Ein Buch gegen die Versuchung des Sedisvakantismus

Versuchung Sedisvakantismus - die (falsche) Reaktion auf die Kirchenkrise
Versuchung Sedisvakantismus - die (falsche) Reaktion auf die Kirchenkrise

In einem Augen­blick gro­ßer Ver­wir­rung in der Kir­che fin­den auch die Theo­rien jener neue Ver­brei­tung, die behaup­ten, der Stuhl Petri sei „vakant“. Anders aus­ge­drückt: Es gebe seit 50 Jah­ren kei­ne recht­mä­ßi­gen Päp­ste mehr. Von den „Sedis­va­kan­ti­sten“, wie die Anhän­ger die­ser Theo­rien genannt wer­den, wird der zeit­li­che Beginn der „Sedis­va­kanz“ zwar unter­schied­lich ange­setzt, doch sind sich alle dar­in einig, daß es spä­te­stens durch die Appro­ba­ti­on der Beschlüs­se des Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zils kei­ne legi­ti­me päpst­li­che Auto­ri­tät mehr gebe.

Aus der behaup­te­ten Häre­sie des Kon­zils fol­ge auto­ma­tisch der Ver­lust des Pon­ti­fi­kats von Papst Paul VI. (1963–1978) und sei­ner Nach­fol­ger, ein­schließ­lich Papst Fran­zis­kus. Die­se Theo­rien wer­den im Inter­net von ver­schie­de­nen Sei­ten mit einem auf­fal­lend aggres­si­ven Ton ver­tre­ten. Den Machern fehlt, wie eine Über­prü­fung zeigt, in der Regel jeg­li­che theo­lo­gi­sche oder kir­chen­recht­li­che Qua­li­fi­ka­ti­on. Mehr noch fehlt ihnen eine wirk­li­che Lie­be zur Kir­che. Die­se wür­de ihnen zumin­dest mehr Zurück­hal­tung und Vor­sicht bei der Behand­lung so schwer­wie­gen­der und kom­ple­xer Fra­gen auf­er­le­gen.

Ein Buch zur Widerlegung des Sedisvakantismus

Eine ernst­haf­te Aus­ein­an­der­set­zung mit dem Phä­no­men legen die bei­den ame­ri­ka­ni­schen Juri­sten John Sal­za und Robert Sis­coe mit dem Buch True or Fal­se Pope? Refu­ting Sede­va­can­tism and Other Modern Errors (Ech­ter oder fal­scher Papst? Wider­le­gung des Sedis­va­kan­tis­mus und ande­rer moder­ner Irr­tü­mer) vor.

"Echter oder falscher Papst?" Das Buch von John Salza und Robert Siscoe über das Phänomen Sedisvakantismus
„Ech­ter oder fal­scher Papst?“ Das Buch von John Sal­za und Robert Sis­coe über das Phä­no­men Sedis­va­kan­tis­mus

Die Stu­die im Umfang von 700 Sei­ten wur­de mit einem Vor­wort von Msgr. Ber­nard Fel­lay, dem Gene­ral­obe­ren der Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. ver­öf­fent­licht. Das mag auf den ersten Blick erstau­nen, wur­den die­ser in der Ver­gan­gen­heit von inner­kirch­li­chen Geg­nern selbst schis­ma­ti­sche und sedis­va­kan­ti­sti­sche Ten­den­zen unter­stellt. Auf­grund ihres kir­chen­recht­lich unge­klär­ten Sta­tus ist die Pius­bru­der­schaft tat­säch­lich mehr als ande­re Tei­le der Kir­che mit sedis­va­kan­ti­sti­schen Posi­tio­nen kon­fron­tiert, gegen die sie sich mit Nach­druck wehrt. Das erklärt auch, wes­halb sich gera­de sie, in beson­de­rer Wei­se um die Abwehr der „sedis­va­kan­ti­sti­schen Ver­su­chung“ bemüht.

Das Buch von Sal­za und Sis­coe lie­fert eine umfas­sen­de und reicht doku­men­tier­te Wider­le­gung sedis­va­kan­ti­sti­scher Posi­tio­nen. Aus­ge­hend von Aus­sa­gen von Päp­sten, Öku­me­ni­schen Kon­zi­len und Kir­chen­vä­tern füh­ren die Autoren den Beweis, daß die Sedis­va­kan­ti­sten, zur Recht­fer­ti­gung ihrer Theo­rie, häu­fig die Erklä­run­gen von Päp­sten und Theo­lo­gen mani­pu­lie­ren, um angeb­li­chen Tak­ti­ken zu ent­hül­len, derer in Wirk­lich­keit sie selbst sich bedie­nen, um zu ver­tei­di­gen, was nicht ver­tei­digt wer­den kann.

Sedisvakantismus als Reaktion auf die Kirchenkrise

Aus­gangs­punkt des Buches sei die Fra­ge gewe­sen, ob das Phä­no­men Sedis­va­kan­tis­mus eine Reak­ti­on auf die Kir­chen­kri­se war. „Als wir vor zehn Jah­ren mit unse­ren Unter­su­chun­gen began­nen, ging es uns nur dar­um, die­se Fra­ge zu beant­wor­ten. Die Ant­wort lau­tet Ja, der Sedis­va­kan­tis­mus ist ursäch­lich eine Reak­ti­on auf die Kir­chen­kri­se. Im Zuge der Beschäf­ti­gung haben wir dann aber den Ansatz erwei­tert, als wir bei der Über­prü­fung der von Sedis­va­kan­ti­sten vor­ge­brach­ten ‚Bewei­se‘ anhand der Ori­gi­nal­do­ku­men­te fest­stel­len muß­ten, daß zum Teil skru­pel­los mani­pu­liert wird. Das hat uns zur Wider­le­gung ver­an­laßt, indem wir die­se Mani­pu­la­tio­nen auf­zei­gen und die ver­kürz­ten Zita­te in ihren Kon­text stel­len und vor allem voll­stän­dig zitie­ren“, so Sal­za und Sis­coe in einem aus­führ­li­chen Inter­view mit der aus­ge­zeich­ne­ten katho­li­schen Inter­net­sei­te Adel­an­te la fe.

Eine der Haupt­the­sen des Sedis­va­kan­tis­mus sei die Leug­nung zen­tra­ler Wesens­merk­ma­le der Kir­che: der Sicht­bar­keit, der Unver­gäng­lich­keit und der Unfehl­bar­keit.

