Papst Franziskus: Seine Rede in der Synagoge von Rom

Papst Franziskus besuchte am 17. Januar 2016 die Hauptsynagoge von Rom (links: Oberrabbiner Riccardo Di Segni, Mitte: Kardinal Walter Kasper)
Papst Franziskus besuchte am 17. Januar 2016 die Hauptsynagoge von Rom (links: Oberrabbiner Riccardo Di Segni, Mitte: Kardinal Walter Kasper)

Besuch der Synagoge von Rom

Ansprache des Heiligen Vaters Franziskus
an die jüdische Gemeinschaft

Sonn­tag, 17. Janu­ar 2016

 

Lie­be Brü­der und Schwe­stern,

ich bin froh, heu­te mit Euch in die­sem Haupt­tem­pel zu sein. Ich dan­ke Dr. Di Seg­ni, Frau Dr. Dureg­hel­lo und Rechts­an­walt Gat­tegna für ihre höf­li­chen Wor­te und dan­ke Euch allen für die warm­her­zi­ge Auf­nah­me, Dan­ke! Todà  rab­bà !

Bei mei­nem ersten Besuch in die­ser Syn­ago­ge als Bischof von Rom wün­sche ich Euch und allen jüdi­schen Gemein­schaf­ten, den brü­der­li­chen Frie­dens­gruß die­ser Kir­che und der gan­zen katho­li­schen Kir­che aus­zu­drücken.

Unse­re Bezie­hun­gen lie­gen mir sehr am Her­zen. Bereits in Bue­nos Aires war es üblich, daß ich in die Syn­ago­gen ging, um die dort ver­sam­mel­ten Gemein­schaf­ten zu tref­fen, aus der Nähe ihren Festen und jüdi­schen Gedenk­ta­gen zu fol­gen und dem Herrn zu dan­ken, der uns das Leben schenkt und uns auf dem Weg durch die Geschich­te beglei­tet. Im Lau­fe der Zeit ist eine spi­ri­tu­el­le Ver­bin­dung ent­stan­den, die das Ent­ste­hen authen­ti­scher Bezie­hun­gen der Freund­schaft begün­stigt hat und auch einen gemein­sa­men Ein­satz inspi­riert hat. Im inter­re­li­giö­sen Dia­log ist es grund­le­gend, daß wir uns vor unse­rem Schöp­fer als Brü­der und Schwe­stern begeg­nen und Ihm Lob erwei­sen, daß wir uns respek­tie­ren und gegen­sei­tig schät­zen und ver­su­chen, zusam­men­zu­ar­bei­ten. Und im jüdisch-christ­li­chen Dia­log gibt es eine ein­zig­ar­ti­ge und beson­de­re Bin­dung auf­grund der jüdi­schen Wur­zeln des Chri­sten­tums: Juden und Chri­sten haben sich als Brü­der zu füh­len, ver­eint durch den­sel­ben Gott und durch ein rei­ches, gemein­sa­mes geist­li­ches Erbe (Nostra aeta­te, 4), auf das es sich zu grün­den gilt und die wei­te­re Zukunft auf­zu­bau­en gilt.

Papst Franziskus beim Besuch der Hauptsynagoge von Rom, 17. Januar 2016
Papst Fran­zis­kus beim Besuch der Haupt­syn­ago­ge von Rom, 17. Janu­ar 2016

Mit die­sem mei­nem Besuch fol­ge ich den Spu­ren mei­ner Vor­gän­ger. Papst Johan­nes Paul II. kam vor 30 Jah­ren hier­her, am 13. April 1986; und Bene­dikt XVI. war vor inzwi­schen sechs Jah­ren unter Euch. Johan­nes Paul II. präg­te bei jener Gele­gen­heit den schö­nen Aus­druck „älte­re Brü­der“, und tat­säch­lich seid Ihr unse­re älte­ren Brü­der und Schwe­stern im Glau­ben. Wir alle gehö­ren zu einer ein­zi­gen Fami­lie, der Fami­lie Got­tes, der uns beglei­tet und beschützt als sein Volk. Gemein­sam, als Juden und als Katho­li­ken, sind wir geru­fen, unse­re Ver­ant­wor­tung für die­se Stadt zu tra­gen, indem wir unse­ren Bei­trag lei­sten, vor allem einen geist­li­chen, und die Lösung der ver­schie­de­nen aktu­el­len Pro­ble­me för­dern. Ich wün­sche mir, daß die Nähe, das gegen­sei­ti­ge Ken­nen und die Wert­schät­zung zwi­schen unse­ren bei­den Glau­bens­ge­mein­schaf­ten immer mehr wach­se. Des­halb ist es von Bedeu­tung, daß ich gera­de heu­te zu Euch gekom­men bin, am 17. Janu­ar, dem Tag, an dem die Ita­lie­ni­sche Bischofs­kon­fe­renz den „Tag des Dia­logs zwi­schen Katho­li­ken und Juden“ begeht.

Papst Franziskus beim Besuch der Hauptsynagoge von Rom, 17. Januar 2016
Papst Fran­zis­kus beim Besuch der Haupt­syn­ago­ge von Rom, 17. Janu­ar 2016

