ist Arhel­ger nicht auch Pro­te­stant? Woher wis­sen Sie, ob Arhel­ger gegen MacAr­thur recht hat? Aber wer von bei­den immer in dog­ma­ti­schen und exege­ti­schen Streit­fra­gen recht hat, Mar­tin Arhel­ger ist für Katho­li­ken eben­so­we­nig Auto­ri­tät wie John MacAr­thur. Woher wis­sen Sie, dass Arhel­ger nicht auch ein „Irr­leh­rer“ ist? Wer weiß — hät­te ich etwas von Arhel­ger zitiert, ob Sie dann in Ihrem Kom­men­tar nicht MacAr­thur gegen ihn ins Feld geführt hätten? 😉
    Viel hilf­rei­cher als Ihr Gene­ral­zer­riss wäre, wenn Sie kon­kret auf­zeig­ten, was an der Liste oder ein­zel­nen ihrer Punk­te falsch ist. Damit wür­den Sie mir und den ande­ren Lesern einen Dienst erweisen.
    Soll­te MacAr­thur tat­säch­lich Irr­tü­mer ver­tre­ten, etwa hin­sicht­lich der Gül­tig­keit des alt­te­sta­ment­li­chen Geset­zes, so wür­de dar­aus nicht not­wen­dig fol­gen, dass die Liste oben falsch ist. Dar­aus, dass Mar­tin Luther Irr­tü­mer ver­trat, folgt nicht auto­ma­tisch, dass z.B. das Weih­nachts­lied „Vom Him­mel hoch da komm ich her“ falsch ist. Auch hin­dert z.B. Ter­tul­li­ans Mon­tan­eis­mus die katho­li­sche Theo­lo­gie nicht dar­an, sich auf die­sen Kir­chen­va­ter häu­fig als wich­ti­gen Glau­bens­zeu­gen zu berufen.

    • Bit­te kei­ne Auf­re­gung — ich habe die Argu­men­te Arhel­gers schlüs­sig gefun­den. Das, was er anmahnt, ist mit Sicher­heit berech­tigt, ein­fach von der Sache her.

  5. Im Vor­wort zur deut­schen Aus­ga­be der MacAr­thur Stu­di­en­bi­bel schreibt der Her­aus­ge­ber (nicht im Klein­druck, son­dern an pro­mi­nen­ter Stelle):
    „… Wäh­rend das Wort Got­tes inspi­riert, feh­ler­los und voll­kom­men ist, haf­ten jeder Aus­le­gung auch des begab­te­sten Bibel­leh­rers mensch­li­che Schwä­chen und Ein­sei­tig­kei­ten an. Daher kön­nen wir es dem Leser nicht erspa­ren, auch die­sen Kom­men­tar zur Bibel betend zu über­den­ken und anhand der Bibel zu überprüfen.
    Auch als Her­aus­ge­ber die­ser Stu­di­en­bi­bel sehen wir eini­ge Bibel­stel­len, die kei­ne zen­tra­len Leh­ren der Bibel betref­fen, in einem ande­ren Zusam­men­hang und wür­den sie anders aus­le­gen. Wir haben aber bewusst dar­auf ver­zich­tet, durch wei­te­re Anmer­kun­gen die Pro­ble­ma­tik zuver­stär­ken und unser Ver­ständ­nis der Schrift für abso­lut zu hal­ten (usw.)
    So geben wir die­ses Werk mit dem Wunsch und Gebet her­aus, dass jeder Leser dadurch moti­viert wird, das Wort Got­tes mehr zu lie­ben und zu schät­zen und dadurch ein Leben zur Ehre Got­tes und zum Segen der Mit­men­schen zu führen.“
    Ich fin­de, das ist ehr­lich und anstän­dig. Jeden­falls ehr­li­cher, als wenn nach­kon­zi­lia­re katho­li­sche Bibel­aus­ga­ben still­schwei­gend, mit einer Mie­ne, als könn­te man kein Wäs­ser­chen trü­ben, von Grund­sät­zen der tra­di­tio­nel­len, durch alle Jahr­hun­der­te von ihr hoch­ge­hal­te­nen Bibel­aus­le­gung abgeht und Posi­tio­nen der histo­risch-kri­ti­schen Exege­se übernimmt.