„Im Buch behan­deln wir zwei unter­schied­li­che Irr­tü­mer des Sediva­kan­tis­mus. Der erste Irr­tum ist ein­fach der zu mei­nen, daß die Päp­ste seit Pius XII. nicht wirk­lich Päp­ste waren. Der zwei­te Irr­tum, der unmit­tel­bar aus dem ersten folgt (in man­chen Fäl­len sogar die­sem vor­aus­geht), ist der zu glau­ben, daß die gan­ze Kir­che, über die die jüng­sten Päp­ste regiert haben, eine fal­sche Kir­che sei. Um es ver­ständ­li­cher zu machen: Der zwei­te Irr­tum beschränkt sich nicht dar­auf, zu behaup­ten, daß es eine „dia­bo­li­sche Des­ori­en­tie­rung der hohen kirch­li­chen Hier­ar­chie“ gibt, wie es Schwe­ster Lucia dos San­tos, das älte­ste der drei Seher­kin­der von Fati­ma behaup­te­te, son­dern eine tota­le Fah­nen­flucht der hohen Hier­ar­chie. Laut die­ser Theo­rie gehe es dem­nach nicht nur um eine sub­ver­si­ve Infil­tra­ti­on der Kir­che durch kir­chen­feind­li­che Kräf­te, son­dern um die völ­li­ge Zer­stö­rung der sicht­ba­ren Kir­che und deren Erset­zung durch eine neue Kir­che. Eine Posi­ti­on, die nicht auf­recht­zu­er­hal­ten ist, ohne die wesens­mä­ßi­gen Attri­bu­te der Kir­che zu leug­nen, vor allem ihre Sicht­bar­keit und ihre Unver­gäng­lich­keit. […]
Jene, die sich die sedis­va­kan­ti­sti­sche Posi­ti­on im guten Glau­ben zu eigen gemacht haben, sind sich nicht bewußt, daß sie in den Irr­tum geführt wur­den durch ver­kürz­te oder falsch ver­stan­de­ne Zita­te, eine schlech­te Theo­lo­gie und skru­pel­lo­se Apo­lo­ge­ten der angeb­lich vakan­ten Cathe­dra Petri, die lei­der mehr damit beschäf­tigt schei­nen, ihre Posi­ti­on zu ‚bewei­sen‘ als die Wahr­heit.“

„Sedisvakantisten haben ihren Glauben an die Kirche als mystischer Leib Christi verloren“

Sis­coe und Sal­za beto­nen in ihrem Buch, die Sedis­va­kan­ti­sten hät­ten auf die glei­che Wei­se den Glau­ben an die Kir­che, den mysti­schen Leib Chri­sti ver­lo­ren wie jene Jün­ger, die den Glau­ben wäh­rend der Pas­si­on Chri­sti ver­lo­ren. Die sedis­va­kan­ti­sti­sche Posi­ti­on sei daher eine Reak­ti­on auf die Kri­se der Kir­che. Und obwohl die Sedis­va­kan­ti­sten in der Kir­chen­kri­se vor allem eine Pro­te­stan­ti­sie­rung bekla­gen, ver­fal­len sie selbst einer Form des Neo-Pro­te­stan­tis­mus. Es sei daher kein Zufall, daß der Sedis­va­kan­tis­mus in eine Viel­zahl von Frak­tio­nen, Grup­pen und Sek­ten ver­fal­len, die sich gegen­sei­tig ableh­nen, bekämp­fen und exkom­mu­ni­zie­ren. Man­che Grup­pen wäh­len sogar eige­ne Päp­ste, von denen es der­zeit welt­weit min­de­stens ein Dut­zend geben soll.

Der Sedis­va­kan­tis­mus sei, so die Autoren, wenn auch zah­len­mä­ßig nicht bedeu­tend, in der Sache aber einer der größ­ten Irr­tü­mer unse­rer an Irr­tü­mern rei­chen Zeit. Er grei­fe, wenn auch mit ande­rer Absicht und ande­rem Ansatz, die Fun­da­men­te der von Chri­stus gestif­te­ten Kir­che genau­so fron­tal und fun­da­men­tal an, wie der Pro­te­stan­tis­mus. Er unter­mi­nie­re die Auto­ri­tät der Kir­che und das ganz unab­hän­gig von der Per­son des jewei­li­gen kirch­li­chen Amts­trä­gers. Nicht zuletzt för­de­re er eine kir­chen­feind­li­che Hal­tung, die auch Gläu­bi­ge ver­un­si­chern und ganz vom Glau­ben abbrin­gen kön­ne.

Das Buch von Sal­za und Sis­coe ver­dient auch im deut­schen Sprach­raum Beach­tung zu fin­den. Das Buch kann über die Inter­net­sei­te zum Buch https://www.trueorfalsepope.com/ bezo­gen wer­den.

Text: Emma­nue­le Barbieri/Giuseppe Nar­di
Bild: Adel­an­te la fe

49 Kommentare

  1. Dan­ke für die Ver­öf­fent­li­chung die­ser Rezen­si­on!

    Von John Sal­za gibt es auf YT ganz her­vor­ra­gen­de Vor­trä­ge. Sein Buch Mason­ry Unmas­ked (2006), das er nach sei­nem Aus­tritt aus der Frei­mau­re­rei ver­öf­fent­lich­te, ist eben­falls sehr emp­feh­lens­wert.

    Von daher wird man anneh­men kön­nen, daß das bespro­che­ne Buch eben­falls sehr sorg­fäl­tig gear­bei­tet ist.

    Die sedis­va­kan­ti­sti­sche Posi­ti­on ist aus ver­schie­de­nen Grün­den nicht zu hal­ten.
    Was aller­dings noch genau­er zu bespre­chen wäre, wären die Umstän­de am Kon­kla­ve vom 26.10.58, als nach dem Auf­stei­gen des Wei­ßen Rau­ches nie­mand kam und sich die Men­ge zer­streu­te. Erst am Tag danach wur­de Kar­di­nal Ron­cal­li gewählt. Die Auf­fas­sung, daß Kar­di­nal Siri gewählt wur­de, aber unter Druck abdan­ken muß­te, kur­siert hart­näckig.

  2. Wahr­schein­lich wer­de ich mir das Buch bestel­len. Aller­dings hal­te ich es für falsch, der katho­li­schen Sedis­va­kanz pau­schal „Neo-Pro­te­stan­tis­mus“ vor­zu­wer­fen, denn dazu müß­ten deren Ver­tre­ter das Amt des Pap­stes als sol­ches in Fra­ge stel­len und auch offen­siv gegen lehr­amt­li­che Aus­sa­gen des 19. sowie frü­hen 20. Jahr­hun­derts agi­tie­ren. Gewiß gibt es unse­riö­se Split­ter­grup­pen, die mei­nen, sie sei­en ein Teil der katho­li­schen Sedis­va­kanz. Die Strö­mung, in der die Ansicht ver­tre­ten wird, man müs­se eige­ne „Päp­ste“ wäh­len, ist der Kon­kla­vis­mus, der von der katho­li­schen Sedis­va­kanz zu unter­schei­den ist.

  3. „Und obwohl die Sedis­va­kan­ti­sten in der Kir­chen­kri­se vor allem eine Pro­te­stan­ti­sie­rung bekla­gen, ver­fal­len sie selbst einer Form des Neo-Pro­te­stan­tis­mus.“
    Der Redak­ti­on sei gedankt für den wert­vol­len Hin­weis auf die­se inter­es­san­te Ver­öf­fent­li­chung zu einem sehr bri­san­ten The­ma. Der Sedis­va­kan­tis­mus schüt­tet „das Kind mit dem Bade aus“, um es ein­mal auf einen ein­fa­chen Nen­ner zu brin­gen. Auch die berech­tig­te Kri­tik an Ber­go­glio steht in die­ser Gefahr, wenn sie — fast unbe­merkt — hin­über­glei­tet in eine grund­sätz­li­che Kri­tik am Papst­tum und des­sen defi­nier­ter Leh­re. Selbst unter den wer­ten katho­li­schen Mit­kom­men­ta­to­ren wur­den schon Schlüs­se die­ser Art gezo­gen, bis hin zur Ableh­nung des päpst­li­chen Iuris­dik­ti­ons­pri­ma­tes, der nach der Theo­rie jener die des­po­ti­sche Amts­füh­rung Ber­go­gli­os erst ermög­li­che. Es ist jedoch ein Kurz­schluss zu mei­nen, weil jemand sei­ne Amts­voll­mach­ten miss­braucht, sei die­ses Amt mit sei­nen Voll­mach­ten schlecht und reform­be­dürf­tig. Man schafft ja auch nicht die Demo­kra­tie und den Rechts­staat ab, nur weil man­che Bür­ger sie für ihre (schlech­ten) Zwecke nut­zen.