Wir haben vor kur­zem des 50. Jah­res­ta­ges der Erklä­rung Nostra aeta­te des Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zils gedacht, der einen syste­ma­ti­schen Dia­log zwi­schen der katho­li­schen Kir­che und dem Juden­tum mög­lich gemacht hat. Am ver­gan­ge­nen 28. Okto­ber konn­te ich auf dem Peters­platz auch eine gro­ße Zahl jüdi­scher Ver­tre­ter begrü­ßen und ich habe mich so aus­ge­drückt: „Eine beson­de­re Dank­bar­keit gegen­über Gott ver­dient die wirk­li­che Ver­wand­lung, die in die­sen 50 Jah­ren die Bezie­hung zwi­schen Chri­sten und Juden gehabt hat. Gleich­gül­tig­keit und Gegen­satz haben sich in Zusam­men­ar­beit und Wohl­wol­len ver­wan­delt. Von Fein­den und Frem­den sind wir zu Freun­den und Brü­dern gewor­den. Das Kon­zil hat mit der Erklä­rung Nostra aeta­te den Weg vor­ge­ge­ben: „Ja“ zur Wie­der­ent­deckung der jüdi­schen Wur­zeln des Chri­sten­tums; „Nein“ zu jeder Form des Anti­se­mi­tis­mus und Ver­ur­tei­lung von jeder Belei­di­gung, Dis­kri­mi­nie­rung und Ver­fol­gung die dar­aus fol­gen“. Nostra aeta­te hat zum ersten Mal die Bezie­hun­gen der katho­li­schen Kir­che mit dem Juden­tum auf aus­drück­li­che Wei­se theo­lo­gisch defi­niert. Es hat natür­lich nicht alle theo­lo­gi­schen Fra­gen, die uns betref­fen, gelöst, aber es hat dazu ermu­tigt, indem es einen sehr wich­ti­gen Anstoß zu wei­te­ren, not­wen­di­gen Über­le­gun­gen gab. Dies­be­züg­lich hat die Kom­mis­si­on für die reli­giö­sen Bezie­hun­gen zum Juden­tum am 10. Dezem­ber 2015 ein neu­es Doku­ment ver­öf­fent­licht, das die theo­lo­gi­schen Fra­gen behan­delt, die in den Jahr­zehn­ten seit der Pro­mul­ga­ti­on von Nostra aeta­te auf­ge­tre­ten sind. In der Tat ver­dient es die theo­lo­gi­sche Dimen­si­on des jüdisch-christ­li­chen Dia­logs, immer mehr ver­tieft zu wer­den und ich wün­sche alle jene zu ermu­ti­gen, die in die­sem Dia­log enga­giert sind, in die­sem Sin­ne fort­zu­fah­ren mit Ein­sicht und Aus­dau­er. Gera­de aus theo­lo­gi­scher Sicht zeigt sich deut­lich die unzer­trenn­li­che Bin­dung, die Chri­sten und Juden ver­eint. Die Chri­sten, um sich selbst zu ver­ste­hen, kön­nen nicht anders, als sich auf die jüdi­schen Wur­zeln zu bezie­hen, und die Kir­che erkennt, obwohl sie das Heil durch den Glau­ben an Chri­stus bekennnt, die Unwi­der­ruf­lich­keit des Alten Bun­des und der bestän­di­gen und treu­en Lie­be Got­tes für Isra­el.

Papst Franziskus beim Besuch der Hauptsynagoge von Rom, 17. Januar 2016
Papst Fran­zis­kus beim Besuch der Haupt­syn­ago­ge von Rom, 17. Janu­ar 2016

Zusam­men mit den theo­lo­gi­schen Fra­gen dür­fen wir die gro­ßen Her­aus­for­de­run­gen nicht aus dem Blick ver­lie­ren, denen die Welt von heu­te gegen­über­steht. Jene einer inte­gra­len Öko­lo­gie hat inzwi­schen Prio­ri­tät, und als Chri­sten und Juden kön­nen und müs­sen wir der gesam­ten Mensch­heit die Bot­schaft der Bibel zur Bewah­rung der Schöp­fung ver­mit­teln. Kon­flik­te, Krie­ge, Gewalt und Unge­rech­tig­keit öff­nen tie­fe Wun­den in der Mensch­heit und rufen uns, den Ein­satz für den Frie­den und die Gerech­tig­keit zu ver­stär­ken. Die Gewalt des Men­schen über den Men­schen steht im Wider­spruch mit jeder Reli­gi­on, die die­ses Namens wür­dig ist, und beson­ders mit den drei gro­ßen mono­the­isti­schen Reli­gio­nen. Das Leben ist hei­lig, da ein Geschenk Got­tes. Das Fünf­te Gebot des Deka­logs sagt: „Nicht töten“ (Ex 20,13). Gott ist der Gott des Lebens und will es immer för­dern und ver­tei­di­gen; und wir, geschaf­fen nach sei­nem Bild und Eben­bild sind gehal­ten, es eben­so zu tun. Jedes mensch­li­che Wesen, da Geschöpf Got­tes, ist unser Bru­der, unab­hän­gig von sei­ner Her­kunft oder sei­ner reli­giö­sen Zuge­hö­rig­keit. Jeder Mensch ist mit Wohl­wol­len zu betrach­ten, so wie Gott es tut, der sei­ne barm­her­zi­ge Hand allen ent­ge­gen­streckt, unab­hän­gig von ihrem Glau­ben und ihrer Her­kunft, und der sich jener annimmt, die Ihn am mei­sten brau­chen: die Armen, die Kran­ken, die Aus­ge­grenz­ten, die Wehr­lo­sen. Dort, wo das Leben in Gefahr ist, sind wir noch mehr geru­fen, es zu beschüt­zen. Weder die Gewalt noch der Tod wer­den je das letz­te Wort vor Gott haben, der der Gott der Lie­be und des Lebens ist. Wir müs­sen mit Beharr­lich­keit zu ihm beten, damit er uns hilft, in Euro­pa, im Hei­li­gen Land, im Nahen Osten, in Afri­ka und in allen ande­ren Tei­len der Welt die Logik des Frie­dens, der Ver­söh­nung, der Ver­ge­bung, des Lebens zu prak­ti­zie­ren.