    • Ja sicher — das habe ich ja nicht bestrit­ten, und es war ja auch nicht das Thema.

      Aller­dings müs­sen Sie schon zuge­ste­hen, dass die­se Art der „Selbst­zu­rück­nah­me“ nicht ganz sau­ber ist. 

      Etwas Ähn­li­ches mach­te Ratz­in­ger mit den Jesus-Büchern. Er ver­öf­fent­licht sie als „Bene­dikt XVI.“ (also Papst) und behaup­tet, er äuße­re sich hier aber nicht lehr­amt­lich und kön­nen sich irren.

      Nun liest aber jeder die Tri­lo­gie eben doch als Papst­aus­sa­ge und wird die­se Dif­fe­ren­zie­rung gefühlt eher nicht tref­fen. Sei­en wir doch ehr­lich, und das weiß auch Ratzinger…
      Eben­so wol­len Bibel­kom­men­ta­re sehr wohl ein Stück „Leh­re“ vor­tra­gen und nicht blo­ße eine angreif­ba­re Refle­xi­on, die auch als „Refle­xi­on“ ver­kauft wird — egal ob man dazu­sagt, das sei aber nicht unfehlbar.

      Was ich an den Auf­zäh­lun­gen pro­ble­ma­tisch finde?

      Ich sag­te ja schon: im Grund­zug und Ergeb­nis an der Stel­le nichts, aller­dings habe ich ein Pro­blem mit sol­chen „nor­ma­ti­ven“ Auf­zäh­lun­gen, die „siche­re“ oder „gewis­se“ Zei­chen für „ech­ten“ Glau­ben geben wollen.
      Vor so etwas scheue ich zurück, ein­fach weil nur der lie­be Gott weiß, was in einem Men­schen vorgeht.
      Wenn da etwas kommt wie „ech­te Demut“, dann akzep­tie­re ich das nicht, weil eben das kei­ner von einem ande­ren oder gar sich selbst sagen kann. Das weiß nur Gott!
      Ich weiß nicht, ob ich demü­tig bin — eher nicht. Und ich will es auch nicht wissen!
      Warum?
      Wenn ich es sein will, bin ich es bereits nicht mehr. Die Demut kennt sich selbst nicht. Wenn sie sich selbst ken­nen wür­de, wäre es bereits Hochmut.
      Eine Hand, sagt Pau­lus, soll nicht wis­sen, was die ande­re tut.

      Oder das ande­re Merk­mal „ech­ten“ Glau­bens: die „Lie­be zu Gott“.
      Wer kann das messen?
      Von außen schon gar nicht, und von innen bei sich selbst?
      Auch hier stocke ich: Täg­lich muss ich Gott zuge­ste­hen, dass ich ihn zwar lie­ben will, aber was ist mei­ne schwa­che klei­ne Kraft, dass sie in der Lage wäre, ihn zu lie­ben? Ich mei­ne wirk­lich zu LIEBEN, und das mit „gan­zem Her­zen“. Ich weiß ja nicht mal, was mein „gan­zes“ Herz ist!
      Ich kann nur sagen: „Ich will dich lie­ben, gib mir dei­ne Lie­be, damit ich mit ihr dich lie­ben kann.“
      Und dann?
      Wie sind wir Men­schen denn?
      Wir wer­den Gott nie­mals gerecht.
      Dann bezwingt man sich oft, und tut Din­ge so gut es geht, aus Lie­be zu Gott und Mensch, aber schwupp di wupp, gerät man damit in die Selbst­ge­rech­tig­keit und klopft sich selbst auf die Schul­ter und zählt auf, was man doch alles aus Lie­be getan hat.
      Ich will es des­halb nicht wissen!
      Ich bin so wiss­be­gie­rig, aber das will ich nicht wissen!
      Woll­te ich es wis­sen, wür­de ich Gott bereits offen nicht mehr lie­ben, son­dern rech­ne­te ihm vor…
      Nein!
      Das ist ein Dilem­ma, über das ich am Ende allei­ne Gott die Ent­schei­dung über­las­sen muss.