    • Bei der Fra­ge geht es nicht um die Abschaf­fung von Ämtern, son­dern um den recht­mä­ßi­gen und gül­ti­gen Besitz der Ämter! Die­se Fra­ge muss­te man in der Kir­chen­ge­schich­te schon oft stel­len und beant­wor­ten.

  4. Wie schon oft erwähnt, waren die Päp­ste im ver­gan­ge­nen Jahr­hun­dert oft Gefan­ge­ne im eige­nen Vati­kan (und dass dort der Rauch Satans schon län­ger ein­ge­drun­gen ist, wis­sen wohl vie­le Katho­li­ken).

    Die Hei­lig­mä­ßig­keit eines Johan­nes Paul II. und die Demut und theo­lo­gi­sche Grö­ße eines Bene­dikt XVI. hät­ten sich wohl vie­le in den ver­gan­ge­nen Jahr­hun­der­ten gewünscht…

    • Bei der Hei­lig­mä­ßig­keit JP II habe ich so mei­ne Pro­ble­me. Er hat ja den schlimm­sten Kin­der­schän­der und Nekro­phi­len Eng­lands, Jim­my Savi­le zum Rit­ter geschla­gen und freund­schaft­lich getät­schelt.…
      Soll­te ein Hei­li­ger nicht einen gewis­sen 7. Sinn haben, was die „Hob­bies“ der­lei Per­so­nen betrifft? Wie z.B. Pater Pio, der so schön grim­mig schau­en konn­te wenn eine Frau einen zu kur­zen Rock trug, oder eine Katha­ri­na Emme­rick, die aus­rich­ten ließ, sie kön­ne einen ange­mel­de­ten Besu­cher lei­der nicht emp­fan­gen, da er der von der Kir­che ver­bo­te­nen Frei­mau­rer­sek­te ange­hö­re, was bei die­sem eine Bekeh­rung zur Kir­che zur Fol­ge hat­te.
      Just als eine „Reli­quie“ von JP II Lour­des erreich­te, gab es so ein schlim­mes Unwet­ter, daß der Ort wochen­lang außer Betrieb war…
      Was soll ich von einem Papst hal­ten, der einer fal­schen Lucia von Fati­ma hofiert? Hat er das Spiel­chen mit­ge­spielt oder ist er tat­säch­lich so unbe­darft?
      Mein Ver­trau­en ist schon nach­ha­lig erschüt­tert, und der Vati­kan hat eine Bring­schuld, die die­ser nicht nach­kommt.
      Eine mei­ner Lieb­lings­my­sti­ke­rin­nen Marie Jahen­ney sag­te, bis 1978 wird der Herr sei­ne Ern­te größ­ten­teils ein­ge­holt haben. Also, les jeux sont fait, rien ne va plus.
      Maria warn­te ja schon in Gara­band­al: ihr geht jetzt in eine Zeit so gro­ßer Ver­wir­rung rein, daß ihr kei­nen Prie­stern, auch den guten mehr trau­en könnt, wenn ihr nicht mehr ein noch aus wißt, geht zu mei­nem Sohn.
      Genau­so hal­te ich es auch.
      Sedis­va­kan­tis­mus ist wie so ne Art intel­lek­tu­el­les Anäs­the­ti­kum, um den aku­ten und chro­ni­schen Schmerz beim aktu­el­len Kon­takt mit dem Kle­rus aus­zu­schal­ten und sei­nen Risi­ken und Neben­wir­kun­gen vor­zu­beu­gen.

      • @Smaragd
        Las­sen wir die Sache mit der Hei­lig­spre­chung. Zum Orden für den Jim­my Savi­le. da ist Johan­nes Paul II. inso­fern in Schutz zu neh­men, weil der Gre­go­ri­us­or­den nur mit­tel­bar vom Papst ver­lie­hen wird. Als Jugend­li­cher war ich erstaunt, dass der Papst in Rom unse­ren ört­li­chen Bank­prä­si­den­ten so gut kennt, dass er ihm den Gre­go­ri­us­or­den ver­leiht. Er kann­te ihn natür­lich nicht. Die­ser und ande­re Orden wer­den auf Vor­schlag der Diö­ze­san­bi­schö­fe ver­lie­hen. Leu­te schla­gen dem Bischof die Ehrung einer Per­son vor. Ein Prü­fung liegt beim Bischof, danach ist es nur mehr eine büro­kra­ti­sche Sache. Rei­ne gesell­schaft­li­che Gepflo­gen­hei­ten (des­halb der Bank­prä­si­dent). Die Vor­schlä­ge wer­den so abge­wun­ken, wie sie ein­ge­hen. Der Papst erfährt davon gar nichts. Die Ver­lei­hung erfolgt, nach Ein­tref­fen der Urkun­den aus Rom, vor Ort durch den Bischof.
        Nur so ist erklär­bar, daß Kar­di­nal Schön­born es geschafft hat, einer sozia­li­sti­schen Wie­ner Stadt­rä­tin und Abtrei­bungs­be­für­wor­te­rin einen päpst­li­chen Orden umzu­hän­gen. Die Abtrei­bung ist ihm offen­bar egal, Haupt­sa­che man arbei­tet sonst zwi­schen Kir­che (Cari­tas) und Wie­ner Stadt­re­gie­rung gut zusam­men. Um das zu pfle­gen, gibt’s Orden. Das gan­ze macht natür­lich einen schlech­ten Ein­druck, eben­so wie bei dem Eng­län­der. Wobei die Savi­les-Saue­rei­en zum Zeit­punkt der Ver­lei­hung noch nicht offen­kun­dig waren.

      • Ja, es ist natür­lich schlecht. Ich woll­te nur den Zusam­men­hang auf­zei­gen und wer [die Diö­ze­san­bi­schö­fe] eigent­li­che Ver­ant­wor­tung trägt.
        Die Fra­ge einer Reform die­ser Ver­ga­be­form steht natür­lich im Raum.

      • @ Sma­ragd

        Wenn Sie Zwei­fel an der Hei­lig­keit Johan­nes Paul II. haben, dann soll­ten Sie aber einen Wun­der­ma­cher benen­nen kön­nen.
        Ich jeden­falls gehe davon aus, daß der Him­mel durch Wun­der die Hei­lig­spre­chung ermög­licht.
        Wie heißt Ihr Wun­der­ma­cher?