Papst Franziskus beim Besuch der Hauptsynagoge von Rom, 17. Januar 2016
Papst Fran­zis­kus beim Besuch der Haupt­syn­ago­ge von Rom, 17. Janu­ar 2016

Das jüdi­sche Volk muß­te in sei­ner Geschich­te die Gewalt und die Ver­fol­gung erle­ben bis zur Ver­nich­tung der euro­päi­schen Juden wäh­rend der Sho­ah. Sechs Mil­lio­nen Men­schen wur­den nur wegen ihrer Zuge­hö­rig­keit zum jüdi­schen Volk Opfer der unmensch­lich­sten Bar­ba­rei, die im Namen einer Ideo­lo­gie Gott durch den Men­schen erset­zen woll­te. Am 16. Okto­ber 1943 wur­den mehr als tau­send Män­ner, Frau­en und Kin­der der jüdi­schen Gemein­de von Rom nach Ausch­witz depor­tiert. Heu­te will ich auf beson­de­re Wei­se mit dem Her­zen an sie erin­nern: ihre Lei­den, ihre Äng­ste, ihre Trä­nen dür­fen nie ver­ges­sen wer­den. Und die Ver­gan­gen­heit muß uns eine Leh­re für die Gegen­wart und die Zukunft sein. Die Sho­ah lehrt uns, daß es immer höch­ste Wach­sam­keit braucht, um recht­zei­tig zur Ver­tei­di­gung der Men­schen­wür­de und des Frie­dens ein­zu­grei­fen. Ich möch­te mei­ne Nähe mit jedem noch leben­den Zeu­gen der Sho­ah bekun­den; und rich­te mei­nen Gruß beson­ders an Euch, die Ihr hier anwe­send seid.

Lie­be älte­re Brü­der, wir müs­sen wirk­lich dank­bar für alles sein, was in den ver­gan­ge­nen 50 Jah­ren ver­wirk­licht wer­den konn­te, weil zwi­schen uns das gegen­sei­ti­ge Ver­ständ­nis gewach­sen ist und ver­tieft wur­de, das wech­sel­sei­ti­ge Ver­trau­en und Freund­schaft. Bit­ten wir gemein­sam den Herrn, damit er unse­ren Weg in eine gute, bes­se­re Zukunft führt. Gott hat für uns Plä­ne des Heils, wie der Pro­phet Jere­mia sagt: „Ich kenn die Plä­ne, die ich für euch berei­tet habe, Spruch des Herrn, Plä­ne des Frie­dens und nicht des Unheils, um euch eine Zukunft voll Hoff­nung zu gewäh­ren“ (Jer 29,11). Der Herr seg­ne und behü­te uns. Er las­se sein Ant­litz über uns leuch­ten und schen­ke uns sei­ne Gna­de. Wen­de dein Ange­sicht uns zu und schen­ke uns Frie­den (vgl. Num 6,24–26). Shalom ale­chem!

Über­set­zung: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: vatican.va/Osservatore Roma­no (Screen­shots)

31 Kommentare

  1. „Die Gewalt des Men­schen über den Men­schen steht im Wider­spruch mit jeder Reli­gi­on, die die­ses Namens wür­dig ist, und beson­ders mit den drei(!!!) gro­ßen mono­the­isti­schen Reli­gio­nen“.

    Die­ser Satz ent­wer­tet die gesam­te Rede: Der Islam kennt kein Tötungs­ver­bot gegen­über den Nicht­mus­li­men. Juden und Chri­sten sind Dhim­mis, Men­schen zwei­ter Klas­se, die man quä­len, ver­trei­ben und töten darf.

    • Katha­ri­na @ Sie haben recht, wie kann ein Papst der römi­schen Kir­che so lapi­dar
      von drei mono­the­isti­schen Reli­gio­nen reden. Der christ­li­che Glau­be lehrt den
      drei­ei­n­i­gen Gott, an die selbst die Juden nicht glau­ben, nicht glau­ben kön­nen
      ohne ihre Iden­ti­tät auf­zu­ge­ben. Fran­zis­kus ist von Natur aus ein Ver­wir­rer und
      Vor­ar­bei­ter einer Welt­re­li­gi­on ohne Gott.

  2. Wie­der alles in einen „inter­re­li­giö­sen“ Topf ? Wo bleibt die Dif­fe­ren­zie­rung ?

    Das durch die Erfül­lung der Ver­hei­ssun­gen des Alten Bun­des neue Volk Got­tes des Neu­en und Ewi­gen Bun­des hat 
    geist­lich nur mit jenen
    gläu­bi­gen Juden des Alten Bun­des eine „älte­re brü­der­li­che“ Ver­bin­dung, die auf­rich­tig und treu an das ver­hei­sse­ne Kom­men des Mes­si­as geglaubt haben.
    Also auch nur mit jenen Juden, die „Kin­der Abra­hams dem Glau­ben nach“ sind; allei­ne durch die Patri­ar­chen, Moses und die Pro­phe­ten hat die Kir­che die Offen­ba­rung des Alten Bun­des emp­fan­gen.

    Eben­so ste­hen wir selbst­re­dend mit den sich auf den Namen des Vaters, des Soh­nes und des Hei­li­gen Gei­stes haben tau­fen las­sen­den Juden des Neu­en Bun­des als unse­re Brü­der und Schwe­ster in geist­li­cher Ver­bin­dung.

    Nicht aber mit den nach­christ­li­chen Juden, die wei­ter­hin 
    den Glau­ben an
    die Ewi­ge Wahr­heit Jesus Chri­stus bewusst ver­nei­nen.

    • Fast jeder kann heu­te das Evan­ge­li­um ken­nen­ler­nen.
      Jesus Chri­stus kann man nur schuld­haft zurück­wei­sen.
      Das gilt für Tibe­ta­ner wie für Juden.

    • @ Leo L & Mar­tin E.

      Den­ke, Mar­tin Eisel meint, dass jeder Mensch in etwas hin­ein­ge­bo­ren wird, das ihm als selbst­ver­ständ­li­che wenig­stens „beste“ Ver­si­on des Glau­bens aner­zo­gen wird.