      Wenn das aber so ist, dann ist es gera­de­zu ver­mes­sen, wenn Men­schen das als nor­ma­ti­ve Zei­chen über sich selbst und ande­re set­zen wollen.
      Wenn Sie mich fra­gen: Hier dringt ein klei­ner Mann in das Ter­rain des gro­ßen Got­tes ein, der Herz und Nie­ren prüft und allei­ne das hat, was man „See­len­schau“ nennt.
      Das ist ähn­lich wie bei Leu­ten wie Pater Pio — sol­ches Gesamt­wis­sen über einen ande­ren Men­schen kennt das NT nicht, und ich sehe es als Ver­mes­sen­heit oder sogar einen Ver­such des Bösen, sich ein­zel­ner See­len zu bemäch­ti­gen über die from­me Schiene.

  6. Dan­ke C. Lan­go­ne und G. Nar­di für den Arti­kel und für die Übersetzung.
    Ich wünsch­te, ich hät­te eine Zei­tung, in der ab und zu sol­che Arti­kel erscheinen!

  7. @ zeit­schnur
    Hat­ten Sie schon ein­mal eines der Jesus­bü­cher in der Hand. Das ist schlecht vor­stell­bar, da Sie schreiben:
    „Etwas Ähn­li­ches mach­te Ratz­in­ger mit den Jesus-Büchern. Er ver­öf­fent­licht sie als „Bene­dikt XVI.“ (also Papst) und behaup­tet, er äuße­re sich hier aber nicht lehr­amt­lich und kön­nen sich irren“.
    Sei­ne Autoren­an­ga­be lau­tet auf jedem der drei Bän­de, auch für Sie nachlesbar:„Joseph Ratzinger/ Bene­dikt XVI.“
    Übri­gens: Wis­sen­schaft­ler nur mit dem Fami­li­en­na­men zu benen­nen, ist nur unter gleich­ran­gi­gen Wis­sen­schaft­lern üblich. Das trifft in Ihrem Fall nicht zu und ist schlicht anmaßend.

    • Sie ste­hen hier seit Jah­ren vor mir im Regal…und wur­den sogar gele­sen von mir…sagte ich doch: es steht Bene­dikt XVI. drauf — also meint es das auch, oder ist das bloß biss­chen Schmuck?

      Übri­gens: Ihren selbst­ge­ba­stel­ten Ober­leh­rer­knig­ge zum Behuf, der bösen zeit­schnur mal wie­der ans Bein zu tre­ten, packen Sie gleich am besten wie­der ein.

      Ich habe zwei abge­schlos­se­ne Stu­di­en mit x Semi­nar­ar­bei­ten und einer Magi­ster- und einer Diplom­ar­beit — selbst­ver­ständ­lich haben wir immer Posi­tio­nen ande­rer Wis­sen­schaft­ler unter Nen­nung ihrer Nach­na­men refe­riert oder diskutiert.