  5. Seit 50 Jah­ren zwei­feln Chri­sten, ob die regie­ren­den Päp­ste recht­mä­ßig gewählt
    und legi­ti­miert sind. Als Grund wur­den die kon­se­quen­te Ver­än­de­rung der Riten und
    nicht Anleh­nung an die gewach­se­ne Mes­se aller Zei­ten genannt. Zwar war es nach
    dem Kon­zil rela­tiv leicht, die­se Neue­run­gen ein­zu­füh­ren, weil das Got­tes­volk treu
    der Leh­re der Päp­ste als vom Hl.Geist inspi­riert, annahm. Das Unbe­ha­gen das eini-
    ge Krei­se hat­ten, wur­de von der all­ge­mei­nen Eupho­rie zuge­deckt. Zu den dama­li­gen
    Ver­än­de­run­gen hat sich auch Pater Pio (..was machen die da in Rom..die Tra­di­ti­on
    bewah­ren.. ) gemel­det und Lucia von Fati­ma sprach von einer dia­bo­li­schen Des­o­ri­en-
    tie­rung im Zusam­men­hang mit der nicht ver­öf­fent­li­chen Bot­schaft von Fati­ma ( 3.
    Geheim­nis, 1960 nicht ver­öf­fent­licht ). Nun, bleibt noch die Fra­ge nach den Früch-
    ten des Kon­zils. Seit dem Kon­zil erfolg­te ein Nie­der­gang der Kir­che und Glau­ben,
    in einer nie da gewe­se­nen Wei­se. Als die ersten Früch­te zeig­ten sich die zu tau­sen-
    den welt­weit in den Lai­en­stand tre­ten­de Prie­ster und Ordens­leu­te. Die Recht­mä­ßig-
    keit der Kon­zil­späp­ste kann nicht in Zwei­fel gezo­gen wer­den, aber es blei­ben noch
    vie­le Unklar­hei­ten, die durch Fran­zis­kus ver­mehrt wer­den. Jeden­falls wird das II.
    Vati­ka­num von den Bischö­fen und Kir­chen­obe­ren mit gro­ßem Auf­bruch und Erfolg be-
    jubelt, wider bes­se­rem Wis­sen.

  6. Möge bit­te jeder selbst urtei­len:
    Kann man jemand als Papst bezeich­nen, der die Exi­stenz der Höl­le leug­net?
    Details hier:
    https://www.katholisches.info/2015/03/18/bergoliata-oder-scalfariade-scalfaris-neuer-leitartikel-mit-franziskus-perlen/
    Kann man jemand als Papst bezeich­nen, der das häre­ti­sche Kar­frei­tags­ge­bet ein­führt, bzw. spä­ter dul­det?
    Die Für­bit­te im Kar­frei­gags­ge­bet für die Juden lau­te­te in der vor­kon­zi­lia­ni­schen Form:
    „Laßt uns für die glau­bens­lo­sen Juden beten: Der all­mäch­ti­ge Gott neh­me die Decke von ihren Her­zen, daß sie Jes­um Chri­stum, unse­ren Herrn erken­nen kön­nen.
    Laßt uns beten!
    All­mäch­ti­ger, ewi­ger Gott, der nicht ein­mal die jüdi­schen Ungläu­bi­gen von Dei­nem Erbar­men aus­schließt, erhö­re unse­re Gebe­te, die wir für die Blind­heit die­ses Vol­kes dar­brin­gen, daß sie das Licht Dei­ner Wahr­heit erken­nen, näm­lich Jes­um, und aus ihrer Dun­kel­heit erlöst wer­den.
    Durch den sel­bi­gen, unsern Herrn Jes­um Chri­stum, der mit Dir in der Ein­heit des Hei­li­gen Gei­stes lebt und herrscht, Gott in Ewig­keit, Amen!“

    Papst Paul VI. hat die­ses Gebet so geän­dert:
    „Laßt uns für das jüdi­sche Volk beten, das als erstes das Wort Got­tes ver­nahm. Mögen sie fort­schrei­ten in der Lie­be zu sei­nem Namen und im Glau­ben an sei­nen Bund.“
    Trotz der Tat­sche, daß sie Chri­stum ver­leug­nen, wer­den sie also beschrie­ben als „den Namen Got­tes lie­bend“ und „treu sei­nem Bund“. Das Gebet Pauls VI. wider­spricht offen dem hl. Evan­ge­li­um und den Brie­fen St. Pau­li. Es ist nack­te Blas­phe­mie.

    • Ein ganz neu­er Streich von Fran­zis­kus ist es, Anhän­gern aller mög­li­chen Reli­gio­nen die Got­tes­kind­schaft zuzu­spre­chen. Die Got­tes­kind­schaft setzt jedoch vor­aus, als Mensch einen ech­ten Glau­ben an die Aller­hei­lig­ste Drei­fal­tig­keit zu pfle­gen, was nicht ein­mal im Juden­tum oder im Islam der Fall ist, obwohl bei­den eine „Ver­wandt­schaft“ zum Chri­sten­tum nach­ge­sagt wird. Hät­te in frü­he­ren Jahr­hun­der­ten ein Papst wie Fran­zis­kus heu­te gespro­chen, wäre mas­si­ver Pro­test bin­nen der Kir­che die Fol­ge gewe­sen.

    • Bei Joh.Paul II. ist vor allem frag­lich, wie er die Hei­den zur Ver­eh­rung ihrer Göt­ter nach Assi­si rufen konn­te, wie er Allah und den drei­fal­ti­gen Gott als den­sel­ben Gott bezeich­nen konn­te und die Mos­lems lob­te, die sei­ne (Allahs) Vor­schrif­ten befol­gen, wie er den Koran küs­sen konn­te usw. (Läuft letzt­lich dar­auf hin­aus, zu sagen, es gebe kei­nen Gott außer Allah und Moham­med war sein Pro­phet!?)

    • Ein Papst, der — poin­tiert aus­ge­drückt — zu Allah betet, ist kein Christ, son­dern ein Göt­zen­die­ner. Der Apo­stel Pau­lus aber schreibt: „Ihr sollt nichts mit einem zu schaf­fen haben, der sich Bru­der nen­nen lässt und ist ein Unzüch­ti­ger oder ein Gei­zi­ger oder ein Göt­zen­die­ner oder ein Läste­rer oder ein Trun­ken­bold oder ein Räu­ber; mit so einem sollt ihr auch nicht essen.“ 1 Kor 5,11 Mit Papst Fran­zis­kus will ich kei­ne Gemein­schaft. Und wenn es „pro­te­stan­tisch“ ist, das Wort Got­tes höher als Men­schen­wort zu ach­ten, dann nen­ne man mich eben Pro­te­stant.

      • @Leo Laemm­lein
        Ich schät­ze Ihre Kom­men­ta­re, doch, bit­te, sagen Sie das nicht von sich. Man ist katho­lisch oder pro­te­stan­tisch. Das eine schliesst das ande­re aus. Fal­sche Begrif­fe sor­gen nur für noch mehr Ver­wir­rung.
        Ich bin mit die­sem Papst auch nicht glück­lich und hof­fe, dass sei­ne Amts­zeit lie­ber heu­te als mor­gen endet. Ich igno­rie­re ihn und sehe, dass das ande­ren auch sehr gut gelingt. Und wo er Fal­sches macht, sage ich es auch und soweit mir mög­lich, wider­set­ze ich mich ihm (Peti­tio­nen, in mei­nem Lebens­um­feld etc). Aber ich mache das immer als Katho­li­kin und Glied der Einen, hei­li­gen Kir­che, mei­ner Kir­che. Und kein Papst, auch nicht aus Argen­ti­ni­en, bringt mich dazu, mich selbst irgend­wie davon zu distan­zie­ren. Wie käme ich dazu!?