      Man soll­te schon sehen, dass vie­le Katho­li­ken nicht aus ech­ter per­sön­li­cher Über­zeu­gung und Prü­fung, son­dern aus gewohn­heit oder sogar Kul­tur­chau­vi­nis­mus „katho­lisch“ sind. Genau­so ist es bei ande­ren Reli­gio­nen.
      Bei man­chen ist es ein­fach nur „Vater­lands­lie­be“ oder „Hei­mat­lie­be“.

      Es ist daher nor­mal, wenn jun­ge Leu­te fra­gen, was die andern glau­ben und sich damit beschäf­ti­gen.

      Man muss oft erst rei­fen und bestimm­te Erfah­run­gen machen, um da kla­rer zu sehen. Jeder geht da einen mehr oder weni­ger lan­gen Weg.

      In der Tat hat heu­te jeder Zugang zu fast allem. Auch zu Nach­rich­ten über Jesus. Das Evan­ge­li­um ist inzwiw­chen in aller Welt bekannt gemacht wor­den. Nie­mand kann mehr sagen: Das wuss­te ich nicht.

      Wir alle haben die Pflicht, uns kun­dig zu machen. Auch wenn wir als Katho­li­ken gebo­ren sind. Wir müs­sen über­prü­fen, ob das, was wir aner­zo­gen beka­men, wirk­lich die Wahr­heit ist.

      Wer das nicht tut — und das kann auch der Kul­tur­ka­tho­lik sein — ver­sün­digt sich.
      Es ist wirk­lich das Min­de­ste, das man von mir ver­lan­gen kann, dass ich mich mei­ner Bega­bung ent­spre­chend mit der Got­tes­fra­ge aus­ein­an­der­set­ze.

      Da ich das aber tue, weiß ich, dass vie­les lan­ge braucht und nicht alles zu jedem Zeit­punkt erfasst wer­den kann. Es ist auch dann alles Gna­de.

      Daher immer: Duld­sam­keit mit den ande­ren, damit Gott nicht zu uns eines Tages so unduld­sam ist, wie wir es waren.

  3. Auf der irdi­schen Ebe­ne mag sich ver­brü­dern wer will, aber auf der gei­sti­gen bleibt getrennt, was nicht zusam­men­ge­hört, denn Jesus Chri­stus war und ist das tren­nen­de Schwert.

  4. In einem kon­zes­si­ven Neben­satz sei­ner Rede erwähnt Papst Fran­zis­kus, dass „die Kir­che (…) das Heil durch den Glau­ben an Chri­stus bekennnt“.
    Das Entsch­hei­den­de fehlt hier. Die Kir­che bekennt nicht den Glau­ben an einen Chri­stus im all­ge­mei­nen — „Chri­stus“, d.i. Gesal­ber, ist ja zuerst kein Name, son­dern eine Amts­be­zeich­nung. Unge­fähr 40 fal­sche Mes­si­as­se soll es in der Geschich­te Isra­els gege­ben haben. Der größ­te fal­sche Mes­si­as kommt noch. Wir Chri­sten beken­nen also nicht ein­fach Chri­stus, son­dern JESUS Chri­stus.
    Unsern Herrn Jesus hat der Papst nicht ein ein­zi­ges Mal genannt.

  5. Die Rede ist ein welt­li­ches Frie­de-Freu­de-Eier­ku­chen-Geschwätz. Wem soll das etwas brin­gen, ausser unter Chri­sten viel Ver­wir­rung stif­ten.
    Es gibt nur ein aus­er­wa­ehl­tes Volk, es hat sich durch die Ankunft des Mes­si­as, des Chri­stus gespal­ten. Es gibt nicht zwei aus­er­wähl­te Völ­ker, ein altes = die Juden, ein neu­es = die Chri­sten. Nein, denn die Chri­sten sind alle, Juden und Hei­den, die Chri­stus erkannt haben.
    Die, die heu­te noch Juden sind, haben Chri­stus nicht erkannt. Sie sind nicht getauft. Sie haben kei­nen Anteil am aus­er­wähl­ten Volk.
    Sie haben das schlimm­ste getan, was man tun kann, sie haben den, auf den sie angeb­lich so sehn­süchtg gewar­tet haben, ans Kreuz geschla­gen. Das sind Fak­ten. Das kann auch durch Schön­re­den nicht geän­dert wer­den. Daher hat sie der Herr bis ans Ende der Zei­ten mit Ver­stockt­heit geschla­gen. Das ist kein Geschenk Got­tes, nein, nein, nix schön­re­den. Es ist schlimm, tra­gisch, eigent­lich ent­setz­lich für die Juden. Aber sie erken­nen es ja nicht, des­halb sehen sie es natür­lich nicht so. Wir aber, die Chri­sten, soll­ten sie in ihrer Ver­stockt­heit nicht auch noch bestär­ken. Damit belei­di­gen wir Chri­stus, Gott Vater-Sohn-Hei­li­gen Geist.
    Nichts mehr und nichts weni­ger. Pau­lus sagt es im Römer­brief ganz deut­lich, dabei wünsch­te er sich nichts sehn­li­cher als, dass alle Chri­stus erken­nen

    • Die heu­te noch Jun­den sind, haben nicht das „Schlimm­ste getan, was man tun kann, (…) an sKreuz geschla­gen“.

      Das ist einer die­ser typisch anti­jü­di­schen Sät­ze, die nur Hoch­mut aus­drücken.

      Ans Kreuz haben Juden und Hei­den Jesus gemein­sam. Im Cre­do erwäh­nen wir aus­drück­lich den Hei­den Pila­tus!

      Die Kir­che lehrt, das dar­über hin­aus jeder Mensch durch sei­ne Sünd­haf­tig­keit Jesus ans Kreuz geschla­gen hat.