      • Sie haben den „Joseph Ratz­in­ger“ unter­schla­gen, als Sie sag­ten: „Etwas Ähn­li­ches mach­te Ratz­in­ger mit den Jesus-Büchern. Er ver­öf­fent­licht sie als „Bene­dikt XVI.“ (also Papst) und behaup­tet, er äuße­re sich hier aber nicht lehr­amt­lich und kön­nen sich irren“. Über­dies sagen Sie: „Ich habe zwei abge­schlos­se­ne Stu­di­en mit x Semi­nar­ar­bei­ten und einer Magi­ster- und einer Diplom­ar­beit usw.“ Ich fra­ge zurück: Und damit wol­len Sie sich mit wirk­li­chen Wis­sen­schaft­lern wie Prof. Dr. Joseph Ratz­in­ger auf Augen­hö­he mes­sen? Das ist Hybris pur! Neben­fra­ge: Und was haben Sie in Ihrem Leben aus Ihren Abschlüs­sen gemacht? Sie sind jetzt 53 Jah­re alt, wol­len Sie die näch­sten 30 Jah­re Ihrer vor­aus­sicht­li­chen Lebens­er­war­tung wei­ter­hin mit Inter­net-Pole­mi­sie­ren gegen die katho­li­sche Kir­che ver­brin­gen? Wann fan­gen Sie end­lich ein­mal an, Ihre vor­han­de­nen Fähig­kei­ten als Glied der katho­li­schen Kir­che, dem mysti­schem Leib Jesu Chri­sti, gemäß der gest­ri­gen Lesung aus 1 Kor. die­sem selbst in der Gestalt der einen, hei­li­gen, katho­li­schen und apo­sto­li­schen Kir­che zugu­te kom­men zu las­sen, um sie nach Kräf­ten zu för­dern, statt sie und ihre geweih­ten Reprä­sen­tan­ten stän­dig öffent­lich zu verunglimpfen?

      • @ Sophus, irgend­wie ist bei Ihnen Hop­fen und Malz verloren.
        Viel­leicht sind Sie ja gefühl­te 200 Jah­re alt, aber im Zeit­al­ter von Pro­fes­so­ren, die sich schon vor 50 Jah­ren auch von Pro­se­mi­na­ri­sten unbe­dingt duzen las­sen woll­ten, ist es absurd, sol­che Debat­ten zu führen.
        Und dann noch ein Tipp: Schau­en Sie mal im Duden nach, was „unter­schla­gen“ heißt.

        Und damit Ende die­ser frucht­lo­sen Debat­te — für so etwas ist mir die Zeit zu schade.

  8. @Klauspeter
    Ich kann Ihnen als 3 mal wöchent­lich (Di, Do, Sa) erschei­nen­de kathol. Zei­tung die in Würz­burg erschei­nen­de „Die Tages­post“ bzw. deren Wochen­end­aus­ga­be „All­ge­mei­ne Sonn­tags­zei­tung“ wärm­stens empfehlen.
    Bestel­len Sie mal pro­be­wei­se für 14 Tage oder rezi­pie­ren Sie ein­zel­ne Arti­kel im Internet.

  9. @sophus
    Bene­dikt XVI. hat sei­ne 3 Jesus-Bücher in der Tat nicht mit lehr­amt­li­cher Auto­ri­tät, son­dern als theo­lo­gi­scher Wis­sen­schaft­ler ver­öf­fent­licht und lädt sogar aus­drück­lich zur Dis­kus­si­on über den Inhalt ein.
    Da hat @zeitschnur völ­lig recht.
    Im übri­gen täte es dem Bin­nen­kli­ma im Forum gut, wenn Sie z.B. die Zita­ti­ons­wei­se unse­rer geschätz­ten Glau­bens­schwe­ster etwas weni­ger beck­mes­serisch wer­te­ten, da sie in der Sache ja recht hat.

  10. @ Kas­san­dro
    Wie­der fehlt es Ihnen am not­wen­di­gen Text­ver­ständ­nis, wenn Sie schrei­ben: Bene­dikt XVI. hat sei­ne 3 Jesus-Bücher in der Tat nicht mit lehr­amt­li­cher Auto­ri­tät, son­dern als theo­lo­gi­scher Wis­sen­schaft­ler ver­öf­fent­licht und lädt sogar aus­drück­lich zur Dis­kus­si­on über den Inhalt ein. Da hat @zeitschnur völ­lig recht“.
    Haben Sie den Text von @zeitschnur nicht ganz gele­sen? Sie schreibt:
    „Etwas Ähn­li­ches mach­te Ratz­in­ger mit den Jesus-Büchern. Er ver­öf­fent­licht sie als „Bene­dikt XVI.“ (also Papst) und behaup­tet, er äuße­re sich hier aber nicht lehr­amt­lich und kön­nen sich irren.
    Nun liest aber jeder die Tri­lo­gie eben doch als Papst­aus­sa­ge und wird die­se Dif­fe­ren­zie­rung gefühlt eher nicht tref­fen. Sei­en wir doch ehr­lich, und das weiß auch Ratzinger„…
    Das heißt im Klar­text, Papst Bene­dikt XVI. habe sich als theo­lo­gi­scher Wis­sen­schaft­ler hin­ter sei­nem Papst­amt ver­schanzt, um sei­ner Exege­se in ver­steck­ter Form „lehr­amt­li­che“ Auto­ri­tät zu ver­lei­hen. Das anzu­deu­ten, ist in mei­nen Augen eine unge­recht­fer­tig­te Unter­stel­lung. Dar­auf hin­zu­wei­sen, ist nicht „beck­mes­serisch“, son­dern notwendig.