      • Lio­ba
        So dach­te ich auch ein­mal. Ich möch­te nie­man­dem zum Ärger­nis wer­den, aber sehen Sie: Nach tra­di­tio­nel­ler katho­li­scher Ansicht geht sogar die Mehr­heit (!) der römi­schen Katho­li­ken ver­lo­ren. Bezeich­nen­der­wei­se fin­det sich die­se Auf­fas­sung beson­ders seit dem 4. Jahr­hun­dert, als die Kir­che zur Staats­kir­che und damit zur Mas­sen- und Volks­kir­che wur­de. Das kön­nen Sie in der schockie­ren­den Pre­digt „Die klei­ne Zahl der Geret­te­ten“ des hl. Leo­nard von Port Mau­rice (17.–18. Jh.) nach­le­sen (https://www.olrl.org/snt_docs/fewness.shtml ). Wenn das schon damals galt — was soll man dann heu­te anneh­men, an der Schwel­le zum gro­ßen Abfall?
        Eine lusti­ge Lösung für die­ses Ret­tungs-Pro­blem (das ich in meh­re­ren Jahr­zehn­ten in kei­ner ein­zi­gen Pre­digt ange­spro­chen hör­te) bie­tet Papst Fran­zis­kus, indem er sug­ge­riert, wenn auch nicht direkt aus­spricht, dass alle geret­tet wür­den, wer aber nicht geret­tet wer­de, der wer­de anni­hi­liert.
        Die katho­li­sche Theo­lo­gie vor Vati­ka­num 2 unter­schied schon zwi­schen der sicht­ba­ren Kir­che: der recht­lich ver­fass­ten Kör­per­schaft, und ihrer „See­le“. Die See­le der Kir­che, das sind die, die schluss­end­lich geret­tet wer­den. Dazu gehö­ren auch sol­che, die nicht Glie­der der äußer­lich sicht­ba­ren Kir­che sind, wäh­rend, wie wir beim hl. Lorenz hören, sogar die mei­sten äußer­li­chen Katho­li­ken ver­lo­ren­ge­hen. Wor­in unter­schei­det sich die­se katho­li­sche Leh­re wesent­lich von der pro­te­stan­ti­schen Leh­re der unsicht­ba­ren Kir­che? Hat nicht das 2. Vati­ka­ni­sche Kon­zil dem durch sei­ne neue Ekkle­sio­lo­gie mit Öff­nung hin zu den nicht­rö­mi­schen Kon­fes­sio­nen Rech­nung getra­gen?
        Kurz: Es kommt alles dar­auf an, zu denen zu gehö­ren, die geret­tet wer­den. Sogar der Vati­kan unter Papst Bene­dikt XVI. erklär­te amt­lich, dass der Aus­tritt aus der Kir­chen­steu­er­kör­per­schaft nicht die auto­ma­ti­sche Exkom­mu­ni­ka­ti­on zur Fol­ge habe (was die deut­schen Bischö­fe igno­rier­ten).
        Der Herr Jesus Chri­stus weiß, dass ich zu Sei­ner Kir­che gehö­ren will. Die­se Kir­che ist die eine, hei­li­ge, all­ge­mei­ne (= katho­li­sche) und apo­sto­li­sche Kir­che.

      • @ Lio­ba

        Ich den­ke, dass Leo L. das „zuge­spitzt“ mein­te. Man muss sich manch­mal wirk­lich dar­über wun­dern, dass vie­le Katho­li­ken im Tra­di­la­ger dem Schrift­wort miss­trau­en, weil die „Tra­di­ti­on“ sich davon offen­kun­dig im rea­len Ver­ständ­nis der Leu­te weg­be­wegt hat. Und das kann nicht sein!

        An dem Punkt muss man Leo L. recht­ge­ben.

      • @ Leo Lämm­lein

        Stellt sich die Fra­ge, was unter „sicht­ba­rer“ Kir­che zu ver­ste­hen ist.
        Was ist die katho­li­sche Ant­wort drauf, wenn die Anzahl der Gläu­bi­gen, auch nicht der Hier­ar­chie, die ja kein Abstrak­tum, son­dern eine Lei­ter mit kon­kre­ten Per­so­nen ist, in der Mehr­heit „dam­ned souls“ sind?

        So ganz stei­ge ich bei dem ver­link­ten Text nicht durch, um ehr­lich zu sein.

        Eine ver­damm­te See­le — wür­de sie die hier­ar­chi­sche Ket­te durch­bre­chen?

        In der Tat ist ja die Hier­ar­chie als sol­che kein Saka­ment und erst recht nicht das Papst­amt (im Gegen­satz zum Bischof, Prie­ster und Dia­kon), ja, jede Äbtis­sin­nenen­wei­he hat mehr Nähe zur Sakra­men­ta­li­tät als das Papst­amt, v.a. in alten Zei­ten, wo sie nach nahe­zu dem sel­ben Pro­to­koll wie eine Bischofs­wei­he vor sich ging, was aber von vie­len Tra­di­tio­na­li­sten und Ultra­mon­ta­nen ein­fach ver­ne­belt oder sogar schlicht geleug­net wird.

        Ich hof­fe, Sie lesen das noch. Haben Sie da Lite­ra­tur­tipps oder Ideen?

  7. Die Fra­ge der Sedis­va­kanz scheint mir nicht uner­heb­lich. In den im blau­en Buch nie­der­ge­schrie­be­nen Offen­ba­run­gen an den inof­fi­zi­ell hei­lig gespro­che­nen Ste­fa­no Don Gob­bi (B. XVI: Don Gob­bi ist direkt in den Him­mel gegan­gen) heißt es, dass das Aus­maß des Abfalls wie­der gerin­ger wird — in ande­ren Wor­ten: Der gro­ße Abfall liegt hin­ter uns, wir befin­den uns in der Zeit „nach dem gro­ßen Abfall“. Was aber wis­sen wir über die Zeit danach? In 2 Thess 2 heißt es, der Sohn des Ver­der­bens wird sich „in den Tem­pel Got­tes set­zen“. Was ist der Tem­pel Got­tes, wenn nicht der Stuhl Petri, des Ver­tre­ters Chri­sti auf Erden. Inso­fern dür­fen Aus­sa­gen, wie die des ehe­ma­li­gen Pres­se­spre­chers Austen Ive­r­eigh über sei­nen ehe­ma­li­gen Arbeit­ge­ber und ande­re Mit­glie­der des soge­nann­ten St.-Gallen-Netzwerks nicht über­se­hen wer­den.

    • Mit­erlö­se­rin
      Für den Tem­pel Got­tes kommt biblisch zwei­er­lei in Fra­ge: 1) der jüdi­sche Tem­pel in Jeru­sa­lem, 2) die Hei­li­gen des Neu­en Bun­des nach 1 Kor 3,16 u.a. Wie begrün­den Sie, dass mit dem Tem­pel Got­tes der römi­sche apo­sto­li­sche Stuhl gemeint sein kön­ne?

      • Mir leuch­tet die The­se der­je­ni­gen Theo­lo­gen ein, die den Papst für den hal­ten, der erst besei­tigt wer­den muss, der die gehei­me Macht der Gesetz­wid­rig­keit noch zurück­hält (Vers 7). Durch die­se Besei­ti­gung ent­steht eine Lücke, in die sich der Wider­sa­cher durch Mani­pu­la­ti­on selbst setzt, nicht durch den Hei­li­gen Geist set­zen läßt. Übri­gens ist es auch Wla­di­mir Solo­wjew offen­sicht­lich wich­tig, dass sein Papst Apol­lo­ni­us in die „Kur­ze Erzäh­lung vom Anti­christ“ nicht kano­nisch gewählt wur­de.

        Mag sein, dass der jüdi­sche Tem­pel in Jeru­sa­lem auf­grund sei­ner Zei­chen­haf­tig­keit eben­falls wich­tig ist. Wer aber sind die Hei­li­gen des Neu­en Bun­des ande­res als die HRKK in ihrer hier­ar­chi­schen Ver­fasst­heit, dem Nach­fol­ger Petri unter­stellt?