      Die heu­ti­gen Juden haben natür­lich im buch­stäb­li­chen Sinn Jesus nicht ans Kreuz geschla­gen — welch eun Blöd­sinn!
      Sie sind ins Jude­sein hin­ein­ge­bo­ren, wie Sie ins Christ­sein.
      Und jedem wird gesagt, sein Hin­ter­grund sei der ein­zig Wah­re.

      Nicht so unduld­sam also und geben Sie den Men­schen die Zeit, die Gott uns allen doch offen­kun­dig in so gro­ßer Güte schenkt!

      • @Zeitschnur
        Nein, an der Aus­sa­ge ist nichts „anti­jü­disch“. Wie käme ich dazu? Ich habe ein Fac­tum der Welt­ge­schich­te und der Heils­ge­schich­te geschil­dert. Die Fak­ten kann ich nicht ändern. Wenn ich könn­te, wünsch­te ich, alle Men­schen wür­den Chri­stus erken­nen und anneh­men.
        Das mit dem „Blöd­sinn“ über­hö­re ich ein­fach. Viel­leicht fra­gen Sie ein­mal Juden, wie sie ihren Kin­dern bei­brin­gen, sich von Chri­stus und den Chri­sten fern­zu­hal­ten. So ein­fach ist das nicht mit dem „hin­ein­ge­bo­ren“ wer­den. Auch jeder Christ muss sich per­sön­lich für Chri­stus ent­schei­den.
        „Unduld­sam“ bin ich auch nicht, wie könn­te man das sein, ange­sichts von 2000 Jah­ren seit der Ankunft des Mes­si­as.
        Ich woll­te und will zum Aus­druck brin­gen, dass von katho­li­scher Sei­te alles zu ver­mei­den ist, was die Juden (wie jeden ande­ren Men­schen) davon abhal­ten kann, sich zu Chri­stus zu bekeh­ren. Genau die­se Gefahr sehe ich durch eine zu gro­sse, nivel­lie­ren­de „Brü­der­lich­keit“ (betrie­ben von Papst Fran­zis­kus und der Kom­mis­si­on für die reli­giö­sen Bezie­hun­gen zum Juden­tum, sie­he deren Doku­ment vom Dezem­ber 2015).
        „Kin­der Got­tes“ sind die Getauf­ten, mei­ne „Brü­der“ sind (abge­se­hen von den leib­li­chen) mei­ne Glau­bens­brü­der in Chri­stus. Dass die Hei­li­gen unse­re „älte­ren Brü­der“ sind, wie gele­sen, fin­de ich sehr schön und will ich mir ger­ne mer­ken.
        Das alles wird durch die uni­ver­sa­le Brü­der­lich­keit des fran­zö­si­schen Revo­lu­ti­ons­den­kens ver­dun­kelt. Die Ungläu­bi­gen und die Juden soll­ten Sehn­sucht nach der christ­li­chen Brü­der­lich­keit und Got­tes­kind­schaft haben, statt des­sen behaup­tet Papst Fran­zis­kus, alle Men­schen sei­en Kin­der Got­tes (Video mit Gebets­mei­nun­gen) und die Juden sei­en „älte­re Brü­der im Glau­ben“.
        Mir steht es nicht zu, zu beur­tei­len, ob es schlim­mer ist, ein Ungläu­bi­ger zu sein oder ein Jude, der ja kein Ungläu­bi­ger ist, son­dern per defi­ni­tio­nem sogar ein Chri­stus­leug­ner. Der Jude von heu­te ist nicht mehr der Jude des Alten Bun­des, der auf den Mes­si­as war­tet. Der Jude von heu­te ist (ob bewusst oder hin­ein­ge­bo­ren) per defi­ni­tio­nem ein Leug­ner des erschie­ne­nen Mes­si­as. So ist die Geschich­te, das kön­nen wir ja nicht ein­fach unter den Tisch fal­len las­sen, ohne Chri­stus unter den Tisch fal­len zu las­sen. Des­halb ist die Behaup­tung einer direk­ten Kon­ti­nui­tät zwi­schen den Juden vor dem Auf­tre­ten Chri­sti und danach ein Irr­tum, der nicht geför­dert wer­den soll­te. Das heu­ti­ge Juden­tum ist aus dem Pha­ri­sä­er­tum her­vor­ge­gan­gen, den bewuss­ten Geg­ner und Ver­fol­gern von Chri­stus und der frü­hen Kir­che.
        Gefühls­mä­ssig, was nichts hei­ssen will, scheint mir die Posi­ti­on von Juden (und auch Mos­lems, die als gezielt anti­christ­li­chen Teil der Leh­re behaup­ten: Gott hat kei­nen Sohn) sogar pro­ble­ma­ti­scher.

      • @ Moi­sche­le

        Sie schau­en nur durch Ihre eige­ne Bril­le und ver­set­zen sich nicht in den andern hin­ein.

        Ihre Behaup­tung Juden wür­den gene­rell ihre Kin­der von Chri­sten fern­hal­ten ist eben­falls Blöd­sinn — das machen allen­falls Ultra­or­tho­do­xe. Aber man behaup­tet hier doch auch im Forum, die mei­sten Jun­den wären böse Pro­gres­si­ve. Und DIE hal­ten ihre Kin­der ganz sicher von nie­man­dem fern!

        Und wie war das mit Katho­li­ken? Haben die nicht auch ihre Kin­der etc. etc.? Oder nch bes­ser: die Juden ghet­toi­siert, damit sie sich nur nicht zu stark annä­hern?

        Biss­chen Ehr­lich­keit wäre gut.

        Anson­sten: Ein heu­ti­ger Jude sieht sich nicht als „Chri­stus­leug­ner“. Er lebt in sei­ner Tra­di­ti­on und denkt, sie sei voll­kom­men.

        Oder hal­ten Sie sich für einen akti­ven Moham­med-Belei­di­ger, weil Sie ihn für einen fal­schen Pro­phe­ten hal­ten?
        Ein Mul­sim wird Sie, wenn er so tickt wie Sie, aber dafür hal­ten…

        Was bringt uns ein sol­cher Umgang mit dem andern?