    • @sophus
      Das „beck­mes­serisch“ bezog sich auf Ihre über­zo­ge­ne Kri­tik an @zeitschnurs Zitationsweise!
      Die Dame scheint für Sie ja irgend­wie ein rotes Tuch zu sein.
      Ande­re Mei­nun­gen zu kri­ti­sie­ren, sei Ihnen ja unbe­nom­men — aber wie­so müs­sen Sie denn ins­be­son­de­re gegen­über @zeitschnur immer wie­der in per­sön­li­chen Belei­di­gun­gen regel­recht ausarten???
      Ihre Kri­tik an mei­nem Text­ver­ständ­nis bzgl. @zeitschnurs Kri­tik an Ben­dikt XVI. Jesus­bü­chern im vor­lie­gen­den Fall neh­me ich aller­dings hin.

      Ich fra­ge hier @zeitschnur:
      Was hät­te J. Ratz­in­ger denn machen sol­len, als er zum Papst gewählt wor­den war?
      Er hat­te sich für sei­nen Lebens­abend nach eige­nem Bekun­den ein zurück­ge­zo­gen Gelehr­ten­le­ben gewünscht, in dem er eben noch über das Leben Jesu ein Buch ver­öf­fent­li­chen woll­te, weil da sei­ner Mei­nung nach auch viel Fal­sches publi­ziert wor­den war.
      Hät­te er das nun nach der Wahl das blei­ben las­sen sollen?
      Er hät­te sei­ne Bücher auch ein­fach als Papst Bene­dikt XVI. ver­öf­fent­li­chen kön­nen und Basta!
      Höch­ste Lehrautorität!
      Eben das woll­te er ganz und gar nicht. Mehr als das unmiss­ver­ständ­lich im Vor­wort dar­le­gen, kann er nun mal nicht!
      Da spricht der Theo­lo­ge die Kri­tik­fä­hig­keit sei­ner Leser/innen an und ermun­tert sogar zum Dis­put — mehr geht eigent­lich nicht, es sei denn, er schwie­ge und ver­zich­te­te auf die Ver­öf­fent­li­chung der Bücher.
      Sie, @zeitschnur, bekun­den, dass Sie die Ver­wen­dung des Begriffs der Demut nicht so recht mögen, aber ich fin­de, die­se genann­te Vor­ge­hens­wei­se bei den gen. Jesus­bü­chern von Joseph Ratzinger/Benedikt XVI. IST wis­sen­schaft­li­che Demut.

      • @Kassandro
        Freu­en Sie sich nicht zu früh. Sie hat­ten nur das Glück, noch nicht ande­rer Mei­nung als @zeitschnur zu sein. Die Frau ist streit­bar. Da gibt es nichts… 🙂

  11. @Lioba
    Streit­bar­keit ist noch nicht ehren­rüh­rig, wenn die Posi­ti­on fun­diert und nach­voll­zieh­bar begrün­det ist.
    Auf jeden Fall recht­fer­tigt das kei­ne ins per­sön­li­che gehen­den Beleidigungen.
    Übri­gens hat­te ich durch­aus schon von @zeitschnur abwei­chen­de Mei­nun­gen ver­tre­ten (s.a. oben), des­halb kann man sich aber doch noch ach­ten und muss nicht aus­fal­lend wer­den, oder?