        Nur neh­me ich nicht an, dass damit ledig­lich all­ge­mein die Aus­wir­kung der Frei­mau­re­rei gemeint sein könn­ten, die sich ins inner­ste der Kir­che ein­ge­schli­chen hat und seit wenig­stens einem hal­ben Jahr­hun­dert auch rang­höch­ste Kar­di­nä­le in ihrem Dienst hat.

      • Fran­zis­kus WURDE kano­nisch gewählt — dar­an gibt es kei­nen Zwei­fel.

        Der besei­tigt wer­den muss ist auch nicht pri­mär der Papst, son­dern das Hei­li­ge Mess­op­fer — durch den Papst. Dies ist bereits gesche­hen.

      • Auch die Fixie­rung auf die Frei­mau­rer hal­te ich für falsch. Zwar mögen die auch ihre Zie­le ver­fol­gen, aber wesent­lich ist, dass schon lan­ge, bevor es Frei­mau­rer gab, das Geheim­nis des Bösen IN der Kir­che wirk­te und auch direkt aus ihrem Her­zen her­aus aus­floss. So stimmt es eben auch mit den Wor­ten des Apo­stels Johan­nes über­ein. Es ist eine from­me Ver­ken­nung, die tra­gisch zu nen­nen ist, dass man sich so patho­lo­gisch auf die FM fixiert hat und dar­über den Blick fürs Gan­ze offen­bar völ­lig ver­lo­ren hat. Ich wür­de mich nicht wun­dern, wenn die FM nicht sogar mit vol­ler Absicht die Kir­che auf ihre eige­ne Spur gesetzt hat — jeden­falls wür­de ich das, wenn ich Übles vor­hät­te, genau­so machen und mich dann kaputt­la­chen, wenn ich sehe, wie alle „Frei­mau­rer“ jagen und nicht mehr sehen, was sonst noch so läuft…

        Es ist der Glau­bens­ab­fall, der uns allen täg­lich droht, der immer wie­der Men­schen in der Kir­che mit­ge­ris­sen hat, es ist die Sün­de, die die aller­frömm­sten Eife­rer beson­ders ger­ne ver­sucht und plagt und dazu geführt hat, dass sie sich zu aller­lei haben hin­rei­ßen las­sen, das über­haupt nicht mehr kom­pa­ti­bel mit der Leh­re war — aber kaum einer hat es gemerkt vor lau­ter Eifer.

        Ich kann z.B. bis heu­te nicht ver­ste­hen, dass nie­mand erkannt hat, dass das pan­the­isti­sche Gerau­ne des hl. Fran­zis­kus, das selbst die „Mut­ter Erde“ gebets­wei­se anspricht, im Prin­zip rei­ne Häre­sie ist. Man ließ sich blen­den durch die Wund­ma­le, deren Ursprung nicht geklärt ist.

        Und so könn­te man vie­le Bei­spie­le anfüh­ren. Bei man­chen Vätern war die Kir­che kri­tisch und wach­sam, bei ande­ren war sie wie blind — etwa wenn sie Ori­gi­nes oder Ter­tul­li­an bei sol­chen Eska­pa­den zurück­wies, einen Fran­zis­kus aber gewäh­ren ließ und auch noch hei­lig sprach.

        Nein — der Abfall kommt von innen, und nicht von denen die von außen sich nach innen schlei­chen.

        Auch im Gleich­nis vom Unkraut und vom Wei­zen wird ja beschrie­ben, dass DIREKT neben dem guten Samen der böse Same mit­ge­sät wird, also im Zen­trum des guten Samens mit­auf­geht.

        Wir haben so vie­le bibli­sche Hin­wei­se dar­auf, dass das Böse eben nicht von außen ein­dringt, son­dern von Anfang an innen mit­ge­wirkt hat.

        F. führt all die­se ungu­ten Tra­di­tio­nen fort, was schon an sei­ner Namens­wahl erkenn­bar ist.

  8. Ist es wirk­lich der angeb­li­che „Sedis­va­kan­tis­mus“, der die Sicht­bar­keit, die Unver­gäng­lich­keit und die Unfehl­bar­keit der Kir­che leug­net oder tut dies nicht viel­mehr Mgr. Fel­lay selbst, wenn er die Kir­che so zeich­net, als ob Wahr­heit und Lüge glei­cher­ma­ßen in ihr ver­tre­ten wären und als ob man jemand als Papst aner­ken­nen, ihm aber zugleich die Glau­bens- und Got­tes­dienst­ge­mein­schaft ver­wei­gern müs­se?

    Geht es heu­te nicht viel­mehr schlicht um die prak­ti­sche Fra­ge, ob ein wah­rer Stell­ver­tre­ter Chri­sti sich vor den Gläu­bi­gen auch als sol­cher erwei­sen muss, z.B. durch die Recht­mä­ßig­keit sei­ner Wahl und die Lau­ter­keit sei­nes Glau­bens und sei­ner Treue zu Chri­stus!
    Ver­wei­gert er hier die Klar­heit, wie kann er von der Her­de zwei­fels­frei aner­kannt wer­den? Ein zwei­fel­haf­ter Papst nützt aber so viel wie gar kein Papst (Papa dubi­us = papa nullus)!
    Es liegt also am „Amts­in­ha­ber“ selbst, sich als wah­rer Stell­ver­tre­ter Chri­sti zu zei­gen. Erst dann kann es zu einer Klä­rung der kirch­li­chen Fra­gen kom­men!

    Die­ser Appell muss des­halb nach Rom gerich­tet wer­den. Ein Ping-Pong-Spiel von The­sen der Gläu­bi­gen mag theo­re­tisch inter­es­sant sein, prak­tisch wird die Not der Kir­che aber nur durch einen wirk­lich zwei­fels­frei­en Ober­hir­ten gelöst wer­den kön­nen!

  9. Es ändert doch nichts: Im 1. Vati­ka­num wur­de die Über­hö­hung des Papst­tums rea­li­siert, im 2. Vati­ka­num wur­de die­se künst­li­che Auto­ri­tät dann miß­braucht. Inso­fern ist der Sedis­va­kan­tis­mus das 3. Vati­ka­num, der Ver­such eines Resets.
    Es kann ja gar kein Kon­zil legi­tim im Vati­kan statt­fin­den. Nie­mand kann sich selbst hei­li­gen, auch Rom nicht. Es bedarf ein­mal mehr der Umkehr und der Ent­sa­gung.

  10. So vie­le Lügen. Sedeva­kanz ist kei­ne Theo­rie son­dern folgt aus Dog­ma. Wer Fran­zis­kus für katho­lisch hält und dann Katho­li­sches Dog­ma (Sedeva­kanz, wenn es kei­nen Papst gibt) kri­ti­siert, der ist wahr­haf­tig Satans Sohn.

  11. Die Sedis­va­kan­ten schei­nen nicht zu begrei­fen, daß, wenn alle Päp­ste seit Pius XII. unrecht­mä­ßig waren, es kei­ne gül­ti­gen Kar­di­nä­le mehr gibt und daher auch nie wie­der einen gül­ti­gen Papst.
    Dann kön­nen wir den Laden dicht machen und die Kir­chen­steu­er spa­ren.
    Die Situa­ti­on ist dem Kon­zil von Kon­stanz ver­gleich­bar, die aber nur gelöst wer­den konn­te, weil der Kai­ser han­del­te. Da des­sen Sedes lei­der auch vakant ist, geht das aber nicht mehr.
    Seit Leo III. spä­te­stens gilt, daß der Papst von nie­man­dem gerich­tet wer­den kön­ne. Fak­tisch haben die­se Auf­ga­be manch­mal die Kai­ser aus­ge­übt (z.B. Hein­rich III. in Sutri), aber die­ser Weg ist uns ja lei­der durch Sedis­va­kanz ver­schlos­sen (s.o.). Dadurch bleibt nur, daß schlech­te und häre­ti­sche Päp­ste von Gott abge­setzt und zum Rap­port bestellt wer­den. Auf Erden aber geht halt nichts.
    Zu glau­ben, man sel­ber kön­ne mit Hil­fe von Pri­va­tof­fen­ba­run­gen den Papst rich­ten, ist schlimm­ste Anma­ßung und gut luthe­risch.