        In wei­ten Strecken theo­lo­gi­scher Aus­sa­gen aber sagen Sie nur das, was ich zuvor schon gesagt hat­te…?!

    • Womit wir naem­lich bei der Fra­ge wae­ren, wie schwer es wiegt den Sohn des Schoe­pfers zu kreu­zi­gen ?
      Wie Sie rich­tig sagen, das laesst sich nie und nie mehr schoe­n­re­den.
      Beson­ders per­vers ist, dass der Stell­ver­tre­ter Chri­sti auf Erden die­se Tat­sa­che ver­schweigt, ja ver­leug­net.
      Das ist ganz ganz schlimm.

      • Um Got­tes Wil­len — geht denn das nicht in eure Gehir­ne hin­ein? Ans Kreuz geschla­gen haben Jesus von Naza­ret die damals leben­den Juden, und hier vor allem die in der Men­ge in Jeru­sa­lem, die „ans Kreuz mit ihm“ geschrie­en haben. Weder die ande­ren damals leben­den Juden, die nicht dabei waren, noch die spä­ter leben­den Juden und schon gar nicht die heu­te leben­den Juden haben Jesus gekreu­zigt. Natür­lich wiegt es schwer, den Sohn des Schöp­fers zu kreu­zi­gen, aber wer hat es denn getan?! Moi­sche­le zitiert: „Die, die heu­te noch Juden sind, haben … Sie haben das schlimm­ste getan, was man tun kann, sie haben den, auf den sie angeb­lich so sehn­süchtg gewar­tet haben, ans Kreuz geschla­gen.“
        Wie­viel Unver­stand muss man bloß haben oder wie­viel ver­blen­de­ter Fana­tis­mus steckt dahin­ter, um so einen wahn­sin­ni­gen Unsinn zu schrei­ben!

      • Gali­lei
        Es ist ein Rie­sen­fett­napf, in den ich jetzt tre­te, aber sehen Sie kei­ne Par­al­le­le zum Holo­caust, der den nach­ge­bo­re­nen Deut­schen immer wie­der vor­ge­hal­ten wird, fast so als bestün­de die deut­sche Ver­gan­gen­heit nur aus 1933–45, und das bis zum Ende der Welt?

      • @ Leo Lämm­lein

        Kein Fett­napf, son­dern hier bloß nicht das The­ma. offen­bar braucht die Mensch­heit sol­che Kol­lek­ti­haft, um ihr Müt­chen zu küh­len.

        Aber bit­te: meist sind die Katho­li­ken, die sich wort­reich dar­über erre­gen, dass sie immer noch mit Ausch­witz erpresst wer­den, aber wesent­lich fahr­läs­si­ger, wenn es um eine angeb­li­che Kol­lek­tiv­schuld der Juden geht…

        Vor Gott jeden­falls gibt es kei­ne Kol­lek­tiv­schuld! Weder bei den Jun­den noch bei sonst­wem.

        Gott, so heißt, sucht Sün­den der Väter an den Kin­dern heim. Das heißt aber nicht, dass die Kin­der mit­schuld sind.
        Es heißt, dass die Kin­der Fol­gen der Unta­ten ihrer Eltern tra­gen müs­sen — unschul­dig!
        Ob und inwie­weit sich Kin­der die Taten ihrer Eltern zu eigen machen, ist eine je neue Ent­schei­dung und offen.

  6. Die­se Rede ist ein Wirr­warr von Wah­rem und Fal­schem.
    Natür­lich sind auch die Chri­sten mit einem res­sen­ti­ment­ge­la­de­nen Weg mit den Juden ein­deu­tig und unwi­der­ruf­lich an eine Gren­ze gera­ten, die mit Sicher­heit Gott selbst ver­fügt hat: die Shoiah kam nicht aus Ver­se­hen und nicht ohne die mas­si­ve Vor­be­rei­tung durch die Kir­che bzw. sehr vie­le ihrer Ver­tre­ter.
    Ein ras­si­sti­scher Anti­se­mi­tis­mus hät­te nie­mals soviel Boden gewin­nen kön­nen, wenn nicht jahr­hun­der­te­lang die Kir­che, in schön­ster öku­me­ni­scher Ein­tracht übri­gens (!), die Juden ver­leum­det, miss­han­delt und dis­kri­mi­niert hät­te.
    Inso­fern war mit dem mil­lio­nen­fa­chen Mord, zu dem der Papst geschwie­gen hat, obwohl sein Vor­gän­ger drauf und dran war, den Mund auf­zu­tun, aber dar­über starb, eine Zäsur gesetzt.
    Auch theo­lo­gi­sche Mei­nun­gen (die ja nie­mals Dog­ma waren!), die den Anti­ju­da­is­mus begün­stigt oder prod­ziert haben, muss­ten auf den Prüf­stand.
    Die­se Mei­nun­gen haben sich mas­siv am NT ver­fehlt, und das muss­te eigent­lich mal end­lich klar gesagt wer­den.

    Nun ist aber etwas Tra­gi­sches pas­siert: Man schüt­te­te das Kind mit dem Bad aus und geriet theo­lo­gisch in das ande­re Extrem.

    Was immer F. hier an Wah­rem sagt — er ver­schweigt, dass das Heil in Jesus Chri­stus für alle gege­ben ist und nach der Schrift ja sogar zual­ler­erst und bevor­zugt den Juden.
    Ob wir „Brü­der“ in einem spe­zi­fi­schen heils­ge­schicht­li­chen Sinn sind, mag dahin­ge­stellt blei­ben, ich mei­ne sogar, dass amn das ver­tre­ten kann, wir sind es aber noch nicht als Getauf­te, also im Voll­sinn des Getauf­t­seins.