  12. @Kassandro
    Stim­me Ihnen bis zum letz­ten Wort zu. Nur… Wäre ich Zeit­schnur, wür­de ich nun schrei­ben, „Lesen soll­te man kön­nen“, oder noch här­ter, weil das von Ihnen ange­spro­che­ne von mir nie geschrie­ben wur­de usw. Sie wür­den sich zurecht belei­digt füh­len, allein schon wegen des aggres­si­ven Vor­wurfs „nicht lesen zu kön­nen“. Dass man Din­ge unter­schied­lich ver­ste­hen kann, wie leicht Miß­ver­ständ­nis­se auf­tre­ten, selbst im best­ge­mein­ten Fall, weiss jeder aus dem Alltag.
    Dar­um: Es ist daher nicht so, dass @zeitschnur nur wegen ihrer Intel­li­genz und bril­lan­ten Argu­men­ta­ti­on und der Rich­tig­keit ihrer Argu­men­te stän­dig ange­fein­det wird. Dann hät­ten wir ja nur ler­nen von ihr. Sie wäre ein leben­des Natur­phä­no­men. Zum Streit gehö­ren bekannt­lich zwei. Also wird es schon auch ein wenig an Zeit­schnur lie­gen. Bei­spiels­wei­se ihrem hohen Ross, auf dem sie rei­tet. Die das tun, mer­ken es in der Regel selbst ja nicht und sind empört, wenn man sie auf­merk­sam macht. Das „Fuss­volk“ merkt es aber umso mehr. Vor allem, wenn sie eine so bril­lan­te Gestalt wäre (was ich nun weder bestä­ti­ge noch bestrei­te), dann wäre sie aber eine schlech­te Lehr­mei­ste­rin und Päd­ago­gin. Die Macht-Platz-jetzt-kom­me-ich-Typen sind nie gut ange­kom­men und wer­den uns auch in der Kir­chen­ge­schich­te nicht als Vor­bil­der genannt.
    Lesen Sie Zeit­schnurs Kom­men­ta­re, (fast) immer ziem­lich angriffs­lu­stig, her­ab­las­send sobald Kri­tik auf­tritt. Muss das sein, dient das der Sache, ihrer eige­nen Sache? Ich den­ke nicht. Denn es ent­steht der Ein­druck, dass es um den Streit geht. Das ist nicht gut.
    Zudem, „Zeit­schnur“ ist eine Uni­ver­sal­ge­lehr­te, sie weiss (fast) alles und urteilt als wür­de sie Gift­pfei­le abschie­ssen. Die Kir­che ist eine Kir­che der Sün­der, wie wir wis­sen, sie lebt trotz­dem durch Got­tes Gna­de und Ver­hei­ßung. Wir haben also das Gute derer zu sehen, die als Werk­zeu­ge Got­tes Gutes wir­ken woll­ten und gewirkt haben. Feh­ler, Sün­der wer­den wir bei jedem fin­den, auch bei Zeit­schnur, das ist unse­re gefal­le­ne Natur, auch der Besten. Als Brü­der im Herrn haben wir aber am Guten zu hal­ten, wir kön­nen dann in Lie­be alles ana­ly­sie­ren, wenn wir das Ziel haben, in der kon­kre­ten Fra­ge gefor­dert zu sein und es bes­ser machen zu sol­len. Aber Kri­tik der ewi­gen Kri­tik wegen ist nicht von Gott. Ist sie ein­fach nicht. Die Jün­ger sind nicht zusam­men­ge­ses­sen, um zu dis­ku­tie­ren, was die Sad­du­zä­er oder Pha­ri­sä­er da alles falsch gemacht haben. Das ist letzt­lich alles frucht­los… Ich wer­de zu lang und ende hier. Sie sehen, es geht mir um einen Wunsch, der mir gut scheint, eben daß wir alle fried­li­cher im Umgang unter Brü­dern wer­den, und da hat, kann und soll auch Zeit­schnur ihren Bei­trag lei­sten. Kurz­um, wir haben uns alle an der Nase zu neh­men, das wird aber alles nichts brin­gen, wenn es Zeit­schnur nicht auch tut.

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