    • Dass es ein Kai­ser sein muss, der han­delt (es war damals aller­dings König Sigis­mund), ist kein „Gesetz“ und ich wüss­te auch nicht, wo es ver­an­kert ist. In Kon­stanz hat­ten auch die Sor­bon­ne-Theo­lo­gen eine Schlüs­sel­rol­le.

      Es war eine Inter­ven­ti­on, die den Mög­lich­kei­ten, die damals zur Ver­fü­gung stan­den, ent­spra­chen.
      Es gin­ge also um eine letzt­end­lich prag­ma­ti­sche Lösung, etwas, das über­haupt rea­li­sier­bar ist.

      Über die­se Vor­gän­ge des Kon­stan­zer Kon­zils wird ja bis heu­te dis­ku­tiert und sie sind bis heu­te ein rea­ler Zwei­fel am unum­schränk­ten Juris­dik­ti­ons­pri­mat des Pap­stes

      Denn: wenn das ein­mal nicht galt oder sogar meh­re­re Male — wie­so soll­te es dann plötz­lich bein­har­te Leh­re ohne Aus­nah­me sein?

      • Na gut, es war in Kon­stanz nicht direkt der Kai­ser, aber der römi­sche König als der Anwär­ter auf die Kai­ser­wür­de.
        Von einem „Gesetz“ schrieb ich nichts. Und die Mög­lich­keit zu einer sol­chen Inter­ven­ti­on haben wir heu­te halt nicht mehr, da es ein welt­li­ches Ober­haupt der Chri­sten­heit nicht mehr gibt. Die Theo­lo­gen der Pari­ser Uni­ver­si­tät konn­ten raten, was sie woll­ten. Nur König Sigis­mund hat­te auch die Macht dazu.
        Und der Juris­dik­ti­ons­pri­mat des Pap­stes ist des­halb nicht durch das Kon­stan­zer Kon­zil geschmä­lert, weil es kei­nen wirk­lich recht­mä­ßi­gen Papst gab. Ent­schei­dend ist, daß das, was damals ging, heu­te nicht mehr mög­lich wäre. Eine jahr­zehn­te­lan­ge Sedis­va­kanz wäre heu­te nicht mehr heil­bar. Es könn­te höch­stens ein Zer­fal­len der Kir­che in Obser­va­tio­nen geben. Das macht den sedis­va­kan­ten Stand­punkt so aus­sichts­los.
        Viel­leicht haben die Sedis­va­kan­ten ja recht. Aber dann gibt es auch kei­ne Kir­che mehr und unse­re Dis­kus­si­on ist unnö­tig.

      • @ Wolf­gang Franz

        Wie ich sag­te — der weg, der damals noch „funk­tio­nier­te“, funk­tio­niert heu­te nicht mehr, was aber nicht heißt, dass es kei­nen gäbe, wenn Gott will.
        Auch die­ses Sich-Fest­bei­ßen in Hier­ar­chien ist nicht wirk­lich neu­te­sta­ment­lich. Eher im Gegen­teil.

        Den Neu­en Bund stif­tet Jesus auch nicht mit der dama­li­gen Hier­ar­chie, und zwar von Anfang an nicht, nicht erst nach­dem die ihn ablehn­te!

        Wie Maria es sagt: Die Nied­ri­gen erhebt er und die Mäch­ti­gen stürzt er. Der Bund begann mit einer Frau und dem zunächst aus­schließ­li­chen Zeug­nis von Frau­en und Kin­dern (Maria-Eli­sa­beth-Johan­nes als Embryo!). Die Män­ner, die dann dazu­ka­men, waren unbe­deu­ten­de Leu­te in Isra­el — Hand­wer­ker (Josef), Hir­ten, Frem­de, Fischer.

        Ich glau­be, dass Gott, wenn es in sei­nem Rat­schluss steht, es mit unse­rer Hier­ar­chie genau­so machen wird wie damals: er wird sie samt und son­derns ver­wer­fen und sei­nen Neu­an­fang mit Frau­en, Säug­lin­gen und getre­te­nen Män­nern machen.

        Aller­dings ist uns auch ein Ende ange­sagt, und ich den­ke, es könn­te auf­grund all die­ser Zei­chen bald erreicht sein, denn es ist tat­säch­lich kei­ner­lei Per­spek­ti­ve mehr in Sicht.

        Sedis­va­kan­tis­mus ist als prag­ma­ti­sche Hal­tung kei­ne „Ver­su­chung“, son­dern die ein­zi­ge Ret­tung, wenn man sich mit der Fin­ster­nis in Rom nicht gemein machen will.

  12. @ Wolf­gang Franz
    Viel­leicht geht die Papst­wahl auch ohne Kar­di­nä­le. Jeden­falls gab es in den ersten Jahr­zehn­ten (möglicherweise)Jahrhunderten des Chri­sten­tums kei­ne Kar­di­nä­le.

    • @Jozsef
      Ganz am Anfang wur­de der Papst von der römi­schen Gemein­de gewählt. Nach dem Ende der Ver­fol­gung in der Theo­rie immer noch, fak­tisch aber von den römi­schen Adels­fa­mi­li­en aus­ge­kun­gelt.
      Das Ergeb­nis waren teil­wei­se kata­stro­pha­le Gestal­ten (Por­no­kra­tie im 10. Jh.). Erst die sali­schen Kai­ser haben durch­ge­grif­fen und das heu­ti­ge System durch­ge­setzt. Ein Zürück zu den Anfän­gen geht also nicht mehr.
      Natür­lich könn­te ein all­ge­mei­nes Kon­zil einen neu­en Papst gül­tig wäh­len. Aber wer soll­te das ein­be­ru­fen und die Wäh­ler bestim­men? Man den­ke an die Situa­ti­on auf dem Kon­zil zu Kon­stanz, auf dem Bene­dikt XIII. (Pedro de Luna) kir­chen­recht­lich kor­rekt argu­men­tier­te, er allein sei der ein­zig gül­tig ernann­te Kar­di­nal. Daher müs­se er allein den neu­en Papst wäh­len. Er hat sich kir­chen­recht­lich so gewun­den, daß am Ende der Kai­ser Fak­ten schaf­fen muss­te. Dabei unter­stell­te ihm nie­mand bösen Wil­len, Bene­dikt XIII. war ein Mann unta­de­li­gen Cha­rak­ters.
      Das Pro­blem wird nur ver­scho­ben, nicht gelöst.

      • In Kon­stanz war bei den Bisc­j­ö­fen das Pro­blem der Obö­di­en­zen zu den jewei­li­gen Päp­sten gege­ben. Nie­mals hät­te also eine Papst­wahl durch die Bischö­fe etwas gebracht.
        Man hat­te ja einen ent­spre­chen­den Ver­such bereits zuvor auf der Kon­zil von Pisa gestar­tet und dabei das Schis­ma mit zwei Päp­sten nur um einen drit­ten Papst erwei­tert.