    An der Rede vom „Bru­der“ ent­schei­det sich nach den Wor­ten des Apo­stels Johan­nes der wah­re Glau­be:

    Wer den „Bru­der“ in Chri­stus hasst oder ihm ver­wei­gert, Bru­der genannt zu wer­den, IST ein Anti­christ. Es spricht daher für sich, dass der histo­ri­sche hl. Fran­zis­kus den Kla­ris­sen die Anre­de „Schwe­ster“ nicht nur ver­wei­ger­te, son­dern sogar im Vati­kan bean­trag­te, dass er sie nur als „Frau“ anspre­chen muss und sie nicht „Schwe­stern“ genannt wer­den DÜRFEN, denn Frau­en hät­ten den „bösen Blick“. Wenn man sich klar­macht, dass Jesus sei­ne Geheim­nis­se immer zuerst Frau­en kund­ge­tan hat und der hl. Petrus aus­drück­lich die Män­ner ermahn­te, die Frau­en als Schwe­stern in Chri­stus anzu­er­ken­nen, dann ist das ein anti­christ­li­ches Zei­chen.

    Wenn man aber, und auch das sagt Johan­nes, einen Bru­der nennt, obwohl man weiß, dass er Chri­stus nicht bezeugt, dann macht man sich mit­schul­dig an sei­nem Unglau­ben und wird dafür zur Ver­ant­wor­tung gezo­gen.

    Da F. das nicht dif­fe­ren­ziert, inwie­fern die Juden unse­re Brü­der sind, ent­steht der Ein­druck, es gehe für sie auch ohne Chri­stus. Er ver­schweigt ihnen, dass wir glau­ben, dass Jesus der Mes­si­as ist, der zuerst und vor allem für die Juden gekom­men ist.

    Das kann nicht sein — wir sind nicht gehal­ten, stän­di­ge Juden­het­ze zu betrei­ben, son­dern den Juden zu sagen, dass sie Got­tes erste Lie­be und erster Adres­sat Jesu Chri­sti gewe­sen wären UND NOCH SIND.
    Ja, sie sind unse­re Freun­de, aber Freun­den darf man nicht ver­schwei­gen, was sie wert wären!

  7. In dem sel­ben Maße in wel­cher die Syn­ago­ge an Stär­ke gewinnt, ver­liert die katho­li­sche Kir­che.
    Das soll­te auch der Papst wis­sen.
    Wer es noch nicht gele­sen hat (lei­der nur auf eng­lisch), soll­te mal die­ses Buch von Hugh Akins lesen: „Syn­ago­gue Rising“
    http://www.synagoguerising.com/

  8. Mir fällt das Bild auf. Der Rab­bi­ner vor dem blau­en Fres­ko, sieht nicht gera­de erfreut aus.
    Das Pro­blem des Pap­stes ist die Anbie­de­rung. Dabei kann die Kir­che nur ver­lie­ren.
    Die Auf­lö­sung der Katho­li­schen Kir­che geht in rasen­dem Tem­po.
    Noch im 19. Jahr­hun­dert kon­ver­tier­ten viel Juden zum Katho­li­zis­mus.
    Die Fra­ge Heu­te: war­um zum Pla­gi­at wenn ich das Ori­gi­nal haben kann?
    Viel wich­ti­ger wäre, wenn die Kir­che eine star­ke Medi­en­macht hät­te und sich nicht mit den Bro­sa­men der Öffent­lich Recht­li­chen Systemm­edi­en zufrie­den gibt. Die zudem noch als Lügen­pres­se ver­schrien sind. Sich die­sen sogar noch auf eine Uner­träg­li­chen Art und Wei­se anbie­dert und die­nert.

  9. Es sieht so aus, als wäre der noble Euge­nio Zolli auch die­sem Papst unan­ge­nehm. Man bringt sei­nen Namen ein­fach nicht über die Lip­pen. War­um?

  10. @ Moi­sche­le:
    Sehr gut auf den Punkt gebracht,es ist so und nicht anders.
    Es ist tragisch,ja,aber es ändert nichts an den Tat­sa­chen.
    Da hel­fen auch rein mensch­li­che Ver­brü­de­rungs­tak­ti­ken nichts.

  11. Sehr geehr­ter Herr mar­tin eisel, Ihren Kom­men­tar habe ich genau ver­le­sen und, den­ke ich, auch ver­stan­den. Ich habe ihm aber aus christ­li­cher Glau­bens­sicht etwas ent­ge­gen­ge­setzt. Ich wie­der­ho­le: Jesus Chri­stus, w e n n man ihm begeg­net, kann man nur schuld­haft zurück­wei­sen. An ihm schei­den sich die Gei­ster und ent­schei­det sich Heil oder Unheil des Men­schen. Die­ses all­ge­mein fest­ge­stellt, steht es mir jedoch nicht zu, den ein­zel­nen Tibe­ta­ner oder Juden oder wen immer zu ver­ur­tei­len, weil ich nicht die Ein­sicht in die­se Begeg­nung habe. Die Apo­stel frei­lich haben kei­nen Zwei­fel dar­an­ge­las­sen, dass die­je­ni­gen, die ihre Ver­kün­di­gung annah­men, es zu ihrer Ret­tung taten, jene aber, die sie ablehn­ten, zu ihrem Ver­der­ben. Ich bin in einer tra­di­tio­nell christ­li­chen Welt­ge­gend auf­ge­wach­sen, aber ich habe die Alter­na­ti­ve Athe­is­mus / Got­tes­glau­be, sowie die „kon­kur­rie­ren­den“ Welt­re­li­gio­nen gründ­lich und, ich darf sagen, exi­sten­zi­ell geprüft, und ich bin in Deutsch­land nicht der ein­zi­ge in die­ser Hin­sicht. Vie­le taten das in den letz­ten Jahr­zehn­ten. Ich kann sagen, dass dabei letz­ten Endes nicht Ideen­sy­ste­me und Glau­bens­pra­xen zur Wahl stan­den, son­dern es stand die Ent­schei­dung für oder gegen die Per­son Jesu Chri­sti an (und damit untrenn­bar ver­bun­den die Glaub­wür­dig­keit der Kun­de über ihn). Das ist mei­ne Lebens­er­fah­rung.

  12. @ Mar­tin Eisel

    Aller­dings schreibt Pau­lus, dass die Juden sich erst am Ende der Zei­ten bekeh­ren wer­den, weil zuvor erst die Voll­zahl der Hei­den bekehrt wer­den muss.
    Viel­leicht soll­ten die Hei­den das ein­fach auch abwar­ten ler­nen?!

  13. Ich fin­de es jam­mer­scha­de, dass Papst Fran­zis­kus in den Chor derer ein­stimmt, die die Öku­me­ne auf das Juden­tum aus­wei­ten. Wer gibt ihm das Recht dazu? Das Lehr­amt? Ich bin Pro­te­stant und nicht ganz fit in den inner­ka­tho­li­schen Dog­men. Aber kann ein Papst, selbst wenn er nicht ex cathe­dra spricht, sich so weit aus dem Fen­ster leh­nen, wie Fran­zis­kus es jetzt tut? Hat er in der Syn­ago­ge sei­ne Pri­vat­mei­nung gesagt, könn­te man es hin­neh­men. Hat er als Bischof von Rom gespro­chen, fän­de ich es bedenk­lich, denn die­ser Bischof hat eine gro­sse Brei­ten­wir­kung. Hat er es aber als Pon­ti­fex gespro­chen (egal, ob ex cathe­dra oder nicht), fin­de ich es gefähr­lich, weil das dann welt­wei­te Fol­ge­wir­kun­gen hat und nicht zuletzt auch die Evan­ge­li­ka­len wei­ter in ihrem ein­sei­tig pro­is­rae­li­schen Kurs bestä­ti­gen wird. Und am Schluss sind wir dann bei den zwei Got­tes­völ­kern, dem alte und dem neu­en, und das alte hat womög­lich noch mehr Gewicht als das neue. Und dann ist es nicht mehr weit bis zum Dis­pen­sa­tio­na­lis­mus, dem­zu­fol­ge das Zeit­al­ter der Kir­che nur eine „Zwi­sche­n­er­eig­nis“ ist, das von einem neu­en israel­zen­trier­ten Zeit­al­ter abge­löst wird …

    • Kei­ne Sorge,denn im Peters­dom steht doch der berühm­te Satz:
      … und die Mäch­te der Unter­welt wer­den sie nicht über­wäl­ti­gen“ !!
      Im Gegen­satz zu allen ande­ren Glaubensrichtungen,egal ob christ­lich oder nicht­christ­lich ist der Grün­der der Katho­li­schen Kir­che samt Papst­amt Gott selbst,also ist das Sturm­lau­fen dage­gen ver­ge­bens !

  14. Er hät­te Bes­se­res zu tun als die Gebets­stät­ten der Juden und Hei­den zu besu­chen, wie das seit Johan­nes Paul II. so statt­fin­det. Die­ser ver­sprach mit dem Rosen­kranz zu Maria zu füh­ren, und die ihm Fol­gen­den kamen jedoch als in die Irre geführ­ten beim inter­re­li­giö­sen Gebet in Assi­si an. Die Kir­che wur­de 6 Jah­re danach durch ein Erd­be­ben gänz­lich zer­stört.

  15. @Galilei

    „Ans Kreuz geschla­gen haben Jesus von Naza­ret die damals leben­den Juden, und hier vor allem die in der Men­ge in Jeru­sa­lem, die „ans Kreuz mit ihm“ geschrie­en haben. Weder die ande­ren damals leben­den Juden, die nicht dabei waren, noch die spä­ter leben­den Juden und schon gar nicht die heu­te leben­den Juden haben Jesus gekreu­zigt. “

    Das ist ja bedenk­lich bibel­fern, die­se Aus­sa­ge. Ans Kreuz geschla­gen haben ihn wahr­schein­lich römi­sche Sol­da­ten. Der Haupt­mann und Pila­tus waren jeden­falls Nicht­ju­den. Das Juden in der römi­schen Legi­on „Fre­tus“ gedient haben, hal­te ich für unwahr­schein­lich. Auch der vom Hohen Rat auf­ge­hetz­te Pöbel hat ihn nicht getö­tet, son­dern sei­nen Tod gefor­dert. Juden töten all­ge­mein nicht ger­ne, son­dern nur gezwun­ge­ner­ma­ßen, aber sehr gezwun­ge­ner­ma­ßen. Sie las­sen aber schon mal jeman­den bei Bedarf töten, sie­he David den Heti­ter Uria, oder der Mos­sad den Herrn Bar­schel. Im Übri­gen haben sie nach dem Völ­ker­recht das Recht wie jedes ande­re Volk auf Selbst­ver­tei­di­gung. Dies mit der über­tra­ge­nen Bedeu­tung, daß alle Juden den Herrn getö­tet haben, mag theo­lo­gisch wahr sein, wir las­sen das aber im Sin­ne der Völ­ker­ver­stän­di­gung mal weg und beto­nen das nicht dau­ernd. Es ist „nicht hilf­reich“ und ich glau­be auch nicht im Sin­ne der Apo­stel und Jesu sel­ber. Jeden­falls kann Juden­mis­si­on so nicht gelin­gen, indem man damit beginnt. Dann wären wir ja genau­so wie die Juden, wel­che, begeg­nen sie einem Deut­schen, sogleich mit 6 Mil­lio­nen han­tie­ren. Ich bezweif­le auch, daß Gott den Men­schen die Geschich­te geschenkt hat, um sich dar­über zu strei­ten.

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