        Vor die­ser Situa­ti­on hat man natür­lich bis heu­te mit Recht Angst.

        Auf der Aus­stel­lung letz­tes jahr in Kon­stanz hat man so sinn­fäl­lig Expo­na­te auf schwan­ken­de Ste­len gestellt. Sie soll­ten zei­gen, dass die Kir­che damals fast unter­ge­gan­gen wäre.

        Gott hat es noch ein­mal ver­hin­dert.

        Wir wis­sen aber aus der Schrift, dass es so kom­men wür­de. Eine gigan­ti­sche Apost­asie und das kon­sti­nu­ier­li­che Wir­ken des Myste­ri­um ini­qui­ta­tis ist uns klar vor­aus­ge­sagt wor­den im NT.

        Es ist bedenk­lich, dass die kirch­li­che Leh­re mit der Über­zeich­nung des Papst­tums die­sen neu­te­sta­ment­li­chen Sach­ver­halt aus­he­beln woll­te.

      • @ Kir­chen­ka­ter und ande­re

        Ja, das liegt nahe…

        Noch einen Hin­weis will ich geben auf die geläu­fi­gen Sedis­va­kan­ti­sten­theo­rien:

        Sie behaup­ten, es habe noch nie Sedis­va­kan­zen in dem Sinn gege­ben, den sie seit dem Vati­ca­num II annah­men.

        Grund: Selbst die schlim­me­sten Päp­ste hät­ten kei­ne Irr­leh­ren ver­kün­det.

        Das ist erstens gar nicht wahr, denn es gab auch Irr­leh­rer unter den Päp­sten. Und zwei­tens muss man sich fra­gen, wie gera­de die­se „Por­no­kra­ten“, also die­se Päp­ste, die sexu­ell und damit total abhän­gig von ihren Mätres­sen waren, die die eigent­li­chen Geschicke der Kir­che zu len­ken ver­such­ten, wie also die­se Päp­ste im 10. Jh noch ver­nünf­tig gelehrt haben wol­len.

        Es erscheint mir gera­de­zu zynisch, wie in Sedis­va­kan­ti­sten­tex­ten einer Logik gefolgt wird, die etwa aus­sagt: Ein papst kann sich auf­füh­ren wie der Satan — Haupt­sa­che er wal­tet nie sei­nes Amtes, dann darf man ihn aner­ken­nen.

        Selbst­ver­ständ­lich kann kein Gläu­bi­ger einen Por­no­kra­ten aner­ken­nen oder gar Gemein­schaft mit ihm beken­nen!

        Gilt nun das Schrift­wort oder nicht, dass der, der einen sol­chen Bru­der nennt oder ihn zu sich ein­lädt, sich mit schul­dig an des­sen Tod­sün­de macht?

        Und in mei­ner Bibel steht nir­gends, dass das nur auf poli­tisch unwich­ti­ge Tod­sün­der zutrifft und bei Groß­kop­fi­gen aus­ge­setzt wür­de…

        Man muss er anneh­men, dass schon viel öfter der Stuhl Petri leer war…

      • Noch zur „Por­no­kra­tie“:

        Das eigen­tüm­li­che Bild von der „Hure Baby­lon“ in der Offen­ba­rung asso­zi­iert direkt eine Por­no­kra­tie.

  13. War­um hat Papst Paul VI. alle Sakra­men­te abge­än­dert, dar­un­ter auch die Bischofs­wei­he und die Prie­ster­wei­he? Über die neue Bischofs­wei­he gibt es aus­führ­li­che kano­ni­sche Stu­di­en, mit dem Ergeb­nis, dass sie, gemes­sen an tra­di­tio­nel­len sakra­men­ten­theo­lo­gi­schen und kir­chen­recht­li­chen Maß­stä­ben (zB über die angli­ka­ni­schen Wei­hen), zumin­dest zwei­fel­haft, wenn nicht ungül­tig sei.
    So gese­hen erscheint der größ­te Teil der heu­ti­gen katho­li­schen Hier­ar­chie einem Teil der Tra­di­tio­na­li­sten zwei­fel­haft.
    Ande­rer­seits scheint mir, dass man beim Wei­he­sa­kra­ment nicht wie gebannt auf die unun­ter­bro­che­ne phy­si­sche Suk­zes­si­on schau­en darf. Bei deren Nach­weis ist man ohne­hin auf guten Glau­ben ange­wie­sen, da die Ket­te nicht durch­ge­hend histo­risch belegt ist und stel­len­wei­se geklit­tert erscheint. Bei dem Ket­ten­den­ken, das das Heu­te mit dem apo­sto­li­schen Ursprung vor zwei­tau­send Jah­ren ver­bin­det, wird leicht ver­ges­sen, dass die Suk­zes­si­on nichts nützt, wenn der wah­re Glau­be fehlt. Der wah­re Glau­be ver­bin­det aber durch die Gna­de j e t z t mit Gott, Jesus Chri­stus, den Apo­steln und der gan­zen himm­li­schen Kir­che. Will sagen: Kann im Not­fall eine wah­re katho­li­sche Hier­ar­chie nicht durch Gebet wie­der errich­tet wer­den?

    • Hier stim­me ich Ihnen voll zu — aller­dings den­ke ich, was Ihre Schluss­fra­ge betrifft, dass Katho­li­ken sich ange­wöhnt haben, die mensch­li­che Seg­nungs­ket­te für höher anzu­se­hen als das, was Gott als der Sou­ve­rän tun kann.

      Denn: Wenn Gott es will, geht auch die Suk­zes­si­on trotz allem wei­ter.
      Wie heißt es?
      Er lacht ob unse­rer Anma­ßung, und es ist nicht nur die böse Welt, die anma­ßend ist, son­dern auch die kle­ri­ka­le Arro­ganz hat sich in den letz­ten 150 Jah­ren der­art auf­ge­wip­felt, dass ich imme rwie­der den­ke, ob nicht all das, was in der Kir­che ent­glei­ste, immer ein Abbild im welt­li­chen Han­deln fand, also nicht die böse Welt die arme lie­be Kri­che „unter­wan­dert“, son­dern die Sün­den in der Kir­che die Welt in den Abgrund stür­zen.

      Ich habe mir die histo­ri­schen Abfol­gen mal ange­se­hen und sah plötz­lich die­sen Effekt: Erst ver­las­sen die Kle­ri­ker Jesus, dann macht die Welt ihnen nach, was sie tun.

  14. Tat­säch­lich ist der Sedis­va­kan­tis­mus z.Zt. kei­ne Opti­on. Wer ihn kennt, weiß dar­um. Das kann sich aber ganz schnell ändern, falls die Din­ge den zu erwar­ten­den Lauf neh­men. Ob dann die beru­fe­nen Per­sön­lich­kei­ten die nöti­ge Initia­ti­ve ergrei­fen, das steht in den Ster­nen.

    • Er ist kei­ne „Opti­on“ im orga­ni­sis­er­ten Sinn — das nicht, aber wie bit­te­schön, soll man mit der häre­ti­schen Hier­ar­chie umge­hen? Er ist die ein­zi­ge Hal­tung, die den Gläu­bi­gen nicht zwingt, ein Bekennt­nis zu die­sem furcht­ba­ren Papst abzu­le­gen.

      Und was es heißt, dass vie­le genau dies aber tun, als hin­ge davon ihr Heil ab, steht in der Schrift — und das wie­der­um wol­len sie nicht hören, nur das nicht!

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